Primeln und Butterblumen

KurzgeschichteDrama, Angst / P6
Buttercup Katniss Everdeen
01.11.2017
01.11.2017
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Butterblume hatte die großen Menschen nie leiden können. Weder den einen, der so nach Verzweiflung roch und immer nur in die Ferne stirrte, noch den anderen, der nach Wald und Wut roch. Sie hatte niemals diese gemocht.

Der kleine war anders. Butterblume fand, dass sogar ihr Name angenehm klang. Menschensprache war immer so hart und laut, aber der Name des kleinen Menschen hatte etwas weiches, was ihn für Katzenohren angenehm machte.

Außerdem konnte sie Butterblume am besten im Nacken kraulen. Wenn der Kleine es tat, dann benutzte er den richtigen Druck und die Richtige Anzahl der eingesetzten Finger und außerdem eigneten sich die Nägel für solche Aufgaben perfekt.

Und nun würde der kleine Mensch nie wieder kommen.

Butterblume war nicht dumm. Sie wusste, dass der große Mensch, der mit der Wut und dem Ding über dem Schießding über den Schultern, sie für dumm hielt. Aber sie hatten sich auch nie wirklich gemocht, deshalb hielt Butterblume nicht viel auf seine Meinung.

Menschen kamen nicht in Ruinen zurück. Sie würden nicht die Häuser wieder aufbauen oder ihre Leichen begraben. Es stank nach Tod hier. Die Luft kratzte in der Lunge. Die Ruinen waren rauchschwarz. An so einen Ort kam niemand freiwillig zurück.

Außer man hatte keine Wahl.

Anscheinend hatte der große Mensch keine Wahl. Und Butterblume hatte keine Lust sich ein anderes zu Hause zu suchen. Vielleicht stank es ein wenig. Vielleicht war das Dach ein wenig undicht. Aber was der Walt ihr nicht bieten konnte war das Wunderding, das durch Holz warm wurde.

Oder den leichten Duft, der immer noch ganz tief unter den anderen Gerüchen war. Es roch nach dem kleinen Menschen.

Sie wusste, dass der große Mensch es nicht riechen konnte. Deshalb pflanzte er die Blumen.

„Primeln“, sagte er und deutete mit erdverkrusteten Fingern auf die Blumen. Butterblume verzog das Gesicht. Menschensprache schmerzte in den Ohren, besonders wenn man so laut sprach wie dieser Mensch.

Und er musste laut sprechen. Sie waren alleine und das Heim groß. Anscheinend musste er auch mit Geschirr werfen und schreien. Butterblume hatte sich nie eingebildet, Menschen zu verstehen.

Aber wenn der große Mensch abends sich in den Decken vergrub und das Gesicht in das Kissen presste, wahrscheinlich suchte er auch den Duft, aber Menschennasen waren ja so unterentwickelt, dann verstand Butterblume bruchstückhaft.

Der kleine Mensch würde nicht mehr nach Hause kommen. Der große Mensch war traurig. Er roch wie der andere große Mensch und Butterblume wusste, dass es ihn aufregen würde, wenn sie es ihm sagen würde.

Aber er war ein Mensch, und Menschen waren laut.

Also rollte sich Butterblume zum Schlafen neben den braunen Haaren auf dem Kissen zusammen.

Der große Mensch mochte Butterblume nicht sonderlich. Aber er versuchte zumindest, sie nicht mehr fortzujagen. Er streichelte zu fest, drückte die Nägel zu tief und außerdem kratzte er an den völlig falschen Stellen.

Der Mensch war einsam. Der kleine Mensch hatte bestimmt nicht gewollt, dass er einsam war. Also blieb Butterblume.

„Butterblumen“, sagte der große Mensch und zeigte auf die kleinen, gelben Blüten.

„Primel und Butterblumen“, sagte er noch einmal. Butterblume verstand kein Wort. Aber sie hatte das Gefühl, das, was auch immer ihr der Mensch mit diesem Beet sagen wollte, etwas Großes war. Sie standen zusammen vor dem Haus, durch dessen Dach es nicht mehr tröpfelte, weil Butterblume sich so lang lautstark beschwert hatte, bis der große Mensch es geflickt hatte, und sahen sich das Dorf an, das nicht mehr existierte.

Kleine Blüten sprossen verstreut um sie herum aus der Erde.

Aus der Entfernung kam eine Gestalt auf sie zu.

Butterblume wusste vor Katniss, wer es war.

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Ist das eine Kurzgeschichte, ist das ein Drabbel? Es ist eine ironische Katze! Und es ist kurz, erbärmlich und eigentlich bin ich gar nicht mehr so in den Büchern drin, aber mein Kopf hatte die Idee, hey, schreib was über die Katze und so ist es passiert.
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LG Anemonenfisch
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