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Schwärze

GeschichteDrama, Familie / P16 / MaleSlash
England Sealand
12.10.2017
30.03.2018
27
23.734
2
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12.10.2017 846
 
Schwarz. Alles was Arthur wahr nahm war Schwärze. Schwärze und Stille. Der Brite saß auf einem Stuhl. Seine Hände waren hinter der Lehne gekreuzt und mit einem Strick fest zusammengebunden. Das Gefühl in diese hatte er schon lange verloren. Wie lange genau er schon auf diesem Stuhl saß wusste er nicht. Genauso wenig, wo er eigentlich war und wann er zuletzt gegessen hatte. Dem jungen Mann waren die Augen verbunden und er war mehr als müde. Auch sein Mund war mit einem dicken Streifen Klebeband überdeckt, sodass er nur durch die Nase atmen konnte. Manchmal, so hatte er das Gefühl, würde er noch ersticken. Immer dann, wenn er erneut von Verzweiflung gepackt wurde. Arthur biss sich auf die Zunge. Wie konnte es nur so weit kommen? Er fragte sich das immer und immer wieder. Es war doch ein so schöner Tag gewesen. Er war doch nur wie immer im Wald spazieren gewesen und dann? Ein Schlag und plötzliche Schwärze. Wieder Schwärze. Seit dem hatte er nichts anderes mehr gesehen. Arthur fragte sich, ob seine Augen jemals wieder Licht sehen würden. Er seufzte innerlich und biss sich nun noch fester auf die Zunge. Er schmeckte Blut. Blut und Eisen. Dieser Geschmack ließ neue Wut in ihm aufflammen und er versuchte seine Beine zu bewegen, doch auch diese waren mit festen Stricken an den Stuhl gebunden. Arthur versuchte sich so heftig zu befreien, dass er mitsamt dem Stuhl überkippte und seitlich auf den Boden aufschlug. Wäre der Mund des Briten nicht abgeklebt gewesen, hätte er wohl aufgeschrien, als sein Kopf von dem kalten Stein des Bodens empfangen wurde. `Scheiße!`, schrie Arthur in Gedanken. Er kniff die Augen zusammen. Seine Wut wich der Verzweiflung. Arthur fühlte sich nur noch leer und wollte schreien. Sein Herz klopfte wild und er spürte, wie sein Kopf an der Aufschlagsstelle wärmer wurde. Seine Haare sogen sich voll. `Auch das noch`, dachte er. Sein Kopf lag in einer kleinen Pfütze aus Blut. Arthur versuchte sich zu beruhigen. Er kämpfte gegen die innere Verzweiflung an. Irgendwann packte ihn die Erschöpfung und er glitt hinfort.

Mit Besorgnis betrachtete Dylan den leeren Patz oben auf dem Podium der Großmächte. Er wurde zunehmend nervöser. Arthur fehlte und jeder der Brüder wusste, er würde nicht mehr kommen. Bedrückt und ein wenig nach Hilfe suchend sah Dylan zu seinem jüngsten Bruder Connor. Der Ire wirkte immer so sorglos und wenn er lächelte spielten seine Sommersprossen und sein Lachen ein beinahe perfektes Spiel. Doch auch diese Sorglosigkeit blieb heute aus, denn auch Connor sah bedrückt zu Boden. Der Waliser seufzte, als ihn etwas an die Wange stupste. Es war sein kleiner roter walisischer Drache, der ihn aus großen Knopfaugen ansah. Der Blonde seufzte und kraulte den Drachen unterm Kinn. `Ach Flame. Ich mache mir solche Sorgen…`, dachte er und schaute ins Leere. Mechanisch kraulte er seinen kleinen Begleiter weiter.
Er erwachte aus seiner Trance, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Er sah auf und schaute in Connors Augen. Der junge Ire sah ihn traurig an. „Kommt All heute wieder nicht?“, fragte er dann bedrückt. Dylan nickte abwesend. Allistor, der zweitälteste der Familie blieb bei Konferenzen immer aus. Doch es enttäuschte Dylan, das er sich nicht einmal am heutigen Tag dazu aufraffen konnte, aus dem Haus zu gehen. Der Waliser ballte die Hand zu einer Faust. „Ich werde mit ihm reden“, presste er wütend zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Connor wollte gerade etwas erwidern, als eine laute Stimme erklang. Es war die des Deutschen. „Wir können nicht länger warten, auch wenn noch einige Plätze leer sind. Die Zeit drängt und es gibt viel zu besprechen. Überprüfen wir nun also Anwesenheit.“ Der Deutsche hielt eine Liste in der Hand. „Ich hoffe, dass sich jede Nation eigentragen hat.“ Er überflog die Liste und seufzte leise: „Das Vereinigte Königreich ist, wie ich sehe, heute beinahe komplett als Einzelpersonen hier. Irland, Wales und Nord-Irland, ist das richtig?“
Sofort war Connor auf den Beinen: „Ich bin unabhängig! Frechheit!“ Der 19-Jährige sah Ludwig kindlich böse an, doch dieser ging nicht weiter darauf ein. Der Blick des blonden Mannes mit eisblauen Augen wanderten von dem Jugendlichen weiter zu einer jungen Frau, die sich nun erhob. „Ja, so ist es richtig. Darf ich mich vorstellen? Bridget, Nord-Irland. Ich schätze, ihr seid überrascht, dass ich eine Frau bin“, ein liebliches Lächeln huschte über die Lippen der braunhaarigen Frau. „Ich bitte meinen Zwillingsbruder Liam zu entschuldigen. Er ist heute leider verhindert. Ebenso wie mein kleiner Bruder Arthur. Er repräsentiert normalerweise das United Kingdom, wie ihr alle wisst. Auch er ist durch eine schwere Krankheit heute leider verhindert.“ Sie atmete tief durch. „Deshalb werde heute ich seine Rolle ein-„
„Erzähl doch keine Scheiße und sag die Wahrheit!“, kam es patzig aus dem Mund des rothaarigen Schotten. Er stand in der geöffneten Tür, niemand hatte ihn kommen gehört und erst jetzt richteten sich die Blicke auf Allistor. In seiner linken Hand hielt er eine Zigarette. Gelassen stand er da. „Du kannst ihnen ruhig sagen, dass unser kleiner nutzloser Bruder verschwunden ist.“ Er sah seine Schwester fest an.
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