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Endless Death

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Horror / P16 / Het
Armin Castiel Lysander Nathaniel OC (Own Character) Pia
20.10.2017
03.05.2022
71
179.308
6
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
17.11.2018 3.211
 
Uuuuuups, I did it again xD
Möget ihr mir vergeben! ;-;
Und bitte wünscht mir (also Sterni) Glück, das kann ich nämlich dringend gebrauchen bei der Englisch-Vorsprachprüfung, die bei mir nächsten Dienstag oder Mittwoch ansteht. Jajaja, es geht langsam wirklich in die heiße Phase ... ._.
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Mein Tempo verlangsamte sich nicht, als ich regelrecht nach draußen stürzte. Der Zorn brodelte in mir und trieb mir Tränen der Wut in die Augen. Im Gehen stopfte ich mir mein Brot in den Mund und aß es, ohne was zu schmecken. Irgendwo stellte ich den leeren Teller achtlos hin. Kaum draußen, schlug ich auf einen Baum ein – und bereute es sofort. Ohne Konzentration und Vorbereitung auf Holz einschlagen war und würde nie eine gute Idee sein.
Fluchend rieb ich meine Fingerknöchel und sah sie mir dann genau an. Sie bluteten ein wenig, aber nicht weiter dramatisch, also ignorierte ich das und fing an, mich aufzuwärmen. Mein Innerstes brodelte weiter, während ich an meinen Armen zog und meine Beine strapazierte. Schließlich fing ich an zu laufen, immer und immer wieder um die Schule herum. Ich hoffte wohl, dass die Anstrengung meinen Zorn vertreiben würde. Meine Atmung wurde zwar angestrengter, aber die Bewegung schien in diesem Fall mein Feuer eher anzuheizen. Am liebsten hätte ich geschrien, ließ es aber bleiben. Stattdessen fing ich an, an einen Baum gerichtet zu trainieren. In meinen Augen stand noch immer das Hochwasser der Wut. Diese blöde, olle Melody, diese krankhaft eifersüchtige Ziege – ich trat gegen den Baum und gab meinen Kampfschrei von mir. Diese dreckige, hirnverbrannte Tussi! Wütend liefen die Zornestränen aus meinen Augen. Was dachte die sich eigentlich?! Was gab ihr das Recht, so zu reden und so etwas zu behaupten? Am besten dachte die noch, ich würde mich zu meinem Vorteil an Nath heranschmeißen! Welcher Vorteil bitteschön?! Was zum Geier, hätte mir das gebracht? Dass die Zombies in dieser Apokalypse mich nicht zerfleischen, wenn ich mit Nath zusammen wäre? Was nie mein Ziel war und sein wird? Diese Trulla gehörte in die Klapse, wäre das noch möglich! Mein Zorn verflog einfach nicht, dieses Mädel machte mich rasend und so wurden meine Gedanken vielleicht nicht alle ganz fair oder faktisch korrekt. Aber es war mir herzlich egal – so scheißegal! Sie orientierte sich auch nicht an der Wahrheit – oder Logik.

Ich wusste nicht, wie lange ich die Wut aus mir herausprügelte, aber irgendwann verdampfte dann auch meine Kraft – mein Zorn blieb aber.
Das Wetter war erstaunlich mild – fast warm und das Gras inzwischen sogar so etwas wie trocken. Ich ging noch langsam eine Runde um die Schule und ließ mich dann irgendwann an einem Baum zu Boden sinken.
„Kann nicht ihr Ernst sein…“, ich ärgerte mich noch immer. Aber mir tat nun alles weh und ich war völlig verschwitzt. Wieso nochmal war ich heute schon duschen?
Ich schlich mich regelrecht rein, weil ich gerade niemanden sehen wollte – absolut niemanden. Es grenzte an ein Wunder, dass mir das gelang. Ich holte mir mein Waschzeug und wusch mich dann auf einer Damentoilette –zweimal am Tag duschen wollte ich meiner Haut nicht antun. Zumal wir nicht übermäßig Wasser verschwenden sollten.
