Die Illusion brechen

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
Kakashi Hatake OC (Own Character)
13.10.2017
19.07.2019
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Tag 133, Dienstag 07. März
Es war ein Aufwachen wie so häufig. Melanie hatte Muskelkater. Und auch nicht gerade wenig. „Ohhh-man!“ Aber klar, warum rannte sich auch sechs geschlagene Stunden als Fuchs durch die Gegend? Das so was auf die Muskulatur ging, sollte eigentlich logisch sein. Und Melanie wäre es auch eingefallen, wenn auch nur ein Gedanke in diese Richtung gegangen wäre. Beim aufstehen trat sie dann auch auf eine Gabel, die dort, auf dem Boden vor ihrem Bett, überhaupt nichts verloren hatte. Ganz besonders da ein Klon eigentlich mit aufräumen beschäftigt gewesen war. Missmutig stieg sie als erstes unter die Dusche und beeilte sich dann abzutrocknen und sich gleichzeitig zu entscheiden, was sie heute die Klone machen ließ. Nur lesen schien fatal zu sein. Es war einfach ziemlich harter Stoff. Als sie dann angezogen war, hatte sie sich entschieden und erschuf vier Klone, die sich kaum wacher als sie, an die Arbeit machten, während das Original selbst langsam zur Akademie trottete. Sie hatte sich darauf geeinigt das die vier sich auflösen durften wenn sie genug hatten, aber jeder im Abstand von 20 Minuten. Sie wollte heute ausprobieren wie viel sie vertrug. Ein riskantes Manöver wenn man nicht wusste, wo es die Grenze zu ziehen galt. Aber unter Aufsicht der Sensei und Klassenkameraden würde lebensbedrohliche Situation ausbleiben. So zumindest die Theorie.

In der Akademie angekommen fing der Tag zum Glück recht harmlos an. Anstatt sich wieder in Spezifikationen von bestimmten Gebietstypen zu verlieren, nahmen sie wieder die Fingerzeichen dran.  Sie mussten immer und immer wieder die Fingerzeichen der Jutsu benutzen ohne jedoch das Jutsu selbst auszuführen. Iruka Sensei fand wirklich jeden kleinsten Fehler bei ihnen. Die Finger lagen nicht sauber aufeinander, der Druck fehlte bei Inu (Hund), das Schaf (Hitsuji) war zu schräg…die ganze Stunde lang. Melanie hatte den verdacht, das der nächste Test in Fingerzeichen nicht so leicht werden würde wie der letzte. Also versuchte sie aufzupassen und die Fingerzeichen perfekt zu schließen.
In der Zweiten wechselte Iruka das Thema, es ging zu den Formationen die in kahlen Gebieten einen Vorteil brachten. Die weite Sicht war dabei das Hauptproblem um ein sicheres voran kommen zu gewährleisten. Am Ende der Doppelstunde schien die klassische Dreiecksformation die Beste zu sein, auch wenn sie noch andere besprochen hatten.
In der großen Pause ging die Klasse mehr oder weniger zügig auf das Shuriken Wurffeld und als Izuya Sensei erschien, verteilte er wieder die kleinen, spitzen Mordwerkzeuge um damit das Werfen zu üben. Heute wurde auf Zeit geworfen. Die Klasse bekam den Auftrag die Shuriken einzeln so schnell wie möglich zu werfen. Tenten strahlte wie üblich auch hier. Aber Neji…war besser. Dieser arrogante, langhaarige Bastard warf so verdammt schnell, dagegen wirkte sie selbst, als würde sie in Zeitlupe werfen.
´Vielleicht sollte ich meine Klone nicht nur Theorie üben lassen, sondern auch die Praxis?´ Das es funktionierte wusste sie bereits, die Frage war nur wie sie es einfädeln…Melanie hatte unbewusst Anzu und Lee beobachtet. Die beiden waren etwas weiter vor ihr in der Reihe und steckten immer dann die Köpfe zusammen, wenn Izuya Sensei nicht hinsah. Die Frage was die zwei vor hatten, verdrängte ihren Groll auf Neji und ihre weiterführenden Plänen mit den Klonen.
