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Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Alby Minho Newt OC (Own Character)
09.11.2017
30.08.2021
48
92.841
8
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04.06.2020 1.692
 
Als ich am nächsten Morgen an den Toren eintraf, hatte Minho Thomas schon ausgerüstet mit Laufschuhen, Waffen und alldem, was wir im Labyrinth so brauchten.
„Guten Morgen“, begrüßte ich die beiden gut gelaunt und biss ein Stück von der Scheibe Brot ab, die ich mir eben noch von Bratpfanne geholt hatte. „Na, bereit?“, fragte ich Thomas mit einem Lächeln.
Dieser nickte mit ernstem Gesicht und begann schonmal, auf der Stelle zu joggen. Er konnte es kaum erwarten, raus ins Labyrinth zu kommen, das sah ich ihm an. Allerdings bemerkte ich auch, dass er nervös war. Na gut, Minho hatte ihm bestimmt von allen möglichen Schreckensszenarien erzählt, die uns erwarten könnten. Endlichen erlösten die Mauern den neuen Läufer. Mit einem Rumpeln öffneten sich die Tore.
„Also gut, los geht’s“, verkündete Minho und lief auf die Tore zu. Thomas und ich folgten ihm.

Während wir durch die ersten Gänge liefen, gab Minho Thomas noch ein paar Tipps.
„Also Frischling, das wichtigste beim Laufen ist, dass du einen gleichmäßigen Rhythmus findest. Daran solltest du auch deine Atmung anpassen. Außerdem darfst du nicht zu schnell beginnen, sonst reichen deine Kräfte hinten raus nicht. Für den Fall, dass wir auf einen Griewer treffen oder aus einem anderen Grund fliehen müssen, brauchst du noch Reserven, um wegrennen zu können. Achte mit all deinen Sinnen auf deine Umgebung, jedes Geräusch sollte dir verdächtig erscheinen. Eine leichtsinnige Aktion oder einmal zu lange gezögert und es kostet dir das Leben hier im Labyrinth. Soweit verstanden?“ Thomas nickte bloß.
„Gut das.“ Minho wandte seine Aufmerksamkeit wieder nach vorne und führte uns weiter hinaus. Er lief voraus, dann folgte Thomas und ich bildete das Schlusslicht.

Nach einiger Zeit blieben wir stehen und tranken einen Schluck Wasser. Die Sonne brannte unerbittlich vom Himmel, sodass mir der Schweiß über die Stirn lief.
„Und ihr seid wirklich schon alles abgelaufen in dem Labyrinth und habt keinen Ausgang gefunden?“, fragte Thomas, nachdem er die Flasche abgesetzt hatte.
„Sonst wären wir wohl nicht mehr hier, oder?“, grummelte Minho.
Thomas schüttelte den Kopf. „Aber das macht doch keinen Sinn. Niemand errichtet ein Labyrinth, aus dem es keinen Ausgang gibt. Irgendwas müsst ihr übersehen haben.“
Minho funkelte ihn wütend an. „Meinst du, das wüssten wir nicht? Warum laufen wir sonst, Tag für Tag weiter durch das Labyrinth? Aus Spaß? Als Freizeitbeschäftigung?“
Thomas hob beschwichtigend die Hände. „Ich wollte euch gar keinen Vorwurf machen oder irgendwas in Frage stellen, was ihr tut. Ich überlege doch nur, wo der Haken sein könnte.“
Minho trat auf Thomas zu und stellte sich ganz nah vor ihn. „Jetzt hör mal zu, du Strunk! Du bist gerade mal fünf Tage auf der Lichtung, da brauchst du nicht einen auf Helden zu machen und so zu tun, als ob du die Lösung ganz schnell findest und wir nur zu dumm dazu wären.“
Thomas trat einen Schritt zur Seite und fixierte Minho. „Das habe ich nie gesagt oder so gemeint. Aber vielleicht braucht ihr auch einfach mal eine neue Denkweise von jemanden, der noch nicht seit Jahren durch das Labyrinth läuft. Ich glaube nämlich, dass du schon halb aufgegeben hast, noch einen Weg hier raus zu finden!“

