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Du bist ein Zauberer ... Dudley

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / Gen
Draco Malfoy Dudley Dursley Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
08.11.2017
10.04.2022
161
590.105
285
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Dieses Kapitel
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08.11.2017 1.546
 
Disclaimer: Die Idee für diese Geschichte Gehört mir! Die Rechte an den Figuren und einigen Schauplätzen gehören J.K.R.. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.
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1) Ein Brüderchen für Dudders

Im Allgemeinen, so sagte sich Mrs Petunia Dursley gerne, konnte sie mit ihrem Leben doch sehr zufrieden sein. Nach einem eher mittelmäßigen Schulabschluss hatte sie ihre graue Heimat verlassen und sich nach London aufgemacht, um bei Grunnings – einer Bohrmaschinenfirma – anzufangen. Hatte sie nicht allzu viel Talent gezeigt beim Malen, Singen und Dichten oder was sich ihre Lehrer sonst ausdenken mochten, um ihren Schülern Kreativität zu entlocken, Ordnung halten konnte sie; und so war sie schnell aufgestiegen bis sie im Vorzimmer Vernon Dursleys landete. Blond, groß, breit gebaut und frisch von der Universität hatte sie gleich ein Auge auf ihn geworfen.
Was immer man über Vorzimmerdamen tuscheln mochte, Vernon und sie hatten es auf die anständige Art gemacht, nun sie hatten es versucht. Es war schließlich nicht ihre Schuld dass beim ersten gemeinsamen Besuch bei ihren Eltern ihre Schwester und dieser Flegel von einem Freund hereingeplatzt waren und alles verdorben hatten. Doch Vernon war bei ihr geblieben und so hatten sie schließlich geheiratet. Ihr Haus in Little Whinging war kaum fertig gewesen (mit Garage und Wintergarten natürlich) als sie auch schon mit Dudley schwanger wurde. Angesichts Vernons stattlichem Gehalt war es gar keine Frage, dass sie sich ganz ihrer neuen Rolle als frisch gebackene Mutter widmen würde und so hatte sie ihren Job aufgegeben und sich ganz darauf verlegt, ihrem Sohn alles mitzugeben, was er später einmal brauchen würde. Nebenbei polierte sie zur Freude Vernons ihre Kochfähigkeiten auf und brachte Haus und Garten in einen Zustand, dass die Nachbarn geradezu erblassten, wann immer sie an den akkurat geschnittenen Rosen vorbei zum Supermarkt gingen.
Man konnte durchaus sagen, dass sie sich in ihrem Leben eingerichtet hatte. Bis zu jenem schicksalhaften ersten November. Sie war gerade aufgestanden und hatte die Fenster geöffnet, als sie ein graues Bündel auf der Schwelle ihrer Tür entdeckte. Sofort dachte sie an diese Bengel der Morgans, die erst in der Woche zuvor den Abfalleimer der närrischen Mrs Figg in Brand gesteckt hatten. Eine widerliche Stinkerei mit dem ganzen Katzenfutter darin! Noch recht müde lief sie die schmale Treppe hinunter und entriegelte die gut gesicherte Haustür.
Zu ihren Füßen lag das Bündel aus grauem, rauen Stoff und eingepackt in dieses-… Ihr verschlug es den Atem. Eine klaffende Wunde auf der Stirn blickte sie ein Säugling verschlafen an, nur wenige Monate jünger als Dudley, seine Hände fest um einen Brief geklammert, welcher in smaragdgrün geschwungenen Lettern an sie adressiert war. Schließlich löste sich ihre Schockstarre und ein Schrei entfuhr ihrer Kehle. Erschrocken hielt sie sich den Mund zu, doch das Baby, von dem sie keinen Zweifel hatte, dass es sich um ihren Neffen handelte, hatte bereits angefangen zu weinen. Verstohlen blickte sie sich um, doch die Nachbarn schienen alle noch fest zu schlafen, und so schob sie das Bündel schnell in den Flur, schlug die Türe zu und ließ sich neben dem Säugling herabsinken.
Sie brauchte nicht den Brief zu öffnen, um zu wissen, dass Lily tot war.
Eine Karte zu der Geburt des Jungen – Harry, es hatte ja keinen Sinn so zu tun als sei er nicht ihr Neffe – war alles gewesen, was sie in den letzten Jahren von ihrer Schwester gehört hatte. Sie hatte vage mitbekommen, dass diese irgendeiner anarchistischen Vereinigung beigetreten war, nachdem irgendein Irrer begonnen hatte, wahllos Jagt auf unbescholtene Leute zu machen. Leute wie sie. Noch gut konnte sie sich erinnern, wie ihre Schwester ihr wortreich erklärt hatte, warum sie ihren Mädchennamen nicht mit in die Hochzeitsanzeige setzen solle! („Dann ist es schwerer dich zu finden.“)
Sie spürte den Kloß in ihrem Hals. Tränen rannen ihre bleichen Wangen hinunter während sie auf den Jungen blickte. Gerne hatte sie ihre Schwester verschwiegen und so getan als würden sie, ihr Ehemann und der Junge nicht existieren. Sie hatte immer geglaubt Lily an jenem Tag verloren zu haben, als sie sehnsüchtig der scharlachroten Zug hinterher blickte und sich schließlich doch hatte abwenden müssen, um durch die unsichtbare Barriere in die wirkliche Welt zurück zu kehren. Und doch barg der Brief in den Händen des Jungen eine Endgültigkeit, die sie einfach nicht ertragen konnte. Starr saß sie dort auf dem gesprenkelten Läufer mitten in ihrem Flur und konnte sich kaum regen. Leise hörte sie Dudley im Obergeschoss weinen, doch sie hatte keine Kraft mehr sich aufzurappeln, um den Jungen zu beruhigen.
Als Vernon sie nach etwa fünf Minuten mit dem Jungen auffand, spürte sie kaum seinen festen Griff, als er ihr aufhalf und sie ins Wohnzimmer bugsierte.
„Der Junge.“, murmelte sie.
Ihr Gatte schnaubte, doch er packte schließlich auch das Bündel und legte es auf dem Couchtisch ab. Erst jetzt erkannte sie, dass er kreidebleich war.
Schweigend saßen sie dort. Oben war es mittlerweile wieder still, als Petunia mit zitternden Fingern den Umschlag aus den winzigen Fingern des Säuglings zog.

