May We Meet Again

von Chemistry
KurzgeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
Bellamy "Bell" Blake Clarke Griffin Emori John Murphy Monty Green Raven Reyes
08.11.2017
08.11.2017
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Teil 1


6 Jahre.
72 Monate.
288 Wochen.
2.016 Tage.
Inzwischen waren es 48.384 Stunden, in denen Clarke keine einzige Menschenseele mehr gesehen hatte. 48.384 Stunden allein im Green Valley, ohne Gesellschaft, ohne Hilfe. Komplett auf sich gestellt, von der Nahrungssuche bis hin zum Schutz vor Strahlung. 48.384 Stunden ohne ihre Freunde, ohne Familie. Allein mit dem Wissen, womöglich der letzte lebende Mensch auf diesem Planeten zu sein.
Hatte Clarke die Hoffnung schon aufgegeben? Nein.
Machte ihr das Alleinsein etwas aus? Womöglich.
Verlor sie deshalb allmählich den Verstand? Definitiv.
Stunde 48.385 rückte stetig näher, und noch immer keine Rakete in Sicht, die sich ihren Weg zurück zur Erde suchte. Inzwischen war die Oberfläche schon über ein Jahr wieder bewohnbar, die Pflanzen blühten und gediehen so gut wie nie zuvor. Es war Clarke ein Rätsel, warum ihre Freunde so lange warteten und nicht zu ihr zurückkehren wollten.
Aber vielleicht konnten sie das nicht.
Clarke hätte Raven anders eingeschätzt. Nach sechs Jahren im All hätte Raven schon längst eine Lösung finden müssen, um Treibstoff für die Rakete herzustellen, die sie ebenso in die Atmosphäre gebracht hatte. Clarke wusste, dass der Treibstoff gerade so gereicht hatte, um Raven und die Anderen auf den Ring zu bringen. Aber nach all dem, was Praimfaya ihnen angetan und beigebracht hatte, wie konnte dieses kleine Problem, das im Gegensatz zur Ernährung und Luft dort oben wirklich recht winzig wirkte, solchen Ärger bereiten?
Vielleicht irrte Clarke sich auch. Vielleicht wollten Raven, Bellamy und der Rest gar nicht mehr zurück. Vielleicht hatte sich die Gruppe auf dem Ring eine neue Heimat aufgebaut und beschlossen, ihr Glück lieber im All als auf der Erde zu versuchen.
Es gab noch eine letzte Alternative, doch über die wollte Clarke nicht so recht nachdenken. Wenn ihre Freunde dachten, niemand auf der Erde hätte Praimfaya überlebt – nicht einmal Octavia in dem großen Bunker unter Polis – war es einen Rückflug auf die Erde denn dann wert? Auch von Octavia hatte Clarke nichts mehr gehört, seit die radioaktive Welle über die Heimat der Grounder hinweg gefegt war. Jahrelanges Versuchen, Kontakt über Funk herzustellen, war erfolglos geblieben. Einmal hatte Clarke sogar probiert, den Bunker unter dem eingestürzten Turm frei zu graben, aber dafür hatten ihr eindeutig die Mittel und die Kraft gefehlt. Das war jetzt fast ein Jahr her, und nach wie vor gab es keine Anzeichen für Leben in der ehemals großen Stadt.
Clarke erinnerte sich gut an den Markt, direkt unterhalb des Turms. Sie erinnerte sich an die fröhlichen Gesichter der Händler, die ihre Waren verkauften, sie erinnerte sich daran, wie ruhig und friedlich es dort gewesen war. Das Bild, das sich ihr jetzt bot, wenn sie das Gelände betrat, war geprägt von Tod, Zerfall und Traurigkeit.
Seufzend sprang die Nightblood von der Motorhaube ihres Jeeps und setzte sich hinters Steuer. Tag 2.016 neigte sich dem Ende zu, und sie musste dringend noch die Fallen überprüfen, bevor es dunkel wurde. Hoffentlich würde sich diesmal etwas fangen, das sie mehr als nur eine weitere Nacht am Leben erhielt.
Es war schwierig geworden, anständige Beute zu machen, seit Praimfaya alles zerstört hatte. Der Großteil der Tiere war ausgerottet, und abgesehen von Vögeln oder Hasen gab es einfach nichts, was sich mit einer Schnur und einem Stock fangen ließ. Ab und zu war Clarke ein Kitz in die Fänge geraten, doch die erwachsenen Muttertiere waren schlauer als ihre Kinder und kamen nur bei Nacht aus ihren Verstecken, wenn Clarke in ihrem Unterschlupf war und schlief.
