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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
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Ein ganz besonders großes und herzliches Dankeschön an alle Leser, die bis hierher durchgehalten haben! Hoffentlich hat euch das Lesen genauso viel Spaß gemacht wie mir das Schreiben. Ich wünsche noch einmal ganz viel Vergnügen beim letzten Kapitel dieser Geschichte.


Kapitel 138

Am Samstag nach ihrer Vereinigung klingelte es bei Aomine und Murasakibara an der Tür. Überrascht sahen sich die beiden an, die gerade gemütlich bei einer Tasse Kakao einen Animationsfilm im Fernsehen ansahen.
„Wer kann das nun wieder sein?“, fragte Aomine und erhob sich ächzend, um die Tür zu öffnen.
Da Murasakibara lange Zeit überhaupt nichts hörte, schaute er bald darauf besorgt nach – und wünschte sich dann, er hätte es nicht getan.
Vor der Tür stand unverkennbar Akashi. Er war gewachsen, zwar nicht auffällig viel, aber es machte sich bemerkbar. Er wirkte noch erwachsener und stärker, gleichzeitig aber auch kälter und überheblicher als sonst. Aomine hatte es die Sprache verschlagen und Murasakibara verließ gerade sein Bewusstsein.
„Guten Tag, Daiki“, sagte Akashi, den offensichtlich ebenfalls der Schlag getroffen zu haben schien, weil er erst jetzt anfing zu reden.
Aomine hob seine Hand als Zeichen, Akashi möge kurz warten, und rief dann über seine Schulter nach Murasakibara, der aus seiner Totenstarre erwachte. Warum fand Akashi ihn immer wieder? Wieso verschwand er nicht endgültig aus seinem Leben, damit Murasakibara sich ein für alle Male davon erholen konnte?
Diese Fragen beschäftigten auch Aomine, aber nicht erst seit eben, sondern schon viel länger. Diesmal jedoch fasste er den Entschluss, einen endgültigen Schlussstrich zu provozieren. Murasakibara hatte sich gerade so weit erholt, dass er wieder glücklich war, und das wollte Aomine beschützen.
„Yo, Akashi, was gibt’s?“, begrüßte Aomine ihn lässig, nachdem er Murasakibara, der langsam näher geschlichen war, zu sich herangezogen hatte.
Akashi musterte die beiden, wie sie da im Türrahmen standen wie ein Ehepaar.
„Guten Tag, Atsushi“, wandte Akashi sich seinem Ex-Freund zu.
Murasakibara nickte nur.
„Ich habe gehört, dass du ausgezogen bist, Atsushi.“
„Wow, das hat er aber schnell gemerkt, findest du nicht auch, Murasakibara?“, spottete Aomine unverhohlen.
Aomines Stimme weckte Murasakibaras Lebensgeister.
„Ja, in der Tat. Sind doch erst fünf Monate...“, stimmte er Aomine zu und versuchte, sich seinen inneren Aufruhr nicht anmerken zu lassen.
„Sieh mal, Akashi: Murasakibara und ich, wir sind jetzt fest zusammen“, erklärte Aomine und legte einen Arm um Murasakibaras Taille.
„Und niemand hat das Recht, unser Glück und unsere Zweisamkeit zu stören, auch du nicht“, ergänzte Murasakibara und hielt Akashis entsetztem Blick stand. „Deshalb möchten wir dich bitten zu gehen und niemals wieder hierher zu kommen. Also leb wohl, Akashi-san.“
Aomine grinste, schmiegte kurz seinen Kopf an Murasakibaras Schulter und schlug dem perplexen Akashi die Tür vor der Nase zu.
„Alles in Ordnung?“, erkundigte Aomine sich im Hausflur besorgt.
„Hai“, antwortete Murasakibara und lächelte wie immer. „Ich habe ihn so lange so sehr geliebt, aber wenn ich jetzt zurückblicke, weiß ich nicht mehr, ob ich den echten Akashi oder nur meine Illusion und Vorstellung von ihm geliebt habe. Deshalb bin ich jetzt nicht mehr so traurig darüber und nicht mehr so verwirrt. Das habe ich auch dir zu verdanken, denn du hast mir beigestanden, Mine-chin. Davor musste ich Akashi-san immer allein die Stirn bieten. Also danke.“
Aomine küsste ihn liebevoll.
„Gern geschehen“, sagte er.
Und dann kehrten sie vor den Fernseher zurück, wo sie sich ein wenig enger aneinander kuschelten, um sich zu wärmen.

