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Endless Death

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Horror / P16 / Het
Armin Castiel Lysander Nathaniel OC (Own Character) Pia
20.10.2017
03.05.2022
71
179.308
6
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.11.2018 2.899
 
Was, wie? Ein Kap? Am Donnerstag und dann auch noch in der komplett falschen Woche? FALSCH! Heute ist der 22. November und bei allen Sweet Amoris Fans müsste da jetzt was klingeln! Insbesondere bei den Lysander Fans~ Jajaja, es war mehr ein spontanter Beschluss von Nasta und mir zu den Gebbis der Hauptcharaktere ein Special rauszuhauen. Ich glaube, ich habe noch nie so hart und schnell in die Tastatur geschlagen, weil ich noch unbedingt fertig werden musste xD Die Schule wird's mir danken, aber egaaaal! Für Lys würd' ich immer alles links liegen lassen xD
Ich finde, das ist ziemlich nett von uns, ihr nicht? 4 Empfehlungen, 10 Favos, fast 2000 Aufrufe, aber nur 9 Reviews? Hmm... Seid froh, dass wir so unendlich verliebt in unsere Partner-Fanfiktion sind ;DD
*flüster* Und natürlich freuen wir uns weiterhin riesig über jeden weiteren Favo und Zugriff und Sternchen, hier nochmal tausend Dank an alle! Kekse gefällig? *paar gekaufte Kekse hinstell', weil backen kann ich nicht* xD
Jedenfaaaaalls. Enjoy und noch einen schönen Rest des 22. Novembers und auch noch weiter und bla bla, bin zum nächsten Kapitel, bla bla, okay.
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Ich hatte Lysander kennengelernt, da stand ich kurz vor meinem 15ten Geburtstag. Es war ein warmer, frühsommerlicher Tag, meine Familie war erst vor wenigen Monaten hierher nach Somerville gezogen und ich war gerade mit unserer Hündin Shiva spazieren. Im Park „büxste" sie mir aus, sprang den damals 15-jährigen Lysander geradezu an und so nahm „unsere Geschichte" ihren Lauf.
  Ich erinnerte mich noch gut an seinen ersten Geburtstag, den ich miterleben durfte. Er gehörte zu den wenigen Menschen, die daraus keine große Sache machen wollten, aber das hatte mich nicht sonderlich interessiert. Wir hatten uns zwar, für unser beider Verhältnis, wie ich schon bald erfahren hatte, ziemlich schnell miteinander angefreundet, aber auch, wenn diese Freundschaft zu dem Zeitpunkt erst wenige Monate alt war, hatte ich dieses tief sitzende Bedürfnis, diesen Tag für ihn besonders zu machen. Gut, das wünschte ich mir eigentlich bei jedem Tag, allerdings war Zaubern nun keine besonders große Stärke von mir. Zudem lag vieles nicht einmal in meiner Hand. All das änderte aber nichts an dem generellen Vorhaben, besonders nicht an diesem Tag.


„Happy Birthday, Lysander!", rief ich euphorisch und riss die Arme in die Luft, als er die Tür öffnete. Samstag, der 22. November, der 16. Geburtstag meines besten Freundes. Zumindest hier in und bei Boston. Gut, ich hatte nicht viele Freunde, ich lebte erstens noch nicht lange hier, musste meine „alten" Freunde in New York zurücklassen, und außerdem war ich noch nie so besonders gut in Freunde-machen, deshalb war es nun nicht so schwer, dass er mein bester Freund war. Er könnte das durchaus anders sehen. Aber das spielte keine Rolle. Es war nicht wichtig, wie die Tiefe unserer Freundschaft nun definiert wurde. Sie war da und ich wollte ihm zeigen, dass er mir wichtig war, wie wichtig er mir schon nach diesen wenigen Monaten war.
  Ich wollte ihm gerade in die Arme fallen und ihn drücken, da kam schon ein kleines Wesen von hinten angetapst und rief noch euphorischer, als ich es war: „Lysander!" Meine kleine sechsjährige Schwester Leonie war das, die einen gigantischen Narren an diesem Silberschopf gefressen hatte. Wer sollte es ihr verübeln?
