Du bist ein Zauberer ... Dudley

GeschichteAllgemein / P16
Draco Malfoy Dudley Dursley Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
08.11.2017
14.02.2020
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93. Meisters Erbe

--- Harrys POV ---

Tatsächlich nutze Sirius die nächsten Tage, um Harry die wichtigsten Aspekte seiner Familie zu vermitteln: Die Blacks tauchten das erste mal 1066 als Verteidiger der City of London auf, nur wenige Kilometer vom Grimmauld Place entfernt. („Du siehst Harry, wir haben es weit gebracht.“) Die meisten Oberhäupter der Blacks hießen Antares aber andere Sternnamen waren auch genehmigt. Die Blacks waren besonders gut in Verwandlungen, was Harry arg an seiner Eignung als Erben zweifeln ließ, doch Sirius schien sich kaum Sorgen zu machen: Die Potters seien entfernt mit den Blacks verwandt und er habe schon genug abbekommen, um von der Magie nicht abgelehnt zu werden.
„Und falls nicht, ist das natürlich auch überhaupt nicht schlimm.“, hatte Sirius ihm munter erklärt. „Dann wirst du einfach nur das ganze Gold bekommen und ich bearbeite Tonks noch ein wenig, dass sie es macht.“
„Es würde dir also nichts ausmachen?“
Eindringlich hatte Sirius ihn angesehen. „Harry, ich bin dein Pate, ganz gleich was auch immer geschehen mag! Ich hoffe das ist dir klar?“
Harry hatte genickt und versucht den Kloß in seinem Hals zu ignorieren. Mit einem Zwinkern hatte Sirius sich das letzte Stück Pizza von seinem Teller geschnappt. „So schnell wirst du mich nicht mehr los, Kleiner.“
Neben dem ganzen Geschichtskram übte Sirius natürlich auch noch weiter Okklumentik mit ihm und zeigte ihm einige Kniffe bei seinen Wandlungszaubern. Schildkröten in Tassen verwandeln, konnte er jetzt auf jeden Fall. Alles in Allem wurde es eine ziemlich ergiebige zweite Ferienwoche.
Natürlich war Hermine wahnsinnig neugierig, als er ihr von der Erbensache schrieb. Sie langweilte sich furchtbar in Crawley aber ihre Eltern bestanden wohl darauf, jeden Tag irgendwelche Freunde von ihnen zu besuchen und ihre Tochter mitzuschleifen. Sie berichtete ausführlich von ihren Wiederholungen des Lernstoffes und hatte schon zwei Bücher über seltene Schlangen bei Flourish and Blotts geordert, um Tante Petunias Vermutung weiter auf den Grund zu gehen. Auch hatte sie die ein oder andere beunruhigende Information über Besessenheit an ihn weiter geleitet. Blässe, Erinnerungslücken, die Tendenz sich zurückzuziehen und vor allem eine völlige Willenlosigkeit. Harry hoffte weiterhin inständig, dass Hermine auf dem Holzweg war, doch mit jedem Tag der Recherche stieß sie auf weitere belastbare Fakten.
Die Nächte neben dem Medaillon waren weiterhin kurz aber Sirius hatte wirklich genug zu tun. Mittlerweile brachte Kreacher schon für ihn sein Bettzeug hinunter. Harry konnte sich nicht wirklich vorstellen, den Elfen einmal zu erben aber vermutlich gehörte das dazu; so wie Tante Petunias Rosenkohl zum Braten.
Es war bereits die Nacht von Donnerstag auf Freitag, die Nacht bevor Sirius ihn als Erben einsetzen wollte, als Harry das leise Bedürfnis verspürte, das Medaillon aus der Vitrine zu nehmen. Vorsichtig linste er zur Seite, doch Kreacher war nirgendwo zu sehen. „Specialis Revelio“, murmelte er und dankte im Stillen, dass sie den Zauber bereits in Arithmantik besprochen hatten. Ein schwaches Flimmern leuchtete an der Tür zur Vitrine auf – vermutlich ein einfacher Alarm. „Quietus.“, flüsterte Harry. Er spürte die Tür leicht erzittern, als er die Vitrine öffnete, doch weiter passierte nichts. Fast schon zu einfach, überlegte er. Wenn Sirius diese Sachen nur so rudimentär geschützt hatte, konnten sie wohl nicht allzu gefährlich sein.
Schon hatte er das Medaillon in der Hand. Es fühlte sich seltsam kühl an und in ihm schien etwas zu pochen. Er versuchte es zu öffnen, doch das Scharnier schien zu klemmen. Neugierig begutachtete er den Gegenstand. Er hing an einer Silbernen Kette, doch das Medaillon selbst war schien aus purem Gold zu sein. In die Vorderseite waren Smaragde in Form eines S eingelassen. Im schwachen Licht seines Zauberstabes hatten sich fast etwas von... einer Schlange!
