Rot oder Silber?! - Oneshot über die Neublüterin Cameron Cole

OneshotDrama, Angst / P12
OC (Own Character)
04.11.2017
04.11.2017
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Meine Lieblingsfigur aus "Die rote Königin" ist Cameron Cole. Ich finde, dass ihr Charakter sehr eigen ist und das macht sie auch so interessant.
Mir hat es zudem sehr gefallen das es im 3. Band Kapitel aus ihrer Sicht gab.
Da man recht wenig über ihre Vergangenheit weiß, habe ich beschlossen, diesen Oneshot aus ihrer Sicht zu schreiben.
Ich würde mich freuen, wenn ihr euch kurz Zeit nimmt, um diese Geschichte zu lesen :)



"Cameron! Cami, wach endlich auf!" Die Stimme meines Bruders weckte mich aus einem unruhigen Traum. "Geh weg, Morrey! Es ist doch erst sieben Uhr!", stöhnte ich nach einem Blick auf den Wecker. "Cam, die Listen hängen aus.", sagte Morrey mit leiser Stimme.
Er wusste, dass ich diese Worte jetzt nicht mehr ignorieren könnte. "Was! Jetzt schon! Tja typisch Silberne, lassen uns keinen Tag Ruhe!",sagte ich.
Ich hatte große Angst, versuchte aber meine bebende Hände zu verbergen. Ich hatte so Angst um meinen Zwillingsbruder und aber auch um mich. Das wird schon, Cam, versuchte ich mich zu beruhigen. Die Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass es einer von uns ist.
"Alles wird gut.", versuchte Morrey mich zu beruhigen. Er wusste immer wie ich mich fühlte. Gestern wurden unsre Namen in einen Lostopf geworfen.
Es wird ausgelost, wer in den Krieg ziehen muss, in dem wir, als Jugendliche keine Chance haben werden. Wir liefen zu den Listen, wo stand, wer ausgelost wurde. Es stand bereits eine Menschentraube um den alles entscheidenen Zettel. Mit klopfenden Herzen verfolgte ich die Nachnamen bis "c". Mir blieb das Herz stehen. Meine Fassade viel:
"Nein! Das kann nicht sein!" Auf dem Blatt, das unseren Tod bedeuten würde, standen die Namen "Cole Cameron und Cole Morrey, Einheit 48, Block 12". "Wir schaffen das. Ist werde dich mit meinem Leben beschützen. Alles ist gut.", sagte Morrey mit besorgter Stimme. "NICHTS IST GUT! Wir werden alle STERBEN!", schrie ich meine Zwilling an.
"Wir und 5.000 andere werden sterben. Aber alles ist gut!" Ich trat einen Schritt auf in zu und schubste ihn gegen die Wand. Alle Blicke ruhten auf uns.
Morrey schien genauso entsetzt über meinen Ausbruch wie ich. "Morrey... Tut mir leid. Ich kann das gar nicht glauben!" Er nickte stumm, nahm meine Hand und führte mich sacht nach draußen. Die Leute machten uns den Weg frei und schauten uns bedrückt nach. Eine Träne lief meine Wange hinab. Mein Leben würde doch nicht in ein paar Wochen zu Ende sein? Morrey sagte nichts, sondern nahm mich einfach nur in den Arm. Er versuchte seine Gefühle nicht offen zu zeigen, doch ich spürte, dass er ebenfalls mit den Tränen kämpfte. "Wir sollten noch einmal die schönsten Orte aufsuchen", meinte mein Zwilling mit belegter Stimme. Ich schnaubte verächtlich:
Es gab hier keine schönen Orte. "Du weißt was ich meine. Komm mit!", meinte er. Ich verstand immer noch nicht, was er meinte, doch dann fiel der Groschen.
"Nein! Was, wenn sie uns bemerken?", rief ich entsetzt. "Komm schon, Cam! Wir sterben doch sowieso!", bemerkte Morrey trocken. Ich weiß nicht wieso, aber diese Worte lösen etwas in mir aus. "Okay.", stimmte ich im zu," machen wir es."
Morrey griff wieder nach meiner Hand und zog mich hoch.


