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Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Alby Minho Newt OC (Own Character)
09.11.2017
30.08.2021
48
92.841
8
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
07.08.2020 2.069
 
Newts POV

Als Emma die Augen zufielen und ihr Körper erschlaffte, verließ ein verzweifeltes Schluchzen meine Kehle. Panisch tastete ich nach ihrem Puls. Sie durfte nicht tot sein! Erleichtert atmete ich aus, als ich ihren Herzschlag spürte. Zwar nur sehr schwach und unregelmäßig, aber sie lebte!
„Newt, komm! Thomas und Chuck haben es geschafft!“, holte mich Minhos Stimme aus meinen Gedanken.
Ich hob meinen Blick und wischte mir die Tränen aus den Augen, um wieder klar sehen zu können. Mein bester Freund stand mit besorgtem Gesicht vor mir und ich konnte die Angst in seinem Blick erkennen, als er zu Emma herunterschaute.
„Sie lebt noch“, sagte ich mit belegter Stimme.
Minho nickte. „Dann lass uns von hier verschwinden. Wenn wir hier raus kommen, können wir sie hoffentlich behandeln.“
Ich nickte bloß, zu etwas anderem war ich gerade nicht im Stande. Erst jetzt fiel mir auf, dass die Griewer stumm waren und sich nicht mehr bewegten. Durch das Eingeben des Codes mussten sie sich ausgeschaltet haben. Mühsam erhob ich mich mit Emma auf den Armen. Meine Beine fühlten sich taub und wackelig an, aber ich würde Emma hier raus schaffen unter allen Umständen.
Minho warf mir einen besorgten Blick zu. „Soll ich Emma lieber nehmen?“
Doch ich schüttelte den Kopf. Ich wollte sie nicht loslassen. Minho schien zu verstehen und nickte mir zu. Ich folgte ihm zum Rand der Klippe. Dort standen auch die restlichen Lichter versammelt. Ihre Gesichter waren alle von Dreck, Blut, Entsetzen und Trauer gezeichnet. Ich musste schlucken. Waren das alle, die übrig waren? Dann hatte noch nicht mal die Hälfte von uns überlebt.
Minho übernahm die Führung. „Okay, wir springen jetzt nacheinander in das Loch. Ich weiß auch nicht, was uns dahinter erwartet, aber da Thomas und Chuck den Code eingeben konnten, sollte der Sprung sicher sein. Wer springt zuerst?“
Nach kurzem Zögern trat Alec vor. „Dann mache ich den Anfang.“ Er trat ein paar Schritte zurück, um Anlauf zu nehmen, und verschwand dann in dem Loch. Trotz der Umstände fand ich es beeindruckend, dass er einfach mitten im freien Fall verschwand. Nacheinander sprangen alle Lichter. Einige zögerten, bevor sie sich von der Kante abstießen, aber der Drang, von diesem Ort, an dem so viele Tode geschehen waren, wegzukommen, war größer. Schließlich waren nur noch Minho und ich übrig.
„Geh du zuerst“, meinte ich. Obwohl meine größte Sorge Emma galt, war mir immer noch bewusst, dass ich der Anführer dieser Truppe war und fühlte mich deswegen für den Haufen Strünke verantwortlich.
Doch Minho schüttelte den Kopf. „Jetzt geh schon. Für Emma.“
Ich atmete einmal tief durch und nahm dann ein paar Schritte Anlauf. Während wir fielen hielt ich Emma so fest ich konnte und kniff selber die Augen zusammen. Ich konnte im Nachhinein nicht mehr sagen, wie lange der freie Fall gedauert hatte, aber irgendwann wurde unser Sturz von etwas weichem abgefedert. Mühsam richtete ich mich auf und schaute besorgt nach Emma. Sie war immer noch bewusstlos und das Blut lief unaufhörlich aus ihrer Wunde. Ich musste schlucken. Ich wusste, uns lief die Zeit davon. Wenn wir Emma nicht bald verarzten konnten, würde sie uns verbluten. Zwei Paar Hände griffen nach mir und halfen mir auf. Kurz darauf landete auch Minho bei uns.
„Alle okay?“, fragte er.
Leises Murmeln war die Antwort.
„Gibt es hier irgendwo Licht? Ich möchte nur ungern hier durch die Dunkelheit stapfen.“ Minho hatte Recht. Es war ziemlich finster hier unten, man konnte gerade so die Umrisse der anderen erkennen.
„Nein stell dir vor, Taschenlampen haben wir nicht mitgenommen“, murmelte Bratpfanne irgendwo rechts von mir.
„Also gut, es ist ja nicht so, als würde man gar nichts sehen. Ich gehe vor und ihr versucht, dicht hinter mir zu bleiben.“ Ich war froh, dass Minho jetzt die Führung übernahm. Ich selber bekam keinen klaren Gedanken zu Stande. Während die anderen kurz unser weiteres Vorgehen besprochen hatten, hatte ich mein Top, das ich unter meinem Hemd trug, ausgezogen und in Streifen gerissen, um daraus einen provisorischen Verband für Emma zu bauen.
