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Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Alby Minho Newt OC (Own Character)
09.11.2017
28.03.2021
45
86.706
6
Alle Kapitel
85 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
28.03.2021 3.090
 
Hallo :)
Nach viel zu langer Zeit melde ich mich mal wieder mit einem neuen Kapitel. Es tut mir leid, dass ihr so lange darauf warten musstet. Ich habe mich mit dem Kapitel echt schwer getan und bin auch immer noch nicht so wirklich zufrieden damit. Aber ich wollte euch nicht noch länger warten lassen.
Ich wünsche euch trotzdem viel Spaß beim lesen und würde mich freuen, wenn ihr mir vielleicht ein kleines Review da lasst :)
LG Lilja



EMMAS POV

Ich fühlte mich leer und verzweifelt, wie ich hier alleine auf meinem Bett lag und zum wiederholten Male die weißen Vierecke auf der Bettdecke zählte. Ja, das ging tatsächlich. Obwohl die Bettdecke weiß war, wie alles andere in diesem Raum, wies sie trotzdem ein Karomuster auf. Ein weißes Karomuster, in einem leicht anderen Weißton als der Rest der Decke.
Ich musste mich wohl bis jetzt immer verzählt haben, jedenfalls war ich noch nie zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Auch jetzt zählte ich mehr als beim letzten Mal.

Seufzend ließ ich mich zurück ins Kissen fallen. Ich war so müde, obwohl ich nichts tat. Seit nun fast zwei Tagen hatte ich das Bett nicht verlassen, außer um mir das Essen zu holen, das mir immer durch die Tür geschoben wurde. Also nach meiner Zeitrechnung zwei Tage. Seit den Untersuchungen in den Arzträumen war niemand mehr bei mir vorbei gekommen. Ich wusste nicht, wie viel Zeit seitdem vergangen war. Aber es waren definitiv mehrere Tage gewesen und fühlte sich eher wie Wochen an. Irgendwann hatte ich für mich selbst angefangen, „Tage“ zu zählen. Ich schätzte, dass ich zwei Mahlzeiten pro Tag bekam, deshalb zählte ich ab jedem dritten Essen einen neuen Tag. Ob das allerdings wenigstens in irgendeiner Art und Weise stimmte, wusste ich nicht. Und letztendlich war es ja auch egal. Ich wünschte mir einfach nur, mit irgendjemandem sprechen zu können, irgendjemanden zu sehen. Ich fühlte mich so einsam und wusste nicht mehr, wie ich das noch weiter aushalten sollte. Selbst über einen Besuch von Ava Paige oder Doktor Harris würde ich mich freuen, auch wenn sie mir wieder erzählen wollten, dass sie doch eigentlich nur das beste wollten. So weit war es also schon gekommen. Ich schloss die Augen und dachte an die Zeit auf der Lichtung zurück. Schon verrückt, dass ich mich jetzt fast schon dahin zurückwünschte und ich das Gefühl hatte, dass unser Leben dort doch eigentlich gar nicht so schlimm gewesen war, obwohl wir damals nichts sehnlicher wollten, als endlich von diesem Ort zu entkommen. Ich hatte dort tolle Freunde gefunden, wir hatten durchaus unseren Spaß gehabt und es hatte so viele kleine schöne Momente gegeben, die man damals gar nicht so wirklich wahrgenommen hatte.

Ich schüttelte den Kopf und versuchte die Gedanken an die Lichtung loszuwerden. Zu sehr schmerzte der Gedanke an Newt, sein Lächeln, unsere gemeinsamen Momente unter dem Sternenhimmel, den Schlagabtausch, den ich immer mit Minho geführt hatte oder Chucks ununterbrochenes Reden.
Aber ich war hier alleine. Alleine in einem weißen Raum. Wie sehr ich die Farbe weiß doch hasste! Vor ein paar Tagen hatte ich einen Wutanfall bekommen, weil ich das Gefühl hatte, verrückt zu werden hier in diesem Raum. So hatte ich, als mir das Essen durch die Tür geschoben wurde (natürlich ohne dass sich die Person zu erkennen gab oder mit mir sprach), eben dieses genommen und Teller und Glas mit voller Wucht gegen die Tür geworfen.
„Sind Sie zu feige, um sich mir zu zeigen? Was bezwecken Sie damit, mich hier Wochen lang einzusperren ohne Kontakt zu irgendwem? Und können Sie mir vielleicht mal was anderes bringen als immer das gleiche Essen? Es ist schon so eintönig genug hier, das können Sie mir glauben! Und übrigens ich hasse Brot und ich hasse die Farbe weiß! Selbst der beschissene Teller ist weiß! Haben Sie kein Geschirr in einer anderen Farbe?“, hatte ich die Tür angebrüllt.
Natürlich hatte niemand geantwortet. Vermutlich hatte meinen Wutanfall noch nicht mal jemand mitbekommen oder er hatte vor dem Zimmer gestanden und sich mächtig darüber amüsiert.
Danach war ich in mein Bett gekrochen und hatte es seitdem kaum mehr verlassen. Der Wasserfleck an der Wand und die Scherben auf dem Boden erinnerten immer noch an diesen Ausbruch. Ich hatte sie nicht weggemacht, wozu auch.

