Die Illusion brechen

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
Kakashi Hatake OC (Own Character)
13.10.2017
25.09.2020
156
557.204
80
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28.06.2019 4.192
 
Da eine meiner Reviewschreiberinnen gemeint hat, das sie Schwierigkeiten mit Melanies Überlegungen in Kapitel 88 gehabt hatte, will ich versuchen es deutlicher zu machen.
Chakra wird aus zwei Energien geschmiedet, das wissen wir alle. Nämlich Geistenergie und Körperenergie. In der Serie bei Beispielerklärungen symbolisiert durch Yin und Yang.
Geistenergie gewinnt man dadurch indem man Erfahrungen sammelt. Welcher Art Erfahrungen wird nicht erklärt. Aber ich denke es handelt sich um die Summe aller Erfahrungen.
Was der Grund ist, das es uns logisch erscheint, das ein Kind weniger Geistenergie besitzt als ein erwachsener Mensch und eine Erklärung dafür liefert warum Sasuke Feuerversteck: Technik der gewaltigen Feuerkugel zu Kakashis Überraschung beherrscht. Der kleine Sasuke hat zu dem Zeitpunkt auch schon eine Menge erlebt und er hat wie ein Tier seinen Körper trainiert.
Körperenergie wird hingegen gewonnen indem man seinen Körper trainiert. Was ebenfalls logisch erscheint.
Melanie in der Geschichte hatte das Problem das ihr Körper zu schwach ist. Einerseits wirkte sie dem entgegen indem sie eben die Ninja Akademie besuchte, aber sie verwendet dennoch zu viel Chakra und bringt ihren Körper damit regelmäßig an seine Belastungsgrenze.
Jetzt waren ihre Überlegungen folgende: Da sie ihre Körperenergie nicht anrührt - warum wissen wir im Moment noch nicht- und als Ersatz für Körperenergie eben Naturenergie her nimmt, die sie irgendwie bekommt- (Yugoos Clan hatte ja auch so ein nettes Kekkei Genkai das ihm Naturenergie Nutzung möglich machte, auch wenn er dabei wahnsinnig geworden ist und deshalb zu Orochimaru ging) - fällt die Limitierung durch den Körperenergiepart schon Mal weg. Es ist, so wie ich es verstanden habe, nicht möglich als Einzelperson Naturenergie zu erschöpfen. (Man stelle sich das vor. Ein Mensch schafft es den Planeten leer zu saugen. Puh, das wäre dann doch etwas heftig.) Was bedeutet das ihr Chakra derzeit nur von einer Sache begrenzt wird, von der Menge ihrer Geistenergie. Und da sie recht viel erlebt hat in ihrem Leben, ist die Menge an Geistenergie die sie schaffen kann recht groß. Zumindest hat sie bisher den Eindruck davon, da sie A) Erwachsen ist und B) sie ihre Klassenkameraden als Vergleich her nimmt.
Weshalb sie jetzt zu dem Schluss kommt das sie verdammt viel Chakra generieren könnte.
