Königskinder

GeschichteFamilie, Fantasy / P12
30.10.2017
09.11.2017
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2 Reviews
Dieses Kapitel
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K Ö N I G S K I N D E R



Hallo und herzlich Willkommen liebe Leser,


die folgende Geschichte ist im Rahmen des Wettbewerbs von Nintendo in Zusammenarbeit mit FF.de entstanden. Die Autoren der „besten“ Geschichten zu dem vorgegebenen Thema erhalten dabei das Spiel „Fire Emblem Warriors“ wahlweise für den Nintendo 3DS oder die Nintendo Switch.

Ich würde mich sehr über das Spiel für den Nintendo 3DS freuen, allerdings bin ich auch so schon unglaublich gehypt und mega glücklich, dass ich an diesem tollen Gewinnspiel teilnehmen kann.

Vor allem als Fire Emblem-Fan der ersten Stunde (in Europa) ist die Teilnahme an diesem Wettbewerb etwas ganz besonders für mich und auch wenn ich nicht gewinne freue ich mich einfach nur, wenn meine geliebte Spieleserie durch diesen Wettbewerb etwas mehr Bekanntheit erlangt.

So, jetzt ist aber mal genug geschleimt und euch viel Spaß beim Lesen! ;)

Wenn ihr mich unterstützen wollt, würde ich mich sehr über ein Sternchen (=Leseempfehlung) freuen und/oder ein Review freuen.


LG, Toushin Neko



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Kapitel 1

Ein Leben für Zwei


Die Sonne schien von einem strahlend blauen Himmel, die grünen Blätter der Bäume sangen im Wind und bis auf das Geschrei eines Kleinkindes war es in und um das königliche Schloss von Aitoris vollkommen friedlich. Eines Kindes? Nein, bei genauerem Hinhören erkannte man, dass es sich um zwei kleine Kinder handeln musste. Die Zwillinge hatten vor wenigen Tagen das Glück des Königs und seiner Gemahlin Yelena perfekt gemacht, auch wenn das doppelte Kinderglück des Königspaares eine Menge Arbeit für die Diener des Schlosses bedeutete. Doch trotz allem waren die Untergebenen der Königin froh, dass ihre Herrin die Geburt von Prinz Shion und Prinzessin Lian so gut überstanden hatte. Die Kinder hatten das blonde Haar ihrer Mutter geerbt, sowie auch deren blaue Augen. Außerdem waren sowohl der Junge, wie auch das Mädchen vollkommen gesund und kräftig.

Während in Aitoris das Glück perfekt zu sein schien, läuteten in dem benachbarten Königreich Griston die Kirchturmglocken zu einer Trauerfeier. Die Königin und Mutter des jungen Prinzen Darios war in Folge einer schweren Krankheit in der vergangenen Nacht von ihrem Volk gegangen. Der Junge, gerade einmal fünf Jahre alt, stand in schwarzen Gewändern gekleidet neben dem König von Griston. Um sie herum hatten sich die königlichen Leibwachen postiert, während ein hochrangiger Priester die Grabrede für die verstorbene Frau hielt und anschließend ein Chor zu singen begann. Zahllose Adelige waren auf der Beerdigung anwesend und hinter den hohen Mauern des Friedhofes betete das gemeine Volk für den Seelenfrieden ihrer einstigen Königin. Doch das Alles interessierte Darios nicht, der Kleine nahm es stellenweise nur wie durch eine Nebelwand wahr. Denn für ihn war heute nicht die Königin seines Landes gestorben, sondern seine Mutter. Seine Mutter, die ihn trotz ihrer königlichen Pflichten jeden Abend selbst ins Bett gebracht hatte und ihn eine Geschichte erzählt hatte. Sie hatte sein Hand gehalten, wenn er nachts nicht schlafen konnte und immer ein offenes Ohr für den kleinen Prinzen gehabt. Nie wäre seine Mutter auf die Idee gekommen, ihr Kind einer Amme oder der Dienerschaft zu überlassen, so wie es viele Frauen des Adels gerne taten. Sie war eine wahrhaft gute Mutter gewesen, bis sie vor zwei Monaten krank wurde. Es fing mit leichtem Fieber an, was zunächst als einfach Erkältung abgetan wurde. Jedoch verschlechterte sich der Zustand der Königin Tag für Tag, bis ihr Leben schließlich endet und sie ihren Sohn allein auf dieser Welt zurück ließ. Denn auch wenn sich allerlei Diener um Darios kümmerten, der Junge fühlte sich einsam und verlassen von der Frau, die er so sehr geliebt hatte. Auch seinem Vater gelang es kaum, zu dem Jungen durchzudringen. So weinte der kleine Prinz stumm die Tränen der Trauer an der Seite des Königs von Griston, der nur mit einem kalten Blick auf das Grab seiner Frau hinab sah.

„Mylady Yelena, bitte verzeiht die Störung, aber ich bringe wichtige Kunde aus dem Königreich Griston.“ Die Stimme der Dienstmagd zitterte leicht, als sie mit gesenktem Blick den Raum betrat, in dem sich die Königin und ihre beiden Kinder befanden. Auf dem Boden lagen rote Teppiche, an den Wänden hingen verschiedene Gemälde von Rittern oder anderen Helden und zwischen zwei bodentiefen Fenstern stand ein großes Himmelbett. Durch die seidenen Vorhänge war das Gesicht der Königin nur schwerlich zu erkennen, ebenso wie es auf dem ersten Blick nicht leicht war, die zwei Bündel in ihren Armen als Prinz Shion und Prinzessin Lian auszumachen.
„Aus Griston? Bitte, trete näher“, an der Stimme der blonden Frau war zu erkennen, dass sie immer noch etwas geschwächt von den vergangenen Ereignissen war. Das Dienstmädchen befolgte die Anweisung ihrer Herrin dennoch augenblicklich und trat an das Bett, machte erneut einen Knicks und wagte dann einen vorsichtigen Blick durch die Schleier, welche das Bett umrahmten. Die langen Haare der Königin fielen ihr offen über die Schultern, ihre blauen Augen sahen noch ein wenig matt aus und im Gesicht war sie blass. Die beiden Kinder, eingewickelt in edelste Stoffe und zufrieden in den Armen ihrer Mutter schlafend, hatten hingegen eine sehr gesunde Gesichtsfarbe.
„Königin Margetta von Griston ist bedauerlicherweise von uns gegangen, Mylady.“
„Oh nein, wie furchtbar. Dabei ist ihr Sohn doch erst fünf Jahre alt...“ Mit sorgenvollem Blick sah die Mutter auf die Kinder in ihren Armen herab. Der Gedanke, dass auch sie die Zwillinge eines Tages verlassen musste, schmerzte ihr und sie hoffte, dass ihre Kinder bis dahin zu würdigen Erben des Thrones herangewachsen waren.