Break the Cycle

von Kariliah
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
22.10.2017
23.08.2020
94
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10.09.2018 1.552
 
„Danke, dass ihr beide da wart.“ Sie standen nun wieder im Vorraum des gigantischen Hauses und verabschiedeten sich von Anna, die in den letzten Stunden nicht von ihrer Seite gewichen war und gegen Ende hin sogar angefangen hatte, sich ein wenig zu entspannen.
„Immer wieder gerne“, versicherte ihr Brad mit einer angedeuteten Verbeugung. „Wir stehen zu Unterhaltungszwecken jederzeit wieder zur Verfügung.“
„Sag das lieber nicht meinen Eltern, sonst heuern die euch noch als professionelle Tänzer oder so an.“ Zutrauen würde sie es ihnen zumindest, hatten sie sich doch äußerst lobend über das Talent der beiden geäußert. Wobei Elisa allerdings eine andere Idee hatte.
„Oder du stellst ihnen das nächste Mal einen weiteren Freund von der Uni vor, der sich in einem gänzlich anderen Feld bewegt als du und dir so hilft, deinen Horizont zu erweitern und neue Blickwinkel eröffnet.“ Amüsiert wackelte sie mit den Augenbrauen, während Anna nur seufzte.
„Ihr wisst beide, dass ich Mike nicht mitbringen kann.“ Auch, wenn zwei an diesem Abend schon gefühlte hundert Mal versucht hatten, sie doch noch davon zu überzeugen, vor allem, nachdem Anna ihnen berichtet hatte, wie sie Tanzen gelernt hatte. Denn ab dem Moment war Elisa der festen Überzeugung, dass sie die ideale Person war, um Mike endlich einmal dazu zu bewegen, zumindest die Grundlagen zu lernen.
„Wir werden ja sehen.“ Sie warf ihr einen vielsagenden Blick zu und wickelte ihre Weste ein wenig fester um ihren Körper, als sie ins Freie traten und ihnen die kalte Novemberluft entgegenschlug.

„Wie kommt ihr überhaupt nach Hause?“, fiel Anna ein, nachdem sie genau wusste, dass keiner der beiden ein Auto besaß und kurz vor Mitternacht die öffentlichen Verkehrsmittel nicht in Frage kamen.
„Wir werden zu Fuß gehen“, informierte Elisa sie schulterzuckend, als wäre es die normalste Sache der Welt, mitten in der Nacht noch in die Stadt zu laufen.
„Sicher? Ich kann euch ein Taxi rufen.“ Wenn Anna eines in ihrer Zeit als Studentin herausgefunden hatte, dann war es ganz klar, dass es dauerte, um von ihrem Haus in die Innenstadt zu gelangen.
„Bis das da ist sind wir locker bei mir zuhause“, wank Elisa allerdings ab. „Und Brad passt ja auf mich auf.“
„Na dann, kommt gut nach Hause! Und danke noch Mal, dass ihr da wart.“





„Ist schon ganz schön lange her, dass wir beide im Dunklen herumgegeistert sind, was?“, flüsterte Elisa nach einigen Minuten, als wollte sie die Stille nicht durchbrechen, die sich wie ein Mantel um sie gelegt hatte. Kaum ein Geräusch war zu hören, es war, als wäre die Stadt in einen tiefen Schlaf gefallen, lediglich ihre Schritte hallten von den Mauern der Häuser wider.
„Dabei haben wir das früher oft gemacht.“ Schmunzelnd dachte Brad an die unzähligen Nächte zurück, in denen sie sich zur vereinbarten Zeit ins Freie geschlichen und bei der Bank am Straßenrand, die genau zwischen den Häusern stand, getroffen hatten, um die Nachbarschaft zu erkunden.
„Wir sind wirklich alt geworden“, seufzte sie, zog dabei jedes Wort nachdenklich in die Länge, ein Zeichen dafür, dass sie wünschte, die Dinge ändern zu können. Und doch konnte er ihr nicht widersprechen, versuchen, die Reue von ihr zu nehmen, da er ihre Gedankengänge teilte. In den letzten Jahren hatte sich die Welt um sie beide herum geändert, so sehr, wie auch sie es getan hatten und wie sehr sie es sich auch wünschten, ein Zurück in die so unbeschwerte Kindheit gab es nun einmal nicht.
„Bald wachsen uns die ersten grauen Haare“, versuchte er deshalb, ihre Stimmung mit einem schlechten Witz zu heben und sah grinsend zu ihr, die ihn lediglich mit schiefgelegtem Kopf anblickte. Und noch etwas fiel ihm dabei an Elisa auf.