Ist es nun etwas verständlicher? ;-)

~~~


Tag 131, Sonntag 05. März
Wie so häufig am Sonntag bekam sie von ihrem Vermieter ein üppiges Frühstück in der Sekunde vorgesetzt in der er realisierte das sie wach war. Ichiro leistete ihr dabei nicht Gesellschaft, sondern räumte um sie herum die Bar auf. Als sie fertig gegessen hatte, ging sie ihm noch ein wenig zur Hand auch wenn er sie kritisch dabei ansah. Doch sie wollte sich nicht sofort wieder auf lernen konzentrieren, nicht einmal mit Kage Bunshin. Nicht gerade geringer stolz stieg in ihr hoch bei der Erinnerung daran, das sie es endlich geschafft hatte. Aber etwas nagte an ihr; wenn der Bunshin so verteufelt schwer war, wie zur Hölle schafft man dann höherrangige Jutsu? ´Ich als Schüler der Ninja-Akademie schaffe sie wahrscheinlich gar nicht.´ Melanie war ja erst am Anfang. Nachdem die Bar wieder in Ordnung gebracht worden und sie noch einige Zeit einfach nur herumgesessen war ging sie wieder nach oben. Dort ging sie zu ihrem Bücherstapel und nahm sich vier Bücher heraus. Sie hatte noch etwas mehr als eine Woche um sie zu lesen. ´Wobei ich schon jetzt weiß das ich verlängern muss.´ Die wenigen Spalten die ihr Klon gestern gelesen hatten, hatten deutlich gemacht das das Material genauso schwer zu verstehen war wie sie vermutet hatte. Außerdem richtete sie vier Lesezeichen her. Das würde auf keinen Fall ohne Pause von statten gehen können. Und dann formte sie die Fingerzeichen: „Kage Bunshin no Jutsu!“ POFF
Um den Tisch herum saßen drei Schattenklone und begannen mit ihr zu lesen. Zu Melanies erstaunen war das Material noch viel schwerer, als sie gedacht hatte. Irgendwann stand sie auf und holte sich ihren Block, riss einige Blätter aus und legte vor die Klone auch Stifte hin. „Schreibt die Begriffe auf die ihr nicht kennt. Wir müssen quer lesen sonst wird das nie was.“
„Vielleicht hätten wir doch mit dem Zeug anfangen sollen, das der Hokage uns aufgeschrieben hat?“, sinnierte ein Klon. Ein anderer warf ein: „Als ob das leichter wäre.“ Alle Melanies nickten und versanken wieder im lesen. Nach einer Stunde löste das Original die Klone auf und sammelte deren Erinnerungen ein. Sie brauchte einige Minuten um aus dem was sich plötzlich in ihrem Kopf befand schlau zu werden, doch dann nickte sie und erschuf weitere 3 Klone. Ungefähr gegen 4 Uhr hörte sie auf zu lesen und griff sich ihren Mantel. Sie brauchte dringend eine Pause. Mochte sie noch so viel Spirituelle Energie übrig haben, es hieß noch lange nicht, das zwischen der völligen Leere und dem ausgeruht sein nicht doch der Kopf rauchte.
Also schlenderte sie durch Konohas Straßen und besah sich die Schaufenster der Geschäfte. Sie war gerade an einem Buchladen angekommen der einige interessante Titel führte, als ihr im Spiegelbild des Fensters zwei Passanten ins Auge sprangen die die typische Kopfbedeckung aus Amegakure trugen. Melanie beobachtete sie wachsam bis sie vorüber gegangen waren. Sie folgte ihren Spiegelbildern mit den Augen und drehte sich erst um als sie weiter weg waren.

Jemand anders hatte bemerkt das sie den Ninjas mit düsterem Gesichtsausdruck hinter sah. Kinoe runzelte die Stirn und ging zu der Frau hinüber. Doch schon als er sich näherte wurde ihm klar das er dieses mal darauf verzichten sollte sich unbemerkt zu nähern. Also tat er nichts um sich zu verbergen und blieb offen neben ihr stehen, was jedoch keine Reaktion von ihr brachte. Sie sah noch immer den Fremden hinterher.
Kinoe betrachtete nun ebenfalls die Ninjas. „Wenn man dich so sieht, könnte man meinen das du einen persönlichen Groll gegen die beiden hegst.“
„Nicht gegen die beiden persönlich“, antwortete Melanie ihm. Aus dem Tonfall entnahm Kinoe das durchaus Groll bestand, aber wie er vermutete gegen Amegakure. „Was machen die noch immer hier?“, fragte Melanie, ohne ihn anzusehen. „Ich dachte im Finale ist keiner von denen?“
Kinoe runzelte die Stirn. „Es ist nicht verboten noch ein paar Tage oder gar bis zum Finale zu bleiben. Den Ausgang interessiert schließlich die halbe Welt. Sie werden das Ergebnis wahrscheinlich abwarten wollen und es dann nach Hause tragen. Zusammen mit den Fähigkeiten und Techniken der neuen Chunin.“

Eine Antwort die Melanie nicht gefiel. Das bedeutete nämlich sie blieben noch den kompletten Monat. „Großartig“, sagte sie wenig begeistert. Aber sie würde daran nichts ändern können. Also war es besser sich dem jungen Mann neben ihr zuzuwenden.
