Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
09.11.2017
10.08.2018
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Mit einem letzten Blick auf den toten Griewer machten wir dann, dass wir aus dem Labyrinth kamen. Dabei versuchten wir keinen Lärm zu machen, damit der lebendige Griewer im Labyrinth uns nicht hörte. Es war schon komisch, wie schnell die Situation sich geändert hatte. Gerade noch waren wir glücklich gewesen, dass wir nun die Möglichkeit hatten ein Gegengift herzustellen und von einer auf die andere Sekunde war dieses triumphierende Gefühl der Panik gewichen. Am meisten Angst hatte ich davor, dass der Griewer jemanden tötete, möglicher Weise sogar jemanden, der mir wichtig war.
Das wollte ich auf gar keinen Fall erleben!

Kaum dass wir aus dem Labyrinth waren, begannen wir zu rennen und zu schreien, um die anderen auf uns aufmerksam zu machen. Es war keine Zeit zu verlieren, schließlich konnte der Griewer jeder Zeit auftauchen. Um möglichst schnell alle Lichter zu informieren, teilten wir uns auf. Minho lief in Richtung Gemüsebeete und Schlachthaus, Jeff in den Wald zu den Eintütern und Newt und ich wollten Alby suchen und Bratpfanne und Clint warnen.

Während wir rannten, keuchte ich verzweifelt: "Wie sollen wir denn jemals eine Chance gegen den Griewer haben mit unseren Waffen? Das ist eine Maschine, die kann man nicht so einfach erstechen!" Ich hasste mich in diesem Moment zwar für diese Zweifel, ich meine was hatten wir für eine andere Chance, als es zu versuchen? Aber dennoch musste ich jemandem diese Ängste mitteilen, möglicherweise auch in der Hoffnung, dass Newt sie widerlegen würde. Was er auch tat.

"Wenn es nur ein Griewer ist, haben wir eine Chance. Wir sind eindeutig in der Überzahl!" Ich nickte nur. Sonderlich überzeugt war ich nicht, das Risiko, dass jemand von uns dabei draufging war sehr hoch.

Inzwischen hatten wir das Gehöft erreicht. "ALBY!", brüllte Newt noch bevor wir das Gebäude betraten. "Alby!" Gerade als wir die Tür öffnen wollten, wurde diese von innen aufgerissen und Newt knallte mit Alby zusammen. Nachdem die beiden ihr Gleichgewicht wieder gefunden hatten, fragte Alby hektisch, aber auch etwas genervt: "Was ist denn los? Warum schreit ihr so?" "Griewer", lautete Newts knappe Antwort. Er war von dem Sprint hier her sehr außer Atem. Es war deutlich anstrengender für ihn gewesen als für mich, darum hatte er gerade auch noch nicht genug Luft für eine ausführliche Antwort. Für die uns aber um ehrlich zu sein auch die Zeit fehlte.

Dennoch fragte Alby entsetzt nach: "Was? Ihr wollt mich doch verarschen!" "Nein, wollen wir nicht!", rief ich ungeduldig. "Im Labyrinth haben wir eindeutig die klackenden Geräusche der Griewer gehört. Wir müssen uns beeilen!" Unser Anführer schien das ganze immer noch nicht so ganz glauben zu können, zögerte aber keine Sekunde mehr, sondern stürmte nach draußen, an uns vorbei, und rannte Richtung Tor. Newt und ich warfen uns einen kurzen Blick zu und machten uns dann auf den Weg, um Clint und Bratpfanne noch Bescheid zu geben.

Rückblickend wusste ich nicht mehr, wie viel Zeit wir gebraucht hatten, um alle zu informieren und am Tor zu versammeln. Mir war es ziemlich lang erschienen, aber vermutlich hatten wir nicht länger als zwei oder drei Minuten gebraucht. Letztendlich standen wir jedenfalls alle vor dem Tor, jeder mit einer Waffe in der Hand, bereit für den Kampf mit dem Griewer.

Ich stand neben Newt und Joel und mein Blick war starr auf das Tor gerichtet. Mein ganzer Körper war angespannt vor Angst. Ich versuchte mir einzureden, dass unsere Situation jetzt komfortabler war, als Minhos und meine erste Begegnung mit einem Griewer, denn jetzt hatten wir wenigstens Waffen und waren zu fünfzigst, doch dieser Gedanke konnte mich auch nicht beruhigen.

Newt hatte nicht gewollt, dass ich mitkam um zu kämpfen. Aber ich hatte mich geweigert im Gehöft zu bleiben. Ich konnte mich doch nicht verstecken und nichts tun, während meine Freunde möglicherweise um ihr Leben kämpften! Nein! Das könnte ich nie im Leben! Darum stand ich nun hier, mit einem Speer in der Hand (mit dem ich eigentlich gar nicht umgehen konnte), die stark zitterte, was ich meiner Furcht zu verdanken hatte.

Wir standen nun schon eine ganze Weile vor dem Tor mit erhobenen Waffen und nichts war passiert. Dennoch ließ ich die Hoffnung nicht zu, dass der Griewer möglicherweise verschwunden war, ohne uns anzugreifen. Zu groß war die Angst, dass dem doch nicht so war und wir überrascht wurden. Den anderen schien es ähnlich zu gehen, jedenfalls rührte sich keiner. Die Angst war förmlich greifbar; keiner der Lichter gab auch nur einen Ton von sich. Es war fast schon unheimlich wie still 50 Jugendliche auf einem Haufen sein konnten.
Die Zeit schien still zu stehen. Alle warteten darauf, dass etwas passierte. Doch nichts!