So setzten wir uns schließlich langsam in Bewegung. Chuck war neben mich getreten und sah mit großen Augen abwechselnd von mir zu Emma. „Wird sie wieder?“, fragte er mit zittriger Stimme. Ich musste schlucken und wusste nicht, was ich antworten sollte. Die Frage quälte mich schließlich selber. Zum Glück ergriff Thomas das Wort, der hinter uns lief. „Natürlich wird sie das. Wir retten sie“, sagte er bemüht zuversichtlich und legte mir eine Hand auf die Schulter.
Ich versuchte mich an einem dankbaren Lächeln, das aber kläglich scheiterte.

Nach einer halben Ewigkeit kamen wir schließlich an eine Tür. Minho hielt an und drehte sich zu uns um.
„Sollen wir?“, fragte er.
Wir anderen gaben erstmal keine Antwort. Sollte das nach all den Strapazen jetzt unser Weg in die Freiheit sein? Eine einfache Tür? So ganz traute ich der Sache nicht. Warum sollten wir hier einfach so raus spazieren können, ohne dass uns jemand aufhielt? Aber einen anderen Weg gab es nicht und wir hatten keine andere Wahl. Entschlossen nickte ich Minho zu, der daraufhin vorsichtig die Tür aufdrückte und einen Blick dahinter riskierte. Kurz darauf wank er uns zu. „Die Luft ist rein.“
So traten wir einer nach dem anderen durch die Tür und fanden uns in einem hell erleuchteten Gang wieder. Die Wände waren kahl, an der Decke flackerten Lampen, die ein weißes Licht verströmten. Ich betrachtete unsere nur noch sehr kleine Gruppe. Die meisten schienen misstrauisch, aber auch erwartungsvoll, was uns jetzt wohl empfing. Ich bemerkte, dass Jeff die ganze Zeit über stumm Tränen über die Wangen liefen. Wir hatten Clint bei dem Kampf mit den Griewern verloren. Ich würde ihn gerne trösten, doch das hier war nicht der richtige Ort. Wir würden hoffentlich bald alle unsere Zeit zum Trauern und Verarbeiten haben.
Wir folgten dem Gang und nachdem wir um eine Kurve gebogen waren, erschienen plötzlich Glasfenster in den Wänden. Neugierig warf ich einen Blick hindurch, und zuckte erschrocken zurück. Der Raum dahinter war komplett verwüstet. Der Schreibtisch war umgekippt, Zettel lagen im ganzen Raum auf dem Boden verteilt und schließlich entdeckte ich auch einen Mann reglos am Boden liegen. Mein Blick glitt auf die andere Seite des Gangs, wo sich mir das gleiche Bild bot. Ich spürte, wie Angst in mir hochstieg. Was war hier passiert? Wer hatte all diese Menschen getötet?
In den Augen der anderen konnte ich ebenfalls das Entsetzen erkennen. Wir liefen weiter, die Blicke ließen wir immer von links nach rechts wandern. Keiner sprach ein Wort. Schließlich erreichten wir eine weitere Tür. Dahinter befand sich ein Raum mit einigen Bildschirmen und Computern. Bei genauerem Hinsehen konnte ich erkennen, dass es sich bei den Bildern auf den Bildschirmen um unsere Lichtung handelte. Hier hatten sie uns also die ganze Zeit über beobachtet. Alles was wir getan hatten. Ich spürte, wie mir leicht übel wurde. Der Gedanke, dass wir überwacht worden waren, war beunruhigend. Die anderen Lichter liefen ebenfalls durch den Raum und besahen sich die Geräte.


Plötzlich knackte etwas und ich wandte meinen Kopf ruckartig herum. Auf einem der Bildschirme hatte sich ein Video eingeschaltet. Rasch hatten sich alle um den Monitor versammelt.
„Hallo, ich bin Ava Paige“, begann die Frau in dem Film zu sprechen. Sie trug einen weißen Kittel und hatte ihre Haare zu einem Dutt gebunden. „Glückwunsch, wenn ihr dieses Video seht, habt ihr es aus dem Labyrinth geschafft. Ihr könnt stolz auf euch sein, ihr habt uns in all den Jahren wichtige Werte geliefert. Ihr fragt euch jetzt sicher, wofür das alles. Ich will es euch erklären. Die Welt wurde von starken Sonneneruptionen getroffen. Diese haben zu unzähligen Toden geführt und auch die Natur wurde komplett zerstört. Außerdem gibt es seitdem einen schlimmen Virus auf der Erde, den wir den Brand nennen. Der Brand greift das Gehirn an und die Menschen, die sich mit ich infizieren, werden verrückt und verlieren den Verstand. Wir als Organisation versuchen ein Heilmittel gegen den Brand zu finden und dafür brauchen wir euch.“
Ich musste schlucken. Das eben gehörte klang furchtbar, aber im Moment noch ziemlich unwirklich. Die Informationen waren noch nicht bei mir angekommen, ich musste das erstmal verdauen. Den anderen ging es scheinbar nicht besser. Thomas war blass geworden und blickte unglaubwürdig auf den Bildschirm, Chuck liefen die Tränen über die Wangen und Alec sah so aus, als würde er jeden Moment umkippen.
