Break the Cycle

von Kariliah
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Brad Delson Chester Bennington David "Phoenix" Farrell Joseph "Joe" Hahn Mike Shinoda Rob Bourdon
22.10.2017
23.08.2020
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03.08.2018 1.511
 
„Bradford Phillip Delson!” Elisa hockte zu seiner Überraschung bereits auf der Treppe, die zur Haustür führte und sah ihn mit einem verschmitzten Lächeln an, das er wie immer einfach erwidern musste, während er sich an das Geländer lehnte und zu ihr hinabblickte. „Du bist fünf Minuten spät.“
Etwas, das ihm durchaus bewusst war, aber in diesem Moment, in dem sie mit ihren lebhaften Augen zu ihm hochblickte, ihr Gesicht von den sanften Wellen eingerahmt, konnte er ihr keinen Konter geben. In dem Moment, in dem sie in dem roten Kleid vor ihm saß, die Beine übereinandergeschlagen, die Arme vor der Brust verschränkt und den Kopf leicht schiefgelegt, während sie auf seine Antwort wartete, gab es nur eine Sache, die ihm in den Kopf kommen wollte.
„Und du bist wunderschön.“ Er streckte ihr eine Hand entgegen, an der sie sich hochzog und dabei energisch den Kopf schüttelte.
„Das ist das Kleid.“ Sie strich den Stoff glatt und Brad konnte nicht anders, als sie einen Moment sprachlos anzustarren, konnte er doch die Anlässe, zu denen er sie in einem Kleid gesehen hatte, vermutlich an einer Hand abzählen. Elisa hatte es nie für notwendig erachtet, jeden Tag perfekt gestylt außer Haus zu gehen und wenn er ehrlich war, hatte sie es auch nicht notwendig, waren das strahlende Lächeln und die funkelnden Augen doch mehr Wert, als es all der Schmuck auf der Welt je sein konnten.

„Uhm.“ Er räusperte sich und fuhr durch seine Locken, in der Hoffnung, dass sein Gehirn ihm irgendeine Antwort liefern würde. „Wusste gar nicht, dass du das hast.“
„Linsey ist schuld daran.“ Sie schüttelte lachend den Kopf. „Als ich ihr erzählt habe, dass wir heute zu dieser Feier gehen, hat sie darauf bestanden, mit mir einkaufen zu gehen, du kennst sie ja.“
„Ihr habt definitiv eine gute Wahl getroffen.“ Worte, mit denen sie offenbar nicht gerechnet hatte, so entgeistert wie sie ihn nun anstarrte während er hoffte, dass ihr sein Blick entging, der einen Moment zu lange auf ihr verharrte.
„Seit wann interessierst du dich für Kleidung?“ Und erst in diesem Moment gelang es seinem Hirn, wieder einen Satz zu formen, der an dieser Stelle passte, der zu ihm passte.
„Das gleiche könnte ich über dich sagen, Miss Boren.“ Er zog eine Augenbraue in die Höhe während sie nickte, offenbar froh darüber, dass er ihr keinen Komplimente mehr machte sondern wieder bei seinen üblichen Sticheleien angekommen war.
„Touché!“ Grinsend boxte sie ihm gegen die Brust und nutzte die Gelegenheit, um seine Krawatte gleich zu zupfen. „Aber jetzt machen wir uns besser auf den Weg!“

„Unser Bus fährt in fünf Minuten“, berichtete er ihr nach einem kurzen Blick auf seine Armbanduhr.
„Bestens. Ich frage mich nur, wie wir später wieder zurückkommen sollen.“ Elisa lief neben ihm her, einen Arm um den Bauch geschlungen und den anderen darauf abgestützt. „Du kennst die öffentlichen Verkehrsmittel ja.“
„Entweder mit dem Taxi oder wir gehen zu Fuß“, zuckte Brad gleichgültig mit den Schultern, hatte er doch herausgefunden, dass es von Elisas Wohnung zum Stadtrand, wo Anna wohnte, nicht wirklich weit war und man wohl nur etwas länger als eine halbe Stunde gehen würde. „Wobei die dabei eher unpraktisch sein werden.“ Er deutete auf Elisas Schuhe, die ein ziemliches Stück des üblichen Größenunterschieds zwischen ihnen kompensierten.
„Das ist nicht meine Schuld!“ Sie hob hilflos ihre Arme. „So traditionell wie Annas Eltern sein dürften, habe ich wohl kaum eine andere Wahl, oder? Ich finde das doch genauso unpraktisch, glaub mir.“ Brad musste ein Lachen verkneifen, als sie genervt die Augen überdrehte.
„Eines sage ich dir, wenn ich einmal heirate, dann in Turnschuhen!“ Überzeugt klatschte sie in Hände und Brad konnte nicht anders, als mit ihr darüber zu lachen, wusste er doch bestens, dass sie etwas, dass sie sich einmal in den Kopf gesetzt hatte, auch wirklich durchzog. Und die Vorstellung von Elisa in einem weißen Kleid mit ihren verschlissenen Turnschuhen war einfach zu komisch.
„Das muss ich unbedingt sehen!“, rutschte es ihm deswegen heraus, ehe er darüber nachdachte, welche Bedeutung seine Worte haben konnten.
„Als würdest du nicht sowieso beim meiner Hochzeit dabei sein!“ Sie schüttelte amüsiert den Kopf. „Du bist immerhin mein bester Freund.“
„Ich wollte nur auf Nummer sicher gehen.“ Er fuhr sich ein wenig verlegen durch die Locken, kam es doch nicht jeden Tag vor, dass Elisa ihrer Beziehung einen Titel gab. Oder, dass sie über Hochzeiten sprachen. „Wo müssen wir jetzt eigentlich hin?“

