W I N T E R F E U E R [MMFF]

von Ghostfire
MitmachgeschichteDrama, Freundschaft / P16
26.10.2017
20.04.2019
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Biest- PoV. Haselpfote
[NebelClan, Blattfall]

Mit gesenktem Kopf saß Haselpfote am Rande der Lichtung - in deren Mitte sich die Streuner über einen Körper beugten. Alle waren bandagiert mit Spinnenweben, doch klebte hier und da immer noch Blut in ihrem Fell, welches der Regen noch nicht fort gewaschen hatte. Weißherz hatte alles Katzenmögliche getan, doch für die junge, sandfarbene Kätzin, die nun tot in der Inselmitte lag, ihre Familie um sich versammelt, war es zu spät gewesen. Ihre Verletzungen – mehrere riesige Bisse – waren zu schwer gewesen, als das sie eine Chance gehabt hätte. Zu viel Blut war durch das Gras und in den See geflossen und ihre Augen waren bereits glasig gewesen, als ihr dunkelgrauer Gefährte sie ins Lager geschleppt hatte, gefolgt von ihren Jungen, seinem Bruder und noch einer weiteren Jungkatze. Sie alle hatten schwer verstört gewirkt und nicht einmal der misstrauischer Donnerstern hatte versucht, sie davonzujagen. Stattdessen hatte er sofort angewiesen, sie zu versorgen. Auch Haselpfote hatte geholfen und sich dabei ein wenig mit einer der Jungkatzen – einer Kätzin namens Nea angefreundet. Nun, angefreundet war vielleicht das falsche Wort aber sie hatten geredet und Haselpfote hatte sie beruhigt, ihr versprochen, dass ihre Familie hier sicher war. Das sie gerade erst hier angekommen und noch keine Ahnung von diesem Gebiet hatten, verschwieg sie ihr lieber vorerst. Sie sollte nicht noch mehr Angst bekommen.

Doch trotz aller Mühen, die der Clan aufbrachte, war es für Bravoria, wie die sandfarbene Kätzin hieß, zu spät gewesen. Als der neue Morgen sich mit schwachem Licht durch den Dunst ankündigte, wachte sie nicht mehr auf. Nun hielt ihre Familie Totenwache oder das, was für Einzelläufer Totenwache war. Sie alle schienen tief bestürzt - vor allem der Kater namens Heroicc, der offensichtlich ihr Gefährte gewesen war. Ihre Jungen, Lanza, Loris und Nea, hatten ihre Nasen tief in das verfilzte Fell gekuschelt und es herrschte betretenes Schweigen im Clan. Haselpfote mochte eigentlich keine Streuner und Einzelläufer aber wie auch immer diese Katzen gelebt hatten, so einen Verlust hatten sie nicht verdient. Sogar Streifenpfote schien das zu verstehen, denn er sparte sich seine gehässigen Kommentare und schien seinen eigenen Gedanken nachzuhängen, ähnlich wie auch Haselpfote. In genau diesem Moment fragte sie sich, was wohl geschehen wäre, wäre ihr Bruder Federpfote noch hier gewesen...
Hätte er Bravoria retten können? Vielleicht war Weißherz wirklich zu alt und schwach gewesen und hätte junge, talentierte Pfoten wie die ihres Schülers gebraucht. Wenn er doch nur nicht gegangen wäre!

Frustriert riss sie feuchtes Moos aus der Erde und fuhr die Krallen ein und aus. Sie könnte ihn verfluchen und doch … Haselpfote wusste, dass Federpfotes Entscheidung nichts hieran hätte ändern können. Weißherz hatte alles getan was möglich war und wenn es zwei Sachen gab, die Bravorias Tod zu verantworten hatte, waren das der Mangel an frischen Heilkräutern und das Monster welches die Einzelläufer so zugerichtet hatte! Die Frage, was dieses Biest gewesen war, floss wie zuckende Aale durch den Clan und brachte die schwere, feuchte Luft zum Vibrieren. Als könnte jeden Moment ein Donner losbrechen. Nachdem Fliederblatt zwei erste Patrouillen losgeschickt hatte, hielt Haselpfote es nicht mehr aus. Durchatmend schlich sie zu einer der großen Tannen am Rand der Lichtung neben deren Wurzeln sich Ignan, der Bruder des Gefährten, niedergelassen hatte. Er starrte leer geradeaus, die grünen Augen zusammengekniffen, das hellgraue Fell zerzaust und an der Schulter noch voller Blut. Er wirkte so kühl, dass es Haselpfote fast fröstelte und sie sich zusammenreißen musste, nicht wieder kehrt zu machen. Sie war nie die einfühlsamste Katze gewesen aber … irgendjemand musste endlich mit ihnen sprechen! Und die anderen Einzelläufer waren noch zu sehr in Trauer versunken, da schien Ignan neben Ice, dem Einzigen, der nicht zur Familie gehörte, noch der Ruhigste zu sein.

