My Huckleberry Friend

von Autonom
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
29.10.2017
01.07.2018
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Dieses Kapitel
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53. Chaos & Quidditchspiel

Das letzte Spiel des Jahres stand an und es trafen Hufflepuff und Gryffindor aufeinander. Ein spannendes Match, denn egal wer verlieren würde, die Mannschaft hatte keine Chance mehr auf den Pokal. Die Kapitänin der Hufflepuffs war auch in ihrem letzten Jahr und genau wie James war sie versessen darauf, den Pokal in ihr Haus zu holen. Krone war deswegen ziemlich nervös gewesen, weil sie ein gutes Team hatte zusammenstellen können. Wenn ich ehrlich war, hatte ich ihn selten so nervös gesehen. Also standen wir unten am Spielfeldrand. Mit Gryffindorschals fest umwickelt, denn der Wind war kalt und es regnete leicht.
Wir starrten nach oben. Das Spiel war schon im vollem Gange und ganz Hogwarts war auf den Beinen, obwohl es noch ziemlich früh am Morgen war. Neben mir stand Lily, die in ihrem Mantel gehüllt, fasziniert die Spieler betrachtete. Seit dem Vorfall im letzten Jahr, verbrachten wir die Spiele direkt unten am Spielfeld. Das rothaarige Mädchen starrte so verzaubert hoch zu Krone, dass ich lächeln musste.
„Warum gibst du ihm keine Chance, Evans?“, fragte ich sie.
Ihre Gesichtsfarbe glich sich der ihrer Haare an. Mein Grinsen wurde breiter.
„Halt den Mund, Black und schau beim Spiel zu.“, grummelte sie.
Ich schüttelte meinen Kopf und sah wieder hinauf. Es war schwer sich zu konzentrieren, denn es passierte alles in rasend schneller Geschwindigkeit. Die Zwei Teams schenkten sich nichts. Beide waren auf ihr Bestes trainiert.
Doch als beide Sucher sich in die Tiefe stürzten, Arme nach vorne gestreckt, Fingerspitzen nur Zentimeter voneinander getrennt, hielt das ganze Stadion den Atem an. Ich sah wie James, mit dem Quaffel in der Hand, in der Luft angehalten war und die Szene anstarrte.
Ein paar Sekunden lang war unklar, wer genau gerade den Schnatz gefangen hatte, denn es war einfach zu knapp gewesen. Doch als Malis ihren Arm hob und man aus der Ferne das leichte Glitzern erkennen konnte, waren die Gryffindors nicht mehr zu halten. Der rote Teil des Stadions brach in Jubel aus, das Team landete auf den Rasen und umarmte die Sucherin, die immer noch ein wenig deplatziert auf ihre Hand starrte, hatte noch nicht ganz verstanden, dass sie gewonnen hatten.
Ich sah wie James in der Nähe der Kapitänin der Hufflepuffs landete. Die zwei gingen aufeinander zu und sie lachte ihn offen an, sie klatschten ein. Vermutlich war es einfach so knapp gewesen, dass es schwer war, auf das gegnerische Team wütend zu sein. Aber ich sah auch, wie er sie anlächelte und das bemerkte nicht nur ich. Evans neben mir wurde unruhig.
Soph lief schon zum Feld, um das Team jubelnd zu begrüßen, aber ich stupste Evans an.
„Komm, wir gratulieren Krone.“, meinte ich und lächelte sie an. Ehrlich, kein dummer Spruch, keine Anspielungen. Ich wollte nicht, dass sich mein bester Freund seine kleine Chance verbaute, weil er mit der, zugegeben, gut aussehenden Hufflepuff flirtete.
„Weiß nicht..“, grummelte sie halblaut, aber ich ließ kein Nein zu, ich schob sie mit sanften Druck zum Platz hinüber.
Als ich meinen Freund lachend umarmte und Soph uns umstolperte, bei dem Versuch uns gleich beide in den Arm zu schließen, stand Evans ein wenig überfordert daneben. Aber ich wusste, das Krones Blick nur auf ihr lag.