Ich zog mir die Bettdecke bis zum Kinn und drehte mich auf die andere Seite, weil mein Rücken inzwischen schmerzte. Da ertönte plötzlich ein Geräusch an der Tür, das mich sofort senkrecht im Bett sitzen ließ. Ungläubig starrte ich auf die Tür, die sich langsam öffnete, bevor Ava Paige hereintrat. Wer sonst. Ich starrte sie eine Weile lang nur stumm an. Ich wusste nicht, was ich fühlen sollte. War ich erleichtert, nicht mehr alleine zu sein? Oder nicht eher stink sauer, weil sie mich so lange in der Einsamkeit hier eingesperrt hatten? Letztendlich überwog das zweite Gefühl.
Ich schlug die Decke zurück und erhob mich aus dem Bett.
„Hallo Emma“, sagte Ava Paige.
Ich kniff die Augen zusammen und funkelte sie wütend und ungläubig an. „Sie sperren mich hier tagelang alleine ein, ohne mir auch nur irgendwas zu sagen, was das ganze soll, und das einzige was Sie sagen ist hallo?“
Doktor Paige ließ meinen Ausbruch über sich ergehen, ohne die Miene zu verziehen. Als ich geendet hatte, ergriff sie wieder das Wort. „Du solltest inzwischen wissen, dass alles was wir tun, einen Sinn hat und wohl überlegt ist. Ich dachte, das hättest du inzwischen gelernt.“
„Und was haben Sie bitte davon, mich Ewigkeiten einzusperren? Was erhoffen Sie sich davon? Ist das wieder einer Ihrer doofen Tests? Warum können Sie uns nicht einfach in Ruhe lassen?!“ Ich war etwas überrascht von mir selber, dass ich jetzt so ausrastete. Normalerweise tat ich das nicht, aber es war einfach alles zu viel für mich. Ich musste meine ganzen Gefühle irgendwie rauslassen. Und Wut war das beste Gefühl dafür. Sie war besser als die Angst, die Sorgen und die Traurigkeit, die ich ebenfalls empfand.
Paige hörte mir stumm zu und betrachtete mich beinahe gelangweilt. „Bist du fertig?“, fragte sie schließlich, als ich Luft holte.
Ich presste die Lippen zusammen und warf ihr einen tödlichen Blick zu. Es regte mich riesig auf, dass sie meine Worte so gar nicht interessierten und mich behandelte, als wäre ich ein dummes, nerviges Mädchen ohne jegliche Bedeutung.
„Um deine Frage zu beantworten, ja. Dass wir dich hier isoliert eingesperrt haben, war ebenfalls ein Test. Wir haben die Ströme in deinem Gehirn gemessen und es gab in der Tat ein paar interessante Ergebnisse, die uns möglicherweise sehr hilfreich sein können. Aber deswegen bin ich nicht hier. Ich bin eigentlich gekommen, um dir endlich Antworten auf die Frage zu geben, die dir die ganze Zeit schon so wichtig war.“
Als ich den Sinn hinter ihren Worten verstand, breitete sich Aufregung aber auch Misstrauen in mir aus. „Sie bringen mich zu meinen Freunden?“
Paige schüttelte den Kopf. „Nein, das nicht. Aber du wirst erfahren, was mit ihnen passiert ist und wie es ihnen geht.“
Unruhig biss ich mir auf meine Unterlippe. Ich freute mich, dass ich nun erfahren sollte, wie es Newt und den anderen Lichtern ergangen war. Dieser Gedanke hatte mich die ganze Zeit geplagt. Aber auf der anderen Seite hatte ich auch Angst. Was würde ich erfahren? Was, wenn es keine guten Neuigkeiten waren? Doch das würde auch nichts ändern. Ich musste wissen, was mit ihnen war.
„Also, willst du jetzt mitkommen?“, fragte Ava Paige.
Ich schob meine Gedanken beiseite und nickte schnell. Nicht dass sie es sich doch noch anders überlegte, wenn ich noch länger zögerte.

