Break the Cycle

von Kariliah
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
22.10.2017
23.08.2020
94
163.399
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21.09.2018 2.431
 
Authors Note
Ich würde euch gerne an der Stelle an ein Gespräch zwischen Elisa und Brad aus Kapitel 46 erinnern. Warum? Das werdet ihr gleich sehen – Viel Spaß beim Lesen!

„Du bist fünf Minuten spät.“
„Und du bist wunderschön.“
„Das ist das Kleid.“



„Du hast Angst vor mir?“, war wie erwartet ihr erster, nicht sonderlich ernst gemeinter Vorschlag, so seriös sie ihre Stimme auch klingen ließ. Und in diesem Moment brauchte er sie nicht anzusehen, um zu wissen, dass sich ein verschmitztes Lächeln in ihrem Gesicht ausbreitete, das er unbewusst erwiderte und dabei eine Augenbraue in die Höhe zog.
„Ja klar, du bist ja auch absolut angsteinflößend.“ Auch wenn Sarkasmus in seiner Stimme mitschwang, war ihm bewusst, dass doch ein Fünkchen Wahrheit in seinen Worten lag, zumindest, wenn man die richtigen Personen fragte. Vorzugsweise all jene, die den schweren Fehler begangen hatten, sich mit Elisa anzulegen.
„Hmmm“, grübelte sie unterdessen laut vor sich hin und tappte weiterhin vollkommen im Dunklen. „Du hast Angst, dass ich dich wieder in der Rutsche vorm Burgerladen gefangen halte?“
„Sind wir dafür nicht schon etwas zu alt?“ Amüsiert schüttelte er den Kopf, während Elisa seine Worte evaluierte.
„Es gibt nichts, für das wir zu alt sind, nur Dinge, für die wir alt genug sind.“ Eine Weisheit, die sie ihm im Laufe der Jahre immer wieder mitgeteilt hatte, vor allem, wenn er Bedenken zwecks etwas, das sie sich in den Kopf gesetzt hatte äußerte. Und das eine oder andere Mal hatte sie den Spruch auch verwendet, um ihn auf der Stelle rot anlaufen zu lassen, wenn sie ihn denn wieder einmal mit einem Mädchen herumknutschen gesehen hatte.
„Ich sollte vielleicht eher groß sagen.“ Ganz Unrecht hatte sie nicht, schon allein der Gedanke an die Rutsche, in der er nun vermutlich auch ohne Elisa gefangen wäre, ließ ihm einen Schauer über den Rücken laufen.
„Stimmt. Okay.“ Sie hob eine Hand, um ihn damit über das Kinn zu streichen, als wäre er es, der nachdenken würde. Eine Geste, die sie für sich entdeckt hatte, sobald ihm ein Bart gewachsen war und mit der sie ihn bis heute zum Schmunzeln brachte. „Du hast Angst, dass ich eure Musik nicht mag.“
„Warum sollte ich Angst davor haben? Außerdem weiß ich zufälligerweise, dass es dir gefällt, was wir fabrizieren.“ Er wusste genau, dass seine Worte Elisa noch ein wenig mehr frustrierten, war es doch offensichtlich, dass sie wirklich keine Ahnung hatte, was sie mit seiner geheimen Angst zu tun haben könnte. Aber ein wenig würde er sie zu seiner eigenen Belustigung noch zappeln lassen.
„Ja gut.“ Sie seufzte und ließ den Kopf hängen, so gut das eben ging ohne dabei an seinen zu stoßen. „Ich komm einfach nicht dahinter.“
„Denk an das Erste, was dir einfällt“, gab er ihr einen weiteren Hinweis, auch wenn ihr das vermutlich nicht weiterhelfen würde. Denn wie auch er, und das wusste er jetzt mit Sicherheit, war sie meisterhaft darin, das Offensichtliche zu übersehen

