Break the Cycle

von Kariliah
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
22.10.2017
23.08.2020
94
163.399
10
Alle Kapitel
30 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
31.08.2018 1.410
 
„Wo ist eigentlich Anna?“, wechselte Elisa plötzlich das Thema und sah sich in dem Raum um, allerdings ohne Erfolg. „Die habe ich ja schon eine kleine Ewigkeit nicht mehr gesehen.“
„Stimmt.“ Brad fuhr sich über seine Bartstoppel. „Aber wie wäre es, wenn wir uns was zu essen holen? Immerhin habe ich sie auf ein Brötchen eingeladen.“
„Das ihre Eltern zahlen.“ Elisa zog eine Augenbraue in die Höhe. „Und du glaubst, dass sie auf wundersame Weise auf einmal beim Buffet auftaucht?“
„Vielleicht, vielleicht auch nicht.“ Er zuckte mit den Schultern. „Außerdem habe ich Hunger.“



„Hey Leute!“ Eine vertraute Stimme ließ die beiden vom Buffet aufblicken. „Alles klar bei euch?“
„Anna!“ Brad klopfte ihr auf die Schulter und warf Elisa einen triumphierenden Blick zu. „Lange nicht gesehen! Wo bist du denn gewesen?“
„Unterwegs mit meinen Eltern.“ Sie seufzte und spielte sichtlich angespannt mit ihren Händen. „Die Gäste begrüßen und so. Wobei ich eher nebenstehe und lächle, aber egal.“ Energisch schüttelte sie den Kopf und versuchte, sich zu erinnern, dass sie nun wieder bei ihren Freunden war. Aber das ungute Gefühl wollte nicht einfach so verschwinden, nicht solange sie der Dämon umklammert hielt, der immer dann auftauchte, wenn sie das brave Töchterchen für ihre Eltern spielen durfte.

„Na dann ist es höchste Zeit für eine Stärkung.“ Brad drückte ihr ein Brötchen in die Hand, das sie mit gerunzelter Stirn beäugte. „Das klingt nämlich ganz schön anstrengend.“
„J-ja“, stotterte sie, ehe sie unbeholfen das Thema wechselte, in der Hoffnung, dass sie sich dann etwas freier fühlen würde. „Aber eure kleine Tanzeinlage habe ich mitbekommen, keine Sorge! Ich glaube, das war für alle das Highlight des Abend.“
„Also für mich definitiv“, nuschelte Elisa verlegen mit einem leichten Rotschimmer auf ihren Wangen, während Anna sich jegliche weitere Kommentare verkneifen musste, hatte sie doch das Gefühl, dass ihr Plan dabei war voll und ganz aufzugehen.


„Apropos, du hast mit noch immer nicht verraten, was du dem Sportheini gesagt hast!“ Brad schnippte mit den Fingern seiner freien Hand als ihm wieder einfiel, was er vor wenigen Minuten hatte fragen wollen, bevor Elisa das Gespräch in eine deutlich ernstere Richtung gelenkt hatte.
„Erklärung bitte?“ Hilflos sah Anna zwischen den beiden hin und her, die sich einen amüsierten Blick zuwarfen, ehe sich Elisa dazu erbarmte, sie in die Geschichte einzuweihen, während Brad dabei war, ein weiteres Brötchen zu vernichten.
„In unserer High School hatten wir einen Typen, der war wirklich unausstehlich, ich sag’s dir.“ Sie rollte mit den Augen. „Naja, zumindest unserer Meinung nach, die anderen Mädchen fanden ihn ja ziemlich unwiderstehlich. Und der Typ war der totale Sportfreak, daher sein Spitzname“, erklärte sie schmunzelnd und zuckte dabei mit den Schultern. „Jedenfalls wollte dieser Idiot, dass ich mit ihm zum Abschlussball gehe und naja, ich habe ihm abgesagt und bin mit Brad hingegangen, der sozusagen sein Rivale war, was die Mädchen anging.“
„Echt jetzt?“ Anna konnte ihre Überraschung trotz der Info, die sie von Chester erhalten hatte, nicht verbergen, schlug sich aber einen Moment später die Hände vor den Mund als ihr klar wurde, dass ihre Worte ziemlich gemein klangen.
„Ist das wirklich so schwer zu glauben?“ Er sah sie mit hochgezogener Augenbraue an, während Anna sich verlegen durch die Haare fuhr und Elisa ihr lachend aus der Patsche half.
„Wenn jemand das krasse Gegenteil von einem hohlköpfigen Quarterback ist, dann bist es du, mein Lieber.“

„Soll ich das jetzt als Kompliment oder Beleidigung auffassen?“ Ihre Wortwahl irritierte ihn mehr, als ihm Recht war, da sie offenbar einen neuen Spitznamen für ihn gefunden hatte, der allerdings nicht dazu gedacht sein zu schien, um sich über ihn lustig zu machen. Stattdessen hatte er eher das Gefühl, dass ihr die Worte einfach herausgerutscht waren und sich zu selbstverständlich angefühlt hatten, als dass sie das Bedürfnis hatte, sich zu korrigieren. Hoffte er zumindest.
„Ist dir überlassen“, stellte sie wie immer augenblicklich klar, ehe sie wieder auf das eigentliche Thema zurückkam. „Wisst ihr, der Typ hat sich einfach un-mö-glich mir gegenüber verhalten! Und…“
„Er würde definitiv das gleiche über dich sagen“, warf Brad schmunzelnd ein, ehe er von Elisa mit einer Geste zum Schweigen gebracht wurde.