  Kompromisslos lief sie auf ihn zu und streckte ihm ihre Arme entgegen. Natürlich verstand und nahm er das sofort an, hob sie hoch und flötete dabei ein: „Na, Prinzessin~"
  Sie kicherte vergnügt, singsangte „Happy Birsdei!" und kicherte wieder. „Happy" klappte schon ganz gut, „Birthday" noch nicht so, aber das machte nichts. Sie ging schließlich erst seit wenigen Monaten zur Schule.
  „Danke, Prinzessin", erwiderte Lysander, lächelte meine kleine Schwester dabei offen und ehrlich an. Ich nahm an, er war ernsthaft gerührt. Sollte ich eifersüchtig sein? Naahh... Wie denn? Leonie konnte selbst mich ganz leicht um den Finger wickeln, wieso sollte das dann bei anderen anders sein?
  „Hab' ein Geschenk für dich!", rief sie freudig aus und ruderte etwas mit den Armen in meine Richtung. Lys hörte ich nur ein ehrlich erstauntes „Was, wirklich?" sagen, ehe ich etwas Kleines, Verpacktes aus meiner Tasche zog und es dem kleinen Wirbelwind reichte, damit diese wiederum es ihm selbst geben konnte. Er schob sie daraufhin etwas höher in seinen Arm, damit er das Geschenk in beide Hände fassen konnte.
  „Mach' auf, mach' auf!", forderte sie ungeduldig, hielt sich wie zur Unterstützung etwas an seinem Hals fest und Lysander konnte einfach nicht anders, als ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Zum Vorschein kam ein Mikrofon.
  „Was...?" Die Verwunderung stand ihm groß und breit ins Gesicht geschrieben.
  „Hab' ich selbst gebastelt!", erzählte Leonie ihm stolz. „Kyra hat erzählt, dass du total gern singst, also hab ich was gebastelt, in das du singen kannst. Toll, nicht wahr?" Freudig zeigte sie auf das untere Teil des do-it-yourself-Mikrofons, fügte hinzu: „Da ist aber noch was!"
  Der Silberhaarige entfernte diese Art Kappe von der bemalten Papierrolle und zog dann ein Blatt Papier heraus, schaute es sich ausführlich an, während das kleine Mädchen ständig mit ihrem kleinen Finger auf etwas zeigte oder/oder erklärte.
  „Schau', alle meine Lieblingsmenschen hab' ich gemalt! Aber das Bild ist ja für dich, also habe ich dich größer gemalt und du hältst Kyra und mich an der Hand, weil ich finde, dass ihr soooo süß zusammen seid und ich natürlich dabei sein will. Und dahinten ist noch Daniel, aber den kennst du ja nicht, ich hoffe, das ist nicht so schlimm."
  Sie erzählte noch so allerlei Dinge, aber mein Gehirn war bei diesem „soooo süß zusammen" stecken geblieben. Zwar hatte ich das Bild schon mal gesehen, doch erst jetzt wurde mir so richtig bewusst, was sie da überhaupt gemalt hatte. Ich wurde rot. Wollte sie uns etwa verkuppeln? Sie war sechs Jahre alt!
  „Leonie! Wir müssen jetzt wirklich los!"
  Ein Schulterblick verriet mir, dass mein Vater das Fenster seines Wagens heruntergefahren hatte, um uns zurufen zu können. Wir wohnten zwar nur etwa eine Parklänge von Lys' Familie entfernt, aber da Leonie ja unbedingt mit wollte und schlecht allein wieder nach Hause laufen konnte, hatte Papa uns kurz rumgefahren.
  Meine Schwester jammerte auf Lysanders Arm und ließ die Schultern hängen. Er beobachtete dies, drückte ihr einen aufmunternden, liebevollen Kuss auf die Wange und flüsterte ein: „Vielen Dank, Prinzessin. Das sind wirklich unheimlich schöne Geschenke."
  Natürlich fing sie daraufhin wieder an, zu strahlen und drückte ihn noch einmal. Dann ließ er Leo herunter, sie kam nochmal auf mich zu, um mich zu umarmen und lief dann zurück zu Papa. Allerdings nicht ohne sich auf halbem Wege noch mal zu uns umzudrehen, zu winken und ein „Viel Spaß euch!" zu rufen. Hatte sie etwa gerade schelmisch gegrinst dabei? Hatte sie?! Ich wiederholte mich, aber: Sie war sechs Jahre alt!
