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Maze Runner- Never give up

von Lilja1234
GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P16 / Het
Alby Minho Newt OC (Own Character)
09.11.2017
30.08.2021
48
92.841
8
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09.11.2017 1.825
 
Mein Kopf dröhnte, als ich erwachte. Vorsichtig öffnete ich die Augen. Doch es änderte sich nichts, ich war weiterhin nur von Dunkelheit umgeben. Von vollkommener Schwärze. Erschrocken schloss ich die Augen wieder, um sie direkt wieder zu öffnen. Doch nichts. Panik kroch in mir hoch. Wo war ich? War ich erblindet? Plötzlich nahm ich quietschende Geräusche wahr und bemerkte, dass ich mich bewegte. Was war das hier, befand ich mich in einem Aufzug? Ich versuchte mich daran zu erinnern, aber da war nichts. Keine einzige Erinnerung. Je mehr ich darüber nachdachte, ohne zu einem Ergebnis zu kommen, desto panischer wurde ich. Ich hatte keine Bilder von der Vergangenheit in meinem Kopf. Ich wusste noch nicht mal meinen Namen! Ich spürte, dass meine Hände taub wurden. Mein Herz klopfte viel zu schnell. Voller Angst rutschte ich so weit zurück, bis ich mit dem Rücken an eine Wand stieß. Dann zog ich meine Knie an und umklammerte diese. Was passierte mit mir? Warum war ich hier?

Ich versuchte, einmal tief durchzuatmen. Es nutzte nichts, wenn ich in Panik verfiel. Aber das war leichter gesagt, als getan. Ich wusste nicht wo ich war, ich wusste nicht, wer ich war und erst Recht nicht, wohin mich dieses Ding brachte. Falls es denn jemals ein Ende nehmen würde. Bis jetzt hatte der seltsame Aufzug seine Geschwindigkeit noch nicht verlangsamt, sondern schoss weiterhin mit hohem Tempo nach oben. In meinem Magen wurde es ganz flau und Übelkeit stieg in mir auf. Ich wollte nur noch hier raus! Erst jetzt spürte ich, dass mir eine heiße Träne über die Wange lief. Ich machte mir nicht die Mühe, sie wegzuwischen, schließlich war ich hier ganz alleine. In meinem Kopf spielten sich lauter Schreckensszenarien ab, was mit mir passieren würde. Vor lauter Angst grub ich die Fingernägel in meine Handflächen. Hatte ich etwas verbrochen und bekam nun meine Strafe? Oder war ich entführt worden? Mit jeder Sekunde, die verging, wurde der Druck auf meiner Brust größer und ich bekam immer schlechter Luft.

Doch bevor ich ganz die Kontrolle verlieren konnte, tauchte über mir plötzlich ein rotes Licht auf. War das das Ende dieser Höllenfahrt? Voller Angst stellte ich aber fest, dass der Aufzug nicht abbremste, sondern mit unveränderter Geschwindigkeit auf die Wand zuraste. Panisch klammerte ich mich an die Gitter und schloss die Augen. Das war es dann. Ich würde sterben. Doch der Aufprall blieb aus. Mit einem starken Ruck kam der Aufzug zum Stehen und plötzliche Stille umgab mich.

Langsam traute ich mich, die Augen wieder zu öffnen. Mein Herz klopfte wie verrückt vor Angst, was jetzt kommen würde. Als über mir eine Luke geöffnet und ich von Sonnenlicht geblendet wurde, blickte ich ängstlich nach oben, rutschte ich in die hinterste Ecke des Aufzugs und umklammerte meine Knie. Als ich mich traute aufzuschauen, sah ich draußen jede Menge Jungen zwischen zwölf und neunzehn Jahren stehen. Ich hörte wie sie leise miteinander sprachen. „Ein Mädchen? Was soll das?" „Was macht die denn hier?" Das klang alles andere als freundlich und führte dazu, dass ich mich noch mehr verkrampfte.