„Das war, dass du Angst vor mir hast und das hätten wir ja schon geklärt.“ Sie machte mit ihren Händen eine kleine, verzweifelte Geste, ehe sie sich geschlagen gab. „Bitte sag es mir.“
„Was habe ich davon?“, fragte er sie spielerisch und bekam wie erwartet ein frustriertes Seufzen von ihr, wobei sie den Kopf in den Nacken warf und sie beide um ein Haar aus dem Gleichgewicht brachte, ehe sie sich wieder an ihn schmiegte.
„Du musst keine Angst vor mir haben“, flüsterte sie ihm ins Ohr und versuchte offensichtlich, dabei nicht in Gelächter auszubrechen, während ihre Stimme und das Gefühl, das ihr Atem auf seiner Haut hinterließ, einen angenehmen Schauer durch seinen Körper schickte.
„Du bist meine beste Freundin, Elisa.“ Er setzte einen Moment ab, ehe er die Worte aussprach, die direkt aus seinem Herzen kamen. „Ich habe Angst davor, dich zu verlieren.“
„Brad!“ Überrascht schlang sie ihre Arme ein wenig fester um ihn, ihr Kopf noch immer so nahe an seinem, dass sie nur zu flüstern brauchte. „Aber du weißt genau, dass das nie passieren wird.“
Worte, auf die hin er nur stumm nickte, während er in die Straße einbog, in der Elisa wohnte. In wenigen Momenten würde das Abenteuer dieser Nacht zu Ende gehen und beim Gedanken daran wurde sein Herz schwer, da er spürte, dass er ihr in den vergangenen Stunden auf eine Art und Weise nahe gewesen war, die er vermutlich nie wieder erleben würde.



„Da wären wir also.“ Er blieb vor dem Wohnhaus stehen und ließ Elisa vorsichtig zu Boden, keiner von beiden sicher, was sie nun sagen oder tun sollten. Die Dinge hatten sich nun einmal geändert, ob sie es nun einsehen wollten oder nicht, es würde immer ein vor und nach dieser Nacht geben.
„Ja“, flüsterte Elisa schließlich die einzige Antwort, die ihr in den Sinn kam, ehe sie noch ein letztes Mal seinen Arm mit ihrer Hand streifte und dann die beiden Stufen zur Wohnungstür hinaufsprang, die schwache Lampe über dem Eingang die einzige Lichtquelle.
„Danke für heute Nacht“, brachte sie schließlich noch einen Satz zustande, der nicht einmal annähernd an das kam, was sie ihm eigentlich sagen wollte, ihm, der so nahe war und doch so fern. „Es hat wirklich Spaß gemacht, es würde mich wirklich freuen, wenn wir das öfters machen könnten.“ Die Worte fühlten sich falsch an, beinahe so, als wären sie einstudiert und nicht, als würden sie aus ihrem Herzen kommen.
„Ja“, war es nun an ihm, eine einsilbige Antwort zu geben, in seinem Kopf nach Worten zu suchen, von denen er sich sicher sein konnte, dass Elisa sie nicht falsch verstehen würde. „Können wir gern machen. Tut mir leid, dass ich am Anfang dagegen war.“
„Schon okay.“ Sie schenkte ihm ein schwaches Lächeln und schlang ihre Arme um den Körper, fast so, als müsste sie sich vor sich selbst schützen. Ignorierte dabei bewusst die Tatsache, dass seine Jacke bei jeder ihrer Bewegungen ein Rascheln von sich gab und sie noch immer vor der Kälte schützte.
„Na dann.“ Unsicher was er nun tun sollte, noch sagen sollte, hob er eine Hand zum Gruß, die Lippen fest aufeinandergepresst, um nicht etwas zu sagen, was er bereuen würde. Etwas zu sagen, dass die Freundschaft zerstörte und seine größte Angst zur Realität werden ließ.
„Schlaf gut und träum was Schönes“, war ihre Antwort, wie jedes einzelne Mal, wenn sie sich am Abend voneinander verabschiedeten. Und wie er das tun würde, so lange, bis sie wieder neben ihm stand, mit dem Lächeln auf den Lippen, das sie ihm auch jetzt schenkte, als er sich umdrehte und den Heimweg antrat. Aber eine Sache musste er noch klarstellen, konnte er nicht unausgesprochen lassen, auch wenn er damit riskierte, dass Elisa durchschaute, was er für sie empfand. Und so blieb er stehen, sah noch einmal zu ihr zurück, die noch immer vor dem Haus stand, seine Jacke um die Schultern gewickelt, den Kopf fragend schiefgelegt.
„Es ist nicht das Kleid.“


Einen Moment lang sah sie ihn verdutzt an, beinahe unsicher, ob er das gerade wirklich zu ihr gesagt hatte, ob sie ihn denn richtig verstanden hatte. Ob sie den Sinn seiner Worte richtig verstanden hatte. Vermutlich aber nicht, würde sie doch nicht zulassen, dass sie sich weiter von ihren Gefühlen mitreißen ließ, derentwegen sie vermutlich schon zu viel gesagt hatte.
„Danke“, wisperte sie deswegen leise, trauriger, als sie es klingen lassen wollte, freute sie sich doch eigentlich über das unerwartete Kompliment.