  Lysander und ich sahen dem Wagen hinterher, bis er nicht mehr zu sehen war, dann drehte ich mich wieder zu ihm um.
  „Manchmal wünschte ich mir auch, eine kleine Schwester zu haben", witzelte er lediglich zu dem allen und lächelte mich an.
  „Ich denke, diese Rolle als großer Bruder hätte dir auch wunderbar gestanden~", schmunzelte ich und meinte das zudem noch vollkommen ernst. Dann ebenfalls noch Leigh als großer Bruder, joa... Ich nahm an, es konnte einen schlechter treffen.
  Ein kalter Wildstoß tanzte um meine Ohren, ließ mich erschaudern. Scheiß Vorwinter. „Könnten wir bitte reingehen? Es ist echt kalt, so auf Dauer", jammerte ich ein wenig und schien Lys damit zurück in die Welt der Erkenntnisse zu ziehen. Auf Absatz drehte er sich um, wollte wohl die Tür öffnen, nur um dann festzustellen, dass die nicht mehr angelehnt, sondern wirklich zu war.
  „Ups", meinte er nur, brachte mich damit zum Lachen, bevor er die Hausklingel betätigte.

Wäre mein Vorschlag nicht gewesen, stünden wir jetzt nicht hier. Lysander hatte keine Ahnung, was er an seinem besonderen Tag unternehmen sollte, also schlug ich, eigentlich mehr aus Jux, vor, Schlittschuhfahren zu gehen. Nichts gegen Schlittschuhfahren, ich liebte es, Schlittschuhfahren zu gehen, obwohl ich 'ne olle Frostbeule war, doch konnte ich von mir selbst behaupten, nicht allzu schlecht zu fahren – schaffte es immerhin, rückwärts zu fahren und einfache Drehungen mit Eiskontakt zu vollführen -, allerdings hätte ich nicht ernsthaft gedacht, dass er den Vorschlag wirklich gut finden würde. Und dennoch standen wir jetzt hier. Mit „wir" waren – logischerweise - Lysander und ich gemeint, des Weiteren noch sein Bruder Leigh mit seiner neuen (?) Freundin – war mich nicht ganz sicher, ob ich die knappen Infos richtig verstanden hatte -, sowie sein bester Freund Castiel und dessen Freundin. Wenn man das so betrachtete, waren Lys und ich die Außenseiter hier, weil wir die einzigen waren, ohne eine feste Beziehung. Singles wie wir sollten also zusammenhalten! Besonders, da wir beide anscheinend irgendein Problem mit beiden dieser „Freundinnen" zu haben schienen. Bei, wie hieß sie? Debbie? Debora? Debrah? Das war's, glaubte ich. Jedenfalls wusste ich bei ihr mit Sicherheit, dass ich sie nicht sonderlich mochte, und dass der Silberschopf das anscheinend genauso wenig tat. Ich konnte es einfach an seiner Art, zu reden feststellen. Er war ein recht stiller Mensch, aber diese Distanzierung, wenn er mit ihr sprach oder sie nur ansah, die war echt erschreckend. Sagen tat er aber nichts gegen sie. Klar, schließlich war es die feste Freundin seines besten Freundes. Doch allein das genügte schon fast, dass auch ich ihr skeptischer als anderen Menschen entgegen trat.
  Und mal so nebenbei... Sie war nett, ja. Beängstigend nett. Freundlich, schmeichelnd, zuvorkommend, geradezu perfekt. Aber alles auf eine, für mich zumindest, unangenehm beklemmende Art und Weise. Lag es an meiner allgemeinen Skepsis gegenüber fremden Menschen? Dass sie von vornherein so megaüberfreundlich mir gegenüber war, obwohl sie mich überhaupt gar nicht kannte? An dem merkwürdigen, undefinierbaren Blick, den sie mir zuwarf, wenn ich mit mal mit Castiel redete? Fakt war, dass ich sie im Auge behalten würde.