Auf dem Weg zu Daikoku Sensei´s Unterricht lief Melanie deshalb ganz zufällig in deren Nähe und hörte genug Gesprächsfetzen mit, um sich zusammen zu Stückeln das sie sich heute nach der Schule treffen würden um Lees Taijutsu zu verbessern. Also hatte sie Wort gehalten. Sie trafen sich wirklich und übten. Melanie grinste zufrieden, Anzu schien wirklich Wort zu halten.
„Melanie“, wurde sie plötzlich angerufen und als sie sich herum drehte sah sie Iruka.
„Sensei?“
„Verzeih mir, das ich dich aufhalte. Du hast nun bei Daikoku Sensei Unterricht nicht wahr?“
„Ja?“ Wieso entschuldigte sich ein Sensei bei ihr wenn er sie aushielt?
„Ich wollte nur wissen, ob du in der Zwischenzeit das Jutsu geübt hast.“
Ups, nein, das hatte sie nicht. „Er, nicht geübt nein, aber ich hab es noch mal angewandt. Ich habe zuhause recht viele Bücher, die ich lesen muss bevor ich sie wieder abgeben muss, deshalb…“ Etwas peinlich war es ja schon.
Doch Iruka lächelte nur. „Verstehe. Wenn du es schaffst eine ganze Sporthalle zu durchqueren lass es mich wissen.“
´Und was dann?´ Wollte er ihr dann mehr beibringen? „In Ordnung.“
Iruka nickte zufrieden und ging dann auch prompt wieder seiner Wege. Sie selbst machte sich ebenfalls auf, sie wollte nicht zu spät kommen. Wobei sie nicht umhin kam, sich etwas über Iruka zu wundern.
Im nächsten Unterricht war die Aufgabe der Schüler, neben dem raschem Aufbauen der Geräte, die die Klasse in der ganzen Halle verteilten, so schnell wie möglich über diese Hindernisse zu kommen. Natürlich mit dem Einsatz von Chakra. Das bemerkenswerte an diesem Unterricht war, das es Lee schaffte über den höchsten Aufbau zu kommen. Sensei Daikoku meinte zu dem Jungen: „Na endlich. Mach nun weiter so.“ Lee sah ziemlich stolz auf sich aus. Am Ende der Doppelstunde bei diesem Sensei, war auch Melanie froh sich erst einmal zwei Stunden ausruhen zu können. Sie verabschiedete sich und formte vor den Augen so manches Klassenkameraden folgende Fingerzeichen: ´Inu (Hund), Ushi (Ochse), Tori (Hahn), I (Wildschwein)´ und verschwand in einem Staubwirbel.
Leider reichte ihr Verständnis zu diesem Jutsu nicht aus, das Gebäude damit verlassen zu können. Die Kinder, neben denen sie wieder sichtbar wurde, sahen sie ziemlich erstaunt an, doch sie verzichtete auf eine Wiederholung des Ganzen und ging statt dessen so nach Hause. Gerade als sie das Akademie Gebäude verließ schwappte die Erinnerung eines Klones in ihren Kopf. Melanie nickte zufrieden. Ihre Doppelgänger waren fleißig gewesen, aber nach sechs Stunden wollten sie nun auch nicht mehr. Jeder von ihnen hatte zwei ganze Stunden die Chakra- Kontrollübungen gemacht, dann insgesamt 3 Stunden in den Naturenergiebüchern gelesen und sich insgesamt eine Stunde mit dem Nawanuke beschäftigt. Sie war gespannt ob es etwas bringen würde, sich selbst dabei zu beobachten. Kurz bevor sie zuhause ankam waren die 20 Minuten abgelaufen und eine neue Reihe von Erinnerungen manifestierte sich hinter ihrer Stirn. Zufrieden das noch immer keine größeren Auswirkungen zu spüren waren grüßte sie Ichiro beim heimkommen und nach dem üblichen Smalltalk, stieg Melanie die Stufen nach oben und ging den schmalen Gang zu ihrer Wohnung entlang. Dort betrat sie müde vom Unterricht und lernen die Wohnung.
Na? Spürst du schon etwas?“, fragte einer der beiden übrigen Klone.