„ÖFFNE DICH!“ Ehe er wirklich darüber nachgedacht hatte, ehe dass er überhaupt registriert hatte, was er da tat, hatte Harry die Worte in Parsel gesprochen. Ein sengender Schmerz durchzuckte seine Narbe. Mit einem leisen „Klick“ öffnete sich das Medaillon und in dem Fenster für das Foto erschien das Bild eines jungen Mannes. Er hatte schwarzes Haar und ein hübsches Gesicht, doch seine Wangen waren hohl und seine Augen blutunterlaufen.
„Hallo, Harry Potter. Ich habe dich erwartet.“
Eine schwarze Wolke stieg aus dem Medaillon hervor. Panisch sprang Harry auf und ließ es fallen, doch die Wolke bewegte sich langsam und unaufhaltsam in Harrys Richtung. Wieder sendete seine Narbe einen stechenden Schmerz aus.
KRACH! Kreacher erschien mitten ihm Raum und blickte sich panisch um. „Das Halbblut hat das Medaillon geöffnet!“, rief der Elf schockiert. „Meister Regulus Medaillon!“
Schockstarr und halb blind vor Schmerzen beobachtete Harry wie Kreacher zu dem Medaillon rannte und versuchte es aufzuheben. „Aahh! Es brennt“, schrie der Hauself und umwickelte seine Hände mit Fetzen aus seinem Geschirrtuch.
Die Wolke war nun mitten über Harry und hatte ihn eingehüllt. Jeder offen liegende Zentimeter seiner Haut brannte und warf Blasen. Er spürte wie sich der Rauch auf Mund und Nase legte und versuchte, sich seinen Weg zu bahnen. In seinem Kopf sah er Quirrel sterben und die gleiche schwarze Substanz, die ihn damals verlassen hatte. „Was, wenn sie Besessen sind?“, hallte Hermines Stimme in seinem Kopf und verklang zu einem letzten, verzweifelten Gedanken: Er durfte unter keinen Umständen dieses Zeug einatmen!
Schnapp!
Mit dem Verschließen des Medaillons verschwand die Wolke augenblicklich und der Schmerz in seinem Kopf verebbte langsam zu einem dumpfen Pochen. Keuchend kroch Harry Richtung Kreacher, der das immer noch rot glühende Medaillon mit dem Fuß in eine Ecke. Die Hände des Elfen waren von scharlachroten Brandmalen übersät und seine ganze Gestalt zitterte.
„Danke Kreacher.“, keuchte Harry und sah dem glühenden Medaillon nach, als er auch schon Sirius über die Treppe poltern hörte.
„Oh nein.“, seufzte Harry leise. Jetzt hatte er eine Menge zu erklären.

Sirius war natürlich außer sich gewesen. Er hatte das halbe Haus zusammen gebrüllt, dass dies genau die Dinge seien, mit denen Harry zu ihm kommen solle und ob er ihm denn gar nicht vertraue. Einen kurzen Moment hatte Harry geglaubt, er wolle auf ihn losgehen, stattdessen zertrümmerte Sirius den halben Raum ehe er mit seiner Triade fortfuhr. All die Elternsachen eben nur in schlimmer, sodass Harry schließlich doch die ein oder andere Träne zerdrückt hatte. Dann hätte er Kreacher fast Kleidung gegeben, wenn Harry nicht zuerst seinen Teil der Geschichte herausgebracht hätte. Schließlich berichtete Kreacher, Sirius Bruder habe ihm das Amulett kurz vor seinem Tod gegeben, um es zu zerstören.
Keine zehn Minuten später hatte Madam Pomfrey seine Arme und sein Gesicht mit einer stinkenden Tinktur eingerieben, ehe Sirius ihn zu dem hässlichen Wasserspeier eskortiert hatte. Nun saß er mit einem kochenden Paten in Dumbledores Büro und wartete auf den Schulleiter.
„Hi Fawkes.“, murmelte Harry niedergeschlagen und der Phönix begann beruhigend vor sich hinzusummen, als sich die Tür hinter dem Schreibtisch bereits öffnete und Dumbledore in Schlafanzug und Bademantel in sein Büro trat.
„Guten Morgen Sirius. Guten Morgen Harry. Was verschafft mir die Ehre zu so früher Stunde?“
Sirius warf ihm einen immer noch wütenden Blick zu und legte das Tuch mit dem Medaillon darin auf den Tisch. „Ein kleines Souvenir meines Todesser Bruders. Goldstein und Gamp hatten das Haus für halbwegs begehbar erklärt. Alles Gefährliche hätte eigentlich bei ihnen in der Werkstatt oder zerstört sein sollen.“
Neugierig wog Dumbledore das Stofftuch in seinen Händen. Mit seinen langen Fingern packte er das Medaillon aus und ließ es an der Kette baumeln. „Wie eigenartig.“, murmelte er leise und fuhr die S-förmigen Smaragde mit seinen Fingern ab. Schließlich versuchte er es zu öffnen.
„NEIN!“, schrie Harry, doch das Medaillon blieb verschlossen und machte keine Anstalten, seine Scharniere zu bewegen.
