Angst um dich - Das Ende einer Ära

KurzgeschichteDrama / P16
21.10.2017
21.10.2017
2
5.896
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
21.10.2017 3.161
 
Hallo allerseits.
Diese FF ist für alle Fans dieser Serie, die ebenso traurig wie ich darüber sind, dass der überaus attraktive Enrique Murciano in Staffel 5 nun doch nicht den witzigen und coolen Julian Gale verkörpern darf.
Dieser komplexe Charakter ist doch viel zu schade, um ihn einfach in der Versenkung verschwinden zu lassen!
Es wäre so interessant gewesen zu sehen, wie seine Jagd auf Red weitergeht und welche emotionale Verbindung er zu mind. einem der Opfer hat, wie es in Staffel 4, Folge 18 angedeutet wurde.
Schande an die Macher dieser Serie!
Diese Fanfiktion ist mein persönlicher Tribut an diesen tollen Charakter.
Viel Spaß beim Lesen und ich freu mich wie immer über Kommis. J




Angst um dich – Das Ende einer Ära


Teil 1
 
Donald sah das gar nicht gern.
Genau genommen war ihm der Anblick regelrecht ein Dorn im Auge.
Seine Hand krallte sich um das Whiskyglas, das bei geringerer Materialdichte dabei sicher zerbrochen wäre. Er hatte sich mit seinem Kumpel und ehemaligen Kollegen Julian Gale in dieser Bar getroffen, weil er ihm bei einem aktuellen Fall helfen und er so wertvolle Informationen erhalten konnte.
Das jedoch wollte Don nicht an die große Glocke hängen, denn Julian war vor ein paar Jahren beim FBI rausgeflogen, nachdem er Informationen gegen Geld verkauft hatte. Es waren besondere Umstände gewesen, die ihn dazu getrieben hatten, doch die Justiz griff bei so etwas hart durch. Seitdem schlug er sich mit Gelegenheitsjobs herum und auch wenn sein momentanes Aussehen, unrasiert und mit einer alten, verschlissenen Lederjacke bekleidet, nicht darauf schließen mochte, war er noch immer ein sehr heller Kopf. Selten war ihm eine Kleinigkeit entgangen, doch sein manchmal übertriebenes Engagement hatte ihm nicht immer Freunde eingebracht. Jedoch wollte kein staatliches Unternehmen mehr etwas mit ihm zu tun haben. Sein Ruf war zerstört, obwohl Don stets gerne mit ihm zusammengearbeitet hatte, denn auf Julian war immer Verlass, was man von seinen jetzigen Kollegen nicht unbedingt behaupten konnte.
Er selbst, als äußerst korrekter Agent und Verfolger des Unrechts, konnte nicht sagen, weshalb er sich auf die Zusammenarbeit mit Reddington eingelassen hatte. Solche Typen standen stets auf seiner persönlichen roten Liste und zu Korruption hatte er nie geneigt. Red arbeitete sicher nicht wegen eines schlechten Gewissens mit dem FBI zusammen. Zu viele Menschenleben hatte der Mann mit dem Hut und den maßgeschneiderten Anzügen auf dem Gewissen, als dass man seine Hilfe unvoreingenommen in Anspruch nehmen konnte.
Don war bewusst, dass Julian alles andere als erfreut sein würde, wenn er davon erfuhr. Dies galt es daher zu verhindern.
 