In solchen Momenten vermisste Clarke ihre Freunde am meisten. Besonders Bellamy, mit dem sie schon so viel zusammen erlebt – und besonders überlebt – hatte. Es gab niemanden mehr, mit dem Clarke ihr Leben teilen konnte, die schönen und freudigen Situationen, die hoffnungslosen und deprimierenden Tage. Ihr Leben war eintönig geworden, für sie gab es nur noch zwei Dinge, die wichtig waren: Essen und Schlafen. Keine Grounder, die wieder einmal damit drohten, den Skaikru den Krieg zu erklären. Keine Intrigen oder Krisen, die es zu bewältigen gab. Keine Lexa, die ihr zu solchen Zeiten beiseite stand.
Lexas endgültiger Verlust war noch immer eine Baustelle in Clarkes Herz. Inzwischen dachte Clarke nur noch selten an den Commander, aber wenn sie es tat, drohten die Narben, die nach Lexas Tod entstanden waren, stets von neuem aufzubrechen. Es schmerzte nach wie vor, ihre große Liebe verloren zu haben, und vermutlich würde es noch weitere sechs Jahre dauern, bis Clarke darüber hinweg war. Wenn Lexa noch am Leben wäre, würde sie Clarke dafür bemitleiden und ihr ins Gesicht brüllen, dass sie vernünftig werden und den Toten nicht hinterher trauern sollte, weil sie eben tot waren. Nur war das für Clarke keine Option, denn ohne Lexas harte Worte, die ihr jeden Tag aufs Neue die Richtung wiesen, würde sie auch noch den letzten Rest Verstand verlieren, der ihr geblieben war.
Die legendäre Wanheda am Rande des Wahnsinns.
Wie damals nach dem Massaker in Mount Weather hatte Clarke sich äußerlich sehr verändert: ihr Haar hatte sich zu echten Rastalocken verformt – was jedoch mehr der Tatsache verschuldet war, dass Clarke sich die ersten paar Wochen nach Praimfaya so gut wie gar nicht waschen konnte, weil selbst das Grundwasser verstrahlt worden war –, und so wie die Grounder hatte sich Clarke auch angewöhnt, ihre Kleidung den Umweltbedingungen anzupassen. Um Lexa zu ehren, hatte Clarke sich dieselbe dunkle Bemalung ins Gesicht gestrichen, die der Commander verwendet hatte.
Alles in allem hätte man sie kaum wiedererkannt. Aber das war in den Augen von Clarke etwas Gutes, denn ihr neues Aussehen spiegelte auch die neue Clarke wieder, die aus der Asche von Praimfaya auferstanden war: Das eigene Überleben war inzwischen das Wichtigste, denn ihr Volk, für das sie so leidenschaftlich gekämpft hatte, war entweder eingesperrt in einem Bunker oder tot. Und den Toten trauerte Clarke nicht mehr hinterher. Diese Entscheidung zu überdenken, tat sie erst, wenn sie nicht mehr allein war.
Eine der Fallen, die Clarke aufgestellt hatte, brachte ihr zum Glück mehr als nur einen Hasen. Ein Wildschwein hatte sich darin verfangen und wehrte sich mit aller Kraft gegen die Schnur um seinen Knöchel, aber wenn es hoffte, freizukommen, hatte es sich das falsche Eck vom Green Valley ausgesucht. Clarke packte das Tier an den Hörnern und schnitt seine Kehle sauber durch. Bis es zu zittern aufhörte, hatte Clarke das Schwein schon kopfüber an einen Baum gehangen, damit es ausbluten durfte.
„Yu gonplei ste odon“, entschuldigte sich Wanheda schlicht. „Tut mir leid, aber heutzutage heißt es fressen oder gefressen werden.“
Nachdem sie das Wildschwein ausgenommen und die Haut abgezogen hatte, spießte sie das Tier auf einen Stock, um es später über einem Feuer zu braten. Es war schon dunkel, als die Arbeit komplett getan war. Clarke machte es sich in ihrer Höhle bequem, kuschelte sich in die Felle ihres Betts und zog ein Buch hervor, das sie im Jeep von Bellamy gefunden hatte: weltweite Mythologien. Nichts, was Clarke wirklich interessierte, aber so schlug sie wenigstens etwas Zeit tot. Nachdem sie die erste Seite aufgeschlagen hatte, vergaß sie die Welt um sich herum.

Ein lautes Scheppern vor der Höhle ließ Clarke wie ein verschrecktes Reh aufspringen.
Sofort zog sie sich Stiefel und Jacke an und sprintete nach draußen, um zu sehen, was es war, das sie aus ihrem Halbschlaf geweckt hatte. Ein Blick in den Himmel ließ ihre wildesten Träume plötzlich wahr werden, denn ein orangener Feuerball näherte sich der Erde mit erschreckend schneller Geschwindigkeit. Wie ein Feuerwerk regnete er Richtung Erde, verlor hin und wieder Teile, die augenblicklich verbrannten und in den Wolken lange Streifenmuster bildeten. Verfolgt wurde das Raumschiff von lauten Explosionen und einer Schallwelle, die noch lange in den Tunneln von Clarkes Höhle widerhallte.
