♡ Warte auf mich ♡

KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Karai / Miwa Leonardo
14.10.2017
14.10.2017
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Soooo!
Willkommen auf meiner aller ersten Geschichte hier auf Fanfiktion.de!
Es ist zwar nur ein OneShot, aber ich denke das ist nicht weiter schlimm XD

Ähm ja, da ich sehr, sehr, sehr enttäuscht von dem Serienfinale war und vor allem verwirrt (!) habe ich mich dazu entschlossen ein wenig Klarheit in die Sache zubringen. Ich hab mich einfach nur gefragt  "Was wäre wenn...?" und dann ist eben dieser OneShot hier entstanden :D
Ich bereite schon einmal die Taschentücher vor, weil es sehr traurig werden wird. Ja, ich bin selbst beim schreiben sehr emotional geworden T-T

Hoffe es gefällt jemanden und auch dass mein Schreibstil in Ordnung ist. Ich würde mich auch ein wenig über Feedback freuen. :D








Warte auf mich



Ein Lächeln ruht auf meinen Lippen. Es ist schon Ewigkeiten her, dass ich das gemacht habe. Ein wahrhaftiges Lächeln, weil ich glücklich bin. Ja, ich bin glücklich. Weil ich endlich meine Familie gefunden habe und ein Zuhause, nach dem ich mich eine sehr lange Zeit gesehnt habe.
Ich weiß nicht, ob das mehr Zufall gewesen ist oder doch die Fäden des Schicksals mit im Spiel gewesen sind, aber doch bin ich froh das meine Brüder nach all den Jahren wieder gefunden haben. Wobei, eigentlich bin ich derjenige gewesen, der die Suche nach ihnen gestartet hat, aber zu dem Zeitpunkt war ich nicht ich selbst gewesen. Auf Grund meiner zweiten Mutation, herbeigeführt durch die damalige Explosion der Mutagenbombe, war mein Verstand ausgeschaltet. Ich hatte keinerlei Erinnerungen an meine Brüder, an meine Freunde, an mein vorheriges Leben oder an mich selbst. Ich habe mich wie ein Monster aufgeführt. Wenn ich so darüber nachdenke, habe ich mich wie Shredder benommen, ein ehemaliger Erzfeind von uns, der durch mich den Tod gefunden hatte. Ich kann einfach immer noch nicht fassen, was die zusätzliche Mutation mit mir angestellt hatte …
Aber diese Zeiten sind nun endlich vorbei.
Meine Brüder haben mir den Weg zu meinen Erinnerungen gezeigt. Ich erinnerte mich an den schicksalshaften Schlag der uns alle damals traf. Der Tag, der unser aller Leben veränderte. Es war ein schrecklicher Tag. Das schlimmste an der ganzen Sache war, dass es eigentlich der schönste Tag meines Lebens werden sollte. Jede auch so schöne Erinnerung an den Tag vor der Katastrophe versetzte mir einen Stich ins Herz. Ich weiß noch wie glücklich ich an jenem Tag gewesen bin. Ich konnte mein Glück gar nicht in Worte fassen. Und aber auch konnte ich das bevorstehende Unglück nicht erahnen …