So folgte ich kurze Zeit später der Ärztin, ohne zu wissen wohin wir überhaupt gingen. Wir liefen wieder einmal an unzähligen Türen vorbei und schon bald hatte ich die Orientierung verloren. Allerdings war ich mit den Gedanken auch ganz woanders. Ich dachte an Newt, an Minho, an Alec. Endlich würde ich erfahren, ob es ihnen gut ging. Ob sie überlebt hatten. Bei dem Gedanken, dass es nicht so sein könnte, bildete sich ein Knoten in meinem Magen. Aber auch wenn sie aus dem Labyrinth gekommen waren, machte ich mir Sorgen um sie. Was machte ANGST dann wohl mit ihnen? Wurden sie auch Tests unterzogen, so wie ich? Ich mochte mir gar nicht vorstellen, was ANGST ihnen alles antun könnte. All die Gedanken, die ich die letzten Tage versuchte hatte wegzusperren, um nicht komplett verrückt zu werden, kamen nun wieder hervor. Nicht dass es die letzten Tage so super funktioniert hätte, nicht darüber nachzudenken. Wenn man nichts zu tun hatte, dachte man automatisch über alles mögliche nach, ob man wollte oder nicht. Aber ich hatte dann immer, wenn meine Gedanken zu meinen Freunden gewandert waren, versucht, an die schönen Momente auf der Lichtung zu denken, die wir gemeinsam gehabt hatten. Zumindest manchmal hatte das auch funktioniert.

Zum Glück erreichten wir kurz darauf scheinbar unser Ziel, sodass ich aus meinen Gedanken gerissen wurde. Doktor Paige öffnete eine Tür und schob mich hinein. Hier befand sich nicht sonderlich viel, außer ein paar Tische und Stühle und eine Menge Bildschirme und Computer. Fragend sah ich Paige an. Was sollten wir hier jetzt?
Doch die Ärztin wies mich nur an, auf einem der Stühle Platz zu nehmen. Doch ich blieb mit verschränkten Armen stehen. Ich traute ANGST kein bisschen.
Neben mir hörte ich Doktor Paige leise aufseufzen. „Du tust auch immer das Gegenteil von dem, was man dir sagt.“
Daraufhin sagte ich nichts. Es stimmte ja schon. Ich hasste einfach alles, was ANGST von mir verlangte und hatte dementsprechend keine Lust, ihren Anweisungen Folge zu leisten.

Plötzlich begann einer der Bildschirme aufzuleuchten und ich wandte meinen Blick dorthin. Zuerst wusste ich nicht so ganz, was ich darauf sah, doch nach einem genaueren Hinsehen erkannte ich schließlich, dass es sich um das Labyrinth handelte. Und da waren wir. Newt, Minho, Alec, Chuck, Thomas und all die anderen Lichter, die mit uns gekommen waren. Natürlich, die Schöpfer hatten uns die ganze Zeit beobachtet, deshalb hatten sie wohl auch Aufzeichnungen von unserer Flucht.

Ich sah die Lichter gegen die Griewer kämpfen, voller Entschlossenheit endlich die Freiheit zu erlangen. Und da liefen Chuck und ich auf die Schlucht zu, duckten uns unter Griewern hindurch und versuchten, die Klippe zu erreichen, um dort den Code einzugeben. Wenn ich das ganze jetzt so von außen betrachtete, erschien es mir fast wie ein Wunder, dass wir beide so unbeschadet die Klippe erreicht hatten. Dann geschah das verhängnisvolle. Newt wurde von einem der Griewer entwaffnet und hatte nichts mehr zum Verteidigen. Ich konnte meinen panischen Gesichtsausdruck erkennen und sah, wie ich Chucks Hand losließ und die Richtung änderte. Ich wusste, dass es unvernünftig gewesen war und gegen den Plan. Ich hatte dadurch alle von uns in Gefahr gebracht. Aber in dem Moment hatte mein Gehirn einfach ausgesetzt und ich hatte an nichts anderes mehr denken können, als Newt zu helfen.
Und dann geschah das, was passieren musste. Ein Griewerarm schoss hervor und traf mich mitten im Bauch.