*


Er lehnte seinen Kopf an die warme Schulter und seufzte gelegentlich, als ginge es ihm nicht sonderlich gut.
„Du musst das nicht tun“, murmelte er leise und versuchte so etwas Ähnliches wie einen halbherzigen Widerstand aufzubauen. „Tu dir nicht weh, ich bin doch so schwer...“
Der andere antwortete ihm nicht, sondern ging forschen Schrittes zum Bahnhof.
„Kaburagi“, sagte er mit entschlossener Stimme, „ruf Ishibana an. Er soll seinen Freund entgegennehmen.“
Mit diesen Worten setzte er sich an die Spitze der kleinen Gruppe. Kaburagi sah ihn nur kurz verwundert an, führte dann seinen Befehl aus und berichtete anschließend Murasakibara, dass Ishibana tat, wie ihm geheißen worden war. Murasakibara nickte zum Zeichen, dass er Kaburagi gehört hatte, was jedoch seinen ernsten Gesichtsausdruck nicht verschwinden ließ.
„Habt ihr das gehört? Murasakibara-kun hat Kaburagi-kun ‚Kaburagi‘ genannt und nicht ‚Kabu-chin‘, wie er es sonst immer tut!“, flüsterte Takao Kazunari den anderen zu.
Dazu gehörten Midorima Shintaro und Karen, Kise Ryouta, Kasamatsu Yukio, Kuroko Tetsuya und Aomine Daiki, der zu Murasakibara aufschloss.
„Hoffentlich kann Aomine-kun mit dieser Situation umgehen“, sagte Kuroko nachdenklich.
Die anderen schwiegen bedeutungsvoll.
„Er kann froh sein, dass Ishibana-kun nicht hier ist, der würde ausrasten, wenn er seinen Freund so erlebt hätte“, fügte Takao hinzu und die anderen murmelten zustimmend.
Kiichi hatte mal wieder einen seiner legendären Trinkabende veranstaltet. Nachdem er selbst den Schulabschluss und die Aufnahmeprüfung für eine Universität geschafft hatte, vermisste er seine Freunde aus der Oberschulzeit und nahm sich gebührend Zeit für sie. Mit seinem Freund Ishibana Shino war Kiichi erst vor kurzem zusammengezogen, der ihn heute nicht begleiten konnte, da er selbst für einen wichtigen Test lernen wollte. Seinen Platz in der Runde hatte dann Karen eingenommen, die gehofft hatte, Kaburagi zu sehen, der sich allerdings, nachdem Murasakibara eingetroffen war, mit dessen Mitbewohner Aomine an die Theke verzogen hatte, um über seine Probleme zu plaudern. Kaburagi fühlte sich mit Karen als Freundin doch etwas besser als erwartet, wenngleich er immer noch nach Ishibana lechzte. Allerdings waren sie seit der zweiten Klasse der Oberschule nicht mehr in derselben Klasse und das hatte sich bis heute, in der dritten Klasse, nicht geändert. Das ermöglichte Kaburagi auf die harte Tour, sich von seiner Liebe für Ishibana zu distanzieren. Dafür war er nun mit Rokuda und Furiku in einer Klasse. Furiku war unter Kiichis Anleitung zum Manager geworden, bekam aber inzwischen Hilfe von seinem verehrten Senpai Kagami Taiga, der wiederum unter Aida Riko gelernt hatte, offizieller Coach des Seirin-High-Basketballteams zu werden. Furiku war unheimlich stolz darauf, so eng mit Kagami zusammen arbeiten zu dürfen.
Kuroko hingegen, der an diesem Abend mehr körperlich als geistig anwesend war, vertiefte sich in Grübelei, da Kagami wenig Zeit für ihn hatte. Natürlich war auch er stolz auf seinen Liebsten, doch noch immer wohnten sie nicht zusammen und das, obwohl er bereits sein zweites Jahr als Student begonnen hatte. Andererseits konnte er seine Großmutter nicht mit einem guten Gewissen sich selbst überlassen.
Kise und Kasamatsu wiederum wohnten noch immer zusammen und waren sehr glücklich und verrückt nacheinander. Selbst in der Bar ließen sie kaum die Hände voneinander. Wahrscheinlich verbrachten auch sie selten genug Zeit miteinander, um sich nicht zu vermissen.
Midorima und Takao benahmen sich im Vergleich dazu ganz und gar wie immer, doch als die anderen sie mit Fragen löcherten, gaben sie zu, dass sie überlegten, in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen.
Kiichi hatte aus Freude und purer Unterhaltungslust wie üblich viel zu viel getrunken und mit seinem schwankenden Gang die Versammlung aufgehoben. Midorima, Takao und Kuroko meinten, ein Déjà-vu vor sich zu sehen, als Murasakibara den betrunkenen Kiichi aufhob und davonstapfte.
Aomine hatte auf Murasakibara eingeredet, dass er den Jungen unmöglich zu ihnen in die Wohnung bringen konnte, denn Ishibana würde vermutlich ausflippen, wenn er das erfuhr.
„Ich hatte gar nicht vor, Chi-chin mit zu uns zu nehmen“, antwortete Murasakibara vielsagend. „Auch deshalb, damit Ishibana-kun von seinem Eifersuchtstrip herunterkommt und erkennt, dass er uns vertrauen kann. Deine Meinung, Mine-chin?“
Aomine sah ihn verdutzt an.
„Ja, natürlich, hast Recht“, sagte er hastig.
Und Murasakibara gab sich damit zufrieden.
Ishibana wartete ungeduldig in der Wohnungstür auf die Gruppe und war ihnen äußerst dankbar.
„Danke, dass ihr ihn zurückgebracht habt“, sagte Ishibana und nahm Kiichi entgegen.
„Ach, keine Ursache. Verzeih die Störung beim Lernen“, sagte Murasakibara. „Aber es erspart uns allen viel Ärger, wenn er zu dem nach Hause zurückkehrt, zu dem er nun endgültig gehört, nicht wahr, Mine-chin?“
Aomine nickte nur. Dass er sich in der Vergangenheit über Kiichis Ausbleiben dermaßen aufgeregt hatte, erschien ihm nun völlig irrelevant und eher kindisch und peinlich. Doch wenn es Murasakibara gewesen wäre... dann hätte er vielleicht ähnliche Sorgen gehabt.
Am Bahnhof verabschiedeten sich Kise, Kasamatsu, Midorima, Takao, Kuroko, Kaburagi und Karen von Aomine und Murasakibara, die auf einen anderen Bahnsteig wechseln mussten, um nach Hause zu kommen. Dort standen sie in der Dunkelheit schweigend nebeneinander.
„Wie geht’s dir?“, fragte Murasakibara.
„Ach, nicht schlechter als dir, als Akashi damals vor der Tür stand, nachdem wir uns einigermaßen von unseren Tiefschlägen im Leben erholt hatten“, antwortete Aomine.
Murasakibara lächelte und ließ seine Hand in Aomines gleiten, der sie festhielt und seinen Kopf auf Murasakibaras Schulter legte.
„Meinst du, ich sollte mir mal wieder die Haare schneiden lassen, Mine-chin?“
„Hm? Oh, nein. Nein, nein, nur keine Eile damit“, sagte Aomine schnell.
„Huh? Wieso nicht? Sie stechen dir noch in die Augen, wenn du wie jetzt an meiner Schulter lehnst“, wies Murasakibara ihn darauf hin.
„Aber wenn du dir deine Haare wieder schneiden lässt, sieht alle Welt deinen süßen Nacken“, erklärte Aomine und drückte seine Lippen auf besagte Körperregion. „Das möchte ich nicht.“
Überrascht riss Murasakibara die Augen auf.
„Nanu, Mine-chin. Fängst du etwa an zu klammern?“
„Nein, ich habe nur in meiner weltweiten Weitsicht den einzigen Menschen gefunden, der mir ein Zuhause gibt, Murasakibara“, sagte Aomine leise.
Murasakibara drückte Aomines Hand und schniefte.
„Danke, Mine-chin, dass du auch mir ein Zuhause und Liebe gibst“, raunte der Riese.
In diesem Moment fuhr laut ratternd der Zug ein.


