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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
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Dieses Kapitel
1 Review
 
01.02.2019 3.532
 
Dieses Bonuskapitel ist an das Kapitel 82 der Hauptgeschichte angelehnt und führt auf eine alternative Route bei Kaburagi und Ishibana. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen.


Bonuskapitel 1

Es war heiß im Zimmer – kein Wunder bei diesen Temperaturen, die im Juni herrschten – und die Zikaden zirpten wie verrückt. Kaburagi wälzte sich unruhig hin und her, konnte schemenhaft die Möbel erkennen, die vom Mondlicht silbern angemalt wurden, und vermied es nach Möglichkeit, in Ishibanas Richtung zu schauen. Nach seinem peinlichen, seltsamen Auftritt im Bad war es ihm gelungen, eine gewohnte Atmosphäre zu erzeugen, wenngleich ein bitterer Nachgeschmack zurückblieb. Das Abendessen, das Kiichi unter Mithilfe von Furihata, Kagami, Furiku und Kawahara zubereitete, verlief recht angenehm und Ishibana verhielt sich genauso wie Kaburagi: ganz und gar wie immer, als hätte der seltsame Zwischenfall nie stattgefunden. Ebenfalls normal waren sie nach dem Essen draußen ein wenig spazieren gegangen, hatten über dies und das gesprochen, nur nicht darüber, was ihnen beiden tatsächlich im Kopf herumging, und dann waren sie einigermaßen früh ins Bett gegangen.
Nun lag Kaburagi wach und verscheuchte angestrengt jeden aufdringlichen Gedanken, der sich vorrangig damit beschäftigte, wie er in Zukunft mit Ishibana umgehen sollte und wie sie diese Situation handhaben wollten.
In der nächtlichen Dunkelheit, eingehüllt in sommerliche Wärme, drehte er sich trotz aller Vorsätze zu Ishibana um, der friedlich im Einzelbett neben ihm schlief, die Bettdecke nur dürftig über seine Hüften geschlagen.
Was Kaburagi geweckt hatte, war recht einfach zu erklären: ein feuchter Traum. Er hatte tatsächlich von Ishibana geträumt, doch daran, was genau darin vorgefallen war, erinnerte er sich im wachen Zustand nicht mehr. Die Nachwirkung dessen zeigte sich allerdings immer noch ganz deutlich. Einen Steifen zu haben, ausgelöst durch eine unbewusste Fantasie mit dem Klassenkameraden und besten Freund, das übertraf Kaburagis schlimmsten Befürchtungen. Erneut fragte er sich, was er nun tun sollte. Am dringlichsten musste er seine Latte loswerden. Doch noch während er unruhig so dalag, schlichen sich dramatisch-gefährliche Visionen in seine Gedanken, die darauf pochten, zumindest Teile davon wahr werden zu lassen, im wahrsten Sinne des Wortes!
Langsam kletterte Kaburagi aus dem Bett. Er spürte sein Herz vor Aufregung so schnell schlagen, dass man hätte meinen können, es wollte davonfliegen. Er schlich an Ishibanas Bett, rief mehrmals halblaut den Namen seines Freundes und vergewisserte sich auf diese Weise, dass er tief und fest schlief. Dann holte er ein paar Mal tief Luft, fühlte, wie kalt seine Hände wurden, was augenblicklich in Schweiß umschlug, und dann – dann näherte er sich Ishibanas Lippen.
Als er seinen Mund darauf legte, durchfuhr ihn eine Art Blitz und sein bestes Stück stand wie eine Eins. Ishibana rührte sich nicht. Kaburagi wich unter größter Anstrengung von ihm zurück und keuchte. Wer hätte auch gedacht, dass Ishibana sich so gut anfühlte? Heftig atmend zog Kaburagi seine Boxershorts aus und umklammerte sich, um es sich selbst zu besorgen. Dabei ruhte sein Blick auf Ishibana, doch es genügte einfach nicht. Deshalb näherte er sich ihm erneut, legte Ishibanas rechten Arm um seine, Kaburagis, Schulter und küsste ihn wieder. Länger diesmal. Mitten beim Masturbieren drehte Ishibana sich um und starrte Kaburagi mit geöffneten Augen an.

