Proelia Draconigenarum  Season II - Discord of Darkness

GeschichteThriller, Freundschaft / P16
Aki Crow Hogan Jack Atlas Leo Luna Yusei Fudo
19.10.2017
20.08.2019
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"Landen Sie hier," befahl Jack dem Piloten des Helikopters, der Aki und ihn am gen Nachmittag des nächsten Tages nach Satellite brachte, "... ich sagte, landen Sie hier!"
Der Pilot drehte den Hubschrauber und brachte ihn langsam auf den Grund. Die Drehflügel waren noch nicht vollständig zum Halt gekommen, öffnete sich unversehens die Ladeklappe, und Mikaja krabbelte heraus.
"Jetzt ist es amtlich... Ich lasse mich von Su-chan definitiv zu oft beeinflussen," schimpfte sie sich leise aus.
Kenta und ihr Stiefvater waren auch an Bord, und sie hatte es sich nicht verkneifen können, ihn zu bitten, sie auch mitzunehmen.
"Das kommt überhaupt nicht in Frage!", hatte Mattiew entschieden, womit sie bereits gerechnet hatte, und ließ auch nicht mit sich verhandeln, "das ist viel zu gefährlich! Du wirst zuhause bleiben, immerhin hast du auch noch Hausarrest."
Sie seufzte leise, da sie sich zum wiederholten Male ihren Eltern widersetzt hatte. "Tut mir Leid, Papa, aber es ging nicht anders... Dafür krieg ich bestimmt lebenslänglich."
Als sich nun die Luke zum Passagierraum öffnete, tauchte sie, um nicht aufzufallen, rasch hinter einen der zahlreichen Büsche unter, die gemeinsam mit hohen Bäumen jenes Haus umreihten.
Das Haus, das der Frau namens Martha gehörte. In dem sie Crow kennengelernt hatte.
Vom Lärm des Helikopters aufgeschreckt kam die Brünette aus der Eingangstür. Gemeinsam mit den beiden Officern betraten die letzten Signer den Boden von Satellite. Aki betrachtete den ihr fremden Ort mit einem kleinen Anflug von Neugier, während die ältere Frau auf den Blonden zu lief. "Jack, bist du es wirklich?"
"Martha," erwiderte er überrascht.
"Du bist aber groß geworden!"
"Ich weiß, es ist Jahre her, seitdem ich gegangen bin."
Martha hielt fordernd die Hand hoch. "Okay, wie in alten Zeiten. Na, wie war das? Ein King...?"
Jack zögerte kurz, doch dann kniete er sich und nahm ihre Hand in seine. "Ein King zollt einer Lady immer Respekt," vollendete er, und gab ihr einen Handkuss.
Sie lächelte. "Du bist so ein lieber Junge!", und schloss ihn in die Arme.
"Hör sofort damit auf, Martha!"
Gemeinsam betraten sie das Haus, wo sich die Zwillinge im Esszimmer aufhielten.
"Jack ist da!", rief Rua, als er die Neuankömmlinge entdeckte, "und die Freundin von Suke-nee-chan!"
"Aki-san," erinnerte seine Schwester ihn indirekt, "alle Signer sind jetzt hier."
"Einer fehlt," erkannte Jack, nachdem er sich kurz umgeschaut hatte, "wo ist Yuusei?"
Die Kinder warfen sich verunsicherte Blicke zu.
"Dieser Mann ist nicht bei Sinnen," trat Johka für die beiden ein, der sich von dem Duell wieder erholt hatte und auf dem hintersten Stuhl am Tisch saß, "irgendwas ist mit ihm nicht in Ordnung."
Der Blonde zeigte auf ihn. "Wer ist der Kerl?"
"Es ist viel passiert," fing Ruka dann an, "vor allem vieles, das wir uns auch nicht erklären können."

Endlich hatte Crow das Haus erreicht. Im letzten Augenblick hatte er sich in einem ausgedienten Kühlschrank vor dem schwarzen Nebel versteckt. Bis zum Morgen verblieb er darin und wunderte sich jetzt noch darüber, dass er überleben konnte, denn alle anderen, die sich in diesem Gebiet aufgehalten und nicht dieses Glück hatten, waren nun wie vom Erdboden verschluckt. Erleichtert stellte er die Blackbird ab der Fassade ab.
"Crow!", hörte er auf einmal eine weibliche Stimme, deren Besitzerin hinter den Bäumen hervor kam, "Crow!"
Vor Überraschung stolperte er fast von seinem D-Wheel. "Du bist's, Mikaja? Bist du's wirklich??"