Doch im Augenblick wurden diese Gedanken von etwas anderem überschattet. Julian hatte nichts Besseres zu tun, als mit Dons Ex-Freundin zu flirten, die sich zufällig heute auch in dieser Bar aufhielt. Mit seinem, wie Donald fand, anrüchigen Lächeln hatte er ganz offensichtlich ihr Interesse geweckt, was der blonde Mann nicht verstehen konnte. Er spürte eine leichte Übelkeit in sich aufsteigen. „Willst du nicht noch einen Whisky?“ fragte er ihn, nachdem Mayla zur Toilette gegangen war.
„Nee lass mal, ich hab genug für heute“ gab der Dunkelhaarige zurück und Donald verkniff sich ein Zähneknirschen. Er hatte gehofft, dass Julian sich, wie schon öfter, betrank und Mayla somit das Interesse an ihm verlieren würde. Aber sein Plan ging nicht auf.
Seine Ex-Freundin war mit einer Bekannten in diese Bar gekommen, doch diese war bereits nach Hause gegangen. Und wie der Zufall so wollte, war ihr die kleine weiße Handtasche in dem Augenblick aus der Hand gefallen, als die beiden Männer ihren Weg gekreuzt hatten. Während sie und Donald sich überrascht anblickten, hatte Julian die Tasche aufgehoben. Als er sie Mayla zurückgab und sich ihre Blicke zum ersten Mal trafen, verspürte Don diesen unangenehmen Stich in seinen Eingeweiden, denn da war sogleich Sympathie auf Julians und Interesse auf Maylas Seite zu erkennen gewesen.
Der Dunkelhaarige hatte daraufhin beschlossen, dass man eine Dame in diesem Ambiente  nicht alleine ließ und sie eingeladen, ihnen Gesellschaft zu leisten. Dons Einverständnis setzte er dabei voraus. Ob er auch wusste, dass Mayla Dons ehemalige Freundin war, ließ er sich nicht anmerken.
„Ihr seid also heute Mittag keinen Schritt weitergekommen?“ wollte er in Maylas Abwesenheit von Donald wissen.
Dieser schüttelte den Kopf. „Als wir bei der Waldhütte ankamen, lauerten Reddingtons Scharfschützen bereits hinter den Bäumen und zielten auf Kaplan und ihre Männer, die erst kurz vor uns eingetroffen waren. Eigentlich waren wir rechtzeitig zur Stelle, um Schlimmeres zu verhindern, doch plötzlich war ein Schuss aus dem Nirgendwo gefallen und verfehlte Reddington nur knapp. Daraufhin kam es zu einer Schießerei, bei der wie durch ein Wunder niemand ernsthaft verletzt wurde. Kaplan gelang daraufhin die Flucht und es stellte sich heraus, dass Raymond Liz nur entführen ließ, um sie vor ihr beschützen. Da hatten beide wohl denselben Gedanken.“ Der blonde Mann schüttelte über seinen eigenen Bericht den Kopf. „Da soll einer durchblicken!“
Julian klopfte ihm auf die Schulter und bestellte sich ein Wasser. „ich bin sicher, du hast wie immer das Richtige getan.“
Ungläubig starrte Don auf die klare Flüssigkeit im Glas seines Gegenübers und wünschte sich, es wäre purer Wodka, denn Julian machte einen unverschämt klaren Eindruck auf ihn. Er selbst spürte bereits eine leicht benebelnde Wirkung und nahm sich vor, den Rest des Abends ebenfalls auf Alkohol zu verzichten, schließlich war noch kein Wochenende und am nächsten Morgen wartete eine weitere Schicht auf ihn, die seine volle Konzentration voraussetzte.
 
Als Mayla wenig später von der Toilette zurückkehrte, wurde gerade ein neuer Song angespielt, poppig, nicht zu flott und mit einer eingängigen, elektronisch angehauchten Melodie. Julian grinste und rutschte von seinem Barhocker. „Willst du tanzen?“ fragte er die blonde Frau mit zur Seite geneigtem Kopf und seine dunklen Augen funkelten neugierig. Er hatte noch immer nicht seine Lederjacke abgelegt, unter der er ein anthrazitfarbenes Hemd trug.
„Seit wann tanzt du denn?“ zischte Don ihm ärgerlich zu, was sein Kumpel jedoch geflissentlich überhörte.
Ihm wurde erneut übel, als Mayla ihm ein hinreißendes Lächeln schenkte. „Gerne.“
Die beiden begaben sich auf die gut gefüllte Tanzfläche. Don konnte sich das nicht mit ansehen und wandte sich ab. Entgegen seinem Vorhaben bestellte er sich einen weiteren Whisky, den er in einem Zug hinunterstürzte.
Warum es ihn so ärgerte, dass sein Kumpel mit seiner Ex flirtete, konnte er sich eigentlich nicht erklären. Sie hatten sich einvernehmlich getrennt, weil ihre Interessen und Gemeinsamkeiten zu unterschiedlich waren und er konnte sich nicht vorstellen, dass das mit Julian anders sein sollte. Eifersüchtig war er sonst nicht, aber diesen Typen wollte er am wenigsten an der Seite von Mayla sehen.
 
