Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Alby Minho Newt OC (Own Character)
09.11.2017
30.08.2021
48
92.841
8
Alle Kapitel
89 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
14.08.2021 2.078
 
Hallo :)
Es tut mir sehr leid, dass erst jetzt wieder ein neues Kapitel kommt und ich euch so lange mit dem Cliffhanger zurückgelassen habe. Mich hat zwischenzeitlich die Motivation verlassen und ich wusste nicht mehr so ganz, wie es jetzt weitergehen soll. Aber jetzt habe ich die vorlesungsfreie Zeit genutzt und das nächste Kapitel fertig geschrieben. Das nächste Kapitel ist auch schon in Arbeit, sodass ich davon ausgehe, dass es nächste Woche direkt weitergeht. Ich freue mich wie immer über eine kurze Rückmeldung von euch, wie ihr das Kapitel fandet :)
Jetzt aber viel Spaß beim Lesen :)




Ich saß mit angezogenen Beinen auf meinem Bett und starrte die Wand mir gegenüber an. Zwei Tage war es nun her, dass ich gesehen hatte, wie Newt gestorben war. Und noch immer verging fast keine Stunde, in der ich ihn nicht vor mir sah, wie er leblos zusammensackte. Diese Bilder hatten sich in meine Netzhaut eingebrannt und so sehr ich auch versuchte, an etwas anderes zu denken, es gelang mir nicht. Geschlafen hatte ich die letzten zwei Nächte so gut wie gar nicht. Zu groß war die Angst vor meinen Träumen.
Am Rande bekam ich mit, dass ein Schlüssel im Schloss meiner Zimmertür herumgedreht wurde, doch ich drehte meinen Kopf nicht, um zu schauen, wer es war. Es war mir einfach egal. Alles war egal. Die letzten Tage war ich weiteren Tests unterzogen worden. Ich hatte auf einem Laufband so lange rennen müssen, bis ich zusammengebrochen war, man hatte mir mit Elektroschocks Schmerzen zugefügt. Ich hatte alles über mich ergehen lassen, ohne mich dagegen zu wehren. Wozu auch? Wofür sollte ich noch kämpfen? Newt war tot, sowie so viele andere meiner Freunde. Und die anderen, die das Labyrinth überlebt hatten, waren ebenfalls in den Fängen von ANGST und wurden gequält so wie ich. Das waren die letzten Worte gewesen, die ich gesprochen hatte. Was mit Minho, Thomas, Alec war. Paiges Antwort war gewesen, dass sie hier waren und für Phase zwei vorbereitet wurden. Wir waren also alle hier. Und es gab kein Entkommen. Wir waren ANGST ausgeliefert, sie konnten mit uns tun was sie wollten.
„Hallo“, holte mich eine Stimme, die ich noch nie vorher gehört hatte, aus meinen Gedanken. Jetzt bewegte ich mich doch, um zu sehen, um wen es sich handelte. Ein Mädchen, ungefähr in meinem Alter, mit braunen Haaren, die sie zu einem Zopf gebunden hatte, kam langsam auf mich zu. „Ich bin Teresa. Ich wollte dich abholen, um dir etwas zu zeigen.“ Ich zeigte keine Reaktion, ließ aber meine umklammerten Beine los und rutschte vor zur Bettkante. Es war nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie mich zum nächsten Test abholten. Besser ich brachte es so schnell wie möglich hinter mich.
Ich spürte Teresas Blick auf mir, als ich langsam auf sie zu schlurfte, ohne dass mein Gesicht eine Regung zu erkennen gab. Ich hatte seit Tagen nicht in den Spiegel geschaut, aber vermutlich musste ich schlimm aussehen. Zwar hatte ich die letzten zwei Tage nicht mehr geweint – aus irgendeinem Grund hatte ich keine Tränen mehr übrig – aber zwei Tage lang so gut wie nichts zu essen und nicht zu schlafen hinterließ garantiert seine Spuren.
„Es tut mir leid, was passiert ist“, vernahm ich leise Teresas Stimme neben mir. Ein erneuter Schmerz zuckte durch meine Brust, doch gleichzeitig schnaubte ich innerlich. Sicherlich tat es ihr leid. Sie war schließlich nicht selber Teil von ANGST und war somit für die Tode ebenfalls mit verantwortlich. Doch sagen tat ich nichts von alldem, sondern ließ meinen Blick auf den Boden gerichtet.
Teresa seufzte leise, bevor sie die Tür von meinem Zimmer öffnete und mir anzeigte, ihr zu folgen. Kaum traten wir auf den Flur, lösten sich zwei Wachen von der Wand und folgten uns stumm. Dies war ich inzwischen gewohnt; jedes Mal wurde ich bewacht. Dabei hatte ich überhaupt nicht vor zu fliehen. Ich war viel zu schwach und hätte außerdem keinen Plan, wohin ich flüchten sollte.