Ishibana hatte noch nie jemanden so blass werden gesehen. Er war bereits eine ganze Weile wach gewesen, hatte alles mitbekommen, was Kaburagi mit ihm angestellt hatte – und er konnte im Gesicht seines besten Freundes lesen, dass er genau das befürchtete. Ishibana rollte sich auf den Bauch und stützte sich auf seine Ellbogen.
Mit entsetztem Gesicht hockte Kaburagi vor Ishibanas Bett in einer mehr als peinlichen Situation und zitterte und zuckte, als würde ein Erdbeben ihn durchschütteln. Diese Nähe schien ihm plötzlich enorm bewusst zu sein und außerdem hatte er die rechte Hand voller Spermien... Peinlicher ging es bald nicht mehr. Er rührte sich nicht aus Angst vor Ishibanas Reaktion, aber irgendwie musste die Situation ja ins Rollen kommen. Nun blieb abzuwarten, ob er sich noch mehr blamieren konnte oder das Ganze irgendwie rettete. Fürs Erste starrte er auf den Fußboden und lief rot an.
„Kaburagi“, sagte Ishibana leise.
„Äähm... Wa-warum schläfst du nicht einfach weiter, Ishibana, und tust... einfach so, als wäre das nie passiert? Von mir aus kannst du es auch als Alptraum abtun... Nur bitte sieh mich nicht an“, wisperte Kaburagi flehentlich.
Ishibana schwieg und ließ seinen Blick auf ihm ruhen. Dann atmete er einmal tief durch und wappnete sich für das Kommende.
„War das der Grund, weshalb du dich im Onsen so seltsam aufgeführt hast?“, fragte Ishibana ruhig. „Weil du in mich... verliebt bist?“
Jemanden so weiß wie eine frisch gestrichene Wand werden zu sehen, war eine Premiere für Ishibana, allerdings hatte er auch noch nie jemanden so feuerrot werden gesehen wie Kaburagi in diesem Augenblick, von dem zusätzlich eine sengende Hitze ausging. Er schwieg vielsagend und Ishibana nahm es als Eingeständnis hin.
„Seit wann ist das denn so?“, fragte er, obwohl er eigentlich dachte, dass ihn das nicht sonderlich interessierte, sondern vielmehr, was Kaburagi sonst noch mit ihm vorhatte.
„Seit... Ehrlich gesagt weiß ich es nicht“, murmelte Kaburagi. „Es hat sich halt so entwickelt... Entschuldige bitte.“
„Also liebst du mich auf diese Weise, sonst hättest du mich ja wohl kaum geküsst, oder?“
Ishibana hörte Kaburagis Herz heftig klopfen und machte sich Sorgen.
„Entschuldige“, flüsterte Kaburagi und Ishibana vernahm deutlich, dass er den Tränen nahe war. „Ich wollte nicht, dass du es erfährst...“
„Wieso nicht?“
„Weil ich dir keinen Kummer machen will.“
„Ach, aber wenn mein bester Freund sich total danebenbenimmt und ich nicht weiß wieso, macht mir das keinen Kummer, oder wie?“
„Das ist was anderes...“
„Das ist nichts anderes, Aho!“, entgegnete Ishibana laut. „Weißt du, ich habe keine Ahnung, wie man sich gegenüber anderen Menschen benimmt, wie man für jemanden sorgt, sich um jemanden kümmert. Aber bei dir möchte ich das schon gerne wissen, denn du bist mir wichtig und ich will dich beschützen.“
„Tche“, machte Kaburagi. „Sag so was nicht. Weißt du, dass sich das wie eine Liebeserklärung anhört? Das kann ich im Moment überhaupt nicht gebrauchen!“
„Warum nicht? Du liebst mich doch, oder etwa nicht?“
„Aber ich will nicht, dass du dich zu etwas Unangenehmem zwingst!“, rief Kaburagi erzürnt und sah Ishibana ins Gesicht.