„Äußerst eigenartig.“ Staunend wog Dumbledore das Medaillon in der Hand und tippte es an verschiedenen Stellen mit seinem Zauberstab an. „Hat es sich dir etwa geöffnet, Harry?“
„Professor, das Medaillon ist gefährlich. Bitte, Sie dürfen es auf keinen Fall öffnen.“, flehte Harry, doch Dumbledore murmelte bereits eine ganze Reihe von Zaubern, die Harry noch nie gehört hatte. Das matte Gold spiegelte sich in den Halbmondgläsern seiner Brille und Harry meinte, einen seltsam gierigen Ausdruck dahinter zu sehen. „Professor, bitte!“, schrie Harry.
„GENUG!“ Mit einer schnellen Bewegung schnappte Sirius das Medaillon direkt aus Dumbledores Hand und schleuderte es in hohem Bogen auf eines der Bücherregale.
Für einen kurzen Moment wanderte ein Schatten über Dumbledores Gesicht und es sah fast so aus, als würde er sie angreifen. Dann war es vorbei.
„Harry.“, keuchte Sirius und hörte sich zum ersten mal an diesem Abend wirklich furchtsam an. Sein Gesicht war so blass wie bei seiner Verhandlung. „Bitte erzähle Professor Dumbledore, was du heute Nacht erlebt hast.“
Harry räusperte sich. Wo sollte er nur anfangen? Er begann mit dem Schlafwandeln und der seltsamen Vitrine, Kreachers kleinem Geheimnis und wie er begonnen hatte, neben der Vitrine zu schlafen. An dieser Stelle hätte Sirius fast einen weiteren Wutanfall gehabt. Nach vielen „Merlin, warum habe ich nichts bemerkt!“ und „Warum hast du denn nichts gesagt?“ unterbrach Dumbledore ihn schließlich.
„Es ist genug, Sirius.“ Der alte Schulleiter seufzte leise. „Ich denke, unser junger Harry sollte ein bisschen weniger in die Bücher schauen und etwas häufiger an die frische Luft gehen.“, er lächelte seine beiden Gäste über seine Brille großväterlich an. „Ich vermute einmal, ihr habt weiter Okklumentik geübt?“
Fassungslos sah Harry ihn an. Natürlich hatten sie das und anschließend war er dem Medaillon immer näher gekommen. Was hatte er sich nur dabei gedacht! Wenn der Unterricht ihm schon in Hogwarts halb den Schädel spaltete, welche Angriffsfläche musste sein Geist dann diesem Ding gegeben haben?
Offenbar war Dumbledore zu demselben Schluss gekommen. „Ich denke, Okklumentikstunden finden in Zukunft besser ausschließlich in der relativen Sicherheit von Professor Snapes Büro statt, Harry. Und nun fahr bitte fort.“
Also berichtete er von ihrem Ausflug mit den Schlangen und Tante Petunias Verdacht und schließlich, wie er das Medaillon genommen hatte, wie die Smaragde ihn angesehen hatten, wie eine Schlange und...
„Und du befahlst ihm in Parsel, sich zu öffnen.“, schloss Dumbledore müde und seufzte schwer. „Eines der letzten Erbstücke Slytherins selbst und ein geistig verwundeter Junge im Haus, der auch noch seine wohl berühmteste Begabung besitzt. Das Medaillon muss eine unglaubliche Anziehungskraft auf dich gehabt haben.“
Harry nickte erschöpft. Er hatte das Gefühl versagt zu haben. „Als ich es erst einmal in der Hand hielt,“, gestand er, „da habe ich kaum noch nachgedacht. Ich habe es mir angesehen und dann sprach ich schon die Worte, ohne auch nur eine Sekunde zu überlegen, dass dieses Ding gefährlich sein könnte. Es tut mir Leid, Professor.“
Dumbledore seufzte. „Ich denke, wir alle haben vor nicht fünf Minuten gesehen, dass ich es keinen Deut besser gemacht hätte.“, gestand er mit einem mahnenden Blick an Sirius. „Du hattest nur das einmalige Pech, der wohl erste lebende Parselmund seit gut einem halben Jahrhundert zu sein.“ Dumbledore schnippte mit seinem Zauberstab und drei Becher heißer dampfender Schokolade erschienen vor ihnen. „Und nun sei so gut, und erzähle diese aufreibende Geschichte zu Ende, damit dich dein besorgter Pate endlich wieder ins Bett schicken kann.“
Harry räusperte sich und berichtete von dem Mann, der Wolke und den Schmerzen in seiner Narbe. Dumbledore wäre fast der Becher aus der Hand gefallen. „Wie genau sah der Mann aus?“, fragte Dumbledore geschockt, also beschrieb Harry ihn so gut er konnte. Er war gerade bei den Augen des Mannes angekommen, als Dumbledore aufsprang und zu einem seiner Schränke ging.
