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Alle meine Freunde, alle meine Sorgen

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 Slash
Aomine Daiki Kagami Taiga Kise Ryōta Kuroko Tetsuya Midorima Shintarō Murasakibara Atsushi
11.10.2017
05.02.2019
140
211.015
4
Alle Kapitel
61 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
18.01.2019 1.758
 
Ich freue mich riesig über das weiterhin anhaltende rege Interesse an dieser Geschichte. Vielen Dank fürs Dabeibleiben und die lieben Reviews! Nun viel Vergnügen mit dem nächsten Kapitel.


Kapitel 135

„Junpei-nii-san?“
/Kiichi? Was zum Teufel ist passiert?/
Natürlich. Kiichis großer Bruder mochte zwar sein eigenes glückliches Leben weitab von Kiichi führen, doch niemand kannte ihn besser. Andererseits war Kiichis weinerlich-zittrige Stimme unter Umständen ein Hinweis für Hyuuga, den er nicht überhören konnte.
„Eigentlich… ist nichts passiert“, druckste Kiichi herum und drückte sein Kopfkissen an sein immer noch schmerzendes Herz.
/Ja sicher/, schnaubte Hyuuga unwirsch. /Los, erzähl’s deinem Bruder./
Kiichi seufzte innerlich und ein erleichtertes Lächeln zupfte an seinen Mundwinkeln. Auf Hyuuga konnte er sich stets verlassen. Bestimmt würde er sich auch gar nicht so furchtbar darüber aufregen, wie Kiichi befürchtete…
„… Daiki… Also, Aomine-san hat Schluss gemacht. Ich bin nicht mehr verlobt.“
Stille dröhnte am anderen Ende der Leitung, aber Kiichi wusste, dass die Verbindung stand. Sein Bruder war gewiss ebenso sprachlos wie er selbst, denn so richtig begreifen konnte er es immer noch nicht.
/… Habe ich das richtig verstanden?/, krächzte Hyuuga.
„Ja, das hast du“, antwortete Kiichi. „Bitte, bleib ganz ruhig. Ich wollte dich lediglich darüber aufklären, wie der Stand der Dinge ist, bevor du vor vollendete Tatsachen gestellt wirst.“
/Wie kannst du so ruhig von mir verlangen, ich solle ruhig bleiben?/, knurrte Hyuuga aufgeregt. /Dieser Dreckskerl hat dich sitzen lassen! Warum? Der spinnt doch! Ach, diese verfluchten Basketballmonster! Du darfst ihnen einfach nichts Menschliches zutrauen, das können sie nicht!/
„Nii-san!“, unterbrach Kiichi ihn schneidend. „Es reicht. Da- Aomine-san und ich haben das geklärt. Bitte streu nicht noch Salz in die Wunden. Es ist schon schrecklich genug.“
/Tut mir leid, aber ich habe diesem Affen wirklich zugetraut, dich glücklich machen zu können!/
„… Das hat er. Im Rahmen seiner Möglichkeiten. Er ist kein Unmensch, im Gegenteil. Er hat uns vielleicht vor einer großen Dummheit bewahrt.“
/Ja, vor seiner eigenen! Beinahe hätten wir die in der Familie gehabt!/
Ein kleines Lachen entfloh Kiichis Lippen. Wie schön, dass sein Bruder den Sarkasmus nicht verloren hatte. Irgendwie tröstete es Kiichi.
„Stimmt, jetzt, da du mich daran erinnerst… Deine reicht schon“, stichelte er.
/Hoi! Pass auf, was du sagst, sonst komme ich dich besuchen und beweise dir, dass ich garantiert niemals so blöd sein könnte wie Aomine Daiki! Dich so zu verletzen… Das schreit nach Rache!/
„Genau deswegen rufe ich dich an, Junpei-nii-san. Damit du es von mir erfährst und ich dich persönlich darum bitten kann, von jeglichen Rachegedanken abzusehen. Versprichst du es mir?“
Für einige Sekunden regierte erneut Schweigen auf der anderen Seite, bis Kiichi das ergebene Schnaufen hörte.
/Also schön, ich versprech’s. Aber ich komme dich trotzdem besuchen, klar?/
Kiichi lächelte breiter.
„Ja, liebend gern, Bruderherz!“

