Liebe auf den ersten Traum

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
OC (Own Character)
04.11.2017
02.09.2018
15
27317
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
 
Hi schön, dass du zu meiner Fanfiction zu der Silbertrilogie gefunden hast. Ich hoffe sehr, dass sie dir gefällt und du mit meinen Charakteren zusammen den Weg in die Traumwelt findest. Vorab sei gesagt, dass zunächst nur meine eigenen Charaktere vorkommen werden, aber wer weiß? Vielleicht treffen wir ja irgendwann mal auf ein bekanntes Gesicht ;) Also ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Lesen, hoffe es gefällt dir und vielleicht schreibst du mir auch eine Review? Würde mich sehr freuen und nun lasset die Show beginnen!



„Hi ich bin Luana.“ Ihre Stimme klingt zittriger als sie möchte, aber sie ist auch schrecklich nervös. Sie ist vor zwei Monaten 12 Jahre alt geworden und schon muss sie hier in einer deutschen Klasse einer weiterführenden Schule stehen ohne Freunde oder irgendjemanden, der sie unterstützt.

Ein paar ihrer Mitschüler tuscheln miteinander und lachen, aber sie versucht sich davon nicht noch mehr verunsichern zu lassen. Ihre Klassenlehrerin schickt sie auf einen freien Platz neben einem Mädchen, das in der zweiten Reihe sitzt. Sie sieht nett aus und das scheint sich im ersten Gespräch auch zu bestätigen, denn das Mädchen stellt sich ihr kurz vor und fragt dann interessiert nach ihrer Heimat. Also erzählt Luana dem Mädchen, das Michelle heißt, knapp die Geschichte wie und warum sie nach Deutschland kam.

Danach folgen sie dem Unterricht, wobei Luana entgegen ihrer Befürchtungen alles versteht und auch mit dem Thema kein Problem hat. Sie meldet sich häufig um direkt einen guten Eindruck zu machen. Besonders ihre Mutter hatte die ganze Zeit zuhause betont wie wichtig der erste Eindruck sei und sie sofort mitarbeiten müsse um positiv bei ihren Lehrern aufzufallen. Ihr Vater hingegen versuchte sie bei ihrem Telefonat zu beruhigen und sagte ihr, dass sie sicher bald tolle neue Freunde finden würde.
Sie vermisst ihren Vater jeden Tag, besonders in diesem fremden Land, auch wenn sie erst seit kurzem hier wohnte.

Deutschland ist einfach fremd für sie, egal ob sie die Sprache als eine ihrer Muttersprache beherrscht oder nicht. Sie kennt keine Leute hier, keine Städte und schon gar nicht diese blöde Stadt, die zwar auch viele Geschäfte hat, aber nicht den Charme Londons. Die roten Doppeldeckerbusse voller Touristen, die vielen berühmten Sehenswürdigkeiten, das Wohnviertel in dem ihr Vater wohnt und selbst die Untergrundbahn fehlen ihr. Kurz gesagt es hat nichts, absolut gar nichts mit London gemeinsam und das hat ihr die Zeit vor dem heutigen Tag noch schwerer gemacht.

Als der Schulgong endlich ertönt und sie aus der Schule tritt, entdeckt sie schnell ihre Mutter auf dem Parkplatz bei der Bushaltestelle stehen. Ihre glatten hellbraunen Haare fallen ihr heute offen über die Schultern und wehen ihr wegen des Windes leicht ins Gesicht. Sie winkt Luana freudig zu, als sie ihre Tochter entdeckt.

Vier Jahre später
Endlich hat sie den anstrengenden Schultag hinter sich gebracht. Ihre neue Schule ist eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, wobei Luana die elfte Klasse besucht. Zum Glück hat sie dreizehn Jahre Schule und nicht nur zwölf. Der Druck reicht ihr auch schon völlig aus, aber den macht ihr ja nicht nur die Schule, sondern auch ihre Mutter.

