Die Illusion brechen

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
Kakashi Hatake OC (Own Character)
13.10.2017
06.12.2019
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Tag 132, Montag 06. März
Am diesem frühen Morgen war die Versuchung groß einen Klon in die Schule zu schicken. Aber dummerweise hatte sie irgendwann am Tag Izuya und dort stand, neben Taijutsu Theorie auch die Praxis auf dem Stundenplan. Und egal wie leicht der Unterricht werden würde, es war unwahrscheinlich das sie nicht getroffen wurde dabei. Was aber nicht hieß, das sie nicht einen Klon zuhause lassen konnte, oder auch zwei. Die Klone konnten sich abwechseln mit lesen, aufräumen und Chakrakontrolle. So sah zumindest der heutige Plan aus. Und da das gestrige lernen bis auf einen ´rauchenden´Schädel keine Auswirkungen gehabt hatte, war sie gespannt wie weit sie es heute treiben konnte. Für das das der Kage Bunshin extrem Chakra zehrend geheißen wurde, bemerkte sie herzlich wenig davon.

„Ne (Ratte) , Mi (Schlange), Tora (Tiger), U (Hase), Tatsu (Drache), Mi (Schlange), Hitsuji (Schaf), Saru (Affe), Tori (Hahn), Inu (Hund) und Zeichen und… Kage Bunshin no Jutsu!“,sagte sie laut.
Drei Klone erschienen in der typischen Rauchwolke.
Viel Spaß in der Schule“, sagte einer in ihrer Muttersprache. Es tat gut die eigene Sprache wieder zu hören, aber der leichte Sarkasmus hätte nicht sein müssen. „Und ihr viel Spaß beim aufräumen und lernen.
Keine Sorge, wir erledigen schon etwas.
Melanie nickte schmunzelnd und verließ dann die Wohnung. Dabei fiel ihr noch etwas auf; Wenn sie wirklich einen Klon zur Schule schickte und während des Unterrichts den Platz mit einem tauschen sollte, dann würde sie keinen Mantel haben. Wenn es wärmer wurde war das kein Problem. Aber derzeit war es morgens noch ziemlich frisch. Das Beste war sie kaufte sich einen der in Konoha typischen Shinobi Umhänge. Wenn sie den einige Male getragen hatte, dann würde es nicht mehr auffallen wenn man sie damit sah. Gut gelaunt kam Melanie dann in der Akademie an und betrat zusammen mit einigen anderen Klassenkameraden das Zimmer, ihren Mantel wie immer draußen am viel zu niedrigen Haken aufhängend.
Melanie grüßte ihre Freunde und setzte sich dann in die hinterste Reihe zu Lee. Ihr Sensei kam dann auch wie immer pünktlich ins Klassenzimmer und fing nach der Anwesenheitskontrolle auch sofort mit dem erklären an. Es war interessant Taijutsu an der Tafel stehen zu sehen.
„Habt ihr das schon mal so besprochen?“, fragte sie Lee leise.
Dieser nickte. „Ganz am Anfang des Schuljahres“, flüsterte er zurück. Melanie nickte. ´Interessant.´ Und damit meinte sie nicht nur den Umstand als solchen, sondern auch die zwei Manöver die ihnen vorgestellt wurden. Das Erste war ein Umgreifen mit dem Bein, das Zweite stützte sich auf die Fortschritte im Weit- und Hochspringen. Plötzlich erinnerte sie sich an den Glöckchentest von Minato. Wenn ihr Gedächtnis sie nicht trügte, dann sprangen alle drei Genin wie Gummibälle über ihren Sensei um ihn so zu verwirren und schlussendlich an die Glöckchen zu kommen. Und noch vor wenigen Monaten hätte sie es für nahezu unmöglich gehalten es ihnen gleich zutun. Aber inzwischen schaffte sie es mit nur wenigen Schritten Anlauf drei Meter hoch zu springen. Für jemand der in einem simplen Gartenzaun früher eine riesengroße Hürde gesehen hatte, war das eine enorme Verbesserung. Zwar fehlte ihr die Eleganz der ehemaligen Genin, aber wer wusste schon, das würde wahrscheinlich auch kommen.

