stranges kleines leben

von quina
OneshotHumor, Tragödie / P12
05.11.2017
05.11.2017
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Ich pass' nicht ins Bild, gehör' hier nicht hin. Was ihr nicht versteht, ist, nach dem Rausch frisst mich die Realität auf.
Und egal, wie ich's dreh und wende, ich geh' Hand in Hand mit meinen Dämon'n ins Niemandsland.

madeline juno | waldbrand



Wieso haben wir eigentlich alle so viele Probleme, während wir Leben? Sogar mit dem Leben selbst. Wir reden immer alle viel, verkriechen uns meistens in fiktivem Zeug. Wir hören Musik, weil sie uns aus der Seele spricht, ob mit Text oder ohne oder uns an Momente erinnert. (Deswegen hatte ich auch so'n Spaß dabei, die ganzen Zitate rauszusuchen.) Die allgemeine Einschätzung: Wir flüchten vor unserem Alltag und lenken uns ab. - Dieser Satz hat immer diesen gewissen negativen Beigeschmack. Schon alleine das Wort „flüchten“ klingt nach Angst. – Aber wenn's doch hilft, die Sache mit den Serien und Liedern, was spricht dagegen?

Ich jongliere jetzt mal ein wenig mit dem Gedanken, warum es bei uns nicht hinhaut. Wieso wir einfach zu dämlich sind, um unser Leben zu meistern. Nun, um ehrlich zu sein, beschreibt der Text eher meine Erkenntnis und das es zumindest für mich so nicht weiter geht. Was du daraus mitnimmst, oder ob du diesen Text am Ende auch nur als philosophischen Dreck abstempelst. Dein Ding.

Über mich: Ich bin einer dieser Menschen, die den ganzen Tag verschlafen und sich immer Dinge vornehmen, sie aber nicht schaffen. Prokrastination in Person. Einer dieser blöden Teenies in ihrer Selbstfindungsphase, die nichts Besseres zu tun haben, als im Selbstmitleid zu baden und rumzuheulen, weil sie ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden haben. - Bis vor einiger Zeit hätte ich mich noch so beschrieben. Ich bin wohl immer noch so, aber ich will mich nicht mehr so beschreiben. Vielleicht liegt‘s am älter werden oder an der Erkenntnis, dass es langsam echt lächerlich wird. - Keine Ahnung. - Mir ist auch egal, was genau es jetzt ausgelöst hat, ich bin nur froh, dass ich endlich mal genauer drüber nachgedacht habe, denn diese Depri-Phasen werden langsam richtig traurig. Wortspiel unbeabsichtigt. - Außerdem bin ich stolz auf mich, dass ich es richtig gemacht und aufgeschrieben habe. Eventuell löst es ja auch in wem anderen ‘ne kleine Lawine aus.

Im Nachhinein würde ich sogar behaupten, ich habe mir alles nur eingeredet. Vielleicht wollte ich gar nicht aus diesem schäbigen Loch raus, auch wenn ich immer so getan habe als ob. - I don't know. - Und jetzt, Überraschung(!), der Gedanke, dass ich aufhören muss so dämlich Trübsaal zu blasen und mir kein Recht einräumen darf, sich irgendwie traurig zu nennen, hatte ich vor zwei Jahren. Da passt der Spruch „Das geht nicht von heute auf Morgen“ doch wie die Faust auf’s Auge, würde ich sagen.
Vor zwei Tagen hat sich dann so eine fixe Idee in mein Gehirn gebrannt. „Das isses!“, dachte ich mir und würde es als die Lösung meiner „Probleme“ bezeichnen. Das kann Morgen aber auch schon wieder anders aussehen, deswegen veröffentliche ich diesen Text mal schnell, bevor ich meine Meinung wieder ändere.


