Bree- When Everything Breaks.

OneshotDrama, Familie / P12
Bree van de Kamp
13.11.2017
13.11.2017
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Hi. Dies ist meine erste Veröffentlichung. Nach dem Tod Karl Mayers ist Bree Hodge meiner Meinung nach viel zu kurz gekommen. Alles drehte sich nur um Susan (selbst die Erbfolge) und um Susans Trauer.
Also habe ich hier einmal Brees Gedanken zu dem Thema verfasst.
Ich hoffe es gefällt euch!
Bree <3



Der Tag, an dem Bree Hodge ihrem Leben einen neuen Sinn geben wollte und an dem so vieles so schief lief, war ein strahlender, wunderschöner Sommertag. Ja, im Nachhinein erschien es Bree beinahe, als lache die Sonne ihr mitten ins Gesicht, ergötze sich an ihrem Elend.
In der Wisteria Lane wurde ein großes Weihnachtsfest gefeiert, an diesem Tag. Es gab einen Chor, der bis auf eine scheinbar nbedeutende Prügelei zwischen Freundinnen die versammelten Nachbarn mit seinem Gesang beglückte, es gab Zuckerstangen und Weihnachtsmützen. Und es gab ein hübsches kleines Haus, an das Bree sich wohl bis an ihr Lebensende erinnern würde.
Denn es war jenes Haus, in dem Karl Mayer von dem Flugzeug erfasst wurde, welches ihr einen Heiratsantrag hatte überbringen sollen. Seinen Heiratsantrag.

Als Bree viele Stunde nach dieser Tragödie erst in einem Rollbett des Fairview Memorial erwachte -den Verstand so voller Wirren und Fragen, dass sie beinahe glaubte all die fürchterlichen Ereignisse des Tages bloß geträumt zu haben- da überbrachte ihr eine jener Krankenschwester, an deren Gesicht sie sich im Nachhinein nicht einmal erinnern sollte, die Nachricht ihres Verlobten in spe.
Nicht Lynette, die in jenem Augenblick um das Wohl eines ihrer ungeborenen Kinder bangte, oder Gabrielle, die voll Sorge um eine ihrer bereits existiernenden Töchter war.
Aber auch nicht Susan Delfino, die wohl die einzige war, die tatsächlich um Brees Verlust wusste.
Denn wie so oft badete Susan in ihrem ganz eigenen Selbstmitleid.
Wieso auch nicht? Susans Exmann, jener Exmann, der sie so oft betrogen und belogen hatte, dass Susan am Ende wohl voller Hass auf ihn gewesen war, war schließlich aus dem Leben geschieden. Was selbstredend eine Tragödie für Susan Delfino war, auch wenn dese bereits einen neuen Mann hatte, ein weiteres Kind mit diesem neuen Mann, und ein wunderschönes Leben mit diesem neuen Kind und diesem neuen Mann.
Aber natürlich hatte Susan mehr Grund zu trauern, als jeder andere. Mehr als Julie Mayer, die ihren Vater verloren hatte - auch wenn dieser selten väterliches Verhalten gezeigt hatte. Mehr als Ethan Mayer, der noch so jung war, dass er nicht einmal die Schule abgeschlossen hatte und nun ohne Vater aufwachsen würde.
Mehr als Bree Hodge, für die diese Verlobung so vieles bedeutet hatte. Die Chance auf Glück, auf einen Ausweg aus diesem Leben voller Erpressung, voller Enttäuschungen, voll zerplatzter Träume.
Sicher, man konnte es nicht Orson ankreiden, dass so vieles im Leben der hübschen, rothaarigen Starköchin schief gelaufen war. Man konnte ihm nicht ankreiden, dass Karl Mayer eine Leidenschaft in Bree geweckt hatte, wie Orson es nie vermochte. Dass Karl sie zum Mittelpunkt seines Universums machte, sodass Bree sich geliebt und geschätzt fühlte.
Doch die Erpressung, die mutwillige Zerstörung des zarten Bildes der Liebe, das Bree so gerne von sich und ihrer Familie sah - dies konnte man Orson ankreiden.
Denn Orson hatte alles dafür getan, diesen Traum zu ruinieren.

Als Bree nun also in diesem Krankenbett im Fairview Memorial lag, und ihr Kopf voll solch bitterer Gedanken war - ihrer Freundin Susan gegenüber, ihrem Ehemann gegenüber, ja selbst gegenüber des Verstorbenen, der ihr so vieles in Aussicht gestellt und sie dann doch allein gelassen hatte- da wünschte Bree sich nichts mehr, als tiefe, ehrliche Trauer zu empfinden. Trauer, der unberührt war von Sebstmitleid. Von Selbsthass. Von Vorwürfen.
Und doch konnte sie diese Trauer nicht finden. Konnte nur daran denken, welch üblen Streich das Schicksal ihr gespielt hatte. Welch üblen Streich es ihr schon seit jeher spielte. Seit Rex zuerst käufliche Liebe der ihren vorgezogen und sie dann tatsächlich seines eigenen Mordes verdächtigt hatte. Seit sich George -der Mann, der ihr über die Trauer um Rex van de Kampe so gut hinweg geholfen hatte- sich als stalkender Mörder herausgestellt hatte. Und sie selbst zu einer Mörderin gemacht hatte. Seit Andrew sie verlassen hatte, und Danielle sie als Mutter verachtete.
Seit sie herausgefunden hatte, dass Orson, der doch so perfekt erschien, ein dunkles Geheimnis mit sich herum trug. Einen Mordversuch in den dunklen Ecken seines Geistes versteckte. Und sie nun, Jahre später, in denen sie aus ihrer eigenen Naivität nicht zu lernen vermocht hatte, erpresste und bedrückte und in tiefen Kummer stürzte.
Und nun, als krönender Abschluss, bestrafte das Leben sie selbst noch für jene Fehltritte, die sie sich aufgrund dieser Ereignisse geleistet hatte. Bestrafte sie für die Unzucht, die sie mit Karl Mayer getrieben hatte, um ihrem Leben wieder Licht und Farbe zu geben. Für die rüden Worte womöglich, die sie einst gegenüber ihren Kindern geäußert hatte.
Und verwehrte ihr sogar das einzige, was diesen Schmerz zu lindern mochte.
Denn es hatte selten einen Augenblick gegeben, in dem Bree ein gutes Glas Chardonnay so sehr gebraucht hatte, wie in diesem.

Da ihr aber all diese Erleichterungen verwehrt wurden, begann Bree, die stets sehr gläubig gewesen war, zu erkennen, was ihr wirklich fehlte. Was diese vielen, so eindringlichen Winke des Schicksal, die sie stets ignoriert hatte, ihr zu sagen versuchten.
Und so beschloss sie, ihr Leben ab diesem Augenblick dazu zu nutzen, Abbitte zu leisten. Wiedergutmachung.

Und sie würde bei dem Mann beginnen, der ihr Leid verursacht hatte.
Bei Orson Hodge.
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