Auch wenn ich wusste, was passiert war, zuckte ich unwillkürlich zusammen. Meine Hand tastete automatisch zu meiner inzwischen verheilten Wunde an meinem Bauch und ich konnte fast die unbeschreiblichen Schmerzen wieder fühlen. Doch im Gegensatz zu der Situation damals, konnte ich nun auch sehen, was um mich herum weiterhin passiert war.

Thomas tauchte an Newts Seite auf und bohrte dem Griewer seinen Speer von hinten in den Nacken. Sobald das Monster röchelnd zusammenbrach, sprang Newt auf und rannte auf mich zu. Ich konnte den Schock und die Panik in seinen Augen sehen, als er neben mir auf die Knie fiel. Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen bei dem Gedanken daran, wie verzweifelt er gewesen war, dass mich meine Kräfte immer mehr verlassen hatten. Und dann verlor ich scheinbar das Bewusstsein. Ich sah, wie Newt verzweifelt aufschrie und meinen Körper vorsichtig schüttelte.


Mein Puls beschleunigte sich und ich xmerkte erst jetzt, dass ich näher an den Bildschirm getreten war, um ja nichts zu verpassen. Ab da hatte ich keinerlei Erinnerungen mehr. Und ich hatte Angst vor dem, was jetzt wohl passiert war. Ich grub meine Fingernägel in die Handinnenflächen und biss mir unruhig auf die Lippe.

Chuck stand wie gelähmt da, wo ich ihn zurückgelassen hatte und starrte mit Schrecken auf den leblosen Körper in Newts Armen.
„Thomas, nimm Chuck und spring mit ihm in das Loch. Ihr müsste den Code eingeben. Beeil dich!“, rief Minho, der immer noch mit dem Griewer kämpfte, der mich attackiert hatte. Er wehrte die Schläge der Maschine ab, konnte aber selber keine Treffer setzen und langsam schienen auch ihm die Kräfte auszugehen.
Ich sah Thomas auf Chuck zu rennen, als plötzlich ein weiterer Griewer auftauchte und auf Chuck zurollte. Der kleine Junge stand völlig ungeschützt und unbewaffnet da und konnte nichts tun, außer immer weiter zurückzuweichen, bis zum Abgrund. Thomas beschleunigte seine Schritte und schrie panisch Chucks Namen und ich betete, dass er ihn rechtzeitig erreichte. Doch der Griewer kam immer näher und Chuck stand bereits an der Kante, ohne es zu merken. Der Griewer fuhr seine Stacheln aus und Chuck machte entsetzt einen weiteren Schritt nach hinten, wo er allerdings ins Nichts trat. Ein gellender Schrei verließ seine Kehle, als er in der Schlucht verschwand.

Erschrocken schlug ich mir die Hand vor den Mund und krallte mich mit der anderen am Bildschirm fest, um nicht umzufallen. Nein, nicht Chuck! Er war doch noch viel zu jung zum sterben! Und alles nur, weil ich ihn alleine gelassen hatte. Weil ich mich nicht an den Plan gehalten hatte, sondern Chuck seinem Schicksal überlassen hatte, ohne daran zu denken, dass er komplett unbewaffnet war. Ich war Schuld, dass er gestorben war! Ich spürte, wie mir die Tränen über die Wangen liefen, aber ich wischte sie nicht weg. Chuck war jede einzelne Träne wert, die ich für ihn vergoss.

Thomas war abrupt gestoppt, als Chuck die Klippe heruntergefallen war und starrte nun wie in Trance auf die Stelle, wo sein Freund verschwunden war.
„THOMAS“, brüllte Minho. „Du musst den Code eingeben! THOMAS!“
Doch der Angesprochene rührte sich nicht, er befand sich vermutlich in einer Art Schockstarre. Minho hatte ihn inzwischen erreicht und schüttelte ihn, um ihn wieder zur Besinnung zu bekommen. Erst dachte ich, er würde nicht zu ihm durchdringen, doch schließlich drehte Thomas seinem Freund den Kopf zu und nickte schwach. Mitfühlend klopfte Minho Thomas auf die Schultern, bevor dieser losrannte und schließlich absprang.

Das alles spielte sich wie ein schrecklicher Film vor meinen Augen ab, doch es war kein Film, sondern die Realität. Und ich konnte nur hier stehen und zuschauen. Es war furchtbar. Ich sah meine Freunde vor meinen Augen sterben und fühlte mich dennoch wie eine Unbeteiligte, die das ganze einfach nur beobachtete. Ich konnte das ganze nicht wirklich wahrhaben und ich fühlte mich, als würde alles nur an mir vorbeiziehen, ohne dass ich es wirklich wahrnahm. Obwohl ich den Schmerz und die Angst um meine verbliebenen Freunde in jeder Faser meines Körpers spürte.