Wir sitzen alle in einem Kreis. Das Feuer in unserer Mitte spendet uns Schutz vor der eisernen Kälte der Wüste. Nachts ist es immer kalt, dass man meinen könnte man befände sich im Schnee und nicht im Sand. Zwar ist der Sand noch vom Vortag warm, aber diese Wärme verfliegt schnell wieder. Tags wiederum, brennt der Sand unter den Füßen, dass man sich den kalten Nachtboden zurückwünscht. Es ist schwer in dieser Gegend Essen ausfindig zu machen, aber irgendwie sind wir um die Runden gekommen. Aber dank meinem jüngsten Bruder Michelangelo, oder Mikey wie wir es pflegen ihn zu nennen, haben wir den Weg zu der so genannte „Oase“ gefunden, die der Jüngste als Paradies bezeichnet hat. Er hat Recht gehabt. Es ist ein Paradies. Eine Quelle an frischen Wasser ist vorhanden und hier wachsen, zu meiner Verblüffung, Pflanzen. Einige von ihnen tragen sogar Früchte. Ich hätte nie gedacht, dass nach dem war die Erde erleiden musste, jemals wieder Grünzeug zu Augen zu bekommen. Die meiste Verblüffung und Faszination gilt aber Mira. Sie hatte nie zuvor in ihrem Leben Pflanzen gesehen. So weit wie ich das verfolgt habe, hat eine harte Vergangenheit gehabt. Die haben wir aber alle gehabt. Jeder von uns hat auf seine Weise gelitten …
Mein Blick huscht zu der Erdmännchenmutantin, die gespannt den Erzählungen von Mikey zuhört. Mein Bruder erzählt von alten Zeiten, bevor die Erde zu diesem Ödland geworden ist. Zwar schmückt er seine Erzählungen mit einigen Details aus, die so nicht passiert sind, aber ich will nicht den Spaß verderben. Also bleibe ich im Stillen und schüttelte lächelnd den Kopf über seine verrückten Geschichten. Meine anderen Brüder tun es mir gleich. Sie tragen auch Narben von jener Katastrophe, wie ich. Donatello, der zweitjüngste von uns vieren, ist nun ein Roboter, weil sein Körper damals zerstört wurde, aber zum Glück ist er damals irgendwie mit eine Neuversion seines alten Roboters Metalhead verbunden gewesen, wodurch er sein Bewusstsein in den Roboter stecken konnte. Ich hab das nicht so ganz verstanden, aber ich bin froh das Donnie uns mit dieser Möglichkeit erhalten blieb, auch wenn er jetzt nun ein Roboter ist. Mein anderer Bruder Raphael hat mehr Glück gehabt und ihm ist sein Körper erhalten geblieben, dafür kann er sich an manche Elemente unseres gemeinsamen Lebens nicht erinnern. Zwar hat unsere Wiedervereinigung einige Erinnerungen in ihm geweckt, aber trotz alledem kann er sich nach wie vor nicht an Meister Splinter erinnern. Wir versuchen ihm mit Erzählungen auf die Sprünge zu helfen, aber unser Vater bleibt dem Muskelprotzen fremd. Wenigstens hörte er immer aufmerksam Mikeys Erzählungen zu, auch wenn die Hälfte davon erfunden war, in der Hoffnung, seine Erinnerungen zu vervollständigen.
Meiner Meinung nach, hat es Mikey nicht allzu schwer getroffen. Trotz seines Alters ist er immer noch der Mikey den wir alle kennen und lieben. Wobei man merkt ihm schon an, was die Jahre der Einsamkeit mit ihm angestellt hatten, wobei einsam war er ja nicht, er hatte ja sein geliebtes Eiscreme-Kätzchen und Raphaels Haustier Chompy, der inzwischen zu einer unvorstellbaren Größe herangewachsen ist, dabei gehabt. Dennoch sieht man Mikey an, dass dies ein paar Auswirkungen auf seinen Verstand hatte. Tja, leider haben sich damals unsere Wege getrennt und wiedergefunden haben wir erst nach Vergehen von sehr vielen Jahren.
Ich versuche nicht weiter darüber nachzudenken, aber ich muss zugeben, dass ich die alten Zeiten vermisse. Ich vermisse unseren Vater, der viel zu früh den Tod fand. Ich vermisse April, die unsere erste menschliche Freundin gewesen ist und Casey, der später dazu kam. Leider traf sie dasselbe Schicksal, wie das unseres Vaters. Ich vermisse New York, wie wir auf unseren nächtlichen Patrouillen über die Dächer gesprungen sind und die Einwohner vor dem Unheil beschützt haben. Ich vermisse einfach mein ehemaliges Leben. Ein Leben mit meiner Liebsten … das ich hätte haben können … zusammen mit ihr …

Es fällt mir ein wenig schwer, Unterhaltungen mit Mira zu führen. Sie erinnert mich einfach zu sehr an meine Liebste. An Karai. Miras Charakterzüge ähneln sehr stark denen von Karai. Jedes Mal, wenn ich Mira anschaue muss ich an Karai denken. Ich kann es einfach nicht verhindern. Jedes verdammte Mal bekomme ich einen Schmerz in meinem Herzen zu spüren, wenn ich Karai vor meinem inneren Auge zu sehen bekomme. Zudem ähneln sich ihre Namen. Karai hätte eigentlich anders heißen müssen, aber da sie von Shredder großgezogen wurde, hatte er ihr einen anderen Namen zugeteilt. Irgendwann hatte sie mich darum gebeten, sie mit ihrem eigentlichen Namen anzusprechen, weil sie diesen Teil der Vergangenheit hinter sich lassen wollte, aber jetzt kann ich diesen Namen nicht mehr über die Lippen bringen. Es geht einfach nicht. Ich kann ihn noch nicht einmal über die Lippen bringen.