„Gut gemacht, Potter.“, murmelte Lily, als wir unseren Freund wieder losgelassen hatten.
Er griff sich in die Haare, die vom fliegen eh verwuselt waren und sorgte dafür, dass sie dies auch blieben.
„Danke.“, meinte er nur.
Er sah ein wenig unwohl aus. Ich hob meine Augenbraue, versuchte seinen Blick zu deuten, um darauf reagieren zu können, aber irgendwie funktionierte es nicht so wie sonst. Auch Soph reagierte nicht, und die war normalerweise besser in sowas als ich.
James räusperte sich.
„Ich glaube, ich geh duschen.“, meinte er dann und versuchte sich aus dem Getümmel aus seinem Team und den langsam aufs Feld strömenden Gryffindors zu lösen.
„Ich komm mit, ich geh eh in die Richtung.“, meinte Evans leise und er nickte ihr zu.
Ich starrte den beiden hinterher.
„Was …?“
„Keine Ahnung.“, meinte Soph.
Remus lächelte.
„Ich glaube…“
„Nein.“, meinte Peter, „Niemals.“

An diesem Abend war die Quidditchparty nicht ganz so ausschweifend wie sonst. Das lag vor allem daran, dass die Siebtklässler am Morgen danach weiter lernen mussten, und alle viel zu müde von dem letzten Jahr waren. Trotzdem hatte ich Butterbier und eine Flasche Feuerwhiskey aus der Küche geholt.
Die Musik war laut, die Mitschüler feierte sich, das Team und Gryffindor, vereinzelt sah man Abschlussklässler in Ecken sitzen und heimlich in ihre Unterlagen schauen. Mir war es die letzten Jahre nie aufgefallen, aber war das immer so gewesen?
Wir ignorierten höflich wie irritiert und abwesend James wirkte und ich reichte die Flasche Whiskey gerade an Soph, die einen kleinen Schluck nahm und sich dann schrecklich schüttelte.
Unbemerkt beobachtete ich sie, dass tat ich erschreckend oft. Ich sah wie sie sich bewegte, wie sie lachte, wie sich ihre Augenbrauen zusammenzogen, wenn sie sich konzentrierte. Und jetzt sah ich gerade, wie Soph ein wenig angetrunken, versuchte der Geschichte zu folgen, die ihr Peter erzählte. Aber ich sah auch, dass es sie kein bisschen interessierte.
Auf eine seltsame Art und Weise hatte es sich zwischen uns beruhigt. Vermutlich dadurch, dass wir es öffentlich gemacht hatten. Damit haben wir uns eine menge Druck genommen. Wir entspannten zusammen und waren füreinander da. Wir musste es nicht zu Schau stellen, wir trugen selten vor uns hinaus, dass wir uns viel zu sehr mochten.
Aber es waren Momente wie diese, klein und unscheinbar, das sie meine komplette Haut zum kribbeln brachte und ich mir niemanden sonst vorstellen konnte, der jemals an meiner Seite sein würde. Soph blickte zu mir rüber, vermutlich hatte sie meinen Blick nun doch bemerkt. Lächelte mich an und ich nahm ihre Hand und zog sie zu mir hoch.
Peter blickte ein wenig enttäuscht, hatte wohl noch nicht den Höhepunkt seiner Geschichte erreicht. Lachend stolperte sie auf meinen Schoß und ich legte meine Arme um sie. Ihre wirren Haare heute in zwei Zöpfen gebändigt. Die ersten Knöpfe ihrer Schulbluse geöffnet. Sie sah mich mit ihren, durch die Müdigkeit und den Alkohol, nicht mehr ganz so großen Augen an und musste ein bisschen lachen, weil sie eben nicht verführerischen nach Mandeln und Zimt duftete, sondern nach Whiskey und Schweiß.
„Ich bin sehr froh.“, lallte sie mir entgegen.
„Das ich nun mit dir knutschen darf, wenn andere in der Nähe sind.“
Ich lachte.
„Aber wir knutschen trotzdem nie, wenn jemand in der Nähe ist.“, stellte ich grinsend fest und schob ihr liebevoll eine entflohene Haarsträhne hinter ihr Ohr.
