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Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Alby Minho Newt OC (Own Character)
09.11.2017
28.03.2021
45
86.706
6
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Dieses Kapitel
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13.01.2019 2.090
 
Wir hatten es uns zwar schon gedacht, nachdem der Frischlingsalarm losgegangen war, aber es war dennoch ein leichter Schock es nun bestätigt zu haben. Ein neuer Frischling, nur zwei Tage nachdem Alec gekommen war. Was hatte das zu bedeuten? Drei Jahre lang war jeden Monat ein neuer Frischling gekommen. Es war sozusagen Routine für die Lichter gewesen. Und jetzt? Jetzt war endgültig alles durcheinander. Nichts war mehr, wie es vorher mal war. Die Griewer waren tagaktiv, das Labyrinth veränderte sich unregelmäßig und jetzt wurden auch noch Frischlinge in kurzen Zeitabständen auf die Lichtung geschickt. Ich hatte echt keine Ahnung, was das bedeuten sollte.

Das Seil wurde in die Box gelassen und kurz darauf kletterte ein Junge hoch und blickte sich unsicher um. Er hatte braune Augen und war ziemlich dünn. Ich konnte ihm richtig ansehen, dass es in seinem Kopf arbeitete und er verzweifelt versuchte herauszufinden, wo er hier war.
Dann ganz plötzlich, ohne jede Vorwarnung, rannte er los. Die Jungs, die ihm im Weg standen, schubste er einfach beiseite und hielt auf die geöffneten Tore des Labyrinths zu. So schnell wie er losrannte, konnte ich gar nicht reagieren. Er wollte doch nicht etwa ins Labyrinth laufen? Zum Glück reagierte Minho geistesgegenwärtiger als ich und lief dem Jungen hinterher. Der Junge war verdammt schnell  und Minho gelang es nur langsam, zu ihm aufzuschließen. Kurz vor den Toren schaffte er es dann, ihn einzuholen und zu Boden zu ziehen. Erleichtert atmete ich aus. Das wäre beinahe schief gegangen, wenn der Frischling ins Labyrinth gerannt wäre. Vor allem weil die Chancen gar nicht mal so schlecht standen, dass man dort draußen einem Griewer begegnete.

Newt und Alby setzten sich in Bewegung, um zu Minho und dem Frischling zu gelangen und ich folgte ihnen. „Was fällt dir ein, einfach wegzurennen?“, schimpfte Alby und baute sich vor dem Neuen auf. Dieser starrte nur zurück und fragte schließlich: „Wo bin ich hier? Wer seid ihr?“ Newt seufzte und fuhr sich durch die Haare. Ich sah ihm an, dass das Ganze ihm etwas zu viel wurde und legte ihm beruhigend eine Hand auf den Arm. Dankbar lächelte er mich an. „Ich werde dir alles erklären und dich hier herumführen. Aber dafür musst du versprechen, dass du nicht mehr versucht, da raus zu rennen, okay?“, meinte er dann. Der Frischling zögerte einen Moment, nickte dann aber. Vorsichtig, als würde er ihm immer noch nicht so ganz trauen, ließ Minho ihn daraufhin los.
„Also gut“, brummte Alby. „Dann machst du mit ihm die Führung Newt und ihr beide geht noch ins Labyrinth. Wir können es uns nicht leisten, einen Tag verstreichen zu lassen.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging. Ich zog eine Augenbraue hoch und sah Newt an. Alby schien ziemlich schlechte Laune zu haben. Wahrscheinlich war er einfach gestresst. Er bräuchte dringend mal eine Pause.