Flashback (vor 3 Jahren)

Morrey griff wieder nach meiner Hand und zog mich hoch. "Augen zu, Cami!", rief er. "Was ist den? Wohin führst du mich?", fragte ich aufgeregt. "Wirst du gleich sehen.", meinte er geheimnisvoll. Ich bemerkte nicht, wie Morrey mich losließ und ich ohne Führer weiterlief. "Aua! Was war das den!", rief ich empört. Mein Zwilling kicherte nur. Ich verdrehte Gedanklich die Augen. Ich beschloss mich zu rächen und öffnete die Augen. "Wow!", entfuhr es mir. Morrey hatte eine Hütte für uns gebaut! Man sah zwar, dass die Hütte nur aus alten Brettern und rostigen Nägeln bestand, aber das war mir egal. Ich war den Tränen nahe. "Wann...? Was...? Wie...?", brachte ich schließlich heraus. "Also ich arbeite schon seit einem halben Jahr an der Hütte. Ich habe mir immer wieder alte Bretter genommen, sie gelagert und dann mit gefundenen Schrauben zusammengebaut. Ich wollte sie dir an deinem, also unseren Geburtstag schenken, doch es hat ein bisschen länger gedauert. Ich hoffe, du bist mir nicht böse, dass ich dir an deinem Geburtstag nur ein paar Blumen geschenkt habe.", erklärte Morrey mir. "Ich sollte auch dich wütend sein?", fragte ich entsetzt," nie im Leben! Ich glaube ich habe mich noch nie so gefreut!"

Zeitsprung (1 Monat später)



"Gehen wir noch einmal zum Eulennest!", schlug ich vor, da wir heute den Nachmittag frei hatten. Eulennest. So nannten wir unsre Hütte, damit kein Ausstehender wusste, was wir meinten. Amerino Treeves, ein Junge aus unsere Gegend schaute uns herablassend an. Ich funkelte ihn wütend an. Er war mein Erzfeind und wir kriegten  uns wegen jeder Kleinigkeit in die Haare. "Ignoriere ihn", flüsterte Morrey mir ins Ohr. Ich nickte steif und wollte zur Tür hinausgehen, als Treeves sich doch noch zu Wort meldete: "Wohin geht ihr, Cole?" Wie ich seine Stimme hasste! Ich wurde wütend. Das bemerkte Treeves ebenfalls und ein gehässiges Lächeln bahnte sich in sein Gesicht. "Hast du deine Stimme verloren, Cole?", höhnte er. "Ich habe keine Ahnung, was dich das angeht!", zischte ich. "Es geht mich sehr wohl etwas an! Wenn du gegen das Gesetz verstößt, werden sie dich töten und dann bin ich dich endlich los!", meinte er und lachte auf.
Morrey packte mich am Arm und zog mich einfach davon, damit ich nichts unüberlegtes tat. "Morrey, du musst mich nicht immer beschützen! Dieser Dreckskerl Treeves verdient es! Morrey, er möchte uns tot sehen!", maulte ich meinen Bruder an. Und das mit der Hütte wurde heute auch nichts mehr, wenn Treeves weiter herumschnüffelte. Na Super! Ich lief immer weiter in Richtung Wald, als mir zwei Männer entgegenkamen. Mir stockte der Atem. Was suchten Silberne in unsrer Gegend? Das gab es sehr selten. Sie schienen sich erregt zu unterhalten und ich beschloss zu lauschen. Ich versteckte mich schnell hinter einer Gruppe von Büschen und lief noch ein paar Schritte nach hinten. Urplötzlich stieß ich gegen irgendetwas. Nein! Gegen jemanden! Mir lief ein Schauder über den Rücken. Bitte los es nicht Treeves sein! "Sei leise, Cami! Bevor sie uns entdecken.", mein Zwillingsbruder mir ins Ohr. Das war so typisch für ihn! Natürlich war er mir nachgelaufen. "Mann! Musst du mich so erschrecken! Und was suchst du eigentlich hier", fauchte ich. "Sei endlich leise, Cami! Ich will hören, was die sagen.", wies mein Bruder mich zurecht. "... soll man denn machen? Die hören einfach nicht! Immer wieder! Es sind immer zwei Leute, Telino. Sie haben sich eine Hütte gebaut. Ich habe Wachen im ganzen Gebiet versteckt und wenn sie sich noch einmal in den Wald wagen, werden wir sie auf frischer Tat überraschen und töten. DER WALD UST VERBOTEN! WAS KAPIEREN DIESE DUMMEN ROTEN NICHT DARAN!", schrie einer der beiden Männer, die an uns vorbeiliefen. Ich hielt die Luft an, denn wenn wir bei lauschen erwischt werden wird das böse enden. Der andere Mann, den der erste Tamilo genannt hatte ergriff das Wort:" Was ist, wenn das nur ein paar dumme Jugendlichen sind?" "Ist doch egal! Sie kennen das Gesetz und können denken. Oder, bei Roten kann man das nicht wissen. Ach, wenn der König erfährt, dass Rote anfangen zu rebellieren. Können wir uns nachdem wir die Straftäter erschossen haben, uns selbst töten. Und..." mehr verstand ich nicht, denn die Schritte entfernteren sich immer weiter, bis ich sie nicht mehr hören konnte. Entsetzt drehte ich mich zu Morrey um. "Die haben UNS gemeint. Wir sind in Lebensgefahr! Ich hatte nicht gewusst, dass der Wald verboten ist. Was haben die damit überhaupt gemeint?", rief ich verzweifelt. "Als erstes müssen wir zurückgehen, bevor irgendjemand den Schluss zieht, dass wir das sein könnten, weil wir so oft verschwinden." Ich stellte mir Treeves gehässige Mine vor, wenn er uns verraten würde. Mit besorgten Minen gingen wir schweigend zurück.