„Hast du meine Rückantwort bekommen?“, fragte sie Kinoe um das Thema zu wechseln.

Dieser erkannte durchaus das sie nicht mehr über die Ame-Nins reden wollte und stieg darauf ein. Er nickte lächelnd: „Ja, das habe ich. Es freut mich das du Zeit finden wirst. Ich hoffe es stört dich nicht allzu sehr, das es fast nur Kollegen sein werden die ich eingeladen habe.“
„Nein, absolut nicht, ich freu mich darauf“, sagte sie mit einem Lächeln das Kinoe stutzig machte. Außerdem klang sie…schwärmerisch?
„So? Wen erwartest du denn zu treffen, das du so lächelst?“, hackte er nach. Eigentlich war es nur harmlose Neckerei gewesen. Aber die Antwort…
„Na ja, Kakashi eben“, meinte Melanie und wich seinem Blick mit einem verträumten Lächeln aus. Diese unerwartete Antwort sorgte dafür, das Kinoe mehrere Sekunden brauchte um wirklich sicher zu sein von was er gerade Zeuge gewesen war….danach stand ihm der Mund offen.

Melanie fiel mit einem mal siedend heiß ein, das er von dieser Entwicklung noch gar nichts wissen konnte.  „Uhm, ja. Ich meine, es ist ja nicht falsch jemanden wieder sehen zu wollen, oder?“ Versuchte sie noch so zu tun, als wäre es völlig normal, das sie so von irgend einer x-beliebigen Person redete.

Kinoe hielt ein lautes Lachen zurück. Das war die schlechteste Ausrede die er je gehört hatte. „Ganz besonders wenn man verliebt ist, meinst du?“ Er beobachtete sie dabei genau. Melanie sah ihm mit arbeitenden Kiefern in die Augen. Plötzlich sanken ihre Schultern und sie sah zur Seite, als sie mürrisch antwortete: „Ja.“
Jetzt lachte er endlich. „Oh, Melanie-san, das ist doch nichts das dir peinlich zu sein braucht.“

Sie wurde nun einen Hauch rot. „Es ist mir nicht peinlich! Ja, okey, vielleicht ein bisschen, ich meine... vielleicht hat er ja…ach, was weiß ich.“ Sie warf die Hände kurz in die Luft. ´Vielleicht hat er ja inzwischen die Ereignisse anders interpretiert.´ Oder noch schlimmer, er fand es nicht mehr schön.

Kinoe verstand nun und ein mitfühlendes Lächeln erschien auf seinem Gesicht. „Noch so neu also?“
Melanie nickte. „Ja, schon.“
Sie hatte selbstsicherer gewirkt, als sie mit einem unbekannten Kekkei Genkai konfrontiert gewesen war. „Ich kann leider keine Aussage dazu machen wie man Kakashi Senpai am besten für sich gewinnen kann.“

`Klar, du bist ja ein Kerl´, dachte sie sich. Im Gegensatz zum Fandom hielt es Melanie in Gegenwart der beiden ausgeschlossen, das sie mehr für einander empfanden. Sogar die Sache mit den ´Freunde sein´ war fraglich. Sie schienen nur Kollegen zu sein und sie selbst kannte eben beide.
