Wir wachen über sie

OneshotFamilie, Übernatürlich / P12
Allan A Dale Maid Marian Robin Sir Guy of Gisborne
01.11.2017
01.11.2017
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Watching Over ThemWir wachen über sie

Autor:

Eugeal

Übersetzer:

Lady Gisborne

P12

Inhalt:

In Nottingham herrscht wieder Frieden – sowohl für die Lebenden als auch für die Toten.

Disclaimer:

Bei dieser Geschichte handelt es sich um eine autorisierte Übersetzung von Eugeals englischer Originalstory Watching Over Them. Alle bekannten Charaktere und Orte in dieser Geschichte gehören selbstverständlich der BBC bzw. Tigeraspect und der Inhalt ist frei erfunden. Ich verdiene mit dieser Story kein Geld, sondern schreibe nur aus Spaß an der Freude. ^^

Link zur Originalstory:


Anmerkung:

Wie einige von euch vielleicht bemerken werden, habe ich mich bei der Übersetzung dieser Story ausdruckstechnisch etwas vom Original entfernt, was in diesem Fall aber beabsichtigt war. Zwar bemühe ich mich, wenn ich Geschichten übersetze, so nah wie möglich am Original zu bleiben, aber mir ist auch und vor allem wichtig, einen flüssigen und sinnvollen deutschen Text zu schreiben und die erwähnten Abweichungen habe ich in diesem Fall vorgenommen, weil ich hoffe, dass die Geschichte für euch dann „flüssiger“ ist und ihr mehr Spaß beim Lesen habt. ^^

Leider weiß ich noch nicht, wie oft ich dazu kommen werde, neue Kapitel zu posten, aber ich werde mein Bestes tun. :D

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Allan sprang vom Rand des Felsens hinunter und landete lachend im Teich.

Guy beobachtete den jüngeren Mann grinsend. „Früher hattest du Wasser nicht so gerne.“

„Was willst du damit sagen, Giz? Habe ich mich für deinen Geschmack nicht oft genug gewaschen?“

„Du hast erbärmlich gestunken. Zumindest, bis du angefangen hast, für mich zu arbeiten und ich dich gezwungen habe, dich zu waschen.“

„Was hätte ich tun sollen, Giz? Wenn man in einem Wald lebt, hat man nicht Gelegenheit, ein Bad zu nehmen.“

Gisborne grinste.

„Ich wollte dich nicht kränken, Allan und wenn ich es getan habe, tut es mir leid. Ich habe nur Spaß gemacht.“

Der Outlaw stieg aus dem Teich und sah ihn mit gespieltem Erstaunen an.

„Guy of Gisborne entschuldigt sich bei mir?! Nun können wir sicher sein, dass die Welt bald untergeht. Was kommt als nächstes? Dass Marian Gefallen am Sticken findet und Robin anfängt, rote Kleidung zu tragen?“

„Willst du damit andeuten, dass ich nicht weiblich genug bin, nur weil ich gerne gekämpft habe?“ fragte Marian und trat, dicht gefolgt von Robin, hinter einem Busch hervor. „Und nur zu deiner Information, Guy ist wirklich gut darin, sich zu entschuldigen.“

„Und ich wette, wenn er es tut, hast du viel Freude daran, nicht wahr, Marian?“ wollte Allan in neckendem Tonfall wissen.

„Schließlich erinnerst du ihn immer wieder an das, was getan hat, nur um zu sehen, wie weinerlich und emotional er dann wird.“

Die junge Frau runzelte die Stirn.

„Das ist nicht wahr! Und immerhin hat er mich umgebracht, deshalb kann ich auch ein klein wenig Rache an ihm üben, findest du nicht?“

Guy seufzte traurig.

„Das ist wahr, Allan. Ich verdiene sehr viel Schlimmeres als das und ich werde mir das, was ich getan habe, niemals verzeihen.“

Marian gab ihm einen Kuss auf die Wange.

