Die Freedom Pals und die Kammer der Verdammten

GeschichteMystery, Thriller / P12 Slash
Clyde Donovan Craig Tucker Eric Cartman Kenny McCormick Kyle Broflovski Wendy Testaburger
07.11.2017
03.05.2020
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Die Freedom Pals und die Kammer der Verdammten

Kapitel 1 – Die Vereinigung

Es sind nur wenige Wochen seit dem letzten Civil War zwischen Coon and Friends und den Freedom Pals sowie einer anschließenden Versöhnung vergangen, schon waren die Beteiligten wieder in eine Schlacht im antiken Zaron vertieft. Wieder einmal standen die Menschen unter Leitung des Großmagnus Fettarsch den Schaaren des Elfenkönigs entgegen, um den Stab der Wahrheit zu verteidigen. Verbittert und verlustreich war die Schlacht, verloren beide Seiten doch ihre mächtigsten Krieger.

Die Sonne ging gerade unter. Auf dem Schlachtfeld – umgeben von Tausenden Gefallenen – lieferten sich der Großmagnus und der Elfenkönig einen gnadenlosen letzten Kampf. Während ersterer seinen magischen Arsch nutzte, um die übelerregensten Fürze überhaupt abzufeuern, versetzte der Elf ihm einen gewaltigen Schlag mit seiner Spezialfähigkeit ‚Kick das Baby‘. Das war der entscheidende Moment! Der Großmagnus fiel zu Boden – und mit ihm der Stab. Müde und schwer getroffen von Fettarschs Fürzen beugte sich der Elfenkönig nieder und umfasste den Stab mit beiden Händen. „Nein! Der Stab gehört mir!“, rief der König der Menschen seinem Kontrahenten entgegen, während er mit seinen Fäusten auf dem Boden rumtrommelte – vergeblich. Der Stab war schon längst in den Händen des Elfenkönigs, der ihn triumphierend in die Höhe hob. Die Elfen bejubelten den Sieg ihres Anführers, bevor sich alle aufmachten und nach Hause gingen. Immerhin war morgen wieder Schule. Und da durfte ja keiner fehlen.

Am nächsten Morgen fand sich die Clique, bestehend aus Stan, Kyle, Eric und Kenny, wie gewöhnlich an ihrer Bushaltestelle ein. Cartman war beleidigt. Er hatte den Stab verloren. Mal wieder. Dabei hatte er ihn sich erst ein paar Tage zuvor hart erkämpft. Kyle hatte einfach die besseren Krieger. Cartman hingegen hatte nur noch Token sowie Scott Malcinson mit seiner Kraft des Diabetes. Und Prinzessin Kenny, aber die starb andauernd und war somit keine große Hilfe. Clyde war zu Kyle übergelaufen, nachdem dieser bereit war, seine Verbannung aus Raum und Zeit aufzuheben und ihm Amnestie zu gewähren. Und Craig hatte einfach keinen Bock mehr mitzuspielen und hing stattdessen die ganze Zeit mit Tweek ab, dem das Ganze zu viel Druck machte. Weiß Gott, was die beiden so alleine trieben.

„Jetzt schmoll nicht so, Fettarsch! War doch ein guter Kampf gestern“, versuchte Kyle ihn aufzumuntern. Doch Cartman blieb beleidigt. „Du hast nur gewonnen, weil du ein dreckiger Betrüger bist!“, fauchte jener zurück. Kyle rollte mit den Augen. Wieder einmal setzte der Dicke zu einer Schimpftirade an, bei der er gleich auch wieder gegen Juden und Rotschöpfe hetzte. Stan musste einschreiten, bevor sich die beiden noch an die Gurgel gingen. Kenny sah dem ganzen nur belustigt zu. Der Bus kam. Sie stiegen ein. Es dauerte nicht lange, bis sie die South Park Elementary School erreichten. Auch wenn der Unterricht ihnen keinen Spaß machte, fanden sie es schön, mal wieder alle ihre Freund wiederzusehen. In den Gängen tummelten sie sich bei ihren Spinten und unterhielten sich, was das Zeug hielt. Kurz war auch der Kampf um das heiligste Artefakt in Zaron Thema der Gespräche.