"Wie geht es Suke?", hakte sie atemlos nach, "was ist mit Yuusei?"
"Die beiden sind immer noch verschwunden," antwortete er überstürzt, "und wenn Ruka Recht hat, werden wir ein gewaltiges Problem haben, wenn er nicht mehr auftaucht. Lass uns mal reingehen, ich will hören, was genau hier Sache ist."
"Ich kann nicht!", widersprach Mikaja sofort und ergriff seinen Arm, "wenn Papa mitkriegt, dass ich hier bin---!"
"Ah, ich verstehe," Crow blieb stehen und schaute sie an, "dann hängen wir uns später heimlich an ihre Fersen."


"Direktor Goodwin hat uns einen expliziten Auftrag erteilt," begann Kenta, der den Anwesenden gemeinsam mit Mattiew die Lage erklärte, und breitete eine Karte von Satellite auf dem Tisch aus, "wir bringen euch zu den Kontrolltürmen des alten Momentum-Generators. Sie tragen die Codenamen Kanay Punchau, Mallki Huanca, Ayar Cachi, Pakasu Catequil und Ccapac Apu und korrespondieren mit dem jeweiligen Geoglyphen der Hände, des Baumes, der Spirale, des Leguans und des Riesen. Sie befinden sich an diesen verzeichneten Orten, einer davon mitten im Haetorihara-Wald. Das beunruhigt uns zusätzlich, immerhin wissen wir, wie gefährlich dieses Gebiet ist."
"Dieser Wald wirkte schon immer... krank," Ruka senkte den Kopf, "aber jetzt scheint er von irgendwas befallen zu sein, das ihn von innen zerfrisst. Der Wald selbst versucht, jeden zu täuschen, der durch ihn wandert, und die Bäume sind voll von böser Energie. Davon abgesehen..."
"... Davon abgesehen gibt es zu viele Vorkommnisse in und um ihn herum," fügte Mattiew hinzu.
"Kinder sollen auch von den Geistern entführt und im Haetorihara ausgesetzt werden, wenn sie ungezogen sind!", warf Rua ein, "es sind doch auch Kinder verschwunden, vielleicht wurden sie ja...?"
"Das ist nur ein Schauermärchen, das Eltern sich ausgedacht haben," widerlegte Johka sogleich.
Auch er hatte diese urbane Legende einst gehört, allerdings konnte er sie nicht bestätigen. Als Kind, so erinnerte er sich, hatte er sich einmal darin verlaufen. Als er damals in großer Verzweiflung bereits dachte, nie wieder nach Hause kommen zu können, erschienen ihm einige der Waldtiere. Sie wirkten auf ihn, als hatten sie Mitleid mit ihm, und halfen ihm letzten Endes zurück auf den Weg bis aus dem Wald heraus.
"Es wäre unklug, einen nach dem anderen aufzusuchen," fuhr Kenta fort, bevor er erneut unterbrochen wurde.
"Richtig. Es wird ohnehin einer gegen einen antreten, deswegen gehe ich allein," beschloss Jack und schob seinen rechten Handschuh nach oben, "wenn diese Geburtsmale gegen die Dark Signer antreten wollen, wird es nichts nützen, wenn man aneinanderhängt wie die Hühner auf der Stange."
"Aber wir sind doch eben erst als Gruppe zusammen gekommen," merkte Rua geknickt an, als plötzlich ein Blitz nur unweit von der Hauswand einschlug. Das Glas in den Fenstern barst und stob in alle Richtungen. Ein einheitlicher erschrockener Schrei ging durch den Raum.
"Seid ihr alle in Ordnung??", fragte Martha hektisch.
Mit einem unguten Gefühl warf Ruka einen Blick aus dem zerbrochenen Fenster. Sie konnte die Umrisse von fünf Personen erkennen, die wenige Meter von dem Gebäude entfernt standen.
"Schönen guten Tag," grüßte eine weibliche Stimme unter ihnen, allerdings war sie völlig emotionslos, "uns ist zu Ohren gekommen, dass sich hier vier Signer versammelt haben, da konnten wir es ja nicht versäumen, sie höflichst zu empfangen."
Rua spürte, dass er zitterte, doch er wollte es sich nicht anmerken lassen. "Ihr seid also endlich aufgetaucht."
"Sind das etwa diese sogenannten Dark Signer?", warf Johka ein.
"Kleines Mädchen," murmelte die große Frau mit langen weißen Haaren in dem schwarz-orangefarbenen Mantel, "diese Karte... Du kennst sie, richtig? Gehörte sie denn nicht dir?"