Als ich meine Sachen wieder weggebracht hatte, traf ich Armin.
„Hey, Svea!“, er grinste breit und schien ziemlich zufrieden zu sein. Ich brummte nur missmutig. Nachher wird mir von Melody noch vorgeworfen, ich würde mich jetzt an Armin heranschmeißen. Am liebsten würde ich trocken lachen.
„Was los?“
„Es gibt sehr unsympathische Menschen hier“, mein Blick blieb starr nach vorne gerichtet, bevor ich auf mein Handy blickte. Es war 11:32 Uhr. Hatte ich wirklich soviel Zeit draußen verbracht? Anscheinend ja. Wieso war mir niemand anderes aufgefallen? Oder wieso hatte mich keiner angesprochen oder sonstiges? War ich so in meine Wut vertieft gewesen? Innerlich zuckte ich mit den Schultern. Es war ja auch völlig wurscht.
„Kommst du mit in die Cafeteria? Die meisten sitzen da und verdöddeln die Zeit. Die Sonne scheint da total rein“, Armin blickte mich kritisch an.
Ich überlegte kurz – ich konnte wohl etwas positiven Input gebrauchen.
„Lass mich kurz mein Buch aus dem Schlafraum holen, dann komm ich nach“, meine Stimme klang gleichgültig.
„Okay, bis gleich“, er zuckte mit einer Schulter.
„Bis gleich“, ich schlug den entsprechenden Weg ein. Queen Jealousy‘s Verhalten ließ mich immer noch nicht los. Es machte mich rasend, dass jemand so abartig denken konnte.
Das Buch fand schnell seinen Weg in meine Hände und ich den zur Cafeteria. Ich fand Armin bei Viola und… Nath. Na, wie konnte ich Melody jetzt triggern? Ich fühlte mich von ihr beobachtet, so wie sie gerade am anderen Ende des langen Tisches bei Carla saß. Alle saßen an diesem einen Tisch. Wortlos setzte ich mich gegenüber von Nath und beteiligte mich nicht an dem Gespräch, zu dem auch Kentin dazustieß. Ich spürte Blicke auf mir, während ich zu lesen begann. Die positiven Gefühle wollten nicht so recht auftauchen.
„Svea?“, ich hörte Violas zarte Stimme und hob den Kopf.
„Ja?“
„Ich möchte mir etwas zu trinken holen, möchtest du auch etwas?“, sie lächelte schwach.
Ich bemerkte meine trockene Kehle.
„Ja, schon, aber ich komm mit.“
Ich wollte aus Melodys Blickfeld. Ihre Blicke durchbohrten mich gefühlt – vielleicht wurde ich auch nur paranoid. Wieso nahm mich das alles so mit? Dieser Vorfall sollte für mich nach einer kurzen Zeit völlig abgehakt zu sein und nicht so lange auf mir lasten. Viola reichte mir ein Glas mit Wasser. Sie schien über etwas nachzudenken, während sie den Wasserstrahl beobachtete.
„Ist etwas zwischen dir und Melody vorgefallen? Du bist so eilig verschwunden heute Morgen“, sie sah mich genau an.
„Kann man so sagen“, ich seufzte und kippte das H2O in mich.
Zum Glück hatten wir fließend Wasser.
„Ich schätze, du möchtest nicht drüber reden?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Eine zu lang zu erklärende und eigentlich so dämliche Geschichte, die mich aber wütend macht!“, ich riss den Wasserhahn mit überflüssiger Kraft auf.
Die Violetthaarige nickte verständnisvoll und lächelte. Es beruhigte mich etwas – genauso wie die Feststellung, dass Melody nicht mehr in der Cafeteria war. An unserem Tisch hatte sich nicht viel verändert, außer der Tatsache, dass Nath mein Buch mehr oder weniger verteidigte.
„Finger weg, Kentin!“
„Ich versteh Schwedisch doch eh nicht!“
„Das ist Deutsch, Kentin“, ich stand direkt hinter ihm. Er zuckte zusammen.