Schnell versuchte Cartman, vom Thema abzulenken, indem er Witze darüber machte, wie arm Kenny war. Dieser entgegnete nur ein schwer verständliches „Fick dich, Cartman!“ durch seinen orangefarbenen Parka. Dann kamen auch Tweek und Craig händchenhaltend zur Gruppe dazu. „Was lief bei euch so?“, fragte Craig stumpf. Früher hätte er sich einfach dazu gestellt und gar nichts gesagt. Aber seit er mit Tweek zusammen war, öffnete er sich so langsam und versuchte, zumindest ein bisschen weniger gleichgültig zu erscheinen. Tweek hingegen konnte seitdem richtig aufblühen. Seine Zuckungen und seine Paranoia waren stark zurückgegangen – bei gleichbleibendem Kaffeekonsum. Es scheint wohl zu stimmen, was man sagt: Gegensätze ziehen sich an. So waren die beiden der perfekte Ausgleich füreinander. Kyle kramte zum x-ten Mal die Geschehnisse des vergangenen Abends hervor und erzählte es mit großer Freude den beiden. Craig brachte trotz aller Mühe nur ein simples „Ah“ hervor, während Tweek schon fast bereute, nicht dabei gewesen zu sein. Aber auch nur fast.

Es schellte, der Unterricht begann. Ein bisschen aufgeregt hangelten sich die 4.Klässler durch die Schule durch. Der anfängliche Enthusiasmus verflog aber schnell und nach der letzten Stunde waren alle froh, dass sie nun endlich heim durften. Stan verabredete sich noch schnell mit Wendy zu einem Date, während die anderen schon mal vorgingen und vor der Schule auf ihren schwarzhaarigen Freund warteten. Cartman lästerte mal wieder über alles und jeden, Kenny sah den hübschen Mädels hinterher und Kyle starrte entgeistert auf den Haupteingang. Da kamen Token und Clyde und verabschiedeten sich. Jimmy stellte sich noch ein bisschen zu ihnen, begnügte sich aber damit, dem Wortgefecht zwischen dem Juden und dem Fettsack zu lauschen. Nach kurzer Zeit waren da nur noch wenige Schüler. Tweek und Craig kamen noch raus, aber dann erst mal niemand mehr. Nach einer Weile verließ dann auch Wendy die Schule.

Sofort rief Kyle Wendy zu sich. „Hey, wo bleibt Stan?“, fragte er knapp. „Stan? Den hab ich vor fünf Minuten zuletzt gesehen, als er mich zum Essen in CtPaTown einlud.“, antwortete Wendy verwundert. „Ist er noch nicht rausgekommen?“ Verwundert über den Verbleib seines Freundes antwortete Kyle: „Nein, wir dachten er würde noch mit dir reden“. Im Hintergrund war Cartman nun voll im Gange, Kenny zu ärgern. Kyle überlegte. „Vielleicht…. musste er noch schnell auf die Toilette“, meinte Wendy dann. Kyle bedankte sich und deutete die anderen beiden an, auf den Eingang zu achten, während er nach Stan schaute. Er lief direkt zur Toilette und ging hinein. „Stan?“, rief er in den Raum. Keine Antwort kam. Vorsichtig öffnete er eine Kabinentür nach der anderen, aber sie waren allesamt leer. Auf der Toilette war Stan wohl offensichtlich nicht. Also machte er sich auf zu ihrem Klassenzimmer. Aber auch hier war kein Stan zu sehen. Wo konnte er bloß sein? Er hätte doch was gesagt, wenn er ohne sie gegangen wäre. Oder nicht?

Ein paar Minuten später verließ Kyle irritiert das Schulgebäude und kehrte zu seinen beiden Freunden zurück. Cartman hatte sich an eine Wand gelehnt und war gerade dabei, einen Hamburger zu verdrückt. „Alter, ernsthaft? Du isst doch eh gleich bei dir zu Hause ein ganzes Festtagsmenü im Alleingang!“, schnaubte Kyle, ein wenig angewidert von Cartmans Essverhalten. „Schnauze, ich brauch das: Ich wachse!“, erwiderte Cartman. „Ja, in die Breite“, lachte Kenny, der gleich darauf von Cartman wieder geärgert wurde. Genervt ergriff Kyle das Wort: „Leute, es reicht! Habt ihr in der Zwischenzeit Stan gesehen? Auf der Toilette war er nicht und ich habe ihn auch sonst nirgendwo im Schulgebäude gefunden“. Cartman und Kenny schüttelten synchron den Kopf. Auch sie hatten Stan nicht gesehen. Zwar waren sie größtenteils mit Streiten beschäftigt, aber sie hätten es bemerkt, wenn Stan rausgekommen wäre. Kyle konnte sich daraus keinen Reim machen. Das hatte es nie gegeben, dass Stan einfach so ohne sie nach Hause gegangen wäre…