„Da lang.“ Elisa deutete auf eine Seitengasse, an die er sich nicht unbedingt erinnern konnte, was ihr natürlich nicht entging. „Deswegen warst du also zu spät, du hast dich verlaufen.“
„Ich habe einen längeren Weg genommen, als es notwendig gewesen wäre“, korrigierte er sie augenblicklich, da er ihr niemals gestehen würde, dass er tatsächlich ein paar Mal im Kreis gelaufen war, bis er die richtige Straße gefunden hatte. Aber warum musste sie auch ausgerechnet in einer kleinen Seitengasse wohnen?
„Das kommt davon, dass du mich nie besuchen kommst!“ Sie stemmte ihre Hände in die Hüften. „Es ist ja nicht so, als würde ich erst seit gestern hier wohnen.“
„Naja, du bist jeden Tag bei uns“, zuckte Brad mit den Schultern, auch wenn er ihr durchaus Recht geben musste, da er in dem halben Jahr, das sie schon hier wohnte, tatsächlich noch nie auf Besuch gewesen war.
„Stimmt auch wieder“, gab sie ihm Recht. „Außerdem ist bei euch immer etwas los, vor allem in den letzten Wochen.“

„Du meinst, seitdem Anna aufgetaucht ist?“
„Hey, ich hab noch nie jemanden gesehen, der Mike so schnell um seinen Finger gewickelt hat“, erklärte sie, ehe sie ihre Stimme einen Moment lang senkte, wohl auch, da sie mittlerweile die Bushaltestelle erreicht hatten und sie nicht wollte, dass jemand mithörte. „Nicht einmal, bevor das alles passiert ist.“
„Das stimmt.“ Brad nickte, und überließ Elisa den Vortritt, als der Bus vor ihnen zu stehen kam.


„Aber eines sage ich dir!“ Elisa war wie immer zielstrebig auf den hinteren Teil des Busses zugesteuert, eine Tatsache, wegen der sie sich in Vergangenheit öfters mit älteren Schülern angelegt hatte, die durchaus einen Kopf größer gewesen waren als sie. Und im Endeffekt war es trotzdem meistens sie gewesen, die den Platz behalten hatte, nicht zuletzt, weil es wohl nur wenige Menschen gab, die sich auf eine ihrer Diskussionen einließen, die durchaus die ganze Busfahrt dauern konnten und dann mit großer Freude am nächsten Tag fortgesetzt wurden. „Die beiden werden noch für viel Frustration sorgen.“
„Wie meinst du?“ Brad sah sie fragend an, sodass sie sich ein wenig zu ihm drehte, auf ihrem Platz ein kleines wenig nach vorne rutschte, die Hände auf den überkreuzten Knien abgestützt und ihr Oberkörper leicht vorgelehnt.
„Die beiden bemerken nicht, dass sie ineinander verliebt sind. Und das“, sie hob kurz eine Hand, „heißt, dass wir in absehbarer Zeit absolut frustriert davon sein werden, dass sie es nicht schaffen, das Offensichtliche zu sehen. Wahrscheinlich werden sie sich spätestens in einem Monat wie ein altes Ehepaar verhalten, aber eines sage ich dir, so wie ich Mike kenne und Anna einschätze, werden sie es uns gegenüber noch mindestens ein Jahr lang abstreiten, egal, was wir auch zu ihnen sagen.“

„Da könntest du durchaus Recht haben.“ Brad fuhr sich nachdenklich über den Bart, konnte er es sich doch schon beinahe bildlich vorstellen, wie Chester langsam aber sicher an den beiden verzweifelte. „Aber glaubst du wirklich, dass die zwei es schaffen, ihre Gefühle so lange zu leugnen?“
„Gute Frage, ich kann das leider nicht wirklich einschätzen.“ Elisa lehnte sich nun wie er zurück und fuhr sich mit einer Hand übers Kinn. „Meinst du nicht, dass irgendwann der Punkt erreicht ist, an dem man ehrlich zu sich selbst sein muss?“
„Vermutlich.“ Aus irgendeinem Grund war es ihnen schon immer leicht gefallen, gerade hier, wo ihnen zahlreiche Leute zuhören konnten, über das Wunder Mensch zu sinnieren. „Vielleicht müssen wir ihnen aber auch ein wenig auf die Sprünge helfen.“
„Du meinst, wir sollten sie auf ein Date schicken?“ Elisa drehte schmunzelnd ihren Kopf in seine Richtung und wartete auf eine Bestätigung, die sie in Form eines Nickens bekam. „Dafür werden wir aber einen guten Vorwand brauchen, denkst du nicht?“
„Das definitiv!“ Brad lehnte sich nach vorne und drehte sich zu ihr, hatte ihn Elisas Leidenschaft Pläne auszuhecken doch wie so oft angesteckt. „Und es darf auf keinen Fall auffällig wirken, sonst lehnen sie es sicher auf Anhieb ab.“
„Ich glaube in dem Fall ist es fast leichter, wenn wir alle etwas unternehmen und die zwei dann aber irgendwie als einzige übrigbleiben.“

„Willst du Riesenrad fahren und abspringen, oder was?“ Er grinste und brachte sie so dazu, mit den Augen zu rollen und ihm wie so oft gegen den Oberarm zu boxen. Und wie immer musste er zurückboxen, so als wären sie noch immer die zwei Kinder, die sich in der Sandkiste um den größten Eimer stritten.
„Ich bin offen für Vorschläge.“ Und damit kletterte sie, Kleid hin oder her, über seine Beine, hatte sie doch wie immer einen besseren Überblick behalten und nicht wie er verschlafen, dass sie ihr Ziel beinahe erreicht hatten. „Und meiner wäre außerdem, dass wir hier aussteigen.“
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