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Seine Vergangenheit

von Scirina
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Ajax Delos Castor Delos Helen Hamilton Mildred Delos Pallas Delos Tantalus Delos
18.10.2017
21.10.2018
66
145.348
10
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18.10.2017 535
 
"Wie lange brauchst du denn noch?", rief ich und sah genervt auf die Uhr. So lange konnte es doch nicht dauern, dieses blöde Buch zu holen. Mist ich würde noch zu spät zu meinem Date mit Lucas kommen! Verdammt!
Dass Castor offiziell seinen Posten als Anführer des Hauses von Theben einnehmen würde und dass dazu seine Anwesenheit in New York erforderlich war, war uns allen klar gewesen. Aber warum musste es unbedingt in der Weihnachtszeit sein? Ich hatte eigentlich geplant, das Fest der Liebe mit Dad, Kate, Orion und den Delos auf Nantucket zu feiern, aber das warf alles über den Haufen. Und aus Loyalität zu Castor waren wir schließlich doch alle mitgefahren. Naja, etwas Gutes hatte es ja: Lucas wollte mir alles Sehenswerte hier in New York zeigen.
Am Morgen war ich erst mit Cassie losgezogen - nachdem sie Lucas versprochen hatte, das Beste für ihn aufzuheben - um schonmal ein bisschen vorher zu erkunden, aber am Mittag rief ausgerechnet Pallas an und bat Cassie, ihm ein Buch aus dem alten Haus der Delos mitzubringen. Ich war dagegen - mein Verhältnis zu Pallas hatte sich kaum gebessert - aber gegen eine neugierige Cassie, die ihrem Onkel außerdem diesen Wunsch nicht abschlagen konnte, hatte ich keine Chance.
Und so stand ich jetzt im staubigen Flur eines staubigen Hauses vor der Tür eines - vermutlich ebenfalls staubigen - Zimmers und wartete darauf, dass Cassie endlich rauskommen würde. "Ich komm gleich!", rief sie, "Ich hab's noch nicht gefunden - oh, vielleicht ist es das hier!" So ging das schon gefühlt zwei Stunden. "Soll Pallas sein doofes Buch doch selber holen!", antwortete ich durch die Tür. Cassie sagte nichts. "Cass?", fragte ich etwas lauter, vielleicht hatte sie mich ja nicht gehört. Immer noch nichts. Beunruhigt öffnete ich die Tür. "CASSIE!", kreischte ich erschrocken und stürzte zu ihr. Lucas' kleine Schwester lag mitten auf dem Boden. Um sie herum lagen ausgeleerte Schubladen, die sie wohl in ihrem Suchwahn auf dem Boden ausgekippt hatte. Vor ihr lag ein aufgeschlagenes Buch, ein Foto in ihrer Hand. Ich ließ mich neben ihr auf den Boden fallen und griff nach ihrem Arm. Ihr Puls ging viel schneller als normal war. Plötzlich packte sie mich mit ihrer anderen Hand, ihre dünnen Finger umklammerten mein Handgelenk. Ich schrie, sie schrie ebenfalls. Ihre weit aufgerissenen Augen waren nicht blau wie sonst sondern komplett weiß. Ich sprang panisch auf und stolperte rückwärts, Cassandra kam mir hinterher. Ich wich weiter zurück. Das Licht ging aus. Dunkel, Dunkelheit umhüllte mich. Etwas - oder jemand (vermutlich Cassandra) - prallte gegen mich. Als ich in ihre Augen sah, verschwand die Dunkelheit in einem strahlenden Weiß, demselben Weiß wie in Cassandras Augen. Ich hörte meinen Schrei nicht mehr, mit fehlte die Kraft zu schreien, ich spürte wie meine Beine nachgaben. "Helen", murmelte Cassandra. Gleich darauf explodierte das Weiß in einem Strudel aus Farben, der mich verschluckte, mir sämtliches Gefühl für meinen Körper nahm, in meinen Augen brannte, sodass ich sie schließen musste. Als ich sie wieder öffnete war es um mich herum dunkel geworden. Kein Lichtfetzen, nirgendwo. Dunkel und still.

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Also das ist erstmal der Prolog. Würde mich über ein Review sehr freuen
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