Du bist ein Zauberer ... Dudley

GeschichteAllgemein / P12
Draco Malfoy Dudley Dursley Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
08.11.2017
09.11.2019
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--- Hermines POV ---
Es war großartig gewesen, Sylvester mit all ihren Freunden in Elmsgate zu feiern. Harry und sie hatten sich zwar erst etwas verschämt angesehen, doch der Moment zog vorüber und sie machten Witze und redeten normal miteinander. Puh!
Das neue Jahr kam und ging und Hermine füllte die ersten Seiten des Grimoires, indem sie Notizen von losen Pergamentzetteln übertrug, etwa ihre Kopie des Vielsafttrank Rezepts. Wer wusste, wann sie das noch einmal brauchen würden? Auch hatte sie jeweils eigene Kapitel für ihre Fortschritte in Okklumentik und in Ausdehnungszaubern begonnen und ihre bisherigen Ideen zusammengefasst. Kurzum, sie hatte sich von einem Großteil ihrer Zettelwirtschaft endlich trennen können und hatte nun ihre Projekte griffbereit auf einen Blick!
Ein Problem, das sie nicht gelöst hatte, war die wachsende Entfernung zu ihren Eltern. Mit keinem Wort hatte sie die Angriffe auf Schüler erwähnt. Sie hatte es wirklich versucht und war mehrfach fast so weit gewesen mit ihren Eltern über die Gefahren zu reden, die eine Ausbildung in der magischen Welt bedeuteten, doch dann war diese verfluchte Brosche gekommen und ihre Mutter hatte nur noch versucht, sie in einige sehr peinliche Gespräche zu verwickeln.
„Ihr versteht das einfach überhaupt nicht!“, war es am Abend vor der Rückfahrt aus ihr herausgebrochen. „Sirius Black ist ein reicher Kindskopf aber er will mir bestimmt nichts Böses.“
„Und du glaubst, er hat dir aus lauter Freundlichkeit Schmuck im Wert von, hm sagen wir mal einem niedrigen vierstelligen Betrag geschenkt?“, schoss ihre Mutter zurück.
„Er findet das witzig!“, rief Hermine entnervt. „Er denkt Harry und ich wären mehr als Freunde. Findet es furchtbar lustig, den Matchmaker zu spielen.“
„Den was...?“, fragte ihre Mutter.
Doch ihr Vater fuhr dazwischen. „Moment mal, du hattest doch gesagt Harry und du seid Freunde. Nur Freunde!“
„Wir sind auch nur Freunde.“, entgegnete Hermine und musterte ihre Fingernägel. „Es ist nur... es ist ein wenig kompliziert.“
Kurz darauf hatte ihre Mutter ihren Vater hinaus geschmissen und mit ihr jene Unterhaltung geführt, die Keine von ihnen führen wollte. Das Schlimmste daran war jedoch, dass sie ständig betonte, wie „früh“ Hermine doch dran sei. Egal wie sehr Hermine versuchte sie vom Gegenteil zu überzeugen, ihre Mutter schien offenbar zu glauben, dass man von einer Umarmung schwanger werden konnte!
„Zahnärzte sind eben keine richtigen Ärzte.“, grummelte sie, als ihre Mutter sie endlich gehen ließ. Ihre Wangen glühten und sie hätte nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn sich der Boden unter ihren Füßen aufgetan hätte.

Ihre Eltern fuhren mit ihr nach Kings Cross und ließen es sich nicht nehmen, der Gruppe um Sirius böse Blicke zuzuwerfen. Hermine war heilfroh, als sie mit Harry und Ron im Zug saß und ihre Eltern zu zweit durch die Absperrung verschwinden sah. Dudley und Neville hatten sich ins angrenzende Abteil zu den Hufflepuffs aufgemacht und Ginny hatte sich zu Luna verzogen.
Kaum war sie verschwunden, setzte Ron die Triade aus seinen Briefen über sie fort. „Sie war das reinste Nervenbündel über Weihnachten. Wollte ständig, dass ich euch am Grimmauld Place besuche und sie mitnehme.“, er schnaubte.
