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Endless Death

Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Horror / P16 / Het
Armin Castiel Lysander Nathaniel OC (Own Character) Pia
20.10.2017
07.06.2022
72
182.246
6
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04.05.2018 2.704
 
In meinem Zimmer angekommen, schloss ich die Tür hinter Flip und ließ mich kurz auf mein Bett sinken. Ich würde diese Matratze vermissen. Mein Blick wanderte durch das Zimmer, dessen blauen Wände mir so vertraut waren. Ein Schmunzeln schlich sich auf meine Lippen, als ich mich kurz auf den Bauch legte um nach einem Stofftier neben meinem Kissen zu greifen. Es war ein Stoffseehund, den ich mal vor Jahren, ich war vielleicht zehn, bei einem Urlaub in der Heimat meines Vaters, Norddeutschland, von meiner Oma geschenkt bekommen hatte. Ich hing sehr an ihm. Ich raffte mich auf und öffnete meinen Kleiderschrank, auf dessen Boden meine Sporttasche lag, auf die ich an Tag Null verzichtet hatte. Ich zog sie hervor und legte den Seehund hinein, ebenso Flips Kauknochen, der am Boden lag. Dann folgte Wechselkleidung in etwa der Ausführung, die ich für Pia zusammengestellt hatte. Ich bekam alles recht sparsam in meine Sporttasche und zog mich dann um. Frische Unterwäsche, schwarze Thermoleggings, warme Socken, ein dunkelblauer Pullover mit Kragen und erneut meine dunkelbraune Lederjacke. Ich wechselte meine Schuhe zu meinem Paar schwarzen Doc Martens, die ich schnüren konnte und im allgemeinen etwas bequemer und robuster waren als die Stiefeletten. Ich räumte meine Schultasche in die Sporttasche, genauso meinen Schal, bevor ich ins Bad ging. Flip klebte mir an den Beinen und ich strich ihm durch das noch kühle Fell. Im Bad angekommen stopfte ich kurzerhand meine Haarbürste und eine große Packung Haargummis in meine Sporttasche. Dann riss ich den Schrank auf, in dem unsere Hygieneartikel verstaut waren. Ich zog einfach alles hinaus, was Flip verwirrt aufjaulen ließ. Er war ein solches Verhalten nicht von mir gewohnt. Vorrang hatten für mich tatsächlich Binden und Tampons, dann folgten eine handvoll Handtücher, dann Toilettenpapier. Zumindest ein paar Rollen sollte ich einpacken. Zahnpastatuben und Zahnbürsten kamen dazu, die hielten bei sparsamer Verwendung auch zum Glück lange. Ein paar mal Duschgel und Seife, Shampoo. Wir sollten diesen Hygieneluxus so lange wie möglich erhalten. Es kam noch eine ganze Menge Verbandszeug und andere Mittel zum Verarzten dazu, als mir auffiel, dass das alles nie in meine Tasche passen würde. Es dauerte einen Augenblick, bis mir einfiel, dass wir Backpackerrucksäcke hatten. Ich lief also in das Schlafzimmer meiner Eltern und stopfte alles, was nicht explizit für mich war in einen von diesen hinein. Mein Handy verstaute ich in meiner Jackentasche und zog den Reißverschluss zu, nachdem ich den Akku überprüft hatte. Dann hing ich mir meine Sporttasche um und ging zurück in die Küche, wo meine drei Gäste scheinbar grübelten, wie wir alles, was sie zusammengesammelt hatten, transportieren sollten. Ich stellte den Wanderrucksack meines Vaters auf den Boden.
„Reicht der?“, ich deutete auf den Rucksack
„Bestimmt, entspann dich, Svea“, Pia fing an alles einzuräumen, nachdem sie mich beruhigend anlächelte.
„Ich bin ruhig“, ich war verwirrt und starrte sie fragend an. Nath fing an zu lachen und Pia lächelte mich an. Devi streichelte Flip.