  Bei der anderen Freundin war das allerdings anders. Sie war wunderschön und wirkte auf den ersten Blick etwas eitel und arrogant, allerdings konnte ich schnell feststellen, dass sie auf eine wirklich angenehme Weise, absolut nicht perfekt zu sein schien. Ich wusste nicht, ob das nur an mir lag, aber Menschen, die scheinbar perfekt waren oder so taten, als ob sie's wären, waren mir äußerst suspekt. Aber das war sie und tat sie nicht. Und das machte sie mir in dieser Hinsicht zumindest sympathetisch. Das einzige Problem, was sich mir bis zu diesem Zeitpunkt ihr bezüglich stellte, war, dass Lysander irgendetwas zu haben schien. Wenn sie da war, veränderte sich etwas bei ihm und ich kannte ihn einfach nicht gut genug, um besagen zu können, was genau es war, besonders, da diese Veränderung kaum wahrzunehmen war. Und das fuchste mich, wenn ich ehrlich war.
  „Lys, warte, ich helfe dir!", grinste ich und streckte ihm die Hand entgegen, als er dabei war, das Eis zu betreten. Ich hatte meine eigenen dabei gehabt und hatte ja auch bereits Übung darin, meine Schuhe zu schnüren, so war ich schon mal vorgegangen. Nicht die feinste englische Art, doch Lys hatte es mir erlaubt!
  Der Silberhaarige ergriff dankend meine Hand und ließ sich aufs Eis führen. Ein wenig wackelte er, fiel aber zumindest nicht um. Bei den anderen sah es ganz ähnlich oder besser aus. Leigh und... Rosalia (?) schienen schon ein- oder zweimal Eislaufen gewesen zu sein, die einfachen Schritte fielen ihnen recht leicht. Auch Debrah wirkte nicht gerade ungeschickt, lediglich Castiel schien wohl noch nie auf dem Eis gestanden zu haben. Da er aber ein ganz Cooler war, versuchte er das zu vertuschen. Und es war natürlich auch nicht seine Freundin, die ihn führte, neeeein, es war ganz klar Castiel, der seine Freundin führte! Wie denn auch anders!
  Lysander hingegen war es nicht peinlich, dass ich ihm beim Laufen half. Die ersten Meter fuhr ich rückwärts vor ihm her, hielt ihn fest, bis er schließlich etwas schneller wurde und ich mich in Fahrtrichtung drehte, ihn noch immer an der Hand haltend. Wir Singles mussten schließlich zusammenhalten!
  Einige Runden liefen wir so nebeneinander her, ein angenehmes Schweigen lag zwischen uns. Bis er entschied, dieses Schweigen zu brechen: „Hey, Kyra?"
  Ich drehte meinen Kopf in seine Richtung. „Hm?"
  „Ich wollte mich nochmal bei dir bedanken. Für den Überraschungsbesuch der kleinen Leonie. Für deine Geschenke. Für deine Idee, hierher zu kommen, es ist wirklich schön. Dafür, dass du einfach hier bist." Einen kurzen Moment schwieg er, achtete darauf, wo er hinlief, bevor er ergänzte: „Das ist mir etwas peinlich und klingt womöglich auch seltsam, aber ich habe mich noch nie so schnell bei jemandem so wohl gefühlt."
  Wie schön, dachte ich mir und lächelte ihn an. „Ist schon in Ordnung, Lys. Mir geht's genauso."
  Tatsächlich fand ich es nicht mehr so schlimm, hierher gezogen zu sein. Klar, ich vermisste noch immer das alte Haus mit all den Erinnerungen an meine Mutter und ebenso meine alten Freunde, bei dem mir irgendwas sagte, dass der gelegentliche Schreib- oder Telefon-Kontakt nicht ewig halten würde, aber... Lysander zeigte mir, dass ein Neustart nicht immer so schlimm war. Auch Laeti zeigte mir das, das blauhaarige Mädchen in meiner neuen Klasse, die sich direkt meiner angenommen und meinen etwas holprigen Start hier so angenehm wie möglich gestaltet hatte. Genauso Leonie, die regelrecht hier aufzublühen schien, also noch mehr, als sie es in New York getan hatte. Vielleicht war ihr das alles da zu eng, zu laut, hatte sie eingeschränkt. Sie jetzt so viel munterer zu sehen, erleichterte mich ungemein. Sogar John schien es hier besser zu gehen. Zwar hatte er für den Umzug die Uni wechseln müssen, allerdings war das schon fast verdächtig reibungslos von Statten gegangen und wohler als an seiner alten Uni schien er sich dort auch zu fühlen. Es war beinahe so, als wollte das Schicksal, dass wir hier alle herkamen, dass das durchaus so richtig war. Vielleicht, ja.