„Schh, du hast jetzt kurz Sendepause. Wie auch immer, eines schönen Vormittages - wir hatten gerade eine Freistunde und du warst glaube ich mit Mike und Rob im Keller unten bei den Instrumenten - bin ich alleine im Schulhof herumgesessen, habe die Sonne genossen und etwas für die nächste Prüfung gelernt, als sich auf einmal unser Sportheini neben mich setzt.“
„Lass mich raten: Er hat irgendeinen schlechten Anmachspruch gebracht, so was wie He Boren, du bist der beste Beweis dafür, das Intelligenz sexy ist“, mutmaßte Brad woraufhin sie seufzend nickte.
„Du sagst es.“ Elisa vergrub ihr Gesicht in den Händen. „Einfach nur dämlich. Aber dieses Mal habe ich ihm nicht mein Buch über den Kopf gezogen.“
Dieses Mal?“, fragte Anna schmunzelnd, woraufhin Brad seiner Sandkastenfreundin stolz einen Arm um die Schulter legte und ihr weitere Einblicke in die gemeinsame Schulzeit gab.
„Ja, das ist vielleicht das eine oder andere Mal passiert. Weswegen die gute Elisa auch einmal beim Direktor gelandet ist.“ Eine Geschichte, an die er sich gerne zurück erinnerte, nachdem er damals vor dem Büro gewartet hatte, bis sie übers ganze Gesicht strahlend wieder aufgetaucht war und ihm jedes noch so kleine Detail verraten hatte.
„Das klingt gar nicht gut.“ Anna sah sie mit großen Augen an, aber Elisa wank nur lachend ab.
„Ich habe ihm nur erklärt, dass ich keine anderen Ausweg mehr gesehen habe, um mich gegen die andauernde Belästigung seinerseits zu wehren und versprochen, dass es nicht wieder vorkommen wird.“ Sie klimperte unschuldig mit ihren Wimpern und Anna konnte nur über die Tatsache staunen, wie gut Elisa darin war, sich aus unangenehmen Situationen zu reden. Im Gegensatz zu ihr, die dann kein einziges Wort mehr hervorbrachte.


„Wie auch immer, an dem Tag habe ich ihm nur böse Blicke zugeworfen und gesagt, dass ich mich in Ruhe lernen lassen sollte und es ihm nicht schlecht täte, es mir gleich zu tun. Was natürlich das Resultat hatte, dass er mich als Nachhilfelehrerin anheuern wollte.“ Sie schüttelte sich, ehe sie auf das eigentliche Thema zurückkam. „Und dann hat er mich eben gefragt, ob ich nicht Lust auf ein kleines Date am Abschlussball hätte.“
„Was hast du ihm gesagt?“ Mittlerweile war Anna ebenso neugierig wie Brad, vor allem, da sich Elisa auch jetzt noch fürchterlich darüber aufzuregen schien.
„Ich hab ihm klipp und klar gesagt, dass a, ich mit Brad hingehen werde, b, er die Kleine mit den Sommersprossen von der Schülerzeitung fragen soll und c, er ein riesen Idiot ist und ich nach all den Jahren, in denen er immer versucht hat, mich zu seinem Püppchen zu machen anstatt mich so zu respektieren wie ich bin sicherlich nicht nach seiner Pfeife tanzen werde.“
„Respekt.“ Anna nickte anerkennend, während Brad die Punkte noch einmal im Kopf durchging.
„Okay, c ist nichts Neues, aber woher konntest du wissen, dass ich mit dir hingehen würde und warum ausgerechnet dieser Vorschlag?“

„Sie war seine Ex und hat versucht, mit dir über ihn hinwegzukommen oder ihn eifersüchtig zu machen, und das hat mir so gar nicht gepasst“, erklärte sie mit leicht geröteten Wangen, musste sie doch gestehen, dass sie in dem Moment tatsächlich ein wenig eifersüchtig gewesen war. „Und mir war klar, dass dies die ideale Gelegenheit für dich gewesen wäre, ihm noch einmal eins auszuwischen. Deswegen…“
„Stimmt nicht ganz“, wurde sie von Brad unterbrochen, was einen erstaunten Blick ihrerseits zur Folge hatte, war sie sich doch so sicher gewesen, dass sie mit ihren Mutmaßungen Recht gehabt hatte.
„Mir war klar, dass es der perfekte Schlussakt unserer Rivalität gewesen wäre, aber ich habe immer vorgehabt, mit dir zum Abschlussball zu gehen und gemeinsam das Ende unserer Schulzeit zu feiern.“ Täuschte sich Anna oder wurde Brad geradetatsächlich etwas verlegen? Den Erzählungen der anderen sowie ihren eigenen Erfahrungen nach kam das nämlich nur äußerst selten vor. Andererseits fragte sie sich auch langsam, ob sie nicht wieder verschwinden und den beiden etwas Zeit für sich geben sollte.

„Was er dann ja auch getan hat“, wandte sich Elisa an sie und nahm ihr damit die Entscheidung ab. „Ich bin ja fest davon ausgegangen, dass er mich mit einer Papierkugel abschießt, auf der Abschlussball? oben steht, aber siehe da, er hat mir sogar eine Rose gesponsert.“
„Klingt romantisch“, konnte sich Anna einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen, der an diesem Abend wesentlich weniger Protest nach sich zog, als es sonst immer der Fall war.
Review schreiben