In der Zeit, wo mein Verstand völlig verdreht gewesen ist, dank der zweiten Mutation, habe ich mich nicht an Karai erinnern können und somit auch keine Schmerzen empfinden können. Aber nun ist alles zurückgekehrt. Ich weiß nicht wie ich jetzt über ihren Tod hinweg kommen soll. Vor allem, weil dieser nun Jahrzehnte her ist.
Ein Teil von mir wünscht sich, alles wieder zu vergessen, ein anderer aber wiederum möchte dies keines Wegs nochmal zulassen. Und diese beiden Seiten kämpfen gegeneinander. Und dieser Kampf zerreißt mich innerlich. Will ich Karai wirklich wieder vergessen? All die Zeiten die wir zusammen verbracht haben? Unser erstes Kennenlernen? Als sie uns endlich geglaubt hatte? Als sie sich endlich bei uns zuhause fühlte?
Ich möchte sie nicht noch einmal vergessen. Ich möchte sie wieder sehen. Wieder in meine Arme schließen können. Wieder ihre Stimme hören. Wieder ihre Hand auf meiner Wange spüren. Sie wieder küssen können. All das wünsche ich mir zurück, doch so sehr wie ich es möchte, es würde nie wieder passieren. Das einzige was übrig geblieben ist, ist die Erinnerung an sie. Und die Erinnerung an den letzten Tag mit ihr, ist die schmerzhafteste von allen.




Ungeduldig und nervös lief ich auf und ab. Ich zählte jede Sekunde die ich mehr hier draußen auf dem Flur verbringen musste. Ich war im Vergleich mit meinen Brüdern der, der die meiste Geduld besaß, aber dennoch hatte in jenem Moment die Aufregung in mir gesprudelt. Denn Karai hatte in letzter Zeit ein seltsames Verhalten gezeigt und ich machte mir wahnsinnige Sorgen. Donnie konnte nicht wirklich einen Grund für ihre Stimmungschwankungen und andere Symptome ermitteln. Er stellte zunächst Vermutungen über mögliche Krankheiten an, aber die wahrscheinlichste Möglichkeit und zugleich unwahrscheinlichste Möglichkeit hatte er nicht in Betracht gezogen. Als er keine Lösung fand, erklärte er mir, dass Karai vielleicht schwanger sein könnte, was so gut wie alles erklären würde, aber dies hielt er für unwahrscheinlich, weil seiner Meinung nach hätten wir kein Kind zeugen können, aufgrund unserer verschiedenen Mutation. Ich war ein vollständiger Mutant gewesen, während Karai eine Halbmutantin gewesen war. Zudem war ich vor meiner Mutation eine gewöhnliche Schildkröte gewesen, während Karai zuvor ein Mensch gewesen war. Das Genie unserer Truppe meinte unsere DNA würde sich nicht vertragen, da sie zu verschieden gewesen ist und Karai deshalb gar nicht schwanger sein konnte. Da er aber keine Erklärung für Karais Benehmen finden konnte, hatte ich Karai gebeten einen Schwangerschaftstest zu machen. Nur zu Sicherheit. Wir waren uns unsicher ob sie einen gewöhnlichen, den man in der Apotheke kaufen kann, benutzten sollen oder ob wir Donnie darum beten sollten einen zu erstellen. Da mir dann aufgefallen war, dass Donnie diese Möglichkeit außer Betracht ließ, war es sinnlos ihn darum zu beten. Zudem war ich mir nicht ganz sicher, ob er wusste wie man einen herstellt. Er hatte schon die beeindrucktesten Gerätschaften erfunden, aber ich konnte wirklich nicht einschätzen, ob er das machen konnte. Vielleicht ja. Vielleicht nein.

Um es unkompliziert zu machen, baten wir April darum einen zu kaufen. Karai wollte dies nicht tun. Der Grund, ich wollte es nicht laut aussprechen, aber er war banal gewesen. Aber ich wollte es so unkompliziert wie möglich machen, also war es eindeutig einfacher gewesen, jemanden anderes zu beten, als sie zu überreden. Außerdem wollte ich sie zu nichts zwingen was sie nicht wollte. Ich hätte dies auch selber erledigt, aber wenn ich eine Apotheke betreten hätte, wären die Menschen eher schreiend davon gelaufen, als mir dieses Ding in die Hand gedrückt.
Als dann April endlich ankam, riss ich ihr die Sachen aus den Händen, aber ich hatte noch daran gedacht mich bei ihr zu bedanken. Dann wendete ich mich Karai zu und musste sie erst einmal überreden den Test zu machen. Nach meinem Argument, dass sie das machen sollte, damit wir diese Möglichkeit zu 100 Prozent abhacken konnten, ließ sie sich darauf ein. Und nun stand ich hier mit verschwitzten Händen vor der Tür und wartete bis sie endlich raus kam und mir das Testergebnis mitteilte. Ich wusste wirklich nicht was ich denken sollte. Einerseits wäre ich froh gewesen, wenn das Ergebnis positiv wäre, denn dann wüssten wir endlich den Grund hinter Karais Verhalten. Aber andererseits bedeutete dies, dass wir bald Eltern sein würden. Und das machte mir etwas Angst. Ich wusste einfach nicht was besser gewesen wäre. Das Karai wirklich schwanger war oder nicht. Mit jeder Sekunde wurde ich immer nervöser.