Der zuckte überrascht zurück wegen dessen tränenverschmierten Gesichts, das er präsentierte. Seine Augen leuchteten in der Dunkelheit und mit dieser entschlossenen Miene fand Ishibana ihn plötzlich unheimlich anziehend. Deshalb streckte er sich schnell, damit Kaburagi ihm nicht mehr ausweichen konnte, und küsste ihn. Erschrocken stieß Kaburagi einen merkwürdigen Laut aus und floh dann rückwärts, allerdings kam er nicht weit, denn Ishibana hielt ihn mit einer Hand am Arm fest. So hing er nun bis zum Bauchnabel in der Luft. Schockiert erkannte Kaburagi, dass Ishibana ausgerechnet seinen rechten Arm gepackt hatte. Was, wenn er zufällig an...?
„Äh, Ishibana... n-nimm bitte deine Hand da weg.“
„Nein!“, beharrte Ishibana stur und verstärkte seinen Griff.
„Nein, im Ernst, du solltest mich da nicht anfassen“, sagte Kaburagi und versuchte, Ishibanas Hand abzuschütteln.
„Und warum nicht?“, hakte der orangehaarige Junge misstrauisch nach.
„Weil... W-weil ich da... Samen... wenn du verstehst...“
Ishibana brauchte eine Weile, um es zu verstehen, doch dann lächelte er plötzlich. Oder er grinste vielmehr und reckte sich erneut Kaburagi entgegen.
„Keine Sorge, Kaburagi. Ich bin kein Mädchen und kann davon nicht schwanger werden“, erklärte er leise mit Spott.
„Das weiß ich selbst, Baka!“, fauchte Kaburagi. „Aber es ist doch eklig!“
„Weißt du, manche Menschen finden es eklig, wenn zwei Männer sich küssen. Aber ich verrate dir jetzt ein kleines Geheimnis, also komm näher: Ich fand, es war ein tolles Gefühl, als du mich geküsst hast, Kaburagi“, flüsterte Ishibana erotisch in Kaburagis rot anlaufendes Ohr.
Sofort unternahm Kaburagi einen erneuten Fluchtversuch – erneut vergeblich.
„Jetzt sieh mich an und sag mir, was du für mich empfindest!“, befahl Ishibana. „Ich will es jetzt ganz klar und deutlich von dir hören!“
Kaburagi seufzte, bevor er den Blick hob und Ishibanas Augen fixierte.
„Also gut, wenn du so darauf bestehst... Ja, ich bin in dich verliebt, Ishibana.“
„Sag mir, was das heißt, was du mit mir vorhast!“
„Hh, das heißt, dass ich bei dir sein will, Zeit mit dir verbringen will. Es bedeutet, dass ich dich berühren will, dich streicheln will, dich küssen will... und ich möchte noch mehr Dinge mit dir tun. Dinge, die über das Küssen und Berühren hinausgehen. I-ich... ich will über dich herfallen u-und in dir sein, will dir so nahe sein wie niemand sonst. Ich will von dir erregt werden und dir so wichtig sein, dass du niemand anderen mehr siehst“, schloss Kaburagi und wandte demütig die Augen ab. „Aber wie könnte ich das von dir verlangen, wo du jetzt endlich menschliche Nähe kennen gelernt hast, das, was du dir immer am sehnlichsten gewünscht hast! Ich möchte diesen Traum nicht zerstören für meine eigenen egoistischen Ziele, Ishibana. Deine Gefühle, Träume und Wünsche sollen für mich an erster Stelle stehen. Und ich verstehe, dass du in mir nicht mehr als einen guten Freund sehen kannst, also bitte gräme dich nicht, wenn du mir das so sagen musst. Nur frei raus damit! Ich bin bereit für die Wahrheit.“
Ishibana schwieg eine Weile, bevor er einen Entschluss fasste.
„Ts“, machte er.
Und dann holte er mit seiner anderen Hand aus, um Kaburagis Hals zu packen und dessen Kopf zu sich heranzuziehen, und drückte wieder seine Lippen auf Kaburagis Mund, allerdings noch viel gefühlvoller.