„Sag mal, ist dir kalt?“ Immerhin hatte sie ihre Arme fest um den Körper geschlungen und trug nach wie vor nur die dünne Weste, die wohl kaum etwas gegen die kalte Novemberluft ausrichten konnte.
„Nein.“ Eine Antwort, auf die hin er lediglich seufzend stehen blieb und sich von seiner Jacke befreite, während ihn Elisa fragend ansah.
„Bitte sehr.“ Er streckte ihr das Kleidungsstück entgegen, das sie allerdings wie erwartet ignorierte. So gerne er es auch mochte, dass sie ihren eigenen Kopf hatte, in solchen Situationen wünschte er doch, sie wäre nicht ganz so stur und würde sich einfach helfen lassen.
„Ich hab doch gesagt, mir ist nicht kalt“, antwortete sie ihm trotzig, auch wenn es schwer zu übersehen war, dass sie mittlerweile zu Zittern begonnen hatte.
„Elisa, bitte.“ Er legte ihr die Jacke um die Schultern, während sie ihm einen Blick zuwarf, der noch ein wenig frostiger war als die Temperaturen.
„Ich hab gesagt, ich brauche deine Jacke nicht!“, wiederholte sie ihre Worte, ehe sie ihre wahren Motive durchscheinen ließ. „Außerdem wird jetzt dir kalt und ich hätte ja meine eigene Jacke mitnehmen können.“
„Du weißt genau, dass mir nicht so schnell kalt wird. Und außerdem hat das Hemd ja lange Ärmel“, erklärte er ihr, während sie sich geschlagen gab und sich in seiner Jacke einhüllte, ehe sie sich bei seinem Arm unterhakte, den er ihr entgegenstreckte.

„Danke“, murmelte sie schließlich verlegen und Brad wartete nur darauf, dass sie das Thema wechselte, wie immer, wenn ihr eine Situation peinlich war. „Ist dir eigentlich aufgefallen, wie wenig Anna gegessen hat?“
„Genau genommen war es gar nichts“, korrigierte Brad sie und wusste genau, worauf Elisa hinaus wollte. „Du glaubst, dass sie magersüchtig ist?“
„Mhm, immerhin ist sie noch dünner als du“, sie piekte ihm mit der freien Hand in die Seite, „und ich bin mir ziemlich sicher, dass das bei ihr nicht nur Veranlagung ist. Allerdings glaube ich eher, dass da-“ Sie hielt mitten im Wort inne und sah sich beinahe schon panisch um, ehe sie fortfuhr. „Dass das bei ihr durch Stress oder so verursacht wird.“
„Du meinst sie ist wegen ihren Eltern so zerbrechlich?“, schlussfolgerte Brad und fragte sich, was Elisa vor einem Moment so verschreckt hatte, dass sie noch immer nervöse Blicke zur Seite warf.
„So ungefähr. Aber ich-“ Ein Rascheln am Straßenrand ließ sie erneut zusammenzucken. „Ich könnte mich auch irren. Andererseits…“
„…möchtest du sie nicht direkt darauf ansprechen, weil du ihr Vertrauen nicht verlieren willst, habe ich Recht?“, vervollständigte Brad ihren Satz während ihm nicht entgangen war, dass Elisa sich mittlerweile mit beiden Armen an ihm festklammerte und der Unterhaltung kaum noch Aufmerksamkeit schenkte.
„Genau“, murmelte sie leise, immer noch damit beschäftigt, die Quelle jedes noch so kleinen Geräusches zu finden. Eine Tatsache, die Brad zu einem einfachen Schluss kommen ließ.


