Home is where your heart is

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Eric OC (Own Character)
31.10.2017
12.09.2020
45
74.551
13
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Dieses Kapitel
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31.10.2017 1.384
 
Home is where your heart is

Hallo an alle, die gerade diese Geschichte angeklickt haben. Ich weiß noch nicht genau wie sich diese Geschichte entwickeln wird, da ich einfach mal drauf los schreibe. Ich habe jetzt schon ein paar Fanfictions zu „ Die Bestimmung“ gelesen und wollte es jetzt einfach auch mal ausprobieren. Ich hoffe die Geschichte gefällt euch, was aber nicht heißt, dass ihr nicht sagen könnt was ihr blöd findet. So und jetzt halte ich endlich meine Klappe und lass euch das erste Kapitel lesen;)

GLG

BlackPantherGirl


Heute war der Tag, der Tag der Bestimmung. Seit Monaten hatte ich deswegen Bauchschmerzen, diese Ungewissheit machte mich verrückt, wegen diesem Test konnte ich schon lange nicht mehr schlafen.
Die Ken waren nichts für mich, sie waren die Wissenschaftler unter unseren Fraktionen, viele kluge Köpfe, die den ganzen Tag forschten. So ein Leben wollte ich nicht führen, zudem war ich in den wissenschaftlichen Fächern eine Niete, wie sie im Buche stand. Die Altruan. Ebenfalls keine Option für mich, sie halfen ihr ganzes Leben lang nur den Bedürftigen und verschwendeten dabei keinen einzigen Gedanken an sich selbst. Ich war zu egoistisch für diese Fraktion, außerdem trugen sie nur graue Kleidung, was wirklich entsetzlich aussah. Wie graue Mäuse, still und schüchtern. Nicht zu vergessen, der fehlende Spiegel in jedem Altruan Haus, beziehungsweise durften die Selbstlosen nur einmal im Jahr in den Spiegel sehen. Kein vernünftiger Mensch sah nur alle Schaltjahre in den Spiegel, für diese Fraktion war ich eindeutig zu eitel.Dann gab es noch die Amite, sie lebten auf dem Land und waren immer gut gelaunt, man fand die bunt gekleideten Menschen stets mit einem Lächeln auf dem Gesicht vor. Sie versorgten uns alle mit frischen Lebensmitteln, ohne ihre Ernten und Erzeugnisse im allgemeinen wären wir anderen verloren.
Nicht zu vergessen die Ferox. Die Meinungen über diese Fraktion teilten sich, die Einen waren Fans von den Furchtlosen, die Anderen verabscheuten sie zutiefst. Dieser Fraktion anzugehören, bedeutete mutig zu sein, über sich selbst hinauszuwachsen und die Stadt samt Bewohner beschützen zu wollen. Die Krieger Fraktion war nichts für schwache Nerven. Ich beneidete sie um ihren Mut, ihre Freiheit und die Zufriedenheit, die jedes Mitglied von ihnen ausstrahlte. Schlussendlich gab es noch uns Candor, wir nahmen kein Blatt vor den Mund, was unseren Gegenüber nicht selten entsetzte. Wir glauben an die Wahrheit, schließlich gab es genügend Lügen und Betrug auf der Welt. Wenn wir stets ehrlich zueinander waren, konnte das Schlimmste meist abgewandt werden, ein friedliches Zusammensein war das Ergebnis.

Immer die Wahrheit zu sagen war eine Bürde, jedenfalls für mich. Es gab Dinge, die man einfach nicht seinen Eltern, der gesamten Familie oder irgendwem erzählen wollte, mit Sechzehn wollte man auch seine Geheimnisse haben. Jeder Mensch brauchte seine Geheimnisse, zu viel Ehrlichkeit schreckte andere ab, es verletzte Menschen die einem wichtig waren. Manches musste verborgen bleiben, um jedermanns Willen.
Unsere Familie bestand nur aus Candor Geborenen, keiner in unserer Familie hatte je in Erwägung gezogen, die Fraktion zu wechseln. Ein anders Leben schien ihnen unnötig, die Familienmitglieder waren alle bei den Candor, das bisherige Leben fand von Anfang an dort statt. Meine Eltern waren ziemlich stolz darauf, dass bei uns alle immer nur in der gleichen Fraktion geblieben waren, von klein an durften mein Bruder und ich die Geschichten von Generationen anhören. Ihnen war noch nie in den Sinn gekommen, dass wir beide vielleicht von einem ganz anderen Leben träumten, einem Leben, indem auch mal gelogen werden durfte. Ich würde wechseln, zwar blutete mein Herz allein bei der Vorstellung, doch so wollte ich nicht mein ganzes Leben leben. Ich wollte Freiheit, Abenteuer, Leichtigkeit und vor allem Zufriedenheit, all das gab es hier nicht für mich.

