Master and Commander

von leniloves
GeschichteRomanze / P12
Emily Logan Lorelai Paris Richard Rory
15.10.2017
18.04.2018
15
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Master and Commander
Rory und Logans Liebesgeschichte aus seiner Perspektive

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Kurz vorab:

Titel: Master and Commander
Autor: leniloves
Genre: Gilmore Girls Fanfiktion
Hauptpersonen:Rory/Logan
Rating: PG12
Disclaimer: Die Personen aus Gilmore Girls gehören nicht mir und ich verdiene auch kein Geld mit dieser Fanfiktion.
Rechte an den verwendeten Orten besitze ich auch nicht. Genauso wenig die Rechte der Handlung und der Dialoge.
Claimer: Von mir stammen lediglich Logans Gedanken und Zusatzstränge der Geschichte, die euch nicht aus der Serie bekannt sind.
Informationen:Diese Fanfiktion wird aus der Sicht von Logan erzählt.
Widmung: An alle Gilmore Girls

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Kapitel Eins
– Auf den zweiten Blick

„Huntzberger, hast du schon alles wegen der Party heute Abend geklärt?“, Finn, einer meiner besten und ältesten Freunde, ging vor mir und strich sorgsam sein grünes Hemd glatt. „Ich frage mich, ob Alicia wohl kommen wird.“
„Sicherlich wird sie“; nickte Collin, „aber genauso sicher wird sie ihren Freund mitbringen.“
„Was du nicht sagst!“, Finn fasste sich theatralisch an sein Herz, „ob er wohl zu teilen bereit ist?“
„Red’ keinen Blödsinn, Finn!“, lachte ich und drehte eine Haarsträhne der Dame zwischen meinen Fingern, die ich in meinem rechten Arm hielt. Sie lächelte mich mit ihren blauen Augen verführerisch an. Leider hatte ich nicht mehr so ganz ihren Namen im Kopf.

Es war der erste Tag nach den Ferien und schon waren wir tief in die Planung der nächsten Wochen verstrickt. Partytechnisch gesehen, natürlich.

„Sei ehrlich Alter, hast du mich nicht gesehen?“, Collin blieb auf dem Weg stehen, direkt vor dem kleinen Kaffeewagen. Ein großer dunkelhaariger Typ hatte ihn wohl nicht bemerkt und ihn ausversehen angerempelt.
Typisch Collin, dass er direkt eine Sache daraus machte.

„Nicht alle starren dich an.“, säuselte Finn und legte einen Arm um unseren Freund. Recht hatte er.

„Hey, dich kenn ich!“, überlegte ich laut. Der Typ, der Collin angerempelt hatte blickte mich verdutzt an. „Sag nichts… Du bist mal in einer Uniform rumgerannt, oder?“
„Stimmt, ihr liefert doch Waschmaschinen!“, stellte Finn fest. So ein Quatsch.
„Ich hab auf einer eurer Feten mal Drinks gemixt!“, half mir der Braunhaarige auf die Sprünge. „Ja genau richtig, du hast es drauf, man!“, jetzt fiel es mir auch wieder ein. Gott, dass war diese eine Party, wo Cheryl noch mit zu mir gekommen ist.
„Du machst erstklassige Margaritas! Wie heißt du nochmal?“
„Marty“, stellte er sich vor, „Ehm… Und das hier ist Rory!“, er zeigte auf eine kleine Person neben ihm, die mir kurz entgegen nickte.
„Hi!“, begrüßte ich sie. War mir eigentlich egal wer sie war. „Ich nehme an, du stehst dieses Jahr auch zur Verfügung? Oder hat sich deine finanziell Lage geändert?“, fragte ich an Marty. Wir hatten ihm immer ein saftiges Trinkgeld bezahlt und der Typ sah definitiv so aus, als würde er es gebrauchen können.
„Nein.“, antwortete er auch direkt.
„Gut, ok!“, ich klopfte ihm kumpelhaft auf die Schulter, „ich ruf dich dann an, wo wohnst du jetzt?“.
„Brandfort.“ Um Gottes Willen… 
„Oh ist ja toll, Brandfort!“, rang ich mir ab, schließlich waren seine Margaritas wirklich gut. „Na dann, war schön dich wiederzusehen!“ Hoffentlich hatte er heute Abend Zeit. Ein guter Cocktailmixer fehlte uns noch auf der Party.