‚Ah, er schmeckt so gut‘, dachte Kaburagi. ‚Aber es geht nicht, wenn er sich dazu zwingt, mir einen Gefallen zu tun...!‘
‚Ah, er schmeckt so gut!‘, dachte Ishibana. ‚Verdammt, was tut er, wenn ich ihm sage, dass ich ihn längst nicht mehr wie einen guten Freund betrachte?‘
Sie dachten daran und rätselten und grübelten, aber sie lösten ihren Kuss nicht auf. Immer größer wurde das Verlangen nach einander, deshalb kam Kaburagi Ishibana immer näher, bis er beinahe seine Hände in dessen orangem Haar vergraben hätte. Da erinnerte er sich wieder an einen sonderbaren Zwischenfall...
„Halt!“, rief er und stieß Ishibana keuchend von sich.
Ishibana sah ihn überrascht an.
„Wir... Wir sollten das nicht tun. Ich bin schmutzig. Verzeih, ich gehe mich jetzt waschen...“, sagte Kaburagi und machte Anstalten aufzustehen.
„Nein!“, rief Ishibana und warf sich verzweifelt auf Kaburagis Hüften, um ihn an einer Flucht zu hindern.
So stürzten sie beide aufeinander zu Boden und Ishibana klemmte sich unter Kaburagis Körper voller Muskeln die Arme ein. Der orangehaarige Junge mühte sich mit der schnellen Freilegung ab, um anschließend seine Hände auf Kaburagis Gesicht zu legen und es festzuhalten.
„Du bist nicht schmutzig“, flüsterte er. „Die ganze Zeit behandelst du mich wie einen kostbaren Schatz, stellst deine eigenen Bedürfnisse hinten an, um mich wertzuschätzen! Du bist nicht schmutzig, Kaburagi. Du bist ein wunderbarer, selbstloser Mensch!“
„Das bin ich nicht“, widersprach Kaburagi ihm leise. „Ich bin niederträchtig und hinterlistig. Was ich in Gedanken schon alles mit dir angestellt habe... Ich bin so schmutzig, dass ich mich wundere, dass ich überhaupt noch gehen kann, denn ich muss starren vor lauter Dreck!“
„Ach, Sex-Fantasien sind für Jungs doch völlig normal“, meinte Ishibana leichthin.
Dann zögerte er kurz.
„Ich... Ich muss dir etwas sagen, Kaburagi. Von dem Moment an, als wir uns das erste Mal getroffen haben, war mir klar, dass wir zusammengehören. In einem anderen Verhältnis als bloße Freunde. Ich war unvorbereitet und kannte menschliche Nähe und Wärme nicht und ich wollte nicht einsehen, dass mir jemand wichtiger sein könnte als ich selbst. Aber das bist du, vom ersten Augenblick an. Es tut mir sehr leid, Kaburagi, aber – ich kann dich nicht als Freund betrachten.“
Kaburagi versteinerte unter ihm und sein Gehirn ratterte, um herauszufinden, was diese merkwürdige Ansprache zu bedeuten hatte.
„Eigentlich bin ich am Anfang immer sehr misstrauisch anderen Menschen gegenüber“, erzählte er dann. „Ich schweige viel und beobachte, wie ich mich am klügsten verhalten kann, um mich einzugliedern. Aber bei dir war es anders: Von der ersten Minute an fühlte ich mich sicher bei dir, dass unsere ständigen Reibereien uns nicht auseinanderbrachten, sondern zueinander hin führten. Ich liebe es, wenn wir uns fetzen und alle Welt denkt, wir würden uns hassen. Ich liebe diese Sicherheit bei dir, dass du mir nie wegen so etwas Profanem böse sein wirst. Ich... ich liebe die Zeit, die ich mit dir zusammen verbringe.“
Überwältigt legte Ishibana seine Lippen auf Kaburagis. Diesmal war ihnen beiden klar, dass es nichts mehr zu sagen gab, also öffnete Kaburagi langsam seinen Mund und spürte sofort Ishibanas unsichere, zugleich neugierige Zunge, die ihren Spielgefährten suchte und in atemberaubende Erregung verfiel, als sie Kaburagis Zunge traf. Kaburagi atmete Ishibanas heißen Atem ein, während sie sich allmählich mitten beim Küssen mit sämtlichen Gliedmaßen umschlangen, als hätten sie einander schmerzlich vermisst. Ishibana küsste langsam und gründlich und regte die Speichelproduktion so gut an, dass es ihnen aus den Mündern lief. Kaburagi rollte in einem Anflug von Verlangen und Lust beide um 180 Grad herum. Ishibana löste den Kuss, damit sie mal nach Luft schnappen konnten.