In der zweiten Stunde hatte Melanie wieder eine Freistunde. Diese brachte sie jedoch vor der Türe sitzend etwas in Verlegenheit. Sie wollte keine Chakrakontrolle betreiben wie sie es sonst tat. Also versuchte sie den Kage Bunshin, der ja derzeit ausgeführt wurde besser auszubalancieren. Danach ging es wieder auf den Sportplatz um erneut eine mörderische Stunde Ausdauertraining bei Daichi Sensei  zu absolvieren, aber diesesmal…ja, diesesmal fiel es Lee und ihr nicht mehr ganz so schwer mitzuhalten. Sie keuchten zwar alle danach wie aus dem letzten Loch, aber sie benötigten nicht mehr ganz so viel Zeit wieder zu Atem zu kommen. ´Hah! Lee hat recht, wir werden stärker!´
Und Stärke brauchte die ganze Klasse, als es in der nächsten Unterrichtsstunde Izuya Sensei auf dem Platz auftauchte und sie mit Taijutsu weiter machten. Und zwar mit den Manövern die sie heute in der Theorie gelernt hatten. Interessanter weise blieb Daichi Sensei ebenfalls anwesend. Zusammen behielten sie die Klasse im Auge, korrigierten Körperhaltungen und sorgten dafür, das das umgreifen mit dem dominierenden Bein bei einigen schon recht gut gelang. Anzu, Naoto und Neji konnten es nach dieser Stunde. Melanie selbst war zu ungeschickt um es einsetzen zu können, was sie etwas mürrisch zur Kenntnis nahm.
In der sechsten Stunde hatten sie Iruka Sensei mit einer neuen Stunde Theorie zum Thema Chakra. ´Wenn ich so zurück denke wie wenig in der Serie dran kam…´ Melanie schrieb die Spalten von der Tafel ab. Das Thema Chakra war weit komplizierter als jemals vermutet. Und als diese Stunde vorbei war machte sie sich recht schnell auf den nach hause.

Neugierig stieg Melanie die Stufen zu ihrer Wohnung nach oben und öffnete die Türe. Drei Ebenbilder von ihr hoben den Kopf und sahen ihr entgegen. Melanie grinste und schloss die Türe hinter sich.
Na? Wie ist es gelaufen?“, fragte sie in ihrer Muttersprache.
Ganz gut, aber ich habe nun keine Lust mehr zu lesen.“ Die anderen Klone nickten leicht beleidigt.
Okey, aber erst löst sich einer auf. Und wenn ich das Okay gebe der nächste.
„Sicher“, meinte Klon Nr. 1 und verschwand. ´Aha das hat sie also gemacht.´ Melanie horchte eine Weile in sich hinein. Doch ein größeres Anzeichen von Erschöpfung blieb aus.
Okey, der nächste bitte.“ Auch als Klon Nr. 2 verschwand und als seine Erinnerungen sich an sie übertrugen, fühlte sie sich nicht großartig anders. Hatte am Tag davor ihr Kopf noch etwas wehgetan, nach der dreifachen Lernerei, so war heute nichts davon zu spüren. Vielleicht bedurfte es einer gewissen Eingewöhnungsphase bis das Hirn besser damit zurecht kam?
Jetzt du“, sagte sie zu ihrem letzten Klon und dieser nickte um in einer schnell verziehenden Rauchwolke zu verschwinden. Melanie nickte gedankenverloren und legte sich einen Moment auf ihr Bett um über all das nachzudenken, was sie heute gelesen hatte. beziehungsweise was ihre Klone gelesen hatten. Ohne es bewusst beim reinkommen registriert zu haben, hatten ihre Doppelgänger wieder die Begriffe aufgeschrieben, die sie nicht gekannt hatten. Die Liste umfasste derzeit 3 x ¾ DinA 4 Seiten.
Nach einigen Minuten stand Melanie auf und legte in jedes Buch ein Lesezeichen um sie dann beiseite zu räumen. Wie es schien war es ihr ohne Probleme möglich mit drei Klone zu lernen. Morgen würde sie vier erschaffen. Sie lächelte und wie schon so oft glitten ihre Gedanken zu Kakashi. ´Er ist noch immer nicht zurück.´ Morgen würden es sieben Tage sein. Aber es fühlte sich viel länger an. Mit einem Seufzter setzte sie sich an den Küchentisch und griff sich ein leeres Blatt Papier.

Lieber Kakashi,

es sind jetzt sechs Tage her seit wir uns zuletzt gesehen haben und ich muss sagen diese Tage haben mir bewiesen, das Zeit keine Konstante ist. Sie ist ein lebendes, sich windendes Ding. Wie sonst ist es erklärbar, das diese wenigen Tage mir so lang scheinen wie manche Monate die ich erlebt habe? Ich versuche meine Zeit mit dem Studium dessen auszufüllen, was man braucht um Shinobi zu werden, aber es gelingt nur mäßig. Immer wieder kehren meine Gedanken zu dir zurück und meine Erinnerung ergehen sich in noch nicht beachteten Details deiner selbst…die ich mir dann wünsche nochmals genauer zu betrachten. Und das mit dir.

In Taijutsu haben wir zwei neue Techniken gelernt, die ich unüberraschenderweise schlecht beherrsche. Dafür scheint das Ausdauertraining so langsam Früchte zu tragen. Ich halte mich für ein zähes Miststück, aber das was gefordert wird, ist mehr als ich je leisten musste. Was zu meiner Vermutung passt das Shinobi selten über lange Zeit kämpfen. Nun scheint es, das ich mich langsam annähere und besser werde in einem kurzen Zeitraum mehr leisten zu können. So auch mit meinem Kekkei Genkai. Es ist interessant. Ich versuche mich an einigen Büchern, die ich ausgeliehen habe, um das Thema zu verstehen und zumindest wenn ich diese lese sind meine Gedanken nicht bei dir. Denn es ist schwer zu verstehen für mich und erfordert ziemliche Konzentration. Jedoch bin ich zuversichtlich, das ich irgendwann vollständig verstanden habe worum es geht.