Er wird seine Gründe gehabt haben, dachte sich Kyle. Vielleicht wurde er ja von seinem Dad abgeholt. Oder er war mit jemand anderem nach Hause gegangen. Immerhin hatten sie ja sowieso schon die ganzen Ferien zusammen verbracht. Und der Rotschopf wollte sich ja seinem schwarzhaarigen Freund auch nicht die ganze Zeit aufdrängen, wenn dieser nicht mochte. Das Trio wartete noch zwei Minuten, ehe sie den Heimweg zusammen und ohne Stan angingen.

Gerade zu Hause angekommen checkte Kyle sein Handy. Vielleicht hatte Stan ihm ja etwas geschrieben, aber zu seiner Enttäuschung war da nur ein Link zu irgendeinem dämlichen Katzenvideo, das Cartman ihm geschickt hatte, zu sehen. Also entschloss sich der kleine Jude kurzerhand, mal bei Stan vorbeizuschauen. Er klingelte und wartete kurz. Die Tür ging auf. Randy, mit einer Dose Bier in der einen und einem Glas Wein in der anderen Hand, stand ihm gegenüber. Kyle kam sofort auf den Punkt: „Äh… ist Stan zu Hause?“. Randy nahm erstmal einen genüsslichen Schluck Bier und trank das Weinglas aus. „Sharon, hast du Stan gesehen?“, rief er dann in die Küche, während er das leere Weinglas auf einer Kommode abstellte. Aus der Küche entgegnete Sharon mit einem kurzen „Nein“. „Da hast du deine Antwort. Kann ich dir sonst noch bei irgendwas helfen?“, fragte er, bevor er sich einen weiteren Schluck Bier erlaubte. „Keine Sorge, das ist glutenfrei“, warf Randy noch schnell ein. Kyle sah ihn entgeistert an, bevor er zu seinem normalen Gesichtsausdruck zurückkehrte. Dann bat er Randy: „Wenn er nach Hause kommt, können Sie ihm sagen, er soll mich anrufen?“. Randy nickte, dann verließ der Rotschopf das Haus und schloss die Tür hinter sich.

Mittlerweile war es Abend und Kyle hatte immer noch nichts von seinem Freund gehört. Da stimmte doch etwas nicht. Plötzlich klingelte es. Sofort rannte Kyle die Treppe runter, seine Mutter machte bereits auf. Es waren die Marshs. Randy, Sharon und Shelly betraten die Wohnung der Broflovskis. Stans Mutter liefen die Tränen über das Gesicht. Sie waren sichtlich aufgebracht. Kyle verstand sofort. Stan war wohl nicht nach Hause gekommen. Sheila sprach leise mit Randy und Sharon, so dass Kyle nichts von dem hören konnte, was sie sagten. Dann ging sie zu ihm. „Kyle,“, setzte sie an, „hast du heute nach der Schule irgendwann deinen Freund Stan gesehen?“. Kyle schüttelte den Kopf und erklärte seiner Mutter: „Wir hatten vor der Schule auf ihn gewartet, aber er kam nicht raus. Zuvor hatte er noch mit Wendy gesprochen. Was ist los? Ist etwas passiert?“. Kyle wurde unruhig. Ihm gingen im Moment eine Vielzahl schrecklicher Szenarien durch den Kopf. Dabei musste er an all die Dinge denken, die sie bereits durchgemacht hatten. Von zwei Beinahe-Toden aufgrund von Al Gores Mannbärschwein-Fanatismus über Stans Suchtprobleme bis hin zu den Kämpfen, in denen sie noch im Civil War 3 vor einigen Wochen gegeneinander antraten.