„Aber ich kann dir eines versichern; Er würde niemals mit den Gefühlen einer Person spielen.“
Melanie sah auf und entdeckte nur Aufrichtigkeit bei ihrem Gegenüber. „Habe ich auch nicht gedacht.“ Sie seufzte tief und meinte dann halblaut. „Es ist zum verrückt werden! Ich muss mich konzentrieren um nicht permanent an ihn zu denken!“ Was hatten sie schon geteilt? Ein Picknick bei einem Wasserfall, mehr nicht. Sie hatten etwas gekuschelt, fein, aber das taten auch gute Freunde. Okey, vielleicht nicht mit den selben Gefühlen, aber einige Stunden vorher war ja noch nichts offiziell gewesen. „Verdammte Mission.“

Kinoe hatte zwar das Letzte nicht verstanden, aber dafür verstand er wie sie sich fühlte. „Ja, verliebt sein, kann ziemlich ablenkend sein.“

„Was es nicht besser macht wenn man will, das…“ Sie fuhr sich in Gedanken hastig an. ´Ruhe! Wir stehen mitten in der Konoha-Cha-Straße´ Das war die Einkaufs- und Bummelmeile in Konoha.
Wieder sah Kinoe höchst amüsiert aus. „Hab keine Sorge, er kommt zurück.“
´Er spricht öffentlich darüber das er weg ist?´ Doch Kinoe interpretierte ihren verwunderten Gesichtsausdruck falsch. „Es ist nicht schwer zu wissen, das du dir das wünschst.“
Wer bitte wünschte sich so was nicht, außer von seinem schlimmsten Feind? „Du weißt nicht zufällig, wann...?“
Kino lächelt zwar immer noch, aber als er antwortete wirkte er bestimmter: „Nein. Und wenn ich es wüsste, würde ich es nicht sagen. Alles was mit unserer Arbeit zu tun hat, unterliegt der Geheimhaltung. Es ist ebenfalls absolut Tabu über Missionen zu reden.“
Großartig da hatte sie sich schön ins Fettnäpfchen gesetzt. „Tut mir leid“, meinte sie mit leichter Hitze in den Wangen.
Kinoe wirkte etwas entspannter: „Er kommt zurecht, vertrau ihm. Kakashi Senpai ist ein sehr guter Shinobi.“
Sie lächelte etwas. Solange Kakashi ein extrem guter Überlebenskünstler war, konnte er sein was immer er wollte. Sie würde mit ihm darüber reden müssen, wenn diese Sache tatsächlich auf beiden Seiten ernst war, denn sie wusste nicht wie sie es handhaben sollte. „Das macht die Wartezeit aber irgendwie trotzdem nicht besser“, meinte sie mit einem leichten Lächeln.
„Nein, da hast du recht. Aber es versüßt das Wiedersehen.“
Amüsiert sah sie nun den jungen Mann an: „Sprichst du da aus Erfahrung?“
Nun war es an Kinoe etwas verlegen auszusehen. „Nun, etwas.“
„Etwas?“
„Es ist schon eine Weile her.“
Melanie schmunzelte. „Tut gut zu hören, das Leute in deiner Einheit, unter gewissen Umständen, auch Partner haben.“
Kinoe lud sie mit einer Handgeste ein mit ihm zu laufen und Melanie nahm diese Einladung gerne an. „Natürlich tun wir das. Aber es ist schwer jemanden zu finden, der die Nachteile akzeptiert.“
Sie dachte kurz darüber nach und konnte zwar Nachteile finden, aber ob er diese meinte? „Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe.“

„Die Geheimhaltung wird von vielen, die nicht Anbu sind, als unangenehm empfunden. Und auch einige Anbu die eine Partnerin gefunden haben, versuchen sich versetzen zu lassen. Eine andere Sache sind die Aufgaben die wir erledigen.“ Er sprach nicht weiter. Auf der einen Seite traute er ihr zu, zu verstehen und auf der anderen wollte er nicht potenzielles Glück für Kakashi Senpai zerstören, bevor es überhaupt Gelegenheit hatte sich zu festigen.

Melanie lächelte etwas wehmütig: „So was hab ich mir schon gedacht. Irgendetwas das weniger offensichtlich ist?“
„Melanie-san du bringst mich gerade in Schwierigkeiten.“
Nicht verstehend sah sie ihn an. „Weshalb?“
Kinoe seufzte. „Am besten du fragst Kakashi Senpai, ob es etwas gibt, auf das du in Zukunft achten solltest.“
Sie hatte wirklich keine Ahnung wo zusätzliche Probleme, außer durch Verschwiegenheit, auftraten und so wie sich Kinoe verhielt schien es, als wäre dies entweder zu privat oder etwas das zu schockierend war. Sie hielt es für ausgeschlossen das Anbu kastriert wurden. Wo war also das Problem?