Mein sehr schnell schlagendes Herz setzte in dem Moment aus, als ich ein Schrei aus dem Badezimmer vernahm. Instinktiv hämmerte ich gegen die Tür und fragte was passiert war. Die Stille im Bad machte mich noch nervöser als ich ohne hin schon war. Ich schrie mehrmals ihren Namen. Meine Rufe konnte man wohl im gesamten Versteck hören, denn mit der Zeit versammelten sich meine Brüder und Freunde im Flur und fragten was los war. Meine Aufmerksamkeit galt aber Karai und ich wollte endlich ein Zeichen von ihr bekommen. Langsam wurde ich wirklich unruhig und ich spielte schon mit dem Gedanken die Tür einzutreten, aber so weit kam es nicht. Ein Klicken von der Tür erzeugte Stille im Flur und wir alle warteten gespannt bis sich diese öffnete. Uns erwartete eine weinende Karai. Das war das erste Mal gewesen, das ich sie weinen sah. Unzählige Tränen liefen ihr über die Wangen. Sie zitterte am ganzen Leib. Eine Hand lag immer noch auf der Klinke der Tür und in der anderen Hand hielt sie den Schwangerschaftstest. Ich konnte die Antwort erahnen und ich meinte, jeder andere von den Anwesenden auch.

„Er … er.“, begann Karai, aber der Schock, der ihr tief in Gesicht geschrieben war, ließ sie keine vernünftigen Worte fassen. „Er ist..“, versuchte sie nochmal, aber sie konnte es uns immer noch nicht mitteilen. Ich schaffte es, mich aus meiner Starre zu lösen und kam meiner Liebsten einen Schritt näher. Ich wollte ihr Trost spenden und sie beruhigen. Ich schloss sie in meine Arme und sie drückte ihre nasse Wange gegen meine Brust, da ich größer als sie war. Sie ließ weitere Tränen laufen, während ich ihr tröstend über den Rücken strich. „Es ist alles in Ordnung.“, flüsterte ich ihr zu und gab ihr einen Kuss auf den Kopf. Dann legte ich meine Wange auf ihren Kopf und strich ihr weiter über den Rücken. „Es ist alles in Ordnung.“, wiederholte ich.
Karai war in der sechsten Woche schwanger.
Ich hatte erst später das Ergebnis des Testes realisiert, da ich in jenem Moment mich nur darauf fokussiert hatte, meine Liebste zu beruhigen. Ich konnte es einfach nicht fassen. Ich wurde Vater! Und ich war mir wirklich unsicher, ob ich wir Karai drauf losheulen sollte oder mich freuen sollte.

Irgendwann entspannte sich die Atmosphäre im Versteck und mit einem etwas geklärten Verstand als vorhin, begann ich mich zu fragen wie es denn dazugekommen war. Ich konnte mich nicht daran erinnern, mit Karai nicht verhütet zu haben. Wir beide wollten keine Kinder, zumindest nicht zu jenem Zeitpunkt, aber es war nun gekommen wie es gekommen war. Da Donnie immer noch die Zweifel geplagt hatten, unternahm er noch einige Untersuchungen. Mit Verblüffung und Unglaube musste er zugeben, dass der Test nicht gelogen hatte.
In meinen Sinn schlich sich der Gedanke ein, dass Karai von jemand anderes geschwängert hätte können, aber ich verwarf den Gedanken sofort. Ich konnte Karai nicht zutrauen mich betrogen zu haben. Ich entschloss mich keine voreiligen Züge zuziehen. Außerdem hatte mein schlauer Bruder da schon ausgeholfen. Seine Tests zeigten, dass ich der Vater war. Ich hatte Donnie nicht wirklich zugehört, wie er dieses Wunder begründete, aber ich hatte aufgeschnappt, dass es wohl am Mutagen liegen musste. Mir war es egal wie es dazu gekommen war, es war nun passiert und ändern konnte man es nicht. Ich versicherte Karai, dass egal was kommen würde, wir es gemeinsam überstehen würden. Zusammen würden wir alles schaffen. Aber auch nur zusammen …

