Der Brief beantwortet

von katie1999
GeschichteAllgemein / P12
Don Alejandro Zorro
14.10.2017
14.10.2017
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Der Brief beantwortet


Hinweis der Autorin: Dies ist eine alternative Version der Geschichte „Der Brief“. Bitte zuerst „Der Brief “ lesen.

Er nahm den Brief und ging in die Bibliothek, wo Diego ein Buch las.

„Diego, es tut mir leid, aber ich dachte, dieser Brief sei für mich, deshalb habe ich ihn geöffnet. Kannst Du mir das bitte erklären, Diego? Was bedeutet dieser Brief?“

Diego nahm den Brief von seinem Vater entgegen und las ihn sorgfältig. Nachdem er zu Ende gelesen hatte, seufzte er, denn er wußte, dass er ohne eine gute Erklärung nicht aus der Sache herauskam. Von all den Briefen mußte sein Vater ausgerechnet diesen lesen.

„Diego, sag mir bitte, dass der Brief nicht wahr ist. Da muss ein Irrtum vorliegen.“

„Es tut mir leid Vater, dass Du es auf diese Weise herausfinden musstest. Ich wollte es Dir schon eine ganze Weile sagen, aber ich wollte Dich beschützen.“

„Was wolltest Du mir sagen, Diego? Dass Du heimlich verlobt bist, wenn es nichts gibt, was mich mehr freuen würde, als Dich glücklich verheiratet zu sehen? Und warum hast Du Dich selbst enterbt? Ich hatte immer gedacht, Du wärst stolz darauf, ein de la Vega zu sein. Da gibt es nichts, dessen man sich schämen müsste. Warum Diego? Warum vertraust Du mir nicht? Bin so ein schlechter Vater, dass mein einziger Sohn mir nicht vertrauen kann?“ Alejandro hörte sich verzweifelt an. „Gibt es irgend etwas Schlimmes, das Du mir nicht gesagt hast? Bist Du krank, dass Du ein Testament brauchst?“

„Nein, Vater, ich bin nicht krank. Was ich Dir sagen wollte, ich bin Zorro.“

„Du bist Zorro?“ Alejandro war sprachlos. „Aber Du kannst gar nicht mit einem Schwert umgehen!“
„Glaub mir,Vater, ich weiß sehr wohl mit einem Schwert umzugehen. Das Schwert, das ich benutze, wenn ich als Zorro kämpfe, gehörte Sir Edmund. Er gab es mir, nachdem ich ihn in einer Übungsstunde besiegt habe.“

„Du hast Sir Edmund besiegt? Er war der beste Schwertkämpfer in Europa und keiner war jemals in der Lage, ihn zu besiegen. Es gab eine offene Herausforderung, dass er sein Meisterschaftsschwert demjenigen geben würde, dem es gelänge ihn zu besiegen. Ich nahm an, er hätte sein Schwert bis zu seinem Tod behalten. Aber Du hast es von ihm errungen. Kein Wunder, dass Zorro so gut kämpft. Aber warum hast Du es mir nie gesagt? Warum vertraust Du mir nicht?“

„Jeder Gehilfe von mir würde neben mir gehängt, wenn meine Identität jemals entlarvt würde. So lange Du es nicht wusstest, warst Du sicher.“

„Und was ist mit Victoria? Du hast sie gefragt, ob sie Dich heiraten will? Hast Du es ihr gesagt?“

„Nein, sie weiß es nicht aus den gleichen Gründen.“

„Sie hat eingewilligt, Dich zu heiraten, ohne Deinen Namen zu kennen?“

„ja, sie ist eine bemerkenswerte Frau und ich würde alles tun, sie zu beschützen, auch wenn es heißt, mein Leben in Wartestellung zu halten.“

Alejandro saß in seinem Stuhl und starrte seine Sohn an, unfähig zu begreifen, was er gerade entdeckt hatte. Als ihm die Information langsam bewußt wurde, bemerkte er die Veränderung in seinem Sohn. Es war nicht nur, was er sagte, sondern wie er es sagte.

Der Mann, der ihm gegenüber saß, hatte ein ganz anderes Auftreten, als der Diego, den er kannte.
Er saß aufrechter mit geraden Schulten und hatte die Haltung eines selbstsicheren Mannes. Auch seine Stimmer klang tiefer und distinguierter. Jetzt, wo er die Unterschiede sah, konnte er es glauben. Er hatte mit Zorro schon viele Male gesprochen und erkannte ihn in dem Mann, der ihm gegenüber saß.

"Es tut mir leid, mein Sohn, bitte vergib mir alles, was ich zu Dir gesagt habe. Ich habe dich so schlecht behandelt und meine Enttäuschung über Dich gezeigt und gleichzeitig hast du immer wieder mein Leben gerettet und du hast nie ein Wort gesagt. "

"Es ist in Ordnung, Vater. Es gibt nichts zu vergeben. Ich ließ dich nur sehen, was ich dir zeigen wollte, und der Diego, den du kennst, ist Teil meiner Maskerade wie die schwarze Maske, die ich als Zorro trage. "

Als Alejandro ihn verständnislos anstarrte, begann Diego zu lachen.

"Ich habe mich in den vier Jahren, die ich in Madrid verbracht habe, nicht wirklich verändert. Ich hasse Ungerechtigkeit und Untätigkeit so sehr wie du, aber ich kann nicht als Zorro verdächtigt werden. Deshalb habe ich den friedliebenden Diego erfunden. "

"Sagst du, dass der Diego, mit dem ich in den letzten Jahren gesprochen habe, nur eine Täuschung ist? Wie konntest du das so lange tun und wer ist die wirkliche Person?"

"Ich liebe die Wissenschaften und Bücher zu lesen, aber das ist die einzige Sache, die wahr ist über den Diego, die Du kennst. Mein wahres Ich hast Du nur unter der Maske von Zorro getroffen. "

Die Enthüllungen erstaunten Alejandro mehr und mehr. Er hatte nie die Tiefe der Täuschung vermutet, die unter seiner Nase stattgefunden hatte. Je mehr Diego ihm sagte, desto stolzer war er auf seinem Sohn. Er dachte, dass er mit den Überraschungen fertig war, aber dann stand Diego auf und zog an einen geheimen Hebel am Kaminsims.

Er schaute verwundert auf den geheimen Eingang, der sich öffnete, und folgte Diego in seine Höhle. Er erfuhr von einer Welt und von einem Mann, der vor so vielen Jahren vor ihm verborgen gewesen war. Er sah sich die vielen unbekannten Gegenstände an, die in der Höhle aufbewahrt wurden. Er konnte nicht aufhören zu fragen, und ausnahmsweise war Alejandro dankbar für die Geduld, die Diego bei der Beantwortung seiner Fragen zeigte.

Als der Tag zu Neige ging, waren beide beinahe heiser, weil sie so viel redeten, lachten und Ideen austauschten. Alejandro dachte, dass er an einem einzigen Tag nie so viel geredet hatte. Als er endlich zur Ruhe kam, stellte er fest, dass er einen Mann gefunden hatte, der seine Denkweise teilte und der auch sein einziger Sohn war.
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