„Okey, werde ich.“
„Gut“, er wirkte doch irgendwie erleichtert, was die Sache noch spannender machte.
„Ich muss dich auch enttäuschen was das Hanami angeht; Senpai hat abgesagt. Er lehnt solche Einladungen meistens ab.“

Verwundert sah ihn Melanie an, um dann ziemlich enttäuscht auszusehen. Kinoe beobachtete sie aus dem Augenwinkel während sie gemütlich Seite an Seite liefen. „Wobei ich ihm gegenüber nicht erwähnt habe, das ich dich ebenfalls eingeladen habe. Vielleicht sollte ich das nachholen?“
„…Wenn du willst?“ Die Tonlage war überzeugend desinteressiert und dennoch glaubte Kinoe ihr es nicht.
„Wenn sich die Gelegenheit ergibt“, tat er ebenso.
„Okey.“
Kinoe lächelte breiter und sah, das auch sie lächelte. „Etwas an deiner Rückantwort, hat mich aber verwundert.“
„So?“
Er nickte. „Bedeutet die wellige Linie zum Abschluss, etwas bestimmtes?“
„Ja. Das ist mein Name, in der Schrift meines Landes.“
Das überraschte ihn. „Ich hätte nicht damit gerechnet das man so fremd in deinem Land schreibt. Es muss herausfordernd gewesen sein unsere Schrift zu lernen.“

„Es ging eigentlich. Schwieriger war es an die passenden Informationen zu gelangen“, log sie passend zu ihrer ausgedachten Hintergrundgeschichte. „Und die Sprache richtig auszusprechen, das war schwer.“ Was wiederum nicht gelogen war. Japanisch in einem Sprachkurs zu lernen, war wie Schulenglisch. Es half, aber es kam nicht an die Aussprache der Einheimischen heran.
„Du hast sie also schon vor Beginn deiner Reise gesprochen?“
Sie nickte. „Ja. Eine Sprache zu sprechen ist der Schlüssel zum überleben. Wer nicht reden kann, ist verloren. Ich hätte es mir durchaus zugetraut die Sprache erst unterwegs zu lernen, aber ich hatte mir nen Plan zurecht gelegt und in diesem war auch etwas Zeit für derlei Dinge gewesen.“

Jetzt verstand er. Sie war geflohen, aber nicht Hals über Kopf.  „Hast du denn nie in Betracht gezogen wieder zurück gehen zu wollen?“ Sie wollte hier Shinobi werden und durch die Liebe zu Kakashi, würde es noch etwas schwerer werden zu gehen. Aber vermisste sie nicht irgendetwas aus ihrer Heimat? Melanie sah Kinoe auf eine Art an die seine Intelligenz in frage stellte. Ihre Antwort kam erst, nachdem sich ihr Blick in der ferne verlor. „Ich gehe nicht zurück. Nicht ohne Gewalt. Ich habe viel erlebt auf dem Weg hierher und auch wenn die Hälfte nun wegfällt und ich nun nicht mehr so erbärmlich hilflos bin…“ Sie schüttelte den vehement Kopf. „Eher reiße ich mir das schlagende Herz aus der Brust, als zurück zu gehen.“
Kinoe hatte sie bei diesen Worten beobachtet und er erinnerte sich an ihre ähnlich emotionale Reaktion im Badehaus. Was ihn auf unhöfliche Art und weise neugierig machte. „Darf ich fragen was der Hauptgrund war weshalb du gegangen bist?“

Sofort war das Gefühl der Vertrautheit dahin und wurde durch misstrauen ersetzt. „Wieso willst du das wissen?“ Denn der Hauptgrund war gewesen, das sie eine Passage in die Narutowelt entdeckt hatte und sich damit alle ihre alten Probleme auf einmal gelöst hatten, aber dies würde sie ihm so niemals erzählen. Zumal sie jedes mal ein schlechtes Gewissen bekam wenn sie daran dachte. Man konnte Problemen durchaus davon laufen. Aber leider waren die neuen, den alten verdächtig ähnlich. Drei Jahre nachdenken und so viele Kilometer laufen das sie die Distanz nicht einmal schätzen konnte, später hatten ihre Einstellung aber dazu etwas geändert. In der Zwischenzeit  zog sie es häufig in Betracht sich ihrer Probleme anzunehmen und manchmal, ja manchmal löste sie sie auch.