„Du guckst so ernst, da kann man schon auf die Idee kommen, dass du gestresst bist“, er lächelte, kniete nieder und strich Flip ebenfalls über den Kopf, „Hundefutter haben wir auch eingepackt. Aber übertreibst du nicht ein wenig? Ein paar sind schließlich zu einem Supermarkt.“
„Danke. Ich befürchte einfach, dass der schon sehr geplündert wurde und gehe auf Nummer Sicher. Du kennst mich.“
Ich lächelte schwach und entschuldigte mich kurz, um das Familienfoto von der Kommode im Flur zu holen und es einzupacken. Flips Geschirr und seine Leine holte ich auch um es ihm anzulegen und ihn auch gleich anzuleinen. Als ich zurückkam, war alles eingepackt. Ich nahm den Backpackerrucksack auf meinen Rücken, musste aber feststellen, dass der meines Vaters für mich zu groß war. Nath tauschte mit mir und nahm ihn, während ich seine Sporttasche griff und sie auf meinen Rücken nahm. Wir waren hier fertig, also machten wir uns auf den Weg zurück in den Flur.
Dort erwarteten uns bereits Castiel und Lysander. Der Rothaarige hatte seinen Hund ebenfalls an der Leine und die beiden Rüden bellten sich schwanzwedelnd an.
„Ihr habt lange gebraucht“, Castiel hatte sich ebenfalls umgezogen und trug einen großen Rucksack auf dem Rücken.
„Ich hab ein wenig mehr eingepackt und Flip musste erst einmal gewaschen werden“, ich schmunzelte. Selbst auf Castiels Lippen stahl sich ein leichtes Lächeln.
„War er auch voller Scheiße?“
Ich nickte bloß grinsend.
„Was hast du eingepackt?“, Pia sah Cas ruhig an. Er schob seine Jacke hoch und ein Waffenhalter kam zum Vorschein. Darin eine Waffe. Ich vermutete ein 9 Millimeter Kaliber, aber ich kannte mich damit nicht aus.
„Mein Alter hatte Recht, als er meinte, es wäre praktisch, zumindest eine Waffe im Haus zu haben“, er hob seine Hand und hielt ein paar Schlüssel in die Luft, „Mein Motorrad steht in der Tiefgarage. Drei Messer hab ich auch noch.“
„Das klingt gut“, Nath nickte Castiel zu. Ihre Blicke trafen sich ernst, aber ruhig. Er gab Nath, Lys und Pia je ein Messer mit einer braunen Messerscheide. Sahen aus wie Jagdmesser. Für mich hatte er keines, aber dafür war ich wohl mit meiner Kampfsporterfahrung im Vorteil. Mein Blick wanderte über den kurzen Flur und blieb bei der Tür meiner Nachbarin hängen. Auf jeder Etage konnte man drei Wohnungen vorfinden.
„Cas?“, ich sprach ihn an, ohne ihn anzusehen.
„Hm?“
„Meinst du, es geht Mrs Johnson gut?“, meine Stirn runzelte sich nachdenklich und besorgt.
„Keine Ahnung, wenn sie Zuhause war, vielleicht. Vorräte hat sie ja immer.“
Er zuckte mit den Schultern.
„Aber die gebrechliche Frau wäre auf der Straße am Arsch, um es mal beim Namen zu nennen.“
„Soll ich trotzdem mal klingeln?“, er drehte mich zu den anderen um.
„Wer ist denn Mrs Johnson?“, Pia sah mich fragend an, Devi noch immer an ihrer Hand. Die Kleine beobachtete uns ruhig.
„Unsere Nachbarin. Eine alte, alleinstehende Frau. Svea hat ihr manchmal geholfen einzukaufen und sowas.“
Castiel sah nun auch in Richtung der Haustür.
„Du doch auch“, ich lachte leise, „Spiel nicht den harten Macker.“
„Weil du mich gezwungen hast“, er verdrehte die Augen.
„Hab ich nicht, ich hab dich nur gebeten. Du hättest jederzeit Nein sagen können und seit wann lässt du dich zu Sachen zwingen?“
Ich schmunzelte.
„Soll ich klingeln?“
„Wenn die Chance besteht, dass die Frau lebt, sollten wir sie nicht alleine lassen“, Nath sah in die Gruppe und Devi nickte eifrig.