Irgendwas, das bleibt, irgendwas, das reicht
Irgendwas, das zeigt, dass wir richtig sind
Bis wir etwas finden, was sich gut anfühlt
Was sich lohnt zu teil'n, würden gern sowas spür'n
Suchen überall, finden scheinbar nichts
Was uns halten kann, was uns das verspricht
Was wir wirklich woll'n, wonach wir alle suchen
Kriegen nie genug, denn wir woll'n immer mehr

yvonne catterfeld | irgendwas



Also… „Wie funktioniert eigentlich genau das Leben?“, habe ich mich da vor Kurzem gefragt. “Wie kriege ich es irgendwie hin vorran zukommen?” Denn irgendwie, wenn man doch so nachdenkt, die Faust aufs's Herz, funktioniert da gar nix. Da gibt es einfach nichts, dass man als “funktionierend” beschreiben könnte. Die Welt ist krank.

Es gibt verdammt viele Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. So viele Lieder die uns aus der Seele sprechen. So viele Bücher und Filme, die sich mit dem ewig gleich bescheuerten Thema beschäftigen. Aber keins davon kann es wirklich benennen. Irgendwie will doch jeder herausstechen. „Ich möchte gerne etwas Besonderes sein“, rede ich mir ein, „ich bin anders und besser, aber auf gar keinen Fall arrogant, sondern ganz bescheiden.” Klar. “Wenn es bei allen den Bach runter geht, stehe ich ganz oben.” Hm.

In Wahrheit entspreche ich jedem scheiß Teenieklischee. Der Sinn des Lebens. Die Suche nach seinem Selbst. Was kommt nach der Schule? Wohin mit dem Leben? Will ich Kinder, einen Mann, eine Frau? Wohne ich später im Ausland, um auf eine bessere Uni zu gehen, bessere Chancen zu nutzen, oder bleibe ich Zuhause? Irgendwie aber, ist das alles irrelevant. Das, was zählt, ist etwas anderes, aber diesem Etwas kann ich keinem Namen geben.

Alles ist scheiße. Immer. Man fühlt sich armselig und versinkt im Selbstmitleid. „Warum ich?!“

Das Jahr 2015 behalte ich deswegen in Erinnerung als „Das Jahr ohne Erinnerungen“, weil nichts Nennenswertes passiert ist. Silvester konnte ich nicht einmal sagen, was überhaupt passiert war. Wie gesagt, zwei Jahre. Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal erkannt, dass es so dämlich ist, lustlos durch die Gegend zu rennen und darauf zu warten, dass glücklichere Zeiten kommen. Sie nannten mich schon „Emotionslose “hier Name einfügen”(und haben sich nachher noch ernsthaft gewundert, warum ich sie nicht leiden konnte.)

Ich bin seit dem Wandel danach generell glücklicher und versuche mehr zu genießen, irgendwie. Aber im Ernst, behaupten, was geschafft zu haben kann ich nicht. Dieses „Mach ich Morgen“ kennt jeder genauso gut wie ich. Bei mir zieht sich das mittlerweile über Monate hinweg, wie ein altes ekliges Kaugummi. 2 Jahre eben. Vor allem, wenn ich von „geschafft“ rede, dann meine ich, das absolute Minimum, und zwar, überhaupt mal mit etwas anzufangen. Ich meine nicht „beenden“, davon bin ich noch Meilen entfernt. Mittlerweile sehe ich das allerdings nicht mehr als Problem. Ich gehe viel mehr mit Vorfreude in die Sache. Irgendwann kriege ich’s schon hin. Noch habe ich mich nicht aufgegeben, ne.
   

Mein Herz tobt in meiner Brust, schreit und ruft mich zur Vernunft, doch meine Welt so grell und bunt,
sie drückt es weg, so schellt es stumm, doch es hört nie auf und ich dreh' es laut.

