Break the Cycle

von Kariliah
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
22.10.2017
23.08.2020
94
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28.09.2018 1.471
 
Verdattert schlug Brad die Augen auf, brauchte einen Moment um zu realisieren, wo er eigentlich war, nachdem dies eindeutig nicht sein Zimmer war und er definitiv zu wenig Schlaf bekommen hatte. Aber die Mischung aus einem Klingeln, das nicht hatte aufhören wollen, und die Tatsache, dass ihm ziemlich kalt war hatten es für ihn unmöglich gemacht, noch etwas länger im Land der Träume zu verweilen.
Für letzteres Problem hatte er nun aber zumindest eine Lösung gefunden, schlummerte Elisa doch noch immer tief und fest neben ihm und war dabei in die Decke gewickelt, als wäre sie eine Raupe die dabei war sich zu verpuppen. Dabei hätte Brad schwören können, dass sie sich die Decke geteilt hatten, ein Gedanke, bei dem sich ein Lächeln in sein Gesicht schlich. Lange genug hatte es gedauert, fast schon zu lange um nun einfach glauben zu können, dass dies alles real war, kein Traum, dass Elisa ihn tatsächlich liebte – Aber offenbar nicht genug, um ihn nicht doch erfrieren zu lassen.
Und egal wie sehr sie ihm den Kopf verdreht hatte, egal wie niedlich sie aussah, wenn sie schlief, ein angedeutetes Lächeln auf den Lippen, die er so gerne küssen würde, er kannte sie einfach schon zu lange, um ihr das nicht heimzahlen zu wollen.

Aber zuerst galt es dem Klingeln auf den Grund zu gehen, sein Handy zu finden, das irgendwo in Elisas Zimmer verstreut lag und das am besten, ohne seine Freundin dabei aufzuwecken und so seine Chancen auf Rache zu zerstören. Was allerdings nicht sonderlich schwer war, wusste er doch bestens, dass sie mit dem tiefsten Schlaf, den er je gesehen hatte, gesegnet war, sodass es eine Leichtigkeit für ihn war aus dem Bett zu rutschen und sich auf die Suche nach dem Handy zu machen, dass natürlich ausgerechnet jetzt beschlossen hatte wieder zu verstummen.
Wobei es ohnehin vermutlich nur Dave war, der - wahrscheinlich auf Chester Vorschlag hin – nur mal schnell nachfragen wollte, wo er denn schon wieder steckte. Umso mehr überraschte es ihn deshalb, nicht die Nummer des Festnetztelefons im Hauptquartier der Band vorzufinden, sondern die von seinem ehemaligen Boss‘. Eine Tatsache, die sein Herz einen Schlag aussetzen ließ, ehe es wie verrückt gegen seine Brust zu hämmern begann. Er hatte nicht mit einem Anruf von ihm gerechnet, nicht an einem Samstagmorgen und vor allem nicht an diesem Samstagmorgen. Deshalb verfluchte er innerlich das Schicksal für dieses schlechte Timing, während er dem Freizeichen lauschte und hoffte, dass wenigstens gute Nachrichten auf ihn warteten.

„Hallo Brad!“
„Guten Morgen, Mr. Blue!“ Brad fuhr sich mit der freien Hand durch die Locken, in der Hoffnung, seinem Zittern damit Einhalt gebieten zu können. „Entschuldigen Sie bitte, dass ich nicht gleich abgehoben habe.“
„Kein Problem, Junge.“ Am anderen Ende der Leitung war Lachen zu hören, das ihn jedoch nicht unbedingt beruhigte. „Ich dachte mir schon, dass du noch schläfst. Aber ich habe gestern keine Zeit mehr gefunden dich anzurufen und wollte dich nicht länger warten lassen.“
„Haben Sie eine Rückmeldung vom Label erhalten?“ Die Erfahrung hatte ihn gelehrt keine großen Hoffnungen zu haben, sich nicht zu früh zu freuen, sondern abzuwarten, bis die Fakten auf dem Tisch waren.
„Habe ich.“



„Also wirklich!“ Natürlich war Elisa in der Zwischenzeit aufgewacht und hatte damit seine Rache, die aus einem geöffneten Fenster und einer weggezogenen Decke bestanden hätten fürs erste zunichte gemacht. Eventuell wäre auch ein Becher kaltes Wasser zum Einsatz gekommen, er war sich diesbezüglich noch nicht ganz sicher gewesen. Stattdessen saß sie nun – noch immer in die Decke gewickelt – im Bett, die Hände vor der Brust verschränkt, und sah ihn herausfordernd an. „Da bist du schon vor mir wach, gehst in die Küche und machst nicht einmal Frühstück.“
„Ich weiß ich bin wirklich schrecklich.“ Grinsend nahm er ihren Kopf zwischen seine Hände und drückte ihr einen Kuss auf die Haare, die in alle Richtungen abstanden, eine Tatsache an der er vielleicht nicht ganz Unschuld war.
„Absolut!“ Mit toternstem Blick und einem perfekten Schmollmund sah sie zu ihm hoch, umfasste seine Handgelenke, als wollte sie nicht, dass er sie losließ. „Nicht einmal einen Guten-Morgen-Kuss bekomme ich!“
„Das könnte ich von dir aber auch behaupten!“, tat er sein Bestes, um ihren eingeschnappten Blick zu imitieren. Bei fast zwei Jahrzehnten Training etwas, in dem er fast schon ein wenig zu gut geworden war, als dass er sie damit nicht zum Schmunzeln bringen konnte.
„Pscht!“ Lachend legte sie ihm einen Finger auf die Lippen, nur um sich einen Moment später ein wenig aufzurichten, um Brad küssen zu können.
„Das wird heute lustig“, murmelte er schließlich, sein Gesicht noch immer so nahe an ihrem, dass er die hellen Sprenkel in ihren dunklen Augen sehen konnte. In ihnen lesen konnte, was sie plante, noch bevor sie ihm vorschlug, den anderen noch nichts von der Beziehung zu verraten und sie noch ein wenig zappeln zu lassen.
„Zumindest können wir es versuchen.“ Er drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, wohl wissend, dass sie sich in wenigen Stunden einer Befragung durch die Jungs und Linsey stellen mussten. Oder zumindest konnte er sich vorstellen, dass sie aus Annas Berichterstattung und der Tatsache, dass er die Nacht bei Elisa verbracht hatte, ihre Schlüsse ziehen würden. Darum würde er sich allerdings in ein paar Stunden kümmern. „Du hättest nicht zufälligerweise ein T-Shirt für mich?“