Als sie die Straße des kleinen Städtchens entlangläuft in der das neue Haus liegt, spürt sie schon den Stress wieder in sich aufsteigen. Das Haus ist eigentlich sogar ganz schön mit seinen drei Stockwerken, dem großen Balkon auf der Rückseite und dem großen Garten. Es hat ein schwarzes Dach, eine weiße Hauswand mit anthrazitfarbener Haustür und ein paar Blumentöpfen hinter dem Eingangstor in dem kleinen Vorgarten. Der Zaun hat einen silbrigen Farbton und man kann ihm den hohen Preis schon ansehen. Es wirkt trotz des großzügigen Wohnraums und der schönen Gestaltung anders als ihr neues Zuhause, besonders mit diesem blöden Kerl, der mit ihrem Bruder, ihrer Mutter und Luana selbst darin wohnt.

Seufzend tritt sie durch das Gartentor in den kleinen Vorgarten und wirft bevor sie die Tür aufschließt einen kurzen Blick auf das Klingelschild. Es stehen groß die Namen „Kaiser“ und "Meten" darauf, woraufhin ein weiterer Seufzer ihre Lippen verlässt. Darunter ist noch klein ihr Name: Luana Morgan, hinzugefügt.
Drinnen erwarten sie ein paar rumstehende Umzugskartons und der Geruch nach Farbe und gekochtem Essen. Wenigstens die Küche ist schon voll funktionstüchtig, obwohl auch dort natürlich Kleinigkeiten wie Kochlöffel, Mixer, ein Handrührgerät und Geschirr irgendwo auf den Küchentheken herumliegen und auch hier noch zwei Umzugskartons mit Geschirr in einer Ecke stehen.

„Ah Moment Schatz, Luana ist gerade nach hause gekommen.“ Ihre Mum rührt in einem Topf, während sie gleichzeitig das Telefon in der Hand hält und dreht sich dann zu mir um wobei sie das Telefon kurz zur Seite legt. „Und wie war dein erster Schultag?“ Sie zuckt mit den Schultern und verlässt wortlos die Küche um endlich ihre Ruhe haben zu können. Daraus wird aber vorerst nichts, denn ihr kleiner Bruder Damian stürmt die Treppe von oben herunter, wobei er dabei fast über eine quer gelegte Leinwand stolpert. Gerade so kann er sich noch auffangen und bleibt vor ihr stehen.
„Luana du wirst es nicht glauben, aber ich habe heute schon zwei total coole Jungs kennengelernt. Die haben mir auch vorgeschlagen, dass ich mit zu ihnen ins Fußballtraining gehen kann und da kann ich morgen wirklich schon hingehen.“
War ja klar. Damian findet schon wieder etwas, das er total super finden kann. Aber im Gegensatz zu ihr fanden ja alle die Idee mit Martin in dieses Haus zu ziehen toll.
Um nicht schon wieder einen Streit anzufangen sagt sie ihrem Bruder mit einem gekünstelten Lächeln, dass sie das toll fände und schafft es ihn nach ein paar Versuchen ihn abzuwimmeln.
Lustlos geht sie die Steintreppe bis nach ganz oben hinauf und betritt das Zimmer, das für sie ausgesucht wurde. Scheinbar hat ihre Mutter doch ein schlechtes Gewissen, denn sie hat  ihrer Tochter das schönste und größte Zimmer gesichert, weshalb es vor dem Einzug schon Streit gegeben hatte.
Zugegebenermaßen ist die Aussicht über die Felder auf den nahegelegenen Wald wirklich schön, aber es ist weder die Wohnung in der sie fünf Jahre lang gelebt hatte noch die Aussicht aus der Wohnung ihres Dads in London.

Auch in ihrem Zimmer war noch nicht alles ausgepackt. Die Zeit hätte sie dafür gehabt, aber es war eine Art kleiner Protest. Sie will dort eigentlich nicht richtig ankommen und auspacken müssen. Nur das wichtigste wurde schon vor ein paar Tagen aufgebaut und ausgepackt. Ihr wunderschönes, großes Bett, ihr Kleiderschrank mit ein paar Klamotten für die nächsten Tage und ihr Schreibtisch mit Schulsachen hatte sie gestern zurecht gelegt. Das große Bücherregal steht auch schon bereit um gefüllt zu werden, aber dafür hatte sie sich gestern noch nicht bereit gefühlt.