Melanie seufzte und legte den Stift weg. Etwas aufzuschreiben war nur ein schwacher Ersatz für ein Gespräch. Mürrisch schnappte sie sich das Blatt und knüllte es nachlässig zusammen. Dann klang es vielleicht auch nicht so furchtbar kitschig. Ein Wurf und das halb zusammengeknüllte Papier landete…natürlich neben dem Mülleimer. Missmutig betrachtete sie dieses Ergebnis, stand auf, sprang aber sofort in ihr Bett zurück um das Gesicht im Kissen zu vergraben. ´Wo bleibt er nur?!?´

Irgendwann drehte sie den Kopf. Es wurde so langsam schwer durch das Kissen zu atmen und starrte an die Wand. Dabei tauchte wieder Kakashis Gesicht vor ihrem inneren Auge auf. Ein heimlicher Beobachter hätte sie nun schmunzeln sehen. Er war nicht nur ein netter Anblick, sondern hatte auch eine Art Humor die ihr gut gefiel. Wer sonst würde es mitmachen, das sie mit Henge in seine Wohnung durfte um dann wie ein HUND behandelt zu werden. Zwar hatte er es mit seiner Einladung nach Tanuka abgegolten, aber vergessen war es nicht. Es gehörte inzwischen zu den liebgewonnenen Erinnerungen an den Mann. Zusammen mit ihrer ersten Begegnung und das Treffen am Wasserfall. ´Gesellschaftliche Treffen scheint er nicht zu mögen, aber vielleicht mag er andere Sachen?´ Er ging ins Badehaus, was sie nun eher nicht so mochte. Was so toll daran sein sollte, in nahezu kochendem Wasser zu sitzen, war ihr schleierhaft. Was wusste sie von ihm aus der Serie? Außer das er das Flirtparadies las? Er kochte gerne und verdammt gut, er konnte Angeln…hm. Angeln…sie konnte Speerfischen. Vielleicht irgendwo ein lauschiges Picknick mit selbst gefangenem Fisch, wie mit Naruto? Nur aufwendiger? Aber um die Sache zu einem Highlight für ihn werden zu lassen, musste es etwas sein das schmeckte. Und ihre Speisen zeichneten sich vor allem durch einen Gedanken aus; sie sollten satt machen. Der Geschmack war auf der Reise zweitrangig gewesen. Damit konnte sie dann einen Hobbykoch nicht beeindrucken. Was mochte er also noch? In Tanuka hatte er praktisch alles gegessen, solange es nicht süß war und…er schien es zu genießen mit ihr zusammen zu sein. Ohne Publikum. Daraus ließe sich doch bestimmt etwas machen. Sie brauchte nur den richtigen Ort!

Melanie sprang auf und hastete zur Türe um sich ihren Mantel vom Haken zu nehmen und die Schuhe anzuziehen. Als sie nach unten lief hatte sie bereits eine mentale Karte von Konoha im Kopf, die jedoch von einigen weißen Flecken durchzogen war. „Ichiro-mír ich bin wieder weg, ja?“
„Ja, mach das. Trainiere hart.“
„Heute nicht“, lächelte sie. „Ich suche nach schönen Orten in Konoha“, sagte sie auf dem Weg zur Bartüre, was Ichiro doch etwas verwundert hinterher sehen ließ. Kurz bevor sie nach draußen trat, drehte sie sich doch wieder um: „Oder soll ich dir heute Abend etwas helfen?“
Doch Ichiro schüttelte den Kopf. „Nicht nötig. Wenn du einmal nicht lernst, dann sollst du deine Freizeit nicht in der Bar verbringen. Geh nach draußen und genieße den Tag.“
„Okey, bin weg.“

Diesmal lächelte der Alte und nickte zufrieden. Sie saß viel zu häufig zuhause herum. Das war nicht gut für Frauen ihres alters.

Melanie hingegen begann das zu machen was sie schon immer gerne gemacht hatte, sie durchstreifte Konoha. Diesesmal jedoch als ganz normaler Fuchs. Wirklich einen geeigneten Ort hatte sie nicht gefunden, auch wenn Konoha voll von netten Flecken war an denen man es gut aushalten konnte. Nach vier Stunden kehrte sie wieder in die Stadt zurück und kaufte sich etwas zu essen. Vor lauter Kage Bunshin lernen und Kakashi hatte sie das nämlich bisher vergessen. Danach brach sie wieder auf und suchte bis es anfing zu dämmern. Als sie zuhause ankam war es schon dunkel und Ichiro bediente in der Bar die wenigen Gäste. Sie selbst grüßte ihn kurz und ging dann müde zu Bett. Heute konnte sie sich wirklich nicht über zu wenig Training beschweren…auch wenn sie es leider nicht geschafft hatte einen Ort zu finden zu dem sie Kakashi entführen wollte.
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