„Endlich“, sagte Clarke erleichtert. Das Mädchen rannte zurück ins Versteck und schnappte sich ihren Rucksack, in dem stets einige Vorräte parat waren, falls Clarke so wie jetzt unvorbereitet aufbrechen musste. Hektisch machte sie das Lagerfeuer mit Sand zunichte und sprang in den Jeep, um zur Absturzstelle zu fahren. Ein Blick aus dem Fenster sagte Clarke, dass das Schiff in der Nähe der Berge abstürzen würde, genau am Rande des Green Valley. Kein Ort, an dem Clarke gerne war, doch für ihre Freunde würde sie alles wagen.
Nachts mit dem Fahrzeug durch den Wald zu fahren war Clarke nicht gewohnt, aber die Vorfreude, ihre Freunde wiederzusehen, setzte Bereiche ihres Hirns frei, die sie lange nicht mehr benutzt hatte: Ihre Konzentration war so scharf wie seit Jahren nicht, ihre Bewegungen perfekt eingestimmt, und Clarke wusste immer, wann sie den Jeep drehen und wenden musste, um umgestürzten Bäumen oder Steinen auszuweichen. Sie sah nicht wie das Raumschiff abstürzte, doch die Rauchfahne wenige Kilometer vor ihr, die sich über die Baumwipfel erhob, gab ihr das richtige Ziel vor. Mit einem bleischweren Fuß auf dem Gaspedal näherte sich Clarke ihrer neuen Zukunft.
Oder der alten Vergangenheit.
Schließlich erreichte sie die Absturzstelle und beleuchtete das Wrack mit den Scheinwerfern des Fahrzeugs.
Zu Clarkes Füßen breitete sich ein Schlachtfeld aus zerstörten Raumschiffteilen aus, ein Chaos aus Rumpf, verbogenen Flügelteilen und Metallstücken, von denen sie nicht einmal mehr erahnen konnte, was sie einmal für eine Funktion gehabt haben. Einige ragten aus dem Boden heraus, andere waren viele Meter weit geflogen oder kaum noch im Wald zu erkennen. Und über allem lag ein Feuer: heiße, sengende Flammen, die alles zerfraßen, was sie zu fassen bekamen. Clarke war kurz wie gelähmt.
„Raven?“, rief sie in die Stille hinein, in der Hoffnung, ihre Freundin würde ihr antworten. „Bellamy? Monty?“
Keine Antwort.
Das war kein gutes Zeichen. Clarke suchte sich einen Weg durch die Trümmer zum Wrack durch, quetschte sich durch eine Lücke im Rumpf ins Innere und schaute sich um. Es war nicht viel Platz im Schiffskörper, so viel stand fest. Zu ihren beiden Seiten war um die einen Meter freie Fläche, dann waren bereits die zerfetzten Wände dort, die einmal Sitze beherbergt hatten. Weiter hinten waren einige Transportkisten übrig geblieben, nur deutete nichts darauf hin, dass dieses Schiff bemannt gewesen war. Es gab keine Anschnallgurte mehr, Sitzschalen, keine Waffen oder Anderes, was auf Passagiere hingewiesen hätte. Clarkes Herz sank ihr in die Hose. Das war nur ein Transportschiff gewesen. Wahrscheinlich vorgeschickt, um zu testen, ob eine Landung möglich war.
Der Rauch des Feuers zwang sie wieder ins Freie, bevor sie noch mehr durchsuchen konnte. Clarke musste warten, bis das Feuer erloschen war, auch wenn es ihr schwerfiel, all die Sachen hier zu lassen. Nur wer würde diese Dinge schon stehlen, immerhin war sie ja allein im Valley oder? Es blieb ihr keine Wahl, als im Jeep zu übernachten und zu warten.
Es dauerte mehrere Stunden, bis Clarke die Kisten bergen durfte, aber lohnen tat es sich alle Mal. Die Sonne ging schon auf, als die Kisten mit den haltbaren Lebensmitteln, der Munition und einigen verwendbaren Teilen in Clarkes Gefährt untergebracht waren. Diese Entdeckung würde sie Monate durchbringen, ohne sich Sorgen zu machen, an Hunger leiden zu müssen. Es war ein berauschendes Gefühl, sich mal keine Gedanken darüber zu machen, ob der nächste Tag der letzte sein würde.
Im Stillen dankte Clarke demjenigen, der ihr diesen Segen geschickt hatte, während sie zu ihrer Höhle fuhr und den Proviant dort verstaute. Am knisternden Lagerfeuer durchstöberte Wanheda danach die Metallteile, die sie mitgenommen hatte, und fand noch mehr Nützliches – darunter eine Armbanduhr und sogar Solarplatten, um Energie zu erzeugen. Es war wie im siebten Himmel. Ohne Strom auszukommen war etwas, worauf Clarke sich lange einstellen hatte müssen.