„Wieso?“ Sie sah ihn mit großen Augen an, beinahe so, als würde sie sich wirklich nicht auskennen. Aber eben nur beinahe, dafür hatte er diesen Blick einfach schon zu oft gesehen und dabei jedes Mal aufs Neue zu leugnen versucht, wie unglaublich niedlich sie dabei aussah.
„Weil ich mich nicht wieder in den Anzug quetschen will.“
„Als müsstest du dich in irgendetwas hineinquetschen.“ Kopfschüttelt piekte sie ihn in den Bauch, wusste sie doch bestens, wie kitzlig er war, auch wenn er das natürlich niemals zugeben würde. Aber in ihrer Kindheit hatte sie diese Tatsache einige Male zu ihren Gunsten nutzen können, und auch jetzt entwischte sie ihm so und tapste zu ihrem Kleiderschrank.
„Und schade übrigens, der Anzug steht dir wirklich gut“, fügte sie noch mit leicht geröteten Wangen hinzu, jetzt, wo sie solche Dinge ohne Konsequenzen sagen konnte, ehe sie sich auf die Suche nach dem Kleidungsstück machte, von dem sie genau wusste, dass es ihm passen würde.


„Das hier könnte dir passen“, murmelte sie lachend, ehe sie ihm auch schon ein Kleidungsstück entgegen, das ihm verdächtig bekannt vorkam.
„Hey, das ist mein T-Shirt!“
„Ich weiß.“ Mit einem gleichgültigen Ausdruck, den er nicht wirklich nachvollziehen konnte, ging sie an ihm vorbei und drückte ihm dabei das Stoffstück in die Hand, dessen Verbleib ihm nun bekannt war. Und er war davon ausgegangen, dass es auch durch das magische schwarze Loch verschwunden war, das alle Socken auffraß.
„Warum klaust du meine T-Shirts?“ Fassungslos starrte er Elisa an, während sie sich lediglich wieder auf ihr Bett fallen ließ, die Hände hinter ihrem Kopf verschränkte.
„Ich mache deine Wäsche, Mister.“ Etwas, um die er sie nie explizit gebeten hatte, aber nach einem ziemlich verzweifelten Anruf eine Woche nachdem er und Dave in das Appartement gezogen waren, war klar gewesen, dass die beiden nicht unbedingt talentiert darin waren, den Haushalt zu führen. Und seitdem wohnte sie - wie auch Linsey - mehr oder weniger bei ihnen und achtete darauf, dass es nicht so aussah, als hätte jemand einen Nuklearsprengkopf gezündet.

„Das ist keine Erklärung, Mrs.“ Mit hochgezogener Augenbraue gesellte er sich zu ihr, stützte sich rechts und links von ihr ab, um ihr jede Chance auf Flucht zu nehmen. Und dieses Mal würde er sich auch nicht durch Kitzeln vertreiben lassen, das schwor er sich. Nicht, bevor er eine Antwort hatte. „Also, ich höre?“
„Naja, nachdem ich dich nicht zum Kuscheln gehabt habe…“ Verlegen wich sie seinem Blick aus, wurde sogar ein wenig rot um die Nasenspitze herum.
„Deswegen?“ Er wusste, dass er nicht lachen sollte, aber er konnte es in diesem Moment einfach nicht verhindern, während sich Elisas Blick von verlegen zu eingeschnappt änderte, hatte sie es doch schon immer gehasst, wenn er über sie lachte und nicht mit ihr. „Du bist echt süß.“
„Findest du wirklich?“ Sie sah ihn mit großen Augen an, als würde sie seine Worte nicht glauben. Was, nach fast zwei Jahrzehnten sarkastischer Kommentare, vermutlich auch besser war. Nur, dass es nun ausnahmsweise nicht sein Ziel war, sie aufzuziehen, sondern ihr sein Herz auszuschütten.
„So wirklich wie ich dich liebe.“
„Hmm…“ Gedankenverloren spielte sie mit seinen Haaren, etwas, das er als Kind immer gehasst hatte und das nun die Schmetterlinge in seinem Bauch wie verrückt flattern ließ. „Jetzt wirkt’s noch weniger ernst gemeint.“
„Ernsthaft?!?“ Nun war es an ihr, ob seines beleidigten Blickes zu lachen, ihre Arme um ihn zu schlingen um ihn zu sich ziehen zu können, nun, da sie wieder quitt waren.
„Brad Delson, du bist der schrägste Typ, den ich kenne. Und genau dafür liebe ich dich.“
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