„Wir würden auch wollen, dass jemand uns hilft“, das Mädchen schaute mit solchen großen, unschuldigen Augen, dass ich ein schlechtes Gewissen bekam, überhaupt über ein Ja oder Nein nachdenken zu müssen. Pia strich ihrer Schwester stolz über den Kopf. Ich atmete tief ein und wendete mich dem Klingelschild zu, bevor ich drückte. Einen Augenblick war es still. Die Klingel surrte hörbar und dann herrschte eine absolute Totenstille. Fünf Sekunden vergingen, zehn, fünfzehn, zwanzig. Ich klingelte noch einmal, klopfte an die Tür.
„Mrs Johnson? Ich bin es, Svea. Von nebenan. Geht es Ihnen gut?“, ich wusste nicht, wie ich mich fühlte. Einerseits hatte ich Angst, keine Antwort zu erhalten, auf der anderen Seite konnte dies auch heißen, dass sie bloß nicht da war. Was wohl ihr Todesurteil gewesen wäre. Oder aber, wir öffneten die Tür und uns kam vielleicht ein Zombie entgegen? Ich war hin und her gerissen zwischen dem Willen zu helfen und dem Abwiegen der eigenen Sicherheit. Ich spürte eine Hand auf der Schulter und blickte nach oben. Nath. Er hatte seinen Baseballschläger fest in der Hand.
„Öffne die Tür ruhig, Sveezy“, er sah konzentriert, aber mit ruhiger Stimme auf die Tür vor uns. Ich atmete tief durch.
„Okay.“
Nathaniel nahm mir mein Gepäck, den Baseballschläger und Flip ab und nahm einen Sicherheitsabstand ein. Ich konzentrierte mich kurz, bevor ich mit einem gezielten Tritt gegen das Schloss die Tür auftrat. Sie knallte gegen die Kommode hinter der Tür und fiel fast komplett wieder zu. Wir warteten ein paar Sekunden, Pia mit Devi ganz hinten. Nath hatte unserer Klassenkameradin Flips Leine in die Hand gedrückt und auch Castiel gab ihr Demons, bevor er seinem Hund anwies, brav zu sein. Vorsichtig schob ich die recht dünne Holzplatte von Tür auf und lugte in die Wohnung, bereit jederzeit zuzuschlagen. Irgendwie vertraute ich meinen Karatetechniken mehr als dem Baseballschläger, trotzdem war ich ganz froh, als Nath mir meinen zurückgab. Leise betraten wir die Wohnung. Pia blieb mit ihrer Schwester, dem Gepäck und den Hunden draußen.
„Mrs Johnson?, wir schauten in jeden einzelnen Raum der Wohnung, aber nirgendwo war die alte Dame zu finden. Ich seufzte. Damit war regelrecht besiegelt, dass meine Nachbarin tot war. Es zog sich schmerzhaft in meiner Brust zusammen. Ich straffte die Schultern und verdrängte den Gedanken.
„Wollen wir Proviant mitnehmen? Wo die Tür schon offen ist?“, Lysander erhob zum ersten Mal seit einiger Zeit das Wort.
„Wir haben bereits jetzt zu viel“, ich erschrak innerlich darüber, wie kalt meine Stimme klang, ging aber schnurstracks aus der Wohnung. Ohne ihr in die Augen zu sehen, nahm ich Pia Flip ab. Er schmiegte sich an mich, spürte wohl mein inneres Durcheinander, ich kniete mich zu ihm hinunter und streichelte ihn abwesend. Wie durch Watte hörte ich, wie die anderen sich besprachen und beschlossen zu gehen. Ich fühlte mich betäubt und zögerte kurz, mein Blick auf die drei Wohnungstüren gerichtet. So viel hatte ich in den Jahren hier erlebt, selbst auf diesem Flur, in meiner Wohnung, bei Mrs Johnson… das alles war endgültig vorbei…
„Sveezy?“, Nath stand eine halbe Etage unter mir und wartete auf mich.
„Ich komme ja“, ich ging die Treppen hinab, Flip lief vor mir.