„Bitte verzeih, Harry aber ich denke, wir sollten diese Erinnerung gemeinsam sehen. Deine Erzählung übersteigt jede meiner Befürchtungen. Tilly, Nilly.“, mit einem leisen Plopp erschienen die Hauselfen. „Bitte achtet auf dieses Medaillon auf dem Regal während wir drei im Denkarium sind. Ihr dürft es auf keinen Fall direkt berühren. Es ist ein sehr gefährlicher schwarzmagischer Gegenstand.“
Die Hauselfen taten wie ihnen geheißen, während Dumbledore das Denkarium auf den Tisch stellte. „Harry, dies ist...“
„Er weiß, was ein Denkarium ist.“, unterbrach Sirius und wandte sich zu ihm. Erschöpfte graue Augen fixierten ihn, als sein Pate seinen Zauberstab hervor holte. Ruhig erklärte er: „Harry, ich muss dir gleich die Erinnerung aus deinem Kopf entnehmen. Dafür musst du an die Ereignisse heute Nacht denken und es ist sehr wichtig, dass du mir die Erinnerung bereitwillig überlässt. Wir geben sie dir zurück, sobald wir sie gesehen haben.“
Harry schloss die Augen und folgte Sirius Anweisungen, als er einen Zauberstab an seiner Schläfe spürte. Er konnte geradezu fühlen, wie die Geschehnisse seinem Hirn entrungen wurden, als ein gezackter silbriger Faden auch schon in dem runenbesetzen Becken schwamm.
„So frisch.“, seufzte Dumbledore und tauchte den Kopf in die Schale.
„Du musst nur die Oberfläche berühren.“, krächzte Sirius. „Es fühlt sich ein wenig an als ob man hindurch fällt aber dir wird nichts passieren.“
Es war fast noch schlimmer beim zweiten Mal. Diesmal hatte er keine Schmerzen in der Narbe doch er konnte nichts tun, um sich selbst davon abzuhalten, das Medaillon zu öffnen. Die Gestalt jagte ihm beim Ansehen Schauer über den Rücken und schlagartig wurde ihm klar, wo er die Stimme schon einmal gehört hatte.
„Voldemort!“, keuchte er. „Das da ist Voldemort!“
Dumbledore nickte. „Sehr richtig, Harry.“, stimmte er anerkennend zu, während Kreacher vor ihnen beherzt das Medaillon schloss und der schwarze Rauch zerstob. Sie sahen noch Sirius ins Zimmer stürmen und brüllen, als Dumbledore sie beide an den Armen griff und aus der Erinnerung hinauszog.
Sobald sie wieder festen Boden unter den Füßen hatten, erhob Dumbledore sich und setzte eine Reihe storchbeiniger Instrumente in dem Raum in Gang. Harry hatte keine Ahnung, wozu sie gut waren, doch statt des üblichen Surrens und Paffens erklang das Büro nun in einer schrillen Kakophonie von Kreischen und Kratzen. Schließlich ließ Dumbledore die Geräte mit einem Schwung seines Zauberstabes verstummen und nahm von Neuem seinen Platz hinter dem Eichenholzschreibtisch ein.
„Wer weiß von dem Medaillon?“, fragte der alte Schulleiter schwer atmend.
Sirius räusperte sich. Seine Finger zitterten und er war noch eine Spur bleicher geworden. „Harry, ich, Sie, Kreacher.“, zählte er krächzend auf. „Ich bezweifele, dass der alte Gamp es je zu Gesucht bekommen hat.“
„Nein, vermutlich hat Kreacher diese besondere Gabe seines Herren zeitig in Sicherheit gebracht.“, stimmte Dumbledore ruhig zu. „Nun, ich denke wir sind uns einig darin, niemand weiteres hierin einzuweihen. Nicht einmal Mr Weasley oder Miss Granger, Harry.“, setzte er bestimmt hinzu. „Wenn ich mit meiner Vermutung zur Natur dieses Gegenstandes richtig liege, dann ist es von immenser Bedeutung, dass dies ein Geheimnis zwischen uns bleibt.“
Widerwillig nickte Harry. Es würde nicht leicht werden den beiden etwas vorzumachen aber er würde schon genug Anderes aus den Ferien zu erzählen haben.
„Zum Zweiten bitte ich dich, Harry, dir genau einzuprägen, wie dieser Gegenstand auf dich eingewirkt hat. Ich weiß, dass dies eine schmerzhafte Nacht für dich sein muss aber es ist wichtig, dass du weißt, wie es sich anfühlt, sollte das Medaillon oder... ein anderes seiner Art noch einmal in deiner Nähe sein.“
„Es gibt noch andere dieser...Dinger?“, brach es aus Harry hervor.
Für einen kurzen Augenblick schien der alte Schulleiter zu zögern. „Möglicherweise.“, es klang wie ein tiefes Seufzen. „Solltest du jemals einen solchen Gegenstand finden, dann komme sofort zu mir, verstehst du? Für deine eigene Sicherheit und auch die aller Anderen in deinem Umfeld.“
Harry nickte und beobachtete wie Dumbledore das Medaillon mit einem dicken Stofftuch vom Regal holte und zum Sprechenden Hut ging. „Denkst du, du kannst das verwahren?“, fragte Dumbledore an den Hut gewandt.