„Äh, dann danke, dass du uns nicht besucht hast?“, lachte Harry. „Wobei, vielleicht hätte es sie ein wenig in Schwung gebracht, mal zu tanzen.“
Ron schnaubte. „Und demnächst will sie dann noch zu Reinblutparties und geht mit Goyle oder was?“ Missbilligend kramte er einen Block Zeichenpapier hervor, auf dem er geometische Anordnungen von Runen geübt hatte. „Wie war überhaupt die Party Harry?“
Leise begann Harry von den Geschehnissen bei den Smiths zu berichten. Hermine war insgeheim unglaublich neidisch gewesen – zu gerne wäre sie mit auf diese Party gegangen und hätte mit Harry getanzt doch das war offenbar das Privileg von Reinblütern wie Greengrass. Perfekte Daphne.
Ron riss sie aus ihren Gedanken. „Ich hab mich in den Ferien ein bisschen bei Mom und Dad umgehört, was die Smiths angeht und sie scheinen wohl die letzten Nachfahren von Helga Hufflepuff zu sein.“
„Keine schlechte Ahnfrau. Deshalb ist Anthony auch bestimmt so hinter Zacharias Stammbaum her.“, kommentierte Harry. „Nur, dass Smith nicht einmal eine Maus ins eine Schnupftabakdose verwandeln kann.“
„Nun Hufflepuff hat vor 1000 Jahren gelebt. Da dürfte der Genpool wohl etwas durchmischt...“, sie hielt inne angesichts ihres Denkfehler. „Ah nein, Zacharias ist Reinblüter oder?“
„He, ich bin auch hier!“, rief Ron empört. Hermine sah ihn schockiert an und wollte schon zu einer langen Entschuldigung ansetzten, als Ron zu prusten begann.
„Reingelegt!“, rief er und grinste sie breit an. „Und ja, dein Gedanke geht in die richtige Richtung: Die Smiths waren lange Zeit in einer Heiratsallianz mit den Notts.“
„Heiratsallianz?“, fragte Hermine skeptisch.
Ron zuckte mit den Schultern. „Einige magische Familien neigen dazu, immer wieder untereinander zu heiraten, ob nun aus finanziellen Gründen oder weil man sich gut versteht. Zum Beispiel gibt es immer mal wieder Ehen zwischen den Goldsteins und den Gamps oder den Macmillans und den Abbotts. Aber von den Smiths und den Notts sagt man, dass sie über Jahrhunderte jede Gelegenheit ergriffen haben, miteinander anzubandeln, um ihre Magie in einem kleinen Kreis zu bewahren. Wann immer in den Familien ein Junge und ein Mädchen um die gleiche Zeit geboren wurden, hat man die einfach verlobt – oft schon als kleine Kinder.“
„Je mehr ich höre...“, Hermine ließ den Satz im Raum stehen, doch alle wussten, was sie meinte.
Es war bereits früher Abend, als Harry hastig seinen Umhang durchwühlte und einen kleinen Taschenspiegel hervor holte. „Draco!“, rief er überrascht. „Es funktioniert also?“
„Scht!“, machte Draco. „Ich sollte eigentlich schlafen. Hier ist schon fast halb elf, aber ja, der Spiegel funktioniert.“
„Immerhin etwas, das klappt.“, seufzte Harry und nickte ihr anerkennend zu. „Und wie ist es so im Reich der Finsternis?“
„Ähm finster?“, ertönte es aus dem Spiegel, „Ich glaube nicht, dass hier morgen die Sonne aufgeht.“
„Hm, also weit im Norden.“, überlegte Hermine, „und offenbar 3 Zeitzonen östlich von uns, das wäre dann schon Russland.“
„Kaum zu glauben, Sherlock.“, grummelte Draco. „Die Hälfte der Schüler hier spricht russisch, selbst der Übersetungszauber lässt die Hälfte der Artikel weg und das Essen ist ungenießbar.“
„Wenn du raushast, wann genau bei euch zum ersten Mal die Sonne aufgeht, könnten wir das Gebiet noch weiter eingrenzen.“, fuhr Hermine unbeirrt fort.