„Nun, dann ist es gut, dass ich dir verziehen habe. Und nimm es nicht so schwer, wenn ich manchmal ein wenig gemein zu dir bin. Ich finde nur, dass du niedlich bist, wenn du so reumütig und empfindsam aussiehst.“

„Hey, habe ich Grund zur Eifersucht?“ fragte Robin mit einem frechen Grinsen.

„Sei nicht albern, mein Liebster. Die Eifersucht haben wir nun hinter uns gelassen und ich weiß, dass du Guy genauso gern hast wie ich. Vielleicht sollte ich diejenige sein, die eifersüchtig ist. Immerhin hat er mich getötet und du hast ihn als deinen Bruder betrachtet“, sagte sie und tat, als ob sie schmollte.

Robin lachte, umarmte sie und Guy mit jeweils einem Arm und zog sie beide fest an sich.

„Nun, schließlich sind wir das beinah. Immerhin teilen wir einen! Einen Bruder, meine ich.“

Allan verdrehte die Augen.

„Ja, alle diese positiven Gefühle und mich habt ihr zum Sterben allein zurückgelassen.“

Sowohl Guy als auch Robin warfen ihm einen schuldbewussten Blick zu.

„Es tut mir leid, Allan. Ich hätte nicht an deinen Worten zweifeln sollen“, sagte Robin.

„Und ich hätte dich unterstützen sollen“, fügte Guy hinzu.

Allan begann zu lachen.

„Hey, Marian, es stimmt! Es macht Spaß! Sie sehen einfach göttlich aus, wenn sie sich schuldig fühlen“ Wie zwei zu groß geratene, traurige Welpen!“

„Du hast uns zum Narren gehalten!“ rief Robin aus und wechselte einen Blick mit Guy, worauf die beiden Männer sich auf Allan stürzten, ihn zurück in den Teich schubsten und gemeinsam mit ihm ins Wasser fielen.

Marian lachte.

„Wie schade, dass wir im Wasser nicht mehr nass werden können. Vollkommen durchnässt würdet ihr so lustig aussehen.“

Guy sah sie an und lächelte.

„Nun ja, Wasser kann uns nicht mehr anhaben, aber wir können so aussehen, wie wir wollen.“

Er blinzelte Marian zu und die junge Frau lachte, als er im nächsten Moment triefend nass vor ihr stand.

Nur einen Augenblick später sah er wieder trocken aus und Marian lächelte aufrichtig belustigt.

Die Vier wandten sich von dem Teich ab und machten sich wieder auf den Weg.

„Bist du sicher, dass dies der richtige Weg ist?“ fragte Guy nach einer Weile, worauf Robin schnaubte.

„Willst du mir unterstellen, dass ich mich nicht mehr an den Weg zum Camp erinnere?“

„Ich meine damit nur, dass du nicht sonderlich sicher aussiehst.“

„Glaubst du, dass du dich besser an den Weg erinnerst, als ich? Außerdem sind wir tot und haben deshalb keine Probleme, uns an etwas zu erinnern. Wir können nicht wirklich Dinge vergessen, nicht wahr?“

„Manchmal wünschte ich, dass wir das könnten“, seufzte Guy und Marian tatschelte mitfühlend seinen Rücken.

„Es liegt alles weit in der Vergangenheit zurück“, tröstete sie ihn liebevoll. „Es spielt keine Rolle mehr.“

„Danke. Aber manchmal kann ich nicht anders, als mich zu fragen, ob er so ist wie wir.“

Die anderen Drei fragten ihn nicht, von wem er sprach.

Vaisey.

Der Mann, der ihrer aller Leben zerstört hatte.

„Das spielt nun auch keine Rolle mehr“, sagte Robin und trug dabei eine Zuversicht zur Schau, die er nicht wirklich empfand. „Wir sind zusammen und er ist nicht hier. Vielleicht spukt seine schwarze Seele in den Ruinen der Burg herum, aber er wird nicht in den Wald kommen und er kann uns auch nichts mehr anhaben. Wir sind in Sicherheit.“

Robin hob eine Hand, um damit durch das Blattwerk an den Bäumen zu streichen, doch er konnte mit seiner Berührung kein einziges Blatt bewegen.