Ja, aber das meiste davon habe ich Sensei Daikoku zu verdanken.“ Die beiden Klone grinsten. „Einer von euch kann sich auflösen.“
Der rechte Klon nickte, sah zum linken und dieser hatte nichts dagegen. POFF. Als die Wolke sich verzogen hatte spürte sie es endlich. Eine mentale Müdigkeit die vorher nicht dagewesen war.
Hui…
Was ist?“, fragte der letzte Klon neugierig.
So langsam spüre ich es.“
Der Klon nickte. „Dann warte ich lieber noch ne Weile, hm?“
Ja.“ Melanie zog sich den Mantel von den Schultern, ließ aber die Schuhe an. Sie musste in einer Stunde sowieso wieder los um zum Genjutsu Zusatzunterricht zu kommen. Dann machte sie sich einen Tee und wartete das Kochen des Wassers im Bett ab. Dort bequem sitzend löste sie dann den vierten Klon auf…und war recht dankbar das sie bereits saß. ´Junge Junge, das zehrt wirklich ziemlich an der Ausdauer.´ Die Müdigkeit war nun deutlich zu spüren. Sie konnte sagen, das sie nicht mehr viel Chakra übrig hatte heute. Also nicht nochmal vier Klone wenn sie zur Akademie zurück kehrte. Melanie starrte grübelnd ins Nichts. Aber einen könnte sie doch versuchen, oder? Sie wollte wirklich herausfinden wie viel sie noch vertrug. Im Unterricht war Chakramangel und alles dazugehörige noch nicht dran gekommen. Sie hatte deshalb keine Ahnung ob das Gefühl viel gearbeitet zu haben irgendwann unangenehm werden würde bevor es umbrachte. Es war ebenfalls sehr angenehm solche Jutsu Experimente zu starten, ohne dieses widerliche Brennen in sich glühen zu spüren. Und das war der Hauptgrund weshalb Melanie dies überhaupt begonnen hatte. Sie rechnete die Stunden, die ihre Klone gelernt und geübt hatten, neugierig zusammen und kam auf stolze 22 Stunden lernerei. ´Das ist ne Menge. Das Ende der Fahnenstange ist nun zwar in Sicht, aber ich habe noch Chakra übrig, um später noch mal nen Klon lernen zu lassen.´ Melanie beschloss sich zur Belohnung etwas angenehmeres üben zu lassen, als über Kausalitäten des Chakras in Jutsu zu lesen. Ja, es war interessant, aber…sie hatte für heute trotzdem genug davon.
Als dann das Wasser kochte, nahm sie sich etwas aus dem Kühlschrank und aß kalt zu Mittag um dann pünktlich aufzubrechen.
„Ich muss wieder los Ichiro-mír.“
„Ja, ich hab dich gehört“, kam es vom hinteren Bereich der Bar. Melanie lächelte und verließ das Gebäude um die nächste ruhige Gasse anzusteuern. Hier erschuf sie einen Kage Bunshin und dieser verschwand mit Hilfe des Shunshins um in  den Wald zu gehen. Dieser Klon hatte die Aufgabe das Jutsu auszubalancieren. Etwas das mehr Spaß machte, als Bücher zu lesen.

In der Akademie angekommen war es wie immer nachmittags, erstaunlich ruhig. Kaum einmal begegnete man jemanden im Gang. Der Hausmeister schrubbte sich müßig durch die Flure und nur wenige Klassenzimmer beherbergten überhaupt Schulklassen. In ihrem Klassenzimmer würde der Hauptteil ihrer Klasse mit ihrem Sensei Unterricht haben, aber der Genjutsu Zusatzunterricht fand in einem anderen Gang und Zimmer statt. Melanie zog die Türe zu diesem Klassenraum auf und entdeckte, das nur ein anderer Schüler anwesend war. Goku gegrüßte sie gelangweilt. „Hallo Melanie. Ich dachte schon ich bin der einzige.“
Sie zog die Türe hinter sich zu. „Wo ist der Rest?“
Doch der Junge zuckte die Schultern und Melanie suchte sich einen Platz aus um sich selbst zu setzen und zu warten.