Draco schnaubte. „Und dann vorbeikommen und mich abholen, oder was? Löwen auf Rettungsmission in Feindesland, vergiss es! Ich werde hier versauern, bis mein Vater mich vergessen hat.“
Hermine rollte mit den Augen und ließ sich in ihren Sitz zurück sinken. Sollte Harry doch mit Draco sprechen. Sie hatte gerade einfach nicht den Nerv sich gerade diese Gejammer anzuhören. Immerhin war sie es, die überhaupt dafür gesorgt hatte, dass Draco einen Kontakt nach außen hatte!

Die ersten Tage in Hogwarts waren holprig, um es freundlich zu sagen. Nicht nur Draco hatte über die Ferien die Schule verlassen. Auch Alicia Spinett und einige Ravenclaws waren von ihren Eltern wegen der Gefahr nicht zurück geschickt worden. Vaisey, einem trollhaften Slytherin, gelang es in der ersten Woche nach den Ferien, sich mit irgendeinem missglückten Ritual direkt ins St Mungos zu befördern. Gerüchten zufolge hatte er irgendwie seine Magie verloren – was Hermine (und auch Percy, den sie sicherheitshalber gefragt hatte) jedoch arg bezweifelten.
„Ich meine, er hatte nicht einmal Runen.“, hatte Ron halb fassungslos halb spöttisch bemerkt. „Wollte wahrscheinlich die anderen Schlangen mal so richtig beeindrucken.“
Mit Alicias Weggang hatte Wood Ginny nun permanent ins Team aufgenommen und der Vorfall an Weihnachten schien ihren Willen zu trainiren nicht im Mindesten gebrochen zu haben. Hermine wusste manchmal nicht ganz, wie sich sich Ginny gegenüber verhalten sollte. Sie war Rons kleine Schwester aber ihre Art, Harry hinterher zu laufen, nervte einfach und dann war da noch die Tatsache, dass sie gut Quidditch spielte, während sie selbst sich keine drei Sekunden auf einem Besen halten konnte.
Innerhalb des Schlosses war eine seltsame Ruhe eingekehrt. Der Unterricht lief fort wie gewohnt, Parvati und Lavender diskutierten eifrig über den neusten Teil von Heiler Sommerset und Neville hatte gleich in der ersten Woche etliche Pakete mit vergessenen oder vermeintlich vergessenen Sachen bekommen („Was brauche ich einen dritten Winterumhang? Im ernst der nimmt nur Platz im Koffer weg aber Gran macht sich halt immer Sorgen.“).
Harry und sie hatten wieder ihre Verteidigungsstunden für Lockhart aufgenommen. Für das neue Jahr hatten sie eine Lektion zum Verwenden von Obscuro geplant – ein parktischer Zauber, mit dem man seinem Gegner eine Augenbinde verpassen konnte. Eigentlicher Höhepunkt der ersten Woche war es jedoch zweifellos, als Hermine ein O für ihr Artihmantik Projekt zu Ausdehnungszaubern bekam. (Harry kam mit einem E. Auch ganz gut davon, dafür, dass er nur einen Hauch von einem silbrigen Nebel erzeugte – was immer noch mehr war, als die meisten Zauberer zu Stande brachten). Professor Vector hatte sie über den grünen Klee gelobt und immer wieder betont, wie fortgeschritten die Magie doch sei.
Allein die regelmäßigen Gespräche mit Draco verdeutlichten ihr, dass die Ruhe um sie herum nur das Auge des Sturms war, in dem sie saßen. Wann immer er mit ihnen sprach (also alle zwei bis drei Tage) hatte er ein paar neue Quetschungen und Schnitte. Offenbar mussten Schüler in Durmstrang kleinere Sachen eigenständig heilen und so hatten Harry und sie das erste Wochenende nach den Ferien in der Bibliothek mit der Suche nach Heilzaubern verbracht – um sich anschließed noch mehr Gejammer von Mr Hochwohlgeboren anzuhören.