Die piepsige Stimme des Hutes lachte. „Das ist doch das Gute daran, ein Alter Hut zu sein. Was euer Menschenfleisch so plagt, kann mir nichts anhaben.“ Dann machte der Hut einen Satz und stülpte seine Krempe über das Medaillon. Harry musste es sich einbilden, doch er glaubte, ein leises Rülpsen zu hören.
Nachdenklich musterte Dumbledore Harry und Sirius über seine Halbmondbrille hinweg. „Ich denke, du bist wohl so weit, Harry.“, überlegte er leise und öffnete eine Schublade in einem der alten Schränke hinter ihm. Etwas silbrig schimmerndes kam zum Vorschein, wie Wasser.
„Du hattest ihn die ganze Zeit?“, japste Sirius.
Dumbledore nickte kurz und wandte sich dann ihm zu. „Dies Harry, ist ein Tarnumhang. Dein Vater vertraute ihn mir zur Aufbewahrung an, bevor er starb. Er ist ein altes Erbstück, welches seit Jahrhunderten unter den Potters weitergegeben wurde und sehr wertvoll. Ich denke, es ist an der Zeit, dass du ihn erhältst.“
Harry nahm den Umhang entgegen. Er fühlte sich sehr leicht und angenehm kühl an; und seltsam Vertraut, wie ein alter Freund. Vorsichtig faltete er den Stoff auseinander und legte ihn um. Er keuchte auf, als seine Arme und Beine vor seinen Augen verschwanden.
„Oh Harry, wie damals dein Vater.“, seufzte Sirius und drückte seine unsichtbare Gestalt an sich.
Dumbledore wandte sich wieder zu ihnen um und Harry spürte bereits, dass er sie jeden Moment entlassen würde. Immer noch ehrfürchtig streifte er den Umhang ab und faltete ihn wieder ordentlich zusammen. „Nun, Harry, Sirius. Ich denke, das wäre alles für diese Nacht.“ Er blickte ihnen beiden tief in die Augen und stockte. „Es sei denn, da gäbe es noch etwas, das ihr mir zur sagen habt.“
Harry überlief ein kalter Schauer. Im Vergleich zu Snape war Dumbledores Legilimentik absolut nicht spürbar! Falls es überhaupt Legilimentik war und nicht purer Instinkt auf Seiten des Schulleiters. Kalter Schweiß brach auf seiner Stirn aus. Ginny und Luna! Was, wenn ein weiteres dieser Dinger von ihnen Besitz ergriffen hatte!
Er atmete tief durch. „Ginny Weasley oder Luna Lovegood stehen möglicherweise hinter den Angriffen auf die Katzen. Wir haben keinerlei Beweise aber die beiden wissen seit Weihnachten, wie man die Barriere vor dem Gemeinschaftsraum der Slytherins umgehen kann.“
Nun blickte Dumbledore tatsächlich überrascht drein. „Ach, seit Weihnachten?“, fragte er erstaunt. Er schien einige Sekunden zu brauchen um die Information zu verarbeiten.
„Eigentlich seit Ende November.“, fügte Harry wahrheitsgemäß hinzu.
Dumbledores Brauen wanderte noch ein Stück weiter nach oben, dann fing er sich wieder. „Danke, dass du mir dies erzählt hast Harry. Auch wenn es sich gerade vielleicht nicht so anfühlt, hast du heute Nacht sehr tapfer gehandelt.“
Sie standen bereits an der Tür, als Sirius Hand auf dem Knauf verweilte. Für einen kurzen, irrationalen Moment überkam Harry die Furcht, dass er vielleicht in Hogwarts bleiben müsste, dass Sirius ihn nicht mehr in seinem Haus haben wollte. Doch als sein Pate sich umdrehte, blickte er leer an ihm vorbei direkt in Dumbledores Gesicht.
Unsicher räusperte Sirius sich: „Wenn Regulus das Medaillon hatte... und Kreacher den Auftrag gab es zu zerstören...“
„Eine späte Bekehrung ist wohl die nahe naheliegendste Erklärung.“, beantwortete Dumbledore leise die unausgesprochene Frage. „Auch in der größten Dunkelheit kann das Licht wieder aufleben. Eine Hoffnung, die sich mir über die Jahre immer wieder bestätigt hat.“

Sie kehrten zurück ins Wohnzimmer des Grimmauld Platzes. Sogleich kam Kreacher aufgeregt angerannt. „Meisters Erbe, wo ist Meister Regulus Medaillon?“
Stumm starrte Sirius den Hauselfen an und formte mit seinem Mund die Worte „Meisters Erbe“, doch Harry konnte ihn nicht zappeln lassen. Vermutlich hatte Kreacher ihm (und möglicherweise auch Sirius) heute Nacht das Leben gerettet. Er hatte das Gefühl, es ihm schuldig zu sein, also beugte er sich hinunter zu dem Elfen und sagte: „Kreacher, wir haben das Medaillon an einen sicheren Ort gebracht, wo es niemandem schaden kann.“
Sofort hörte der Elf auf zu zappeln und starrte Harry aus seinen wässrigen Augen an. „An einen sicheren Ort?“, wiederholte er heiser.