mark forster | kogong



Ich will immer so viel machen und Neues ausprobieren, aber es gibt immer ein „Aber“. im Moment heißt dieses “Aber” “Ehrgeiz”. Ich hab’ einfach keinen. Muss ich jetzt wirklich mal so sagen, ich habe null Ehrgeiz, null Disziplin und keinen Mut noch obendrein. Und ich gebe da auch keinem die Schuld für. Ist einfach so und ich bin zu faul um daran zu arbeiten. Es gibt keinen Menschen, zu dem man härter ist, als zu einem selbst. Man macht sich immer als Erstes fertig und wenn ich jetzt einfach mal an diesen Trend anknüpfe, dann würde ich mich als „feige Sau“ beschreiben. - Joah, ich meine, das beschreibt mich Momentan echt super, stört mich aber auch nicht wirklich, muss ich gestehen. Beleidigungen gegen mich selbst kann ich einfach nicht so ernst nehmen, wie die von Fremden. Obwohl meine doch meistens stimmen und die von Fremden eher nicht und es genau andersherum sein müsste mit dem „ernst nehmen“.
Denn ich rede immer vom „Leben“ und „Genießen“, das Leben ist kurz, yolo und so'n scheiß, aber wirklich verstehen, was ich da sage, tu‘ ich eigentlich nicht. Es ist einfach so. Es ist einfach dumm und dämlich und ich könnte mich dafür Ohrfeigen, täglich, aber ich denke, selbst wenn ich‘s tun würde, würde ich mich nicht ändern. Einfach weil ich zu faul bin - und ich muss mich gerade herbe zusammenreißen, hier keinen lachenden Smiley anzuhängen, der den Text unseriös erscheinen lassen würde.


Ey stranges kleines Leben, verläuft auf Seitenwegen. Ich such die Mitte, doch mein Glück liegt meist daneben.
So selten Flugrakete, bin mehr so Zugverspätung, doch die Ernte kommt immer, mann es ist gut gesät
und ich hab keinen Stress mit Warten, geh auch durch schlechte Phasen, ich bin geduldig und nehme
zum Schluss die besten Karten. Und fällt der Jenga-Turm, egal gibt eh Verlängerung,
Halt neuer Plan dann, ey Leben ist Veränderung.

mark forster | sowieso



Man redet ja immer davon, dass man sich selbst treu bleiben und sich für niemanden ändern soll. Wie sieht das mit einem selbst aus, darf ich mich guten Gewissens für mich selbst ändern? Ändere ich mich dann überhaupt oder ist jede Veränderung nur ein weiterer Schritt in der Findung meines Selbst? Hört sich alles ziemlich bescheuert an, wenn man es laut ausspricht.

Dieses Ganze, wer bin ich, wer will ich sein, was werde ich mal, wenn ich groß bin und so. Klar, hat alles sicher einen wahren Kern und seinen Sinn, aber ich habe mittlerweile dann auch endlich verstanden, dass mich das ganze Fragen, Suchen und vermeintliche Finden einfach nicht weiterbringt. Man wächst mit diesem Selbstfindungshype auf, man wird wirklich auf diese Schienen gequetscht und das ist es, was uns, oder viele von uns immer verzweifeln lässt. - Friss oder stirb. - Die Gesellschaft schreibt vor, dass ein pubertierender Jugendlicher anfangen soll sich im Leben zu orientieren. Und dann kommt die ganze Scheiße plötzlich auf die heruntergerieselt, du stehst kurz vor deinem Abi oder suchst nach einem Job. Du recherchierst nach Unis und Ausbildungsstellen, wo verdienst du das meiste Geld, womit wärst du für immer glücklich. Du musst als Teenager eine Entscheidung treffen, die vorrangig erstmal dein ganzes Leben beeinflusst. Denn, wenn du einmal was studierst, dann gibt es kein Zurück mehr, denken wir. Und nach der Schule immer nur alles schnell, schnell, schnell. Wir glauben heute, wie kennen den Gesellschaftslichen Standart und haben alles unter Kontrolle, ziehen trotzdem unser eigenes Ding durch. Die meisten Gesellschaftsregeln verstecken sich aber vor uns und uns ist oft gar nicht wirklich bewusst, wie wir beeinflusst werden.