Als ob dies nicht Ärger genug wäre, war Draco nur der erste Schüler von einer ganzen Reihe, die nach den Sommerferien Hogwarts verlassen und nach Durmstrang gehen würden. Die Slytherins erzählten es jedem, der es hören oder nicht hören wollten, als sei es eine besondere Auszeichnung.
„Dafür auch die großen Kurse in Runen dieses Jahr.“, hatte Draco müde in ihrem letzten Gespräch erklärt. Mit zitternden Fingern hatte er einige Notizen ins Bild gehalten. „Alte Runen ist hier Pflichtfach aber mit viel mehr Betonung auf ihrer Verwendung in Ritualen.“
Auch Sirius deutete in seinen Briefen an Harry an, dass es im Wizengamot hoch her ging und das Muggelschutzgesetz, an dem Arthur Weasley schon so lange gearbeitet hatte, knapp vor dem Scheitern stand. Stattdessen versuchte die Fraktion um Dumbledore gerade ein Gesetz zu verhindern, nach dem Muggelgeborene Schüler außerhalb von Hogwarts keine Zauberstäbe mehr tragen durften. Im Tagenpropheten hatten sich schon etliche „besorgte Eltern“ dafür ausgesprochen und selbst die Hexenwoche hatte die Geschichte umd Dudleys und Harrys Unfall mit ihrer Tante wieder aufgewärmt (bei der wohlgemekrt überhaupt keine Zauberstäbe im Spiel gewesen waren). Es war schon verzwickt: Je mehr Hermine von Außen hörte, desto mehr kam ihr Hogwarts wie eine Scheinwelt vor, doch vermutlich war das kaum vermeidbar, wenn man unter der Nase von Albus Dumbledore Schüler war.

Die Tage vergingen nun wie im Flug und ehe Hermine es sich versah, saß sie schon wieder im Quidditch Stadion. Hufflepuff gegen Slytherin: Das erste Spiel der Schlangen nach Dracos Fortgang. Hermine beobachtete, wie sieben in grün gekleidete Gestalten aufs Feld zogen. Marcus Flint hatte die Lücke, die Draco im Team hinterlassen hatte, eilig mit Graham Montague gefüllt.
„Viele Muskeln. Nichts in der Birne.“, hatte Dudley noch beim Frühstück kommentiert. „Und von der Statur her als Sucher vollkommen ungeeignet.“
Ein wahres Pfeifkonzert schwoll unter den Schülern an, wie Hermine es noch nie gehört hatte. Viele der Schüler waren nach dem fragwürdigen Match gegen Gryffindor aufgebracht gewesen und die Attacken gegen Muggelgeborene hatten Slytherin weiter in der Gunst der übrigen Häuser sinken lassen.
Hermine ließ ihren Blick über die zahlreichen Transparente schweifen: Die Hufflepuffs waren fast geschlossen zum Spiel gekommen – ihre Ränge waren randvoll. Sie trugen ihr gewohntes Sonnengelb und verkündeten meist ihre Unterstützung für das Team und die Spieler. Besonders Cedric Diggory und William Macmillan schienen als Adressaten für Liebesbekundungen und Heiratsanträge beliebt zu sein. Auch Lavender und Parvati hatten mit einigen älteren Mädchen Transparente gebastelt und stundenlang von Diggory geschwärmt. Für die Gryffindors war es eigentlich kein wichtiges Match, doch ein Sieg der Hufflepuffs würde ihrem Haus im Pokal nützen und außerdem ging es ja gegen Slytherin.
Anders war es bei den Ravenclaws. Der sonst blau-bronzene Block der Adler war ganz in Schwarz erschienen und auch sie schienen (anders als bei jedem anderen Spiel der Saison) vollzählig. Seit Terry und Jenniffer versteiernt worden waren, hatte sich der Ton bei den Adlern geändert. Luna wurde mit ihren seltsamen Projekten von ihren Mitschülern weitgehend ignoriert, während überall im Schloss Flugblätter verteilt wurden, in denen die „Feinde des Erben“ die Namen „verschollener“ Squibs aus alten Reinblutfamilien aufzählten oder die Bestenlisten verschiedener Jahrgänge mit Angaben zur Abstammung versahen. Dankend hatte sie abgelehnt, als Anthony ihr einen Packen in die Hand drücken wollte, doch Ron hatte ungeniert zugegriffen.