„Ich interessiere mich prinzipiell für fremde Länder. Das bringt mein Beruf mit sich.“
Reines berufliches Interesse? Wer´s glaubte wurde selig. Aber da es noch einige Gründe mehr gab, erzählte sie von einem anderen der einen mächtigen Einfluss auf nahe zu alles ausgeübt hatte. Mit leiser Stimme, den dies war etwas bei dem man vorsichtig sein musste, erzählte sie: „Es gibt bei uns Monster. Aber sie sind nicht wie der Neunschwänzige. Sie sehen aus wie Menschen.“ Als sie bemerkte das ihm das nicht reichte, redete Melanie weiter. „Es kommt häufig vor das sie brillante Redner oder charismatische Anführer sind. Nur die unfähigen landen im Gefängnis. Aber alle verbergen ihre Unmenschlichkeit unter einer Maske aus Fleisch. Nimmt man sie ihnen ab, so sieht man nur Leere, Lügen, Gier und die Fähigkeit normale Menschen mit sich selbst zu infizieren. Diese Monster haben alles unter Kontrolle. Es ist unmöglich zu leben ohne nicht wenigstens einen Bereich, der von ihnen kontrolliert wird, zu nutzen. Wegen denen bin ich geflohen. Sie hatte und habe immer noch Angst vor ihnen. Der Hokage hingegen ist kein Monster. Ganz im Gegenteil, ich habe ihn als warmherzigen Menschen kennengelernt, der sich aus mir unverständlichen Gründen sogar um ´ne Fremde kümmert.“ Und das zu einem Zeitpunkt wo nicht sicher gewesen war und noch immer ist, ob diese jemals irgendetwas für sein ´Reich´ würde tun können.

Ernst meine Kinoe: „Das ist seine Aufgabe als Hokage, sich um die Dorfbewohner zu kümmern. Aber ich verstehe was du meinst.“ Auch wenn er nicht sicher war ob er verstand was sie mit diesen Monstern meinte. Es hörte sich in seinen Ohren nach einer Metapher an.
Und etwas das er ebenfalls nicht verstand war, warum sie dachte das Fremde es nicht wert seien, das man sich um sie kümmerte wenn ein Dorf es konnte. Es machte nur Sinn wenn man von einer ´Infektion´ ausging. Aber Unmenschlichkeit die ansteckend war, fragte sich der Anbu? Doch dann erinnerte er sich vieler Gelegenheiten wo sich Menschen zu Handlungen hatten hinreißen lassen, die sie unter dem Vorbild eines anderen getan hatten. Ja, das konnte man als ´infiziert sein´ bezeichnen. ´Sieht so aus als wäre sie ebenfalls nicht stark genug gewesen, dem völlig zu entsagen.´
„Gab es denn keinen Weg ihnen entgegen zu wirken?“
„Bei mir oder bei ihnen?“
„Bei ihnen.“
Doch sie schüttelte den Kopf. „Es gibt Forschungen dazu, sehr gründliche, die sagen das die Sache genetisch ist. Der Anteil an ´Monster´ variiert in einer Bevölkerung zwischen 3-6% Prozent. Wir haben definitiv die 6% gehabt. Eine Möglichkeit wäre sie alle zu töten, aber dann wäre man wie sie. Eine andere wäre ihnen ihre Macht zu nehmen. Allen beibringen wie man Monster erkennt. Und dreimal darfst du raten wie gut das klappt wenn die Monster die ganze Zeit sagen, das sie die Guten sind und es keinen Grund zur beunruhigen gibt.“