Seufzend ließ ich mich auf meinem Stuhl neben dem Brünetten nieder und stellte mein Glas ab. Nath reichte mir das Buch, das er in seinen Händen hielt. Ich lächelte ihn an. Mein Herz fühlte sich leichter, jetzt wo ich sehen konnte, dass der Schlaf ihm geholfen hatte und es ihm besser ging.
„Danke.“
Er sah mich mit einem undurchdringlichen Blick an. Merkte er, dass mich etwas beschäftigte? Es würde mich nicht wundern. Niemand hier kannte mich besser als er, wahrscheinlich nicht einmal ich selbst.
Nachdenklich nahm ich einen Schluck Wasser, Nathaniels Blick legte sich auf die Flüssigkeit, als ich das Glas wieder abstellte und er schien zu überlegen.
„Was ich mich gerade frage… wieso haben wir noch fließend Wasser und Strom? Normalerweise müsste das doch schnell zusammenbrechen, wenn sich keiner darum kümmert“, er runzelte die Stirn. Ich zuckte ratlos mit den Schultern. Ebenso Armin und Viola.
„Ich würde vermuten, unser Netz wird von außen gespeist. Wäre praktisch um die Zivilisten zu beruhigen. Das Militär ist immer darauf aus, die Bevölkerung ruhig zu stellen und Panik zu vermeiden“, vermutete Kentin.
Patricia lief an unserer Seite des Tisches vorbei und blieb stehen, als sie unser Gesprächsthema bemerkte.
„Zumal sie die Zivilisten auch leichter jagen können, wenn die Zuhause sind“, es schien ihr herausgerutscht zu sein, denn sie schlug ihre Hand eilig vor den Mund. Aber zu spät, wir hatten es alle gehört. In meinem Magen bildete sich ein Knoten. Es wurde totenstill in der Cafeteria.
„Wie bitte? Sie jagen uns?“, Nath erhob die Stimme, bevor ich es konnte. Ertappt nickte Patricia.
„Ja, sie haben einen strikten Schussbefehl, auf alles, was sich bewegt“, sie sprach leise und schien zu bereuen, etwas gesagt zu haben.
„Ach Quatsch, das Militär soll die Bevölkerung schützen. So ein Unsinn!“, Kentin runzelte abwehrend die Stirn. Es war offensichtlich, dass er nichts von Patricias Worten glaubte.
„Es ist deine Entscheidung mir zu glauben oder nicht, mein Junge. Ich kann dich nicht zwingen“, sie sah ihn ernst an. Er stand auf und sah entrüstet aus.
„Unglaublich, so etwas Lächerliches!“, er ging.
Es blieb im ganzen Raum still. Wir alle mussten die Informationen erst einmal verdauen. Meine Gedanken rotierten, aber es war schnell klar, dass das sehr sehr schlechte Neuigkeiten waren. So ziemlich die schlechtesten, die wir kriegen konnten. Das war wirklich richtig übel! Armin, Viola und Nathaniel waren blass und ich vermutete, dass ich nicht anders aussah. Bei den anderen gab es Gesichter voller Zornesröte, ebenfalls Leichenblässe und offenstehende Münder.
„Aber das können die doch nicht machen! Das Militär soll doch die Bevölkerung ihres Landes schützen und nicht umbringen!“, Viola stiegen Tränen in die Augen, die eher nach welchen der Entrüstung aussahen. In mir herrschte das gleiche Gefühl, das schnell von Resignation abgelöst wurde.
„Sie sollen die Nation beschützen, nicht deren Bewohner. Nur die Grenzen zählen noch, schätze ich“, Nath verzog das Gesicht.
„Von den Reichen und Politikern mal abgesehen, natürlich“, fügte ich sarkastisch hinzu.
„Logo, wie immer“, fügte Castiel aus einiger Entfernung trocken hinzu.
„Ist stark anzunehmen, würde ich sagen“, nuschelte Kim.
„Wenn du das wusstest und wahrscheinlich alle, die bei dir waren, wieso habt ihr nichts gesagt?“, Armin sah Patricia an. Die Blicke verteilten sich auf sie und Kyras Bruder. Kyra und Laeti, ich war mir nicht sicher, ob ich den richtigen Namen im Kopf hatte, waren nicht hier.