Sehr geehrte Mrs. Dursley,

mit großer Trauer fällt es mir zu Ihnen mitzuteilen, dass ihre Schwester Lily Potter, sowie ihr Ehemann einem Mordanschlag zum Opfer gefallen sind. Wie Sie sicher wissen, befand sich die magische Gemeinschaft seit mehr als einem Jahrzehnt im Bürgerkrieg mit einer terroristischen Gruppierung, deren Anführer, Lord Voldemort, in der vergangenen Nacht in das Haus ihrer Schwester einbrach. Ihre Schwester verteidigte ihren Sohn mit ihrem Leben und Voldemort konnte vernichtet werden.
Vielleicht haben Sie die Feiern mitbekommen, welche noch immer überall im Land stattfinden, doch die Gefahr ist nicht gebannt. Viele Anhänger Voldemorts sind nach wie vor auf freiem Fuß und so ist in diesen Tagen zu äußersten Vorsicht geraden. Nun ist es so, dass der Schutz ihrer Schwester mit ihrem Tod auf ihre nächsten Blutsverwandten übertragen wurde – Sie und Ihren Sohn Dudley. Dies bedeutet, dass Ihr Haus, so lange sich Harry bei ihnen befindet, sicher vor Angriffen ist.
Trotz der schwierigen Beziehung, die Sie verständlicher Weise zur magischen Gemeinschaft haben müssen, bitte ich Sie deshalb, ihren Neffen bei sich aufzunehmen und trage mich in der Hoffnung, Sie mögen ihn behandeln als sei er Ihr eigener Sohn. Diesem Brief beigelegt finden Sie die nötigen Formulare zur Adoption. Sie werden feststellen, dass die Nichtmagischen Behörden bereits über den Fall informiert und alle nötigen Verfahren bereits in die Wege geleitet sind.