Im Gehen hörte ich, wie Collin noch irgendwas zu Marty sagte. Der sollte uns jetzt bloß nicht unser Personal vergraulen. „Hör auf zu ätzen, Collin!“, rief ich ihm entgegen.
„Was?“, fragte dieser und kam uns nach, „das würd ich nie tun! Ich bin ein Freund aller Menschen, ob groß oder auch verdammt klein.“ Er spielte wohl auf Martys kleine Freundin ab.
„Idiot“, lachte ich und klopfte ihm auf die Schulter. „wenn er jetzt wegen dir nicht unsere Cocktails mixt, musst du Ersatz suchen.“

„Er wird sowieso kommen. Hast du die Klamotten gesehen? Der braucht dringend Kohle!“.

***


Später am Abend, kurz bevor ich auf die Party wollte, klingelte mein Handy. „Huntzberger?“, meldete ich mich, klemmte das Telefon zwischen Schulter und Ohr ein und knöpfte mein Hemd zu.
„Logan“, erklang die Stimme meines Vaters. Klasse, genau der hatte mir heute wirklich noch gefehlt. „Dad“, lachte ich gespielt, „Alter Mann, was gibts?“

„Ich wollte mich nur nochmal erkundigen, ob du es dieses Jahr etwas ernster mit der Uni nehmen wirst.“ 

„Sicher, Dad“
„Gut, ich möchte gerne, dass du nächste Woche mit nach Europa kommst. Ich bin geschäftlich in London und würde dich gerne einigen Leuten vorstellen.“
„Jap, klingt gut!“
„Sehr gut, ich maile dir nochmal wegen der Details. Viel Erfolg im neuen Semester. Mach mich stolz, mein Sohn.“ - Ein Ding der Unmöglichkeit.

„Ich gebe mein bestes!“, erwiderte ich darauf und legte ohne weitere Verabschiedung auf.
Es war ja nicht so, als widmete ich mich überhaupt nicht meinem Studium, aber es gab eben auch wichtigere Dinge.
Ich war gerade fertig damit meine Haare zu stylen, da klopfte es auch schon an die Tür.
„Logan, bist du bereit?“, lächelte mich die Brünette von vorhin an. Solche Dinge zum Beispiel.
Ich hatte mich immer noch nicht an ihren Namen erinnern können. „Klar Süße“, Süße sollte sie wohl erstmal zufriedenstellen. So musste ich mir nicht die Blöße geben, dass ich keinen Schimmer hatte, wie sie hieß.
Sie hakte sich bei mir ein und wir gingen zusammen zu der ersten Party dieses Semester.

***


„Okay Finn, das letzte Haus. Bitte sag es kommt dir bekannt vor!“, genervt schlenderten Collin und ich hinter Finn her. Er hatte gestern auf der Party ein Mädchen kennengelernt, seine Seelenverwandte, wie er meinte, und nun war er auf der Suche nach ihrem Haus. Wir suchten schon seit geschlagenen drei Stunden nach der Unbekannten.

„Ahhhoooaaaa…“, stöhnte Finn und lief durch den Eingangsbereich des Hauses wie ein Medium, welches gerade auf Geister in einer alten Villa gestoßen war. 

„Du bist doch sicherlich noch nie hier gewesen!“
„Doch… Sekunde… Seeeekunde… Ja“, er straffte sein Hemd und zog die Hose ordentlich hoch. „Ja, hier! In diesem Haus wohnt sie!“, überzeugt und nicht mehr zu bremsen rannte er weiter.

„Augenblick, kann ich euch helfen?“, kam es von einer piepsigen Stimme neben mir. Aber Finn war sowieso noch nie hier gewesen, die Kleine würde nur denken, dass wir irre sind.
„Nein, danke!“, wimmelte ich sie ab, ging weiter und versuchte Finn aufzuhalten.

„Nicht deine Nummer!“, entfuhr es mir, „bitte, schreib nicht deine Nummer auf.“

„Hey“, wieder die piepsige Stimme hinter mir.

Doch Finn war drauf und dran seine Handynummer auf der Tafel an der Tür zu hinterlassen, hinter der er seine Seelenverwandte vermutete. „Ok, hey!“, Finn zeigte mit dem Finger auf mich, „Dann schreib ich einfach deine Nummer auf.“ Was ergab das jetzt für einen Sinn?