Kurz vor Kohana Sensei kam noch Nyoko mit klimpernden Armreifen angerannt, doch der vierte in der Runde erschien nicht. Kohana Sensei begann ohne ihn und als dann die Schulglocke läutete, löste Melanie ihren Klon auf. Kurz wurde ihr schummrig vor den Augen. Das waren wieder zwei Stunden lernen und offensichtlich war es fast das Limit. ´24 Stunden zusätzlich zu dem was ich selbst verbraucht habe.´ Das war verdammt viel!
„Melanie?“, fragte Kohana Sensei. „Bist du in Ordnung?“
„Mir geht’s gut“, sagte sie automatisch und versuchte aufzustehen, doch ihre Knie fühlten sich sehr wackelig an. Kohana Sensei musterte sie besorgt, doch Melanies breites Grinsen war echt und die schwindelig machende Erschöpfung war etwas abgeklungen, so das es ihr nicht mehr ganz so schwer fiel gerade zu stehen. Ihre Sensei beließ es anscheinend dabei, aber Melanie spürte ihren Blick ihr folgen, als sie das Klassenzimmer verließ um mit den anderen die verpassten Stunden nachzuholen. Für Melanie war es, dank Hohlstunde nur eine. Nämlich die Shinobi Benimmregeln 90-99. Schreiben Unterricht hatte sie keinen mehr.

Danach war sie froh endlich Unterrichtsende zu haben. Sie zitterte jetzt leicht, auch wenn es nun weniger Anstrengend war zu gehen. Doch die zwanzig Minuten nach hause hatten es in sich. Und sobald Melanie in ihrer Wohnung ankam, ließ sie alles fallen wo sie stand und schleppte sich zum Bett um wie ein gefällter Baum hineinzufallen und es zu genießen sich nicht bewegen zu müssen. Kaum hatte sie ihre Füße ins Bett gezogen schlief Melanie auch schon ein. Erst gegen halb sieben wurde sie wieder wach. Der Hunger hatte Melanie geweckt und der Schlaf hatte ausgereicht um genug Kraft zu haben, sich ein ordentliches Essen zu machen und danach das Geschirr abzuspülen. Anschließend legte sie sich zurück ins Bett und hörte dösend Musik bis es Zeit wurde wirklich schlafen zu gehen. Melanie fasste bis dahin nicht einmal die Hausaufgaben mehr an.

Tag 134, Mittwoch 08. März
Als Melanie aufwachte konnte sie sich noch gut daran erinnern warum sie gestern so früh zu Bett gegangen war. Sie hatte die Klone insgesamt 24 Stunden lernen lassen. Vorsichtig ballte sie unter der Bettdecke die Hand zur Faust. Es schmerzte nicht. Von diesem Ergebnis ermutigt, setzte sie sich vorsichtig auf und verspürte weder ein Brennen noch allzu großen Muskelkater. Nur ein wenig von vor zwei Tagen war noch in ihren Muskeln, was aber kein Wunder war. Sie grinste verschlafen. ´Der Kage Bunshin ist genial.´ Das Experiment gestern war ein voller Erfolg gewesen. Sie verstrubbelte sich das Haar und stand dann müde auf. Heute galt es zu klären ob sie nach nur einer Nacht genauso viel Chakra verbrauchen konnte wie gestern oder ob sie länger diese ´Batterie´ aufladen musste.
Nach dem üblichen Morgenritual im Badezimmer, erschuf Melanie wieder vier Kage Bunshin. Diese sollten genau das Gleiche machen wie Gestern; die Chakrakontrolle üben und Naturenergiebücher lesen bis das Hirn qualmte!

Der Tag des Originals in der Akademie fing moderat an. In Irukas erster Stunde, übten sie alle je zehn Minuten ihr Chakra zu halten, schmiede, kontrollieren und auszubalancieren. Erst ab der zweiten wurde es interessanter. Dort hatten sie wieder etwas Geschichtsunterricht und diesmal besprachen sie den dritten Hokage. Melanie spitzte die Ohren, als Iruka einen Bericht vorlas, den er sich aus den Archiven ausgeliehen hatte. Er war nüchtern geschrieben, aber als sie dann anfingen aufzuschlüsseln was alles darin vorgefallen war, war dies kein Bericht mehr, sondern nach Melanies Meinung das Zeugnis überdurchschnittlichen Heldenmutes. Als die Stunde klingelte waren die meisten Schüler dennoch froh darüber. Nur wenige aus dem Lager der ´ich will selber Hokage werden´- Kinder hatte diese Stunde interessant gefunden. Und sie selbst hatte zum Glück ihre Freistunde Zeit noch einige Minuten über das was sie gerade gehört hatte nachzudenken, da es mit Daikoku Sensei und lesen weiter ging. Etwas von dem sie ebenfalls befreit war. ´Zum Glück` Die stockende Stimme eines Klassenkameraden war einfach kein vergnügen zuzuhören. Sie selbst saß auf dem Boden und versuchte eine Möglichkeit zu finden den gerade aktiven Kage Bunshin auszubalancieren. Nach dieser viel zu kurzen Zeit, ging es auf den Platz auf dem sie mit den Kunai übten. Heute wiederholten sie das aus vergangenen Stunden. Sie musste mit den Ninjadolchen Zielscheiben so genau wie möglich treffen. Am Ende der Stunde war Melanie recht zufrieden mit ihrem Ergebnis. Sie wurde immer besser im werfen von diesen Dingern. Tenten handelte sich heute ein verdientes Lob ein. Sie hatte ausnahmslos alle Kunai im Zentrum versenkt und alle blieben stecken.
Nach dieser Stunde ging es zurück ins Klassenzimmer und zu Kohana Sensei. Bei ihr hatten sie eine weitere Stunde zum Thema Genjutsu. Sie begann das alte Thema des Erkennens erneut. Woran erkannte man das man in einem Genjutsu war? Zusammenfassend konnte man sagen das Aufmerksamkeit der größte Verbündete war. Man musste alles im Auge behalten und Sensei erzählte einige interessante Beispiele aus den Kämpfen die sie gehabt hatte. Aber es war schwer sich die Frau auf dem Feld vorzustellen. Sie brachte ihre Erfahrung jedoch recht unterhaltsam zum Besten. Auch erzählte sie ihnen das Aufmerksamkeit, dank der Art ihrer Psyche und der Struktur ihres Gehirns nicht so einfach immer auf alles im Blick zu halten war. Konzentrierte man sich zu sehr auf eine einzige Sache, verpasste man das was um einen herum vorging. Konzentrierte man sich nicht gut genug, verpasste man vielleicht ein wichtiges Detail. (*) Als Shinobi musste man eine Balance finden und sich selbst etwas von der Situation lösen, wenn man zu stark darauf fokussierte. Das Gleiche, so Kohana, sollte man auch bei Angst machen. Was ihnen anscheinend Daikoku Sensei noch beibringen würde. Melanies letzte Stunde war wieder eine Freistunde und sie dankte allen Mächten, die etwas für sie übrig hatten dafür. Die Klasse hatte nämlich eine neue Stunde sinnlosen Musikunterricht. Melanie wartete, brav vor der Türe sitzend, bis der Unterricht drinnen angefangen hatte. Dann sah sie verstohlen die Gänge entlang und formte, da die Luft rein war, die Fingerzeichen für einen Kage Bunshin. Dieser nahm ihren Platz vor der Türe ein während sie sich aus dem Schulgebäude begann zu schleichen. ´Tja, das hatten meine Sensei nicht im Sinn, als sie mir gestattet hatten Unterricht ausfallen zu lassen.´ Aber es war auf eine gewisse weise Training. Die Gänge waren nämlich selbst während dem Unterricht nicht vollständig leer und ihr Shunshin hatte eine begrenzte Reichweite. Aber sie wusste wie man sich lautlos bewegte. Ganz besonders auf poliertem Holzboden, der schon lange nicht mehr quietschte. Einmal war Melanie gezwungen rasch in einen anderen Gang auszuweichen, als Daichi Sensei ein Zimmer verließ. Er war zum Glück mit dem sperrigen Material in seinem Arm beschäftigt, so das sie genug Zeit verstecken hatte. Und er tat ihr den Gefallen auch noch von ihr weg zu laufen, als er sich mit seinen Sachen arrangiert hatte. Auf diese Art schlich Melanie weiter bis der Ausgang in Sicht kam. Dann setzte sie das Shunshin no Jutsu ein, um durch die Türe und hinter einen Busch, hinter den Maschendrahtzaun zu kommen. Hinter dem Busch verborgen wartete Melanie einen Moment um sich dann durch die Sträucher davon zu schleichen und irgendwann wieder in eine Gasse einbiegen zu können. Offen und als wäre es völlig normal hier zu sein spazierte sie ohne eile zur Bar. Aber jedes mal wenn ein Shinobi ihren Weg kreuzte, schlug ihr Herz etwas schneller vor Aufregung bis sie bestätigen konnte das dieser oder jener Shinobi kein Sensei war. Und als sie die Bar erreichte musste wieder das Shunshin herhalten um sie durch die Schankstube und in den ersten Stock zu bringen.
Als sie die Türe ihrer Wohnung öffnete, blickten vier verblüffte Melanies auf um dann synchron erleichtert zu sein.
Was machst du denn hier?“, fragte ein Klon beinahe sofort.
Ich habe mich davon gestohlen. Ein anderer Klon übernimmt die letzte dreiviertel Stunde für mich.“ Sie zog sich den Mantel aus und wandte sich dann wieder ihren Klonen zu die alle bis auf einen geschlossene Bücher vor sich liegen hatten. „Einer löst sich jetzt auf.
POFF
´Ah, sie hat das Buch zu ende gelesen und sich dann etwas anderes gesucht zum lernen.´ Und war dabei auf den Henge gekommen, den sie ausbalanciert hatte. Wenn auch nicht lange. Melanie war zu früh von der Akademie zurück gekommen. „Der nächste bitte.“
Wieder löste sich ein Klon mit einem POFF auf und übertrug die Informationen, die er gesammelt hatte auf das Original. Melanie nickte dem dritten zu und dieser machte es nach. Und nach dem vierten Klon, der das Limit dargestellt hatte…fühlte sie sich zwar etwas ausgelaugt, aber nicht so sehr wie gestern nach dem gleichen Test.
´Ich verstehe es nicht. Es ist doch nicht möglich das ich mich derart schnell anpasse!´ Und sie glaubte einfach nicht, das sie plötzlich einen Unterschied, zu dem was sie aus der Serie wusste zu dieser Realität gefunden hatte. ALLES andere stimmte schließlich! ´Es hat also eine anderen Grund.´ Nun bestand die Kunst, herauszufinden welcher das war. Doch vorerst nahm sie sich die drei fertig gelesenen Naturenergiebücher und legte sie so an die Türe, das sie morgen früh beinahe drüber stolpern musste, um die Wohnung zu verlassen. Vielleicht schaffte sie es DANN wenigstens einmal Sadako-sans Zorn nicht zu schüren. Sie war noch dabei die Aufschriebe durchzulesen, als der letzte Klon zur Wohnungstüre herein kam. Melanie löste ihn sofort auf und sammelte mehr unbewusst die Informationen zur Chakrakontrolle ein.
Sie ruhte sich noch aus bis es zurück an den Fluss und zu ihrem ´Date´ mit Lee ging. Der Junge war pünktlich wie ein Maurer um zwei Uhr am Treffpunkt erschienen.
„Bist du bereit, Melanie-san?“, fragte Lee mit einem Enthusiasmus, der nur ihm zu eigen war.
„Ja und ich habe…nun …gute Neuigkeiten.“ Es würde sich zeigen, ob es wirklich so eine gute Idee sein würde.
„So? Was für welche?“
„Ich beherrsche das Jutsu jetzt, das ich letztes Mal geübt habe, weshalb ich dich heute die ganze Zeit begleiten kann.“
Lee lächelte freudig. „Das ist eine fantastische Neuigkeit! Ich werde mich doppelt anstrengen! Lass uns gleich beginnen!“
Zum aufwärmen joggten sie eine Stunde am Flussufer entlang. Doch dann war der Spaß vorbei. Lee war wie schon letzten Mittwoch gnadenlos zu sich. Er stürzte sich von einer harten Übung in die Nächste. Am Anfang versuchte Melanie noch mit ihm mit zu halten, doch ihre Muskeln packten es einfach nicht. Wenn sie nicht mehr konnte machte sie es wie Lee, sie versuchte noch einige handvoll mehr der Übung zu machen und wechselte erst dann zu einer anderen. So nahm sie insgesamt häufiger alle Muskelgruppen dran, während Lee länger bei einer Übung blieb und sich dort verausgabte. Gegen Sonnenuntergang konnten sie dann beide kaum noch aufrecht stehen. Ihre Kleidung war klatschnass, was allerdings nicht daran lag das sie im Fluss gebadet hatten.
Melanie saß im Schneidersitz am Rand des Grasteppichs, während Lee noch eine letzte Kniebeuge versuchte zu schaffen, doch er verlor das Gleichgewicht und fiel auf den Rücken wo er liegen blieb.
Lange Minuten war nur hingebungsvolles Keuchen zu hören. Auch Melanie war kaum noch in der Lage zu sitzen und wenn sie ganz genau in sich fühlte dann meinte sie sogar eine größere Wärme zu spüren, als normale Muskelbenutzung sie erzeugen würde. Sie musste also jetzt aufhören, ob sie wollte oder nicht. „Lee…lass uns Schluss machen.“
Es dauerte, doch der Schwarzhaarige nickte irgendwann. „Ich kann... nicht mehr.“
„…Du hast ja auch lange genug ausgehalten.“
Wieder verging etwas Zeit, dann nickte Lee. „Ich werde stärker, immer stärker.“
Melanie lächelte schwach und beobachtete dann wie Lee die Augen schloss und einschlief. ´Scheiße….´ Sie hatte selbst kaum Kraft übrig. Sie konnte ihn heute nicht heimtragen. Aber sie konnte wache halten und ihn etwas schlafen lassen. Eine halbe Stunde später weckte sie den Jungen auf.
„Lee, wach auf.“
„Hmm?“
„Wir müssen nach hause. Kannst du aufstehen?“ Sie hoffte es sehr. Es brauchte zwar eine Weile aber dann richtete sich Lee selbstständig auf. Melanie atmete innerlich erleichtert aus und half ihm ungeschickt zurück auf die Füße. Er war alles andere als sicher auf den Beinen, genauso wie sie, aber trotzdem half sie ihm mehr als er ihr. Bis zu einer bestimmten Straße gingen sie noch zusammen, bevor sie sich verabschiedeten. Melanie sah Lee noch einen Moment hinterher, wie er sich die Straße entlang schleppte, bevor sie sich abwandte und selbst müde nach hause ging. ´Bin ich froh nicht doch einen Klon Zuhause gelassen zu haben. Wenn ich den jetzt auflösen würde, könnte es zu viel sein.´ Sie musste irgendwie in Erfahrung bringen was passierte wenn man man zu viel Chakra mit einem Klon verbrauchte. Verlor man nur das Bewusstsein? Trat der Hirntod ein oder Organversagen? Doch solche Überlegungen verschob Melanie auf morgen. Sie war einfach zu müde. In der Bar angekommen grüßte Melanie Ichiro kurz mit einer kraftlosen Geste, ignorierte sowohl seinen wie auch den Blick der Gäste und schlich langsam nach oben. Sie ging sofort ins Badezimmer und wusch sich den klebrigen Schweiß grob vom Körper. Eine Dusche wäre sinnvoller gewesen, aber das packte sie heute beim besten Willen nicht mehr. Nachdem sie es in ihre Wohnung geschafft hatte, flogen die klammen Kleidungsstücke in eine Ecke und Melanie zog sofort den Schlafanzug an um ins Bett zu gehen. 10 Minuten später schlief die Frau so tief und fest das sie sogar die mittelschwere Feier unten in der Bar nicht mitbekommen würde.

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(*)Willst du einen Aufmerksamkeitstest machen der das verdeutlicht was Kohana Sensei den Schülern erzählt hat? Hier bitte:
https://www.youtube.com/watch?v=Lw-YPKR0grk
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