Harry nickte. „Professor Dumbledore und Sirius werden einen Weg suchen, das Medaillon zu zerstören aber bis dahin muss es an diesem Ort bleiben, damit niemand ihm zu nahe kommt. Vor allem nicht ich, verstehst du das?“
Bedächtig schwankte der Elf hin und her ehe er schließlich nickte. „Meisters Erbe kann das Medaillon öffnen.“, erklärte Kreacher ehrfürchtig. „Meisters Erbe ist der Einzige, der Meister Regulus Auftrag zu Ende führen kann.“ Die Augen des Elfen weiteten sich zu Tennisbällen. Dann warf er sich vor Harry zu Boden und rief pfeifend: „Kreacher wird Meisters Erben vor allem Unheil beschützen!“
„Ähm, ja Kreacher.“, stimmte Harry vorsichtig zu und hoffte, dass Hermine niemals hiervon Wind bekommen würde. Hastig fügte er hinzu: „Es ist sehr wichtig, dass niemand von dem Medaillon erfährt. Verstehst du das, Kreacher? Nicht einmal deine Alte Herrin oder Narcissa dürfen es wissen, das ist sehr wichtig.“
Kreacher schaute Harry unsicher an, nickte aber schließlich. „Kreacher wird das Geheimnis von Meisters Erben bewahren. Er wird es mitnehmen in sein Grab.“
Stille trat im Wohnzimmer ein, bis Sirius die Sprache wiederfand. „Kreacher, ich weiß nicht, wie ich dir danken soll für alles, was du heute Abend getan hast. Du hast Harry das Leben gerettet und so Regulus und der Familie einen großen Dienst erwiesen.“
Ein seltsames Zittern schien durch das Haus zu gehen und erfasste Kreacher, der schockstarr vornüber fiel. Erschrocken versuchte Harry den Puls des Elfen zu fühlen.
„Er ist nicht tot.“, sagte Sirius, hörte sich jedoch nicht ganz so sicher an wie sonst. Er tippte den Elfen mit dem Zauberstab an und ein seltsames Glimmen schien von seiner schrumpeligen Haut auszugehen. „Hauselfen kippen schonmal aus den Latschen, wenn man sie zu sehr ehrt. Hat irgendwas mit ihrer Magie zu tun. Morgen ist der wieder fit.“
Er richtete sich auf und graue Augen fixierten Harry. Vorsichtig machte Sirius einen Schritt auf ihn zu, dann noch einen, breitete seine Arme um ihn aus und hüllte ihn in eine feste Umarmung. Harry spürte, wie ihm zum zweiten Mal an diesem Abend die Tränen kamen, die sogleich von Sirius Umhang aufgesogen wurden. Langsam strich er ihm über den Rücken und redete leise auf ihn ein. Das meiste klang wie Entschuldigungen, durchsetzt mit Zugneigungsbekundungen und gelegentlichen Ermahnungen „nie, nie wieder so etwas unglaublich Dummes zu tun“. Es dauerte eine ganze Weile, bis einer von ihnen bereit war loszulassen.
Mit einem Lächeln fuhr Sirius ihm durchs Haar. „Was hältst du davon, wenn wir beide heute Nacht hier im Wohnzimmer schlafen?“, schlug er vor und schnippte auf Harrys Nicken hin ein paar sehr flauschige Decken herbei.
Sie schoben die neuen Sofas zusammen und machten es sich mit den darauf bequem. Sirius legte einen Arm um Harry und redete noch leise in das Dämmerlicht des gedimmten Kronleuchters, bis Harry schließlich in einen tiefen Schlaf über glitt.

Als Harry aufwachte, war er so ausgeruht, wie seit Wochen nicht mehr. Neben ihm lag ein gewaltiger, zotteliger Hund und schnarchte leise. Harry schreckte kurz zusammen. Die Animaguesgestalt hatte sich in der Beschreibung seines Paten sehr viel harmloser angehört. Er brauchte ein paar Sekunden der Orientierung, bis ihm wieder einfiel, dass sie ja die Nacht im Wohnzimmer verbracht hatten. Erleichtert stellte er fest, dass Kreacher nicht mehr bewusstlos auf dem Boden lag.
Vorsichtig versuchte er sich aufzurichten und über Sirius massige Pranken zu steigen, der jedoch sofort nach ihm packte und leise grollte. Dann musste er eben warten, überlegte Harry matt und schloss noch einmal die Augen.
Sie hatten den Tag sehr langsam begonnen und so war es schon fast halb drei, als Harry endlich unter die Dusche stieg, um sich für den Besuch fertig zu machen. Sirius war schon drauf und dran gewesen ein paar Tiefkühlpizzen zu besorgen, als Kreacher ihm das „Menu für die hohe Familie Black und Meisters Erben“, präsentiert hatte: Zwiebelsuppe mit frischem Baguette, Truthahn mit Kartoffeln und jungen Erbsen und zum Nachtisch Creme Brulee. Sirius hatte den Elfen vorsichtshalber von allem vorkosten lassen, doch es schien tatsächlich nicht vergiftet zu sein.