„Hey, das ist mein Zimmer.“, kam es von der Stimme und ich dreht mich doch um.
Hallo. Süß.
„Ok“, ich lächelte mein charmanter Logan-Lächeln, „schreib meine Nummer auf!“.
„Ist das tatsächlich dein Zimmer?“, fragte Finn ungläubig.
„Ganz sicher!“, antwortete die kleine Süße.
„Und ich hätte schwören können, dass sie hier wohnt.“. Klar Finn.
„Wie heißt sie denn? Womöglich kenne ich sie.“
„Ehm… Ihr Name ist ziemlich kurz“, meinte Finn und untermalte die Kürze ihres Namens damit, dass er mit seinen Zeigefingern eine kurze Spanne aufzeigte.
„Ich verstehe ja, dass du enttäuscht bist, weil du eine Seelenverwandte verloren hast, aber das hier ist mein Zimmer.“

„Entschuldige bitte die Verwechslung. Mein Freund meint es wirklich nicht böse. Er lernt gerade noch, dass sich Guiness und Blondinen nicht vertragen.“
„Rothaarig! Sie war Rothaarig.“, fiel mir Finn ins Wort.
„Wir entschuldigen uns aufrichtig und gehen, damit du weiter deiner Poster aufhängen kannst von…“, ich schnappte mir einen der Zettel, die sie, bevor wir gekommen waren, an das Schwarze Brett heften wollte. Nicht hier Ernst. „Von… diesem alten Sack…“, ok was war sie für eine Verrückte?
„Professor Ashor Flemming.“, korrigierte sie mich.
„Gabs keine von Orlando Bloom?“, scherzte ich daraufhin. Sie war wirklich süß. Ihre schulterlangen braunen Haare glänzten golden in der Vormittagssonne und sie trug eine grüne Bluse mit kleinen rosa Blumen drauf. Gott, irgendwie war dieses unschuldige verdammt heiß.

„Professor Ashor Flemming ist letzte Woche verstorben, wir halten eine Totenwache.“ Als sie mich aufklärte schlug sie sofort einen herablassenden Ton an.
Oh, anscheinend stand sie auf Ältere.
„Dann…“, begann ich, „warst du mit Flamming…“

„NEIN!“, angewidert verzog sie das Gesicht.
„Tschuldigung.“, ich musste Lachen. Die Kleine war wirklich amüsant. „Aber, du hängst Poster von ihm im Flur auf. Logisch, dass ich glaube, er war mehr für dich als nur ein Dozent.“
„Ja, er war…“, sie suchte nach den richtigen Worten, „mehr als nur ein Dozent“, wiederholte sie dann doch meine, „er war ein großer Schriftsteller, eine äh… Quelle der Inspiration und noch vieles mehr, was du bestimmt nicht verstehen kannst.“

„Du hast was gegen mich.“, ich schüttelte den Kopf. „Du kennst mich nicht, aber du hast was gegen mich.“
„Ich kenne dich.“, sie verdrehte die Augen. Na klar, mein Ruf eilte mich voraus. Oder hatte ich schonmal was mit ihr? Nein, daran könnte ich mich wohl erinnern.
„Achja?“, fragte ich deshalb nur.
„Wir haben uns gestern kennengelernt. Marty war auch da.“
 Marty? Noch nie gehört... In meinem Kopf ratterte es und ich überlegte laut.
„Marty?“
„Mein Freund Marty, er war Barkeeper auf einer deiner Feten.“ 
Achja, Marty, klar.
„Jaaa… Marty, tut mir Leid, hatte ich völlig vergessen. Klar hab ich dich gestern mit Marty getroffen, schön dich wiederzusehen.“, sie war die kleine Person neben Marty gewesen. Mist, ich hatte keinen Schimmer mehr, wie ihr Name lautete.
„Ähhhh…“, ich blickte sie entschuldigend an.
Sie war immer genervter von mir. „RORY!“, rief sie empört.
„Schön dich wiederzusehen Rory,“, versuchte ich die Situation zu retten, „Du siehst richtig süß aus wenn du sauer bist.“ Ich war mir nicht ganz sicher, ob flirten bei ihr gut ankam, aber wenn nicht, hatte ich es ihr eben gesagt, denn es entsprach mehr als nur der Wahrheit. Sie war echt mega… süß.
„Ich bin nicht sauer, ich bin nur total genervt.“

„Von mir?“
„Ja!“
„Bloß weil ich einen Augenblick vergessen habe, wer du bist?“
„Nein“, meinte sie, „weil du mit Leuten sprichst, als wärst du was besseres.“
„Leute?“