„Gute Gelegenheit den Klebezauber zu üben.“, hatte er grinsend verkündet und ein halbes Dutzend an der Tür zu Lockharts Klassenzimmer angebracht.
Die größte Provokation war wohl gewesen, als einige tollkühnere Schüler in den schwarzen See gestiegen waren und mit magisch behandelter Leuchtfarbe von außen an jedes der großen Bullaugenfenster des Gemeinschaftsraums der Slytherins die Namen von gut einem Duzend Schülern geschmiert hatten, die die alte Magie des Wizengamots als Erben ihres Familiensitzes abgeleht hatte. Ganz oben auf der Liste: Goyle für die Lestranges und Zacharias Smith für niemand anderen als Hufflepuff persönlich. Professor Snape und Filch waren außer sich gewesen und Zacharias Vater hatte bei Dumbledore vorgesprochen, doch das hatte die Geschichte nur bestätigt. Offenbar testeten die Smiths seit Ewigkeiten schon jedes Kind auf Hufflepuffs Magie – bislang völlig erfolglos – und so blieb der Sitz der berühmten Gründerin im Wizengamot nach wie vor leer.
Gerade entfalteten die Ravenclaws irgendetwas über ihren Köpfen und Hermine schwante nichts Gutes.
„Wollen die Ravenclaws uns auch anfeuern?“, fragte Neville unsicher und wickelte seinen Schwarz gelben Fanschal etwas fester um seinen Hals.
Ron schüttelte den Kopf. „Sieht eher aus, wie bei einer Beerdigung.“
„Die Angriffe!“, warf Harry ein. „Sie waren während dem letzten Spiel oder?“
Hermine nickte. „Natürlich! Sie wollen die anderen in Sicherheit wissen, also gehen sie alle zusammen zum … oh mein Gott.“
Über die volle Länge des Blocks hatten die Ravenclaws soeben entlang der Bande ein weißes Banner gespannt, welches scheinbar aus zusammengenähten Bettlaken bestand. In königsblauen Buchstaben, die so groß sein mussten wie Hermine selbst, hatten die Schüler ihre Botschaft gepinselt.

ES GIBT KEINE ECHTEN REINBLÜTER
EUER BLUTSTATUS GRÜNDET AUF LAUSIGEN NACHFORSCHUNGEN UND JAHRHUNDERTEN VON VERTUSCHUNG
WIR WERDEN DIE WAHRHEIT ANS LICHT BRINGEN

Ginny gab ein ängstliches Schluchzen von sich und rutschte zu Percy hinüber und auch Hermine hatte Mühe, nicht mit offenem Mund zu starren.
„Bei Merlin.“, flüsterte Neville. „Der Erbe wird sich auf sie stürzen.“
Doch Harry schüttelte den Kopf. „Der Erbe kann nicht ein ganzes Haus auf einmal töten. Bei beiden Angriffen waren die Opfer allein.“
„Trotzdem ist es sehr mutig.“, steuerte Hermine mit unverhohlener Bewunderung bei. Die Ravenclaws hatten nicht einmal den Namen „Slytherin“ erwähnt, nein, sie richteten sich an ALLE Schüler, die sich irgendetwas auf ihre Reinblütigkeit einbildeten und vielleicht mit dem Erben sympathiserten. Die Aktion war Gryffindorwürdig, wenn man bedachte, wie viele Feinde sie sich damit machten.
„Guck mal, jetzt diskutiert Flitwick mit Hooch und Snape.“, bemerkte Harry und deutete auf die Gestalten, die sich auf dem Feld unterhalb des Banners gesammelt hatten.