Als ich bemerkte, dass wir nicht wie sonst nach unten zu den Behandlungsräumen fuhren, sondern woanders hinliefen, hob ich verwundert und auch etwas misstrauisch den Kopf. Teresa musste meine Reaktion bemerkt haben, denn sie wandte sich zu mir um. „Keine Sorge, du wirst heute keinen Tests unterzogen. Ich wollte dir etwas anderes zeigen. Damit du vielleicht verstehst, warum wir all das hier tun.“
Ich zog die Augenbrauen kritisch zusammen. Sollte ich mich jetzt darüber freuen oder was? Ich traute ANGST kein bisschen und machte mir somit keine Illusionen, dass unser kleiner Ausflug in irgendeiner Weise erfreulich wurde. Wir liefen durch weiße Korridore, in denen vereinzelt graue Türen links und rechts abgingen. Wir begegneten keiner Menschenseele und ich fragte mich, wozu dieses riesige Gebäude gut sein sollte, wenn sich in den meisten Teilen eh niemand aufhielt. Wir durchquerten eine Glastür und fanden uns kurz darauf in einem Treppenhaus wieder. Ich nahm alles aus meiner Umgebung genauestens auf; alles was mich irgendwie von meinen Gedanken an Newt ablenkte, war mir willkommen. Wir stiegen die Treppe hinauf und mit Schrecken musste ich feststellen, dass ich nach wenigen Stufen schon komplett außer Atem war. Dafür dass ich mal Läuferin gewesen war, war nicht mehr viel von meiner Kondition übrig. Aber gut, die letzten Tage hatten meinen Zustand auch nicht gerade verbessert. Schnell versuchte ich die Gedanken beiseite zu schieben, als ich merkte wie mein Hals trocken wurde und meine Augen anfingen zu brennen. Mühsam, mich am Geländer festhaltend, stieg ich die Stufen hinter Teresa hoch und war froh, als wir den obersten Treppenabsatz erreicht hatten. Dennoch wollte ich mir nicht anmerken lassen, wie fertig ich war und blieb deshalb aufrecht stehen und versuchte, meinen Atem wieder unter Kontrolle zu bringen.
Teresa bedachte mich mit einem Gesichtsausdruck, den man eventuell als besorgt interpretieren könnte, wenn man sich nicht gerade einer ANGST-Mitarbeiterin gegenüber befinden würde. Dann schob sie die Tür auf, vor der die Treppe endete, und ich musste plötzlich die Augen zusammenkneifen, weil ich von hellem Licht geblendet wurde.
Teresa trat nach draußen und winkte mir mit einer Hand. „Komm.“
Ich zögerte noch kurz, bevor ich ihr folgte. Doch kaum war ich vor die Tür getreten, blieb ich überrascht stehen. Seit Tagen oder Wochen hatte ich nichts anderes als das Innere des Gebäudes gesehen, in dem ich gefangen war. Und nun war ich draußen, außerhalb von irgendwelchen Wänden, Türen und Mauern. Die Sonne schien warm auf meine Haut, wobei scheinen untertrieben wäre. Brannte traf es wohl eher. Und vor mir erstreckte sich eine weite Landschaft voller Sand. Ich konnte nicht verhindern, dass mir ein erschrockenes Keuchen entwich.
Teresa stand ein paar Schritte weiter am Geländer und sah mich auffordernd an. Langsam ging ich zu ihr. Meine Hände umfassten das Geländer, während ich hinaus in die Wüste starrte. Das war also die wirkliche Welt. Nicht das von den Schöpfern konstruierte Labyrinth, in dem man nicht wusste, was real war und was nicht. Es war die echte Sonne, die mich zum schwitzen brachte und der echte Wind, der zumindest ein kleines bisschen Abkühlung brachte. Aber meine Freude darüber, das nun alles zu sehen, war getrübt.  Der Anblick, der sich mir bot, war schrecklich.
„Das ist die Welt, so wie sie jetzt ist“, sagte Teresa und ich merkte, wie ein schmerzhafter Ausdruck über ihr Gesicht huschte. „Die Sonne hat alles verbrannt, es ist nicht mehr viel übrig geblieben.“ Ich musste schlucken und spürte, wie mein Herz anfing schneller zu schlagen. Es war furchtbar, die Welt so zu sehen. Wie hatte das alles passieren können? Doktor Paige hatte mir zwar von den Sonneneruptionen erzählt, aber das ganze jetzt mit eigenen Augen zu sehen und sich dem Ausmaß erst richtig bewusst zu werden, war nochmal etwas ganz anderes. Ich spürte, wie eine erneute Welle der Hoffnungslosigkeit über mich schwappte. Wie sollte man in so einer Welt noch leben?