Sie setzen ihren Weg fort und erreichten schließlich das Camp, doch es war leer und verlassen, ein Schatten des Ortes, der es einst gewesen war.

„Sie sind nicht hier…“

Niedergeschlagen sah Robin sich um und die anderen drei versammelten sich um ihn, um ihn ein wenig zu trösten.

„Das könnte eigentlich ein gutes Zeichen sein“, meinte Marian. „Wenn sie nicht hier sind, könnte das bedeuten, dass sie sich nicht länger verstecken müssen und dass in der Grafschaft Frieden herrscht.“

„Wenn sie tot wären, wüssten wir es“, fügte Guy hinzu.

„Wenn du ganz sicher sein willst, müssen wir nur nach Locksley gehen“, fuhr Marian fort, worauf Allan sie ansah.

„Sagt jetzt bitte nicht, dass ihr bis dorthin laufen wollt!“

„Geister werden nicht müde, Allan.“

„Ich weiß, Giz, aber es ist langweilig.“

„Du schienst dich überhaupt nicht zu langweilen, als du in den Teich gesprungen oder bis in den Wipfel dieses Baumes geklettert bist.“

„Da hat Robin auch noch nicht geschmollt. Ich kann es nicht ertragen, auf dem ganzen Weg nach Locksley seine besorgtes Gesicht zu sehen.“

„Wir sehen dein Gesicht ständig“, gab Robin zurück. „Außerdem schmolle ich nicht!“

„Nun ja… Eigentlich tust du das schon…ein wenig!“ entgegnete Marian kichernd, worauf ihr Robin einen beleidigten Blick zuwarf.

Guy grinste und streckte die Arme nach Robin und Marian aus, um ihre Hände zu ergreifen. Allan tat dasselbe auf der anderen Seite und bildeten einen Kreis.

„Dann lasst es uns auf diese Weise machen, wenn es sein muss“, sagte Guy mit einem kurzen Seufzen und sie alle schlossen ihre Augen.

Im nächsten Moment waren sie verschwunden und erschienen wieder in der Kirche von Locksley.

Guy ließ die Hände seiner Freunde los und streckte sich stöhnend auf einer der Bänke aus. Marian setzte sich zu ihm, legte seinen Kopf auf ihren Schoß und strich ihm über die Stirn.

„Ich glaube, Giz ist der einzige Geist, der seekrank wird, wenn er verschwindet. Nur dass es hier kein Meer gibt und dass Geistern nicht wirklich schlecht werden kann.“ Allan ließ sich auf eine andere Bank fallen und schenkte Marians strengem Blick keine Beachtung.

„Du solltest dich nicht über ihn lustig machen, denn immerhin sind wir auf diesem Weg nach Locksley gekommen, weil du nicht zu Fuß gehen wolltest.“

„Ich glaube, er will nur von dir umsorgt werden“, meinte Robin lachend, worauf Guy mit einem leichten Lächeln seine Augen öffnete.

„Kannst du mir das vorwerfen? Du würdest genau dasselbe tun, aber mir wird wirklich schwindlig, wenn wir auf diese Weise verschwinden.“

„Besser?“ fragte Marian, die glücklich darüber war, sich von diesen beiden Männern so sehr geliebt zu fühlen.

Einst war ihre Liebe von der Eifersucht der beiden zerstört worden und verdorben von der falschen Überzeugung, dass sie nur einen von ihnen lieben konnte. Als sie noch gelebt hatten, war es so gewesen, doch nun war alles anders. Von allem Materiellen befreit, war ihre Liebe nun rein und unschuldig und sie konnte sowohl Robin als auch Guy ihre Gefühle zeigen, ohne einen von ihnen zu verletzen.

Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie alle glücklich waren. Auf eine seltsame Weise vielleicht, aber dennoch glücklich. Der Tod hatte sie befreit.

„Ja, wenn du mir einen Kuss gibst“, antwortete Guy und die junge Frau berührte mit ihren Lippen bereitwillig und zärtlich seine Stirn.