Auf der Tanzfläche legte Julian behutsam die Hände um Maylas Taille und begann, sich im Rhythmus des Songs sanft zu bewegen. Sein verschmitztes Lächeln und die leicht geschürzten Lippen, wenn er eine Antwort erwartete, machten seine Mimik einzigartig und veranlassten die junge Frau dazu, sich etwas enger an ihn zu schmiegen. Ihre Hände wanderten unter seine Jacke und sie nahm die Wärme seines Körpers unter dem weichen Stoff des Hemdes wahr. Dennoch widerstand sie dem Drang, ihren Kopf an seine Brust zu schmiegen, denn dafür kannten sie sich viel zu wenig.
„Erzähl mal“ sprach er gegen die Lautstärke der Musik an, ohne dass das Lächeln von seinen Lippen verschwand, „warum haben Don und du euch getrennt?“
Mayla riss die Augen auf und hustete kurz, denn diese direkte Frage kam für sie völlig überraschend. „Woher weißt du denn, dass wir zusammen waren?“ stellte sie die Gegenfrage.
Das neugierige Funkeln in seinen Augen blieb und vermittelte ihr den Eindruck ehrlichen Interesses. „Da brauche ich meinem alten Kumpel nur anzusehen, seine ganze Reaktion…“
Sein Scharfsinn war der Grund dafür, doch damit prahlte Julian nicht. Vielmehr nutzte er ihn hauptsächlich für seine Arbeit. Alles andere war ein netter Nebenerwerb dieser Eigenschaft.
Er grinste breiter, als er Maylas erstauntes Gesicht sah und biss sich kurz auf die Unterlippe. Gleichzeitig bog er den Oberkörper ein Stück zurück, so dass sich sein Unterleib für einen Moment gegen ihren presste. „Ich kenne ihn zu gut!“
Mit diesem seltsamen und ungewöhnlichen Gebaren fachte er das sexuelle Interesse der jungen Frau enorm an, bewusst oder unbewusst. Sie konnte nichts dagegen tun. Dennoch wollte sie ihm gegenüber nicht sofort mit der Wahrheit auf seine Frage herausrücken. „Wieso sollte ich dir das erzählen?“ fragte sie geheimnisvoll und bewegte ihre Hüften im Takt des Liedes hin und her. „Ich kenne dich kaum.“
Julian beugte sich näher zu ihr, so dass seine Lippen fast ihr rechtes Ohr berührten. Der Hauch seines Atems jagte einen weiteren Schauer durch ihre Glieder. „Weil ich es dann besser machen kann!“
Trotz der Gänsehaut auf ihrem Körper musste Mayla lachen. „Wer sagt dir denn, dass du die Chance dafür bekommst? Ach ja stimmt… deine Menschenkenntnis.“
„Schauen wir mal, wohin mich diese führt“ gab er leise zurück und seine Hände drückten Mayla sanft näher an sich, während er sich weiter zum Takt der Musik bewegte.
Kurz darauf senkte er sein Gesicht in ihre Halsbeuge, so dass Mayla lautlos aufseufzte.
Dieser Mann brachte sie buchstäblich um den Verstand, obwohl er ihr praktisch fremd war und Don sie außerdem im Blick hatte. Jedoch musste sie niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen, sie war erwachsen und im Augenblick ungebunden.
Wie selbstständig wanderte ihre Hand seinen Rücken hinauf und mit gekrümmten Fingern wieder hinab, so dass auch sein Körper sich für eine Sekunde anspannte. Mit Wohlwollen nahm sie zur Kenntnis, dass ihre Berührungen auch ihn nicht kalt ließen.
Mayla verspürte plötzlich das starke Verlangen, ihn zu küssen. Doch dies kam aufgrund der verschiedenen Umstände nicht in Frage.
Warum machte dieser Kerl sie nur so verdammt an?
Das war noch nie vorgekommen, wenn sie jemanden erst so kurz kannte. Krampfhaft versuchte sie, das Gespräch beiläufiger zu gestalten, um von ihrer inneren Erregung abzulenken. „Woran arbeitet ihr beide?“ fragte sie daher geradeheraus.
Julian hauchte die Worte auf die zarte Haut ihres Halses, so dass Mayla Augen und Lippen zusammenkniff. „Top secret, Baby, tut mir leid.“
Trotz ihrer Sinne, die sich auf eine betäubende Reise begeben wollten, gab sie nicht so leicht auf, sie wollte mehr über ihn wissen. „Dann erzähl mir etwas über dich, das ich hören darf.“