„Und dort draußen laufen noch jede Menge Cranks herum, die sich mit dem Brand infiziert haben und denen man nicht mehr helfen kann. Während es noch viele weitere Menschen gibt, bei denen es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie sich ebenfalls infizieren und es dann irgendwann gar keine Menschen mehr gibt.“ Sie richtete ihren Blick auf mich und sah mir genau in die Augen „Deshalb tun wir das, was wir machen. Um ein Heilmittel zu finden und die Leute zu retten, für die Hilfe noch nicht zu spät kommt.“
Ich presste meine Lippen zusammen und wandte den Blick ab. War es letztendlich doch gerechtfertigt, was ANGST tat? Verfolgten sie nicht einen guten Zweck? Doch dann strömten wieder die Bilder aus dem Labyrinth auf mich ein. Ben, wie er gestochen wurde und wie er hatte leiden müssen, Alby den die Griewer geholt hatten, Gally, der vor lauter Angst beinahe zu einem Mörder und anschließend verbannt worden war. Chuck, der die Klippe hinunter stürzte, obwohl er noch viel zu jung zum sterben war und trotzdem immer so tapfer und mutig gewesen war. Und Newt, der mehrfach von einem Griewerstachel getroffen wurde und leblos zu Boden sackte. Ich spürte, wie mein Magen sich wand und mir schlecht wurde. Keuchend lehnte ich mich an das Geländer und versuchte gegen die Übelkeit anzukämpfen. ANGST war nicht gut! Sie hatten uns jahrelang gequält, unsere Tode mutwillig in Kauf genommen, ja sogar selbst dafür gesorgt. Die Suche nach einem Heilmittel war kein Grund für all die Grausamkeiten, die sie uns angetan hatten. Es musste einen anderen Weg geben, als unschuldige Jugendliche sterben zu lassen. Außerdem hatten ihnen ihre Experimente bis jetzt noch nichts gebracht und ich wollte mir nicht vorstellen, zu was sie in Zukunft noch alles bereit waren. Und wer wusste denn schon, wofür sie das Heilmittel wirklich nutzen wollten? Wir redeten hier schließlich von ANGST, die sich hier in ihren eigenen Mauern zurückzogen, um sich vor dem Brand zu schützen, während da draußen tausende Menschen dem Virus ungeschützt ausgeliefert waren.
Bei meinem halben Zusammenbruch trat Teresa schnell an mich heran und griff nach meinem Arm. Doch obwohl sich mein Unwohlsein noch nicht gelegt hatte, entriss ich ihr meinen Arm wieder und taumelte ein paar Schritte zurück. Ich brauchte ihre Hilfe nicht!
In ihrem Gesicht zeichnete sich so etwas wie Wehmut ab. „Ich wünschte, du könntest dich erinnern Emma“, murmelte sie so leise, dass ich mir nicht sicher war, ob diese Worte überhaupt für meine Ohren bestimmt waren. Doch als ich sie hörte, überlief mich ein kalter Schauer. Ava Paige hatte auch so etwas ähnliches zu mir gesagt. Konnte es sein, dass Teresa und ich uns auch schon vor dem Labyrinth gekannten hatten? Ich schüttelte den Kopf, um die Gedanken loszuwerden. Mein Kopf war eh schon voll genug, da konnte ich nicht noch ein neues Problem gebrauchen.

Den Rückweg legten wir schweigend zurück, ohne dass jemand einen Ton von sich gab. Kaum waren wir an meinem Zimmer angekommen, wurde ich einfach nur hineingeschoben und die Tür direkt wieder hinter mir abgeschlossen. Ziemlich kaputt schleppte ich mich zu meinem Bett und ließ mich darauf fallen. Der kurze Ausflug hatte mich ziemlich erschöpft und in meinem Kopf kreisten die verschiedensten Gedanken, ohne dass ich sie wirklich ordnen konnte. Doch einer Sache war ich mir nun wieder bewusst geworden. Bei dem Gedanken daran zog sich mein Herz zwar schmerzhaft zusammen und drohte aus meiner Brust zu springen, aber Newt war tot, während Minho, Thomas und noch ein paar andere der Lichter noch am Leben waren. Und sie waren auch meine Freunde, meine Familie. Und für sie lohnte es sich weiterzukämpfen. Wir mussten hier weg und ANGST außerdem davon abhalten, noch weiteren Personen Leid zu zufügen. Newts, Chucks und Albys Tod durften nicht umsonst gewesen sein! Wir mussten weiterkämpfen, weil sie es so gewollt hätten.

Irgendwann musste ich wohl doch eingeschlafen sein und mein Körper sich seine Erholung geholt haben. Denn ich sah wieder vor mir, wie Newt vom Griewer getroffen zu Boden ging und sich nicht mehr rührte. Doch diesmal war ich es, die neben ihm auf die Knie fiel und ihn anflehte, mich nicht alleine zu lassen, sondern zu mir zurück zu kommen. Doch Newt zeigte keine Reaktion, kein letztes Lächeln, nichts.
Schwer atmend riss ich die Augen auf und saß von einer auf die andere Sekunde senkrecht im Bett. Als ich mir an die Wange griff, spürte ich, dass sie nass war. Ich hatte also doch noch Tränen übrig. Schützend presste ich die Bettdecke an mich, da ich auch fürchterlich zitterte. So saß ich in der Dunkelheit und versuchte mich nur auf meinen Atem zu konzentrieren, um die Bilder meines Traums aus meinem Kopf zu vertreiben.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast