Stanford Pines - Zwischen den Dimensionen

von Sechser
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P12
Bill Cipher OC (Own Character) Stanford Filbrick Pines Stanley "Gronkel Stan" Pines
22.10.2017
19.05.2019
31
228930
12
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Seid gegrüßt!

Diese (meine erste) Fanfiction über meinen Gravity Falls-Lieblingscharakter Stanford Filbrick Pines handelt, wie in der Kurzbeschreibung zu lesen ist, über seine Zeit zwischen den Dimensionen, über die in der Serie - für meinen Geschmack - viel zu wenig erzählt worden ist. Vielleicht ist einigen bekannt, dass in Tagebuch 3, (das "Real Life Journal 3", welches manche von euch möglicherweise sogar selbst besitzen und welches ich mir nun auch gekauft habe) doch einiges über Stanfords Zeit zwischen den Dimensionen steht. Aber dreißig Jahre sind eine lange Zeit, und ich finde, es gibt immer noch mehr als genug ungeklärte Fragen und Raum für weitere Abenteuer.
Mithilfe des Wissens aus Tagebuch 3, der Serie und meiner Fantasie möchte ich versuchen, diese Lücken zu füllen. Ich weiß, das ist eine große Aufgabe und wird viel Arbeit sein, aber ich hoffe es gefällt euch trotzdem und ihr schreibt mir Reviews! :)
Ansonsten will ich nun nicht weiter herumreden und wünsche viel Spaß beim Lesen!
Stay weird! ;D

