Eagle II

OneshotHumor, Romanze / P12
25.10.2017
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„Uhm … Sir?“

„Ja, Josh?“

„Nun, Sir … Sie haben da … nun, wie soll ich es sagen …“ Josh Lyman räusperte sich und rieb sich den Nacken. Es war ihm sichtlich unangenehm das mehr als offensichtliche Thema anzusprechen. Vor allem als er die Gesichter seiner Kollegen und Freunde sah. Doch er hatte es jetzt angefangen und würde es durchziehen. „Warum haben Sie ihr Jackett zusammengeknüllt in der Hand, aus der mich ein paar Augen ansehen?“ Den buschigen Schwanz und die helle Schnauze erwähnte er nicht einmal.

„Nun, Josh, da Sie schon danach fragen.“ Präsident Josiah ‚Jed’ Bartlet lächelte von einem Ohr zum anderen und zog mit einer Hand den Ärmel seiner nachtblauen Jacketts beiseite. Sofort streckte der kleine Sheltie seinen Kopf hervor und schnupperte aufgeregt umher. „Dieser kleine Kerl hier wird ab sofort im Weißen Haus leben. Ich habe ihn adoptiert.“ In diesem Augenblick hätte man meinen können, dass dem Präsidenten die Erfüllung all seiner Wünsche gewährt wurde, so stolz und freudig blickte er seine Mitarbeiter an. Er blickte auf den kleinen Sheltie hinab und kraulte ihn hinter den Ohren. „Du hast jetzt ein zu Hause, Kleiner.“

„Die First Lady dürfte sicherlich begeistert sein“, warf Toby Ziegler halblaut ein wobei er den goldweißen Sheltie betrachtete. Keinem der Anwesenden entging der Sarkasmus. Nicht, das es möglich gewesen wäre.

Der Präsident ignorierte die Aussage des Kommunikationsdirektors und setzte seinen Weg weiter zur Residenz fort. Diese und andere Aussagen waren alle von dem eher pessimistischen Mann gewohnt.

C. J. Cregg tätschelte den kleinen, flauschigen Welpen mit einem geradezu verzückten Lächeln. Als Belohnung leckte die feuchte, pinkfarbene Zunge über ihre Fingerspitzen. Sie hatte ganz sicher kein Problem mit dem neuen Mitglied ihres Teams … ihrer Familie. „Ich gehe die Presse beruhigen. Carol sagte mir schon, dass die Meute mir die Tür einrennen wird, wenn ich nicht bald erscheine und Bartlet Junior vorstelle.“ Sie gluckste leise als sie das erstaunte Gesicht des Präsidenten sah. „Sie sollten sich schnell einen Namen überlegen, Sir.“ Und noch während sie sich von der kleinen Gruppe entfernte, sprach sie deutlich hörbar weiter: „Aber glauben Sie ja nicht, dass ich den Welpen so ankündigen werde wie es bei Simba getan wurde … so süß ist er nun auch wieder nicht ...“

„Und Sir, wie wollen Sie der First Lady sagen, dass sie jetzt einen Hund haben?“, warf Josh ein. An dessen Gesichtsausdruck konnte man deutlich erkennen, dass er hin und her gerissen war. Er wollte bei diesem Gespräch unbedingt dabei sein. Andererseits hatte er auch sehr großen Respekt vor der First Lady.

„Haben Sie etwa Angst vor meiner Frau, Josh?“, fragte Jed belustigt, was Josh ohne zu zögern mit einem Nicken und großen Rehaugen quittierte.

Toby schnaubte laut und vernehmlich und wollte gerade zu einer, sicherlich weniger schmeichelhaften, Erwiderung ansetzen als Leo McGarry dazwischen ging. „Ok Leute, das reicht, zurück an die Arbeit. Der Präsident -“ Er unterbrach sich selbst als er sah wie sein bester Freund mit dem Welpen schmuste. Er schüttelte lächelnd den Kopf. “Viel Glück mit ihrer Frau, Sir”, meinte er schlussendlich nur und ließ mit dem Rest des Stabs den Präsidenten allein.

“Hör nicht auf sie”, redete Jed auf den kleinen Welpen ein wobei er die Tür zur Residenz öffnete. “Das sind alles Miesepeter. Deine Mama wird dich ganz doll lieb haben ... du bist einfach zu süß.”

“Das behauptest du.”

Jed würde es niemals zugeben aber er zuckte in dem Augenblick ebenso zusammen wie der kleine Sheltie in seinen Armen. “Abbey! Was machst du denn hier?!”