Ruka erschrak, als sie ein Synchro-Monster hervor zeigte. Es war Ancient Fairy Dragon.
"Mein Name ist Kayoi, ich trage das Dark Mark der Spirale," fuhr sie fort und hob ihren bloßen rechten Arm, an dem jenes Zeichen düster prangte, allein bei diesem Anblick fühlte Ruka sich etwas schwindelig, "du sollst meine Gegnerin sein. Wenn du diese Karte zurückfordern möchtest, musst du dich mir in einem Duell stellen."
Aki hatte die andere, in eine Robe mit grüner Musterung gekleidete Frau fixiert, die deren Blick fest erwiderte. "Mögen wir uns an den vom Schicksal bestimmten Orten wieder gegenübertreten... an den Sternen des Schicksals."
"Aber wo ist mein Gegner, frage ich mich?", erwähnte Kiryuu beinahe nebenbei und tat ganz erstaunt, dann lachte er, "vermisst ihr denn nicht jemanden?"
Ruka verstand sofort, worauf er hinaus wollte. "Also wart ihr es...?"
"Was habt ihr Yuusei angetan!?", platzte es Rua wütend heraus.
"Es ist wie ein Virus, das seine Gefühle blockiert," erklärte der andere Mann unter der Kutte mit gelben Mustern, er schien nur wenige Jahre älter als Rua selbst zu sein, "Junge. Gegen dich werde ich antreten. Mein Name ist Glitch, ich trage das Dark Mark des Leguans."
Auf seinem Unterarm lag ein Symbol, das einer Echse ähnelte.
Die erste weibliche Stimme in der fünfköpfigen Gruppe hob den Kopf und ihre Augen schimmerten unter der Kapuze hervor. Nach nur wenigen Worten war Jack bereits ein furchtbarer Verdacht gekommen. Er konnte nicht fassen, wen er da nun tatsächlich vor sich sah, als er die olivgrünen Augen unter der Haube sah.
"Jaime??", entfuhr es ihm, "bist du das?!"
"Überrascht, mich zu sehen?", gab sie schnippisch, aber tonlos zurück, "dabei ist es doch deine Schuld, dass ich nun so bin."
"Was soll das bedeuten?"
Sie wandte sich von ihm ab, als die Dark Signer das Geschehen verließen. "Komm an jene Stelle, an der sich alles entscheiden wird."
"Solange ihr nicht vollständig seid, könnt ihr uns nicht besiegen," sprach Kiryuu, kurz bevor er sich den anderen anschloss, "ihr solltet also zusehen, dass ihr Yuusei's Oberstübchen wieder hinkriegt, aber wie nur? Denkt dran, ihr habt nicht mehr allzu viel Zeit, die Uhr läuft. Tick-tack."
Mit einem weiteren manischen Lachen ließ er die Signer hinter sich stehen.
"Es ist jetzt soweit, die Schlacht beginnt," stellte Ruka fest, "ich muss Ancient Fairy Dragon von Kayoi zurückbekommen. Mein Ziel wird also der Spirale-Turm sein."
Aki nickte langsam. "Und meins der Baum-Turm. Das muss wohl derjenige in dem Wald sein."
"Ich fahre zum Hände-Turm," entschied Jack, "dort wird sie warten..."
"Ich muss zum Leguan-Turm und mich diesem Glitch stellen," folgerte auch Rua, "und Yuusei wird am Riesen-Turm gegen Kiryuu kämpfen... Wenn wir nur wüssten, wo er überhaupt steckt."
Seine Schwester ließ die Schultern hängen. "Ich frage mich, ob Suke-san noch bei ihm ist, aber ich bezweifle, dass das so gut wäre..."
"Eure Kontrolltürme liegen auf derselben Strecke," Mattiew kniete sich zu den Kindern und legte je eine Hand auf ihre Schultern, "es bietet sich also an, dass ihr so lange wie möglich zusammenbleibt. Ihr erinnert mich sehr an meine eigenen Zwillinge, die sind auch unzertrennlich, daher möchte ich, dass ihr mit mir kommt."
Die beiden schauten sich an. Ruka erinnerte sich, dass dieser Mann Mikaja's Stiefvater war und immer gut Acht auf sie gab, daher schenkte sie Rua ein mildes Lächeln, der daraufhin ebenfalls zustimmte.
"Dann werde ich dich an deinen Bestimmungsort bringen, Aki," beschloss Kenta und öffnete ihr die Tür des ersten Geländewagens der Security, "komm."