„Na dann lass uns mal loslegen“, sagte Minho und klatschte in die Hände. „Bevor es noch später wird…“ Ich nickte und schaute noch einmal zu Newt. „Schaffst du das?“, fragte ich. Er schenkte mir ein müdes Lächeln. „Klar, jetzt geht schon!“ Ich drückte seine Hand und folgte Minho dann ins Labyrinth.
Dort drinnen rückten alle Geschehnisse von der Lichtung wie immer in den Hintergrund. Es war nicht so, dass man die ganzen Probleme vergaß, aber hier drinnen gab es einfach andere Probleme und andere Aufgaben, mit denen man sich beschäftigen musste und die höchste Aufmerksamkeit erforderten. Wir liefen in einem flotten aber gleichmäßigen Tempo durch die Gänge und hatten schon bald den äußeren Ring erreicht. Nun da sich das Labyrinth nicht mehr zuverlässig veränderte, war es für uns schwieriger, systematisch vorzugehen. Wir mussten das Labyrinth immer so nehmen, wie es kam und unsere Route daran anpassen. So versuchten wir immer, möglichst schnell in die Bereiche zu kommen, in denen wir bis jetzt noch nicht gewesen waren.

So weit draußen wie heute war ich glaube ich noch nie gewesen. Und ich hatte das Gefühl, dass das Labyrinth hier anders aussah als weiter in der Mitte. Die Gänge schienen breiter, die Mauern weiter auseinander zu sein. „Hier sieht es irgendwie anders aus“, meinte ich und sah Minho dabei an. Dieser nickte zur Bestätigung. „Das ist mir auch schon aufgefallen. Wir waren schonmal hier draußen, bevor du auf die Lichtung gekommen bist. Aber glaub bloß nicht, dass man hier draußen dem Ausgang näher ist. Es ist genauso ausweglos wie sonst auch.“ Ich verzog den Mund und wartete einen Moment mit meiner Antwort. „Irgendwo hier gibt es einen Ausgang. Und wir sind bestimmt schon näher dran, als wir glauben. Oder meinst du, alles was zurzeit auf der Lichtung passiert, ist Zufall? Ich meine, allein dass heute, nur zwei Tage nach Alec, schon wieder ein neuer Frischling gekommen ist…“ Minho zuckte mit den Schultern. „Ich habe keine Ahnung, was der ganze Klonk soll! Vielleicht wollen die Schöpfer uns verunsichern oder es ist eine Vorwarnung.“ „Eine Vorwarnung?“, fragte ich nach. Ganz unrecht konnte Minho damit natürlich nicht haben, aber ich hoffte einfach, dass nichts Schlimmes passierte, bevor wir einen Ausgang gefunden hatten. „Keine Ahnung“, antwortete Minho. „Ich habe wirklich keinen Plan.“

Wir bogen um eine Ecke- und plötzlich tat sich vor uns ein Abgrund auf. Ich war vorneweg gelaufen und konnte jetzt nur mit Mühe noch abbremsen. Doch durch meinen Schwung konnte ich nicht direkt stoppen und schlidderte auf die Kante zu. Ich sah mich schon die Klippe hinunterstürzen, doch in dem Moment packte Minho meinen Arm und zog mich zurück. „Wow, immer schön vorsichtig!“, meinte er und zog mich sicherheitshalber ein Stück von der Kante weg. Ich atmete laut aus. Das war knapp gewesen. Wenn Minho nicht gewesen wäre, wäre ich womöglich diese Klippe hinuntergefallen. „Das war knapp“, sagte ich, nachdem ich mich von dem ersten Schock erholt hatte. Minho nickte. „Kann man wohl sagen. Auf jeden Fall ist hier wohl Endstation.“ Ich schaute nochmal zurück in den Abgrund. Was machte so eine Klippe hier mitten im Labyrinth?