Mit ruhiger Stimme erklärte Randy dann an Kyle gerichtet: „Der Hausmeister hat Stans Schultasche in einer Ecke gefunden. Wir haben schon überall in der ganzen Stadt angerufen, aber niemand hat ihn seit heute Nachmittag gesehen. Wir hatten gehofft, dass du vielleicht etwas weißt, was uns weiterhelfen könnte“. Kyle wollte nicht glauben, dass seinem besten Freund etwas zugestoßen sein könnte. Auch Sheila und Gerald, welcher gerade erst dazugekommen war, aber allem Anschein nach schon davon gehört hatte, waren entsetzt. Die einzige Person, der Stans Verschwinden wenig auszumachen schien, was Shelly. Aber das war man von ihr gewohnt. Darum interessierte es auch keinen. Es vergingen noch ein paar Stunden, ehe die Marshs wieder gingen. Kyles Eltern kümmerten sich gut um die Verzweifelten und spendeten ihnen Trost. Er werde bald schon wieder auftauchen, sagten sie ihnen. Alles werde wieder gut werden, meinten sie. Kyle verzog sich auf sein Zimmer und versuchte zu schlafen. Das gelang ihm nicht. Stunden später irgendwann fielen ihm dann vor lauter Müdigkeit die Augen zu und der Schlaf übermannte ihn.

Am nächsten Morgen in der Schule waren alle ganz aufgeregt. Kyle beobachtete jeden Winkel des Schulgebäudes, an dem er vorbeilief, ob nicht irgendein Anzeichen für Stans Verbleib zu finden war. Aber Pustekuchen. Vor dem Unterricht versammelten sich die Jungs in den Gängen, um über den Verschwundenen zu tratschen, alles zu Kyles Unwillen. Auch Cartman war unter den Gerüchte-Befeuerern. „Leute! Leute! Ich weiß, was mit Stan passiert ist! Vermutlich hat dieser Jared Stan mit einer Mischung aus Lockgesang und Subway Sandwiches in die Berge gelockt und ihn dann in eine verlassene Mine gebracht, um ihm schändliche Dinge anzutun!“, versuchte er Aufmerksamkeit zu erhaschen. Kyle musste sich wirklich zurückhalten, Cartman hier nicht eine reinzuhauen. Wie konnte dieser nur so unbesorgt über das Verschwinden eines seiner Freunde sein und auch noch derartige Gerüchte verbreiten? Kurzerhand schrie er Cartman an: „Halt endlich die Klappe, Fettarsch!“ – „Wisst ihr, warum Jared das getan hat? Weil er Jude ist!“, setzte Cartman unbeeindruckt fort. „Und wisst ihr, wer noch Jude ist? Kyle! Und jetzt will Kyle, dass ich aufhöre, über Jared zu reden. Die Juden wollen mich mundtot kriegen, weil ich die Wahrheit sage!“

Glücklicherweise starrten alle Cartman nur mit ungläubigen Blicken an. Sogar Butters, der mehr als oft genug auf Cartmans dummes Gelaber reinfiel, schien ihm nicht ein bisschen zu glauben. Plötzlich kam Craig angesprungen. Er war ganz aufgeregt. „Hey, hat jemand von euch Tweek gesehen?“, fragte Craig sichtlich besorgt. Als Antwort erhielt er nur einstimmiges Kopfschütteln. „Vielleicht sind ja Stan und Tweek beide von Jared verschleppt worden. Oder vielleicht sind die beiden auch einfach miteinander durchgebrannt. Was meint ihr Leute?“, stachelte Cartman in die Runde. In Craig entflammte Wut. „Wenn du nicht bald deine dämliche Klappe hältst, reiß ich dir sowas von den Arsch auf, verdammt noch mal!“, drohte er dem Fettsack. Er hatte die Hände schon zu Fäusten geballt, da Sprang Cartman zurück und suchte das Weite. Einige aus der Runde warfen Craig einen dankbaren Blick zu. „Scheiße…“, fluchte Craig, während er sich am Kopf kratzte. „Wenn Tweek nicht hier ist, ist ihm vielleicht dasselbe zugestoßen, was mit Stan passiert ist. Normalerweise hole ich ihn immer bei ihm zu Hause ab, aber dieses Mal war er nicht da. Das passt gar nicht zu ihm. Er hätte mir vorher Bescheid gegeben, wenn er alleine los wäre oder sonst irgendwas wäre…“