Wir verließen das Hochhaus und gingen leise die Straße entlang, Cas ließ sein geholtes Motorrad langsam rollen und hatte Devi hinten drauf, Pia hielt Demon. Ich war noch immer wie taub und in Gedanken, als ich sah, wie mich aus dem Augenwinkel etwas packte und mit seinem ganzen Gewicht auf mich stürzte, mich dabei zu Boden riss. Ich gab einen erschrockenen Laut von mir. Ein Zombie. Ich verabschiedete mich schon von meinem Leben und kniff die Augen zusammen. Mein eigenes Blut wollte ich nicht spritzen sehen. Da versuchte etwas an meinem Hals zu knappern, aber es glich eher einem ekligen, feuchten Kuss am Hals und ich realisierte, dass ich gar keine Schmerzen spürte. Es stank bestialisch. Wieso biss der Zombie nicht? Mit einem Mal verschwand das Gewicht von meinem Körper, etwas spritzte und der Körper, der auf mir lag, sackte vor meinen Füßen zusammen. Über mir stand Nathaniel und bot mir einen ungewohnten Anblick. Er hielt ein blutiges Messer in der Hand und betrachtete mich genau. Dann streckte er seine Hand aus, die ich wie von selbst annahm.
„Bist du okay?“, er sah direkt nach meinem Hals, aber ich war damit beschäftigt, auf meinen wackeligen Beinen zu stehen und zu realisieren, dass das, was sich für mich so lange angefühlt hatte, bloß Sekunden, wenn überhaupt, eingenommen hatte. Sein bernsteinfarbener Blick traf meinen. Seine Gesichtszüge schwammen regelrecht in Sorge. Ich nickte schwach. Langsam beruhigte ich mich etwas, mein Herzrasen wurde schwächer.
„Glaub schon.“
Nath hielt mich sanft fest, Flips Leine klimperte und ich realisierte erst dann, dass ich die Leine losgelassen hatte. Der Husky winselte kurz und schmiegte sich an mich.
„Alles gut, mein Kleiner“, ich löste Nathaniels Griff und kniete mich hin, um die Leine aufzuheben und ihn zu streicheln. Erst dann bemerkte ich Castiel neben dem nun endgültig toten Zombie und sah mir die am Boden liegende, ehemalige Person an. Cas hob seinen Blick und sah mich an. Es war Mrs Johnson, die mich nur dank fehlender Zähne und dem nicht vorhandenen Gebiss nicht verletzten konnte. Demon schnüffelte an der Toten und auch Flip fing an zu schnuppern. Beide Hunde fingen an zu knurren und hatten wohl verstanden, dass dieser Geruch Gefahr bedeutete. Castiel schloss die Augen der ehemaligen Seniorin und stand auf. Nath trat neben mich, hockte sich hin und wischte das Messer an der Kleidung von Mrs Johnson sauber. Mein Blick lag auf dem toten Körper. Was für eine Ironie. Ich wollte sie retten und wenig später fiel ihr untoter Rest mich an. Ich schloss die Augen und atmete tief durch, dann öffnete ich meine Augen wieder. Gefühlt stank ich völlig nach Tod. Lysander und Pia sahen mich an, Pia mit Devi an sich geklammert.
„Du bist okay?“, Lys sprach leise. Ich nickte und spürte Nath neben mir.