Sie zögerten und schienen zu überlegen. Schließlich setzte Patricia sich.
„Ich bin ehrlich. Bis zu dem Moment, an dem ich euer Gespräch gehört habe hatte ich andere Dinge im Kopf und das gar nicht wirklich auf dem Schirm.“
„Aber es ist gut das zu wissen“, Nath grübelte sichtlich.
„Und in Panik wollten wir euch auch nicht versetzen“, kam es von dem etwas älteren, braunhaarigen Typen.
„Wirklich großartige Idee, uns unvorbereitet zu lassen, John! Was habt ihr euch dabei gedacht?!“, Castiel knurrte seinen Kumpel, ich nahm zumindest an, dass sie das waren, regelrecht an, „Zumal wir doch demnächst wieder raus wollten um noch mehr zu sammeln!“
Diese Information hatte sich wohl noch nicht bis zu mir durchgesetzt.
Die Stille wurde urplötzlich zu einem Stimmenwirrwarr.
„Wir können nicht hier bleiben!“
„Wir müssen weg!“
„Sie werden uns alle töten!“
„Solche Arschgeigen!“
Ich hörte allerlei Aussagen und ich stimme jeder von ihnen irgendwie zu. Mit der Hoffnung, eine Lösung irgendwie im Raum zu finden, sah ich mich um. Aus der Küche kamen gerade Kyra und ihre Freundin. Sie standen mehr oder weniger in der Tür und beobachteten das Durcheinander, bevor sie sich auf freie Plätze setzten, die ein paar Stühle von uns entfernt waren. Amber war aufgesprungen und warf sich Nath regelrecht um den Hals.
„Naaath… mach was!“, sie quakte wieder herum. Er seufzte genervt und verdrehte die Augen. Grob schob er sie von sich.
„Amber, ich bin dein Bruder, nicht Gott. Reiß dich zusammen!“
Sie japste entsetzt.
„Wenn Vater das…!“
„Wenn er was?“, Naths Stimme ließ sie verstummen. Sein Blick blitze sie förmlich an, dann wand er sich von ihr ab und ignorierte sie. Sie stutzte, sah dann mich böse an, als wollte sie mich erwürgen und verließ die Cafeteria. Li eilte ihr hinterher.
Ich verzog das Gesicht. Wieso wurde eigentlich immer mir die Schuld an allem gegeben, was mit Nath zu tun hatte? Wenn er nicht das machte, was andere von ihm wollten, war anscheinend immer ich irgendwie dafür verantwortlich – mein Blick senkte sich auf mein Buch. Das ließ mein Herz sich zusammenziehen. Das war nicht fair. Ich hatte nie etwas in der Richtung getan, außer Nath zu helfen, als ich erfuhr, was sein Vater ihm antat! Ich blätterte durch die Seiten.
„Alles Gute zum 16. Geburtstag, mein Schneeengel! Wir lieben dich!“, stand auf den ersten leeren Seiten, noch vor der Widmung der Autorin. Ich klappte es wieder zu. Positive Gefühle erschienen mir gerade einfach falsch.
Um mich herum diskutierten sie alle lautstark, was wir nun tun sollten.
Von „Wir müssen uns besser verstecken!“ zu „Wir müssen sie unbedingt meiden!“ bis „Wir müssen alle Soldaten ausschalten, die wir finden können!“ war alles dabei.
Ich wusste nicht, zu welcher Fraktion ich gehörte. Einer Mischung aus allem? Auf jeden Fall hatte diese Nachricht jeden aufkommenden Hauch besserer Laune bei mir erstickt. Langsam zog ich meine Beine auf meine Sitzfläche und platzierte mein Kinn auf meinen Knien. Es war doch alles scheiße. Dabei fing der Tag so gut an! Ich schloss meine Augen. Danke Melody, dass du für mich den Teufelskreis in Gang gebracht hast, du blöde Kuh.