„Ihr seid ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen den Brand. Denn ihr seid-“  Ava Paige verstummte abrupt, als Schüsse durch die Luft hallten. Wir konnten sehen, wie mehrere Mitarbeiter hinter ihr erschossen wurden und zu Boden gingen. In Avas Gesicht spiegelte sich die Angst. Dann wurde auch sie getroffen und ein immer größer werdender roter Fleck breitete sich auf ihrer Brust aus. Sie kippte von ihrem Stuhl, dann brach das Video ab.
Ich starrte wie gelähmt auf den nun schwarzen Bildschirm vor uns. Ich war geschockt von dem eben gesehenen.
Plötzlich ging alles ganz schnell. Schwarz gekleidete Männer mit Gewehren in der Hand stürmten den Raum und umzingelten uns. Erschrocken fuhr ich herum, Emma fest an meine Brust gepresst. Ich nahm im Augenwinkel wahr, wie Minho und Thomas ihre Waffen hoben, um sich zu verteidigen.
„Los Bewegung, raus hier!“, rief einer der Männer und deutete mit der Waffe in Richtung Ausgang.
„Ihr braucht keine Angst haben, wir sind hier um euch zu retten. Wir bringen euch von ANGST fort, kommt mit uns.“
Ich war nicht der einzige von uns, der misstrauisch war. Wieso sollten wir diesen Männern trauen? Doch ich registrierte sehr wohl, dass ihre Waffen nicht auf uns, sondern die Umgebung gerichtet waren. Außerdem hatten wir eh keine Wahl. Gegen ihre Waffen hätten wir keine Chance und außerdem konnten sie womöglich Emma helfen. Dafür würde ich mit jedem mitgehen. Zu diesem Entschluss schienen auch die anderen gekommen zu sein, denn wir folgten den Männern aus dem Raum.
Als wir nach draußen traten, schlug uns unbeschreibliche Hitze entgegen. Doch Zeit zum Umschauen blieb uns nicht. Wir wurden mit den Waffen zu einer riesigen Maschine getrieben, die in ein paar Metern Entfernung zum Gebäude stand. „Los Beeilung“, wurden wir angetrieben. So joggten wir durch die Hitze und kletterten schließlich in das Gefährt. Dabei nahm mir einer der Männer Emma ab. Ich wollte protestieren, doch der Mann begann vorher zu sprechen. „Das sieht nicht gut aus. Wir kümmern uns um sie.“
Ich beeilte mich, ihm hinterher zu kommen. Auf keinen Fall wollte ich Emma mit diesen Typen alleine lassen. Doch als ich mich neben sie knien wollte, wurde ich von einem der Männer zurückgehalten.
„Wir brauchen Platz um deine Freundin zu behandeln. Es steht nicht gut um sie. Du tust ihr jetzt den größten Gefallen, wenn du Abstand hältst.“
Nur widerwillig ging ich einen Schritt zurück. Es widerstrebte mir zutiefst. Da trat Minho an meine Seite und zog mich zu den Sitzen, auf denen die anderen Lichter schon Platz genommen hatten. „Sie bekommen Emma schon wieder hin.“ Ich nickte bloß stumm.
Kurz nachdem wir Platz genommen hatten, gesellte sich einer unserer Retter zu uns. „Die Organisation, von der wir euch weggeholt haben, nennt sich ANGST. Sie benutzen euch für ihre Experimente, um ein Heilmittel gegen den Brand zu finden. Wir heißen ihre Methoden nicht gut, eure Leben dafür zu gefährden. Darum haben wir euch gerettet. Ihr seid jetzt in Sicherheit.“
Ich hörte dem aufkommenden Gespräch nur mit halbem Ohr zu, da ich meinen Blick die ganze Zeit auf die hintere Ecke des Berks gerichtet hatte, in der Emma lag. Inzwischen waren wir gestartet und befanden uns nun in der Luft. Vielleicht hätte ich den Flug sogar genießen können, wenn ich nicht andere Sorgen gehabt hätte. Hoffentlich konnten sie ihr helfen und es war noch nicht zu spät! Plötzlich berührte mich jemand an der Schulter und ich zuckte erschrocken aus meinen Gedanken.
„Du kannst jetzt zu ihr. Wir haben getan was wir konnten, die Blutung ist nun erstmal gestillt. Aber es ist noch nicht sicher, ob sie es schafft. Richtig behandeln können wir sie erst, wenn wir im Hauptquartier sind. Bis dahin muss sie kämpfen.“
Ich richtete mich mühsam auf und murmelte: „Okay, danke!“ Das war zwar nicht ganz die Aussage, die ich mir erhofft hatte, aber noch war nichts verloren. Ich bettete Emmas Kopf in meinem Schoß und griff nach ihrer Hand. Dann richtete ich meinen Blick nach draußen durch das Fenster und sah unter uns unendliche Weiten von Sand vorbeiziehen, manchmal unterbrochen von Ruinen, die wohl früher einmal Städte gewesen waren.
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