„Glaubt ihr, Flitwick verteidigt sie?“, fragte Ron skeptisch. „Ich meine, McGonagal würde uns häuten.“
Hermine musste ihm im Stillen zustimmen. McGonagal war meistens fair und eine gute Lehrerin, doch vor allem wollte sie keinen Aufruhr unter den Schülern. „Nun, es gibt an sich keine Regel gegen Transparente, sonst müssten sie den übrigen Zuschauern auch alle Banner wegenehmen. Auch wenn ich mich frage, was die Reinblüter unter den Ravenclaws wohl dazu zu sagen haben.“
„Es gibt nicht viele Reinblüter in Ravenclaw.“, gab Neville zu bedenken. „Meine Granny meinte immer, Ravenclaw sei das wahre Haus der Blutsverräter, weil sie nach der Devise vorgehen: Lieber einen klugen Muggel heiraten, als deinen Cousin.“
„Wie fortschrittlich.“, grummelte Hermine und beobachtete, wie die Lehrer unter dem Banner wütend auseinanderstoben. Der Hut hatte ihr selber Ravenclaw vorgeschlagen, aber sie dann doch nach Gryffindor geschickt mit der Begründung, es sei das Haus, welches sie brauche. Hermine war sich bis heute nicht ganz sicher, ob der Hut damit meinte Sie brauche Gryffindor oder Gryffindor brauche sie. Nun, vielleicht stimmte ja beides.
Ihre Gedanken wurden unterbrochen, da soeben das Team der Hufflepuffs unter lautem Gejohle ins Stadion einzog. Dudley, der jetzt schon zu den größeren Spielern im Team gehörte, ging neben William Macmillan her und die beiden schienen irgendetwas zu diskutieren.
Die Spieler stiegen in die Lüfte und Lee Jordan setzte seinen üblichen Kommentar an.
„Die dritte Partie der Saison hat begonnen. Hufflepuff gegen Slytherin. Slytherin hat derzeit mit einigen Formproblemen zu kämpfen, nach dem unerwarteten Weggang von Draco Malfoy, der gerade erst zu Beginn des Jahres neuer Sucher der Slytherins wurde. Auf der anderen Seite hat Cedric Diggory noch zu zeigen, war er kann.“
Hermine beobachtete, wie Dudley in schnellem Zickzack Montague und Bole auswich. Der Nimbus 2001 schlug einfach die Besen der Slytherins. Wie auch bei allen anderen Regeln im Quiddtich versuchte sich nicht zu genau darüber nachzudenken, dass offenbar auch Gold ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Teams war. Rasch feuerte Dudley einen Klatscher Richtung Marcus Flint, doch der wich gekonnt aus.
„Hufflepuff im Besitz des Quaffels. O'Flaherty passt zu Applebee, weicht Pucey aus, Applebee passt zu Brown, Brown nähert sich dem Tor und holt aus und... nein, Davis pflückt das Ding einfach aus der Luft! Slytherin in Quaffelbesitz.“
Der grüne Block setzte zu tosendem Applaus an, während Tracey Davis den Quaffel eilig an Flint passte und nicht einem, sondern zwei wohlgezielten Klatschern auswich. Hermine war hin und hergerissen: Natürlich war es strategisch sinnvoll, sich auf die kleineren, leichteren Spieler zu konzentrieren. Nur hatte Slytherin eben genau einen einzigen solchen Spieler und das war auch noch das einzige Mädchen im Team.
Lee Jordan schien ihr zuzustimmen, denn schon dröhnte er: „Zwei gut gezielte Klatscher von Dursley und Shafiq. Und direkt auf Davis. Scheinbar werden die Dachse mal wieder ganz ihrem Ruf gerecht, kleine Mädchen vom Besen zu holen.“
Vielleicht kam es Hermine nur so vor, doch tatsächlich schienen Dudley und Shafiq nach einer kurzen Unterredung von Davis abzulassen. Stattdessen setzten sie nun alles daran, Möchtegernsucher Montague zu attackieren. Zwar gelang es den Hufflepuffs trotzdem nur Schwer, am Bollwerk der Slytherins vorbei Tore zu machen, doch konnte Cedric in aller Ruhe den Schnatz suchen.