Das große Gebäude von Bekka Pramheda, worin Clarke sich die ersten Wochen nach Praimfaya aufgehalten hatte, war irgendwann der Saft ausgegangen, da die Solarplatten und Energiegeneratoren durch die radioaktive Welle einigen Schaden genommen hatten. Und da Clarke nicht wusste, wie man solche Geräte reparierte – nur Raven oder Monty hätten das gekonnt –, war sie gezwungen gewesen, zu gehen. Alles, was Clarke damals tragen konnte, hatte sie mitgenommen und in ihr neues Zuhause integriert. Ein paar Male war Clarke noch dort gewesen und hatte nach Energiezellen oder Ähnlichem gesucht, doch das meiste war nach dem Abflug ihrer Freunde mit ins All verschwunden, und dort war es unerreichbar, selbst für das Nightblood Wanheda.
Clarke rümpelte noch einige Zeit in den Kisten herum, fand immer wieder Gegenstände, die sie ins Staunen versetzten. Es war fast wie an Weihnachten auf der Arc, an denen sie mit Wells Millionen Geschenke ausgepackt hatte, die ihre Eltern ihnen überreichten. Für einen Moment fühlte sie sich wieder wie ein Kind, das Spaß an allem fand, das sie in den Händen hielt.
Die Sonne war weit hinter den Zenit gewandert, als sich Clarke ein Stück vom Wildschwein des gestrigen Abends gönnte und die Beine hochlegte. Es grenzte an ein Wunder, dass sie überhaupt hier sitzen durfte, nach der starken Verstrahlung von Praimfaya, und Clarke nutzte jede Sekunde voll aus. Sie wusste nicht, inwieweit sich das Nightblood auswirkte, zumindest schützte es sie vor der Strahlung, die zurückgeblieben war. Einen anderen Vorteil – abgesehen vom Tragen der Flamme, die bei Octavia im Bunker war – hatte es ihr noch nicht gebracht, doch selbst für den Schutz war Clarke schon sehr dankbar.
Es wäre schön, wenn sich das schwarze Blut als magisch herausstellen und ihre Freunde auf wundersame Weise zu ihr bringen würde. Jedoch war das eine Hoffnung, die zu einem kleinen unwichtigen Funken zusammengeschrumpft war. Seit dem Betreten der Oberfläche war es Clarke nie gelungen–
„Clarke?“
Erschrocken ließ Clarke das Stück Fleisch fallen und griff zu ihrem Messer, als sie die Stimme vernahm. In der Tür stand ein schwarzer Schatten, groß und eindrucksvoll zugleich. Er sah aus wie ein Mensch, aber Clarke ging niemals ein Risiko ein. Es könnte sein, dass ihr Verstand ihr schon wieder einen fiesen Streich spielte, so wie er es die letzten sechs Jahre andauernd tat.
„Wer bist du?“, fragte die Grounderin angespannt. Langsam erhob sie sich von ihrem Bett und richtete ihre Waffe auf den Eindringling. „Und was noch viel wichtiger ist: Was willst du von mir?“
„Ich fasse es nicht“, sagte die Gestalt ungläubig und trat in den Schein des Lagerfeuers. Es war ein großgewachsener junger Mann, mit dickem, schwarzen Haar und warmen Augen, die das Mädchen vor ihm betrachteten, als hätte sie zwei Köpfe. „Ich bin nur dem Geruch des Feuers gefolgt und dachte die Anderen oder vielleicht einen Grounder zu finden, aber .. du bist es wirklich. Wir dachten, du seist tot.“
„Bleib stehen!“, rief Clarke aus, als der Fremde sich ihr nähern wollte. „Stehen bleiben, habe ich gesagt!“
„Clarke, ich bin’s doch.“ Der Junge hob die Hände. Etwas veränderte sich in seinem Blick, als er sah, dass Clarke sich nicht rührte und ihn weiterhin feindselig betrachtete. „Ich bin’s, Clarke, okay? Bellamy.“
„Bellamy?“ Clarke erstarrte.
Blake nickte und ließ die Hände behutsam wieder sinken. Irgendwas an Clarke war anders, und er war sich nicht sicher, ob er verstand, was es war. „Wo bist du gewesen?“, fragte er schließlich, als Clarke nichts sagte. „Wir haben niemanden auf der Erde erreichen können, nicht einmal Octavia in Polis. Wie.. Wie hast du überlebt?“
„Bellamy“, murmelte Clarke gedankenverloren. Das war keine Halluzination, dafür fühlte es sich zu real an. Da stand wirklich Bellamy, in einer neuen schwarzen Rüstung, die er wohl auf dem alten Ring der Arc zusammengebastelt hatte, mit einer kleinen Handfeuerwaffe an seinem Gürtel und denselben, schokoladenbraunen Augen. Das war wirklich der Junge, mit dem sie die Mitglieder der Skaikru angeführt und vor Praimfaya gerettet hatte. Er war tatsächlich genau vor ihr.