Und keine Ahnung ob es so ist, so weit bin ich noch nicht, aber ich denke genau dieser Umstand macht uns alle so fertig. Vor allem, wenn man dann nach der Schule immer noch nicht weiß wohin und Angst hat. Es ist einfach diese Angst. Wovor kann ich wieder nicht sagen. Vielleicht Angst sich falsch zu entscheiden, oder nicht glücklich zu werden, was weiß ich denn schon. Aber dieser Selbstfindungskack geht mir auf die Nerven. Ich wette, dass es auch Erwachsene gibt, die immer noch nicht wissen, wer sie sind. Und dann sollen wir das Heraufinden mit fucking 12, 16, 19 etc. Ja es tut mir leid, aber mal ganz ehrlich, so viel Widerspruch in den ganzen Stimmen, kein Wunder, dass so viele Jugendliche ernsthaft krank werden. Nein, du musst mit X noch nicht wissen wer du bist. Einfach nein.


Warum machst du dir nen Kopf, wovor hast du Schiss, was gibt's da zu grübeln, was hast du gegen dich ich versteh’ dich nicht.
Immer siehst du schwarz, und bremst dich damit aus, nichts ist gut genug, du haust dich selber raus. Wann hörst du damit auf?

mark forster | chöre



Denn ich wette, danach kommt noch so so viel mehr, aber da habe ich nie drüber nachgedacht und ich glaube dass tun wenige. Ganz nach dem Motto „Ein Schritt nach dem anderen.“ Sucht euch selbst aus, wie ihr meinen Gedankengang hier zu Ende führt, ich könnte mich ewig dran aufhängen, weil’s so dumm ist.

Es macht einfach keinen Sinn, das ganze Leben macht keinen Sinn und das noch Nichtmal auf eine traurige, melancholische, depri Art, ne. Ich hab’ Ideen und Möglichkeiten ohne Ende und ich bin einfach zu faul, um irgendetwas davon aufzuheben. Und ich merke gerade, wie kacke das eigentlich ist… und es macht keinen Sinn, nebenbei.

Ich beschäftigte mich in letzter Zeit relativ viel mit gesunder Ernährung, Fair Trade, generell Nachhaltigkeit. Wenn man so etwas, wie Nachhaltigkeit, aber auf das allgemeine Leben beziehen würde... für so etwas sollte es Bestrafungen geben. Ungenutzte Chancen, unentschiedene Dinge, verschwendete Zeit, die ganze verdammte Palette. Wie oft habe ich schon eine Idee nicht weitergeführt, weil ich schon vor Augen hatte, wie viel Arbeit das wird. Das bezieht sich jetzt eher auf die Schreiberfraktion, denke ich, aber ihr findet sicher Wege, das auch auf andere Dinge im Leben zu kopieren. In der einen Hand habe ich eine Romanidee, in der anderen eine Fanfiktion. Ich hab kein Bock auf den Roman und bin motiviert für die Marvelgeschichte, aber Letzteres ist doch unwichtig. Zählt doch nicht und bringt mich nicht weiter. Den Roman kann ich irgendwann veröffentlichen. Mein Durchbruchdebüt, der zählt später, daran zu arbeiten, macht Sinn.

Achtung Spoiler, am Ende mache ich keins von beidem. Unentschiedenes Ding. Über so 'ne Scheiße mache ich mir tatsächlich Gedanken. Ich weiß, dass es so vielen Leuten so schlecht geht und ich trotz Pechsträhnen ein Glückskind bleibe. Ohne Witz, wie oft habt ihr diesen Satz schon gehört. „Anderen geht es viel schlechter.“? Ich zweifle ja Nichteinmal daran, meine Träume, verwirklichen zu können. Ich bin mir eigentlich sogar ziemlich sicher, dass ich das hinkriege und das alles schaffen kann. Und ja, huhu, ich hab wirklich soetwas wie einen „Traum“. Glaubt man gar nicht bei dem ganzen Gejaule, um die Sinnlosigkeit der Umstände, he? Is' aber so. Da ist halt nur diese Sache mit dem Arsch hochkriegen, die ich noch nicht so ganz beherrsche. Selbstmitleid geht viel leichter, finde ich.
 

