Der prekäre Fall der Stablers

von Tremont
GeschichteThriller / P12 Slash
A.D.A. Rafael Barba Amanda Rollins Detective Odafin Tutuola Detective Olivia Benson Nick Amaro OC (Own Character)
14.10.2017
14.10.2017
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Bei der SVU geht es sehr erleichternd zu. Zwei große Fälle wurden bewältigt: ein grausamer Anschlag in einem Bordell sowie die Vergewaltigung einer minderjährigen Millionärstochter.
Die harten drei Monate werden nun um neun Uhr abends müde und erledigt mit Kaffees und spendierten Donuts überwunden, jedoch ist ein Problem in den Räumen des Reviers noch nicht gelöst. Die Heizungen sind ausgefallen und der immer näher kommende Winter lässt sich durch die fröstelnden Gesichter der Detectives Amanda Rollins und Olivia Benson zeigen. Die viel zu dünne Jacke übergezogen, lehnt sich Amanda in ihren Schreibtischstuhl zurück, nachdem sie den letzten Bericht beendet und dabei immer wieder an ihrer Kaffeetasse genippt hat. Olivia greift sich ein paar Taschentücher aus ihrer Jacke und schnäuzt sich die Nase, als sie zufällig an Amandas Tisch vorbeikommt.
"Du solltest vielleicht nach Hause gehen. Ich denke, dich hat die Erkältung noch schlimmer getroffen, als mich."
Amanda blickt auf. "Vielleicht hast du recht. Aber eigentlich verdienen wir es alle, uns ein wenig zu erholen und zu schlafen. Geh du auch."
"Daraus wird leider nichts", sagt Olivia, während sie zurück an ihren Schreibtisch geht und ihr ein paar Mappen hochhält. "Ich muss noch Barba den Bericht schicken und dann muss ich noch ein paar offene Ermittlungen begutachten, die wir bald mal durchgehen müssen."
Amanda stöhnt auf. "Ich hoffe, das sind nicht viele."
Olivia sagt darauf nichts, da es tatsächlich viele Ermittlungen von leichten Belästigungen bishin zu extremen Gewalttaten gibt. Sie verstaut einige Formulare in Schubladen und schaut sich währenddessen im Revier um. Die meisten befinden sich noch in ihrer Pause, essen was und unterhalten sich mit ihren Kollegen. Andere vertiefen sich in Telefonaten oder tippen nur am Handy herum, wie Nick Amaro, der mit strenger Miene eine lange Nachricht verfasst.
"Maria?", ruft Olivia ihm zu.
Er schaut nicht auf, antwortet aber, während er weiterschreibt: "Ja. Sie will die Kleine über Weihnachten haben, da ich sie schon an Thanksgiving sehen kann. Ist ja nicht so, dass sie meine Tochter ist... Ist ja nicht so, dass sie sie rund um die Uhr sehen kann..!"
Olivia begreift, dass Nick im Privatleben immer Schwierigkeiten mit seiner Exfrau hat, besonders, wenn es darum geht, wann und wie lange Nick seine Tochter Zara sehen kann. Deshalb geht sie nicht weiter darauf ein und widmet sich stattdessen wieder Amanda zu, die gerade eine Tablette zu sich nimmt.
"Geh nach Hause, Amanda. Ich kann mir nicht länger mit ansehen, wie du langsam unterkühlst."
"Das geht schon-"
"Das ist ein Befehl", sagt Olivia, diesmal sehr streng, und Amanda reagiert mit einem Seufzer. Sie fährt ihren Rechner herunter und sammelt ihre Tasche auf. "Schönen Abend noch", sagt sie noch beim Verlassen des Saales und betätigt den Knopf zum Aufzug. Dieser öffnet sich und Amanda erblickt leicht erschrocken eine Frau.
"Hallo", sagt Amanda nur.
Die Frau schluckt schwer und starrt Amanda beängstigend an. Sie versucht, etwas zu sagen, bekommt aber keinen Ton heraus.
"Kommen Sie", sagt Amanda sanft und zieht sie leicht vom Aufzug weg, welcher sich in dem Moment schließt.
Amanda führt sie zu den anderen, woraufhin Olivia als einzige mit voller Überraschung reagiert. Sie steht von ihrem Schreibtisch auf und geht auf die Frau zu.
"Kathleen?"
"Hallo, Olivia", gibt die Frau von sich, noch immer verängstigt.
"Kathleen, wie geht's dir? Was machst du hier?", fragt Olivia und streicht ihr dabei sanft den bemantelten Arm.