„Ich glaube, das gestern war zu viel für ihn.“, murmelte Sirius Harry zu und schnupperte ein letztes mal an der Zwiebelsuppe. „Au Mann, riecht das gut!“
Schon klingelte es und die Gäste trafen ein. Melania war streng großmütterlich wie eh und je und Andrommeda kannte Harry bereits flüchtig aus dem Wizengamot, doch ihre Tochter 'nenn-mich-nicht-Nymphadora' war schon eine besondere Erscheinung. Er war froh, dass er selbst Muggelkleidung trug, da Tonks, wie sie genannt werden wollte, aussah als würde sie am Abend noch auf ein Rockkonzert gehen. Natürlich gebärdete sich Narcissa aristrokratisch wie eh und je aber das kannte er ja schon.
Sie aßen und tranken und hielten Smalltalk, wobei Kreacher reihum für das Essen gelobt wurde, sodass Harry Angst hatte, er würde ein weiteres Mal umkippen. Dann war es an der Zeit für die Aufnahme. Sirius und er standen in der Mitte des Wohnzimmers. Lichtfäden schossen aus den Zauberstäben der Familienmitglieder, verbanden sich und teilten sich wieder auf und spannten eine goldene Kuppel über ihnen.
„Ich, Sirius Orion Black, nehme dich, Harry James Potter und deine Nachkommen auf in die Familie Black.“ Seine Hand erwärmte sich und eine Rune glühte schwach rot-orange auf seinem Handrücken auf. Unsicher sah er Sirius an, doch der nickte ihm ermunternd zu.
„Bist du, Harry James Potter, Willens Erbe meines Vermögens, meines Hauses und der mir Anvertrauten zu sein?“
„Das bin ich.“, kam es deutlich sicherer aus Harrys Mund, als er sich fühlte. Sirius drückte  zur Bekräftigung seine Hand, die Rune leuchtete nun hellorange.
„Dann ernenne ich dich hiermit zum Erben des fürnehmen und alten Haus der Blacks. Möge seine Magie dich nähren, leiten und tragen und mögest du einst an meiner statt über es walten, auf das es auch in Zukunft gedeihen mag.“
Eine Welle der Magie fast wie am Vortrag schien über ihn hinwegzufegen, doch diesmal erfasste sie ihn mit voller Wucht. Wie weiße Gischt überspülte sie ihn und hüllte ihn vollkommen ein, während die Rune auf seiner Hand in einem warmen Goldgelb leuchtete, gleichsam einer Kerzenflamme. Die übrigen Anwesenden sprachen eine Formel zum Wachsen und Gedeihen, doch Harry konnte sie nicht verstehen. Seine Ohren klingelten und er hatte auf einmal das Gefühl unscharf zu sehen, als sich auch schon der Boden auf ihn zubewegte. So musste sich also Kreacher gefühlt haben, war sein letzter Gedanke, bevor er Sirius Arme spürte die ihn sicher auffingen. Aus weiter Ferne meinte er noch ein Wirrwarr von Stimmen zu hören.
„Au je, das hat ihn ja ganz schön von den Socken gehauen.“
„Was hast du auch erwartet Mädchen? Unsere Familienmagie liegt bei ihm viel schwächer vor, als in deinem Fall. Aber du musstest dich ja drücken.“
„Es ist gut, Melania. Nymphadora darf ihre eigenen Entscheidungen treffen. Diese Freiheit lassen wir uns nicht nehmen.“
„Er kommt zu sich.“, bemerkte Narcissa knapp, als Harry die Augen aufschlug. Man hatte ihn auf eines der Minzgrünen Sofas bugsiert. Erschöpft richtete er sich auf und versuchte seine Umgebung zu fixieren.
„Alles in Ordnung Harry?“, fragte Sirius vorsichtig.
Harry nickte und musste sogleich husten. „Ja, ich denke schon.“, keuchte er. Langsam stand er auf und begutachtete die schwach schimmernden Linien auf seinem Handrücken. Er fühlte sich nicht wirklich anders und schaute fragend in die Gesichter der Anwesenden. Am Boden lagen ein paar organgerote Federn.
„Und dabei gab es gar kein Hühnchen.“, bemerkte Tonks verwirrt.
„Tja, sieht ganz so aus, als hätte das Haus dich akzeptiert.“, erklärte Melania müde.

--- Bartemius Crouch (Sn) ---
„Imperio!“
Augenblicklich wurden die Augen seines Gegenübers wieder glasig und er erstarrte. Es war reines Glück gewesen, dass die Elfe ihn noch in der Küche erwischt hatte, ein Messer in jeder Hand, um ihn prompt zu entwaffnen und zu fesseln.
„Winky!“ Barty Crouch wandte sich zu der verschüchterten Elfe in der Tür. „Bitte bringe meinen... Sohn zurück in sein Zimmer. Ich fürchte, wir müssen eine dauerhafte Lösung finden.“
„Meister Barty...“, heulte die Elfe erschrocken auf.