Sie überlegte. Dabei kräuselte sie ihre Nase.
„Hast recht.“, stellte sie überrascht fest.
„Warum nicht?“, fragte sie und ihre Finger lockerten meine Schulkrawatte.
Ich grinste.
„Weil wir nicht so sind, vermutlich.“, antwortete ich.
Soph legte ihren Kopf schief und betrachtete mich.
„Ich sitze aber auf deinem Schoß. Und deine Hand ist an meinem Po.“, stellte sie fest und ich bemerkte überrascht das sie recht hatte, meine Hand lag wirklich an ihrem Hintern. Ich hatte gar nicht mitbekommen wie das passiert war. Ich legte meine Hand also wieder ein wenig höher.
Sie lächelte.
„Also eigentlich“, fing Soph dann an. „Können wir auch knutschen, wenn du schon meinen Po betatscht in der Öffentlichkeit.“, sie kicherte.
Ich schnappte gespielt empört nach Luft.
„Ich betatsche nicht, ich taste liebevoll ab.“, sie lachte.
Ich bemerkte durchaus, wie Remus im Hintergrund seine Augen verdrehte. Mein Bauch zog sich kaum merklich zusammen.
Aber dann griff mir Soph an die Krawatte und zog mich an sich. Als wir uns küssten, schmeckte ich vor allem den Whiskey den sie getrunken hatte. Meine Hand an ihrem Rücken, drückte sie enger an mich ran. Sie lächelte in den Kuss hinein und in mir breitete sich das inzwischen bekannte, wohlige Gefühl aus. Als wir uns lautlos, nach Luft schnappend lösten, hielten wir noch eine gefühlte, kleine Ewigkeit Augenkontakt, bevor, mein von Alkohol getrübter Blick, sich wieder für meine Umwelt schärfte.
„Wo ist Krone?“, fragte ich plötzlich, denn er saß nicht mehr in dem Sessel neben uns. Soph rutschte von meinem Schoß runter und sah sich auch um.
Remus räusperte sich.
„Er ist eben rausgegangen. Ich glaube,“, fing er an und sah uns genervt Amüsiert an.
„Ihm ist euer.. euer.. Ding.. gerade zu intensiv.“
Soph neben mir lief rot an aber ihr Blick wurde sorgenvoll. Ich sah mich noch einmal genauer um. Auch Evans fehlte in dem Getümmel. Irgendetwas stimmte hier doch überhaupt gar nicht.

Ich wartete an diesem Abend lange im Schlafsaal. Peter schlief schon schnarchend und Remus saß noch im Gemeinschaftsraum, und passte auf, dass die Party nicht aus den Rudern lief. Normalerweise übernahm das Evans, aber von ihr fehlte jede Spur.
Ich hatte nicht nach ihnen gesucht. Irgendetwas sagte mir, dass ich das nicht tun sollte.
Also saß ich wie versteinert auf meinem Bett, starrte zur Tür, mit leichten Bauchschmerzen vor Sorge. Ich hätte natürlich auch unten warten können, aber Soph war irgendwann hoch gestolpert und das Gewusel der anderen Schüler machte mich nervös.
Als die Tür gefühlte Stunden später endlich knarrend aufging, schnellte mein Blick hoch zu meinem besten Freund und ich musterte ihn schnell. Alle Arme und Beine waren noch dran und sein Gesicht etwas errötet.
Sein Blick hastete schnell zur Tür, als würde er darüber nachdenken zu flüchten.
Ich hob die Augenbrauen.
„Was ist hier los, Krone?“, fragte ich leise um Peter nicht zu wecken.
Er kam zu mir rüber und setzte sich auf sein Bett. Ich saß bei auf der Fensterbank und zog an einer Zigarette, die kalte Luft wehte um meine Nase.
Es vergrub kurz sein Gesicht in seine Hände. Dann sah er mich an, lächelte ein wenig gequält.
„Wir treffen uns hin und wieder.“, flüsterte er.
Ich sah ihn fragend an.
„Lily und ich.“, spezifizierte James. Ich bekam große Augen, und ein grinsen schlich sich auf meine Lippen.