„Bellamy!“
Ehe Bel wusste, wie ihm geschah, hatte Clarke sich schon auf ihn gestürzt und in eine dicke Umarmung gezogen. Bellamy taumelte überrascht zurück, fing sich jedoch lachend wieder und umarmte Clarke mit derselben Intensität, mit der sie ihn drückte. Ihre Herzen pochten wie wild vor Aufregung gegen die Brust des Anderen, und Freudentränen befeuchteten ihre Wangen, völlig überwältigt von ihren Gefühlen und der Tatsache, dass sie endlich wieder vereint waren. Nach sechs Jahren. Es gab nichts, was Clarke jetzt noch glücklicher gemacht hätte.
Sie standen eine Weile so da, lauschten dem Herzschlag seines Gegenübers und genossen die Ruhe, die sie umschloss. Keiner wollte den Anderen loslassen und damit den Moment zerstören. Bellamy roch nach Schweiß und Leder, aber für Clarke war das gerade der schönste Geruch der Welt. Diesmal stieg ihr nicht der Dampf von Laub oder nassem Gras in die Nase, den hatte sie jeden Tag hier, sondern diesmal war es der Duft von einem echten, lebendigen Menschen, der direkt vor ihr stand.
Ein lautes Knacken am Eingang der Höhle ließ Clarkes Aufmerksamkeit sofort wieder auf Hochtouren fahren. Das Mädchen wandte sich um und zog erneut ihr Messer, doch Bellamy kam ihr zuvor und packte Clarke am Arm.
„Clarke, stopp! Das sind vielleicht die Anderen.“
„Die Anderen? Haben sie auch überlebt?“
„Ja, natürlich!“ Bellamy nahm ihr das Messer ab und strich ihr über die Schulter. „Entspann‘ dich, Clarke. Wir sind alle gemeinsam mit Ravens Schiff zur Erde geflogen, aber bei der Landung wurden wir durch die Schleudersitze in alle möglichen Richtungen verteilt. Ich werde sie suchen, okay? Warte einfach hier, und danach können wir über alles reden.“
Clarke schüttelte vehement den Kopf. „Auf keinen Fall. Ich komme mit dir.“
Bellamy zog eine Augenbraue hoch. „Ganz sicher? Du siehst ein wenig durcheinander aus. Vielleicht wäre es besser-“
„Ganz sicher.“ Clarke lief zu ihrem Vorratsschrank und stopfte schnell einige Rationspackungen in ihren Rucksack. „Wenn du glaubst, dass ich hier auf dich warte, dann kennst du mich schlecht.“
Er lächelte sie an, solange er sie dabei beobachtete, wie sie einige Sachen zusammenpackte. „Ich kenne dich nur zu gut“, meinte er leise, sodass sie es kaum hörte. „Aber ich widerspreche dir nicht. Im Moment bin ich einfach nur froh, dass du am Leben bist.“
Clarke hielt in ihren Bewegungen nicht inne, aber Bellamys Worte berührten sie mehr, als sie gedacht hätte.

Die Suche nach Raven und den Anderen stellte sich als schwieriger heraus, als zuerst gedacht. Bellamy und Clarke suchten stundenlang, erst im Tageslicht, danach in der untergehenden Sonne und schließlich sogar in der Dunkelheit der Nacht, nur mit einer Taschenlampe und Clarkes Spurensucherfähigkeiten im Gepäck. Bellamy war nach sechs Jahren im All nicht sehr hilfreich, da er sich erst wieder an die Umstände auf der Erde gewöhnen musste, bevor er wieder in die Rolle des Jägers und Anführers schlüpfen konnte. Die Schwerkraft war anders, sagte er, und er musste erst wieder Muskeln aufbauen, ehe er auch nur daran denken würde, irgendwelche anderen Trips in den Wald zu machen.
Bellamy erzählte Clarke während der Suche, wie es die Gruppe geschafft hatte, sechs Jahre im All zu überleben und warum es noch ein Jahr länger gedauert hatte, wieder zurückzukehren. Offenbar hatte sich noch Hydrazin auf dem Ring befunden, der aber unbrauchbar gewesen war, solange Raven die Rakete nicht wieder in Schuss gebracht hatte. Verzögert wurde die Rückreise außerdem durch den Gedanken, dass es niemanden mehr auf der Erde geben könnte, der sie dort erwarten würde – so wie Clarke es geahnt hatte. Sie war umso glücklicher, dass Bellamy die anderen davon überzeugt hatte, dennoch wieder nach Hause zu fliegen. Die Flucht auf den Ring war nur vorübergehend gewesen, und Clarke war froh, dass Bellamys Sichtweise nach all der Zeit noch genauso war.
Und dann war Clarke dran. Sie ließ kein Detail aus, als sie Bellamy von ihren Jahren auf der Erde berichtete und zu welchen Mitteln sie manchmal greifen musste, um zu überleben. Inzwischen ähnelte ihr Leben mehr dem eines Grounders, als dem eines Skaikru. Bellamy hörte ihr schweigend zu, setzte sein nachdenkliches Gesicht auf und stellte selten Fragen, aber er lächelte jedes Mal, wenn Clarke sich zu ihm umdrehte. Ihre unvorhergesehene Rückkehr setzte wieder Gefühle in ihm frei, die er glaubte, im Feuer des Praimfaya verbrennen gesehen zu haben.