Flashbackende (Jetztzeit)



Ich schaute mich noch einmal prüfend um, bevor wir losrannten. Das Problem mit Amerino Treeves hatten wir heute zwar nicht mehr, da er vor zwei Jahr einbezogen wurde. Dennoch, es hieß ja nicht ohne Grund "Vorsicht ist besser als Nachsicht".
Wir kamen bis zum Wald ohne entdeckt zu werden, doch jetzt begann der eigentliche Spaß. Der Wald war nicht mehr so sehr bewacht, wie es vor ein paar Jahren noch der Fall gewesen war. Aber dennoch mussten wir mit drei bis vier Silbernen rechnen. "Wir teilen uns auf. Allein fallen wir nicht so sehr auf." Ohne auf eine Antwort zuwarten, schlich ich los. Alles lief gut. Ich war schon fast da, bis ich Stimmen hörte. Ich erstarrte mitten in der Bewegung und traute mich nicht mich nur einen Millimeter zu bewegen. "Hast du das gehört? Es klang wie ein leises Rascheln!" "Bestimmt nur ein Tier!", mischte sich eine zweite Stimme ein. "Ich sehe nichts! Also kein Grund zur Sorge.", meinte eine dritte Stimme gelassen. Wie bitte? Alles war sicher weil er "nichts sah"? Okay, Silberne waren ja schließlich wie "Götter" und da konnte man sich bestimmt auf ihre stinknormalen Augen verlassen. Mit ein bisschen Verspätung (ich wollte sichergehen, dass die Silbernen wirklich weg waren) kam ich an der Hütte an.
"Warum hast du so lange gebraucht?", fragte mich Morrey besorgt. So verschieden waren wir! Ich hätte in vermutlich angeschrien. Tja, so war es nun einmal. Mein Bruder war der ruhige und sanftmütige, der mich die Kämpferin, zurückhielt. "Silberne.", antwortete ich knapp. Wir machten den Tag zu unserem schönsten Tag, den ich je erlebt hatte. Leider verging die Zeit wie im Flug. Wir blieben bis es dunkel wurde in unsrem Versteck. Bevor wir gingen, stellten wir sicher, dass wir ungesehen zurückkehren konnten. Als wir schließlich in unsren Betten lagen, hielten wir uns lange in den Armen, ohne ein Wort zu sagen. "Morrey, ich hab solche Angst. Um dich und um mich. Ich möchte noch nicht sterben!", Tränten brannten in meinen Augen. Ich wischte sie energisch weg. Ich musste stark sein. Für Morrey und vor allem für mich selbst. "Ich weiß. Ich habe auch um uns Angst.", meinte mein Bruder ruhig. "Ich frage mich, wieso wir? Wieso ausgerechnet wir? Die Wahrscheinlichkeit ist doch so gering, dass wir BEIDE gezogen werden. Ich kann es nicht realisieren. Ich denke die ganze Zeit, ich wache aus diesem Alptraum auf, doch es gibt kein Zurück. Danke, Morrey. Danke für alles." Ich fiel in einen unruhigen Traum. Ich träumte schreckliche Dinge: Wir waren beide am Todesstreifen und ich sah, wie eine Metallkugel durch die Luft rast. Direkt auf mein Bruder zu. "NEIN!", schreie ich. Die Kugel durchbohrt Morreys Herz. "NEIN!" Ich fiel auf die Knie. "MORREY! NEIN" Ich spürte, wie die Tränen unaufhaltsam meine Wange hinunterliefen. Eine Hand legte sich auf meine Schulter. "GEH WEG!", schrie ich sie an. "HAU AB! ICH MÖCHTE NIEMANDEN SEHEN!" Ich schlug die Augen auf und blickte in das Gesicht von meinem Bruder. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich realisiert hatte, dass es ein Traum gewesen war. "Morrey! Ich... du warst...", schluchzte ich. In diesem Moment war ich einfach nur überglücklich, dass mein Zwilling noch lebte. Doch dieses Hochgefühl hielt nur so lange an, bis ich bemerkte, dass der Traum vielleicht in ein paar Wochen verwirklichen wird. Ich kann einfach nicht mehr! Warum muss das uns passieren! Alles ist so ungerecht! Was würde ich jetzt alles geben um die letzten Tage unwirklich zu machen. Komm schon, Cam, muntere ich mich selbst auf, jetzt musst du wenigstens nicht weiter in New Town beim Montage- und Reparaturdienst arbeiten. Schrecklich war es dort. Ich streiche über meinen Hals, um genau zu sein über meine Tätowierung. NT-ARSM-188907. Diese Kombination werde ich wohl niemals vergessen. "Du hast sehr lange geschlafen. In drei Stunden werden ein paar Silberne Heerführer kommen und die Leute, die auf der Liste stehen mitnehmen.", riss mich Morrey aus meinen Gedanken. Ich musste schlucken. Noch drei Stunden! Ich könnte die ganze Zeit nur daran denken, wie schrecklich das Leben doch war, doch das konnte ich morgen auf noch machen. Jetzt musste ich erstmal die letzten Stunden genießen. So wie den letzten Tag. Es ist immer so. Wenn du vor etwas Angst hast, kommt es umso schneller. Ebenso ist es wenn du etwas schönes erlebst. Dann vergeht die Zeit wie im Flug. Wie jetzt.
Nur noch eine Stunde. Ich schaffe das nicht. Wir werden alle sterben. Krampfhaft versuchte ich an etwas anderes zu denken. Da kam mir eine Unterrichtsstunde vor ungefähr 5 Jahren ins Gedächtnis. Damals hatte uns der Lehrer versucht zu erklären, dass Silberne wie Götter sind. Unfehlbar, Unverwundbar, einfach perfekt. Das ist so unfair!
Man kann nichts dagegen, wie man geboren wird. Ich würde gerne mal sehen, wie der König an einem Fließband arbeitet. Wie sich Morrey wohl bei dem Ganzen fühlt?