Nach dem ersten Schock, begann im Quartier eine große Diskussion, darüber wie wir voranschreiten würden. Karai erwartete ein Kind und wir beide waren nicht bereit dafür, aber meine Brüder und Freunde wollten uns Hilfestellung geben. April und Mikey waren diejenigen die sich am meisten freuten und grübelten schon für einen Namen für das Kind. Ob es ein Junge oder ein Mädchen sein würde, konnte man noch nicht sagen. Also sammelten sie Vorschläge, die sie uns später präsentieren wollten. Raphael zeigte das komplette Gegenteil. Er hatte es stattdessen nötig mich auszufragen und an den Kopf zuwerfen, dass wir uns allen das Leben nun erschwert hatten. Aber im Nachhinein hat er uns gratuliert und alles Gute gewünscht. Wenigstens etwas. Donnie zeigte da mehr Begeisterung. Er aber wollte stattdessen herausfinden wie genau das jetzt nun möglich war, denn er lag mit seinen Vermutungen ja falsch. Ich schätze er freute sich mehr aus naturwissenschaftlicher Sicht, das Leben zu Augen zu bekommen, das in Karai keimte. Aber Donnie war nicht herzlos, natürlich hatte er sich auch für uns gefreut und hatte uns ebenfalls Glückwünsche zugesprochen. Und Casey träumte davon, als Onkel dem Kind Hockeyspielen beizubringen. Daraufhin hatte Raphael mitgeredet. Er meinte er würde dem Kind alles Wissen übers Kämpfen, das er besaß, vermitteln. Jeder konnte es mehr oder weniger kaum erwarten und hatte schon großes Vorhaben geplant.
Auch Karai. Nach der Erholung ihres Schocks, erzählte sie, was sie alles ihrem Kind beibringen würde. Jeder leistete einen Beitrag dazu. Nur ich nicht. Mir war ehrlichgesagt damals etwas schlecht gewesen. Bei dem bloßen Gedanken, dass ich bald Vater werden würde, zog sich mein Magen zusammen. Ich fühlte mich einfach nicht bereit dazu.
War es Sensei damals genauso ergangen? Als er nach New York gezogen war und nach einem Mutagenunfall auf einmal für vier kleine Schildkröten sorgen musste?
Ich konnte ihn das nicht fragen, denn er wurde durch Shredders Klingen getötet, als wir noch im Teenageralter waren. Auch wenn wir alle nun die 21ger Marke erreicht hatte, hieß das nicht, dass ich bereit war ein Kind großzuziehen.
Trotz meinen Bedenken und der Unsicherheit, bin ich sehr traurig, dass es nie dazu gekommen war.
In dieser Nacht noch wurden wir von einem schrecklichen Geräusch geweckt. Karai, als auch ich, erschraken aus unserem Schlaf. Aus der Abstellkammer kam ein Alarm, der ein schreckliches Unheil vorhersagte. Durch die Stille in unserem Versteck, konnte sich der leise Alarm durch jedes Zimmer ziehen und jedem einen Schreck durch Mark und Bein fahren lassen. Der Alarm kam von einer Kraang Kommunikationskugel, die April vor Jahren in der Kanalisation gefunden hatte. Sie hatte uns zum Abhören von Plänen der Kraang gedient, doch nach der Vernichtung der Aliens durch die Triceratons, einer anderen Alienart, ihren Platz in die Abstellkammer gefunden hatte und uns als Erinnerungsstück an alte Zeiten gedient hatte. Doch nun war diese auf einmal aktiviert worden und wir alle wussten nicht warum.

Wir alle waren wie auf einen Schlag hell wach. Donnie holte die Kugel aus ihrer Höhle und entschlüsselte sofort die Daten. Uns alle traf ein Schock, ein weitaus größerer als der vorhin. Die Kraang waren zurück. Wir wussten nicht wie, aber wir wussten warum. Ihr Plan ist es gewesen eine große Mutagenbombe über der Erde explodieren zu lassen, damit die Menschheit ausgeloschen wurde und sie ihr langersehntes Ziel, die Erde in eine Dimension X zu verwandeln, erreichen konnten.
Wir konnten dies nicht zulassen!