So selten fitte Planung, bin mehr so dritte Mahnung, doch immer sicher im Gemetzel
dank der schicken Tarnung. Ich schätze Wegbegleiter, auch wenn alles seine Zeit hat,
mal 11 Freunde, dann doch „One on One"-Karate-Fighter.
Und streikt der Sendeton, bleibt immer die Erinnerung. Halt neuer Plan dann, im Blick nach vorn steckt Linderung.

mark forster | sowieso



Ich dachte immer, Schriftsteller werden und davon Leben ist mein Traum, denke ich noch, oft sogar. Aber um beim Thema zu bleiben, irgendwie macht auch das keinen Sinn. Schon klar, Geschichten schreiben und die Welt damit berühren, wie es Geschichten von anderen mein Leben lang schon bei mir tun. Wäre schön, wenn's jemand, liest, jemand verfilmt und Menschen sich damit identifizieren können. Aber das als mein oberstes Ziel zu sehen, ist doch irgendwie Schwachsinn. Ein Ziel, ja mit Sicherheit. Ein wichtiges Ziel und ein großer Traum, auf jeden Fall. Aber das einzige was ich im Leben erreichen will? Ne.

Da es so viele Leute gibt, die ganz philosophisch die Frage des Sinns beantworten, habe ich mir auch mal was ausgedacht. Um auf den Punkt zu kommen: Nie aufhören zu streben, vollkommen egal wo nach.

Denn danach zu streben, irgendwann zufrieden zu sein, macht, wie so vieles in diesem Text, keinen Sinn. Es wird eh nicht passieren, wir werden nie zufrieden sein, wir sind genetisch gar nicht dazu in der Lage zufrieden zu sein. Deswegen würde man sich nur selbst belügen, wenn das einzige Ziel seines Lebens ist, seinen einen kleinen Traum zu verwirklichen. Ich hab‘ nämlich ziemliche Angst davor. Nicht weil es schwierig wird, ne, das spornt an. Viel eher, was wenn ich es schaffe, mich mein Leben lang auf diesen einen Traum konzentriert habe und er in Erfüllung geht. Was dann? Was kommt dannach? Wer sagt mir, dass ich nicht noch weiter träumen darf. Immer weiter. Einfach mal gierig sein.


Übersetzt soll das in etwas heißen:


Es gibt kein Rezept für's Leben, was sicherlich schon viele vor mir gemerkt haben. Aber der Sinn ist, dass es keinen Sinn gibt. Man muss anders sein, um dazu zu gehören. Man muss nicht dazugehören, um ein Teil davon zu sein und so weiter. Mal Augen zu und durch. Barfuß oder auf Socken. Mal die Augen öffnen und genau hinsehen, mal durchatmen und wirklich hinsehen. Ihr wisst schon, Wandern, Natur und so, aber auch die Menschen um einen herum, man kann nie verlieren bei so etwas. Wenn ihr euch selbst finden wollt, bitte warum nicht, los geht pilgern, oder tut was ihr am liebsten tut. Musik, Sport, Schreiben. Es gibt Menschen, die sind nur glücklich, wenn alles sicher ist, wenn sie alles planen und viel lernen, um gute Noten zu kriegen, Beförderungen. Bitte, warum nicht? Andere würden diese Menschen verurteilen, denken, Spontanität macht Leben doch erst aus, man muss das Leben genießen und nicht immer schwarz sehen. BITTE, WARUM NICHT?

Aber das ist doch gerade das Dumme/Tolle. Für jeden funktioniert es anders. Der absolute Schwachsinn des einen, ist für den anderen der einzige Weg. Manche folgen nur einem Weg, manche brauchen mehrere Wege und andere fahren gerade aus und sehen die scheiß Abzweigungen nicht. Glücklich, traurig, auf der Suche. Es gibt so so so viel. Warum darf man nicht egoistisch sein, wer sagt das? Warum darf man nie Vorurteile haben? Warum nicht mal das Arschloch sein? Ein Arschloch muss es doch geben. Warum nicht mal scheiße machen? Umgekehrt, es heißt immer, verwirkliche deinen Traum. Dagegen will ich auch gar nichts sagen, aber dieser Satz ist so ausgelutscht, da kann man sich doch wieder, rein hypothetisch fragen, warum seinen Traum verwirklichen, wenn der Weg dahin doch das Spannende ist? Denkt doch mal so rum.    