Ich fühlte mich taub. Konnte der Tag noch schlimmer werden? Es fühlte sich an, als würde alle schlechten Neuigkeiten heute wie Regen auf mich einprasseln. Ich kauerte mich weiter zusammen. Wo war Flip nur? Meine Augen brannten unter meinen Lidern, ich presste sie weiter zusammen.
Nicht heulen, Svea!
Das war leichter gesagt, als getan. Plötzlich hatte ich für den Bruchteil einer Sekunde etwas Raues und Feuchtes im Gesicht. Eindeutig eine Hundezunge. Ich öffnete meine Augen und erblickte Flip, der mich treu aus Welpenaugen anblickte und den Kopf schief legte. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen schmiegte ich mich an seinen warmen Körper. An den Pfoten hatte er getrockneten Schlamm, aber das war mir egal. Plötzlich traf mein Blick auf den flüssiggoldenen von Nath. Ich spürte eine warme Hand am Knöchel, die nur ihm gehören konnte. Ich senkte meine Hand und er umfasste sanft meine Finger.
„Sollen wir gehen?“, flüsterte er, zu mir gelehnt, sodass wohl nur ich ihn verstand.
Er merkte, dass mich etwas belastete – nun war das eindeutig – und er wusste, dass mir dann vor allem Ruhe half. Ich schüttelte den Kopf. Ich durfte keine Informationen verpassen, die jetzt eventuell kommen würden. Seine Antwort war ein Drücken meiner Hand, die er auch nicht mehr losließ. In dem Moment war mir Melody herzlich egal. Sie konnte mir nicht verbieten, meinem besten Freund zu schätzen und gerne um mich zu haben, sie konnte nichts daran ändern, dass er die Person war, die mich am besten kannte und die mich beruhigte. Melody hatte keinen Einfluss darauf, dass wir nun einmal ein enges Verhältnis zueinander hatten. Würde sie auch nie. Nath und ich hatten ein unerschütterliches Vertrauen zueinander. Plötzlich ging es mir ein ganzes Stück besser, während ich weiter den Diskussionen zuhörte. Aber wir konnten nichts machen außer unsere Entrüstung von uns zu reden. Was sollten wir schon ändern? Wir beschlossen bloß, dass wir im Dunklen mit dem Licht vorsichtig sein mussten und auch nicht zu viel Lärm draußen machen sollten. Unauffällig sein war das neue Motto. Wann wir noch mal ein paar hinausschicken würden, stand noch nicht fest.

Schließlich gingen ein paar Leute in die Küche um das Mittagessen vorzubereiten und andere gingen haltbaren Proviant in die Autos räumen, damit wir das dann nicht mehr machen mussten, wenn wir noch mal hinter die Mauer wollten. Ich ging mit Flip trainieren, übte seine Tricks und spielte mit ihm. Seine Liebenswürdigkeit half mir sehr. Nath saß ein Stück von uns im Gras und sah uns zu. Als sowohl Flip, als auch ich genug hatten, legte sich der Rüde hin um zu schlafen und ich setzte mich zu Nath.
Es war einen Augenblick lang still, ehe er zu sprechen begann und mich genau ansah. Mich etwas ertappt unter seinem Blick fühlend, strich ich eine meiner nun kurzen Strähnen hinter mein Ohr.
„Möchtest du mir erzählen, was los war? Dich hat doch schon etwas belastet, bevor die Hiobsbotschaft kam.“
Seine Stimme war ruhig und geduldig, aber sein Blick sagte mir regelrecht, dass ich endlich mit ihm reden solle. Er machte sich anscheinend wirklich Sorgen.
„Nur alltäglicher Mist, nichts Großes. Hat sich wieder erledigt“, ich wollte es ihm nicht sagen. Melody konnte mir gestohlen bleiben, das hieß aber nicht, dass ich Naths Freundschaft zu ihr kaputtmachen wollte. So war ich nicht, ich wollte ihm keine Freundschaften rauben oder es auch nur riskieren.
„Svea…“, seine Stimme machte deutlich, dass ihm das nicht reichte. Er nahm meine Schultern in seine Hände und rüttelte mich kurz. Sein Blick lag fest auf mir und unsere Nasen waren nur Zentimeter voneinander entfernt.