„Ernsthaft?“, fragte ich, ein wenig davon überrumpelt, nach all den Jahren ihn so vor mir sitzen zu haben. Und er rastete nicht aus. Ich hatte mir oft über den Moment nachgedacht, an dem Evans ja sagen würde, so hatte ich ihn mir nicht vorgestellt.
„Ja. Wir treffen uns auf dem Astronomieturm und reden oder manchmal kommt sie nach dem Training runter zum Feld und holt mich von der Umkleide ab.“, erklärte er.
Mein Bauch kribbelte, so sehr freute ich mich für ihn.
Aber irgendetwas stimmte nicht. Er sollte eigentlich wie ein Gummignom durch den Schlafsaal springen und der ganzen Welt davon berichten. Er sollte Glücklich sein.
„Ich weiß nicht Tatze, sie .. sie ist super unsicher.“, murmelte er und vergrub wieder sein Gesicht in seinen Händen.
„Sie weiß nicht was sie will, sie weiß nicht ob sie… ob sie mich will.“
„oh.“, machte ich.
„Vielleicht.. vielleicht sollte ich aufhören.“
Ich schnappte nach Luft.
„Krone, nein!“, sagte ich bestimmt und starrte ihn an. Ich war ein bisschen zu laut und Peter schnarchte etwas lauter.
„Du gibst jetzt nicht auf.“
Er lächelte mich gebrochen an.
„Sie trifft sich mit dir, ohne dich zu verhexen! Vielleicht fängt sie bald an dich beim Vornamen zu nennen!“, munterte ich ihn auf.
Er lächelte plötzlich.
„Wenn wir alleine sind, tut sie das.“, meinte er und ich merkte wie er dabei leicht sein Kinn reckte.
Ich lachte.
„Und eben..“, murmelte er und ich sah es in seinen Augen glitzern.
„Hab ich sie geküsst.“, seine Hände fanden wie automatisch den Weg in seine Haare.
„Aber … ihr habt euch vorher schon geküsst, oder?“, fragte ich ihn.
„Nein, sie hat mich geküsst. Nie ich sie.“
„Wie war es?“, meine Stimme ganz leise und sanft.
„Fantastisch. Ich hab noch nie so etwas erlebt. Ihre Haut ist ganz weich und … sie riecht so unglaublich gut.“, meinte er.
Mein Herz schlug ein wenig schneller.
„Wie kommt es, dass Mädchen so gut riechen?“, fragte er geistesabwesend.
„Das, ist eine gute Frage.“, lächelte ich.
„Weißt du Tatze, ich wünschte nur, dass sie genauso empfinden würde. Das sie sich auch so toll fühlt, wenn ich ihr nahe bin oder.. das sie sich darauf freut mich zu sehen und das sie bemerkt.. wenn ich in den Raum komme und..“, er stockte und hörte dann auf zu reden.
„Ich glaube, dass es für sie ganz genauso ist, Krone.“, flüsterte ich lächelnd.
„Sie ist nur.. einfach sie. Ich glaube, sie ist einfach nicht so überrumpelnd Ehrlich. Und … du musst bedenken, dass du sehr viel länger schon dafür Zeit hast, dir zu überlegen, was genau du empfindest.“, nahm ich Evans in Schutz.
„Sie hat dich heute vom Feld zum Schloss begleitet?“, fragte ich und er nickte.
„Und ihr wart heute, nach der Sperrstunde draußen?“, ich war ein wenig verwirrt, als ich es aussprach. „Evans war freiwillig nach der Sperrstunde draußen?“, wiederholte ich.
Sein lächeln wurde breiter.
„Vielleicht, mag sie mich ja doch.“, meinte er dann noch, bevor er sich in sein Bett fielen ließ.

Hej ihr Lieben <3 Ich stecke gerade mitten im meiner Klausurenphase und schaffe, selbst das Hochladen nicht so recht, weil mein Kopf voll von irgendwelchem anderen Kram ist, aber in 'ner Woche habe ich es geschafft und dann lade ich auch wieder regelmäßiger Hoch. Habt einen tollen Abend, LG Q.
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