Doch bevor ich noch weiter darüber nachdenken konnte, wank Minho und meinte: „Los komm, wir müssen weiter. Viel Zeit bleibt uns eh nicht mehr.“ Ich nickte ergeben und drehte mich von der Klippe weg. „Und wo lang dann?“, fragte ich Minho. Dieser zögerte kurz und deutete dann nach links. „Lass uns da noch ein paar Gänge ablaufen und dann umdrehen. Wir wollen ja nicht, dass es zu knapp wird.“ Ich nickte und folgte ihm. Nach einem kurzen Moment des Schweigens fiel mir etwas ein. „Lass uns Newt besser nichts davon erzählen. Sonst macht er sich nur wieder Sorgen. Er hat momentan eh schon so viel um die Ohren!“ „Klar, ist ja auch nichts passiert“, stimmte Minho mir zu. „Nachher verbietet er dir noch, wieder mit mir zu kommen und ich muss wieder alleine hier herumlaufen“, scherzte er. Ich stimmte in sein Lachen mit ein. „Das würde er dir doch nie antun.“
Inzwischen sank die Sonne immer tiefer und die Schatten der Mauern wurden länger. Lange würde es nicht mehr dauern, bis kein Sonnenstrahl mehr ins Labyrinth fiel. Pünktlich bevor dies geschah, traten wir dann aber wieder auf die Lichtung. Dort herrschte noch immer reges Treiben, denn im Gegensatz zu Minho und mir hatten viele der Lichter noch keinen Feierabend für heute. Wobei ganz fertig waren Minho und ich auch noch nicht. Wir mussten noch in den Kartenraum gehen und unsere Ergebnisse von heute festhalten.

Zusammen betraten wir die kleine Holzhütte, in die nur Läufer reingehen durften, was sich momentan also auf uns beide beschränkte. Ich mochte den Kartenraum. Er war irgendwie besonders, immerhin war hier die Arbeit von drei Jahren aufbewahrt. Minho schnappte sich ein neues Blatt Papier und begann unsere heutigen Beobachtungen festzuhalten. Ich half ihm dabei so gut ich konnte. Nach einer halben Stunde waren wir schließlich fertig und verstauten die Karte bei den restlichen hundert Karten, die dort schon aufbewahrt waren. Auf dem Weg nach draußen warf ich noch einen kurzen Blick, auf das Modell des Labyrinths, das auf einem Tisch in der Mitte der Hütte stand. Es war schon krass, wie viel wir inzwischen über das Labyrinth wussten, aber immer noch keine Ahnung hatten, wie wir hier rauskamen.

Auf dem Weg zum Gehöft trafen wir dann Newt. „Na ihr, gibt es irgendwas Neues aus dem Labyrinth?“, fragte er. Minho und ich tauschten einen kurzen Blick, bevor ich antwortete: „Nein, keine besonderen Vorkommnisse.“ Newt seufzte und fuhr sich durch die Haare. „War ja auch eigentlich zu erwarten“, meinte er. Ich runzelte die Stirn und betrachtete meinen Freund besorgt. Er sah ziemlich fertig aus. „Irgendwann kommt der Tag, an dem wir aus dem Labyrinth kommen und frohe Neuigkeiten mitbringen“, erwiderte ich zuversichtlich. Newt lächelte. „Das glaube ich euch.“
Ich fasste Newt am Arm und meinte: „Komm, lass uns zu Bratpfanne gehen. Du siehst aus, als bräuchtest du dringend was zu essen!“ Doch Newt schüttelte den Kopf. „Ich kann nicht, Alby möchte noch etwas mit mir besprechen.“ Ich zog die Augenbrauen hoch. Alby gönnte Newt auch keine Pause. „Also gut, aber richte Alby aus, dass er schnell machen soll oder ich werde ihm die Hölle heiß machen, dass er dich immer bis spät in die Nacht arbeiten lässt.“ Newt grinste. „Werde ich ihm ausrichten!“ Mit diesen Worten verabschiedete er sich und machte sich auf den Weg zum Gehöft.