„Alles in Ordnung?“ Ehe sie sich versehen hatte, stand er wieder vor ihr, eine Stufe unter ihr, sodass sie auf Augenhöhe waren, doch wie immer getrennt durch die Distanz, die sich keiner von beiden zu überwinden traute, nicht einmal in dieser Nacht. Die Nacht, die sie beide würden vergessen müssten, wenn sie denn jemals wieder zu ihrer Normalität zurückkehren wollten.
„Ja klar, bin nur müde“, versuchte sie sich aus der Affäre zu ziehen, auch wenn sie genau wusste, dass er jede einzelne ihrer Lügen durchschaute. Dafür kannte er sie einfach zu gut. Aber während er sie wie erwartet mich hochgezogener Augenbraue anblickte, brachte ihre Notlüge sie auf eine Idee.
„Aber Brad“, begann sie schließlich mit glühenden Wangen, wusste, dass sie diese selbst bei dem schwachen Licht nicht verstecken konnte, „wenn du dich davon überzeugen willst, dass ich noch immer meinen albernen Leuchtbär habe, dann kannst du das gerne jetzt machen. Außerdem ist es schon verdammt spät und ich habe echt ein schlechtes Gewissen, wenn ich dich im Dunklen heimlaufen lasse.“
Hatte sie das gerade wirklich zu ihm gesagt? Ihm angeboten, dass er bei ihr schlafen konnte? Und wenn schon, was steckte dahinter, außer eine freundschaftliche Geste? Immerhin hatte er sie hierher gebracht, weil er nicht wollte, dass sie alleine durch die Dunkelheit ging, die Dunkelheit, vor der sie solche Angst hatte, seinetwegen.
„Und du könntest ein paar Geister für mich bekämpfen“, fügte sie noch mit einem nervösen Lachen hinzu, während er nur kopfschüttelnd den Blick abwandte, tat es ihm doch weh, sie so zu sehen, in dieser Situation, aus der sie sich nicht so recht zu befreien wussten, ebenso wenig wie er. Das Unausgesprochene zwischen ihnen war dafür einfach zu mächtig.

„Ich glaube, du fragst den Falschen“, flüsterte er schließlich mit derselben unbeabsichtigten Traurigkeit in der Stimme, mit der sie sich vorhin bei ihm bedankt hatte. Eine Aussage, die in der Stille hängen blieb. So lange, bis sie vorsichtig antwortete, fragend, die Stimme so zerbrechlich wie der Moment, in dem die Zeit um sie herum stehengeblieben schien. Nur sie beide, in dem kleinen beleuchteten Fleck in der Dunkelheit.
„Wen soll ich denn fragen?“ Vorsichtig blickte er wieder zu ihr, in ihre großen Augen, versuchte zu ignorieren, was er darin sah. All die Dinge, die er wusste, aber nicht wahrhaben wollte, nicht einsehen wollte. Aus Angst davor, Elisa dadurch für immer zu verlieren.
„Ich weiß nicht, aber du wirst ihn sicher irgendwann finden. Denjenigen, der dich bis in alle Ewigkeit vor bösen Geistern beschützt“, gab er schließlich als Antwort, woraufhin sie es war, die ihren Blick abwandte, in den Nachthimmel blickte, als wären ihre nächsten Worte dort geschrieben. Und als sie wieder sprach, ohne ihn anzusehen, war ihre Stimme nicht mehr voller gespielter Fröhlichkeit wie noch vor wenigen Momenten. Vielmehr konnte er sie kaum noch hören, und doch entging ihm die unendliche Traurigkeit darin nicht, das Schluchzen, das sie unterdrücken musste, zusammen mit den Tränen, die sich in ihren Augen sammelten.