Es war nicht das erste Mal, dass wir die Welt retten mussten, aber es war das erste Mal, dass wir es nicht schaffen konnten.
Wir hatten uns so schnell wie möglich auf den Kampf vorbereitet, und waren sofort aufgebrochen. Ich musste Karai dazu überreden nicht mitzukommen. Ich wollte sie und unser ungeborenes Kind nicht in Gefahr bringen. Sie sollte im Versteck zurück bleiben. Der Rest versuchte unter meinem Kommando die Pläne unserer Feinde zu vereiteln.
Wir mussten zu dem ehemaligen TRCI-Gebäude, wo die Basis der Kraang war. Unfassbar, dass sie diese erneut errichtet hatten. Auf jeden Fall sollte die Bombe von dort gestartet werden. Am Ort des Geschehens, erwartete uns eine Kraangarmee. Sie setzten alles daran, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Es entfachte sich ein tobender Kampf zwischen uns und den Aliens. Wir hatten schon vorher gegen sie gekämpft, aber niemals zuvor mit solch einer Brutalität. Die Kraang meinten es wirklich ernst!
Auch hatten sie ihre Laserwaffen präzisiert und sie trafen, zu unserem Bedauern, besser und öfter ihr Ziel. Aber auch wir hatten unsere Kampffähigkeit in den letzten Jahren verbessert und konnten so Ausgleich schaffen. Zumindest dachten wir so.
Denn trotz unseres Eingreifens konnten wir den Start der Mutagenbombe nicht verhindern. Der einzige uns bleibende Ausweg war, uns zu der Bombe zu begehen und sie manuell zu entschärfen. Beziehungsweise musste Donnie dies vollrichten, da niemand von uns wusste, wie man das machen sollte. Ich schickte mein Team los, damit sie Donnie Freiraum verschaffen konnten, ich blieb aber zurück um ihnen einen Vorsprung zu verschaffen und damit die Kraang ihnen nicht in den Weg kommen konnte. Es waren nicht viele Druiden übrig, weshalb ich das auch hätte schaffen können. Nachdem ich dachte alle zerstört zu haben, wollte ich meinem Team zu Hilfe eilen, aber ich hatte mir einen einzelnen Fehler erlaubt. Und dieser Fehler hatte mir alles genommen.

Ein halbzerstörter Druide suchte sich einen Weg aus den übriggebliebenen Schrott seiner Mitstreiter. Er besaß noch einen Arm und in diesem hielt noch eine Laserwaffe. Er richtete sie auf mich. Und drückte auf den Abzug. Ich konnte nicht schnell genug reagieren. Der Laserstrahl kam meinem Gesicht mit jeder verstrichenen Millisekunde immer näher. Aber er traf mich nicht.
Ich hörte jemanden auf mich zu laufen. Derjenige Schubste mich aus der Gefahren Zone, aber er selber begab sich in diese hinein. Mein Atem stockte als ich Karai erblickte. Der Strahl traf sie und schleuderte sie ein paar Meter weiter. Sie traf hart auf dem Boden auf. Ich betrachtete das Geschehen mit purer Unfassbarkeit und purem Terror. Ich wollte meinen Augen keinen Glauben schenken. Ich wollte es einfach nicht.

Erst als der Druide begann auf mich zu schießen, fing ich mich und warf eines meiner Schwerter auf den Druiden. Es durchstach den Kopf des Roboters, der kurzdarauf zu Boden fiel. Ich wartete nicht länger und eilte zu meiner großen Liebe. Karai lag auf dem Boden und hielt sich die tödliche Wunde. Sie lag in ihrer Schlangengestalt, als sie mich aber erblickte, verwandelte sie sich zurück in ihre Menschengestallt. Mich schauten ihre braunen Augen entschuldigend an. Ich fiel auf die Knie. „Nein“, hauchte ich legte meine Hand unter ihren Nacken. „Es wird schon. Es wird alles wieder gut.“, sagte ich und legte meine Hand auf ihre Hände, die auf die Wunde drückten. „Es wird alles wieder gut.“, versprach ich erneut, doch wir beide wussten ganz genau, dass dies nicht den Tatsachen entsprach. „Es.. es tut mir so leid.“, sagte sie während ihr Tränen über die Wangen liefen. Schon zum zweiten Mal sah ich sie weinen, doch dieses Mal konnte ich ihr keinen Trost spenden. „Nein, das ist meine Schuld.“, sagte ich „Meine.“
Warum war sie nicht zurück geblieben? Warum?!
Sie legte ihre blutige Hand auf meine Wange. Ich tat dasselbe und legte meine ebenfalls blutige Hand auf ihre. Unsere Hände waren blutgetränkt. In ihrem Blut. Und mit jeder Sekunde verlor sie immer mehr davon und auch immer mehr von ihrem Leben. Sie trieb durch meine Hände und ich konnte sie nicht festhalten. Es gab nichts, das ich hätte für sie tun können. „Ich liebe dich“, flüsterte sie mit ihrer schwachen Stimme. Ich konnte nicht mehr die Tränen zurückhalten. „Ich liebe dich auch.“
Dann vereinten sich unsere Lippen und wir schenkten uns unseren letzten Kuss. Als ich dann merkte, dass Karai den Kuss nicht mehr erwiderte, öffnete ich erschrocken die Augen und musste feststellen das meine Liebste von mir gegangen war. Zusammen mit unserem ungeborenen Kind. Ich konnte sie nicht retten. Ich konnte es einfach nicht.