„Ich habe auch irgendwie noch keinen Hunger. Geh ruhig schonmal vor“, erklärte auch Minho. Ich zuckte mit den Schultern und machte mich schließlich allein auf den Weg zu unserer „Kantine“. Ich holte mir mein Essen von Bratpfanne uns gesellte mich anschließend zu Alec, der ganz alleine an einem der äußeren Tische saß. „Hey.“ Er blickte auf. „Hey“, begrüßte er mich dann erfreut. „Wie war es heute im Labyrinth?“ Ich zuckte mit den Schultern und ließ mich auf der Bank nieder. „So wie immer.“ Alec nickte. „Und bei dir? Wie war dein Tag bei Bratpfanne?“ „Ganz okay“, erwiderte Alec. „Aber ich eigne mich nicht wirklich als Koch.“ Ich lachte. „Ich auch nicht.“ „Wie, und das obwohl du ein Mädchen bist?“, fragte Alec gespielt geschockt. „Hey“, empörte ich mich und boxte ihm lachend freundschaftlich gegen den Arm.

In diesem Moment trat Newt zu uns an den Tisch. Er schaute einmal kurz zwischen Alec und mir hin und her und wandte sich anschließend lächelnd an mich. „Ich bin dann jetzt auch fertig für heute“, erklärte er. Ich strahlte ihn an und klopfte auf die Bank neben mich. „Schön, setz dich doch!“ Newt folgte meiner Aufforderung und setzte sich zu uns an den Tisch. „Hat Alby meine Ansprache überzeugt?“, fragte ich grinsend. „Natürlich, was hast du denn erwartet“, lachte Newt.
Eine Weile lang aßen wir einfach schweigend unser Essen. Dann wandte Newt sich an Alec: „Tut mir übrigens leid, dass ich mich heute nicht um dich gekümmert habe. Aber es war alles etwas chaotisch und ich musste dem neuen Frischling erstmal die Lichtung zeigen…“ Alec wank ab. „Ach, das ist doch kein Problem. Ich hab mich zurecht gefunden und ja auch schon andere Leute kennengelernt, an die ich mich wenden kann.“ Dabei nickte er in meine Richtung. Ich lächelte ihm zu.
„Du hast aber echt Glück, du bist den Neulings Statuts ja schnell losgeworden“, stellte ich schließlich fest. Alec nickte. „Das stimmt. Aber nur weil ich nicht mehr der Neuste bin, bin ich immer noch erst zwei Tage hier.“ „Aber immerhin weißt du deinen Namen wieder und die Lichter müssen dich nicht mehr Frischling nennen“, versuchte ich ihn aufzumuntern. „Echt? Seit wann?“, fragte Newt interessiert. „Seit heute Morgen“, antwortete Alec ausweichend. Ich rechnete es ihm hoch an, dass er mich immer noch schützte und niemandem von meinem Traum erzählte, auch wenn Newt es ruhig wissen konnte. Aber das wusste Alec ja nicht.

Wir unterhielten uns letztendlich noch relativ lange, doch irgendwann merkte ich, wie meine Augen schwer wurden und ich immer häufiger gähnen musste. Auch Newt fiel das auf und er stellte lächelnd fest. „Da ist aber einer müde.“ „Kann sein“, bestätigte ich und stütze meinen Kopf auf meine Hand. „Dann lass uns doch ins Bett gehen, es ist ja auch schon ziemlich spät geworden“, meinte Newt. Alec und ich stimmten ihm zu und so brachten wir unsere Teller zurück zu Pfanne und trennten uns dann. „Gute Nacht“, verabschiedete ich mich von Alec.
In unserem Zimmer angekommen fiel ich direkt ins Bett. Newt folgte mir und legte seine Arme um mich. Ich kuschelte mich an ihn und genoss seine Nähe. Wir sahen uns tagsüber einfach viel zu selten, dabei liebte ich es doch mit Newt Zeit zu verbringen. „Gute Nacht Emma“, flüsterte Newt mir ins Ohr. „Ich liebe dich!“ Mit diesen Worten im Ohr schlief ich schließlich friedlich ein.
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