Ihr Grinsen wurde von ihm erwidert, er wiegte sich im Rhythmus der Musik noch ein paarmal hin und her und blickte dabei einen Moment zur Decke. Offenbar legte er sich seine Worte genau zurecht. Kein Wunder, wenn man für das FBI arbeitete, dachte Mayla.
Kurz darauf sah er sie wieder an und neigte in seiner typischen Manier den Kopf zur Seite. „Was bekomme ich, wenn ich dir ein Geheimnis erzähle?“
Der poppige Song verklang und wurde durch einen ruhigeren, melodischen abgelöst, doch Julian hatte offenbar nicht vor, die Tanzfläche schon zu verlassen. In Maylas Kopf explodierten die Gedanken, welche Antwort jetzt wohl die richtige war. Dass sie ihn begehrte, hatte er sicher bereits bemerkt, doch zu offensichtlich wollte sie nicht sein, auch wenn sich in ihr der Drang regte, ihm hier und jetzt die Kleider vom Leib zu reißen.
Sie schüttelte den Kopf, denn solch irrsinnige Gedanken kannte sie von sich nicht, Deshalb entschied sie sich dafür, die Antwort ihm zu überlassen und erwiderte: „Was erwartest du denn im Gegenzug?“
Julian beugte sich daraufhin noch einmal grinsend nach hinten und preßte seinen Unterleib nun deutlicher gegen ihren. Offenbar sollte ihr das Antwort genug sein und Mayla schnappte nach Luft. Kurz darauf blickte er ihr tief in die Augen und sagte: „Wie wäre es mit einem Kuss?“
Maylas Augen weiteten sich, dann lachte sie auf und auch er zeigte eine Reihe gerader weißer Zähne. „Das war ernst gemeint“ bekräftigte Julian und schob seine Hände in ihren Rücken, um sie noch näher zu sich zu ziehen.
Mayla überlegte gespielt lange, bevor sie antwortete: „In Ordnung. Also raus mit der Sprache! Ich liebe Geheimnisse.“
„Aber zuerst…“ er legte beschwörend einen Finger auf ihre Lippen, „…eine kleine Anzahlung! Das ist in der Informanten-Branche so üblich!“
Mayla mußte aufgrund des Humors und seinem Charme erneut kichern, dem sie von Minute zu Minute mehr verfiel. Nur Sekunden später verstummte sie und nahm nichts mehr um sich herum wahr, als sie seine Lippen auf ihren spürte. Seine rechte Hand legte sich dabei zärtlich um ihre Kiefer, um sie in Position zu halten. Doch Mayla hatte nicht vor, diese Verbindung so schnell wieder zu lösen. Ihre Knie wurden weich und ihre Hände krallten sich beinahe reflexartig in sein Hemd, unter dem sie die erhitzte Haut spürte.
Ungeachtet möglicher Zuschauer ließ sie ihn gewähren und ging auf das Spiel ein. Zärtlich tasteten sich ihre Lippen an seinen entlang und ließen sich bereitwillig aufnehmen. Sie berührten sich sanft, ganz ohne Druck, streiften aneinander entlang und nahmen sich abwechselnd in Empfang.
Beide hielten die Augen geschlossen, um sich nur auf die Berührung zu konzentrieren und Maylas Verstand begann sich zu verabschieden.
Plötzlich wurde Julian forscher, griff mit beiden Händen in ihre Gürtelschlaufen und zog sie ruckartig zu sich heran. Mayla entfuhr ein Keuchen, welches aufgrund der Musik aber nur für seine Ohren bestimmt war. Während seine linke Hand sie nun in Position hielt, fuhr die andere in ihren Nacken. Er neigte den Kopf ein wenig, um seinen Spielraum zu erweitern und schob die Zunge in ihren Mund vor.
Mayla war völlig überwältigt und vergaß alles um sich herum, auch die Tatsache, dass Don ihnen womöglich zusah.
Doch dieser blickte stur in sein ungezähltes Glas Whisky. Der Verlauf dieses Abends frustrierte ihn zutiefst. Er kippte den Rest der braunen Flüssigkeit hinunter und knallte das Glas auf den Tresen. Dann zog er einen Geldschein aus der Hosentasche, legte ihn daneben und stand auf.
Donald verließ die Bar, ohne sich noch einmal umzusehen.
 