„Du... du hast gesagt, du willst mich streicheln“, keuchte Ishibana atemlos. „Wo willst du mich streicheln?“
„Hier“, sagte Kaburagi leise und streichelte mit beiden Händen Ishibanas Taille. „Und hier. Und hier. Und hier.“ Er widmete sich Ishibanas Rücken, soweit es ging, seinem Bauchnabel und seiner Brust. „Und ich will dich dort nicht nur streicheln, ich will dich auch küssen. Darf ich das tun, Ishibana?“
„Ja“, hauchte Ishibana und zitterte vor Aufregung. „Ah!“
Kaburagi hatte seine Lippen aufgelegt und küsste Ishibana überall dort, wo er ihn zuvor gestreichelt hatte, doch auf der Brust hielt er sich am längsten auf und folterte Ishibana mit dem Spiel an seinen Brustwarzen. Noch nie hatte Ishibana ein so gutes Gefühl verspürt. Es machte ihn glücklich und heiß und er schämte sich für all die Laute, die seine Stimme machte. Währenddessen wanderte Kaburagis Hand langsam nach unten und rieb an einer höchst empfindlichen Stelle.
„Hoi!“, rief Ishibana und wollte sich aufrichten, landete dabei aber auf Kaburagis Lippen, als hätten sie ihn erwartet.
Still gab er seinen Widerstand auf und ließ Kaburagi tun, was er wollte.
„Ich werde dich jetzt dort unten lecken, Ishibana“, sagte Kaburagi und küsste Ishibanas Mund.
Der brachte vor lauter Erregung kein Wort heraus und Kaburagi wunderte sich, warum er nicht selbst dermaßen gelähmt vor Emotionen war, denn dass er das hier tun durfte mit seinem besten Freund, den er liebte… Das war sein Traum gewesen! Und nun führte er sich auf, als hätte er voll Ahnung von dem, was er tat! So also benahm sich ein aktiver Seme.
Offensichtlich ging er dabei richtig vor, jedenfalls war Ishibanas Erregung nicht zu übersehen. Dessen Penis tropfte vor Vorfreude und wurde immer härter unter Kaburagis Zunge und Lippen. Er hörte kaum, welche Geräusche Ishibana von sich gab, doch als er kam, rauschte ihm von dieser Stimme eine Gänsehaut über den Rücken, sodass ihm fast schwindelig wurde.
Ishibana kam sich vor wie in einem Schwebezustand: All seine Gefühle und sein Denken waren auf einen einzigen Punkt an seinem Körper fixiert, alles andere blieb merkwürdig taub. Sein Kopf war wie leergefegt und sowohl eine innere Ruhe als auch ein aufgewühltes Chaos der Emotionen herrschten in ihm. Offenbar strömte nicht mehr genug Sauerstoff durch seine Lungen und er hechelte hektisch danach – wie ein Verdurstender, der nach Wasser verlangte.
„Ruhig, Ishibana, atme ganz entspannt“, hörte er Kaburagi sagen.
Ah, Kaburagi! Er war bei ihm und passte auf ihn auf. Wenn er hier war, bei Ishibana, konnte ihm nichts passieren. Sanft und freundlich wie immer würde er Ishibana beschützen, wertschätzen, lieben... Ja, lieben! Kaburagi liebte ihn! Und das fühlte sich unheimlich gut an.
