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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
25.01.2019 1.856
 
Wahnsinn! Ganz, ganz vielen Dank für den enormen Zuspruch und die lieben Reviews! Es freut mich ungemein, dass ihr immer noch so eifrig dabei seid. Ich wünsche viel Vergnügen beim nächsten Kapitel.


Kapitel 137

Ishibana hatte es endlich geschafft, Kiichi so wichtig zu werden, dass er sich traute, ihn um eine feste Beziehung zu bitten. Nach anfänglichen Ausflüchten von wegen, er wäre noch nicht vollständig über Aomine hinweg und er könnte doch nicht einfach so etwas mit seinem Kohai anfangen, willigte Kiichi schließlich ein, denn Ishibana blieb beharrlich an seiner Seite und gab nicht auf, allerdings bedrängte er Kiichi nicht. Sein fröhliches Gesicht, als Kiichi endlich zusagte, stach Kaburagi entsetzlich ins Herz. Es schmerzte ihn so sehr, dass er für den Rest des Tages nach Hause ging, und jeder Lehrer hatte ihm sein Unwohlsein abgenommen, so blass sah er aus.
Doch statt seiner gewünschten Ruhe, in der er in Tränen ausbrach, bekam Kaburagi Besuch von Karen, die sich Sorgen um ihn machte, weil er frühzeitig nach Hause gegangen war. Sie erkannte auf den ersten Blick sein Dilemma und auch, dass sie die allerletzte Person – nach Kiichi – war, die er jetzt sehen wollte, aber Karen ließ sich nicht abschütteln. Von ihrer Art her ähnelte sie Ishibana, wie Kaburagi verwundert in einem kurzen neutralen Moment feststellte.
Sie saß an seinem Bett, das grüne, lange Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden, die Brille auf der Nase. Es fehlten nur noch die getapten Finger und sie gab eine exakte Kopie von Midorima als Mädchen her. Kaburagi konnte nicht leugnen, dass sie unheimlich hübsch und ziemlich süß war. Möglicherweise redete sie ab und an ein bisschen zu viel, aber wer wollte sich darüber beschweren? In diesem Moment seines Unglücks sagte sie herzlich wenig.
„Er hat unheimlich glücklich ausgesehen“, berichtete Kaburagi mit einem Arm über seinen Augen. „Er hat so verdammt glücklich ausgesehen...“
Wieder stiegen heftige Weinkrämpfe in ihm auf und schüttelten seinen ganzen Körper und die Tränen quetschten sich an seinem Arm vorbei und rannen über seine Wangen.
„Nach der Trennung Aomine-sans von Kiichi-san war das doch abzusehen“, sagte Karen leise und nahm Kaburagis Hand in ihre. „Ishibana-san liebt Kiichi-san. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für dich ist, ihm mit einem aufrichtigen Lächeln zu begegnen und ihm alles Glück der Erde zu wünschen. Es muss unfassbar schwer sein, weil du ihn so sehr liebst. Aber er wartet auch darauf, dass du ihm das sagst, denn für ihn bist du sein bester Freund. Du bist der Grund dafür, dass er so glücklich sein kann. Du kannst ihm nicht ewig aus dem Weg gehen, denn er wird sich Sorgen um dich machen und dich besuchen kommen und dich verhören. Und wenn du dann schwach wirst, zerstörst du eure Beziehung, Kaburagi-san.“
Kaburagi spürte ihre Wärme, die sich deutlich von Ishibanas Wärme unterschied, aber dennoch Trost spendete. Ihre Worte, die ihm guttaten, lösten seine Anspannung.
„Niemand erwartet von dir, dass du Ishibana-san sofort aufgibst, nachdem er die Liebe seines Lebens gefunden hat“, setzte Karen das einseitige Gespräch fort. „So viele wissen es ja auch gar nicht. Die Zeit heilt fast alle Wunden. Und trotzdem wünscht sich Ishibana-san vielleicht weiterhin, dich als guten Freund an seiner Seite zu wissen. Willst du das aufs Spiel setzen?“
Kaburagi nahm den Arm von seinem Gesicht, obwohl er sich ein bisschen schämte, Karen so anzusehen. Sie aber lächelte sanft und strich mit ihren zarten Fingern seine Tränen aus den Augenwinkeln.
„Wärst du damit einverstanden, mit mir zusammen zu sein, obwohl du ganz genau weißt, dass ich Ishibana nicht vergessen und loslassen kann? Dass er für mich immer an erster Stelle steht? Könntest du das akzeptieren, Karen-san?“, fragte Kaburagi und machte ein ungeheuer ängstliches oder verzweifeltes Gesicht.
„Nun, viele würden sich dagegen sträuben, diese Bedingung hinzunehmen, und die, die damit einverstanden wären, glauben, sie könnten dich ändern“, dachte Karen laut. „Aber ich kenne deine Situation, deshalb schätze ich, dass ich dich so akzeptieren kann, wie du bist. Wenn du auch mich akzeptierst und dass ich dich gelegentlich vor schwierige Entscheidungen stellen werde, denn ich habe nicht die Absicht, mich jedes Mal gehorsam und brav zurückzuziehen, wenn es um Ishibana-san geht!“
Herausfordernd hielt sie seinen Blick fest und Kaburagi schluckte schwer.
„Ich... ich denke, das kann ich wohl annehmen. Deal. Also, willst du mit mir zusammen sein, Karen-san?“, fragte Kaburagi.
„Oh ja, sehr gern, Kaburagi-san“, freute sich Karen und drückte seine Hand.
Kaburagi musste lächeln, denn Karens glückliches Gesicht zu sehen und die Gewissheit zu haben, wenigstens einem Menschen alles von sich anvertrauen zu können, bereitete ihm selbst Freude und erleichterte ihn ungemein. Er richtete sich auf und zog Karen zu sich heran, um sie zu küssen, woraufhin sie rot anlief.
„Was sagen wir deinem Bruder, Karen-san?“, fragte Kaburagi.
„Na, die Wahrheit. Scheint so, als hätte unsere Familie eine Vorliebe für schwarzhaarige Männer!“, meinte Karen und lächelte wieder. „Dagegen kann er gar nichts einwenden!“

