Ein Herz findet Frieden

GeschichteAllgemein / P12
Erestor Glorfindel
10.11.2017
10.11.2017
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Heute folgt eine weitere Geschichte von Keiliss, die erste von vier lose mit einander verwobenen Stories, in denen meine beiden Lieblinge aus Mittelerde einmal mehr die Hauptrollen spielen.

Das englische Original ist auf "Braided Light", Keiliss eigener Seite, zu finden:

http://braidedlight.net/my-fanfiction/arcs-index/hearts-ease/

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Anfänge

Glorfindel beginnt, sich in der Dritten Ära heimischer zu fühlen

Nachdem sie für weniger als eine Stunde von hinter den Wolken hervor gelugt hatte, tauchte die Sonne unter und verschwand, und als wäre eine Lampe zerbrochen, brach die Dunkelheit herein. Für Erestor war der Tag sehr geschäftig gewesen und voller unbarmherzigen Ärgers, und so war er glücklich, dass dieser nun zu Ende ging. Nachdem er ein leichtes Abendessen zu sich genommen und auch nur kurz die Bäder aufgesucht hatte, war er dankbar in sein Refugium von der Welt zurückgekehrt, seine kleine, aber komfortable Suite im „alten Teil“ des Hauses.

Gekleidet in ein verblichenes, altes Nachthemd, das einmal blau gewesen war, aber sich nun zu einem undefinierbaren Grauton hin entwickelte, hatte er sein schwarzes Haar zu einem dicken Zopf geflochten, der ihm im Rücken hing und bereitete sich nun darauf vor, die Stunden bis zum Zu-Bett-Gehen friedlich mit einem Buch zu verbringen. Zugegeben, der gewählte Band war nicht unbedingt zur Unterhaltung geeignet; er erörterte in trockenen, staubigen Details klassische Sicherheitsmassnahmen und bildete einen Teil seiner Vorbereitung für die bereits angesetzte Konferenz über den derzeitigen Stand von Imladris Verteidigung. Trotzdem, Lesen bereitete ihm immer Freude, und war eine der besten Möglichkeiten, die er kannte, um sich zu entspannen.

Das kleine Wohnzimmer verfügte über einige sehr bequeme Stühle und Sessel, aber wenn er alleine war, liess er sich am liebsten auf einem unordentlichen Haufen von Kissen neben dem Kamin nieder. Auf eine ganz seltsame Art und Weise erinnerte ihn dieses Nest an seine Kindheit und vermittelte ihm einen leichten Sinn von Wärme und Geborgenheit. Als er sich näherte, sah die Katze von ihrer alten, zerrauften Decke in der Nähe der Feuerstelle auf, doch dann fuhr sie damit fort, ihre beiden kleinen Kätzchen sauberzumachen. Trotz des Umstandes, dass er ihnen meist nicht mehr als zeitweilige Beachtung schenkte, gab es immer Katzen hier; er vermutete, dass es sich in einer Art kätzischer Gerüchteküche herumgesprochen hatte, dass seine Räume gemütlich, warm und meist auch ruhig waren. Und dennoch, diese hier war die Erste, die neben seiner Feuerstelle Junge geboren hatte, und Erestor hatte sich über sich selbst gewundert.

Obwohl er dem Verlangen, entweder der Mutter oder den Jungen Namen zu geben, lange widerstanden hatte, hatte ihn die Sorge um die Anzahl und die Grösse der Neugeborenen dazu veranlasst, so weit zu gehen, sie Elrohir gegenüber zu erwähnen, der eine grosse Vorliebe für Katzen hatte und mehr als nur ein wenig über die berühmten Heilkünste seines Vaters verfügte. Elrohir hatte ihm jedoch versichert, dass es absolut normal war, dass eine Katze bei ihrem ersten Wurf nur zwei oder auch drei Kätzchen bekam und auch wenn er sich über Erestors Interesse amüsierte, so war er dann doch des Abends vorbei gekommen, um sich die Jungen selbst anzusehen und hatte sie für völlig gesund erklärt, wenn auch ein wenig zu klein.

