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Das Herz einer umherstreifenden Füchsin

GeschichteÜbernatürlich, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Bloody / Mary Hydra OC (Own Character)
28.10.2017
19.05.2018
7
11.436
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06.02.2018 1.071
 
...Ich hasse dich!...Kann ich verstehen...Warte! "Mary!!!" Ich fuhr hoch und schnappte nach Luft. Schon wieder dieser Traum. Seit jenem Tag kam er immer wieder. "Alles in Ordnung?" Die Stimme kam von der anderen Seite des Zimmers. Ich nickte. Timothy nahm ein Tablett mit Sandwiches und trat zu mir ans Bett. "Nur ein Alptraum.", murmelte ich. "Nun," Er stellte das Tablett neben mir ab und setzte sich, "wie wäre es dann mit einer Tasse Tee?" Als ich die Sandwiches sah, erinnerte ich mich schlagartig daran, wie hungrig ich eigentlich war und griff zu. Sie waren mit Hühnchen und Salat belegt. "Woher haben sie das Fleisch?", fragte ich. "Das hatte ich garnicht hier." Timothy lächelte und erklärte: "Ich bin kurz zu mir gegangen und habe etwas geholt, nachdem ich in ihrer Küche nichts brauchbares gefunden hatte." Er stand auf und verließ den Raum. Kurz darauf hörte ich das Pfeifen des Teekessel und er kam mit einer dampfenden Tasse wieder. Der Duft von Kamille und Fenchel erfüllte den Raum. Ich aß weiter und sah ihm dabei zu, wie er die Tasse neben den Teller stellte. Ich lächelte dankbar, woraufhin er sich wieder in den Sessel zurückzog. Nun betrachtete ich ihn näher. Er hatte schwarzes, etwas längeres Haar und scharfe, aber zugleich weiche Gesichtszüge. Seine Kleidung bestand aus einem hellbeigen Hemd, dessen Ärmel hochgekrempelt waren und einer dunkelbraunen Hose. Außerdem trug er schwarze Schuhe und ein weißes Halstuch. Letzteres machte den Anschein, als wenn er es erst vor kurzem ausgewaschen hätte. Das auffälligste an ihm aber, waren seine Augen. Sie waren tiefrot. Timothy schaute sich im Zimmer um und sein Blick blieb an meinem hängen. Mir wurde bewusst, dass ich ihn angestarrt hatte und beobachtete höchst interessiert die Flammen im Kamin. Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. Als ich mit dem Essen fertig war, überlegte ich mir ein Thema über welches ich mit ihm reden könnte, da ich nicht sofort mit der Ausfragerei anfangen wollte. "Wie geht es ihnen?", kam er mir zuvor. Ich beschloss, mich erst einmal für das Essen zu bedanken. Er lächelte. "Das freut mich.", antwortete er freundlich. "Es tut mir wirklich sehr leid wegen gestern Abend. Normalerweise tue ich so etwas nicht." Nervös schaute ich in die Ecke. Nun konnte ich nicht mehr anders. Ich musste nachfragen:"Ja genau, wegen gestern Abend. Ich verstehe noch immer nicht ganz, was passiert ist. Könnten sie es mir vielleicht erklären?" Ich schaute ihn etwas unsicher an. Der seltsame Mann stand langsam auf und setzte sich neben mich auf das Bett. "Es wäre einfacher, es ihnen zu zeigen.", sagte er und öffnete seinen Mund ein wenig. Ich traute meinen Augen nicht. Da waren zwei Eckzähne, die deutlich länger waren, als die anderen. Länger und... spitz. Langsam bewegte ich meine Hand zu einem der beiden, um mich zu vergewissern, dass ich noch richtig sehen konnte. Tatsächlich. Es waren Fangzähne. Langsam schaute ich in seine Augen und mir wurde bewusst, wen oder besser