Wann sich Julian wieder von ihr löste, konnte Mayla nicht sagen, aber sofort vermißte sie diese unglaubliche Nähe, seinen Geschmack und die Wärme, die von ihm ausging. Mit verklärtem Blick sah sie in seine dunklen Augen, die ihr verschwörerisch nah waren. Sein Gesicht war nun ernst und er hielt sie fest im Arm. „Jetzt bist du bereit für das Geheimnis“ sagte er, „noch nicht einmal Don weiß davon.“
Mayla bekam große Augen, aber diese Mitteilung kam nicht gegen ihren Drang an, ihn noch einmal zu küssen. Sie war beflügelt von seiner Nähe und war plötzlich nicht mehr so sicher, ob sie das Geheimnis noch interessierte. Von sich aus reckte sie ihren Kopf ein Stück nach oben, um erneut seine Lippen zu suchen. Die Musik sowie die Menschen um sie herum gerieten dabei immer mehr in den Hintergrund, waren nicht mehr Teil ihres bewussten Denkens.
Sie spürte ihn grinsen, bevor er sie ein weiteres Mal zärtlich und hingebungsvoll küsste. Das war nicht gespielt, das spürte die junge Frau genau. Die Wärme unter seiner Jacke nahm zu und sein Herz schlug kräftiger, als sie sich an ihn schmiegte.
Etwas atemlos lösten sie sich ein zweites Mal voneinander und er schenkte ihr ein ehrliches Lächeln. „Das Geheimnis scheint nicht dein größtes Interesse zu sein?“ stellte er nüchtern fest.
Die blonde Frau schluckte und wurde sich bewusst, dass sie ihm nichts vormachen konnte. Unangenehm jedoch war es ihr nicht. Sie sah ihm tief in die Augen. „Doch, aber du bist ebenso ein Geheimnis, das ich lüften möchte…“
Julian riß die Augen auf, dann lachte er herzhaft und umgriff mit einem Arm ihre Taille. „Na dann kommen Sie mal mit, Lady!“
 