Wir schicken Waffen um die Welt und Raketen ins All, aber der Shitstorm geht erst los beim straffe-Titten-Skandal.
Wer bin ich, wer bist du? Was ist das was uns hält?
Und was soll ich eines Tages meinen Kindern erzähln? Noch ein' trinken auf die Ehrlichkeit. Nochmal lächeln für die Ewigkeit.

sarah connor | halt mich



Wenn etwas nicht klappt, sind wir traurig. Manche Versuchen es weiter, andere geben auf bla bla bla. Wenn das Leben nicht klappt, hat man sein Leben lang Zeit es weiter zu versuchen. Ich sag mir seit zwei Jahren „Morgen arbeite ich an diesem Roman“, bin noch immer bei Kapitel 0. Trotzdem, und da dürft ihr mir jetzt gerne alle auf die Schulter klopfen, sage ich es mir immer noch jeden Tag und hab’s noch nicht sein gelassen. Klingt total bescheuert, hilft mir persönlich aber die Hoffnung zu bewahren, es doch irgendwann hinzubekommen. Bestimmt gibt es bessere Wege dahin. Die müsst ihr aber selber erstmal finden. Selbst wenn ich einen anderen hätte, bin ich mir fast sicher, dass er 60% von euch nichts bringen würde.

Vielleicht habe ich kein Wort dafür, aber ich versuche zu erklären, was ich meine. Dass Menschen schwarz-weiß denken, ist allgemein bekannt. Auch andere Fakten wie: “Jeder ist ein Individuum”, “Mit der Menge zu gehen ist schlecht” und “Das Leben ist ungerecht” sind Dinge, mit denen jeder mal irgendwann konfrontiert wird. Es gibt so so viel, das ein Leben dafür nicht reicht. Das Ding ist, wir haben eben nur eins. Und jetzt sind wir wieder bei einer dieser scheiß Lebensweisheiten. Yolo!


Manche wollen zu viel, manche zu wenig. Viele wissen gar nicht, was sie wollen und dann ist es automatisch wieder schlecht und falsch. Man. Das ist alles einfach scheiße. Oder? Diese Grenzen, die uns gesetzt werden, von irgendeinem scheiß Typen der sein Gesicht nicht zeigt. Wer sagt denn, was zu viel ist und was zu wenig. Was gut, was schlecht; was Fehler und was Erfahrungen. Nie denselben Fehler zweimal machen; auf keinen Fall jemanden auf dem ersten Blick beurteilen; alles hinterfragen; die Augen offen halten; immer weiterstreben; nie aufgeben; es nochmal versuchen, mutig sein, über seinen Schatten springen; den inneren Schweinehund bekämpfen; den Kritiker im Kopf killen; auf sein Bauch Gefühl hören; seinem Herzen folgen; Freunde kommen, Freunde gehen; Familie an erster Stelle; Nach Hilfe fragen, nicht alles alleine bewältigen; Kopf hoch und Krönchen richten; nach vorne schauen; ausprobieren, spontan sein; dazu lernen; zuhören; offen für Neues sein. Mehr machen, mehr erleben, genießen und einfach mal abschalten.


Das Einzige, was wir abschalten sollten, sind diese ganzen Stimmen, die so viel Lärm machen, dass unsere eigene vor lauter Frust unters Bett kriecht und akzeptiert nicht wahrgenommen zu werden. Mittlerweile sind es so viele Sätze, die unseren Verstand verkleben, dass wir unmöglich noch sagen können, welche von uns sind und welche Einstellungen wir wirklich selbst vertreten. Geht einfach nicht.
Aber ob dieser ganze Einfluss von Außen wirklich schlecht ist, oder vielleicht doch ganz gut, wer entscheidet das? Das was wir wohl tun können und solllten(?), vielleicht eher tun und lassen können, ist alles auf einmal zu machen. Jedem zu zuhören und trotzdem nur auf sich selbst zu hören, so bescheuert das auch klingen mag. Das Leben ist so bunt und vielfältig, um es zu meistern, müssen wir eben genauso so kompliziert und bekloppt werden ... (Hier nach belieben wieder ein „Oder?“ einfügen.)