„Das nächste Mal werde ich sagen, dass mir auch schwindlig ist“, murmelte Robin, worauf Marian lachte.

„Wenn du auch einen Kuss willst, dann sag es einfach.“

„Natürlich will ich einen!“ gab Robin mit einem kecken Lächeln zurück und Marian erfüllte seinen Wunsch nur zu gerne.

Allan verdrehte die Augen.

„Manchmal frage ich mich, warum ich bei euch dreien bleibe.“

„Weil du uns liebst?“ schlug Guy vor und erhob sich wieder.

„Ja, auch deshalb“, gab Allan grinsend zu. „Aber hattet ihr es nicht eilig damit, herauszufinden, was aus unseren Freunden geworden ist? Wieviel Zeit ist eigentlich vergangen, seit wir sie zuletzt gesehen haben?“

„Ich weiß es nicht“, antwortete Robin, bevor sie alle die Kirche verließen.

Das Dorf Locksley sah genauso aus wie immer, doch es hätte sich auch verändert, denn die Menschen hatten nun keine Angst mehr. Sie arbeiteten auf den Feldern oder in ihren Werkstätten, doch sie sahen gesund und wohlgenährt aus.

Kinder spielten glücklich miteinander und liefen herum, während die Frauen singend ihre Wäsche im Teich wuschen.

Robin lächelte gerührt.

„Es geht ihnen gut. Früher haben sie gehungert und hatten Angst, aber jetzt nicht mehr.“

„Seht nur! Da ist Archer!“ rief Guy aus und deutete auf einen Mann, der auf einem schwarzen Hengst ritt. Er freute sich zu sehen, dass es anscheinend auch ihrem Bruder gut ging.

„Much ist bei ihm!“ sagte Marian lächelnd und sie alle betrachteten ihn genauer.

Robins ehemaliger Diener war nun ein freier Mann und sah auch aus wie einer, denn er trug vornehme Kleidung und ritt an Archers Seite auf einem weißen Pferd.

„Das sind meine Pferde! Sie haben die Zerstörung der Burg überlebt!“, rief Guy lächelnd und lief zu ihnen hinüber. Die Tiere spürten seine Gegenwart und wieherten, als wollten sie ihren früheren Besitzer begrüßen.

„Whoa, ruhig!“ sagte Archer und tätschelte den Hals seines Pferdes, während Much dasselbe tat. „Sie sind unruhig. Ich frage mich warum.“

„Ich hatte nur einen Moment zuvor ein seltsames Gefühl. Vielleicht ging es ihnen genauso“, meinte Much und erschauderte.

„Was für ein seltsames Gefühl?“

„Ich weiß es nicht. Ich fühlte mich traurig, aber gleichzeitig auch von Frieden erfüllt. Ich weiß, dass es verrückt ist, aber ich hatte das Gefühl, dass Robin an meiner Seite war.“

Archer seufzte.

„Das ist er. Du bewahrst ihn in deinem Herzen. Er ist immer bei dir.“

Tränen traten Much in die Augen.

„Ich hoffe, er ist glücklich. Ich hoffe, er ist bei ihr. Ich vermisse ihn so sehr…“

Marian und Robin wechselten einen Blick.

„Das bin ich, mein Freund“, flüsterte Robin. „Das sind wir alle. Und ich vermisse dich auch.“

Archer klopfte Much auf die Schulter.

„Ich weiß, ich vermisse sie auch alle. Aber komm jetzt, wir müssen diese Vorräte zu Little Johns Waisenhaus bringen und dann können wir nach Nottingham reiten, um den Ring für deine Eve zu kaufen. Ich denke, es ist an der Zeit, dass du ihr einen Heiratsantrag machst“, lachte Archer. „Nun ja, eigentlich hat sie mir erzählt, dass sie dich vor den Altar schleifen wird, wenn du dich mit deinem Antrag nicht beeilst, aber dann wirst du derjenige sein, der wie eine Braut aussehen muss.“

„Niemals!“

„Dann beeil dich! Einen so furchtbaren Anblick will ich nicht sehen müssen!“

Much lachte und die beiden galoppierten davon.