Ich konnte mir das nicht mehr länger anhören und trat entschlossen zwischen die beiden. „Okay, das reicht jetzt! Reißt euch mal zusammen, wir sind immer noch im Labyrinth. Wollt ihr einen Griewer auf den Plan rufen?“ Betretenes Schweigen war die Antwort. Ich wandte mich an Thomas. „Aber es ist nicht gerecht, Minho vorzuwerfen, er würde aufgeben. Ja, manchmal ist es zermürbend, jeden Tag durchs Labyrinth zu laufen, ohne auch nur einen Anhaltspunkt zu haben oder etwas neues zu entdecken. Aber deshalb hat er noch lange nicht aufgegeben und gibt sich keine Mühe mehr. Er gibt jeden Tag alles, und wenn er es für die anderen Lichter tut und nicht für sich.“
Thomas senkte den Blick. „Tut mir leid, das war nicht so gemeint“, sagte er an Minho gerichtet.
Dieser schaute ihn nur böse an, doch unter meinem scharfen Blick nickte er schließlich.
„Gut, wenn wir das geklärt haben, können wir ja weiter.“ Ich drehte mich um und schüttelte den Kopf. Einen besseren Ort zum streiten hätten sie sich auch nicht suchen können. Die Schritte in meinem Rücken zeigten mir, dass die Jungs mir folgten.
Den Rest des Tages ignorierten sich die beiden Läufer weitestgehend und so kam es zu keinen weiteren Streitereien. Ich wusste, dass Minho nicht wirklich wütend auf Thomas war. Viel mehr wurmte es ihn, dass der Frischling seinen eigenen Kopf und möglicherweise sogar Recht hatte. Er war es nicht gewöhnt, dass andere ihm Anregungen zum Labyrinth gaben. Er hatte uns auf jeden Fall keine Pause mehr gegönnt. Wenn wir etwas hatten trinken wollen, mussten wir das im Laufen tun. Dementsprechend kamen wir ziemlich kaputt auf der Lichtung an. Thomas stützte sich mit den Händen auf den Knien ab und wischte sich dann mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. Man merkte eben doch, dass es sein erster Tag im Labyrinth gewesen war.

„Hast dich gut gehalten, Strunk“, brummte Minho schließlich in Richtung Thomas.
Ich zog eine Augenbraue hoch. Hoffentlich wusste Thomas das zu schätzen, dies war wohl Minhos Art, sich zu entschuldigen und wieder Frieden zu schließen. Thomas grinste schief und klopfte dem Hüter auf die Schulter. Ich atmete erleichtert auf. Wenn die beiden sich jetzt weiterhin feindselig gegenübergestanden hätten, wären die Tage im Labyrinth sehr anstrengend geworden.

Wir machten uns auf den Weg zum Kartenraum und ich schnappte mir einen Stift, um unsere Erlebnisse von heute festzuhalten. Thomas war unterdessen an das Modell-Labyrinth herangetreten und betrachtete es neugierig.
„Warum verändert es sich immer?“, fragte er leise und mehr an sich selbst gerichtet. Doch Minho hatte es trotzdem gehört.
„Keine Ahnung. Wir haben uns auch schon öfter den Kopf darüber zerbrochen und nach Zusammenhängen gesucht. Wir haben die verschiedenen Abschnitte miteinander verglichen, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden gesucht. Wir haben uns auch überlegt, ob die Reihenfolge, in der sich die Abschnitte öffnen, eine Rolle spielt. Aber nichts.“  
Thomas nickte und strich nachdenklich über die Mauern aus Holz. „Irgendwas muss aber doch dahinterstecken…“
Da ich etwas Angst davor hatte, dass Minho wieder hochfuhr, stand ich schnell auf, stellte mich zwischen die beiden und legte ihnen jeweils einen Arm um die Schulter. „Und ich denke, wir werden dahinterkommen. Alle gemeinsam!“ Das letzte Wort betonte ich besonders. „Und jetzt lasst uns zum Abendessen gehen. Nicht dass Minho wieder halb verhungert.“ Ich zwinkerte ihm zu und zog die Jungs dann aus dem fensterlosen Raum.