Schließlich sah Clarke ein, dass es sinnlos war, ohne Ziel im dunklen Wald herumzulaufen. Sie und Bellamy machten auf einer kleinen Lichtung unterhalb eines Felsvorsprungs Rast, um bis zum Morgen zu warten. Sie breiteten ihre Schlafsäcke aus, machten ein Lagerfeuer und teilten sich eine der Rationspackungen, die Clarke mitgenommen hatte. Um einen Angriff brauchten sie sich keine Sorgen zu machen – außer ihnen und den restlichen Schiffbrüchigen lebte kein anderer Mensch im Green Valley.
„Hey, Clarke.“ Bellamy schaute von seinem Schoß auf und blickte Clarke über das Lagerfeuer hinweg in die Augen. „Du hast mir zwar schon gesagt, was mit Octavia und dem Rest in dem Bunker passiert ist, aber.. Denkst du, sie könnte noch leben?“
Clarke überraschte diese Frage nicht. „Ich weiß es nicht“, sagte sie ehrlich und schlang die Arme um die Knie. „Kann sein. Octavia ist stark und klug, ihr wird schon nichts geschehen sein. Wenn sie noch lebt – und das glaube ich –, wird sie alles versuchen, wieder zu uns an die Oberfläche zu kommen. Der einzige Grund, warum sie es noch nicht getan haben könnte, wenn sie doch noch lebt, ist der, dass sie nicht kann.“
„Wie meinst du das?“
„Polis liegt in Trümmern, Bel“, erklärte Clarke simpel. Bellamy warf ihr über das Feuer einen frustrierten Blick zu. „Der Turm ist eingestürzt, ebenso der Zugang zum Bunker. Ich schätze, die Überlebenden sitzen da unten genauso fest wie ihr im All festgesessen habt.“
„Warum hilfst du ihnen dann nicht?“ Bellamy stand auf und ballte die Hände zu Fäusten. „Meine Schwester ist da unten, eingesperrt mit dreihundert Groundern, die ihr vermutlich jede Sekunde nach dem Leben trachten!“
„Octavia ist ihr Commander.“ Clarke ließ Bellamys Wutausbruch komplett kalt, auch wenn sie Bel dafür bewunderte, dass er sich trotz langer Trennung noch immer so um seine Schwester sorgte. „Ich habe bereits versucht, die Trümmer mit dem Jeep zu entfernen, aber er hat nicht genug Kraft. Irgendwann sind die Räder durchgedreht und haben sich verfahren. Solange du also keinen anderen Weg findest, deine Schwester dort rauszuholen, solltest du schnell wieder runterkommen, denn so bringt uns das auch nicht weiter.“
Bellamy seufzte und wandte sich ab.
Clarke verstand seinen Kummer, wahrscheinlich besser als er ihn selbst verstand. Anders als Bellamy war sie sechs Jahre allein gewesen, anders als er war sie völlig vernünftig, was Gefühle anging, da sie sie viel zu lange gemieden hatte. Sie wusste, wann es Zeit wurde, loszulassen. Clarke kam auf die Beine und näherte sich ihm.
„Hör zu“, sagte sie leise und legte Bellamy eine Hand auf den Arm. Bellamy zuckte kurz zusammen, als hätte er einen Stromschlag bekommen, ging jedoch nicht auf Abstand. Er starrte stattdessen gedankenverloren in die Flammen des Feuers, als wäre dort etwas, das Clarke nicht sehen konnte. Clarke musterte ihn gründlich von der Seite. „Ich weiß, wie du dich fühlst. Es kann frustrierend sein, jemanden retten zu wollen, der nicht gerettet werden kann. Aber das sollte nicht bestimmen, wer du bist, Bel. Du hast Octavia ihr ganzes Leben beschützt und dabei stets deine eigenen Bedürfnisse unter die ihren gestellt. Du warst schon immer stark, unbeugsam und furchtlos. Und genau das solltest du auch jetzt wieder werden, wenn du in dieser rauen Welt überleben willst – glaube mir, ich spreche aus Erfahrung.“ Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. „Erinnerst du dich daran, was ich zu dir sagte, bevor wir uns das letzte Mal gesehen haben?“
Natürlich wusste er das. Bellamy erinnerte sich an alles, was Clarke jemals zu ihm gesagt hatte.
Du hast so ein großes Herz, Bellamy. Deshalb folgen dir die Menschen, und du inspirierst sie. Aber der einzige Weg, um sicherzustellen, dass wir überleben, ist wenn du deinen Kopf genauso benutzt wie dein Herz.