Ihren Schulranzen lässt sie neben ihren Schreibtisch fallen und mit einem Seufzer anschließend sich selbst auf das Bett. Es wird ihr aber kein langer Moment der Ruhe gegönnt, denn dann ruft ihre Mutter sie auch schon zum Essen. Wenigstens muss Martin arbeiten schießt es ihr durch den Kopf, während sie mit ihrer Mutter und Damian am Tisch sitzt und zu weich gewordene Nudeln mit Tomatensoße appetitlos isst. Ihr Bruder neben ihr verschlingt das Essen hingegen gierig.

Sie hat sich einfach noch nicht daran gewöhnt, dass ihre Mutter und dieser Typ, mit dem ihre Mutter leider zusammen ist, direkt ein Haus kauften damit alle zusammen wohnen zu können. Er war ihr von Anfang an unsympathisch gewesen mit seinem glattrasiertem Gesicht, dem übertrieben aufgetragenem Deo und seiner langweiligen, besserwisserischen Art. Nur ihrem Vater zur Liebe hatte sie nicht einfach die Schule abgebrochen um irgendwo anders hinziehen zu können. Luanas Vater arbeitet als Mathematikprofessor an der London University. Daher hat sie auch ihr Talent für Mathematik und logisches Denken. Aber das ist nicht das einzige, dass sie gerne mag und auch gut kann, denn sie liebt das Schreiben, Zeichnen von Gesichtern und Fabelwesen, Singen aber auch Laufen gehen. Das alles lässt sie in eine andere Welt eintauchen und der nicht besonders süßen realen Welt entfliehen.

So wie jetzt gerade hängt sie oft in Gedanken und nimmt ihre Umgebung kaum noch wahr. Sie zuckt zusammen, als ihr Bruder sie in die Seite pickst. „Hey, was soll denn das?“ Ärgerlich zieht sie ihre markanten Augenbrauen hoch. „Du warst schon wieder sonst wo. Und Mama hat dich gefragt, ob du fertig bist mit Essen.“
Genervt verdreht sie die Augen und nickt dann in Richtung ihrer Mutter.
Mama klingt nach ihrem Geschmack viel weniger nach dem, was das Wort für sie bedeutet. Für Luana ist ihre Mutter immer diejenige, die etwas von ihr verlangt und nicht eine so liebevolle Person wie das Wort „Mama“ es denken lässt. Ein einfaches „Mum“ lässt sich viel außerdem viel besser schreien ohne dabei lächerlich zu klingen.

Zurück in ihrem Zimmer erledigt sie die erste kleine Recherche-Hausaufgabe und schreibt mit einem Mädchen, das sie heute in der Schule kennengelernt hat. Danach fasst sie sich ans Herz und öffnet eine Kiste voller Klamotten und fängt an sie nach Farbe und Art der Kleidung zu sortieren und sie dann in den Kleiderschrank zu räumen. Nach einer Stunde hat sie tatsächlich alle Kleidungsstücke, die sie besitzt, in den Schrank gehängt und gelegt, sodass es in ihren Augen sogar sehr ordentlich und schön aussieht.
Erschöpft lässt sie sich aufs Bett nieder und schließt die Augen. Der Tag hat sie total an den erinnert, als sie das erste Mal in ihrer alten Schule war. Jetzt ist schon wieder alles neu und sie muss sich an alles gewöhnen.

Als sie wieder aufwacht stellt sie mit Schrecken fest, dass es schon sechs Uhr ist. Von ihrem Traum noch etwas verwirrt fängt Luana an trotz ihres Widerwillens ihre Bücher auszupacken und in eine Reihenfolge im Bücherregal zu bringen, die sie am schönsten und passend zu den Themen der Bücher findet. Während sie die Bücher der Panemreihe, der Harry-Potter-Reihe, der Edelsteintrilogie und noch viele weitere auf das schwarze Holz stellt, denkt sie über ihren seltsamen Traum nach.