>>...Ignan?<<, fragte sie vorsichtig.
>>Was.<<, lautete die harsche Antwort. >>Hau ab Kleine, mir geht’s gut.<<
>>Darum … darum geht’s nicht.<< Sie setzt sich einige Schwanzlängen entfernt neben ihn und legte ordentlich den silbergrau getigerten Schweif über die Pfoten. >>Ich wollte fragen, was passiert ist.<<
>>Tch.<<, knurrte Ignan. >>Das interessiert euch wohl alle, was? So wie ihr uns seit gestern begafft. Als seien wir Beute! Ihr seit schlimmer als die Streuner hier.<<
>>Nein... das-<<, versuchte Haselpfote zu beschwichtigen, doch er ließ sie nicht zu Wort kommen und fauchte: >>Erwartet bloß keinen Dank dafür, dass ihr Bravoria habt sterben lassen! Eure ach so tolle Heilerin - oder wie auch immer ihr das nennt - hat versagt!<<
>>Wir hätten nichts mehr tun können!<<, erwiderte Haselpfote, getroffen von diesen Anschuldigungen. >>Wir konnten eure Wunden behandeln aber sie war schon zu schwer verletzt. Sie hatte kaum noch Blut, geschweige denn die Kraft.<<
>>Aha.<<
>>Weißherz hat alles getan, was möglich war.<<, betonte Haselpfote. >>Wir … solche Bisswunden haben wir noch nie gesehen. Was hat euch das angetan?<<

Sie scharf aus schmalen stechenden Augen musternd, stellte der große Kater das Nackenfell auf. Seine Schnurrhaare bebten, als stände er dem Monster genau in diesem Moment wieder gegenüber. Erst glaubte Haselpfote, er würde sie wieder anfahren aber stattdessen murmelte er: >>So etwas wie das, könnt ihr auch noch nie gesehen haben... es war ein Biest. Größer als zwei Dachse, das Fell wie Schlamm, sodass man es nur an diesem widerlichen Geruch hat bemerken können.<< Ignan grub die Krallen ins Moos. >>Seine Zähne … glichen dornenscharfen Knochen. Und kein Hund könnte je die Bosheit dieses Viehs übertreffen. Das war kein Tier - nur ein Monster.<<

Haselpfotes Fell hatte sich aufgestellt und ihre Augen waren geweitet, sie hatte das Bedürfnis sich festzuhalten obwohl sie weit entfernt vom Wald und seinem Monster war. Mit einem Mal bekam sie Angst um die Patrouillen. Um ihre Mutter Fliederblatt, der sich gerade jetzt vielleicht in den Klauen des Monster befinden könnte, die Kehle voller Blut und die Augen geweitet vor Panik. Nie zuvor hatte Haselpfote ihre Mutter mit Angst oder auch nur Sorge in Verbindung gebracht aber wenn sie sich vorstellte, wie sie Angesicht zu Angesicht dem Monster aus Ignans Beschreibung gegenüberstand, schien ihr das ganze nicht mehr fremd.
>>Ist … ist es noch hier?<<, fragte sie.
>>Wir sind entkommen und als wir diesen Wald hier durchquerten, war es nicht mehr hinter uns. Ich schätze, es ist zurück zum Birkenwald gegangen. Dort hat es uns angegriffen.<< Knurrend leckte Ignan sich das blutige Schulterfell und spuckte angewidert aus, als er eine Lage Spinnenweben erwischte. >>Ich rate dir, wenn du dieses Biest siehst, lauf und denk nicht eine Sekunde daran, es alleine zu bekämpfen. Wenn jemand wie ich es nicht kann, wird keiner deiner Gefährten es können.<<

Ganz schön arrogant, dachte Haselpfote, nachdem sie ihren Schock überwunden hatte. Aber ganz so unrecht hatte der Einzelläufer vielleicht nicht... Wenn das Monster auch nur halb so schrecklich war, wie er es beschrieb, hätte keine Patrouille unter 6 Katzen eine Chance. Sie musste so schnell wie möglich mit Donnerstern sprechen und ihn warnen! Und sie musste zu Federpfote.
Der Birkenwald gehörte zum Territorium des neuen DämmerClans und sie konnte nicht zulassen, dass ihrem Bruder wegen dieses Monsters etwas passierte!