„Du erinnerst dich.“ Clarke strich ihm liebevoll eine seiner Locken aus den Augen, als Bel sich zu ihr umdrehte. „Dann hast du mich da oben also nicht vergessen.“
„Niemals.“ Bellamy nahm Clarkes Gesicht in die Hände und sah eindringlich auf sie herab. Seine Worte waren ehrlich und ließen keinen Platz für Widerspruch. „Es verging kein Tag, an dem ich nicht an dich gedacht habe, Clarke. Immerhin hast du uns allen den Arsch gerettet, da wäre es eine Schande, das nicht anständig zu ehren.“
Clarke lachte leise. Sie legte ihre Hände auf die von Bellamy und schloss kurz die Augen. Die Erinnerungen, die wieder in ihr auflebten, waren sowohl schöner, als auch trauriger Natur. Aber bedeutsam war daran nur, dass Bellamy in jeder einzelnen von ihnen eine Rolle gespielt hatte.
„Wir sind schon irgendwie ein ulkiges Pärchen, du und ich“, meinte Clarke amüsiert. Sie wollte ihre Arme senken und wieder zu ihrem Schlafsack gehen, doch im selben Moment bemerkte sie, dass Bellamy seine Finger mit den ihren verschränkte hatte und Clarke nicht gehen lassen wollte. „Bellamy?“
Blake antwortete nicht. Er betrachtete forschend dieses Mädchen vor sich, das sich sechs Jahre allein durchgeschlagen und auf wundersame Weise kein bisschen dabei verändert hatte. Sie war noch dieselbe Clarke, mit ihrem unverrückbaren Dickkopf, der versteckten Weisheit hinter den kindlichen Zügen und diesen unglaublich schönen blauen Augen, in denen jedes Mal silberne Pünktchen tanzten, wenn Licht darauf fiel. Vielleicht hatte sie sich äußerlich verändert, aber im Herzen war sie noch die Clarke, die Bellamy widerwillens zurückgelassen hatte.
„Es tut mir Leid“, sagte er plötzlich und brachte es nicht mehr fertig, Clarke anzusehen. Bellamy wandte sich ab, Scham und Schuld breiteten sich vor ihm wie ein Tuch aus und führten ihm mit einem Mal alle Fehler vor Augen, der er je gemacht hatte. Der Schlimmste von allen: Die Erde verlassen zu haben, ohne sich zu vergewissern, dass das Mädchen, das er liebte, nicht doch noch irgendwo da draußen war. Gleich danach: Diesem Mädchen nie gesagt zu haben, was er für sie empfand. Clarke stand nun direkt vor ihm, und er brachte es nach wie vor nicht fertig, ihr die Wahrheit zu sagen. „Es tut mir Leid, dass du das alles durchmachen musstest, Clarke“, fuhr er fort und stützte sich hilfesuchend an einem Baum ab. „Ich hätte noch länger auf dich warten sollen. Ich hätte Raven ganz sicher davon überzeugt, wenn wir nur mehr Zeit gehabt hätten. Ich-“
„Bellamy..“
„Ich hatte solche Angst, Clarke. Wir alle hatten das. Alles ging so schnell und-“
„Bellamy!“
Bellamy schaute auf und bemerkte, dass Clarke genau neben ihm stand und ihre Hand auf seinen Rücken gelegt hatte. Die Entschlossenheit in ihrem Blick sagte ihm, dass nichts von dem, was er ihr erzählte, noch relevant für sie war. Clarke hatte mit Praimfaya abgeschlossen.
„Was geschehen ist, ist geschehen“, war alles, was Clarke dazu sagte. „Ich verurteile dich nicht dafür, einen Rat befolgt zu haben, den ich dir selbst gegeben habe. Es ist so viel Zeit vergangen, Bel. Ich war dir nie böse, niemandem von euch. Ich war froh, dass ich mich für euch opfern konnte, denn ich wusste, dass ihr dadurch überlebt.“ Sie schenkte ihm wieder dieses herzzerreißende, sorglose Lächeln. „Und nun seid ihr wieder da. Das ist das Einzige, was zählt. Zumindest für mich.“
Das brachte das Fass zum Überlaufen. Bellamy beobachtete, wie Clarke ihre wohlgeformten Lippen bewegte, wie sie ihm sagte, dass ihre Gefühle sich nicht geändert hatten, und fühlte sich so stark zu ihr hingezogen, dass er sich nicht mehr zurückhalten konnte. Clarke hatte gerade den Satz beendet, da beugte er sich schon zu ihr herunter und küsste sie.
Clarke riss erschrocken die Augen auf, als Bellamy sie so Hals über Kopf überraschte. Doch in der nächsten Sekunde schloss sie die Lider und erwiderte den Kuss mit einer Leidenschaft, die beide überwältigte. Clarke fuhr Bellamy durchs Haar und stemmte sich gegen ihn, sodass Bel mit dem Rücken gegen den Baumstamm hinter ihm gepresst wurde. Ehe er wusste, was überhaupt los war, lagen seine Rüstung und sein Hemd bereits auf dem Waldboden. Die Rinde des Baumstamms kratzte auf seiner nackten Haut, doch es waren Clarkes kundige Hände auf seiner Brust, die seine volle Aufmerksamkeit verlangten.