Dann rief eine kräftige Stimme: „Ruhe jetzt!" Kurz darauf landete ein Junge bei mir im Aufzug. Er hatte blonde Haare und trug ein etwas verdrecktes weißes Hemd. Ängstlich sah ich zu ihm auf. Er schien meine Angst zu bemerken, denn er sagte: „Keine Angst, wir tun dir nichts!" Ich regte mich nicht. So was konnte ja jeder sagen. Darum sprach der Junge weiter. „Ich bin Newt. Weißt du deinen Namen noch?" Ich biss mir auf die Lippe und schüttelte dann den Kopf. „Ich kann mich an überhaupt nichts mehr erinnern", flüsterte ich und konnte dabei nicht verhindern, dass mir die Tränen in die Augen stiegen, die ich aber wegzublinzeln versuchte. „Das ist uns allen so gegangen", meinte Newt mitleidig. „Du wirst dich bald wieder an deinen Namen erinnern können!" Dann hielt er mir die Hand hin um mir aufzuhelfen. Ich zögerte kurz, aber eigentlich hatte ich eh keine Wahl. Außerdem schien Newt ganz nett zu sein. Also ergriff ich seine Hand und ließ mich von ihm auf die Beine ziehen.

Newt erklärte mir, dass ich mich an dem Seil festhalten solle, das ein paar Jungen heruntergelassen hatten und an dem ich hochgezogen wurde. Oben angekommen wurde ich von manchen feindselig, von anderen neugierig angeschaut, aber alle Blicke lagen auf mir. Ich spürte wie mir das Blut in die Wangen schoss. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich das einzige Mädchen umringt von circa 50 Jungen war.
Unter den ganzen Blicken fühlte ich mich ziemlich unwohl. Da trat zum Glück Newt neben mich und ein größerer Junge rief: „Was steht ihr noch alle hier rum? Geht wieder zurück an eure Arbeit!" Und tatsächlich löste sich nach einer Weile die Versammlung auf. Doch von einem Jungen fing ich noch einen so hasserfüllten Blick auf, dass mir ein Schauer über den Rücken lief.

Dann war ich mit Newt und dem anderen Jungen alleine. Dieser wandte sich mit einem Seufzen mir zu und fuhr sich durch die Haare. „Ja, also ich bin Alby und so etwas wie der Anführer hier. Newt, meinen Stellvertreter, hast du ja schon kennengelernt", teilte er mir mit. Ich nickte bloß. „Newt wird die Führung mit dir übernehmen. Ich kümmere mich um das Ausladen der Box.“ Mit einer Handbewegung deutete er auf den Aufzug, mit dem ich hierhergekommen war. Ich war immer noch ziemlich geschockt und überfordert. Ich wusste nicht, was das alles hier sollte und war noch damit beschäftigt, zu verarbeiten, was in den letzten Minuten passiert war, sodass ich kaum mitbekam, dass Newt mich anstieß. „Na dann wollen wir mal.“ Er schenkte mir ein warmes Lächeln.

Da sah ich mich zum ersten Mal richtig um. Wir befanden uns auf einer riesigen Wiese, auf der ein paar Gebäude standen und an die ein Wald grenzte. Dies alles war von allen Seiten von riesigen Mauern umgeben, in denen ich ein paar Tore erkennen konnte. „Das ist die Lichtung, hier leben wir!", fing Newt an. „Jeden Monat kommt ein neuer Frischling hier an, so wie du heute. Und keiner kann sich an irgendwas außer seinen Namen erinnern. Wir haben uns die jetzige Ordnung mühsam aufgebaut, um das Leben hier so gut wie möglich zu gestalten. Jeder hat eine Arbeit, der er nachgehen muss. Ab morgen wirst du jeden Tag einen Beruf ausprobieren und am Ende werden wir entscheiden, zu welchem Beruf du am besten passt", erklärte er.

Ich nickte. Soweit hatte ich alles verstanden. Doch mir brannten ein paar wichtige Fragen auf der Zunge. „Wie sind wir hierhergekommen und wer hat uns das angetan?", platzte ich heraus. Newt seufzte. „Das wissen wir auch nicht. Wir sind alle wie du in der Box hochgekommen und können uns an nichts mehr erinnern. Aber wer immer uns auch hierhergebracht hat, hatte bestimmt keine guten Absichten, wenn er uns hier einsperrt!" „Einsperren? Warum geht ihr denn nicht einfach?", fragte ich verwirrt und deutete auf die Tore in den Mauern. Newt schüttelte nur betrübt den Kopf. „Das geht nicht. Dahinter befindet sich das Labyrinth, aus dem wir noch immer keinen Ausweg gefunden haben!"