Nach diesem ersten Samenerguss direkt vor Kaburagis Augen, besprachen sie die Lage. Beziehungsweise redete Kaburagi und Ishibana achtete darauf, dass er bei Bewusstsein blieb.
„Ich weiß nicht, ob wir es wirklich ganz und gar machen sollten, Ishibana. Es überfordert dich vielleicht... Es tut weh und dauert ziemlich lange...“, erklärte Kaburagi.
„Woher weißt du das, Aho?“, stieß Ishibana keuchend hervor.
Kaburagi wurde rot.
„Nun, ich... ich wollte für alle Fälle vorbereitet sein, das ist alles. Deshalb habe ich mir... Informationsmaterial besorgt.“
„Hast du dir einen Schwulen-Porno reingezogen?“
„Q-Quatsch, natürlich nicht! Oder zumindest nicht als Grundlage. Das war mehr so... als Abschluss der Recherchen. Quasi eine Zusammenfassung“, erläuterte Kaburagi beschämt.
„Aha“, sagte Ishibana nur. „Na gut, du bist der Experte. Und wenn du ganz sanft bist?“
„Ja, das werde ich natürlich sein, aber es wäre wohl eher ein Gleitmittel angebracht... Zumindest für das erste Mal, denn du bist dort nicht vorbereitet“, sagte Kaburagi.
„Dort?“
„Naja... Hinten. Du weißt schon... Wie könnte ein Mann sonst in einen anderen Mann eindringen?“
Er zog plötzlich eine beunruhigte Miene.
„Findest du diese Vorstellung abstoßend? Dann sollten wir es ohnehin sein lassen!“, sagte er sofort und stemmte sich hoch.
Augenblicklich schlang Ishibana seine Arme um seinen Oberkörper und hielt ihn zurück.
„Nein. Ich finde es nicht abstoßend“, flüsterte er angestrengt. „Jedenfalls nicht, wenn du es machst, Kaburagi.“
Seufzend fuhr Kaburagi erst durch sein eigenes, dann liebevoll durch Ishibanas leuchtendes oranges Haar und lächelte sanft.
„Du willst es also wirklich heute tun?“, hakte er noch einmal nach.
„Ja, ich will dich spüren, Kaburagi, in mir. Ganz egal wie!“, antwortete Ishibana und küsste seinen Freund hingebungsvoll.
„Dein Wunsch ist mir Befehl, Ishibana“, sagte Kaburagi.
Als erstes drehte er Ishibana herum, sodass dieser nun auf seine Arme gestützt Kaburagi seinen Hintern entgegenstreckte.
„Das ist so peinlich“, jammerte er.
Kaburagi streichelte ihn zunächst mit den Fingern, dann leckte er ihn dort und führte anschließend vorsichtig einen Finger ein. Ishibana reagierte sofort, indem sich seine Atmung veränderte.
„Ist alles in Ordnung, Ishibana?“, vergewisserte sich Kaburagi besorgt.
„Aaah, hnnh, ich... ich weiß nicht... ah! Es f-fühlt sich-h merkwürdig an“, kam die Antwort sonderbar artikuliert.
Damit wusste Kaburagi nichts anzufangen. Aufs Geratewohl zog er den Finger heraus und probierte es ganz langsam mit zwei. Wieder entstand eine andere Reaktion von Ishibanas Körper: Sämtliche Muskeln spannten sich an und gleichzeitig glitten Kaburagis Finger in ihn hinein, als wollte Ishibana ihn aufsaugen oder verschlucken. Dann gellte plötzlich ein Schrei, denn Kaburagi hatte Ishibanas empfindlichsten Punkt berührt. Zufrieden mit sich, während Ishibana verwirrte Tränen weinte, machte Kaburagi sich hart und bereitete seinen Partner so gut wie möglich mit Worten auf das Eindringen vor.