Morreys Sicht:


Ich sah zu meiner Schwester rüber. Meine geliebte Cameron.
Die ganzen Jahre habe ich versucht sie zu beschützen, da wir unsere Eltern nur einmal im Jahr sehen durften, da sie wo anders arbeiten und somit in einem anderen Block wohnen.
Doch jetzt... Ich werde sie nicht mehr beschützen können! Aber ich werde es versuchen, selbst wenn ich mit dem Leben bezahlen werde. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen. Als wir noch jung waren war alles so einfach und unbeschwert. Naja, alles außer Cami davon abzuhalten sich mit anderen Kindern zu schlagen. Es gab einen, der uns besonders zu hassen schien. Wie hieß er doch gleich? Amerno oder so ähnlich. Ne, nicht Amerno. Amerino! Er wurde vor zwei Jahren einberufen. Viele Kinder waren deshalb neidisch auf ihn. Weil er nicht in New Town bleiben musste. Aber der Krieg und in 99% der Tot ist auch keine Alternative.
Aber unser Schicksal. Meins und Camis. Ich sah auf die große Wanduhr die auf der gegenüberliegenden Wand hing. Noch eine Dreiviertelstunde. Ich setzte mich zu meiner Schwester aufs Bett, nahm ihre Hand in meine und lächelte sie beruhigend an. Sie schnaubte nur und zog ihre Hand aus meiner. "Cameron, du kannst mit mir reden. Ich bin doch dein Bruder." Sie schüttelte daraufhin nur den Kopf und starrte auf einen Punkt, der neben meinem Kopf lag.
So verging die Zeit. Schweigend saßen wir nebeneinander noch eine Minute, vorausgesetzt sie sind pünktlich. Aber Silberne waren ja laut Mrs. Robbins, unserer alten Lehrerin, unfehlbar. Urplötzlich zog mich Cami in eine feste Umarmung. "Du musst aber aufhören mich ständig beschützen zu wollen", flüsterte sie mir ins Ohr. Ich erwiderte ihre Umarmung. Ich weiß nicht wie lange wir dastanden und uns einfach nur umarmten, bis die Tür aufflog und vier Wachen eintraten. Mich interessierten die vier bewaffneten Männer nicht, sondern eher die zwei Personen, die nach ihnen den Raum betraten. "Mum! Dad!", riefen Cameron und ich gleichzeitig. "Sie haben fünf Minuten, um sich von ihren Eltern zu verabschieden", meinte einer der Wachmänner und verließ daraufhin mit den anderen das Zimmer. "Cameron Carina Cole", sagte meine Mutter und schloss meine Schwester in die Arme. "Morrey, sag wie fühlst du dich?", richtete mein Vater sich an mich und umarmte mich ebenfalls. Ich antwortete ihm nicht. Mein Vater deutete mein Schweigen auch als Antwort. Er löste sich aus der Umarmung und packte mich an der Schulter. "Morrey, ich bitte dich auf Cameron aufzupassen. Du weißt, wie sie ist. Sieh zu, dass sie keinen Ärger macht. Bei dir mache ich mir da keine Sorgen. Halte dich einfach im Hintergrund. Versuch in den nächsten Wochen möglichst viel mitzunehmen. Ich möchte euch das nächste Mal lebendig wiedersehen!" "Du weißt doch, dass wir keine Chance haben, oder?" "Die Hoffnung stirbt zuletzt", meinte er darauf.