Wir waren nicht mehr weit von der Küche entfernt, als ich plötzlich einen Schatten hinter uns bemerkte, der sich offensichtlich langsam anschlich. Kurz bevor er uns erreichen konnte, drehte ich mich ruckartig herum und brachte Newt damit ziemlich aus dem Gleichgewicht, der erschrocken ein Stück nach hinten gesprungen war.
„Emma, du kannst mich doch nicht so erschrecken“, tadelte er mich lachend.
„Ich wusste nicht, dass du so schreckhaft bist“, verteidigte ich mich.
Newt zog mich in eine Umarmung. „Wie hast du mich bemerkt? Eigentlich wollte ich dich doch überraschen.“ Ich musste grinsen.
„Läuferangewohnheit“, murmelte ich in sein Hemd. „Man muss immer wachsam sein.“ Als wir uns voneinander lösten, musste ich grinsen. „Du hast da links Dreck an der Nase.“ Newt hob die Hand, um ihn wegzuwischen.
„Nein, andere Seite.“
Newt verdrehte die Augen. „Das ist dann aber rechts.“
„Hab ich doch gesagt!“
Newt schmunzelte belustigt. „Wenn du im Labyrinth auch immer die Richtung vertauschst, weiß ich nicht, wie Minho dich zum Läufer erklären konnte.“
„Haha“, grummelte ich und schlug ihm leicht auf den Oberarm. „Das lag nur daran, dass du spiegelverkehrt zu mir stehst. Von mir aus gesehen ist das links.“
„Schon klar“, lachte Newt und tippte mir gegen die Nase. Dann machten auch wir uns auf den Weg, um uns unser Essen von Bratpfanne zu holen. Minho und Thomas waren schon vorgegangen.

Während wir unsere Suppe löffelten, begann Newt von seinem Tag zu berichten. Heute war es vergleichsweise ruhig gewesen auf der Lichtung und Newt hatte fast den ganzen Tag einfach nur in den Gärten arbeiten können. „Ben geht es übrigens immer besser. Jeff und Clint haben es wirklich geschafft, ihn zu heilen“, erzählte er schließlich. „Er ist nicht mehr aggressiv und seine Wunde verheilt auch gut. Vermutlich kann er demnächst die Krankenstation verlassen.“
Bei Newts Worten kam mir etwas in den Sinn. Den Tag, an dem Ben das Gegengift verabreicht worden war, hatte ich nur noch verschwommen in Erinnerung, da ich zu geschockt und verängstigt gewesen war nach seiner Offenbarung zu meiner früheren Zusammenarbeit mit den Schöpfern. Doch eine Stimme in meinem Kopf sagte mir, dass er noch etwas anderes erwähnt hatte, etwas Wichtiges. Die Gespräche meiner Freunde nahm ich nicht mehr richtig war. Ich war voll darauf konzentriert, mir den Tag von Bens Erwachen nochmal in Erinnerung zu rufen. Das Labyrinth. Er hatte über das Labyrinth gesprochen! Sofort musste ich an Thomas Worte im Kartenraum denken, dass hinter den Veränderungen irgendetwas stecken musste. Und Ben hatte uns vielleicht den entscheidenden Hinweis gegeben, ohne dass wir es damals wahrgenommen hatten.

Ruckartig stand ich auf. „Das Labyrinth ist ein Code“, flüsterte ich. Die anderen sahen mich verwirrt an, so als ob sie an meinem Verstand zweifeln würden.
„Ähm Emma…“, setzte Minho an. „Wie kommst denn du jetzt darauf?“
„Das hat Ben gesagt, nachdem wir ihm das Gegengift gegeben haben“, erklärte ich aufgeregt. „Er konnte sich an etwas erinnern. Thomas hat Recht, die Veränderungen weisen uns den Ausgang. Was, wenn wir einfach immer zu logisch gedacht und uns zu sehr auf die Gänge an sich fokussiert haben?“
„Worauf willst du hinaus?“ Newt hatte die Stirn gerunzelt und sah mich nachdenklich an.
„Ich weiß es selber noch nicht genau, aber wir müssen was ausprobieren!“ Ich schwang mein Bein über die Bank, um mich auf den Weg zum Kartenraum zu machen.
„Jetzt? Emma es ist schon spät und wir sind gerade beim Essen.“ Ich richtete meinen Blick auf Minho und sah ihn eindringlich an.
„Das ist vielleicht die Lösung von jahrelanger Arbeit. Bist du nicht neugierig?“ Ich jedenfalls stand unter Strom und konnte keine Sekunde länger mehr warten, meine Theorie zu überprüfen. Die Jungs warfen sich einen kurzen Blick zu, folgten mir dann aber ohne Protest.
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