Abigail Bartlet, die bis zu diesem Zeitpunkt auf der breiten, cremefarbenen Couch gesessen hatte, stand auf und legte die Hände auf die Hüften. “Ich warte auf den Bus.” Sie verdrehte die Augen. “Was glaubst du, was ich hier tue, Jed? Stell dir meine Verwirrung vor als ich auf dem Weg zum Wagen von einer Meute Reportern gefragt wurde, was ich von unserem neuen Familiezuwachs halten würde.” Abbeys Augen waren wie zwei Laser, die ihn zu keiner Sekunde unbeobachtet ließen. “War ich im ersten Moment noch verwirrt, so bin ich bei der nächsten Frage aus allen Wolken gefallen ... ein Hund, Jed?!”

Jed hatte wenigstens den Anstand ein klein wenig beschämt drein zublicken. “Es tut mir leid, Abbey. Ich weiß, dass ich vorher mit dir über die Adoption hätte sprechen sollen ... aber schau doch nur, wie goldig er ist! Er passt so gut zu uns”, meinte er enthusiastisch und ging ein paar Schritte weiter auf seine Frau zu.

“Du meinst, er ist so wie du?” Ihre Mundwinkel zuckten und ihre Augen funkelten.

Glucksend trat Jed vor seine Frau und nickte. “Ich wollte nicht das offensichtliche aussprechen aber du hast Recht, meine Honigbiene.” Er beugte sich mit dem Sheltie in den Armen vor, der freudig sein neues Frauchen beschnupperte, und gab der Brünetten einen Kuss. “Hallo.”

“Hallo”, raunte Abbey gegen seine Lippen, legte eine Hand in seinen Nacken und zog Jed in einen erneuten, innigeren Kuss. Sekunden verstrichen bis das neue Familienmitglied sich zwischen den beiden bemerkbar machte. Die raue, pinkfarbene Zunge leckte über ihren Hals. Kichernd löste Abbey sich aus dem Kuss. „Er mag es anscheinend genauso wenig wie du ignoriert zu werden.“

„Er mag dich“, stellte Jed mit einem breiten, zufriedenen Lächeln fest und überhörte absichtlich Abbeys Aussage.

„Das ist sein Problem“, erwiderte Abbey doch ihrer Stimm fehlte der nötige Biss. Und letzten Endes war es das breite, verzückte Lächeln, das sie verriet während sie den kleinen Sheltie hinter den Ohren kraulte.

„Gib es zu – du magst ihn“, sagte Jed in einem leisen Singsang und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange.

Abbey verdrehte die Augen und nahm ihm den kleinen Welpen ab. Der kuschelte sich augenblicklich an sie und gähnte herzhaft. Sie machte ein Geräusch, das verdächtig nach einem verzückten Quietschen klang. „Hat er schon einen Namen?“, versuchte sie vom offensichtlichen abzulenken.

„Jap.“ Jed zog das P in die Länge wobei er die Hände in den Taschen vergraben hatte und seine Frau samt Hund breit anlächelte. „Darf ich dir vorstellen – Luca … Luca, das ist deine Mama.“

„Hallo Luca“, gurrte Abbey mit einem Lächeln, das den ganzen Raum erstrahlen ließ. Sie beugte sich vor und hauchte ihm einen Kuss auf die feuchte Schnauze. „Du kannst bleiben … aber …“ Die Brünette blickte zu ihrem Mann auf. „… wenn im Gang 2 sauber gemacht werden muss, will ich nichts davon wissen. Du kümmerst dich um die Erziehung des kleinen Rackers und wehe das klappt nicht, Jed.“ Sie beugte sich vor und küsste ihn langsam, innig.

Jed löste sich aus dem Kuss und lächelte wie ein Honigkuchenpferd. Er setzte den kleinen Sheltie auf die Couch ehe er eines der Kissen nahm und neben ihn legte. Der Welpe stieß eine Mischung aus freudigem Bellen und Japsen aus und sprang auf das Kissen. Er drehte sich einige Male im Kreis, ließ sich fallen und schloss die Augen. Der Präsident drehte sich daraufhin zu seiner Frau um. „So, jetzt wo wir unter uns sind …“ Er umfasste Abbeys Taille und steuerte mit ihr zielsicher ihr großes, gemütliches Bett an.

Abigail lachte verzückt auf und schlang die Arme um seinen Hals. „Das war aber eine sehr plumpe Überleitung, Mister Präsident.“ Ihre Augen funkelten während sie ihre Nase beim Lächeln kraus zog.

Verschmitzt grinsend drückte Jed sie auf das Bett und gesellte sich zu ihr. „Gib es doch zu: das macht dich an.“ Er strich mit den Fingerspitzen über ihre Wange und sah ihr dabei tief in die Augen. „Ich liebe dich, meine kleine Welpenmama.“

Abbey legte einen Finger gegen seine Lippen und kicherte als Jed ihn prompt in den Mund nahm. “Übertreib es nicht“, murmelte sie leise wobei sich ihre Pupillen weiteten und ihr Atem etwas schneller kam. „Und jetzt halt den Mund und zeig mit, wie du es wieder gut machen willst, dass du einfach so einen Welpen mit nach Hause gebracht hast.“

„Zu Befehl, Ma’am.“
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