Als wir schon eine gefühlte Ewigkeit hier gestanden hatten (ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren), ließ Gally schließlich sein Messer sinken. "Da kommt kein Griewer mehr!", stieß er verächtlich hervor. "Diese Panik wurde bestimmt wieder von Emma ausgelöst und wir sind ihr auch noch alle gefolgt!" Es war ihm anzusehen, dass er sauer war und nicht gaubte, dass wirklich ein Griewer in der Nähe gewesen war.

Keiner reagierte auf seine Worte. Zu groß war noch die Angst, dass der Grieweralarm doch noch nicht vorbei war. Ich beschränkte mich darauf, Gally wütende Blicke zuzuwerfen. Wenn er mir nicht glauben wollte, war es sein Problem.

Nach einer Weile legte dann auch Minho seine angespannte Haltung ab. "Ich denke Gally hat Recht und wir brauchen uns nicht mehr vor dem Griewer fürchten. Scheinbar hat er den Zugang zur Lichtung nicht entdeckt!" Die anderen senkten nur zögernd ihre Waffen. Vermutlich wusste keiner so Recht, wie lange genau wir hier schon standen.

Bei Minhos Worten stieß Gally nur ein Schnauben aus. Es war eindeutig, dass er mir unterstellte, sie verunsichern zu wollen. In dem Moment fand ich es fast besser, wenn der Griewer doch gekommen wäre, damit Gally sah, dass ich (und auch die anderen drei) mir das nicht ausgedacht hatte. Allerdings hätte er mir dann bestimmt die Schuld für den Griewerangriff und mögliche Tote gegeben. Er fand eh immer etwas, was er mir zuschreiben konnte.

Alby warf ihm einen warnenden Blick zu, woraufhin er sich nicht mehr traute, mir gegenüber noch einen blöden Kommentar abzugeben. Das ich das nochmal erleben durfte, dass Gally sich aus Respekt vor jemandem zurückhielt. Vielleicht hatte er aber auch bloß keine Lust auf eine Konfrontation.

Langsam löste sich die Versammlung um das Tor herum auf. Scheinbar hatten sich alle mehr oder weniger von dem Schock erholt und eingesehen, dass wir wohl einen Fehlalarm ausgelöst hatten. Dennoch fragte ich mich, was die Schöpfer damit bezwecken wollten. Steuerten sie die Griewer nicht oder waren es wirklich eigenständige Roboter? Ich wusste nicht so recht, was von beidem ich gruseliger finden sollte. Aber falls die Schöpfer die Griewer steuern konnten, blieb die Frage, warum sie den Griewer nicht auf die Lichtung geschickt hatten. Verdammt! Wieder einmal beschlich mich die Wut, dass ich mich an nichts erinnern konnte und mir wurde mit voller Wucht bewusst, wie hilflos und ausgeliefert wir waren.

Inzwischen war Minho zu Newt und mir getreten und die restlichen Lichter begannen sich zu verstreuen. "Jetzt schließen sich auch gleich die Tore. Dann haben wir für heute jedenfalls Ruhe!", meinte Minho erleichtert. Das stimmte. Aber es war schon absurd, dass die Nacht jetzt für uns sicherer war als der Tag. Aber die geschlossenen Tore bildeten nunmal den einzigen Schutz vor den Griewern. Newt nickte nur abwesend. Er schien mit seinen Gedanken ganz woanders zu sein.

"Wir sollten Gally in den Bau sperren!", brummte er dann grimmig. "Wir können ihn nicht ohne Grund wegsperren, das weißt du genau", widersprach Minho. "Es gibt doch einen Grund. So was nennt man Prävention." Newt schien nicht sonderlich gut auf Gally zu sprechen zu sein und sich Sorgen zu machen. Minho verdrehte die Augen. Doch ich fand die Idee Gally wegzusperren gar nicht so schlecht. Als ich zu ihm herüber sah, konnte ich sehen, wie er mit ein paar Leuten den Kopf zusammensteckte und irgendwas besprach. Dabei warf er immer wieder einen Blick in unsere Richtung, was mir gar nicht behagte. Ein ungutes Gefühl beschlich mich. Wer weiß was er da gerade plante? Doch ich schüttelte den Kopf. Ich sollte nicht so paranoid sein, aber Gally machte mir wirklich Angst. Immerhin hatte er zweimal eine unmissverständliche Drohung ausgesprochen.

"Emma?" Newts Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Ich drehte mich zu ihm um und fragte irritiert: "Was?" Erst jetzt fiel mir auf, dass ich Newt und Minho gar nicht mehr zugehört hatte. Newt zog fragend die Augenbrauen hoch. "Alles okay?" "Ja, ja, klar!", log ich. Ich würde ihnen garantiert nicht sagen, dass ich Angst vor Gally hatte. Newt war eh auch schon besorgt, da musste ich ihn nicht auch noch mit meinen Sorgen belasten. Er schien mir meine Antwort zwar nicht wirklich abzunehmen, aber zum Glück war ja noch Minho da, der meinte: "Na dann kommt. Wir haben schließlich noch was zu tun!" Dabei deutete er auf den Griewerarm. Stimmt, den hatte ich in der ganzen Aufregung komplett vergessen.
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