Hier würde alles monoton weitergehen, meine Initation wäre voller Ehrlichkeit und langweiligen Mitmenschen, die nur Schwarz und Weiß denken konnten. Irgendwann hätte ich einen liebevollen Mann und niedliche Kinder, eine schreckliche Vorstellung. Ich wollte jemand kennen lernen, der leidenschaftlich und mutig war, ein Mann der mit beiden Beinen im Leben stand. Vielleicht waren es Mädchenträume denen ich hinterherjagte, doch es konnten auch Visionen sein.
Gedankenverloren schlenderte ich zu meinem Lieblingsplatz, es roch wunderbar nach frisch gemähtem Gras und süßen Blumen, behutsam pflückte ich eine Pusteblume, schloss die Augen und hauchte die Pusteblume an. Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich die Samen davonfliegen, jeder für sich, ganz allein . Auf dem grasbewachsenen Hügel angekommen, lehnte ich mich an die mächtige Eiche, der Stamm gab mir das Gefühl von Sicherheit. Dieser Platz bedeutet mir unglaublich viel. Jede freie Minute war ich hier gewesen, hier hatte ich angefangen Pläne zu schmieden, mich getraut verrückte Träume zu träumen, hier hatte ich immer das Gefühl gehabt frei zu sein. „ Melanie was machst du denn hier?“, die sanfte Stimme von Mirella erklang, schmunzelnd drehte ich meinen Kopf in die Richtung, aus der ihre Stimme ertönte. „ Nachdenken.“ Sie sah mich verständnisvoll an, mit langsamen Schritten trat meine beste Freundin neben mich. „ Weißt du, welche Fraktion du wählen wirst?“ Mirella schüttelte den Kopf und setzte sich zusammen mit mir auf den Boden, das Gras kitzelte an meinen nackten Knöcheln. „ Nein, ich hoffe immer noch auf mein Ergebnis, dass uns morgen der Bestimmungstest sagen wird.“

„ Na, was macht ihr zwei denn hier? Hoffentlich nicht Trübsal blasen, wo ich doch Muffins mitgebracht habe.“ Schon erschien der blonde Schopf von Selina, sie war im Gegensatz zu uns beiden die perfekte Candor, sie hasste Lügen über alles und würde es auch nie tun, da war ich mir absolut sicher.
„ Schoko Muffins?“ , fragten Mirella und ich wie aus einem Mund, kaum ausgesprochen, schon grinsten wir uns verschwörerisch an. Wir kannten uns so lange ich denken konnte, es gab kaum einen Augenblick, indem die beiden nicht vorkamen. „ Sicher. Ich weiß doch, dass meine zwei Naschkatzen nur Schokolade akzeptieren.“ , sie drängte sich zwischen uns beide und drückte jedem einen Muffin in die Hand. Der Muffin hatte einen flüssigen Kern, was mich zum aufstöhnen brachte, Schokolade über Schokolade, es gab nichts besseres, da war ich mir absolut sicher. Meine Geschmacksknospen explodierten förmlich. „ Ich hab Angst vor morgen, Leute.“, flüsterte Selina, sie strich sich ein Muffin Krümel aus dem Mundwinkel. Ich drehte überrascht meinen Kopf in ihre Richtung, sie sah bedrückt und unsicher aus, normalerweise klebte ihr das Lächeln förmlich im Gesicht. „ Vor was denn?“ „ Na vor dem Test, vor was sonst? Was wenn nicht Candor raus kommt und ich meine Familie verlassen muss, ich will hier nicht weg.“ Tatsächlich überraschte mich ihre Unsicherheit, für mich war sie der Inbegriff einer wahren Candor, nie hatte ich eine andere Fraktion in Erwägung gezogen. „ Der Test kann dir nur einen Vorschlag machen, aber entscheiden musst du schon selbst. Niemand kann dich zwingen zu wechseln, wenn du es nicht möchtest. Wenn du eine Candor sein willst, dann sei eine verdammt ehrliche Candor und zeig allen was du drauf hast. Es liegt in deinen Händen was du tust, vergiss das nicht.“ Meinte ich eindringlich, die Blonde runzelte nachdenklich die Stirn, ein kleines Lächeln zeichnete sich auf ihrem Gesicht ab, dass allerdings abrupt wieder verschwand.

„ Wir werden getrennte Wege gehen.“, kam es nüchtern von ihr, Mirella und ich sahen zu den dunkelgrünen Grashalmen, ich nahm ein paar zwischen die Finger, zwirbelte sie umher. Jede von uns wusste, dass zwei von uns auf jeden Fall wechseln würden, wir waren für etwas anderes bestimmt. Es fühlte sich zumindest für mich so an.
Ich fühlte mich seltsam melancholisch, wenn ich an unsere vergangene Zeit dachte. Zu viele Momente strömten auf mich ein, in all diesen Momenten waren wir glücklich zu dritt. Wir feierten Geburtstage, wir machten riesige Kissenschlachten, schrieben Hausaufgaben voneinander ab, kicherten dämlich kaum sahen wir einen hübschen Kerl, durchlebten gemeinsam den ersten Liebeskummer von Mirella. Meine Freundinnen waren eher Schwestern für mich, sie waren die Menschen bei denen ich freier atmen konnte, bei denen ich heulen konnte, die nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage legten. Wir waren wie ein Kleeblatt, jede von uns war ein wenig anders, zusammen waren wir unschlagbar, wie die drei Musketiere nur in weiblich.
Ich würde sie sosehr vermissen, wahrscheinlich würde ich heulen wie ein Schlosshund, aber  hier zu bleiben war dennoch keine Option, ich brauchte frische Luft in meinen Lungenflügeln. Einen neuen Horizont.


Das erste Kapitel wäre geschafft;) Ich hoffe es hat euch wenigstens ein bisschen gefallen, vielleicht wollt ihr mir ja euren ersten Eindruck schreiben:)))

GLG

BlackPantherGirl
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