Hinterlassen Abdrücke wie auf frischem Teer, die nächste Generation kommt nicht mehr hinterher. Immer noch höher, wir müssen immer noch weiter. Wir werden immer noch schneller, denn uns läuft langsam die Zeit ab. Wir brauchen mehr, mehr, wissen nicht mehr, wer wir wirklich sind, verlieren die Ehrfurcht vor so viel Ding'n, wir haben verlernt, wie man etwas teilt, obwohl wir alle so entstanden sind. Es geht immer noch ein bisschen mehr, auch wenn keiner mehr den Sinn erklärt
yvonne catterfeld | irgendwas



Alles zu hören. Alles mitzunehmen, das Schlechte, das Dumme und das Gute. Mal glücklich zu sein, mal eben nicht. Oberflächlich denken, den Trends folgen, Mainstream sein und dann wieder der Einzelkämpfer, der ganz anders ist als alle anderen. Einfach mal traurig sein, darüber, dass einen niemand versteht. Einfach alle Emotionen rauslassen, alles Sagen, was einem durch den Kopf geht. Freude mal abschreiben, wenn man kein Bock auf sie hat und sich entschuldigen, wenn man hofft so weiter zu kommen. Lügen, Hoffen, Glauben und alle Fehler machen, die einen provokant anlächeln. Irgendwie muss es doch gehen, das Richtige zu machen, ohne das Falsche zu vernachlässigen. Vielleicht ist es richtig, sich Grenzen zu setzen, vielleicht aber auch falsch.

Genau darum geht es. Es gibt so so so viel. Unsere Musik, unsere Ideen, unsere Träume, unsere Dummheit, unser Talent uns zu Tode zu denken, zu hinterfragen, aufzuschieben, Ruhe zu bewahren, auszurasten, besonders zu sein. Ich glaube, das ist ok. Das alles. Ich werde nie zufrieden sein, glücklich genug oder endlich satt vom Leben. Zu viel geht nicht. Ich muss nicht alles irgendwie unter einen Hut kriegen, ich muss aber auch nicht alles schaffen, was auf keinen Fall gleichbedeutend ist mit, „ich sollte mir weniger vornehmen“.


An der Stelle würde ich jetzt sagen, ich weiß, wie ich jetzt Leben muss. Bunt und durcheinander, alles mitnehmen und trotzdem alles ignorieren. Beides, alles irgendwie gleichzeitig zu tun. Eigene Regeln aufstellen, nur um sie brechen zu können und hinterfragen und reden, ohne mir selbst zu zuhören. Aber würde ich sagen: ich wüsste, ich weiß nun, ich will und werde, wäre es doch nur eine weitere Lüge die sich negativ, aber genauso gut positiv auf mein Leben auswirken könnte. - und jetzt kommt’s wieder – Oder?
   

Der Phönix macht jetzt 'n Abflug
Au Revoir, meine Freunde, macht's gut
Ich sag dem alten Leben Tschüss, Affe tot, Klappe zu [..]

mark forster/sido | au revoir



Ich bin ziemlich froh, dass ich diesen Moment der Erkenntnis für mich aufgeschrieben habe. Denn Momentan denke ich, so könnte es klappen. Einfach mit dem Gedanken, dass das Leben bunt wie sonst noch was ist, ich meins eh nie unter Kontrolle haben werde und für mich entschieden habe, nur weiter zu kommen, wenn ich alles irgendwie positiv, irgendwie negativ, einfach von allen Seiten betrachte. Kein Weg zu haben, ist wohl mein Weg. Auch diese Sache mit den „Wegen“ immer. Kann es Nichtmal ein Feld sein, oder ein Himmel, ein scheiß Teich oder ‘ne Badewanne? Das kann sich morgen übrigens alles auch schon wieder ändern. Ich hoffe also ihr habt bis hierhin gelesen, denn wie ich mich kenne, werde ich diesen Text bald wieder offline nehmen, weil ich denke, das, was ich da geschrieben habe ist der größte Scheiß überhaupt und es gibt eh keinen der das Leben je verstehen wird...

Oder?
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