gesagt was ich da vor mir hatte. Erschrocken schob ich mich von ihm weg zu meinem Kopfkissen. "Sie... sind ein... Vampir?", stotterte ich und er nickte. "Ja.", antwortete Timothy. "Schon seit meiner Geburt." Ich nickte langsam und mit offenem Mund. Jetzt war mir einiges klar geworden. Auch wenn es für mich noch einige Fragen gab. Der junge Mann schaute mir noch immer in die Augen, jedoch konnte ich darin nichts negatives erkennen. Es lag nur Freundlichkeit in seinem Blick. Freundlichkeit und Schuldbewusstsein. Er schien sich wegen des Angriffs wirklich schuldig zu fühlen. Ich begann weiter nachzuhaken: "Wenn sie so etwas wie gestern normalerweise nicht tun, was ist denn dann passiert?" Nun wanderte sein Blick wieder im Zimmer umher. "Eine kleine Auseinandersetzung mit einem alten Kameraden.", antwortete er. "Sie ist ein wenig eskaliert und er hatte mich schwer verletzt." Nun begann ich, sein Verhalten zu verstehen. Timothy war in einer Notlage und ich war zufällig in seiner Nähe. Schließlich hatte er sich ja auch sofort dafür entschuldigt. Er hätte mich auch einfach dort in der Straße liegenlassen können. "Dann hatte ich ja Glück, dass sie mich gefunden haben und nicht ihr ehemaliger Kamerad.", stellte ich fest. "Immerhin hätten sie mich auch dort liegenlassen können." Timothy lächelte etwas verlegen. "Jedenfalls hat unsere Begegnung uns beiden geholfen.", sagte ich schulterzuckend. "Sie konnten ihre Wunde heilen und ich habe seit langer Zeit mal wieder etwas nahrhafteres als ein trockenes Brot bekommen." Ich lächelte und strich mir eine braune Haarsträhne hinter mein Ohr. Timothy lachte. "Jetzt wo sie alles wissen, ", fuhr er fort. "erzählen sie mir doch etwas über sich. Was macht eine so hübsche junge Dame ganz allein in diesem verlassenen Haus?" Ich zögerte einen Augenblick. Sollte ich ihm wirklich sagen, dass ich von zuhause weggelaufen bin, um meine verschwundenen Brüder zu suchen? Aber er hatte so eine Ausstrahlung, als ob ich ihm einfach alles erzählen könnte. Also erzählte ich ihm meine Geschichte. Wie mein Bruder und ich von den Howards adoptiert wurden, der seltsame Streit auf dem Balkon, meine verzweifelte Suche nach den beiden im schüttenden Regen, bis hin zu meinem jetzigen Alleingang. Während ich erzählte, wirkte Timothy ehrlich interessiert. "Und du hast bis heute noch kein Lebenszeichen der beiden gefunden?", fragte er. Ich schüttelte traurig den Kopf. "Nicht einmal Scotland Yard konnte einen Hinweis finden." Ich spürte, wie er mir über den Kopf streichelte und sah auf. "Wenn du möchtest, helfe ich dir bei deiner Suche.", schlug er vor. "Meine Familie hat Beziehungen in der ganzen Stadt. Du könntest auch mit zu mir kommen. Dort ist es gemütlicher und ich habe genügend zu Essen da." Fragend schaute ich ihn an. "Ich mag auch mal hin und wieder einen schönen Braten.", entgegnete er lächelnd. Ich dachte über sein Angebot nach. Es könnte wirklich hilfreich sein. Außerdem gefiel mir die Aussicht auf eine gemütlichere Unterkunft. Also willigte ich ein. "Gut.", meinte Timothy. "Aber bis Sonnenuntergang hänge ich hier noch fest" Natürlich. "Du verträgst das Sonnenlicht nicht so gut. Stimmts?", fragte ich belustigt. Timothy lachte, wobei man seine Zähne gut sehen konnte. "Ja genau."
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