Das ist also passiert, resümierte diese bei sich, während sie zu dem Oberkommissar in das Kraftfahrzeug stieg, ich könnte schwören, ich wüsste, wo Suke ist... und ich kann nur hoffen, dass es nicht schlimmer ist als befürchtet...
"Ich komme mit," beschloss Johka auf einmal und öffnete wiederum die Tür hinter dem Fahrersitz, "ich werde nicht zulassen, dass sie sich alleine in diesen Wald begibt."
Kenta wandte sich an ihn und wollte ihm bereits sagen, dass es keine gute Idee sei, allerdings konnte er an dem Blick des jungen Mannes erkennen, dass er ein Nein nicht akzeptieren würde, zumal er bereits auf dem Sitz Platz genommen hatte.
"Meine Mutter wurde von diesen... Kultisten verschleppt und ihren finsteren Göttern geopfert. Es gibt niemanden mehr, der zuhause auf mich wartet," legte Johka dar, "was und wen soll ich fürchten, wenn mir nichts geblieben ist, wofür es sich zu leben lohnt?"
Aki betrachtete ihn still, wie er mit verschränkten Armen schräg hinter ihr saß. Zum einen fand sie seine mutige Entscheidung respektabel, zum anderen glaubte sie jedoch nicht, dass es die richtige war.
Auch Ruka sah zu ihm hoch, als sie plötzlich aufzuckte. Sie konnte ihn hören, obwohl er gerade den Mund nicht öffnete. Er schien auf telepathische Weise zu ihr zu sprechen.
"Sie ist es," hörte sie ihn in ihrem Kopf, aus den Augenwinkeln blickte er das kleine Mädchen an, "sie ist es, die mir in meinen Träumen erscheint."
Zu diesem Zeitpunkt wusste Ruka noch nicht, was er mit diesen Worten meinte.


Gemeinsam reisten sie von dem Haus ab, wobei sich die Fahrzeuge schließlich in verschiedene Richtungen verteilten.
Jack fuhr zielgerichtet auf die Stelle zu, die ihm genannt worden war. Das unerwartete Aufeinandertreffen ging ihm andauernd durch den Kopf.
Hältst du dich hier auf, Jaime?, fragte er sich, als er sein D-Wheel mit aller Kraft die Anhöhe hinauf jagte, wieso solltest ausgerechnet du dich den Dark Signer anschließen?
Diese Ebene war eine Einöde, auf der lediglich der Kontrollturm stand.
"Jaime, ich bin es!", rief er in die Leere hinein, nachdem er sich dem Konstrukt genähert hatte, "wenn du mich hören kannst, dann antworte mir!"
Nachdem er sich zum dritten Mal wiederholt hatte, tauchte sie endlich hinter dem Turm auf. Sie hatte die dunkle Kapuze mit pinken Streifen vollständig abgezogen und gab ihre markanten, rosafarbenen Haare preis, die allerdings ungewohnt glanzlos waren. Seltsame Muster zogen sich wie dunkelrote Schlangen über ihre schmalen Wangen.
"Ich habe dich bereits erwartet, mein Lieber," empfing sie ihn.
Jack starrte sie voller Entsetzen an, immer noch fassungslos über ihren Entschluss. "Bist das wirklich du, Jaime?"
"Selbstverständlich...", erwiderte sie, doch wurde ihre Stimme mit den folgenden Worten ungewöhnlich dunkel, "... oder bin ich?"
Ihr Gesicht verzog sich zu einem widerlichen Grinsen - bis sie plötzlich von einem hohen Feuer umgeben wurde. Schnell hielt Jack einen Arm vor sein Gesicht, um seine Augen zu schützen.
"Welch Freude," meinte der fremde Mann unehrlich, der nun anstelle von Jaime plötzlich vor ihm stand, als die Flamme sich legte, "finstere Dämonen sollen ja so viel stärker sein als lichte Dämonen."
"Wer zur Hölle bist du?!", brauste Jack auf.
"Du dachtest, du wirst gegen Jaime antreten," sein Gegenüber zeigte mit dem Daumen auf sich, "aber es wird gegen mich sein, Hayden Eriksson!"
Jack packte ihn unwirsch am Kragen seiner schwarzen Robe, die wieder rote Muster zeigte. "Was hast du mit Jaime gemacht?!"
"Oh, aber keine Sorge," grinsend schnipste Hayden mit den Fingern seiner rechten Hand, "sie brennt geradezu darauf, dich wiederzusehen!"