Das war jetzt ein paar Wochen her. Nun nickte er seinen Gästen neben dem Feuer einen kurzen Gruss zu, setzte sich im Schneidersitz auf seine Kissen und holte Feder, Tinte und ein Blatt Papier hervor, die er neben sich stellte, bevor er das Buch in seinem Schoss aufschlug. Er hatte gerade alles zu seiner Zufriedenheit arrangiert und etwa drei Absätze gelesen, als es leise an seine Tür klopfte. Die Katze hob überrascht ihren Kopf und sah ihn an, als wolle sie ihn fragen, was er wegen dieser ungewohnten Störung zu tun beabsichtige.

Mit einem Seufzen legte Erestor das Buch zur Seite und stand auf, wobei er sorgfältig darauf achtete, weder den Band, noch seine Füsse in die Nähe der Tinte zu bringen. Tintenflecken aus diesem schönen alten Teppich zu entfernen, wäre schwierig, wenn nicht gar unmöglich, und es hatte seit fast einer Woche nicht mehr aufgehört, zu regnen. Ganz kurz dachte er voller Neid an Lórien, wo es nur auf Geheiss seiner Dame regnete, aber sogar während sich dieser Gedanke in seinem Kopf formte, erinnerte er sich selbst daran, dass Elronds Art, die keine Einmischung in die natürliche Ordnung der Dinge vorsah, die bessere war. Es mochte wohl zu Zeiten etwas ungemütlich sein, aber es bedeutete, dass sie ein Teil der Welt blieben, anstatt sich langsam von ihr zu entfernen, so wie es im Goldenen Wald der Fall war.

Er öffnete einem Elfen die Tür, dessen tadellose Erscheinung ihn gezwungenermassen an seine eigene, lockere Aufmachung erinnerte. Langes, goldenes Haar war zu einem ordentlichen Arrangement aus Knoten, Wellen und Zöpfen gesteckt worden, was sicherlich Stunden in Anspruch genommen hatte. Der Besucher trug eine einfache braune Tunika und Hosen, schaffte es aber irgendwie, sie aussergewöhnlich aussehen zu lassen. Er war zwar nicht auffallend muskulös, doch war da eine Aura von Stärke um ihn, stillschweigend dargestellt in der Art und Weise, wie er sich hielt; katzenhafte Balance und Vertrauen in jede einzelne seiner Bewegungen. Erestor war von durchschnittlicher Grösse, nur ein wenig kleiner als Elrond, aber dieser Elf war um einen guten Kopf grösser, was den Kanzler dazu zwang, aufzusehen.

„Guten Abend, Lord Glorfindel,“ sagte er und versuchte, genau den richtigen Ton in seine Stimme gelegt zu haben, um nach dem Grund des Besuches zu fragen. „Wie schön, Euch zu sehen. Gibt es ein Problem?“

Von ihrem ersten Treffen an hatte er sich darum bemüht, mit diesem legendären Elfen so normal wie möglich umzugehen. Glorfindel hatte in der Schlacht der Tränen gekämpft, und während der Flucht aus Gondolin war er im Kampf gegen einen Balrog gestorben. Diese Tat, die den wenigen Überlebenden der Zerstörung den Fluchtweg freigehalten hatte, hatte ihn für die meisten der jüngeren Generation von Elfen zu einem Objekt der Faszination gemacht. Erestor selbst fand es mehr als nur ein bisschen beunruhigend, mit jemandem umzugehen, den Mandos zurück geschickt hatte, aber, seiner Meinung nach, hatte dieser Neu-Ankömmling im Imladris der Dritten Ära genügend an neuen Anpassungen durchzumachen, ohne dass von ihm erwartet werden sollte, noch mehr an mit offenen Mündern zur Schau gestellten Ehfurcht über sich ergehen zu lassen, als unbedingt notwendig war.