  „Lys-Schatz!", rief Rosalia (?) - war mir da immer noch nicht so ganz sicher – und kam mit Leigh auf uns zu. Dabei stieß sie wohl versehentlich gegen ihn, er strauchelte und ich hielt ihn auf den Beinen.
  „'Tschuldige", grinste sie schief. „Ich wollte nur sichergehen, ob du auch so viel Spaß hast, wie wir! Hast du mal Castiel beobachtet? Ich weiß ja, er steht total und innig auf seine Freundin, aber so sehr wie der an ihr hängt, frag' ich mich echt, ob es nur daran liegt." Ihr Lachen dabei war laut, ohne Zweifel jedoch sehr schön anzuhören. Und wieder bemerkte ich diese seltsame, kaum merkliche Veränderung bei Lysander. Hm... merkwürdig...
  „Ja, habe ich. Und es freut mich, dass ihr auch Spaß habt", lächelte er höflich zurück. Ich erhaschte einen Blick auf sein Gesicht. Und mit einem Mal verstand ich.
  „Leigh, komm! Gehen wir ein bisschen das Cassilein ärgern!"
  Und schon war sie wieder verschwunden, ihren Freund mehr im Schlepptau, als dass er sie richtig begleitete. Allerdings achtete ich gar nicht so wirklich darauf. Sondern beobachtete Lysander. Wie er den beiden hinterher sah, dann, wie er den Blick nach vorn richtete und dann, wie er meinen Blick bemerkte und ihn erwiderte. Er musste gar nicht fragen, er wusste irgendwie, dass ich nur darauf gewartet hatte, dass er mich ansah, damit ich sprach.
  Mitfühlend sah ich ihn an. „Ich habe es nun verstanden. Ich kenne diesen Gesichtsausdruck."
  „Was...?"
  „Ich kenne ihn. Ich schaue so ähnlich, wenn ich diesen einen Jungen aus der Parallelklasse sehe und er mir so unerreichbar erscheint."
  Die Augen des Silberhaarigen blitzten auf, seine Wangen wurden rot und beschämt schaute er weg. Es stimmte also.
  „Du bist verliebt in sie, nicht wahr?"
  Er musste nichts sagen. Sein Schweigen war Antwort genug und es war auch nicht so, dass er mir nicht antworten wollte. Das spürte ich. Sein Schweigen war wie ein Nicken.
  „Und sie ist mit deinem Bruder zusammen", fügte ich so mitfühlend ich konnte hinzu, obwohl diese offensichtliche Tatsache nicht ausgesprochen hätte müssen.
  Nun sah er mich aber wieder an. Mein Herz wurde schwer bei dem schmerzerfüllten Blick seiner Augen. Lysander hatte also Liebeskummer. Und das alles möglichst gut versteckt gehalten zu haben, musste den Schmerz noch intensiviert haben.
  „Es ist in Ordnung. Du darfst traurig sein." Ich schenkte ihm ein zärtliches Lächeln und drückte seine Hand. „Es wird wieder besser werden. Und ich werde für dich da sein. Versprochen."

Ich schloss meine Augen. Ich mochte diese Erinnerung an diesen Geburtstag, denn obwohl es diese irgendwie schmerzhafte Offenbarung an diesem Tag gab, zumindest für ihn, hatte es uns nur näher gebracht. Das war nur einer dieser schwierigeren Gegebenheiten, die wir mit der Zeit gemeinsam durchstehen mussten und durchgestanden hatten. Und all diese Gegebenheiten, alles, was passiert war, hatte uns nur in unserer Freundschaft bestärkt.
  Vielleicht besaßen wir nicht die längste Freundschaft. Aber ich würde behaupten, dass wir eine der reinsten und stärksten Freundschaften führten. Jedenfalls könnte mich niemand von etwas anderem überzeugen.








Dieses Kapitel wurde Ihnen präsentiert von: @Sternenwandlerin
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