„Du sagtest es gibt einen Anteil an Monster in einer Bevölkerung. Das würde aber bedeuten das es auch in Konoha diese Monster gibt.“
Melanie lächelte: „Ja, natürlich. Aber solange der Dritte, Hokage ist, wird diese Pest nur das sein was sie in guten Zeiten immer ist; eine kleine Ausprägung in der Bevölkerung. Es ist die Frage wer nachrückt wenn er gestorben ist. Ich kann mir gut vorstellen, das Monster in den entsprechenden Positionen dann ihre Chance wittern. Und je nachdem wie fleißig und einflussreich sie waren, schaffen sie es dann auch.“
„In Konoha läuft die Wahl des Oberhauptes anders ab. Zuerst muss sich ein solcher Ninja finden und dann müssen die Jonin und der Daimyo zustimmen.“
Wieder nickte Melanie: „Und wer bildet die Meinung der Jonin und des Daimyo?“
Kinoe verstand was sie sagen wollte.„Das setzt massive Manipulationen voraus.“

„Ja. Und?“ Kinoe sah sie ungläubig an. „So funktioniert es. Und schwups würdest du für jemanden arbeiten für den der Zweck die Mittel heiligt und kein Berg Leichen groß genug ist, solange es nur seiner Sache dient. Das sind Charakteristika eines Monsters.“
Melanie war sich zwar nicht sicher, aber sie hätte schwören können, das Kinoe kurz gestutzt hatte.

Kinoe auf der anderen Seite hatte sich unangenehm an einige Handlungen von seinem Danzō-sama erinnert gefühlt. Nicht zuletzt an jene Mission die Kakashis Tod hätte zur Folge haben sollen, um dessen Sharingan in Danzō´s Besitz zu bringen. „So langsam beginne ich zu verstehen, wie die Umstände in deinem Land waren“, meinte er nachdenklicher.
„Wie gesagt, war kein gutes Land.“
Kinoe nickte zustimmend und Melanie lächelte leicht. Der Anbu sah auf einmal auf. „Verzeihung, ich bitte dich mit mir zu laufen ohne gefragt zu haben, ob dies überhaupt die Richtung ist in die du gehen musst!“
Sie schmunzelte nur. „Ich bin nur zum Spaß hier. Ich hab heute genug gelernt und muss meinen Kopf etwas auslüften.“
„Fleißig, wieder ein Doton-Jutsu oder etwas für die Akademie?“
„Weder noch. Ich les mich gerade in einige Bücher ein die Naturenergie behandeln.“
„Das sind Fortgeschrittene Themen.“
„Wem sagst du das. Wenn du irgendwelche Bücher kennst, die sich auf Anfängerniveau damit beschäftigen, nur her damit.“
„Ich fürchte ich kenne nur wenige Titel und die habe ich auch nur der Vollständigkeit halber gelesen. Für Anfänger sind die aber nichts.“

Das waren die, die sie las auch nicht, aber sie nickte. Wirklich bedarf an neuem Lesematerial hatte Melanie nun wirklich nicht. „Ich denke jedoch es ist besser sich das ganze mal anzuschauen. Zumindest die Bücher die ich  habe.“
Kinoe nickte zustimmend. „Aufgrund deines Kekkei Genkais wird es früher oder später notwendig sein.“
„Ich hab damit angefangen weil ich mir davon einen Gedankenanstoß erhoffe wie ich es schaffen kann mein Chakra auszubalancieren.“
„Ich habe dir doch gesagt das dies ein langwieriger Prozess ist“, lächelte er tadelnd.