Sie hat von der neuen Schule geträumt, bis sie plötzlich eine grüne Tür an der Wand des Klassenzimmers entdeckte. Seltsamerweise schien niemand anders die Tür zu sehen, obwohl sie sich ganz sicher war, dass diese Tür ursprünglich nicht dort gewesen war und damit eigentlich auch dem Lehrer und den anderen Schülern auffallen müsste.
Als sie aufstand und zu der Tür ging, war sie sich plötzlich sicher, dass sie eingeschlafen sein musste, denn der neue Deutschlehrer erschien eigentlich sehr streng und als jemand im Unterricht aufgestanden war um zu dem Mülleimer zu gehen, war derjenige sofort angeschnauzt worden. Jetzt hingegen starrte der Lehrer immer noch wie hypnotisiert in die Klasse und erzählte etwas von Kommunikationsanalysen und der Bedeutung von Lügen.
Als sie die grüne Tür öffnete, war sie in einen riesigen Korridor voller Türen gelangt. Die Tür aus der sie gekommen war, hatte einen kleinen Absatz und war komplett schwarz gestrichen. An der der Tür stand in goldenen Lettern das Wort „Always.“ Wem auch immer diese Tür gehörte beziehungsweise sich für diese Gestaltung entschieden hatte, hatte echt einen guten Geschmack!
Gegenüber dieser Tür lag eine rote Holztür mit einem kleinen Briefkasten daneben, genau so einen wie ihr Vater in London einen an seiner Wohnungstür hängen hat. Sein Nachname war zusammen mit seinem Professoren- und Doktortitel in einer verschnörkelten Schrift und in schwarzen Lettern über einem kleinen Türspion an der roten Tür geschrieben.
Als sie die Tür vorsichtig öffnete und in den Raum trat, fand sie sich in einem Vorlesungssaal einer Universität wieder, bei der tatsächlich ihr Vater gerade vorne stand und vielen Studenten etwas erklärte, während er zur Tafel gerichtet mathematische Gleichungen schrieb. Ihr Auftauchen schien niemanden zu wundern, aber warum auch, es war schließlich nur ein Traum.
Deshalb traute sie sich auch hinunter zu gehen und ihren Vater bei der Lösung einer der komplexen mathematischen Gleichung zu stören, etwas das sie im echten Leben lieber nicht gemacht hätte, denn das war das einzige, das ihn wirklich sauer machte.
Etwas erschrocken sah er sie an und freute sich dann wie ein kleines Kind. Als sie ihm sagte, es sei doch sowieso nur ein Traum, blickte er ihr mit einem verunsichertem Blick entgegen. Irgendwie war sie dann wieder zurück durch die Tür gelangt, durch die sie in Korridor gelangt war und dann war sie auch schon sehr verwirrt aufgewacht.

Gewöhnt war sie es ja, dass sie seltsame Träume hatte, aber so etwas hat sie auch noch nicht erlebt. Gerade als ihr das Buch mit dem Titel „Kings and Fools 1“ in die Hand fällt, kommt ihr der Gedanke das alles aufzuschreiben, was ihr im Traum passiert war. In einigen Stichpunkten fasst sie schnell den Verlauf des Traums zusammen, als ihr Handy anfängt zu klingeln. Auf dem Display erscheint ein Foto von ihrem Dad und ihr wie sie glücklich vor dem London Eye stehen und Eis essen.
Schnell nimmt sie den Anruf an und muss schon bei dem Klang seiner Stimme mit dem herrlich britischem Akzent lächeln.
„Hi Sweetie, ich wollte dich nicht stören, aber ich bin gerade kurz eingenickt und als du in meinem Traum vorkamst, dachte ich mir ich könnte dich doch jetzt schon fragen wie dein erster Schultag war.“ Der britische Akzent, wenn er deutsch oder englisch redet ist einfach ein kleines bisschen Zuhause für das halb-deutsch, halb-englische Mädchen.

Das Gespräch dauert fast eine ganze Stunde, wobei sie über ihren Tag, lustige Studenten, den Umzug und schließlich auch noch kurz über seinen Traum reden, weil es sie neugierig gemacht hat, was er von ihr geträumt hat. Als er es aber erzählt, schnappt sie zwischendurch immer wieder komisch nach Luft, weshalb ihr Vater sie darauf anspricht.
Geschockt schafft sie es eine relativ plausible Ausrede zu erfinden und beendet kurz darauf das Telefont, weil sie Zeit zum nachdenken braucht.
Das kann doch nicht möglich sein oder? Das ist bestimmt ein seltsamer Zufall, dass ihr Vater und sie genau das gleiche geträumt haben.
Um auch das nicht zu vergessen und später danach im Internet suchen zu können, macht sie sich auch dazu kurz Notizen und räumt danach das Schulzeug für den nächsten Tag zusammen.
Review schreiben