Er führte Mayla hinaus aus der Bar, wobei ihm auffiel, dass Don nicht mehr da war. „Wo hast du denn deinen Wachhund gelassen?“ raunte er ihr zu, doch sie kicherte nur. Julians wunderbare Küsse hatten sie mehr beflügelt als es Alkohol je könnte und das fühlte sich unglaublich gut an. Während sie ihm nach draußen folgte, fragte sie sich, ob es klug war, sich das Geheimnis erzählen und sich somit in etwas hineinziehen zu lassen von dem man nicht wußte, was es für Folgen haben konnte. Die Informationen, die er mit sich herumtrug, waren schließlich streng geheim. Das kannte sie von Donald.
Aber die Anziehungskraft dieses Mannes war enorm. Nie zuvor hatte sie sich so schnell auf ein Abenteuer eingelassen, aber ihr fiel auch kein vernünftiger Grund ein, weshalb sie sich dagegen wehren sollte.
Zielstrebig führte Julian sie zu seinem Wagen, öffnete wie ein Gentleman die Tür zum Fond und machte eine einladende Geste. Mayla folgte dem Angebot und stieg ein. Dabei rutschte sie zur Seite, denn sie sehnte sich sogleich wieder nach seiner Nähe. Der ehemalige Agent blickte sich kurz um, dann stieg er ebenfalls ein und schloß die Tür. Maylas Atem ging schwer, sie wußte, welch aufregendes Abenteuer ihr bevorstand und sie ahnte auch, dass sie Julian ihr Begehren nicht mehr verheimlichen konnte.
„Komm her“ hauchte er sogleich, denn ihm schien es nicht anders zu ergehen. Er schob eine Hand in ihren Nacken und zog sie zu einem weiteren Kuss heran. Gleichzeitig schälte er sich aus seiner Jacke, wobei ihm Mayla instinktiv half.
Ein Kleidungsstück nach dem anderen fand den Weg zu Boden, Fahrer- und Beifahrersitz. Und kurz darauf saß der fremde Mann mit atemberaubend schönem Körper nackt auf der Rückbank. Maylas Augen flogen für eine Sekunde über seine glatte Haut, bevor er sie mit ungeahnt starkem Griff packte und auf seinen Schoß hob.
Sie dachte nicht nach, kniete einfach breitbeinig über ihm und schloss wie ein blindes junges Mädchen die Augen, bevor sie sich behutsam auf ihn niederließ. Beide stöhnten auf, das Gefühl war unglaublich und intensiv. Mayla legte ihre Hände hinter seinem Kopf ab und preßte ihren Oberkörper gegen ihn. Keuchend hob Julian ihr in einem geschmeidigen Rhythmus seine Hüfte entgegen, griff gleichzeitig nach ihren Brüsten und küßte sie.
Mayla gab die Kontrolle auf, es hatte keinen Sinn, sie aufrechterhalten zu wollen, das Spiel mit Julian war zu erregend. Sie räkelte sich auf ihm und spürte die betörende Reibung ihrer Vereinigung.
Ihm erging es nicht anders, sein heißer Atem fachte ihre Lust immer weiter an und es dauerte nicht lange, bis sie in der angestauten Hitze des Autos einen gemeinsamen Orgasmus erlebten. Mayla schlang die Arme um seinen Kopf und spürte seine Bartstoppeln auf ihrer verschwitzten Haut.
Als die Anspannung Sekunden später von ihr abfiel, spürte sie seine Hände in ihren Haaren. Er griff hinein und brachte sie so dazu, ihn anzusehen.
Mayla schluckte, denn plötzlich war sein Blick durchdringend und sehr ernst. Sie wagte nicht zu atmen und war im Bann seiner dunklen Augen gefangen, als sie seine klar gesprochenen Worte vernahm: „Es gibt einen Mann, der zu den meist gesuchten Verbrechern des FBI gehört. Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, ihn mit Hilfe eines Zielfernrohrs zu erledigen. Aber ich habe ihn leider verfehlt… bin wohl aus der Übung.“
Sein Blick spiegelte die Enttäuschung wider, die er zweifellos empfand. Die blonde Frau jedoch war entsetzt von der Tatsache, was er da scheinbar so lapidar ausplauderte, wo er sie so gut wie nicht kannte.
„Nicht einmal Donald weiß davon und das muss auch so bleiben“ fügte Julian hinzu und neigte den Kopf zur Seite, ohne die Augen von Mayla zu nehmen und sein plötzlich sehr liebevoller Blick unterstrich diese Bitte.
Sie legte beide Hände auf seine Wangen und küßte ihn zärtlich. „Natürlich.“
 


→ tbc Teil 2
Review schreiben