„Marty!“

„Ah, dein Freund Marty.“

„Ja, mein Freund Marty. Du hast ihn gestern behandelt wie den letzten Dreck. Deshalb hab ich was gegen dich.“
„Was hab ich den schreckliches verbrochen?“, versuchte ich mich zu rechtfertigen, „ich hab ‚Hallo‘ gesagt und dass seine Margaritas umwerfend sind.“
„Es geht nicht um das, was du gesagt hast, sondern wie.“
„Und wie habe ich es gesagt?“

Sie verdrehte wieder die Augen.
 „So wie Judi Dench“

„Autsch“
„Nur weil jemand kein Geld hat, oder keine vornehme Familie, ist er nicht weniger wert als du.“
„Da hast du Recht.“
„Nur weil einer mal als Barkeeper für dich und deine Freunde arbeitet, darfst du ihn noch lange nicht behandeln, als wäre er dein Diener!“, sie machte noch in ihrem Satz kehrt und wollte gehen. Aber das wollte ich so nicht stehen lassen.
„Aber…“, begann ich und Rory drehte sich ungläubig wieder in meine Richtung.
„WAS?“
„Ich habe ihn dafür bezahlt, dass er uns bedient, wie es ein Diener tut.“
„Ist das dein Ernst?“, gleich würde sie vor Wut platzen. Und sie sah so süß dabei aus.
„Ich bin der Advocatus diaboli.“
„Das war für ihn ein Job“, rief Rory.
„Zudem er nicht gezwungen wurde!“
„Aber manche müssen arbeiten!“
„Und wenn du ihn fragst, würde er dir sagen, dass er damals reichlich Trinkgeld bekommen hat, weil meine Freunde gern viel Trinken!“.
„Das ist unwichtig."

„Für einen Barkeeper ist Trinkgeld verdammt wichtig.“

„Aber dass du ihn dafür bezahlst, gibt dir noch lange nicht das Recht, ihn herablassend zu behandeln.“
„Die Tatsache, dass wir in einem freien Land leben, gibt mir das Recht, jeden Menschen so zu behandeln, wie ich es für richtig halte. Vielleicht missbilligt die Gesellschaft offen zur Schau getragenen Snobismus, und wenn das dein Argument ist-“
„Ich hab gar kein Argument!“, fiel sie mir ins Wort.
„Ich lass dir einen Moment Zeit eins zu formulieren, wenn du weiter diskutieren willst.“

„Ich hab zutun!“, sie suchte wieder ihre Blätter von dem alten Professor zusammen.
„Du knickst ein!“, stellte ich mit Bedauern fest.
„Ich kann es nicht leiden, wenn jemand meinen Freunden weh tut.“ Jetzt wirkte sie einfach nur noch entkräftet.
„Du lässt dich provozieren.“
„Das stimmt gar nicht“, sie schüttelte den Kopf. „Ich bin weit entfernt davon auf sowas anzuspringen. Guck auf einen Kompass, dann weißt du, wie weit.“
Gott, wie konnte jemand so süß diskutieren?
„Anscheinend bist du nur jemand, der gern debattiert!“ Ich war es und mir hatte es ausgesprochen viel Spaß gemacht.
„Logan, ich habe sie gefunden!“, ertönte plötzlich die Stimme von Finn auf der Treppe. Ich war so vertieft in die Diskussion mit Rory, dass ich gar nicht gemerkt hatte, dass Collin und Finn weitergezogen waren.
Ich begann zu Lachen. „Richte Marty Grüße aus! Und ich verspreche dir, nächstes Mal erkenne ich dich!“ Davon war kein Wort gelogen. Die Schlagfertigkeit von ihr hatte mich fasziniert. Eine tolle Abwechslung zu den sonstigen Gesprächen, die ich mit den Frauen um mich herum führte.
Sie erwiderte nichts und blickte mich nur feindselig an. Ich schaute ihr tiefer in die Augen, super blaue Augen, und stachelte sie an: „Sag bloß, es hat dir nicht gefallen.“
Sie atmete hörbar aus und blickte zur Seite. Ich hatte gewonnen und es hatte ihr gefallen.
Ich lächelte und machte mich zum Gehen bereit. „Master und Commander“, säuselte ich, als ich schon die Treppe erreicht hatte.
„Meinst du den Film?“, fragte Rory.
„Nein, so hast du mich in Zukunft anzureden.“
Ich hoffte sie verstand den Spaß in meiner Aussage und ließ sie mit ihren Poster alleine zurück. Dabei ignorierte ich ihr genervtes Stöhnen.
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