Bellamy glitt mit der Zungenspitze sanft über Clarkes Unterlippe, und sie keuchte lustvoll. Bel nutzte den Moment, um sich umzudrehen und die Rollen zu tauschen. Jetzt war es Clarke, die mit dem Rücken gegen den Baum gepresst wurde, aber das schien sie nicht im Geringsten zu stören. Er fuhr mit den Händen an ihrer Taille hoch, das Shirt nahm er beim Saum und zog es gleich mit. Danach fuhr er mit den Händen ganz langsam über Clarkes Gesicht, weiter von ihrem Kinn über den Hals und dann wieder zur Taille, fast wie ein Hauch. Die Schmetterlinge in Clarkes Bauch wurden sofort so stark, wie sie es noch nie empfunden hatte. Das Kribbeln explodierte in alle Richtungen, bis in die letzten Ecken ihres Körpers. Clarke hielt es einfach nicht mehr aus, Bellamy die Genugtuung zu lassen, dass er sie an den Rand der Besinnungslosigkeit trieb, während sie nur so da stand und nichts tat.
Der Kuss wurde intensiver, drängender. Clarke zog den halbnackten Bellamy so nah an sich heran, dass nicht mal ein Blatt Papier dazwischen gepasst hätte. Das Verlangen brannte sich von Clarkes Bauch wie ein Lauffeuer durch ihren Körper, entfachte jede Faser, die es auf seinem Weg passierte. Sie konnte seinen reinen, lebendigen Duft auf der Zunge schmecken, und sie spürte, wie unglaublich heiß seine Haut unter ihren Fingerspitzen war.
Jetzt gab es kein Zurück mehr.
Clarke schlang ein Bein um Bellamys Hüfte und reckte sich ihm entgegen, was ihm, ohne es zu wollen, ein leises Stöhnen entlockte. In beiden pochte es vor Begier, ihre Körper standen in Flammen. Bellamy unterbrach den Kuss für einige quälende Sekunden, um den Rest seiner Kleidung loszuwerden, Clarke tat dasselbe. Als nächstes hob er sie federleicht hoch und drückte sie erneut gegen den Baumstamm, wo Clarke die Beine um Bellamys Hüften klemmte und sich in seinen Rücken krallte. Clarke fühlte Bellamys Zunge erneut Einlass in ihren Mund bitten, und sie gewährte sie ihr nur zu gern. Vorsichtig tauchte sie hinab, neckte, massierte und vereinnahmte dezent Clarkes Mund. Lustvoll presste Bellamy seinen Mund auf ihren, und Clarke gab sich den Liebkosungen hin, vergrub ihre Finger in seinen Haaren und drückte ihn nur noch fester an sich.
„Bel“, flüsterte Clarke, als sie schwer atmend Luft holte.
„Hmm?“, murmelte Bellamy an ihrer Haut. Seine Lippen waren schon wieder dabei, ihren Hals mit Küssen zu bedecken.
„Ich will nur sagen, dass..“ Clarke zögerte und spuckte es schließlich aus. „Danke.“
„Was habe ich denn getan?“, fragte Bellamy verwirrt und löste sich von ihrem Schlüsselbein, um sie anzusehen.
„Du hast mich gerettet“, erwiderte Clarke und umfasste seinen Hinterkopf. Kleine Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln, aber es waren Tränen der Freude und nicht der Trauer. „Du hast mich schon so oft gerettet, sei es vor Anderen oder vor mir selbst. Ich weiß, ich sage dir das nicht so oft wie ich sollte, aber du sollst wissen, dass es niemanden gab, mit dem ich mich je mehr verbunden gefühlt habe.“ Sie legte ihre Stirn an seine. „Danke, dass du geblieben bist, selbst als der Rest gegangen ist.“
Clarke brachte Bellamy immer aufs Neue ins Staunen. Es gab Situationen wie diese, da gab Clarke Dinge von sich, die Bellamy sich niemals vorgestellt hatte, jemals im Leben von ihr zu hören. Dies war eins davon.
Stumm strich er mit dem Daumen über Clarkes Wange und versuchte ihr allein mit seinem Blick mitzuteilen, was er mit Worten nicht auszusprechen vermochte. Er liebte sie, und Clarke sollte das wissen, ehe er auch nur einen weiteren Schritt mit ihr gehen würde.
Ihr Nicken und der anschließende Kuss waren Antwort genug. Und solange der Mond sprenkelnd-silberne Muster auf die Erde warf, vermischt mit den Lichtspielen eines einzelnen Lagerfeuers mitten im Wald, vereinten sich zwei Liebende, die sich längst hätten finden sollen.
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