control.

von RedChilli
KurzgeschichteDrama, Übernatürlich / P12 Slash
Matreus Zanrelot
30.10.2017
30.10.2017
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They send me away to find them a fortune
A chest filled with diamonds and gold


„Finde mir ein Vermögen“, sagt er, und erwartet, dass du ihn verstehst.
Du hast immer gedacht, der Herrscher der Finsternis mache sich nichts aus Reichtum, schließlich liegt ihm schon die Ewigkeit zu Füßen und alsbald würde das auch Lübeck tun.
Doch weil du seine Befehle nicht in Frage stellst, machst du dich auf den Weg, ihm etwas zu finden, dass ihm noch niemand zuvor zu Füßen gelegt hat.
(Denn deine selbstlose Hingabe und Opferbereitschaft wird ihm wohl nie genug sein.)
Eine Kiste soll es sein, eine Truhe, bis an den Rand gefüllt mit Gold und Diamanten soll sie sein.
Den Reichtum möchtest du sehen, den du deinem Meister nicht verschaffen kannst.

*

„Finde mir ein Glück“, befiehlt er dir in deinen Träumen, und es sind nur wenige Schritte die euch trennen, ein Kuss, der alles vernichten oder alles erschaffen kann. Du wirst es nie erfahren.
(Du hast dein Glück längst in ihm gefunden, in seinem grauen Haar, seinen eisblauen Augen, dem grünen Gift seiner Worte, der Schärfe seiner Strenge, mit der er dich zurückweist, dich auf Abstand hält, egal, wie verzweifelst du auch immer um ihn kämpfst.)

*

„Finde mir ein Schicksal“, hast du als kleiner Junge dem Stern zugeflüstert, der in der Stunde deiner Geburt im Zenit stand.
(Du hast dich schon immer für Astronomie interessiert, schon damals, in einer Zeit, wo es als Ketzerei verrufen war, in den Himmel zu blicken und etwas anderes sehen zu wollen als Gott. Du hast dich für den Scheißkerl noch nie interessiert.
Nie hättest du ahnen können, dass du deine Seele an den Teufel verkaufen und nie wieder einen Gedanken an die tiefere Bedeutung der Sterne verschwenden würdest – außer natürlich im Bezug auf ein schwarzmagisches Ritual – und eines Tages im Körper eines Fremden irgendwelche Codes in einen Computer tippen würdest; im Körper eines Fremden, der tat, was du immer tun wolltest, während du nur einem herzlosen alten Mann dienen würdest.)
Am nächsten Tag bist du einem braunhaarigen Bastard in die Arme gelaufen und dein Schicksal war besiegelt.

(Ob es Franz Oltes Schicksal war, dem Hass und der dunklen Magie zu verfallen und so unaustehlich zu werden, dass nur ein dummer, kleiner, naiver Masochist mit einem Vaterkomplex ihn lieben könnte?)
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