Es herrschte eine kochende Hitze in Izukis Zimmer, wo sie es immer taten. Diesmal überfielen sie sich allerdings nicht schon im Eingangsbereich, sondern hatten alles sorgfältig vorbereitet: von den ausgebreiteten Futons bis hin zu den kleinen Leckereien für eine Stärkung zwischendurch. Die Nacht würde sehr lang und heiß und feucht werden, daran bestand kein Zweifel, denn das hatten sie sich vorgenommen. Koganei betrachtete kritisch ihr Werk und genehmigte es schließlich. Danach galt es, diese Schwelle von bedrückt und befangen zu lustvoll und aktiv zu überschreiten. Doch darin war Mitobe, der wieder in sein übliches Schweigen verfallen war, äußerst bewandert. Er umarmte Koganei besonders liebevoll und zärtlich, schmuste mit ihm im Stehen und begann ihn dann zu küssen. Izuki gesellte sich an ihre Seite, wurde von Koganeis linkem und Mitobes rechtem Arm umfangen und leckte erst Koganeis, dann Mitobes Nacken. Sie zogen sich gegenseitig die Kleidung aus, bis sie ganz nackt voreinander standen. Dann wechselten sie: Koganei und Izuki knutschten, während Mitobe mit seiner Zunge ihren Schultern und Hälsen einen Besuch abstattete. Vorsichtig legten sie sich auf die Futons, Izuki in der Mitte. Er saugte an Mitobes Brustwarzen und fühlte gleichzeitig, dass Koganei über seinen Rücken leckte und Mitobe über Izuki langte, um Koganeis Hand zu halten. Koganei führte seine Finger in Izuki ein und bewegte sie und küsste Mitobe mit Zunge. Sie spielten miteinander und streichelten sich. Izuki stand kurz vorm Kommen, da widmete Mitobe sich seinen Nippeln und liebkoste sie konzentriert. Izuki schrie leise, als er abspritzte. Sofort nahm er Mitobes Penis in den Mund und gab ihm einen Blow-Job, während Koganei seine Finger aus ihm herauszog und stattdessen – von Mitobes Hand erregt – mit seinem besten Stück in ihn eindrang. Der Rhythmus, mit dem Koganei seine Hüften vorwärts schob, ging auf Izuki über, sodass er sich auch auf Mitobe übertrug, der immer noch Koganei die Zunge in den Hals steckte. Allerdings drückte er mit seiner rechten Hand Izuki immer kräftiger an sich, denn er wollte kommen. Doch wenn sie alle zusammen kämen, wäre das noch viel befriedigender... Denselben Gedanken teilten auch die beiden anderen, deshalb hielten sie sich so lange zurück, bis es schließlich kein Halten mehr gab: Sowohl Koganei als auch Mitobe kamen in Izuki, dessen Sperma jedoch über Koganeis Hände lief, der ihn am Glied umklammert hielt, und auf den Futon tropfte. Verschwitzt lösten sie sich kurz so weit voneinander, dass sie nach Atem ringen konnten, bevor sie sich erneut zuwandten und noch viel heftigeren Sex folgen ließen.
Als der Morgen graute und die drei erschöpft nebeneinander lagen, eng umschlungen und leicht keuchend, die trainierten Körper ausgelaugt und voller Schweiß, da beschloss Koganei, seinen Freunden die Wahrheit über Suzuki zu sagen.
„Entschuldigt. Wir haben euch an der Nase herumgeführt. Gut, ich war zwar mit Suzuki-san zusammen, aber nicht im romantischen Sinn. Ich wollte nur jemandem wichtig sein... Sie hat mir geholfen und diesen Plan mit mir ausgearbeitet, wie ich diesen Stellenwert bei euch erreichen kann. Darum: Seid bitte nicht böse auf sie, sondern nett zu ihr. Sie ist mir wirklich wichtig und eine gute Freundin.“
„Du...“, stieß Izuki wutentbrannt zwischen zusammengebissen Zähnen hervor und richtete sich zeitgleich mit Mitobe auf. „Das heißt, du hast uns die ganze Zeit an der Nase herumgeführt? Na warte, dafür werden wir dich leiden lassen! Mitobe, wie sieht’s aus, kannst du noch eine Runde? Diesem Überflieger hier, der viel zu viel Selbstvertrauen und Oberwasser hat, sollten wir eine Lektion erteilen!“
Mitobe nickte zustimmend mit zusammengepressten Lippen. Erschrocken sah Koganei die beiden an.
„Das ist nicht euer Ernst, oder? Ich kann nicht mehr! Bitte, bitte nicht! Ah... Aaaaah, aaaaah, Verge-aahhh-Vergewaltigung, Hilfe!“
Er winselte vergeblich um Gnade, während Mitobe und Izuki intensiv und kräftezehrend über ihn herfielen, um ihm einzubläuen, wen er in Zukunft besser nicht mehr in die Irre führte. Und dennoch: Obwohl der Sex heftig war und obwohl er das Bewusstsein verlor – Koganei fühlte sich geliebt, von Izuki und Mitobe in gleichem Maße, und er spürte, dass er ihnen unendlich wichtig war. Das machte ihn glücklich.