„Nun sag schon!“, sein Blick war energisch und er dachte anscheinend nicht daran, mich loszulassen. Flip schnarchte von links. Ich zögerte und wich seinem Blick aus.
„Nath, es gib nichts zu erzählen.“
„Du kannst mich nicht anlügen, Svea, das weißt du“, er schüttelte den Kopf und sah mich dann bitter schmunzelnd an.
Ich musste kleinlaut zugeben, dass er recht hatte.
„Also?“
Seine Geduld stürzte meine letzte Auflehnung.
„Es war Melody“, ich fühlte mich dreckig.
„Was ist denn vorgefallen?“
„Nun, sie hat gehört, wie Iris und Rosalia sich darüber unterhalten haben, dass sie uns gestern im Pausenraum gesehen haben“, ich fühlte mich erbärmlich so zu petzen, „Und Melody warf mir vor, ich hätte mich an dich rangeschmissen, während es dir schlecht ging.“
Naths Gesicht verfärbte sich.
„Ist das ihr Ernst?!“, er klang fassungslos. Ich brummte genervt bei dem Gedanken an die Brünette.
„Ja.“
„Und sie fragte nicht, sondern giftete und keifte, dass sie Amber ehrlich Konkurrenz machte“, inzwischen war ich über mein schlechtes Gewissen hinweg. Naths Kiefer spannte sich an, er sah verärgert aus.
„Was denkt sie sich dabei? Ich weiß ja, dass-“
„Sie total in dich verknallt ist? Schon ziemlich krankhaft?“, ich hob eine Augenbraue und musste bitter schmunzeln.
„Ja…“, es war ihm sichtlich unangenehm. Langsam ließ er meine Schulter los.
„Und das hat dich wütend gemacht, dass sie dir das vorgeworfen hat? Du weißt doch, dass sie nicht immer darüber nachdenkt, was sie macht. Ich glaub auch nicht, dass sie dich absolut nicht leiden ka-“
„Nath, sie hasst mich. Sie wusste, was sie da gesagt hat!“, ich sprang regelrecht auf und sah zu ihm hinunter – ein ungewohnter Anblick. Sonst sah ich zu fast jedem hoch, „Sie hat mir verdammte Scheiße, vorgeworfen, dass ich für meinen besten Freund da war und es so durch den Dreck gezogen! Als wäre ich eine jävla Idiot*!“
„Ach Sveezy…“, er stand auf und zog mich in seine Arme, mein Gefluche auf Deutsch und Schwedisch kannte er bereits allzu gut, „Das kann dir doch egal sein, was sie denkt. Ich weiß zu schätzen, dass du immer für mich da bist und glaub mir, ich bin es auch für dich, immer wenn du mich brauchst.“
Plötzlich löste sich etwas in mir und ich nickte, auf einmal kullerten Tränen.
„Ach verdammt, das weiß ich doch Nath! Aber von ihr und Amber werde ich gefühlt für alles verantwortlich gemacht, was mit dir zu tun hat! Das ist doch nichts Neues mehr! Als du ausgezogen bist – Amber gab mir die Schuld! Du maßregelst sie – ich bin auch schuld! Nun fängt Melody auch schon an! Ich hab zwar eine hohe Schmerzgrenze bei so etwas, aber irgendwann ist es genug! Was hab ich gemacht, dass immer ich der Sündenbock für die beiden bin?!“, ich schluchzte und vergrub mein Gesicht in seinem Oberteil, klammerte mich in den Stoff, sein Arm drückte mich an ihn, seine andere Hand strich mir beruhigend über den Kopf. Er wusste, dass er nichts sagen brauchte. Seine Wärme und sein Geruch reichten mir.

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* „Jävla“ heißt auf Schwedisch so etwas wie teuflisch, „Jävla Idiot“ ist in gewissermaßen vergleichbar mit „verdammter Idiot“

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Dieses Kapitel wurde Ihnen präsentiert von: @Nastalia
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