Eine Weile streiften die vier Geister durch das Dorf, sahen sich um und erfuhren, dass Nottingham nach Vaisey und Isabella nun von einem gerechten Sheriff regiert wurde, der zwar mit fester Hand herrschte, das Volk jedoch nicht hungern ließ.

Sie erklommen den Hügel an der hinteren Seite des Dorfes und ließen sich an einem Platz nieder, an dem sie Locksley überblicken konnten.

„Du hast diesen Platz schon immer gerne gemocht“, meinte Guy und sah dabei Robin an. „Schon als wir noch Kinder waren.“

„Das ist wahr. Ich habe mir immer gedacht, dass ich von hier aus über mein Volk wachen und es beschützen könnte.“

Marian streckte sich lächelnd im Gras aus und faltete ihre Arme hinter ihrem Kopf.

„Warum bleiben wir dann nicht einfach hier?“ schlug sie vor.

„Meinst du, dass wir das können?“ fragte Allan. „Ich meine, sollten wir nicht in den Himmel kommen oder so etwas?“

„Ich glaube nicht, dass ich in den Himmel kommen kann. Nicht nach allem, was ich in meinem Leben getan habe“, flüsterte Guy.

„Sei nicht albern, Gisborne. „Wenn du es nicht kannst, dann kann ich es auch nicht. Wir haben alle unsere Fehler und ich bin nicht besser als du. Im Heiligen Land habe ich Menschen nur aus Blutdurst getötet und ich habe viele Wachen in der Burg umgebracht, obwohl sie nur arme Kerle waren, die ihre Arbeit gemacht haben. Ich habe mir gerne eingeredet, dass es zum Wohle aller war, doch nun muss ich der Wahrheit ins Auge sehen: an meinen Händen klebt genausoviel Blut wie an deinen.“

Allan warf ihnen einen Blick zu.

„Ich war ein Dieb, ein Lügner und auch ich habe manches Mal andere Menschen getötet. Vielleicht ist sie die einzige Unschuldige unter uns“, sagte er und nickte Marian zu.

„Auch ich habe meine Fehler. Aber ich würde euch alle niemals verlassen. Ihr seid meine Freunde. Meine Familie. Ich glaube, dass euch eure Sünden vergeben werden, aber wenn ihr wirklich nicht in den Himmel kommen könnt, werde ich bei euch bleiben.“

Sie saßen dicht beieinander im Gras und betrachteten das Dorf.

„Nun, ich habe es nicht eilig damit, das herauszufinden“, meinte Allan. „Ich nehme an, es schadet nicht, eine Weile hierzubleiben. Da ich nun ein Geist bin, kann ich schließlich in die Taverne gehen, ohne zu bezahlen.“

„Warum sollte ein Geist in die Taverne gehen?“ wollte Robin wissen und lachte leise auf.

Allan zuckte mit den Schultern.

„Weil es dort geistige Getränke gibt?“

Guy verpasste ihm einen liebevollen Klaps in den Nacken.

„Dummkopf“, sagte er grinsend, während Robin und Marian anfingen zu lachen.

„Also, was machen wir jetzt?“ fragte Allan.

„Wir werden zusammenbleiben und über unsere Freunde wachen“, antwortete Robin lächelnd. „Klingt das für euch so schlecht?“

Die anderen drei lächelten.

„Ganz und gar nicht.“

„Genau das haben wir auch getan, als du noch am Leben warst.“

Plötzlich ergriff eine sanfte Stimme das Wort, so dicht neben ihnen, dass sie alle erschraken. Als Guy sich erhob, machte sein Herz einen Freudensprung, denn er hatte diese Stimme nie vergessen.

„Mutter!“

Ghislaine nahm ihn in die Arme und drückte ihn fest an ihr Herz.

„Ich war immer an deiner Seite. Es ist schade, dass du es nicht wissen konntest.“

„Es tut mir so leid, Mutter… Isabella…“

Mit einem liebevollen Kuss auf die Stirn brachte Ghislaine ihn zum Schweigen.