Mit der Zeit entwickelten Murasakibara und Aomine eine gewisse Routine: Da sie ungefähr zur selben Uhrzeit losgingen, standen sie ungefähr zur selben Zeit auf. Während Aomine seine 20 Minuten im Bad zubrachte, bereitete Murasakibara das Frühstück vor, dann wechselten sie und Aomine deckte den Tisch, wusch bereits verwendetes Geschirr ab und wartete geduldig, bis Murasakibara aus dem Bad kam. Sie aßen immer gemeinsam, sowohl morgens als auch abends. Dann machte Aomine sich auf den Weg, da sein Zug eine Viertelstunde früher fuhr. Murasakibara stand am Türrahmen und beobachtete, wie Aomine seine Schuhe anzog.
„Sei vorsichtig, Mine-chin, und viel Spaß“, sagte Murasakibara dann, bevor Aomine das Haus verließ.
„Sei du auch vorsichtig, Murasakibara, und sei weiterhin so fleißig. Vielen Dank für das Frühstück und bis heute Abend“, antwortete Aomine.
Dann lächelten sie sich an und Aomine zog die Tür hinter sich zu. Murasakibara erledigte den restlichen Abwasch und machte sich dann Minuten später auf den Weg, nachdem er pflichtbewusst die Haustür abgeschlossen hatte.
Murasakibara kehrte überwiegend als erster zurück. Er nutzte die Zeit bis zu Aomines Rückkehr für einige kleine Aufräumarbeiten, erledigte ein paar seiner Aufgaben für die Hochschule und bereitete dann das Abendessen vor. Jedes Mal malte er sich aus, was für ein Gesicht Aomine machte, wenn er ein neues Gericht von Murasakibara verzehrte, und jedes Mal freute er sich so sehr darüber, dass er ganz vergaß, sich den realen Aomine anzusehen. Danach schalt er sich selbst, dass wieder ein Großteil seines Lebens ausschließlich in seinem Gehirn als Illusion stattfand, und er nahm sich vor, es am nächsten Tag anders zu halten.
Aomine für seinen Teil verbrachte seine Zeit gern an der Hochschule und mit seinen Freunden, aber er freute sich auch jedes Mal darauf, nach Hause zurückzukehren. Meistens war es so spät, dass er gleich zu Abend aß – mit Murasakibara natürlich. Er war neugierig, was Murasakibara ihm als nächstes vorsetzte und jedes Mal stellte er sich vor, was Murasakibara für ein Gesicht machte, wenn Aomine seine Speisen lobte. Doch dazu kam er meistens überhaupt nicht, weil Murasakibara in diesen Momenten immer anfing, über irgendetwas zu reden. Und so verpasste Aomine den richtigen Moment, um seine Anerkennung auszusprechen. Er ärgerte sich darüber, dass er nicht schneller reagierte oder dass er es völlig vergaß, denn er unterhielt sich sehr gern mit Murasakibara, selbst wenn es sich nur um Kleinigkeiten handelte.
Doch eines Morgens gelang es ihm tatsächlich, Murasakibaras Essen zu loben, der rot anlief und verlegen zu Boden schaute.
„Vielen Dank, Mine-chin, das ist lieb von dir. Ich freu mich, dass dir mein Essen schmeckt“, sagte Murasakibara.
„Hm, aber ich fühle mich unwohl, weil ich nichts dazu beitragen kann“, wandte Aomine ein. „Ich meine, ich kann nicht so gut kochen wie du, ich weiß nicht mal, ob ich es dir freiwillig anbieten würde... Tut mir leid, dass ich so unnütz bin, Murasakibara.“
„Aber das bist du doch nicht“, entgegnete Murasakibara entrüstet. „Mag sein, dass du nichts für das leibliche Wohl tust, aber für das seelische und für das geistige Wohl tust du etwas. Das ist für mich enorm wichtig. Um das Essen für mich kann ich mich auch gut selbst kümmern, aber um meine Stimmung leider nicht. Da trittst du auf den Plan, Mine-chin. Ich fühle mich wahnsinnig wohl hier.“
Jetzt war es an Aomine, rot zu werden, auch wenn man es wegen des dunklen Teints seiner Haut kaum sah.
„Zuviel des Lobes“, murmelte er und verschlang den letzten Bissen der Biskuittorte.
Als er diesmal die Wohnung verlassen wollte, kam plötzlich etwas Unerwartetes über ihn, aber er war nicht der einzige. Nachdem sie ihren Standardabschiedsgruß gesagt hatten, lehnten sie sich einander entgegen und küssten sich leicht. Dann, als Aomine die Tür hinter sich zugezogen hatte, erstarrten sie beide. Was zum...?!

Fortsetzung folgt…
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