Camerons Sicht:



"So, fünf Minuten sind rum!", sagte einer der Wachmänner, der gerade wieder ins Zimmer kam. Er packte mich grob am Arm und zog mich in Richtung Tür. "Hey! Ich muss mich noch von meinem Vater verabschieden!", rief ich. "Selbst schuld", meinte er. "Sie wissen nicht wie das ist, oder? Wie es ist alles zu verlieren?", sagte mein Zwilling plötzlich mit leiser Stimme. Er ging zu meiner Mutter und schloss sie in die Arme. "Gut, das reicht!", schrie der Wachmann, ließ mich los und packte stattdessen meinen Bruder. "Mir ist es egal, was rote Schweine fühlen!", knurrte er, holte aus und verpasste ihm eine kräftige Ohrfeige. Morrey schrie kurz auf, taumelte zurück und hielt sich die Wange. "LASS MEINEN BRUDER IN RUHE!" Ich war noch nie in meinem Leben so sauer auf jemanden. Ja, nicht einmal auf Treeves. In mir brodelte es. Ich spürte etwas, tief in mir, wie ein Tier, dass aus seinem Käfig möchte. Ich streckte meine Hände aus. Sie bebten vor Zorn und etwas anderem. Der Wachmann schaute mich verdutzt an. Plötzlich hatte ich das Gefühl ein Bann wäre gebrochen. Wie Elektrizität floss ein merkwürdiges Gefühl durch meinen Körper. Doch dann fiel der Wachmann auf die Knie. "Ich kann..." Er holte japsend nach Luft,"ich kann nichts sehen!" Inzwischen lief Blut aus seinen Augen, Ohren und seinem Mund. Sein Körper zuckt in einem seltsamen Rhythmus. Mein Bruder schreit irgendetwas, doch ich höre in nicht. "Cameron! Was tust du da!" Dringt es endlich zu mir durch. Was? Was meint er? Jetzt endlich fiel der Groschen! Ich bin es! Ich bin diejenige, die dabei ist, den Mann zu töten. Ich schreie auf. Ich will das nicht!, schrie es in mir, doch die Wut hatte die Oberhand. Die Wache stieß einen letzten markerschütternden Schrei aus. Seine Brust hob und senkte sich nicht mehr. Er war tot. Zwei starke Hände ergriffen mich und zogen mich davon. "Du bist wie sie!", keuchte Morrey,"du bist ein Monster!" "Nein...! Ich will das nicht!", meine Wut verwandelte sich in Verzweiflung. "Morrey, ich liebe dich!", rief ich meinem Bruder zu. Die Wachen zogen mich außer Sichtweite. Was wird jetzt mit uns passieren? Morrey, ich liebe dich!, dachte ich, bevor ich zusammenbrach.




Cool, du hasste es bis hier geschafft! Egal wie es dir gefallen hat, ich würde mich sehr über Review freuen :)
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