Zu tiefstem Dank verpflichtet, hochachtungsvoll,
Albus P.W.B. Dumbledore


Das war es also. Lily war gestorben für den Jungen und hatte ihn so offenbar geschützt. Nur zu gerne hätte sie sie alle für verrückt erklärt und doch wunderte es sie kaum. Was ihre Schwester als Magie bezeichnete war ihr allzu oft wie einer dieser barbarischen Naturkulte vorgekommen – Menschenopfer inklusive. Auch wagte sie sich kaum noch darüber zu wundern, dass diese Leute Gefahr hinter jeder Ecke vermuteten aber nicht zögerten, Kinder Nachts auf Türschwellen auszusetzen. Was wäre, wenn sie in Urlaub gewesen wären? Oder Magda besucht hätten?  Wären sie dann bei ihrer Rückkehr ein verhungertes Kind gestoßen?
Schweigend faltete sie den Brief zusammen und steckte ihn zurück in den Umschlag. Was auch immer diese Leute sein mochten, sie durfte nicht ihr Urteil durch deren Dummheit trüben lassen. Fragend sah Vernon sie an. Konnte sie ihm die Wahrheit sagen? Wohl kaum. Aber eine Lüge würde früher oder später herauskommen, so war es immer mit diesem Pack. Sie musste die richtigen Worte finden.
„Meine Schwester und ihr Mann wurden letzte Nacht bei einem Überfall getötet. Der Junge hat überlebt. Sie bitten uns, ihn aufzunehmen.“
Abschätzig betrachtete Vernon den Jungen. „Als ob es nichts wäre?“, fragte er ungläubig. „Hat dieser Potter denn keine Familie oder was?“
Schweigend schüttelte Petunia den Kopf. „Sie sagen… Sie sagen wir sind die letzten.“
Ungläubig stand Vernon auf. Mit schweren Schritten begann er im Wohnzimmer auf und abzuschreiten und murmelte etwas von „Clans“ und „kaum zu glauben, dass es keine anderen…“. Regungslos folgte Petunias Blick seinen Bewegungen. Schließlich blieb er vor dem Bündel stehen und beäugte den Jungen.
„Übler Schnitt.“, kommentierte er. „Diese Leute haben nicht mal daran gedacht die Wunde zu reinigen. Haben ihn einfach hier abgesetzt?“
„Ich kann es selbst kaum glauben.“, pflichtete sie ihm bei.
„Und…“, stutzte Vernon, „Ist er – ist er wie deine…“, verlegen brach er ab. „Ist er normal?“
Unwillkürlich zuckte Petunia mit den Schultern und Vernon bohrte nicht weiter. Er musste genauso gut wie sie wissen, dass der Junge kaum normal sein konnte bei seinen Eltern und doch… welchen Sinn sollte denn eine gute Erziehung haben, wenn man schon von Beginn an verkorkst war? Der Junge war ja kaum ein Jahr alt.
„Also gut.“ Vernon straffte seine Schultern und griff entschieden das Bündel. „Fahren wir zur nächsten Klinik. Was auch immer der Junge ist, wir können ihn nicht an einer Infektion sterben lassen.“
Als Petunia aufstand fühlte sie sich zugleich erleichtert und zutiefst machtlos. Binnen weniger als einer Stunde war ihr Leben auf den Kopf gestellt worden. Ihre Schwester war tot. Der Junge würde bei ihnen aufwachsen und Dudley vielleicht ein Bruder sein können. Oder ein Todfeind, wenn man das Verhältnis zu ihrer Schwester zugrunde legte. Zumindest würde sie nicht so naiv sein wie ihre Eltern. Nur über ihre Leiche würde sie es zulassen, dass die abnormen Tendenzen des Jungen ihrem Sohn Schaden zufügen würden.

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Anemerkung
Mrs Figg wurde von Dumbledore bereits im Ligusterweg postiert, nachdem die Prophezeihung gemacht worden war…
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