„Du bist jetzt schön feucht innen drin, das wird helfen. Zwar ginge es mit einem Gleitmittel noch besser, aber ich bin sicher, du bist stark und hältst es aus“, sagte Kaburagi, als redete er über das Unkraut im Garten und welches Vernichtungsmittel sich zur Anwendung eignen würde.
Er bestieg Ishibana praktisch von hinten, also er lehnte sich über ihn, schlang seine Arme um dessen Oberkörper und stieß dann behutsam zu. Ishibana produzierte Geräusche, als würde er gefoltert, doch noch viel schlimmer fand Kaburagi die Tatsache, dass es ihn scharf machte, so scharf, dass er seine Beherrschung verlor und entgegen Ishibanas Widerstand immer tiefer in ihn eindrang. Ihre erregten Stimmen stöhnten bald unisono, während Kaburagi seine Hüften stetig vorwärts schob und Ishibana jeden Stoß erwartete. Erst als Kaburagi mit seiner rechten Hand nach Ishibanas Penis und mit seiner linken nach dessen Brustwarzen tastete und dort verschiedene Reaktionen durch Berührungen und Bewegungen erzeugte, gelang ihnen der Orgasmus. Ishibana kam ein paar Sekunden früher als Kaburagi. Keuchend fielen sie übereinander.
„Unglaublich“, brachte Ishibana heraus. „Unglaublich. Ich habe es getan. Und dann noch nicht mal mit einem Mädchen, sondern in der Position des Mädchens!“
„Ts, das ist dein Problem?“, spottete Kaburagi. „Ich mache mir Sorgen darüber, ob du Schmerzen hast, und du jammerst, dass du dir vorkommst wie ein Mädchen... Baka!“
„Hm... Schon gut“, murmelte Ishibana verstimmt.
„Nein, entschuldige. Das wollte ich so nicht sagen, so war das nicht gemeint!“, beeilte sich Kaburagi zu erläutern und richtete sich auf, um Ishibana ins Gesicht zu sehen.
Der grinste und zog ihn zu sich heran, um Kaburagi heiß zu küssen. Als hätte er die Reaktion seines Freundes vorausgesehen...
„Ich habe kaum Schmerzen. Sie sind erträglich“, sagte er. „Du warst fantastisch. So lieb und sanft... Ich habe mich wirklich geliebt und geborgen gefühlt, Aho, also mach dir keine Sorgen um meinen Körper.“
Kaburagi küsste Ishibanas Wangen, seine Augen, seinen Hals, sein Ohr...
„Ich bin so verdammt glücklich“, wisperte er in Ishibanas Ohr. „Ich mache gerade ein furchtbares Gesicht... Wie ein Mädchen.“
Das wollte Ishibana natürlich unbedingt sehen, deshalb rangelten sie eine Weile miteinander, bis Ishibana schließlich siegte und Kaburagis verlegenes und ungeheuer glückliches Gesicht mit geröteten Wangen sah. Er schüttelte mit ernster Miene den Kopf.
„Also wirklich! Wehe, du zeigst dieses Gesicht irgendjemand anderem als mir!“, drohte er.
„Was denn, so schlimm?“, wollte Kaburagi schockiert wissen.
Ishibana überlegte, ob er ihm die Wahrheit sagen oder einen Scherz anbringen sollte. Dann entschied er sich für beides.
„Mit diesem Gesicht will dich jeder gleich einpacken und mitnehmen“, sagte Ishibana. „Das kann ich nicht zulassen. Ich will nicht, dass dich irgendjemand mir wegnimmt!“
Auf diese Worte hin brach Kaburagi in Freudentränen aus und warf sich in Ishibanas Arme.
„Danke. Danke, Ishibana, danke. Ich liebe dich so sehr“, schluchzte Kaburagi und klammerte sich fester an Ishibana.
Der lächelte und merkte selbst Tränen in sich aufsteigen; ein ganz neues Gefühl für ihn.
„Na, na“, sagte er leise und tätschelte seinem besten Freund, den er nie als solchen gesehen hatte, behutsam den Kopf. „Ich liebe dich auch, Kaburagi. Und ich werde dich niemals hergeben.“

Ende Bonuskapitel 1
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