Unruhig und nervös stocherte Aomine in dem köstlichen Essen herum, das Murasakibara zubereitet hatte, und starrte gedankenverloren zur Küchentür. Murasakibara, der sich sonst nicht so leicht aus der Ruhe bringen ließ, hielt es keine fünf Minuten aus, bevor er etwas sagte.
„Mine-chin, du wirkst so verkrampft. Ist was passiert?“, wollte er wissen und sah seinen Mitbewohner aufmerksam an.
Der schrak zusammen, als träfe ihn ein Blitz aus heiterem Himmel.
„Was?“
„Naja... Du bist irgendwie nicht bei der Sache. Stimmt was nicht?“
„Hm... Nun, ich... Also... Nein, eigentlich... Ach...“, stotterte er und machte Murasakibara damit nicht gerade geduldiger.
„Stottere nicht so herum, sondern sag es klar und deutlich, Mine-chin“, forderte der Riese ihn auf und legte sein Besteck beiseite.
„Hh“, seufzte Aomine resigniert und folgte Murasakibaras Beispiel. „Erinnerst du dich, dass du vor einigen Tagen gesagt hast, dass du dich über mehr Nähe und Wärme freuen würdest?“
Murasakibara zog als Antwort nur eine Augenbraue nach oben; das war sonst immer Aomines Spezialität.
„Nun... ich würde mich auch darüber freuen, vor allen Dingen würde ich mich heute darüber freuen“, sagte Aomine und warf Murasakibara einen vielsagenden Blick zu.
„Mit anderen Worten: Du willst mit mir schlafen, versteh ich das richtig, Mine-chin?“, vergewisserte Murasakibara sich ausdruckslos.
„Ich weiß, wie das jetzt aussieht, vor allem weil ich gesagt habe, dass ich es bei dir aus Liebe und nicht aus Druck tun möchte...“, sagte Aomine und fuhr sich verlegen mit seiner Hand über seinen Nacken. „Aber ich muss zugeben, dass es diesmal der Druck ist, den ich loswerden muss, sonst...“
„Ich habe überhaupt nichts dagegen einzuwenden“, erklärte Murasakibara schlicht. „In den vergangenen Wochen hast du dich mir gegenüber sehr lieb verhalten. Anders ausgedrückt: Ich fühle mich schon lange geliebt, hier in dieser Wohnung mit dir. Ich fühle mich wohl und zufrieden und glücklich. Da habe ich gegen deinen bescheidenen Wunsch absolut nichts einzuwenden.“
„Bescheiden?“, murmelte Aomine.
„Ja, bescheiden“, bekräftigte Murasakibara seine eigene Aussage. „Ich werde nämlich nicht von dir erwarten, dass du mir deine Liebe gestehst, weißt du?“
Immer noch ein wenig verunsichert knetete Aomine seine Hände in seinem Schoß.
„Und was tust du, wenn ich einen anderen als deinen Namen rufe, wenn wir... es tun?“, wollte er leise wissen.
Murasakibara erstarrte kurz, bevor er darauf antwortete.
„Was wirst du tun, wenn es mir passiert?“
Aomine sah ihn an und erntete ein beruhigendes Lächeln. Ja, natürlich! Sie befanden sich in fast gleichen Situationen und sie wussten selbst, wie sie mit sich umgehen wollten, also sollte es kein großes Problem darstellen.
Befangen saßen sie noch sekundenlang da, bis sich Aomine erhob und um den Tisch ging, vor Murasakibara stehen blieb, ihn ansah und sich dann zu ihm geringfügig herunterbeugte, um ihn zu küssen. Murasakibara schloss die Augen und genoss Aomines Wärme. Er öffnete seinen Mund, der augenblicklich von Aomines Zunge erobert und erforscht wurde. Ihre Zungen spielten miteinander und ihre Hände verschlangen sich ineinander. Nie hätte sich Aomine träumen lassen, dass er ausgerechnet bei Murasakibara das Verlangen verspürte, dessen Körper kennenzulernen, doch wie das Leben eben oft so spielte, konnte man es einfach nicht vorausplanen.