„Mein Entschluss steht fest.“
Im Grunde hatte er kaum eine Wahl. Dies war bereits das zweite Mal, dass sein Sohn trotz des täglichen Imperiusfluchs das Bewusstsein zurück erlangt hatte. Sobald er die Magie in seiner Hand gespürt hatte, war Coruch ohne jede Erklärung aus dem Ministerium gestürmt und nach Hause appariert. Trotzdem wäre sein Sohn gerade beinahe entkommen. Alles dank Black und seinen dummen Spielchen.
Kopfschüttelnd murmelte er ein Passwort und entriegelte mit einem Zauberstab das versteckte Fach in seinem Schreibtisch. Natürlich hatte Black nicht die leiseste Ahnung, was seine Familienangelegenheiten bereits angerichtet hatten. Es hatte keinen Tag nach seiner Wiedereinsetzung in den Wizengamot gedauert, da hatte der Halunke ihn aus der Familie Black verbannt - ein kindischer Akt der Rache, weil es ihm damals wichtiger gewesen war, flüchtige Todesser dingfest zu machen, als seinen Fall genauer untersuchen zu lassen.
Es war Blacks Rückkehr in den Gamot gewesen, die seinen Sohn zum ersten Mal hatte erwachen lassen. Barty hatte einige Tage der Recherche gewidmet, ehe er eine Erklärung gefunden hatte. Offenbar war es nicht ungewöhnlich, dass selbst entfernte Angehörige den Widerhall gewisser Handlungen in der Magie der Familie spüren konnten – sofern sie denn über diese verfügten: Die Neubesetzung des Platzes im Wizengamot, die Einsetzung eines Erben, es gab sogar Erzählungen von bedeutenden Hochzeiten oder Geburten, die angeblich eine derartige Reaktion nach sich gezogen hatten.
Für gewöhnlich hatten derartige Phänomene keine ernsthaften Konsequenzen. Es war eine Spielerei alter Familienmagie, der man selbst durch Ausschluss nicht ganz entrinnen konnte. Sein Sohn jedoch hatte beide Male durch das ungewohnte Gefühl den Imperius teilweise oder ganz abschütteln können.
Die Zeichen waren unmissverständlich und Barty wusste, was zu tun war. Obgleich Black nun einen Erben hatte (zweifellos der Potter Junge), waren weitere Verwerfungen in der Magie der Familie nicht ausgeschlossen. Entschlossen betrat er das alte Zimmer seines Sohnes, wo Winky ihn bereits erwartete, die naiven Augen schreckgeweitet.
„Meister Barty, Meister Barty.“, weinte sie leise beim Anblick der Phiole in seiner Hand. „Denken Sie an Ihre Frau.“
„Ich kann in dieser Sache keine Risiken mehr eingehen, Winky.“, erklärte er steif.
Vorsichtig entkorkte er den Trank und träufelte drei Tropfen in den halboffenen Mund seines willenlosen Sohnes. Schon senkten sich seine Lider und sein Atem verlangsamte sich. Barty hatte im Grunde nie verstanden, warum seine Frau ihn so vehement aus Azkaban hatte befreien wollen. Nun, für einen einzigen, kurzen Augenblick begriff er: Selbst jetzt, elf Jahre später, sah sein Sohn noch so jung aus. Er hatte auf der Anklagebank ohne Ansehen der Person über seine unbeschreiblichen Verbrechen gerichtet, doch seine Frau musste zweifellos das halbe Kind gesehen haben, welches da vor ihm gesessen hatte. Ein Junge, der trotz all seiner Intelligenz seine Zukunft fortgeworfen hatte.
Langsam ließ er den schlaffen Körper auf das Bett zurücksinken. Die heutige Dosis des Tranks der lebenden Toten sollte ein gutes Jahr sicher wirken, vermutlich sogar zwei. Nichts würde seinen Sohn so schnell mehr wecken.
Ernst wandte er sich an Winky: „Dein Handeln heute war richtig und gut Winky, jedoch ist mir klar geworden, dass ich dich von deinen übrigen Pflichten im Haus entbinden muss. Du wirst meinen Sohn von nun an Tag und Nacht bewachen. Sobald sich sein Zustand ändert oder er droht zu erwachen, informierst du mich augenblicklich, verstanden?“
Mit einem letzten leisen Schniefen nickte Winky. „Winky ist eine gute Elfe. Winky wird Meister Bartys Sohn nicht entkommen lassen.“

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Hallo alle zusammen!
Puh, jetzt ist das Medaillon gefunden. Ich habe mich lange darauf gefreut, dieses Kapitel zu schreiben und hoffe ihr hattet eine gute Zeit beim Lesen. Vielen Dank noch einmal für die Reviews zum letzten Kapitel, so etwas motiviert einfach wahnsinnig beim Schreiben. Würde mich natürlich auch wieder unheimlich freuen, von euch allen zu hören, zumal das heute ein ziemlich zentrales Kapitel war.
Wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende. Liebe Grüße, Sep
Review schreiben