Ende



Geneigter Leser!
Vielen Dank, dass Du Dich für diese Geschichte entschieden hast und bis zum Ende dabeigeblieben bist. Ich hoffe sehr, sie hat Dich unterhalten und vielleicht auch inspiriert, selbst etwas zu schreiben oder zu zeichnen oder zu träumen. Wenn Du magst, kannst Du mir Deine Kreationen gern zeigen. Ich bin unbeschreiblich dankbar, dass ich Dir diese Geschichte präsentieren konnte.
Falls Du Dich für meine nächsten Geschichten interessierst:
Zum Valentinstag gibt es die Fanfiction „Wordless“ (Kuroko no basuke).
Anfang März 2019 kannst Du die Fanfiction „Ein Freund im Baum“ (Free) finden.
Anfang April 2019 kommt der Two-Versions-One-Shot „Das goldene Lachen“ (Yu-Gi-Oh).
Ab Mai 2019 beginnt eine längere Geschichte mit dem Titel „Das Kind meines liebsten Erzfeindes“ (Yu-Gi-Oh).
Es ist mir eine Freude, Dich dort herzlich begrüßen zu dürfen!
Zu Kuroko no basuke werden erst später weitere Geschichten von mir folgen. Es gibt noch so viele fantastische Anime- und Manga-Universen, die es zu erforschen gilt. Ich würde mich freuen, wenn Du mir weiterhin gewogen bleibst.
Denk daran, auch die wunderbare Arbeit der anderen Fanfiction-Autoren, Fan-Arts-Künstler und aller Fans zu würdigen, denn das Leben wäre sehr leer ohne sie alle und natürlich ohne Dich!

Bis bald!
Gay-dar-ring

PS: Für all jene, die sich für Murasakibara und Akashi sowie für Ishibana und Kaburagi ein anderes Ende gewünscht hätten, gibt es im Anschluss noch zwei Bonusgeschichten, quasi eine alternative Route. Dabei wünsche ich viel Vergnügen!
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