Murasakibara stand auf und schlang seine Arme um Aomine, der die Umarmung erwiderte. Noch immer küssten sie sich ausgiebig, während sie langsam rückwärts in den kleinen Flur traten. Dort lösten sie sich voneinander.
„Dein oder mein Zimmer?“, fragte Aomine.
„Ist mir eigentlich egal“, antwortete Murasakibara und küsste Aomine auf die Stirn.
„Dann bei dir. Dein Bett ist sicherlich größer als meins“, sagte Aomine und zog den Riesen hinter sich her.
Der Größere öffnete die Tür und schloss sie wieder und lotste sie beide zu seiner Schlafstätte, wo sie dann aufeinanderlagen: Aomine unter Murasakibara. Wieder küssten sie sich intensiv und Aomine fuhr mit seinen Händen durch Murasakibaras langen lila Haare, die ihn im Gesicht kitzelten.
„Soll ich mir einen Zopf machen?“, flüsterte Murasakibara in Aomines Ohr.
„Nein“, flüsterte Aomine zurück. „Wenn du mich leckst, streicheln sie mich. Das ist so geil...!“
Murasakibara lachte leise, nachdem er seine Verwunderung überwunden hatte, und zog Aomine aus, um seinen nackten Körper zu streicheln, zu liebkosen, zu küssen und zu lecken. Dass seine Haare ihn bei der winzigsten Bewegung begleiteten, steigerte Aomines Erregung in einem Maße, wie dieser es selbst noch nie erlebt hatte, denn er wusste nicht, dass er so sensibel auf leichte, fast nicht existente Berührungen reagierte. Er geriet ins Keuchen und Stöhnen und veranlasste Murasakibara dazu fortzusetzen, was er tat.
„Ist die passive Rolle okay für dich, Mine-chin?“, fragte Murasakibara dann, kurz bevor er sich ihren unteren Körperhälften zuwandte.
„Das nächste Mal bist du dann der Uke“, antwortete Aomine angestrengt, denn Murasakibaras Finger glitten gerade in seine Hose und berührten ihn an einer empfindlichen Stelle.
Murasakibara gefiel, was er sah: einen sich erregt windenden Aomine mit zusammengekniffenen Augen, der damit beschäftigt war, seine Geräusche, die Murasakibara aus ihm hervorlockte, zu unterdrücken. Das gelang ihm allerdings nicht mehr, als Murasakibara seinen Penis in den Mund nahm, nachdem er ihm die Hose von den Beinen gezogen hatte.
„Aaaaah!“, schrie Aomine hingebungsvoll.
Solche Laute hatte Murasakibara noch nie von ihm vernommen und es trieb ihn an. Deshalb griff er sich eilig die Lotion, die er neben dem Bett stehen hatte, und bereitete damit sein Eindringen in Aomine vor. Der konnte es kaum noch erwarten, schließlich stand er knapp vor einem Orgasmus, der sicherlich nicht gering ausfallen würde. Murasakibara ließ sich von Aomine nicht mit der Hand, sondern mit dem Mund hart machen, und dann drang er langsam in ihn ein.
Was dieses Gefühl anging, so fand Aomine keine passende Beschreibung dafür. Es war wie das Paradies gepaart mit der göttlichen Strafe, als die verbotene Frucht gegessen wurde. So fühlte man sich also, wenn man vernascht wurde – und Aomine hätte es jederzeit wiederholt! Murasakibara bewegte sich kaum, denn auch ohne viel Mühe kamen sie beide recht schnell. Es hatte sich einfach zu lange etwas in ihnen angestaut. Keuchend legte Murasakibara sich neben Aomine und hielt dessen Hand fest.
„Danke, Mine-chin“, sagte er. „Das war wundervoll.“
„Gleichfalls“, antwortete Aomine, der heftig nach Atem rang. „Und eins muss ich mal sagen, obwohl es jeder sieht: Du bist echt unglaublich groß, Murasakibara!“
Und dann lachten sie beide. Dabei wartete das nächste Übel bereits vor der Tür.

Fortsetzung folgt…
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