„MIWA!“

Ich schrie. Ich schrie und wollte nichts anderes mehr tun. Ich hatte die Liebe meines Lebens verloren. Und es war allein meine Schuld. Wäre ich aufmerksamer gewesen, hätte ich diesen verdammten Kraang bemerkt und Karai und mein Kind wären nicht von uns gegangen. Die Kraang haben sie mir genommen! Sie würden dafür büßen! Diese verdammten Aliens würden dafür büßen!
In mir herrschte ein Gefühlschaos. Ich traurig wegen Karais Tod, wütend auf die Kraang und besorgt um den Rest meiner Familie. Ich musste sie beschützen. Ich konnte sie nicht dem gleichen Schicksal überlassen, wie Karai.
Ich versuchte mich zu fangen. Es fiel mir sehr schwer Karai zurückzulassen, aber ich musste zu meinen Brüdern.

Mit gebrochenen Herzens kam ich an meinem Ziel an. Der dunkele Himmel wurde von der grünen Mutagenbombe erleuchtet. Unter ihr auf einem hohen Gebäude, herrschte ein Kampf. Laserhagel war zu hören. Ich eilte meinen Brüdern zu Hilfe. April und Casey konnte ich nirgendwo entdecken. Meine Brüder Michelangelo und Raphael kämpften tapfer gegen die Druiden, während Donnie versuchte die Bombe zu entschärfen. Ich war noch gefühlt unendlich viele Dächer weit entfernt, aber ich konnte das Geschehen verfolgen. Als ich ankam, war es jedoch zu spät. Ich sah einen weiteren Druiden, der auf Donnie zielte. Ich holte meine Katanas aus der Scheide und zerteilte den Roboter in zwei Hälften.
Aber es war zu spät. Ich war wieder zu spät.

Der Druide konnte noch abschießen.
Ohne etwas unternehmen zu können, musste ich mit Entsetzen zusehen, wie der Laserstrahl meinen Bruder traf. Donatello war so sehr darauf fixiert gewesen, die Bombe zu entschärfen, dass er den auf ihn zurasenden Laser zu spät bemerkte. Die Wucht des Lasers schleuderte ihn von der Bombe und er landete mit einem lauten Aufschrei auf dem Dach. „Donnie!“, schien meine Brüder und ich und rannten auf ihn zu. Déjà vu. Ich konnte es nicht fassen. Ich verlor meine Liebe und meinen Bruder an einem Tag. Und zudem nahm diese Welt, die wir alle liebten, ein Ende.
Raph nahm Donnie Huckepack. Der Laser hatte nur seinen Panzer verkohlt, aber der Sturz aus dieser Höhe hatte starke Schäden angerichtet. Wir mussten ihn versorgen und gleichzeitig die Kraang aufhalten. „Verdammt die Bombe geht gleich hoch.“, fluchte Raphael. „Wir haben versagt.“, sagte Mikey.
Wir hatten es nicht geschafft die Kraang aufzuhalten. Sie hatten gewonnen. Sie waren wirklich mit ihrem Vorhaben durchgekommen. Wenige Sekunden blieben uns übrig.
Ich konnte nicht zulassen, dass auch meine Brüder davon getroffen werden würden. „Meine Familie. Ihr seid mein ein und alles. Und ich liebe euch.“, sagte ich mit geschlossenen Augen. Dann öffnete ich meine Lider und drehte mich um. Ich schubste meine Brüder vom Dach. Sie sollten nicht von dem Mutagen getroffen werden. Ich aber stand genau unter der Bombe und wurde volle Kanne mit Mutagen überschüttelt. Und da setzte mein Verstand aus …