Bemüht höflich neigte Haselpfote den Kopf vor Ignan und stand auf. >>Danke, dass du mit mir geredet hast. Ich kann mir vorstellen wie hart die Erinnerung daran gewesen sein muss...<<
>>Tch.<< Ignan hob das Kinn. >>Du kannst dir das nicht vorstellen, Kleine.<<
>>Mein bester Freund Funkenpfote wurde auf unserer Reise von Wölfen getötet.<<
Ignan starrte sie schweigend an aber fand wohl keine Worte und wandte sich schließlich ab. Mit zusammengebissenen Zähnen wirbelte Haselpfote herum und ging zurück über die Lichtung. Ihre Schnurrhaare zitterten und sie fragte sich, ob dieses schwere, zerreißende Gefühl je vergehen würde.
Ob sie je wieder an Funkenpfote würde denken können, ohne seinen toten Körper im Maul eines Wolfes vor Augen zu haben?

>>Haselpfote? Ist alles ok?<<, ertönte die sanfte Stimme ihres Vaters. Sein pechschwarzes Fell glänzte im schwachen Morgenlicht und wie immer fühlte Haselpfote sich gleich besser, wenn er bei ihr war. Es war selten, dass sie sich so gab wie sie sich fühlte aber gerade wünschte sie sich nichts weiter, als sich im Nest neben ihrem Vater zusammenzurollen, die Nase in seinem Fell zu vergraben und all das hier zu vergessen. Das Monster, diese neue Welt, das Gehen ihres Bruders, die Reise und ihre vielen Verluste...
>>Ja... obwohl, eigentlich nicht.<<, gab sie zu. >>Ich habe mit Ignan geredet und er hat mir von dem grässlichen Monster erzählt, was Bravoria getötet haben soll. Wir müssen Donnerstern unbedingt warnen.<<
>>Ist das alles, was dich bedrückt?<<
>>Natürlich nicht...<< Darauf achtend, das niemand anderes sie beachtete, schob sie sich enger an ihren Vater und atmete seinen vertrauten Geruch ein. >>Ich musste wieder an Funkenpfote denken... und all das hier.<<
Leise schnurrend leckte Rabenglut ihr über die Ohren und ließ dann den Blick über das Schilf schweifen, welches den See von der Insel abschirmte. >>Es ist wirklich kein Glück in ausgerechnet diese Zeit geboren zu sein. Aber glaub mir, der SternenClan würde keine Katze für diesen Weg auserwählen wenn sie nicht sicher wären, dass jeder von uns es schaffen kann. Das wichtigste ist, dass wir nicht allein sind.<<
Haselpfote nickte schwach.
>>Und was dieses Monster angeht... nun, ich habe noch nie miterlebt, dass der NebelClan mit irgendetwas nicht fertig geworden ist, seit du deine Kriegerausbildung begonnen hast.<< Das brachte Haselpfote endlich zum Schnurren und sie presste sich dankbar an die Flanke ihres Vaters, der noch hinzufügte: >>Außerdem haben wir ab heute Abend eine neue Heilerschülerin.<<
>>Krähenpfote?<<, Haselpfote schaute auf.
Rabenglut nickte. >>Genau. Sie hat schon ein wenig Erfahrung und ich wette, dass sie Weißherz eine würdige Nachfolgerin sein wird.<<
>>Nicht so gut wie Federpfote.<<, murmelte Haselpfote. >>Seltsam, dass ich erst jetzt merke, wie sehr ich diese meckernde Fellkugel mag.<<
>>Das ist normal.<<, schnurrte Rabenglut abwesend.

>>Man weiß die Dinge zu schätzen, sobald sie nicht mehr sind.<<


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So, ich bin zurück c; und hoffe jetzt mit einem kleinen Schreibplan Regelmäßigkeit reinzukriegen.
Ich entschuldige mich ja sehr oft und deshalb sag ich jetzt einfach mal - auch wenn es vielleicht gemein oder arrogant klingt - aber leider ist das Schreiben hier dennoch nur ein Hobby c,: Ein Hobby was ich liebe aber leider gibt es wichtigeres und Dinge, die ich machen muss. Vor allem in der jetzigen Zeit mit dem Abi und stuff. Deshalb kann ich nur sagen, ich will mir Mühe geben hier regelmäßig zu liefern aber ich werde es manchmal nicht schaffen. Und ich will lieber seltener gute Kapitel haben als auf Zwang schlechte hochzuladen. Ich hoffe ihr versteht c,:
Und ich möchte mich mal bedanken bei denen, die noch immer dabei sind c: <33 Vor allem Tami9 und Selenfea

Bilder gibt es wahrscheinlich beim nächsten Mal wieder c: Hab schon ein paar vorbereitet

~Ghostfire
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