„Diggory taucht ab unter Blechtley. Saust haarscharf an den Torringen vorbei und bring den Besen hervorragend in die waagerechte. Diggory saust dicht über den Boden des Spielfeldes. Diggory streckt sich nach dem Schnatz und ER HAT IHN. Diggory hat den Schnatz gefangen. Hufflepuff gewinnt das Match 180 zu 40. Nehmt das, ihr Schlangen! Ihr widerwärtigen, kleinen...“
Pfeiffend drehte McGonnagal das Megafon ab, während der Fanblock der Hufflepuffs in frenetischen Jubel ausbrach. Cedric bekam keine Gelegenheit mehr zu landen, sondern wurde von einer Menge kreischender Mädchen vom Besen gezerrt. Kopfschüttelnd folgte Hermine den anderen auf das Feld, um Dudley zu gratulieren, der soeben von William Macmillan in eine knochenbrechende Umarmung gezogen wurde.
„Perfektes Spiel, Dud!“, brüllte der Kapitän der Hufflepuffs über den Lärm hinweg. „Ganz großes Kino, wie dieses Ding gegen Montagues Besen gepfeffert hast.“
Es dauerte eine Ewigkeit, ehe die Huffepuffs mit ihrem Team vom Feld zogen. Lachend und schnatternd machte sich die Gruppe auf zurück zum Schloss. Insgeheim glaubte Hermine die Anspannung unter ihnen allen zu spüren. Es war beim letzten Quidditchspiel gewesen, dass der Erbe gleich zwei Schüler angegriffen hatte und das Monster hatte sich seitdem nicht mehr blicken lassen.
Sie trennte sich in der großen Halle von der feiernden Menge und stapfte mit Ron, Harry und Ginny die große Treppe zum Gryffindor Turm hinauf. Als sie am Absatz zum siebten Stock waren, warf sie einen besorgten Blick in Richtung des Ravenclaw Turms.
„Wenn etwas passiert wäre, hätten wir es bestimmt schon gehört.“, murmelte Ron und schritt entschlossen auf das Gemälde der fetten Dame zu. „Occamy.“
Sie betraten den Gemeinschaftsraum, in dem das übliche abendliche Treiben herrschte. Offenbar hatte der Erbe sich tatsächlich nicht gezeigt. Schon kam Percy auf sie zu und begann eine lange Rede zu halten, die dürften nicht derart ungeschützt zurückkommen, während Ginny sich leise in ihren Schlafsaal schlich und etwas von Quidditch Training murmelte.
„Habt ihr ernsthaft morgen wieder Training?“, flüsterte Hermine über Rons und Percys Gekabbel hinweg. Die Gryffindors hatten erst am Morgen zwei volle Trainingseinheiten hingelegt.
„Wood besteht darauf.“, erwiderte Harry grummelnd. „Ich glaube seine Nerven liegen blank wegen dem Ravenclaw Match in zwei Wochen.“
„Als ob sie das jemals nicht täten.“, kicherte Hermine und schüttelte den Kopf. „Im Ernst, wir könnten die Zeit wirklich sinnvoller nutzen. Wir sollten zum Beispiel endlich ernsthaft Aufrufezauber üben und Flitwick will uns nächste Woche alle in Klebezaubern prüfen.“
„Du kannst ja Anthony bei seiner Kampagne helfen.“, gluckste Harry.
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Hallo alle zusammen!
Erst einmal ein großes Dankeschön an die fleißigen Reviewschreiber vom letzten Kapitel!!! Ich werde wahrscheinlich den halben Tag lang Review Antworten schreiben! Freue mich immer über Rückmeldungen von euch, auch weil ich dann eine Idee bekomme, wie die Dinge so wirken, die ich mir so ausdenke! Wünsche euch allen viel Spaß mit dem neuen Kapitel und ein tolles Wochenende!
Liebe Grüße und bis nächste Woche,
September1st
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