„Und ich habe dir gesagt, das ich dennoch Fortschritte in anderen Bereichen bemerke, während sich in diesem nach wie vor nichts verändert hat.“
Kinoe hatte bereits den Mund zu einer Erwiderung geöffnet, doch dann stutzte er. „Wenn du sagst, du hast bemerkt das du in Kontrolle oder halten besser geworden bist, meinst du dies wortwörtlich?“
Nun sah ihn Melanie verwundert an. „Ja?“
„Erkläre mir wie sich dir dieser Unterschied darstellt.“
Okey, er war wieder hinter irgendwas her. Aber was dieses Mal? Sie überlegte wie sie es erklären sollte. „Naja, im Vergleich zum Ausbalancieren fühlt sich mein Chakra…zahmer an. Ich vergleiche es gerne mit einem störrischen Pferd, weißt du?“

Kinoe lächelte. Natürlich würde sie ihm nicht mit Frequenzen eine Erklärung liefern können, sondern Metaphern benutzen. „Also spürst du im Gegensatz zu früher einen Unterschied in der Folgsamkeit des ´Pferdes´?“
„Ja. Kinoe-kun auf was willst du dieses mal raus? Seit unserem kleinen Training, habe ich das Bedürfnis in Deckung zu gehen wenn du nachdenkst.“
„Ha?!“, Er sah sie verdutzt an und lachte dann. „Keine Sorge. Ich will dir nicht schaden, aber ich finde deine Herangehensweise doch sehr naive. Normalerweise dürftest du überhaupt keinen Unterschied merken, bis du nicht Chunin geworden bist. Man sagt das man erst ab diesem Rang ein Gespür entwickelt hat, das ausreichend ist um Unterschiede festzustellen. Aber bei dir ist ja einiges nicht so wie bei anderen. Es kann also durchaus sein, das du ein ausgesprochen feines Gespür für Chakra besitzt und dir einfach noch das Wissen dazu fehlt es richtig auszudrücken und einzusetzen. Immerhin hast du auf gut Glück auch den Tsuchi Bunshin gemeistert.“
„Mit deiner Hilfe.“
Doch Kinoe schüttelte den Kopf. „Spätestens im Frühling hättest du bemerkt woran es gelegen hat.“
Melanie lachte etwas. „Ja, das stimmt.“
„Ansonsten ist die Veränderung der Naturen etwas das nur talentierte Shinobi mit so wenig Praxis hinbekommen. Und vielleicht solltest du die Sache mit dem ´störrischen Pferd´ ebenfalls im Auge behalten. Du scheinst ein glückliches Händchen für die Frequenzen deines Chakras zu haben.“
„Frequenzen meines Chakras?“
Doch Kinoe führte dieses Thema nicht weiter aus. „Ja.“

Melanie betrachtete ihn noch einen Moment, doch der junge Mann war nicht gewillt durch interessiertes anstarren, mehr darüber zu sagen. „Okey, werds mir merken.“
Kinoe lächelte und zusammen gingen sie noch eine kleine Strecke bis er vor einem Laden stehen blieb. „Ich verabschiede mich nun von dir. Ich muss hier einige Besorgungen machen.“
„Okey, ich geh dann auch mal wieder. Bis zum nächsten Mal.“
„Ja, bis spätestens zum Hanami.“
„Genau.“ Sie freute sich darauf. Schade war nur das Kakashi nicht kommen würde. Mit einem etwas wehmütigem Lächeln schlenderte sie zurück zur Bar um Ichiro etwas zu helfen. Es machte ihr Spaß wieder die Zeit zu finden dies zutun. Doch um 10 Uhr schickte der Alte sie ins Bett. Sie hatte schließlich am nächsten Tag Schule.


~~~


Ich muss nochmal was los werden. Ist euch diese Cookie-Meldung aufgefallen? Man kann jetzt mit Cookies als Währung virtuelle Buchrücken ´kaufen´ und damit eine virtuelle Bibliothek einrichten, indem man die Buchrücken mit den Titeln der Geschichte verlinkt. Mich hat das Feature überrascht (bei sowas bin ich nie auf dem laufendem), aber ich bin begeistert davon. ´Steht auf so Spielereien´ *^^*

+ Es gibt eine Korrektur für eine fehlerhafte Schreibweise eines Wortes, das mir zu peinlich war es zu belassen für die ganze bisherige Geschichte
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