LG, Sechser


Prolog

Er hatte es also doch noch herausgefunden. Er hatte die Wahrheit also doch noch erkannt. Aber zu spät. Viel zu spät.
Die ganze Zeit über war er blind gewesen. Er hatte blind gehandelt und blind vertraut. Es war so einfach gewesen, ihn zu lenken, zu manipulieren und zu beherrschen, ohne dass er es gemerkt hatte. Was Worte doch alles bewirken konnten… Worte und ein perfekter Plan. Ein Plan, der über Jahrtausende perfektioniert und erweitert wurde; alle Zufälle und möglichen Rückschläge mit einbezogen und bedacht. Ein Plan ohne Makel und Fehler. Diesen perfekten, makellosen Plan, gut gewählte Worte und etwas übersinnliche Macht – mehr hatte Bill Cipher nicht benötigt.
Der Dämon konnte den Zorn, die Verwirrung, Verzweiflung und Enttäuschung seines „Freundes“ förmlich spüren. Das machte Bills Erfolg nur noch schöner. Euphorie pulsierte in seinem dreieckigen, gelben Körper.
So schlau, und doch sieht er das Offensichtliche nicht! Er denkt nur an sein Projekt! Er ist vollkommen davon eingenommen; so besessen, dass er nicht durch die Fassaden sehen konnte! Er ist völlig blind gewesen! Und jetzt ist es schon lange zu spät! Stanford Pines, der Mann, der die Welt verändert! Oh ja, du hast die Welt verändert, Sechser! Aber ganz bestimmt nicht so, wie du es wolltest, sondern so, wie ich es wollte!
„Bill!“, schrie Stanford wütend. Bill hatte ihm den Rücken zugekehrt und schwebte vor einer Art Riss, der sich mitten in der Traumwelt – in Stanfords Traumwelt – aufgetan hatte, in der der Traumdämon und sein „Freund“ sich befanden, und in welcher Bill den Forscher schon so oft besucht hatte. Der seltsame Riss schwebte wie Bill einfach frei in dem blauen Traumuniversum herum und leuchtete in bedrohlichem Rot.  Er wirkte wie ein Fremdkörper zwischen all den Gedanken, Wünschen und Erinnerungen aus Stanfords Leben; wie eine klaffende Wunde in der einst so schönen und friedlichen Traumwelt. Finstere, schattenhafte Kreaturen schauten mit gierig glühenden Augen aus dem Riss hervor. Sie lechzten nach Freiheit und Macht.
„Du hast mich belogen! Wo führt dieses Portal wirklich hin?!“, rief Stanford und blieb vor Bill und dem Riss stehen. Bill drehte sich um und blickte dem braunhaarigen Mann in das wütende Gesicht. „Ah! Ist Mister Klever-Birne endlich ein Licht aufgegangen?“, fragte er höhnisch. „Sagen wir mal so, wenn das Portal vollständig aufgeladen ist, geht in eurer Dimension so richtig die Party ab!“, verkündete er, breitete begeistert die Arme aus und wandte sich dann an die finsteren Kreaturen. „Stimmt's Jungs?“ Die Monster brachen in irres, höhnisches Gelächter aus. Bill blickte sie vergnügt an.
Seit einer Billionen Jahren wartete er nun schon auf eine Dimension, die er beherrschen könnte. Eine Dimension, die er nach seinen Vorstellungen formen könnte; eine Dimension, in der seine Gesetze und Regeln existierten. Dann wären er und die Kreaturen aus dem Riss, die er seine Freunde nannte, endlich frei! Dann heißt es: Lebe wohl, Albtraum-Reich und Hallo, eigene Dimension!
Völlig entsetzt sah Stanford den Dämon an, den er einst seinen Freund genannt hatte, dem er vertraut hatte. Die ganze Zeit hatte Bill ihn nur benutzt und er hatte es nicht bemerkt. Das Portal, das Ford für seine fantastischste und beste Erfindung, sein Lebenswerk gehalten hatte, war der Schlüssel zum Weltuntergang, der Schlüssel zu Bills Sieg. Cipher hatte nur jemanden gebraucht, der diesen Schlüssel für ihn erschaffen konnte. Und Stanford war dieser Jemand, der schlau genug dafür, und gleichzeitig zu leichtgläubig gewesen war.
Voller Schadenfreude sah Bill vor sich, wie das ganze Leben von Stanford Pines in hundert Scherben zerbrach. Er warf einen kurzen Blick in Fords Gedanken und Gefühle und sah dort Verzweiflung, Fassungslosigkeit und Angst. Tausend Fragen und Gedanken gingen dem Forscher durch den Kopf.
„Nein! Das darf nicht wahr sein! Bill hat mich betrogen! Wieso?! Wieso hat er das getan?! Ich habe ihm vertraut! Ich dachte, er wollte mir helfen! Ich dachte, er sei mein Freund! Aber er hat mich die ganze Zeit über nur benutzt! Und ich bin auf seine Schmeicheleien und Spielchen hereingefallen! Warum habe ich das nicht bemerkt?! Warum habe ich nicht auf Fiddleford gehört? Ich Idiot! Das Portal könnte die ganze Welt zerstören! Und ich bin schuld daran!“
Bill genoss Stanfords Schuldgefühle und sein Leid. Bald würde er dank dieses naiven Dummkopfs die Menschen und ihre Dimension beherrschen. Er ist so ein Narr! Er dachte wirklich, ich sei sein Freund. Von wegen! Er ist für mich bloß ein Mittel zum Zweck. Ich brauche ihn nur, solange ich einen Nutzen aus ihm ziehen kann. Danach ist er nichts mehr wert. Genau wie alle anderen Menschen auch! Sie alle sind nichts wert! Sie denken immer, sie wären allem überlegen, aber sie sind nichts im Vergleich zu mir; eine kleine, unbedeutende Spezies in einer von tausend Dimensionen! Es wird ein Leichtes für mich sein, mir ihren kleinen Planeten unter den Nagel zu reißen und sie alle zu meinen Untertanen zu machen! Bald schon wird ihre ganze Welt mir gehören! Und keiner dieser jämmerlichen, kleinen Schwächlinge wird mich aufhalten können!
„Nein!“, brüllte Ford plötzlich wütend und holte Bill zurück aus seinen Gedanken. Der Dämon starrte den Mann überrascht an. Etwas hatte sich an Stanfords Gesichtsausdruck und seiner Haltung verändert; er stand aufrecht und mutig vor Bill, Zorn und Entschlossenheit beherrschten jetzt seine Gedanken und Gefühle, die Angst und Verzweiflung hatte er aus seinem Kopf verdrängt. Ford wollte es nicht zulassen. Er durfte es nicht! Und er wusste, dass er Bill vielleicht doch noch stoppen konnte. Denn er hatte immer noch die Kontrolle über das Portal! Und ohne dieses konnte Bill seine Pläne nicht vollenden!
„Ich werde dich aufhalten! Ich werde es abschalten!“, rief Ford entschlossen, die Hände zu Fäusten geballt. Bills Miene verfinsterte sich. Er will rebellieren? Er glaubt, er kann mich aufhalten? Pah! „Ein Deal ist ein Deal, Sechser! Die Brücke zwischen unseren Welten wirst du nicht verhindern können,“ entgegnete er grimmig, doch gleichzeitig amüsierte ihn Stanfords verzweifelter Versuch, noch irgendetwas ändern zu wollen. „Aber ich sehe gern zu, wie du scheiterst! Putzig!“, rief er spöttisch und formte mit den Händen zwei Pistolen, die er auf Ford richtete. Mit dieser Geste beendete Bill einfach den Traum und lies den Mann entsetzt erwachen.
Er kann gar nichts mehr bewirken! Er ist mir vielleicht auf die Schliche gekommen, aber es ist längst zu spät, um noch irgendwas zu ändern. Sechser mag vielleicht die Kontrolle über das Portal haben, aber ich kann jeden seiner Schritte verfolgen! Meine Augen sind überall! Soll er doch versuchen, mich aufzuhalten! Soll er es doch abschalten! Er wird das Portal und seine Dimension nicht ewig vor mir beschützen können! Im Gegensatz zu mir, ist er nämlich nicht unsterblich! Selbst ohne ihn kann ich meine Pläne vollenden. Ich hole mir einfach eine neue Marionette. Denn die Anleitung zur Aktivierung des Portals ist in Stanfords Tagebüchern, und damit kann jeder Nichtsnutz es wieder zum Laufen bringen. Zwar wird er dadurch meine Pläne verzögern, aber ich kann warten! Ich habe bereits viele Jahrtausende lang gewartet! Ich werde gewinnen! Und mein Sieg wird am Ende durch jede Verzögerung nur noch schöner!
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