„Keine Sorge, mein Schatz. Sie ist bei uns und es tut ihr auch leid. Du wirst sie später sehen und dann werdet ihr einander verzeihen, wie ihr es immer getan habt, als ihr noch klein wart.“

Guy folgte dem Blick seiner Mutter und sah seinen Vater und Isabella ein Stück weit entfernt in der Nähe der Bäume stehen.

Außerdem entdeckte er Sir Edward, der mit einer jüngeren Frau, die Guy nicht kannte, neben Marian stand und dieser sehr ähnlich sah. Ihre lange verlorene Mutter.

Auch Robin war wieder mit seinen Eltern vereint, während Allan lachend einen Mann umarmte, der ein paar Jahre jünger war als er.

„Hey, Leute, erinnert ihr euch noch an meinen Bruder Tom?!“

„War er nicht derjenige, der versucht hat, in unser Haus einzubrechen?“ fragte Marian, worauf Tom mit einem Finger auf Guy deutete.

„Mag sein, aber er hat für den Sheriff gearbeitet, der mich umgebracht hat!“

„Es tut mir leid.“

Guy senkte den Blick, denn er schämte sich zu sehr, um seiner Mutter in die Augen zu sehen, doch gleich darauf fing Tom an zu lachen und klopfte ihm auf die Schulter.

„Du hattest Recht, Allan! Es ist unglaublich einfach, ihn zum Erröten zu bringen. Hey, Gisborne, kein böses Blut zwischen uns, hm? Ich wollte nur ein bisschen Spaß machen.“

Guy verdrehte die Augen.

„Oje, jetzt haben wir zwei von ihrer Sorte, als wäre Allan noch nicht genug.“

Die anderen lachten und schließlich lächelte sogar Guy belustigt.

„Also, was machen wir jetzt?“ fragte er und Ghislaine löste sich von ihm.

„Du kannst tun, was du willst, mein Schatz. Bleib bei deinen verstorbenen Freunden und wache über die lebenden. Wir werden zuhause auf dich warten.“

„Zuhause?“

„In Gisborne Manor.“

„Aber es ist abgebrannt!“

„Und wir sind tot. Der Geist eines Hauses für eine Familie von Geistern. Lady Marian, Ihr werdet Euch freuen, Euer Haus ebenfalls wiederzusehen. Ich weiß, dass es meinem Sohn aufrichtig leidgetan hat, dass er es zerstört hat und ich hoffe, Ihr werdet ihm das verzeihen.“

„Mutter! Ich bin kein Kind mehr!“ Guy errötet erneut, doch Marian lachte und gab ihm erneut einen Kuss auf die Wange.

„Das habe ich bereits getan. Und ich nehme an, dass wir für unsere Eltern immer kleine Kinder bleiben werden.“

Guy, Robin und Marian beobachteten Allan und Tom, die sich gegenseitig in einem gespielten Kampf umherschubsten.

„Nun ja, ich glaube, auf manche von uns trifft das besonders zu“, bemerkte Robin grinsend.

Kurz darauf saßen Robin und Guy, mit Marian in ihrer Mitte, im Gras um sich den Sonnenuntergang anzusehen und betrachteten das goldene Licht, das das Dorf überzog. Eine kühle Brise strich durch die Bäume und der Wald war friedlich, doch für sie war es das Beste, zu wissen, dass alle Menschen, die ihnen etwas bedeuteten, die Lebenden wie auch die Toten, in ihrer Nähe waren.

„Vielleicht hattest du Recht, Hood“, meinte Guy plötzlich, worauf Robin ihn ansah.

„Ich höre es gern, wenn du das sagst, aber wovon sprichst du, Gisborne?“

„Ich meine den Himmel. Vielleicht wurden uns unsere Sünden wirklich vergeben, denn ich könnte mir keinen schöneren Ort als diesen vorstellen. Ich glaube, wir sind im Himmel.“

Marian und Robin nickten und dann saßen die Drei schweigend im Gras und warteten auf die ersten Sterne.

Ende

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