„Ich dachte, ich hätte ihn schon gefunden, aber da habe ich mich wohl geirrt.“ Und damit drehte sie sich um, ohne ihn noch einmal anzusehen, durchsuchte ihre Handtasche nach dem Haustürschlüssel, wollte sie doch einfach nur noch weg, diesen Moment für immer vergessen. Diesen Moment, in dem sie ihn vermutlich verloren hatte, die Freundschaft mit der Tatsache zerstört hatte, dass er sie viel mehr für sie war als nur ihr bester Freund.
„Elisa.“ Er trat einen Schritt auf sie zu, legte vorsichtig eine Hand auf ihre Schulter und zu seiner Erleichterung wich sie seiner Berührung nicht aus, auch wenn sie kurz zusammenzuckte. Was machte er sich nun eigentlich noch vor? Konnte er jetzt wirklich einfach gehen, jetzt, wo er genau wusste, dass es nur diese eine Chance gab? Dass, egal was nun passieren würde, wie sehr sie beide ihre Gefühle füreinander auch leugnen würden, die Dinge zwischen ihnen nie wieder dieselben sein würden? Dass, und diese Tatsache war schmerzlich bewusst, er sie verlieren würde, sie, seine für immer beste Freundin, wenn er so weitermachte? Und so nahm er all den Mut zusammen, den vermutlich auch sie gebraucht hatte, um so ehrlich zu ihm zu sein. „Ich bin es, oder?“

Ungläubig starrte sie auf die Tür vor sich, brauchte einen Moment, um seine Worte zu verarbeiten. Zu verstehen, dass er sie durchschaut hatte. Dass er nun wusste, was er ihr wirklich bedeutete. Und so drehte sie sich zaghaft zu ihm um, hatte Angst, vor seiner Reaktion. Angst davor, dass nun alles, was sie je gewesen waren, zu Ende war. Aber sie musste sicher gehen, blinzelte die Tränen aus den Augen und blickte ihn an, wie er dastand, dasselbe Grinsen in Gesicht, wie immer, wenn der Moment nur ihnen beiden gehörte. Das Grinsen, das sie jedes einzelne Mal erwidern musste, vor allem jetzt, wo er ihr Gesicht vorsichtig in seine Hände nahm, die Tränen von ihren Wangen wischte.
„Natürlich bist es du, Brad. Wer denn sonst?“, brachte sie schließlich lachend hervor und gab ihm einen sanften Klaps auf die Locken, wie immer, wenn er sie mit seinem Verhalten frustrierte. Nur, dass sie ihre Hand dieses Mal nicht wieder zurückzog, ihre Arme stattdessen um seinen Hals schlang und sich an ihn schmiegte. Und zusammen mit ihm darüber lachte, wie sich die Dinge zwischen ihnen entwickelt hatten, was aus ihnen geworden war, nach all den Jahren.
„Ich weiß nicht, aber ich wäre verdammt eifersüchtig auf diese Person gewesen“, gab er schließlich zu und fühlte sich, als wäre eine Last von ihm genommen worden, jetzt, wo er nicht mehr eine Rolle spielen musste, aus der sein Herz ausbrechen wollte.
„Es wirst immer nur du sein.“ Versicherte sie ihm freudestrahlend, jetzt, wo klar war, dass die Gefühle, die sie für einander hatten ihre Beziehung nicht zerstörten, sondern nur mehr daraus machten.
„Also hast du das vorhin wirklich ernst gemeint. I can’t stop loving you.“ Gedankenverloren wickelte er eine Strähne ihrer Haare um seinen Finger. Wäre der Moment nicht zu perfekt, würde er sich vermutlich dafür schämen, dass er nicht verstanden hatte, was sie ihm hatte sagen wollen, es herabgespielt hatte, aus Angst davor, sie zu verlieren. Andererseits waren es gerade diese Worte gewesen, der Tanz mit ihr, der ihm wirklich bewusst gemacht hatte, dass er vermutlich schon seit Jahren Gefühle für sie hatte. Sie liebte.
„Und wie ich das habe“, flüsterte sie, wie die auch die Worte auf der Tanzfläche geflüstert hatte, die Worte, die nur für ihn bestimmt waren, die sein Herz ein wenig schneller schlagen ließen.
„Ich liebe dich, Elisa“, murmelte er schließlich, beinahe schon erstaunt darüber, wie leicht ihm die Worte nun über die Lippen kamen, wo sie vorsichtig eine Hand gegen seine Brust gelegt hatte, genau über seinem Herzen, das nur für sie schlug. Und doch, es waren sie beide, und so wurde sein weiches Lächeln einen Moment später schon wieder etwas verschmitzter. „Ich kann es nicht fassen, dass wir fast zwei Jahrzehnte gebraucht haben, um darauf zu kommen.“
„Es waren eben besondere Umstände.“ Sie zuckte lachend mit den Schultern. „Aber ich habe trotzdem nicht vor, auch nur eine Sekunde mehr zu verschwenden.“ Und damit stellte sie sich auf die Zehenspitzen, um ihm endlich den Kuss geben zu können, auf den sie beide schon viel zu lange gewartet hatten.

Authors Note Pt. 2
Fucking finally.
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