Nur einige Meter von den beiden Männern entfernt erschien ein Feuerkegel. Jack wollte es nicht wahrhaben, aber er konnte Jaime hinter den Flammen erkennen. Sie wurde von ihnen jedoch nicht verletzt, der Kegel diente als ein Käfig, aus dem sie nicht entkommen konnte. Da sie sich nicht rührte, ging er davon aus, dass sie bewusstlos war.
"Ab sofort ist sie nicht mehr Sleeping Beauty," Hayden's Irides schmälerten sich zu irren Schlitzen, "sie ist Burning Beauty! Ahahahahaha!"
"Du Dreckskerl...", stieß Jack aus und lief auf sie zu, doch sein Weg wurde von einer violetten Wand aus Flammen versperrt, die sich vollständig um die Kontrahenten legten.
"Mein Name ist Hayden Eriksson," wiederholte er, während er den rechten Arm, an dem er seine finster leuchtende Marke trug, in die Höhe hielt, "ich trage das Dark Mark der Hände."
Jack schirmte sein Gesicht erneut ab, sah aber weiterhin zu der regungslosen Jaime. Der Feuerkäfig befand sich im Zentrum der baldigen Rennstrecke, die aus der Vogelperspektive tatsächlich wie ein Paar Hände aussah. Im dunklen Himmel über ihnen erschien dasselbe Abbild.
Er stieg wieder auf sein D-Wheel, als Hayden auf seinem eigenen zu ihm aufschloss. Es war eine ungeheuerliche Maschine in Pechschwarz mit feuerroten Färbungen, die denen seiner Robe beinahe eins zu eins glichen.
Mit einem erzürnten Blick sah Jack ihm genau in die hellen Augen.
"Ich weiß nicht, wieso damals mein Leben verschont wurde, doch was auch immer an diesem Tag von mir Besitz ergriffen hatte, flüsterte mir zu, dass ich den Träger des Red Demon's Dragon töten soll," sprach Hayden uneingeschüchtert, "ah, welch Tragödie. Ist es denn nicht bittere Ironie, dass ausgerechnet du es bist, der mir nun auch noch meine Lovey geraubt hat?", und zeigte auf seinen Konkurrenten, "Jack Atlas, ich werde dich vernichten und mir zurücknehmen, was rechtmäßig mir gehört! Beginnen wir jetzt also unser schicksalhaftes Duell!"
Er ließ sein D-Wheel aufröhren und schoss davon, Jack folgte ihm sofort.
"Ich habe Speed World aktiviert!", ließ Hayden sich vernehmen, der einen deutlichen Vorsprung hatte, "na also, worauf wartest du noch?"
"Von dir nehme ich ganz sicher keine Befehle an!", gab Jack harsch zurück, seine Drachenmarke brannte hell, "wenn es sein muss, akzeptiere ich dein sogenanntes schicksalhaftes Duell! Speed World ist aktiv!"
"Du akzeptierst, weil du musst, aber liegt es an deiner Pflicht als Signer, oder an etwas anderem?", provozierte Hayden weiterhin, "oder sollte ich sagen, an jemand anderem? Nun gut! Wer als erster die erste Kurve erreicht, soll anfangen! Versuch nur, mich zu überholen!"
Kaum hatte er ausgesprochen, erhöhte er sein Tempo, bis er schier unerreichbar war, dennoch ging er mit Leichtigkeit in die Kurve.
"Die Geschwindigkeit eines Feuers ist unberechenbar. Ich fange an! Ich ziehe!", Hayden nahm die oberste Karte von seinem Deck, "ich beschwöre Fire Massacre Titan Crius im Verteidigungsmodus!"
Zur Seite seines D-Wheels erschien ein kleines Level 2 Monster vom Typ Pyro, dessen menschlich anmaßender Körper vollständig mit Flammen umgeben war. In seine breite Brust war sein Name CRIVS in kohlschwarzen Großbuchstaben eingestanzt, die sich vom Feuer abhoben. Es besaß 600 ATK und 900 DEF.
"Ich setze eine Karte verdeckt und beende meinen Zug!", Hayden's Lippen kräuselten sich zu einem hämischen Grinsen, "versuche nur, es mit mir aufzunehmen. Du wirst brennen, Jack Atlas, aber nicht durch fliegende Funken oder glühende Asche, sondern durch meine Rache."
"Hast du nie gelernt, dass man nicht mit Streichhölzern spielen soll?", antwortete Jack hingegen, von dieser Drohung absolut unbeeindruckt.
Der Dark Signer kicherte leise. "Wieso auch?", gab er zurück, ich bin das Streichholz. Das Streichholz, das deinen feurigen Untergang besiegelt!"