Minho wandte sich wieder Newt zu, der nach wie vor mit mir auf dem Boden kniete und mich anflehte zurückzukommen. „Newt komm, wir müssen hier raus“, rief er seinem besten Freund zu und half ihm, auf die Beine zu kommen. Newt taumelte leicht mit mir in den Armen, lehnte es aber ab, dass Minho mich trug. Und dann ging alles ganz schnell. Ohne dass ich es kommen sah, hatte sich den beiden von hinten ein Griewer genähert und bohrte Newt seine Stacheln in den Rücken. Überrascht stockte er erst, bevor er gurgelnd zu Boden ging; ich fiel ihm aus den Armen und schlug auf dem Grund auf. Newt krümmte sich vor Schmerz und ich sah, wie Minho versuchte, seinen Freund zu beschützen. Doch bevor er auch nur irgendwas ausrichten konnte, hatte der Griewer Newt bereits ein zweites Mal getroffen und er blieb leblos liegen. Die Wunden auf seinem Körper sahen grausam aus, soviel Blut lief aus ihnen heraus.

Ich taumelte vom Bildschirm weg und merkte, wie mir übel wurde. Nein, das konnte nicht sein! Newt konnte nicht tot sein. Nicht Newt. Nein! Nein! Das war nicht echt. Newt lebte. Er konnte nicht tot sein. Das durfte er nicht! Nein, nicht Newt.
Meine Beine wurden taub und alles um mich herum verschwamm, so als wäre ich plötzlich in Watte gepackt. Und dennoch hielt ich mich erstaunlicherweise noch auf den Beinen und konnten den Blick nicht von dem Grauen abwenden.

Minho kroch auf uns beide zu, zwei leblose Gestalten zwischen lauter Griewern. Ich konnte ihm ansehen, dass auch er am Ende seiner Kräfte war und Schmerzen litt, sowohl physisch als auch psychisch. Mit seiner letzten Kraft zog er mich auf seinen Rücken und taumelte in Richtung Klippe. Ich sah ihm an, wie schwer es ihm fiel, Newt einfach dort liegen zu lassen. Und dass er es tat, bewies mir, dass es wirklich keine Hoffnung mehr für ihn gab. Erstickt schluchzte ich auf, doch es kamen keine Tränen.
Minho hatte inzwischen auch keine Waffe mehr in der Hand, er versuchte nur noch uns beide in das Loch bei der Klippe zu bringen. Doch dies blieb den tödlichen Monstern nicht unbemerkt. Sie stellten sich dem Hüter der Läufer in den Weg und richteten ihre Klingen auf ihn. Gerade als ich dachte, dass es nun auch noch um Minho geschehen war, erstarrten die Griewer plötzlich mitten in der Bewegung. Thomas musste es geschafft haben, den Code einzugeben. Aber es war zu spät. Für Newt war es zu spät! Minho schleppte sich die letzten Meter bis zur Klippe, bevor er nach einem letzten verzweifelten Blick zurück auf all die Toten absprang.
Dann wurde der Bildschirm schwarz.

In dem Moment war es so, als wäre auch bei mir der Strom abgestellt worden. Meine Beine gaben unter mir nach und ich sank zu Boden. Ungläubig starrte ich auf den nun schwarzen Monitor vor mir und wünschte, er würde wieder anspringen und mir einen anderen Ausgang unserer Flucht zeigen. Doch das geschah nicht. Ich vergrub meinen Kopf in den Händen. Das war nicht echt. Das war alles nicht echt. Newt lebte. Er musste einfach. Er wollte mich nie alleine lassen. Das hatte er mir versprochen. Und Newt hielt seine Versprechen!
Die Bilder strömten wieder auf mich ein. In Dauerschleife wurde Newt hinter meinen geschlossenen Augenlidern wieder und wieder von dem Griewer erstochen. Meine Atmung beschleunigte sich und ich zog die Beine an den Körper, als die Tränen anfingen zu fließen. Er war tot. Newt war tot!
Der Schmerz in meiner Brust war unbeschreiblich und ich wünschte mir nur, aus diesem Alptraum aufzuwachen. Aber das tat ich nicht und so hallten mir meine eigenen herzzerreißenden Schluchzer in den Ohren wieder.
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