Glorfindel schwieg einen Moment, bevor er antwortete, sein Ausdruck zaghaft. „Es tut mir leid, wenn ich Euch störe, Kanzler,“ begann er und sprach mit dem undefinierbaren Akzent und der leichten Förmlichkeit, die an die Entfernung in der Zeit zwischen seinem ersten Leben und dem in der Dritten Ära erinnerte. „Da ist etwas, das ich gerne mit Euch besprechen würde, wenn Ihr ein klein wenig Zeit opfern könntet.“

Erestor sagte sich noch einmal, dass der wiedergeborene Elf dem Umstand, dass er eine alte Robe und nicht zu einander passende Socken trug, keine Beachtung schenkte, oder dass sein Haar zu einem losen Zopf geflochten war, wie bei kleinen Kindern. Es war schliesslich Abend, dies hier war sein Zuhause, war es seit Jahrhunderten gewesen. . . . . .

Durch und durch ärgerlich mit sich selbst, dass er völlig unnötigerweise so uncharakteristisch sensibel war, trat der dunkelhaarige Elf zur Seite, damit sein Gast eintreten konnte. Nach einem flüchtigen Blick über den Raum, sah Glorfindel, dass mehrere Kerzen arrangiert waren, um die Kissen, das Buch und die Schreib-Utensilien auf dem Boden in der Nähe des Feuers zu beleuchten, offensichtliche Hinweise darauf, dass hier jemand am Arbeiten war. Er wandte sich entschuldigend an Erestor.

„Bitte vergebt mir. Ich sehe, dass Ihr beschäftigt seid. Wir können das auch bis morgen bleiben lassen. Es war ein Fehler – ich habe keine wichtigen Angelegenheiten, wegen derer ich Euch zu dieser Stunde stören sollte.“

Erestor schüttelte sofort seinen Kopf. „Ich machte mir gerade Notizen für eine Besprechung unserer Verteidigungsmassnahmen – einer Besprechung, zu der Ihr meines Wissens nach auch eingeladen seid? Eine kleine Pause von der Arbeit ist immer willkommen, Mylord. Bitte, nehmt doch Platz.“ In Gedanken ging er die wenigen verfügbaren Ressourcen durch und fügte dann hinzu. „Ich kann Euch nur einen ziemlichen gewöhnlichen Rotwein anbieten – nichts für den anspruchsvollen Gaumen, auch wenn ich ihn sehr gerne mag . . . .?“

Glorfindel warf ihm ein schnelles, äusserst ermutigendes Grinsen zu. „ Das sollte für mich gut genug sein,“ sagte er. „Bisher hat noch niemand meinen Gaumen anspruchsvoll genannt. Mein Vater ist daran fast verzweifelt.“

Erestor überliess seinem Gast dem Platz, den er einnehmen wollte und beschäftigte sich damit, Gläser und eine Weinflasche zu holen. Als er damit fertig war, entdeckte er, dass Glorfindel noch immer herum stand und auf etwas zu starren schien. Er folgte der Richtung seines Blickes und stellte fest, dass das Objekt seiner Aufmerksamkeit – ausgerechnet – die Katze und ihre kleine Familie war. Als früherer Vertrauter eines Königs wusste Elronds Senior-Kanzler, wann er besser schwieg. Er reichte Glorfindel ein Glas und wartete ab, bis der Krieger sich von dem kleinen Haufen am Feuer ab und ihm zuwandte, und zwar mit einem fast verlegenen Ausdruck auf dem Gesicht.

„Ich weiss, dass sie offenbar zahm sind und auch in Häusern leben, aber – nun – ich habe Geschöpfe wie diese hier noch nie gesehen,“ gab er aufrichtig zu. „Gestern sah ich ein paar Elflinge mit einem spielen, und mir wurde klar, dass ich keine Ahnung hatte, ob das so in Ordnung war, ob es gefährlich war oder nicht. Ich meine, sie sehen sehr gelassen aus,“ fügte er rasch hinzu, als er Erestors erschrockenen Blick sah. „Ich konnte mir nicht helfen . . . . ich sah nur, dass sie – sehr scharfe Zähne haben?“

Erestor verbiss sich das Verlangen, zu lachen, während er sich langsam selbst zunickte. Ja, er bezweifelte, dass es in Gondolin Katzen gegeben hatte, auch nicht in Nevrast. Es hatte an Gil-galads Hof Hauskatzen gegeben, aber nun, wo er darüber nachdachte, taten sich die älteren Elfen oft ein wenig schwer mit ihnen, erzählten Gruselgeschichten darüber, welche die kleinen Geschöpfe mit Morgoth in Verbindung brachten. Wie viele andere Neuerungen, vermutete er, war die Idee, sich Haustiere zu halten, von den Menschen ausgegangen und bis zu ihnen vorgedrungen.

„Man nennt sie Katzen,“ erklärte er mit pragmatischer Stimme. „es gibt natürlich wilde Arten, von denen Euch mit Sicherheit schon welche begegnet sind – riesige, räuberische Tiere – aber diese hier sind zahm. Ich denke, dass sie zuerst unter Menschen gelebt und dann schliesslich ihren Weg in elfische Gemeinschaften gefunden haben. Sie haben scharfe Klauen und Zähne und beissen, um sich selbst zu verteidigen, aber sie können auch sehr anhängliche und liebevolle Gesellschaft sein.“

„Katzen,“ wiederholte der Elfenlord aus dem Ersten Zeitalter und sprach das Wort laut aus. Er nippte an seinem Wein und stand dort, seinen Kopf ein wenig zur Seite geneigt, während er die kleine Familie betrachtete. „Und ihre Jungen sind immer . . . . so klein?“

Erestor schüttelte seinen Kopf. „Bei der Geburt sind sie noch viel kleiner als jetzt, Mylord. Diese hier sind jetzt schon etwas über drei Wochen alt. Sie wurden ein paar Tage vor Eurer Ankunft geboren. Möchtet Ihr sie streicheln?“ fügte er hinzu, als er sah, dass Glorfindel keine Bewegung machte, um auf die Tiere zuzugehen.

Der Krieger wirkte fast ängstlich. „Wäre das in Ordnung?“ fragte er. „Sie wäre nicht – böse?“

Erestor hob seine Augenbrauen und zuckte leicht mit den Schultern. „Oh, vielleicht ist sie das. Wenn sie das ist, dann wird sie Euch nur ignorieren und sich vor Euch zurückziehen. Rührt nur ihre Babies nicht an, bevor sie Euch duldet, das ist alles. Kommt.“

Er führte seinen Gast durch den Raum hin zu der Feuerstelle und kniete sich auf den Boden, um die Mutterkatze sanft zu streicheln, wovon er hoffte, dass es das Tier beruhigen würde. Normalerweise respektierte er ihren Freiraum, und sie war an so viel Aufmerksamkeit nicht gewöhnt. Er ertappte sich bei dem Gedanken, dass er hoffte, sie würde den Neu-Ankömmling akzeptieren. Glorfindel, so vermutete er, würde sich sicher schlecht fühlen, wenn sie ihn zurückwies. Er war ein wenig überrascht darüber, dass er hoffte, dass dies nicht der Fall sein würde. Nicht von 'seiner' Katze. Das wäre ihm furchtbar peinlich.

Glorfindel folgte seinem Beispiel, kniete sich auf der anderen Seite der kleinen Gruppe auf den Boden und streckte seine freie Hand aus – eine grosse leistungsfähige Hand mit langen, kompetent wirkenden Fingern – um sie zu streicheln, wie er es bei Erestor gesehen hatte. Für einen Moment lang sah es so aus, als würde die Katze die Situation überdenken, dann machte sie es sich mit ihren Kindern ein wenig bequemer und begann, zu schnurren. Sofort zog Glorfindel seine Hand zurück, so als sei er gestochen worden. „Warum tut sie das?“ fragte er erschrocken.

Erestor konnte sich nicht helfen und lachte. „Wir nennen es Schnurren. Das tut sie, weil sie sich sicher und zufrieden fühlt. Macht nur weiter, Ihr könnt sie ruhig noch ein wenig weiter streicheln, wenn Ihr mögt. Und die Kätzchen auch – so nennen wir die Baby-Katzen. Aber sanft, ganz sanft.“

So sassen sie für eine Weile in völliger Stille, die nur vom Rascheln und Knacken des Feuers und dem Schnurrren der Katze erfüllt wurde. Das entfernte Geräusch des Regens, der draussen nieder fiel, schien weit entfernt von dem warmen, von Kerzen erleuchteten Kreis, den sie inne hatten. Erestor nippte an seinem Wein und beobachtete heimlich seinen Gast, während er alle verbliebenen Reste des täglichen Stresses von sich abfallen spürte. So wie warme, blaue Augen unter geschwungenen Augenbrauen, waren da regelmässige, feine Züge und ein freundliches Lächeln; er entdeckte, dass der gefeierte Held eine leise Andeutung von Sommersprossen auf der Nase und auf seinen Wangenknochen hatte. Irgendwie schienen ihn diese völlig normalen Dinge sehr viel zugänglicher und weit weniger einschüchternd wirken zu lassen.