Ich starrte ihn sprachlos an. „Ein Labyrinth?", fragte ich nach. Newt nickte. Ganz langsam drang die Wahrheit zu meinem Gehirn durch. Wir waren hier gefangen. „Wie lange seid ihr schon hier?", fragte ich heiser. „Die ersten seit fast drei Jahren", antwortete Newt. Drei Jahre! Ich spürte wie meine Beine taub wurden. Das konnte nicht sein! Wer tat so etwas unschuldigen Jugendlichen an? Newt schien zu bemerken, wie sehr mir diese Information zusetzte und er legte mir eine Hand auf die Schulter. „Wir werden einen Ausgang finden, ganz bestimmt! Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben." Ich nickte und versuchte mich zu beruhigen. Ich war gerade mal ein paar Minuten hier und bekam schon fast einen Nervenzusammenbruch, während die anderen teilweise schon 3 Jahre hier waren. Wie sie sich wohl fühlen mussten!

Ich atmete tief durch und meinte dann: „Das Labyrinth muss aber ziemlich groß sein, wenn ihr immer noch keinen Ausgang gefunden habt." Daraufhin schwieg Newt erstmal und sagte dann: „Es ist unglaublich groß, aber da drinnen gibt es auch gefährliche Wesen, halb Tier halb Maschine, die wir die Griewer nennen. Deshalb dürfen auch nur die Läufer ins Labyrinth. Für alle anderen ist das Betreten des Labyrinths verboten! Das ist einer unserer wichtigsten Regeln!" Dabei schaute er mich eindringlich an.

Ich schwieg einen Moment und fragte dann: „Und diese Griewer können nicht auf die Lichtung kommen?" „Rein theoretisch schon, aber die Griewer sind nur nachts aktiv, und da sind die Tore geschlossen. Deshalb müssen die Läufer auch jeden Abend rechtzeitig aus dem Labyrinth zurück sein, wenn sie nicht über Nacht im Labyrinth bleiben wollen. Und eine Nacht im Labyrinth hat noch niemand überlebt!" Ich schauderte. Dieser Ort war noch weitaus schlimmer als gedacht!

Newt bemerkte die angespannte Atmosphäre und wechselte das Thema. „So, das war erstmal genug für heute! Den Rest erzähle ich dir morgen. Hast du Hunger?" Ich nickte. Auf Grund der ganzen Neuigkeiten hatte ich gar nicht bemerkt, dass ich ein richtiges Loch im Magen hatte. Ich folgte Newt zu einer Hütte, vor der Tische und Bänke standen. Wir gingen zur Essensausgabe, wo uns ein Junge etwas zu Essen in Schalen füllte. Newt stellte ihn mir als Bratpfanne, den Koch vor.

Als wir uns an einen leeren Tisch gesetzt hatten, begutachtete ich mein Essen genauer. Es war irgendein brauner Brei mit Stücken drin. Ungläubig sah ich Newt an. „Das kann man essen?" Daraufhin prustete Newt los. „Ja, es schmeckt nicht so schlimm, wie es aussieht!", lachte er als er sich etwas beruhigt hatte. Zweifelnd sag ich ihn an, probierte dann aber doch einen Löffel. Erwartungsvoll sah Newt mich an. Als ich geschluckt hatte, sagte ich: „Ja, kann man essen", was mit einem Lächeln von Newt quittiert wurde. Ich musste zurück lächeln. Newt war wirklich nett. Dann erzählte er mir noch etwas über das Leben auf der Lichtung. Irgendwann, als es schon dunkel war, musste ich gähnen und bemerkte wie müde ich war. „Ich glaube ich würde gerne schlafen gehen", sagte ich zu Newt. Der nickte und stand auf. „Ich bring noch kurz unsere Schalen weg und zeige dir dann wo du schläfst."

Als wir schließlich den Essbereich verließen, spürte ich wieder die Blicke der anderen Jungen, die noch am Essen waren. Unbehaglich sah ich mich um, doch Newt zog mich weiter. „Beachte sie einfach nicht!", flüsterte er mir zu. Ich nickte. Als wir die Hängematten erreicht hatten, zeigte mir Newt, welche meine war. Ich kletterte hinein und sah ihn an. „Danke!", sagte ich. Auch wenn ich nicht mehr sagte, schien Newt zu verstehen und lächelte mir zu. „Schlaf gut! Ich hole dich morgen früh ab, um dir den Rest zu zeigen." Ich nickte und murmelte noch „Gute Nacht", bevor mir die Augen zufielen.
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