„Sag mal, Elisa, kann es sein, dass du Angst im Dunklen hast?“ Noch ehe er das letzte Wort ausgesprochen hatte, hatte sie ihn schon mit ihrem Blick fixiert und überlegte offenbar fieberhaft, was sie ihm nun antworten sollte.
„Ich…“ Sie brauchte nichts zu sagen, ihre Reaktion alleine hatte ihm bereits verraten, dass er ins Schwarze getroffen hatte. Aber er hatte es immerhin mit Elisa zu tun, und sie würde nichts ungerechtfertigt lassen, und wenn es nur darum ging, dass er nun ein Geheimnis kannte, dass sie all die Jahre vor ihm versteckt hatte.
„Aber nur, weil ein gewisser Jemand“, sie warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu, machte aber keine Anstalten ihn loszulassen, „ein schlechter Verlierer ist und mich in einen Schrank gesperrt hat, weil er nicht damit klargekommen ist, dass ich besser im Versteckspiel war!“
„Ach komm, ´Lisa, das war doch nur ein kleiner Streich.“ Eine Ansicht, die sie offenbar nicht mit ihm teilte, da sie nach all den Jahren noch immer wütend auf ihn zu sein schien.
„Ich war damals fünf! Und eine ganze Stunde da drinnen gefangen, mindestens!“ Details, an die er sich ebenfalls noch bestens erinnerte, hatte sich Elisa nach diesem Zwischenfall doch eine ganze Woche beharrlich geweigert, wieder mit ihm zu spielen. Woran er allerdings wirklich selbst Schuld war, vor allem, da sie ihn jetzt auch noch an alle teuflischen Details erinnerte.
„Es war stockfinster und stickig und anstatt mich rauszulassen, hast du Idiot auch einen auf Gespenst gemacht und mit weiß-Gott-was allem vor dem Schrank Geräusche gemacht, um mir Angst zu machen!“, erklärte sie ihm empört und doch konnte Brad nicht anders, als in lautes Gelächter auszubrechen, da er noch genau wusste, wie kreativ er geworden war, um Elisa einen Schrecken einzujagen. Rückblickend betrachtet war er dabei allerdings vermutlich zu weit gegangen.

„Tut mir Leid“, fuhr er sich schließlich verlegen durch die Locken. „Ich war wirklich ein schlechter Verlierer.“
„Warst du in der Tat. Wegen dir habe ich heute noch Angst vor den Geistern, die unter meinem Bett hausen könnten und ich werde in ein paar Wochen zwanzig, also wirklich toll gemacht.“ Sie warf ihm einen weiteren bösen Blick zu, in dem er allerdings auch einen Hauch Belustigung entdecken konnte. „Sogar diesen albernen, leuchtenden Bären habe ich deinetwegen noch.“
„Da habe ich wirklich ganze Arbeit geleistet, was?“ Schuldbewusst sah er zu ihr, die zu seiner Erleichterung zumindest über seinen Einfallsreichtum lachen konnte.
„Oh ja, hast du, mein Lieber.“ Erneut benutzte sie diesen Spitznamen, der sein Herz gefühlt einen Schlag aussetzten ließ und ihn zugleich auf eine Idee brachte.
„Wie wäre es, wenn ich versuche, das jetzt wieder gut zu machen?“ Er blieb stehen sah sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht an.
„Was hast du vor?“



Authors Note

Ein Kapitel mit etwas Verspätung, nachdem ich am Freitag auf einem absolut genialen Konzert war - einmal dürft ihr raten, wen ich mir da angesehen habe xD.
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