Die Verzweiflung packte Craig, auch wenn er nur wenig davon durchscheinen lies. Er griff sich an den Kopf. Tweek hatte einen Platz in seinem Leben eingenommen und dafür gesorgt, dass dem Tucker-Jungen eben nicht alles scheißegal war. Und jetzt war Tweek weg. Genau wie Stan. Dass jemand ihn übersah, war unmöglich. Dafür hatte er noch zu viele Zuckungen. Außerdem blieb Tweek immer in der Nähe von Personen, denen er vertraute. Von denen alle da waren. Bis auf Token. Jetzt kamen ein paar Mädchen, darunter Bebe, Nichole und Wendy zu den Jungs und fragten, ob sie Token oder Heidi gesehen hatten. Sie waren nie in der Schule angekommen. Und sie blieben nicht die einzigen. Schnell fielen noch ein paar weitere Namen. Panik brach unter den Schülerinnen und Schülern der South Park Elementary aus. Glücklicherweise war gerade die Polizei mit einem Großaufgebot an der Schule angerückt und half, die aufgedrehten Kinder wieder in ihre Klassenzimmer zurückzubringen. Es war jetzt nicht auch noch zu gebrauchen, dass weitere Kinder verloren gingen. Die Lehrer verzichteten auf ihren Unterricht, damit die Polizisten Fragen an die Schüler stellen konnten. Währenddessen versuchte Cartman erneut, seine Gerüchte um Jared anzuheizen und diesem die Schuld am Verschwinden der Schüler zu geben.

Langsam wurden Details zu den Verschwundenen gesammelt und miteinander abgeglichen. Die Ethnie der Opfer schien keine Rolle zu spielen, genauso wenig wie ihre Hautfarbe. Auch waren etwa gleich viele Jungen wie Mädchen verschwunden. Das einzige, was sie wohl gemeinsam hatten, war, dass sie alle mit jemandem in einer Beziehung waren, der bis dato nicht verschwunden war. Tatsächlich gab es nicht ein Paar mehr in der gesamten Grundschule, das vollständig war. Jeder vermisste einen Partner. War der Täter – oder waren die Täter – hinter Pärchen her? Kyle war hochgradig irritiert, aber auch Kenny McCormick war nun in Sorge. Anscheinend hatte keiner von beiden etwas zu befürchten, denn sie waren in keiner Beziehung mit irgendwem. Welchen Sinn hatte das alles? Warum entführte jemand an einer Grundschule Kinder? Und warum ausgerechnet aus jedem Pärchen, das gerade in einer Beziehung war, eines? Konnte es – und das konnte Kyle selber nicht glauben – vielleicht doch Jared sein? Konnte Cartman ausnahmsweise einmal Recht haben?

Um die Sicherheit eines jeden zu garantieren, brachten die Polizisten die Kids im Anschluss an die Befragungen nach Hause. Die Eltern wurden angewiesen, Augen und Ohren offen zu halten. Es fuhren alle paar Minuten Streifenwagen durch die Straßen. Man konnte sagen, dass die Kacke am Dampfen war. Es vergingen viele Tage, in denen zwar kein weiteres Kind verloren ging, aber auch keine neue Spur gefunden werden konnte. Die Polizei schraubte ihre Präsenz langsam zurück. Noch immer war nichts Neues passiert. Kyle konnte in der vergangenen Zeit nur wenig Ruhe finden. In den Nächten fand er keinen Schlaf, zu sehr überkam ihn die Angst um Stan und sich selbst. Und selbst die wenigen Stunden, die er schlafen konnte, waren von Alpträumen übersät. Seinen Freunden erging es nicht anders. Auch den Eltern raubte die Angst um ihre Kinder die wohlverdiente Nachtruhe. Bei jedem noch so leisen Geräusch sprangen sie auf und flitzten mit allem, womit sie sich bewaffnen konnten, in die Kinderzimmer. Jedes Mal war es falscher Alarm. Doch hätten sie es nicht getan und es wäre etwas passiert… Sie hätten es sich ihr Leben lang nicht verzeihen können.

Vier Wochen nach Stans Verschwinden reichte es den Jungs. Die Polizei kam nicht mit den Ermittlungen voran und auch sonst geschah nichts. Folglich mussten sie also etwas tun. Ohne eine weitere Sekunde zu vergeuden trafen sich Kyle, Cartman, Kenny, Craig und Clyde in Cartmans Keller, um die Suche nach ihren Freunden in die eigene Hand zu nehmen. Natürlich durften sie ihre Eltern nichts merken lassen, deswegen mussten ihre Superhelden-Alter-Egos her. Und so begab es sich, dass sich der Coon, Human Kite, Mysterion, Super-Craig und Moskito als Freedom Pals zusammen taten, um die verlorenen Seelen von South Park – und vielleicht sogar die gesamte Stadt – vor dem Bösen zu retten. So, wie sie es einst zuvor getan hatten…
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