„Leo?“, holt mich Miras Stimme aus meinen Gedanken. „Was?“, fahre ich erschrocken hoch. „Du hast mich so angestarrt. Alles okay?“, fragt sie. Nun auch entdecke ich, dass meinen Brüdern meine geistige Abwesenheit ebenfalls aufgefallen ist. Ich schüttele kurz den Kopf und versichere ihnen, dass alles in Ordnung ist. Keiner fragt weiter nach und alle setzen ihre gemütliche Unterhaltung fort.
Irgendwann haben wir die Spitze der Nacht erreicht und uns hat die Müdigkeit überkommen. Wir legen uns alle zu Bett, aber mir ist nicht schlafen zumute. Meine Gedanken lassen dies einfach nicht zu. Ich muss an alte Zeiten denken. An Zeiten wo Karai noch am Leben gewesen ist, an Zeiten wo meine Brüder noch jung gewesen sind, an Zeiten wo der Sensei noch bei uns gewesen ist.
Mich plagt einfach die Frage, warum das alles doch passiert ist. Warum haben wir die Kraang nicht aufhalten können? Warum musste Karai in meinen Armen sterben? Warum haben April und Casey und unsere anderen Freunde nicht überlebt? Warum aber wir?
So viele Fragen. Und ich kann die Antwort einfach nicht finden.
Es ist mittlerweile tiefe Nacht. Ich hab es immer noch nicht geschafft ein Auge zuzudrücken. Ich spiele mit dem Gedanken, kurz aufzustehen und einen nächtlichen Spaziergang zu unternehmen oder zu meditieren. Vielleicht würde ich so einen freien Kopf bekommen. Und etwas schlaf.

Ein Geräusch weckt meine Aufmerksamkeit und ich drehe mich zur Quelle. Es ist erneut Mira. „Kannst du auch nicht schlafen?“, fragt sie mich. Ich lege mich wieder hin und bejahe ihre Frage. „Hat das einen bestimmten Grund?“, stellt sie mir direkt die nächste Frage. Ich seufzte. „Ich kann nicht aufhören an meine Familie zu denken.“
„Ich auch nicht.“
Ihre Antwort lässt mich wieder aufsetzten und in ihre Richtung blicken. Es überrascht mich nicht. Sie hat ihre komplette Familie inklusive Klan verloren. Dafür hat sie uns als ihre neuen Freunde gewonnen. Und wir sie als unsere Verbündete. Ich bin ein wenig überrascht von mir. Ich glaube, das ist das erste Mal, dass ich mit ihr ein Gespräch führe.
„Darf ich dich ´was fragen?“, holt sie mich schon zum dritten Mal aus meinen Gedanken. Ich nicke. „Warum hast du mich vorhin so angeschaut?“
Es wundert mich kein bisschen, dass sie nachfragt. Es ist ja schließlich aus ihrer Sicht eine komische Situation gewesen und vielleicht ist ihr das auch ein wenig unangenehm gewesen. „Du erinnerst mich an jemanden. An jemanden den ich vor langer Zeit kannte und liebte und schließlich auch verlor.“, erkläre ich. Mira lässt traurig den Blick sinken. „Das tut mir leid.“
„Das muss es nicht.“, sage ich. „Es ist schon lange her, aber es fühlt sich an, wäre es erst gestern gewesen.“, vertraue ich ihr an. Meinen Brüdern gegenüber habe ich kein Wort fallen lassen, aber ausgerechnet ihr erzähle ich von meinem Kummer. „Du hast sie geliebt stimmt´s?“, stellt sie mir gleich die nächste Frage. Ich nicke mal wieder. „Und sie dich.“
Abermals nicke ich. Ja das hatte sie. So sehr, dass sie ihr Leben für meins hergegeben hat. „Dann wird sie auf dich warten. Bis du bei ihr bist.“, sagt Mira schließlich. Ihr Satz lässt mich kurz nach Luft schnappen.
Mira hat recht.
Miwa hat mir den größten Liebesbeweis gegeben, den sie hätte machen können. Sie hat ihr Leben und gleichzeitig das Leben ihres Kindes riskiert, nur um mich vor dem Tod zu bewahren. Sie hat mich wirklich geliebt. Und ich sie. Und diese Liebe ist nicht erloschen.
Ich lächle. „Danke Mira, dieses Gespräch habe ich gebraucht.“, sage ich lächelnd. „Immer wieder gern, Leonardo.“, lächelt die Mutantin und legt sich wieder hin. Ich mache es auch und schaue in den dunklen Himmel. Irgendwo da ist Miwa. Zusammen mit Sensei und ihrer Mutter. Sie schauen auf uns herab und warten auf uns.
Bald Miwa. Bald würde ich wieder bei dir sein. Warte auf mich.

Dann schließe ich meine Augen und begebe mich in den langersehnten Schlaf.
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