"Ich...ich muss mit dir reden", sagt Kathleen stotternd. Olivia führt sie auf einen Stuhl neben ihrem Schreibtisch und bittet sie dann, kurz auf sie zu warten. Daraufhin geht rüber zum Waschbecken und füllt ein Glas mit Leitungswasser. Amanda erscheint neben ihr.
"Wer ist das, Liv?", fragt Amanda neugierig.
"Kathleen Stabler", antwortet Olivia, die wegen Kathleens plötzlichem Erscheinen noch immer überrascht ist, "Sie ist die Tochter meines ehemaligen Partners. Du weißt schon, Elliot."
Amanda legt eine Miene auf, die teils Neugier, teils Schock umfasst. Sie kennt Olivias früheren Partner nur vom Hören her, hat aber dennoch ein Gefühl von Besorgnis, wenn es um Fälle geht, die in Verbindung mit den Polizeibeamten stehen.
Olivia begibt sich zur besorgt dreinblickenden Kathleen, die auf einem Stuhl neben ihrem Arbeitstisch sitzt. Sie überreicht ihr das Glas Wasser und setzt sich zu ihr gegenüber.
"Also, Kathleen, wie kann ich dir helfen?"
Kathleen trinkt einen großen Schluck. "Es...es ist was passiert."
Sie macht eine Pause. Olivia bleibt geduldig und bittet sie tief Luft zu holen. Sie hatte es schon öfter mit Zeugen oder Opfern zu tun, die lange damit verschlossen blieben, was sie gesehen oder erlebt haben. Man darf sie nicht unter Druck setzen, sonst trauen sie niemanden etwas zu, denkt sich Olivia immer.
"Was ist denn passiert?", fängt sie dann behutsam an. "Ist denn etwas Schlimmes in deiner Familie vorgefallen?"
Olivia zuckt zusammen. Sie konnte sich aber nicht zurückhalten, da sie bei Kathleens Anblick die ganze Zeit an Elliot denkt.
"Ja, ist es", schießt sie plötzlich heraus, ganz zu Olivias Überraschung. "Na ja, eigentlich nicht ganz...aber man kann sagen, dass sie etwas damit zu tun haben."
Olivia ist skeptisch bei der Antwort, bleibt aber gelassen und fragt: "Womit haben sie es zu tun?"
Kathleen holt tief Luft. "Ich glaube, jemand wurde vergewaltigt. Ich weiß nicht wer und ich bin mir auch nicht sicher, ob sie wirklich vergewaltigt wurde."
Olivia beruhigt sie, als sie hektisch wird. "Vielleicht erzählst du mir erstmal, was du mitbekommen hast und wo."
"Also...ich war gestern in SoHo. Ich wollte Dad sehen. Er wohnt erst seit kurzem dort in einem Apartment, nachdem er sich von Mom geschieden hat. Ich wusste, er würde eine echt schwere Zeit durchmachen, also wollte ich ihm mal einen Besuch abstatten. Um ihn zu überraschen. Ich wusste, er würde zu dieser Zeit, als ich da war, nicht arbeiten, also schien es für mich kein Problem zu sein. Jedenfalls...als ich in der Wohnung ankam, hörte ich seltsame Geräusche. Es kam aus SEINER Wohnung, von sonst nirgendwo. Ich lauschte also an seiner Tür...und hörte Schreie. Jemand schrie und wurde geschlagen. Es war grausam. Sie schrie die ganze Zeit "Nein!", also musste es doch eine Vergewaltigung sein?" Sie sah Olivia fragend an, was diese mit einem Nicken beantwortete. "Ich wusste nicht, wer das sein konnte oder wer der Typ war, der ihr das angetan hatte. Aber ich bin mir sicher, es war Dad. Ich konnte es hören. Er klang wie er."  
Sie beginnt zu schluchzen. Olivia nimmt sie in den Arm, ist aber so schockiert von ihrer Beschreibung, dass sie vergisst, sie wieder loszulassen.
"Kathleen", sagte Olivia in einem etwas ernsteren Tonfall, "bist du dir sicher, dass es dein Vater war?" Bei dem Gedanken, dass ihr ehemaliger Partner Elliot, der mit ihr zwölf gearbeitet und sie in schwierigen Situationen unterstützt hat, ein Vergewaltiger ist, muss Olivia innerlich den Kopf schütteln. Wir sprechen hier doch nicht Elliot Stabler?, dachte sie sich.
Kathleen erholte sich von ihrem Weinkrampf und schaute Olivia fest entschlossen in die Augen.
"Ja. Er war es."