„Wir sollten weg von hier“, er sprach ernst. Alle nickten. Als wir weitergingen, waren alle vollkommen aufmerksam und Nath blieb dicht neben mir. Auf unserem Weg zu der Wohnung von Lysander, begegnete uns eine Gruppe Zombies. Flip und Demon erwiesen sich als wirklich praktisch, kaum, dass sie den Geruch von Untoten als gefährlich eingestuft hatten und warnten uns schon Minuten vorher. Nath und Castiel erwiesen sich im Kampf gegen Zombies als erstaunlich gute Partner. Pia hielt mit Devi deutlich Abstand und Lysander blieb bei ihnen. Demon und Flip wurden mit einem Mal zu Waffen, die sich ohne zu zögern auf die Zombies stürzten – die überraschenderweise Tieren gar nicht anfielen. Sie blieben trotzdem in Pias und Devis Nähe und zerbissen jeden Zombie, der auch nur auf sie zu torkeln wollte. Was mich anging, ich dachte in dem Moment nicht. Ich trat gerade einem Zombie mit aller meiner Wucht gegen den Kopf, es knackte und er fiel zu Boden. Wir hatten alle bei der Sichtung der Untoten unser Gepäck abgelegt, das dann einfach auf der Straße lag. Ich war vollkommen fokussiert und mein Blick wandert eilig umher. Cas und Nath hatten gerade ziemlich viele Zombies um sich und Castiel musste gerade mit Mühe sein anscheinend verkantetes Messer aus einem Zombieschädel ziehen. Meine Beine bewegten sich wie von selbst vorwärts und ich setzte zu einem Sprungtritt an, traf einen der Untoten gegen die Rippen. Er sackte halb zusammen, aber es hielt ihn nicht auf. Nath gab ihm mit dem Baseballschläger den Rest. Wir nickten uns beide nur kurz zu, bevor wir beide schon jeweils den nächsten Zombie im Blick hatten. Kräftige Stöße gegen das Brustbein stoppten auch Zombies und den Handballen präzise unter dem Kinn rammen ließ Wirbelsäumen knacken, sodass nur noch eine gezielte Handfläche gegen die Stirn vonnöten war, um das Genick zu brechen. Als plötzlich dann alle Zombies wirklich endgültig tot waren, fühlte sich das… zu ruhig an. Ich realisierte, wie schweißgebadet ich war und ließ die Arme baumeln. Blut hatte ich kaum an mir, nur das, was die Zombies oberflächlich an sich hatten. Nath und Cas kamen auf mich zu; ich war näher an Pia, Devi und Lys dran. Nath reichte mir ein Taschentuch, genauso Cas. Wir wischten uns alle das Blut ab. Ich sah Nathaniel an und fasste mir unter das linke Auge.
„Hast da noch Blut“, ich war ruhig, noch immer fokussiert und hatte einen regelrechten Tunnelblick. Castiel betrachtete mich und mein Blick traf seinen.
„Was?“, ich runzelte die Stirn.
„Du bist eine verdammte Killermaschine“, er steckte sein Messer weg.
„Karate dient der Verteidigung“, ich steckte das zerknüllte Taschentuch in meine Jackentasche, „Und das Wirksame ist die Präzision.“
„Alles in Ordnung bei euch?“, Pia sah uns besorgt an. Devi hielt ihre Hand. Flip und Demon lagen friedlich – als wäre nichts gewesen – am Boden und wedelten mit ihren Schwänzen. Sowohl Castiel, als auch ich, lobten unseren Hund.
„Wir sollten weiter.“
Niemand widersprach Lysander, also holten wir unser Gepäck und beeilten uns, endlich beim Zuhause des Weißhaarigen anzukommen. Meine Konzentration blieb und es vergingen keine zehn Minuten, bis wir vor dem Mehrfamilienhaus ankamen, in dem er wohnte und sich auch die Boutique seines älteren Bruders befand. Das Apartment der beiden Brüder lag im sechsten Stock, wobei die Boutique den ersten darstellte. Lysander hatte – ich erwischte mich dabei, jeglichen Göttern jeder erdenklichen Religion zu danken – seinen Schlüssel weder verloren noch in der Schule vergessen. Wir betraten also das Treppenhaus und gingen hoch zur Wohnung. Oben angekommen, klingelte Lysander lieber, als einfach aufzuschließen. Sein Gesicht war mir unergründlich, seine Mimik war versteinert.
„Leigh! Ich bin es, Lysander!“, er hämmerte gegen die Tür. Es dauerte ein paar Atemzüge, bis die Tür aufging und ein erschöpft aussehender Leigh die Tür öffnete. Er trug nicht seine viktorianische Kleidung, wie er und Lys es normalerweise getan hatten. Die beiden blickten sich ein paar Sekunden stumm an – dann fielen sich die beiden vor Erleichterung weinend in die Arme. Sie lachten dabei, voller Freude, sich wieder in die Arme zu schließen.

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Dieses Kapitel wurde Ihnen präsentiert von: @Nastalia
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