„Warum habt Ihr mich aufgesucht?“ fragte er schliesslich, als er sich daran erinnerte, dass dieser Besuch nicht ursprünglich dazu gedient hatte, den Neu-Ankömmling mit der kätzischen Bevölkerung von Imladris bekannt zu machen. Glorfindel, der die Katzenkinder fasziniert betrachtet hatte, während er sie streichelte, sah erschrocken auf. Für einen Moment lang schien er verwirrt, doch dann klärte sich sein Gesicht und er lächelte.

„Oh, das,“ sagte er, ein wenig schüchtern einer solchen Bagatelle wegen. „Seit ich hier angekommen bin, haben alle hier ihr Bestes getan, um mir dabei zu helfen, mich hier einzuleben und mich wohl zu fühlen. Im Gegenzug würde ich gerne etwas beitragen, um mich dafür zu bedanken. Ihr habt einmal erwähnt, dass die Geschichte Gondolins hauptsächlich von Leuten niedergeschrieben wurde, die keinen Zugang zum inneren Kreise des Königs hatten, und dass diese nun möglicherweise voller Ungenauigkeiten sind. Würde es helfen, wenn ich nun diese Bücher eingehend untersuchte und Notizen machte von allem, an das ich mich noch erinnern kann, was anders verlaufen ist? Ich möchte nicht von mir behaupten, Historiker zu sein – aber ich war ein Mitglied im Rat des Königs.“

Nach dieser doch recht langen Ansprache pausierte er und nahm einen Schluck von seinem Wein, bevor er langsam hinzufügte: „Ich weiss, ich hätte bis morgen warten sollen und Euch dann in Eurem Schreibzimmer aufsuchen sollen, aber die Nächte sind lang und einsam, und meine Gedanken sind . . . . nicht immer die beste Gesellschaft. Ich denke, die Bücher werden bis morgen warten müssen, aber ich dachte, es wäre . . . . angenehm, sich für eine kleine Weile zu unterhalten. Ich hoffte, es würde Euch nichts ausmachen.“

Erestor bot seinem Gast eines seiner seltenen, schönen Lächeln und streckte sich nach den Kissen. Er schnappte sich die beiden grössten, reichte eines davon Glorfindel und setzte sich auf das andere, der Boden wurde zunehmend härter.

„Und statt eines kleinen Schwatzes in der Tür biete ich Euch einen Platz auf dem Fussboden an und ein Glas eines recht gewöhnlichen Weines,“ antwortete er, noch immer lächelnd. „Ihr seid mehr als willkommen, mich des Abends aufzusuchen, Mylord, wenn ich Euch nicht durch meine ziemlich unkonventionelle Art von Gastfreundchaft abgeschreckt haben sollte.“

Glorfindel lächelte zurück. „Man sitzt sehr gut auf diesem Kissen, und der Wein schmeckt nach Sonnenschein und ehrlicher Arbeit,“ versicherte er dem Kanzler. „Und sowohl die Gesellschaft wie auch die Unterhaltung schätze ich sehr.“

Diesen Moment wählte, ohne Vorwarnung, die Katze aus, um sich zu erheben und die wenigen Schritte hin zu Glorfndels Schoss zu machen, wo sie sich, nach einem oberflächlichen Lecken an der Pfote, einrollte und fortfuhr, zu schnurren. Der goldene Krieger sah mit einem unergründlichem Ausdruck nach unten und wandte sich dann mit leiser, nachdenklicher Stimme an Erestor. „Es ist . . . . natürlich ein sehr grosser Unterschied zu Gondolin. Aber ich denke, ich werde mich hier sehr viel schneller zu Hause fühlen, als ich erwartet hatte.“